Aktuelle Himmelsvorschau: Unser Nachthimmel im Juni 2020

Mit der Sommersonnenwende

geht die Frühlingszeit zu Ende.

Am 20. Juni beginnt der Sommer auf der Nordhalbkugel unseres Planeten. Zur Mittagszeit erreicht die Sonne den Gipfel ihrer täglichen Himmelswege. Mehr als 16 Stunden braucht sie dann von Aufgang bis Untergang, und entsprechend weniger Zeit bleibt dem Mond, den Planeten und allen Sternen für nächtlichen Lichterglanz. Tiefdunkle Nacht, zumal unter Berücksichtigung der sog. MESZ-Sommerzeit, kann vor 23 Uhr kaum entstehen und endet bereits wieder gegen 3.30 Uhr morgens. Dennoch ermöglichen es die Dämmerungszeiten,  unsere nächsten Nachbarn im Weltall zu finden, den Mond und die Planeten.

Vollmond ist am 5., Neumond am 21. Juni, und die Planeten verteilen sich entlang der Ekliptik, die dem Laufweg von Mond und Sonne entspricht, wie folgt: Jupiter und Saturn im Südosten ab etwa Mitternacht. Etwas später und bis in den frühen Morgen hinein der rote Wüstenplanet Mars. Venus wird ab Monatsende wieder „Morgenstern“. Merkur könnte in den ersten Junitagen noch als „Verfolger“ der untergehenden Sonne im Nordwesten entdeckt werden.

Wer sich Zeit nimmt fürs wirklich nächtliche Dunkel, wird auch im Juni reichlich belohnt werden: Von Osten her wölbt sich die Milchstraße als nord-/südlicher Haltebogen durch die Himmelskuppel. Ihr mittlerer Bereich enthält die Sternbilder Leier, Schwan und Adler, deren hellste Sterne das sogenannte Sommerdreieck bilden. Überm Nordhorizont lässt sich Kassiopeia, das Himmels-W, erkennen. Tief im Süden funkelt Antares, der rote „Karfunkelstein“ des Skorpions. Rund um den Zenit gruppieren sich die Sternbilder Herkules, Bootes mit seinem markant hellen Stern Arktur, der Halbkreis von „Corona Borealis“ (Nördliche Krone), Großer Wagen und Drache. Im Westen verlassen allmählich die Frühlings-Sternbilder die Himmelsbühne: Krebs, Löwe, Haar der Berenike und Jungfrau. 

Sternschnuppen, von März bis Mai kaum aktiv, werden wieder zahlreicher. Der Südhimmel mit den Sternbildern Schütze, Waage, Rabe und auch Bootes sowie die Drachengegend könnten sich zuweilen als Ausgangspunkt solchen Funkenflugs erweisen – aus völlig ungetrübter Dunkelheit heraus.

Viel Freude am frühsommerlichen Ausblick ins weite Weltall unter sternengeschmücktem Nachthimmel wünscht das Team des Sternenparks im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön!