Aktuelle Himmelsvorschau: Unser Nachthimmel im Juli 2020

„Nacht für Nacht, unhörbar leise

zieh‘n die Sterne ihre Kreise

 

Der Juli bringt uns an den sonnenfernsten Punkt der jährlichen Erdumlaufbahn. Am 4.7. sind es 152 Millionen km bis zur Energiequelle allen irdischen Lebens. Die anschließende Nacht bringt Vollmond (Neumond am 20.7.) und zugleich dessen „Gruppentreffen“ mit den größten der Planeten, Jupiter und Saturn. Alle drei markieren mit ihrer Flugbahn von Ost nach West die sog. Ebene der Ekliptik, in der unser gesamtes Sonnensystem rotiert. Auch Venus, als „Morgenstern“ sichtbar und in maximalem Glanz am 10.7., kurvt diesen Weg entlang. Der rote Wüstenplanet Mars lässt sich ab etwa Mitternacht im Osten blicken, und der kleinste von allen, Merkur, könnte gegen Monatsende kurz vor Sonnenaufgang ebenfalls im Osten sichtbar werden.

Als noch viel größeres Karussell dreht sich die gesamte Sternenkuppel um den Polarstern, der die Nordrichtung zeigt. Die Sterne sind so weit entfernt, dass ihre Positionen untereinander wie fixiert erscheinen. Fixsterne heißen deshalb die vielen tausend Lichtpünktchen. Ihre dichteste Ansammlung, die Milchstraße, wölbt sich im Juli hoch über uns hinweg vom Nord- zum Südhorizont. Drei markante Sterne in ihrer Mitte formen das sog. Sommerdreieck: Deneb im Sternbild Schwan, Wega (Leier) und Atair (Adler). Deneb ist in Wirklichkeit 200-mal größer als die Sonne. Wega und Atair rotieren so schnell, dass sie an ihrem Äquator verdickt erscheinen und eher Eiern als Kugeln gleichen.

Der Juli-Nachthimmel kann auch Kompass und Kalender sein. Überm Nordhorizont leuchtet Capella im Wintersternbild Fuhrmann. Tief im Süden, unserer Hauptblickrichtung, funkelt Antares im sommerlichen Skorpion. Im Westen versinkt das Frühlingsbild des Löwen, und im Osten erscheint Pegasus als Herbstbote. Die Himmelsmitte nehmen Drache, Herkules, Nördliche Krone und Bootes ein. In den wenigen ganz dunklen Nachtstunden darf zunehmend mit Sternschnuppen gerechnet werden. Die Erde kreuzt frühere Kometenbahnen und lässt deren Staubrückstände verglühen.

Es ist also auch im Juli für besten Genuss begeisterter Sternenfreunde gesorgt. Man muss ja nur hochschauen – und störendes irdisches Licht zuvor löschen.

Viel Freude dazu wünscht das Team des Sternenparks im Biosphärenreservat Rhön!