Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Fri, 21 Jun 2024 14:42:08 +0200 Fri, 21 Jun 2024 14:42:08 +0200 TYPO3 EXT:news news-2554 Wed, 19 Jun 2024 15:54:45 +0200 Tausende Besucher bei drittem Milch- und Honigmarkt und Abschlussfeier des LIFE-Projekts in Gersfeld https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/tausende-besucher-beim-dritten-milch-und-honigmarkt-in-gersfeld Markttreiben in der Innenstadt und dem Schlosspark, Infostände in der Stadthalle, ein buntes Bühnenprogramm mit Rhöner Platt-Geschichten von „Franz Habersack“, viele kulinarische Angebote und Mitmachaktionen für Groß und Klein: Der Milch- und Honigmarkt, der zugleich die Abschlussfeier des LIFE-Projekts „Rhöner Bergwiesen“ war, lockte am Sonntag tausende Besucherinnen und Besucher in die Rhönstadt Gersfeld. Nach der Eröffnung durch Gersfelds Bürgermeister Steffen Korell und einführenden Worten von Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservates Rhön, folgten Grußworte einiger Ehrengäste. Neben Landtagsabgeordneten Sebastian Müller sprachen Wiebke Büschel vom Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat und Denise Otto von der IHK Fulda. Auch die Hessische Milchkönigin Sophia Schäfer und die Hessische Honigprinzessin Lea Flach begrüßten die Gäste. Den musikalischen Auftakt des Bühnenprogramms im Schlosspark machte die Stadtkapelle Gersfeld.

Bauernmarkt & Biosphärenmarkt

Parallel zum verkaufsoffenen Sonntag lockten in der Innenstadt mit dem Bauernmarkt vielfältige Marktstände von Kunst über Handwerk bis Kulinarik, während sich in der Stadthalle auf dem Biosphärenmarkt die Partner und verschiedene Projekte des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön präsentierten. Für die Jüngsten kam dank Eseln, Schafen und Kühen, einer Hüpfburg, einem Bollerwagen-Express, dem Umweltmobil „Rumpel“ und vielen Mitmach-Angeboten auf dem Festgelände keine Langeweile auf.  

Auf der Bühne ging es am Nachmittag mit einer Präsentation des LIFE-Projektteams weiter. Das achtköpfige Team zeigte Ergebnisse und Highlights aus acht Jahren Naturschutzarbeit zum Erhalt der artenreichen Bergwiesen und Hutungen in der hessischen Rhön. LIFE-Projektleiterin Katharina Bach nutzte die Gelegenheit, allen beteiligten Akteuren zu danken. Nur durch das Engagement vieler Menschen und die gute Zusammenarbeit kann das Projekt Ende September 2024 erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Dem Team dankte Torsten Raab für die gelungene Umsetzung.

Franz Habersack in Bestform

Höhepunkt des Tages war für viele Besucherinnen und Besucher der Gastauftritt von Bauer „Franz Habersack“ alias Michael Bleuel, der mit seiner Rhöner Mundart Comedy für beste Stimmung im Park sorgte. Er griff mit einem Augenzwinkern Themen aus dem Naturschutzprojekt auf und schaffte es, dem begeisterten Publikum auf unnachahmliche Weise zu „verzâhle“, worum es im LIFE-Projekt ging.

Auch die „Junior Ranger“ des Biosphärenreservates hatten ihren eigenen Auftritt. Schon seit 20 Jahren leisten die Kinder- und Jugendgruppen, angeleitet von Rangern und Wildnispädagogen, in ihrer Freizeit aktive Naturschutzarbeit in der Rhön. Müll sammeln, Bäume pflanzen, Krebse zählen, Honig schleudern, Nistkästen bauen – all das setzen die jungen Botschafterinnen und Botschafter mit großer Begeisterung um. Koordinator Hubert Stumpf dankte dem Nachwuchs und den ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern für ihr Engagement. Im Tipi des Biosphärenreservates konnten sich die Festbesucher näher über die verschiedenen Aktivitäten der Junior Ranger informieren.

Glückliche Gewinner bei Verlosung des Bergwiesen-Quiz

Informativ ging es auch bei der anschließenden Auflösung des LIFE-Quiz auf der Bühne weiter. Besucherinnen und Besucher erfuhren aus dem Mund einiger Überraschungsgäste, warum die Bodenbrüter in der Rhön so bedroht sind, was eine Hutung ist, mit welchem Spezialgerät in der Rhön Wiesensamen geerntet werden, was die Lupine für die mageren Wiesen der Rhön so gefährlich macht und warum die Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerinnen und -führer des Biosphärenreservates wichtige Botschafter in Sachen Umweltbildung sind. Für die Teilnehmenden gab es beim Quiz tolle Preise zu gewinnen, die live auf der Bühne verlost wurden.

Nach einem zweiten Auftritt von „Franz Habersack“ endete das Bühnenprogramm mit einem Konzert der Band „Plan B“ aus Poppenhausen, die mit einem bunten Mix das Publikum unterhielt. Für die Veranstalter und beteiligten Partner war der Milch- und Honigmarkt mit tausenden Besucherinnen und Besuchern ein rundum gelungenes Fest. 

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LIFE
news-2553 Wed, 19 Jun 2024 11:43:00 +0200 Fokus auf umliegenden Flächen - Weitergehende Maßnahmen zur Wiedervernässung im Roten Moor – Zahlreiche Freiwillige des Bergwaldprojekts im Einsatz https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/fokus-auf-umliegenden-flaechen-weitergehende-massnahmen-zur-wiedervernaessung-im-roten-moor-zahlreiche-freiwillige-des-bergwaldprojekts-im-einsatz Im Roten Moor laufen aktuell wieder Maßnahmen zum Erhalt und zur Wiedervernässung dieses besonderen Ökosystems. Bereits im vergangenen Jahr waren zahlreiche Ehrenamtliche des Bergwaldprojekts im Hochmoor-Bereich sowie dem Leegmoor im Einsatz, um sogenannte Mönche zurückzubauen, morsche und defekte Spundwände zu erneuern und zu ersetzen. Seit einigen Tagen stehen nun die Flächen rund um das Moor im Fokus. Aufgrund der Maßnahmen war zudem der Bohlenpfad für einige Tage gesperrt. Dieser ist inzwischen für Besucherinnen und Besucher wieder begehbar. Auch für den Aussichtsturm gelten keine Einschränkungen. Das Rote Moor im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ist nicht nur einzigartiger Lebensraum für hochspezialisierte und vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten, sondern ein wichtiger CO2-Speicher. Doch insbesondere nach den trockenen Sommern der vergangenen Jahre ist das Rote Moor – wie zahlreiche weitere Moore bundesweit – stark gefährdet.

„Nachdem im Sommer 2023 begonnen wurde Hoch-und Leegmoor wieder zu vernässen, gilt es sich nun um die Randbereiche des Moores zu kümmern, um das Wasser auch dauerhaft in diesem komplexen Ökosystem aus Hoch-, Niedermoor und Feuchtflächen, mit seiner spezialisierten seltenen Flora und Fauna zu halten“, erklärt Jan Knittel, Ranger im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, der die Maßnahmen im Moor aktuell betreut. Es werden Entwässerungsgräben, die das Wasser kanalisiert und schnell aus der Fläche ableiten, teilweise wieder verfüllt sowie neue Spundwände zum Wasserrückhalt eingebaut.

Warum wird’s gemacht?
Ziel ist, den Wasserabfluss zu verringern, so dass der noch vorhandene Torfkörper wieder stärker vernässt und sich im abgetorften Leegmoor wieder die moortypischen Pflanzengesellschaften entwickeln können. Damit sollen Flora und Fauna ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Klimaveränderungen stärken, und die Funktionalität des Moores soll wiederhergestellt werden. Außerdem kann durch die Renaturierung eines Moores der derzeitig andauernde Austritt von CO2 und Methan gestoppt und in eine Aufnahme von CO2 in die Torfböden umgewandelt werden. Ohne das aktive Eingreifen in das Ökosystem Rotes Moor, welches in großen Teilen vom Menschen industriell abgebaut wurde, wäre dieses nicht in der Lage, sich selbst zu regenerieren.

Welche Maßnahmen wurden bisher durchgeführt?
Auf dem Hochmoorkörper wurden im vergangenen Jahr die Mönche vollständig rückgebaut die Abläufe und Entwässerungsgräben verschlossen. Zudem wurden die maroden Holzspundwände saniert. Über 140 überwiegend ehrenamtliche Teilnehmende waren im Sommer 2023 acht Wochen lang im Einsatz, bewegten sich in den sensiblen Bereichen des Hochmoors auf Bohlenwegen und setzten verschiedenste Arbeiten per Hand um.

Zum Bergwaldprojekt
Bereits seit 2009 unterstützt das Bergwaldprojekt, das seit über 30 Jahren deutschlandweit Freiwilligeneinsätze im Wald, im Moor und in Kulturlandschaften durchführt, die Hessische Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön bei Pflege- und Schutzmaßnahmen. Ziel dieser Einsätze ist auch, die Teilnehmenden über die Projektwochen hinaus für einen schonenden Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen zu sensibilisieren.

Wie geht es weiter?
Die aktuellen Maßnahmen im Roten Moor sollen bis einschließlich 5. Juli andauern. Auch in den kommenden Jahren werden weitere Wiedervernässungsmaßnahmen nötig sein, um das Moor dauerhaft zu erhalten. Unser langfristiges Ziel ist es, das Ökosystem im Roten Moor auch noch für nachfolgende Generationen sowie als Lebensraum für die dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten (z.B. Hochmoor-Perlmuttfalter, Sonnentau) zu erhalten.

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BRRhoen-HE
news-2551 Thu, 13 Jun 2024 11:43:37 +0200 Rhöner Landschaftsbild schmückt seit Neuestem das Buswartehäuschen in Neidhartshausen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/kommunale-entwicklung/investive-projekte-zur-nachhaltigen-entwicklung-thueringen Statt karger Wände verkürzen nun kreativ gesprühte Motive von Rhönschaf, Rotmilan und Co. die Wartezeit an der Bushaltestelle in Neidhartshausen. Mit der Projektförderung 2023 des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) in Höhe von 6.545 Euro ließ die Gemeinde Dermbach das Buswartehäuschen im Ortsteil Neidhartshausen mit einer rhöntypischen Malerei verzieren. Das Buswartehäuschen am Dorfgemeinschaftshaus im Ortsteil Neidhartshausen wurde jüngst durch den Bauhof der Gemeinde aufgewertet und erhielt einen neuen Anstrich, neuen Pflasterbelag und eine Holzbank im Innenbereich. Um das Wartehäuschen weiter aufzuwerten und noch ansprechender zu gestalten, beteiligte sich die Gemeinde Dermbach beim letztjährigen Aufruf des Thüringer Umweltministeriums zur Förderung investiver Projekte in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens mit der Idee einer Gestaltung mit rhöntypischen Motiven. Diese Idee für ein Kleinprojekt überzeugte, da Aspekte der Umweltbildung, Kunst, Dorferneuerung und Stärkung der Dorfidentität vereint werden konnten. 

Der Auftrag wurde vergeben an den Künstler Christian Hoschka von LebensART-Atelier.de aus Bad Liebenstein, der mit seinem außerordentlichen Talent schon so einige Gebäudefassaden in der Region in besonderer Art gestalten konnte. Bei der Auswahl der Motive wurde der Ortsteilrat von Neidhartshausen involviert, der auch Ideengeber für das Projekt war. Die Haltestelle am Ortseingang, unmittelbar am Dorfgemeinschaftshaus war und ist auch immer Treffpunkt für die Einwohner des Ortes. Ein Abriss oder Rückbau wäre schade gewesen, umso mehr freuen wir uns, dass die Haltestelle im neuen Glanz erstrahlt, so Ortsteilbürgermeister Michael Kümpel. 

Die Wahl der Motivbemalung fiel auf heimische Tierarten wie auf das Rhönschaf und den Rotmilan im malerischen „Land der offenen Fernen“, aber auch Vertreter wie der Frosch und die Fledermaus wurden gewählt. Neidhartshausen ist bekannt als „Fledermausdorf“, da in der Dorfkirche jährlich mehrere hundert Fledermäuse, wie z.B. das Große Mausohr, ihre Wochenstube einrichten. „Dass wir mit Hilfe der Projektförderung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) und der Mitarbeit unseres Bauhofs eine weitere Aufwertung unseres schönen Ortsteils Neidhartshausen erreichen konnten, ist wirklich großartig. Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, freut sich Bürgermeister Thomas Hugk. 

Die künstlerische Umsetzung der Rhönlandschaft mit heimischen Tierarten im Buswartehäuschen ist in unseren Augen ein absoluter Hingucker. Dies betrifft insbesondere die detailgetreue Darstellung in der malerischen Szenerie“, so Ulrike Schade, Leitung der Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung, die betont: „Es ist schön, dass diese glänzende Idee über die Förderung des Thüringer Umweltministeriums umgesetzt werden konnte und nicht nur Schülerinnen und Schüler beim Warten auf den Schulbus begleiten wird." 

Nun werden noch QR-Codes installiert, die zu Internetseiten des UNESCO-Biosphärenreservats führen werden. Denn hier kann sich jeder zu den Tieren und ihrer Verbreitung in der Rhön informieren – ganz im Sinne der Bildung für nachhaltigen Entwicklung.“

Zu den Projekten

Bereits 65 „investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens" wurden durch das Thüringer Umweltministerium in den Jahren 2021 bis 2023 im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bewilligt. Damit fließen rund 2,2 Millionen Euro in die Region. Auch in diesem Jahr wurde zum Einreichen von nachhaltigen Projektideen aufgerufen, welche in den Jahren 2025-2026 umgesetzt werden sollen. Eine Übersicht der Projekte: www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/kommunale-entwicklung/investive-projekte-zur-nachhaltigen-entwicklung-thueringen)

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news-2550 Thu, 13 Jun 2024 11:06:33 +0200 Hunderte Besucherinnen und Besucher in der Thüringer Rhön - Langer Tag der Natur lockt Gäste aus Nah und Fern https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/hunderte-besucherinnen-und-besucher-in-der-thueringer-rhoen-langer-tag-der-natur-lockt-gaeste-aus-nah-und-fern Unvergessliche Erlebnisse rund um Sonne, Mond und Sterne in der atemberaubenden Natur, beim Quiz tolle Preise abstauben oder bei zahlreichen Spiel-und Bastelangeboten rund um den Schutz der Nacht selbst kreativ werden: Der Lange Tag der Natur in der Propstei Zella/Rhön stand in diesem Jahr unter einem ganz besonderen Stern und lockte über 500 Besucherinnen aus Nah und Fern ins UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Bei traumhaftem Wetter und sommerlichen Temperaturen konnte auf dem weitläufigen Gelände der Streuobstwiese in ferne Galaxien eingetaucht werden. Das gesamte Team der Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung Rhön ist überwältigt, wie viele Familien und Gäste der Einladung zur „Langen Nacht der Natur“ zum Thema „10 Jahre Sternenpark Rhön“ folgten und der Veranstaltung beiwohnten. Das Thema Lichtverschmutzung und die Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna zu sensibilisieren war ein wichtiges Anliegen im Jubiläumsjahr des Sternenparks. Und der Dank gilt allen Helfern und ausdrücklich auch der Spielplatzinitiative Propstei Zella/Rhön, die ideenreiche Gerichte wie beispielsweise „Astronaut im Schlafrock“ und weitere kulinarische Spezialitäten bis spät in die Abendstunden zauberten“ so Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.

Kleine und große Entdecker kamen bei spannenden Geschichten, Spielen, einer interaktiven Wissensrallye, dem Insektenfang bei Dämmerung oder Forscherwissen rund um das Thema Sternenpark Rhön voll und ganz auf ihre Kosten. Eine Fotobox lud die Besucherinnen und Besucher zudem ein, den Abend bildlich festzuhalten.

Flugkünstler begeisterten hunderte Zuschauer

Besonderes Highlight war die Flugshow der Falknerei am Rennsteig - Schleiereule, Wüstenbussard oder der Uhu als größte Eule weltweit, begeisterten hunderte Besucher. Mit seinem markanten Gesicht und den großen orangegelben Augen zog Uhu „Bubu“ die Zuschauer direkt in seinen Bann. Die Flugkünstler beeindruckten mit ihren einzigartigen Merkmalen, wie ihrem ausgeprägten Seh- und Hörvermögen und mischten sich still und heimlich auch gerne mal unters Publikum.

An verschiedensten Infoständen konnten die Besucher sich zum Schutz der Nacht informieren – mit Hilfe von Teleskopen konnten zudem faszinierende Blicke in den Himmel erhascht werden. Kreative Werkel- und Bastelstationen luden dazu ein, selbst kreativ zu werden. So konnten Jung und Alt beispielsweise ihr eigenes Sternzeichen mit goldenen Nägeln auf einem Holz kreieren oder mit heimischen Naturmaterialien ein durch die Sonne belichtetes Bild gestalten.

Abschaltung ermöglichte unvergessliche Blicke in Rhöner Sternenhimmel 

Besondere Aufmerksamkeit lag am Abend auf dem Thema „Künstliches Licht und deren Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt“. Auch die Straßenbeleuchtungen, die Fassadenbeleuchtung der Propstei und die Beleuchtung der Kirche in Zella/Rhön wurden zum Langen Tag der Natur abgeschaltet und ermöglichten so einen unvergesslichen Blick in den Rhöner Nachthimmel. Die zertifizierte Sternenparkführerin Daniela Sell und Simon Manger, der sich viele Jahre als erster Vorsitzender des Vereins Sternenpark Rhön e.V. engagiert hat, entführten im Biosphärenklassenzimmer die zahlreichen Besucherinnen und Besucher am Abend in ferne Galaxien. Die Zuhörer erfuhren spannende Infos zu den Sternenbildern, der Milchstraße oder der Konstellation von Planeten.

Zum „Langen Tag der Natur“

Der „Lange Tag der Natur“ hat jedes Jahr im Juni das Ziel, die Menschen für die biologische Vielfalt im Freistaat Thüringen zu sensibilisieren, die kostbaren Naturschätze ihrer Heimat zu entdecken und das Bewusstsein für die Natur vor der eigenen Haustür zu stärken. Und dieses Jahr steht in der Thüringer Rhön das 10-jährige Jubiläum im Mittelpunkt: Seit 2014 ist das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen von der International Dark-Sky Association (IDA) als Internationaler Sternenpark anerkannt.

Diese Auszeichnung wird nur an Gebiete mit einer besonders schützenswerten und nahezu natürlichen Nachtlandschaft verliehen! All das kommt seit 10 Jahren nicht von ungefähr. Die Region hat sich explizit der Reduzierung von Lichtverschmutzung zur Aufgabe gemacht. Vor allem Kommunen bringen gezielt mit umweltverträglicher Beleuchtung einen aktiven Beitrag zum Insekten- und Klimaschutz in der Rhön bei.“

 

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news-2530 Wed, 12 Jun 2024 21:27:00 +0200 Gemeinsam die Thüringer Rhön entdecken - Biosphären-Erlebnistag mit über 30 Attraktionen am 16. Juni im Ulstertal https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/gemeinsam-die-thueringer-rhoen-entdecken-biosphaeren-erlebnistag-mit-ueber-30-attraktionen-am-16-juni-im-ulstertal Die Biosphäre in all ihren Facetten und die vielfältigen Erlebnisangebote kennenlernen: Hierzu laden die Partner der Region und die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ein. Beim dritten „Biosphären-Erlebnistag“ stehen zahlreiche Attraktionen auf dem Programm: An insgesamt vier Stationen von Unterbreizbach bis nach Geisa werden Tagesprogramme, Mitmachaktionen, regionale Stände sowie eine kulinarische Versorgung mit Rhöner Speisen und Getränken für die ganze Familie angeboten. Alle 30 Minuten gibt es ein besonderes Mobilitätsangebot: Zwischen den Stationen fährt ein kostenloser Linienbusshuttle. Gemeinsam Nistkästen bauen, mit Naturmaterialien basteln, spannenden Vorträgen zur Flora und Fauna der Rhön lauschen oder bei einem Spaziergang die Welt der Rhöner Kräuter und des Grünen Bandes erkunden – das Angebot ist vielfältig. Bereits im Jahr 2022 hatte der Biosphären-Erlebnistag zahlreiche Besucherinnen und Besucher im Feldatal begeistert. Dieses Jahr präsentiert sich das Ulstertal mit seinen Attraktionen.

Auch Ulrike Schade, Dienststellenleitung der Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung Rhön, zeigt sich begeistert: „Dieses Jahr haben wir mit den Gemeinden Unterbreizbach, Buttlar und Geisa ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Insgesamt sind mehr als 30 Attraktionen vor Ort geplant, die von Vereinen, Ehrenamtlichen und den Gemeindeverwaltungen selbst organisiert werden. Und an jeder Station gibt es Informationen zum UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Wir freuen uns auf viele Gäste und Einheimische, die die Biosphäre Rhön im Ulstertal an diesem Sonntag per kostenlosen Busshuttle oder auch mit dem Fahrrad entdecken möchten.“

Station 1: Pferdsdorf – Lindenrasen

In Pferdsdorf gibt es ein Tagesprogramm für Kinder mit der Staatlichen Regelschule Unterbreizbach, Schminken mit dem DRK und Ständen von K+S sowie der Akademie Werratal. Angeboten werden drei Wanderungen, jeweils zu den Hügelgräbern, zu den Stelen im Ort und entlang des Fischlehrpfads. Zwischen 13.30 und 15.00 Uhr spielt die Bergmannskapelle Unterbreizbach.

Station 2: Buttlar – Dorfgemeinschaftshaus

In Buttlar wird vom Umweltstaatssekretär Dr. Burkhard Vogel der Wanderweg „Altes neu entdecken“ eingeweiht, welcher zu 90 % mit Mitteln des Thüringer Umweltministerium gefördert wurde. Entlang dieser Route finden nachmittags Vorträge zum Waldumbau durch einen Förster statt und auch am Obstlehrpfad werden Führungen angeboten. Ebenso gibt es Besichtigungsmöglichkeiten der Michaeliskirche und der Kirche in Buttlar. Auch Pferdekutschfahrten, Nistkastenbau, Basteln mit Naturmaterialien sind Teil des Angebots am Dorfgemeinschaftshaus. Ein Vortrag zur Vogelwelt der Rhön findet im Pfarrsaal statt. Ebenso wird ein Kräuterspaziergang angeboten.

Station 3: Geisa – Schlossplatz

In Geisa dreht sich alles rund um den Schlossplatz. Hier kann die Anneliese Deschauer Galerie und deren Schulkunstausstellung besucht werden – inklusive künstlerisches Programm für Kinder. Weitere Höhepunkte sind Kräuterwanderungen, Besichtigungen der Hackschnitzelheizung wie auch der katholischen Stadtkirche mit Carillon. Eine Führung zum jüdischen Leben in Geisa ist ebenfalls geplant wie auch Ausstellungen zur Astrofotografie im Sternenpark Rhön, des Fotozirkels und Infovorträge zur Imkerei. Auf dem Schlossplatz befinden sich zudem Stände des UNESCO-Biosphärenreservats, des Landschaftspflegeverbandes Thüringer Rhön e. V. und der Rhön GmbH.

Um 14:00 und 14:30 Uhr startet der Busshuttle ab dem Marktplatz Geisa hinauf zu Point Alpha „Haus auf der Grenze“. Dort kann die Ausstellung zu einem Sonderpreis von 4 Euro / Person besucht werden. Ab 15 Uhr besteht freier Eintritt für alle Interessierten zur Preisverleihung des „Point Alpha Preises“ im US-Camp, welche ab 16 Uhr stattfindet. Um 17:40 Uhr und 18:10 Uhr besteht eine Rückfahrt mit dem kostenlosen Busshuttle ab der Haltestelle „Haus auf der Grenze / Point Alpha“. 

Station 4: Spahl – Platz an der Linde

An der südlichsten Station in Spahl erwartet die Gäste ein Vortrag zum „Täglichen Brot“, denn hier wird an dem Tag im Backhaus gebacken und Kartoffeldätscher sowie Roggensauerteigbrote verkauft. Wer möchte, kann das Rhöner Spaßmuseum besuchen.

An allen Stationen warten kulinarische Höhepunkte schon zum Mittagstisch aber auch zum sonntäglichen Kaffee und Kuchen. 

Nachhaltiges Mobilitätsangebot

Den Biosphären-Erlebnistag kann man entlang des Ulstertalradweges mit dem Fahrrad erleben. Für diesen Tag auch gebucht sind kostenlose Shuttlebusse. Alle 30 Minuten ist der Zu- und Ausstieg an den vier Stationen sowie an den Busbahnhöfen in Unterbreizbach, Geisa und den Bushaltestellen Räsa, Sünna, Hüttenroda, Borsch, Geisa (Markt), Wiesenfeld, Geismar, Spahl, Ketten, Apfelbach, Motzlar und Schleid möglich. 

 

 

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news-2514 Wed, 12 Jun 2024 14:59:00 +0200 Abschlusstagung des LIFE-Projekts am 5. und 6. Juli 2024 https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/abschlusstagung-des-life-projekts-am-5-6-juli-2024 Das LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ lädt alle Interessierten zu seiner Abschlussveranstaltung am 5. und 6. Juli nach Poppenhausen ein. Vorgestellt und diskutiert werden die Ergebnisse aus acht Projektjahren sowie Möglichkeiten und Handlungserfordernisse zur Verstetigung der angestoßenen Maßnahmen. Wie der Erhalt von artenreichen Grünlandlebensräumen dauerhaft funktionieren kann, berichten Referentinnen und Referenten aus anderen Regionen. Die zweitägige Veranstaltung besteht aus einem Vortrags- und einem Exkursionsteil. Nach den Fachvorträgen am ersten Tag können sich die Teilnehmenden am zweiten Tag selbst ein Bild von den Maßnahmen machen, die mit Hilfe des LIFE-Projekts in der Hessischen Rhön umgesetzt wurden. Angeboten werden drei verschiedene Exkursionen in das Projektgebiet zu den Themen „Grünland und Wiesenbrüter“, „Hutungen“ sowie „Kalkmagerrasen und Beweidung“. Dabei wird es auch um die Habitatoptimierungen für den Goldenen Scheckenfalter gehen, die schon heute großartige Erfolge in der Hessischen Rhön hervorgebracht haben.

Die zweitägige Veranstaltung richtet sich an alle interessierten Personen, die im Naturschutz und der Landschaftspflege oder verwandten Bereichen aktiv sind. Herzlich sind auch diejenigen eingeladen, die sich dem LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ auf andere Weise verbunden fühlen.

Nähere Informationen sowie das vollständige Programm finden Sie auf der Veranstaltungsseite des Biosphärenreservates (s. weiterführende Links).

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LIFE
news-2549 Wed, 12 Jun 2024 14:33:34 +0200 Rhöner Landwirte entdecken innovative Projekte im Biosphärengebiet Schwäbische Alb https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rhoener-landwirte-entdecken-innovative-projekte-im-biosphaerengebiet-schwaebische-alb Wie lässt sich mit nachhaltiger Bewirtschaftung, innovativer Regionalvermarktung und einem zuverlässigen Partner-Netzwerk Wertschöpfung in einem Biosphärenreservat generieren? Um diese Frage drehte sich eine Exkursion von 14 Rhöner Landwirtinnen und Landwirten in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb, zu der das LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ eingeladen hatte. In zwei Tagen standen unterschiedlichste Betriebsformen und Projekte auf dem Programm. Auch der Genuss kam nicht zu kurz. Für die bessere Vernetzung der Rhöner Bewirtschafter war die Fahrt ein voller Erfolg. Erster Stopp der Exkursion war das Biosphärenzentrum des „Biosphärengebietes Schwäbische Alb“ in Münsingen. Hier gab es zunächst eine Einführung in verschiedene Projekte, mit denen im Biosphärengebiet die Landwirtschaft unterstützt wird. Neben der erfolgreichen Regionalmarke „Albgemacht“, die von 17 Betrieben mit Produkten von Backwaren über Käse, Fleisch und Streuobsterzeugnissen bis hin zu Weinen bedient wird, wurde auch ein innovatives Biogas-Projekt vorgestellt. Beim so genannten „Bienenstrom“ wird Biogas aus bienenfreundlichen Wildstauden von Blühstreifen erzeugt, die Landwirten einen Zugewinn bescheren und gleichzeitig Biodiversität fördern.

Dank des guten Netzwerks und der Unterstützung durch das Biosphärenzentrum konnte eine kleine Schlachterei erhalten werden. 65 fleischerzeugende Betriebe schlossen sich zu einem Verein zusammen und leisten so im Rahmen einer Schlachtgemeinschaft einen wichtigen Beitrag zu Regionalität und mehr Tierwohl. Auch zur ökonomischen Stärkung der Hüte- und Wanderschäferei wurden innovative Projekte der Fleisch- und Wollvermarktung vorgestellt, die einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft leisten.

Innovative Vermarktungsansätze erhöhen Wertschöpfung

Um die touristische Inwertsetzung der Landwirtschaft ging es bei der Besichtigung eines Ferienhofes in Münsingen, der alte Haustierrassen fördert und mit der Vermietung von Event-Loacations und außergewöhnlichen Unterkünften wie Zirkuswagen, Jurten und Tipis erfolgreich ist. Die Besichtigung eines Milchviehbetriebs mit Käserei und angeschlossenem Hofladen in Hayingen bildete den Abschluss des ersten Exkursionstages. 

Um Landschaftspflege, Schafhaltung, Herausforderungen des Herdenschutzes und Lammfleischvermarktung drehte sich am zweiten Tag alles bei der Besichtigung einer großen Demeter-Schäferei in Gomadingen. Der Hof mit 600 Merinoschafen wird in zweiter Generation auf Pachtgrund geführt und vermarktet sehr erfolgreich sein Fleisch von Bio-Kräuterlämmern über das Internet.

Um Betrieb und Vermarktung ging es auch bei der Besichtigung eines weiteren Bio-Hofes in Münsingen mit 35 Rindern der Rasse „Originales Braunvieh“. Die Beweidung ist hier Teil der Fruchtfolge auf dem Ackerland, das dadurch gesund und ertragreich bleibt. Neben Ochsenfleisch werden Lein- und Senföl sowie Dinkel, Linsen und Urkorn aus eigenem Anbau über das Internet, in einem „Hoflädle“ und auf Märkten vermarktet.

Das für die Rhön eher untergeordnete Themenfeld „Pferdezucht“ stand bei der Besichtigung des Haupt- und Landesgestütes Marbach im Vordergrund. Das Gestüt mit 550 Tieren umfasst ein Gebiet von 1000 Hektar Land, davon 60 Prozent Grünland und 40 Prozent Ackerfläche. Neben Araber-Pferden werden hier auch bedrohte Rassen wie Schwarzwälder Kaltblut und Altwürttemberger gezüchtet.

Letzter Stopp war ein weiterer von zwei Familien geführter biodynamisch wirtschaftender Hof mit Hofladen und Käserei in Ochsenwang. Neben der Landwirtschaft und Erlebnisangeboten rund um das Thema „Bauernhof“ bietet der Hof auch pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche. Zum Zweck der Jugendförderung wurde ein eigener Förderverein gegründet, mit dessen Spendengeldern Investitionen auf dem Hof finanziert werden können.

Enge Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

„Die Fahrt in die Schwäbische Alb war ein voller Erfolg“, freuen sich LIFE-Projektleiterin Katharina Bach und ihre Kollegin Mahé-Madina Krumey-Toussaint. „Die gemeinsame Exkursion hat die Landwirtinnen und Landwirte, mit denen wir im LIFE-Projekt eng zusammenarbeiten, einander nähergebracht und Schranken abgebaut, die Kooperationen bei uns eventuell noch im Weg stehen.“

Gleichzeitig hat sie innovative Ideen für landwirtschaftliche Wertschöpfung im Einklang von Mensch und Natur und die Wichtigkeit guter Beratung aufgezeigt. „Beeindruckt hat mich die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Biosphärenreservats-Verwaltung und Landwirtschaft, die sicherlich auch auf der Förderung von kleinen investiven Projekten basiert. Von der Anschaffung einer Ölpresse bis hin zur Gestaltung eines Onlineshops war der Erfolg für die Betriebe schnell sichtbar“, sagt Janet Emig, die als landwirtschaftliche Beraterin des Landkreises Fulda und des Biosphärenreservats Rhön die Exkursion begleitet hat.   

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LIFE
news-2548 Wed, 12 Jun 2024 09:51:14 +0200 Wissenschaftliche/-n Mitarbeiter/-in (m/w/d) für die Umsetzung des Rahmenkonzepts im Aufgabengebiet Nachhaltige Entwicklung und Forschungskoordination gesucht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wissenschaftliche-n-mitarbeiter-in-m-w-d-fuer-die-umsetzung-des-rahmenkonzepts-im-aufgabengebiet-nachhaltige-entwicklung-und-forschungskoordination-gesucht Die Regierung von Unterfranken stellt für die Bayerische Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in Oberelsbach zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen wissenschaftliche/-n Mitarbeiter/-in (m/w/d) für die Umsetzung des Rahmenkonzepts im Aufgabengebiet Nachhaltige Entwicklung und Forschungskoordination ein. Aufgabenschwerpunkte sind:

Schutz der Nacht (Sternenpark Rhön) mit Betreuung Monitoringaufgaben, betriebliche Nachhaltigkeitsmaßnahmen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation und wissenschaftliches Datenmanagement.

Die Beschäftigung erfolgt in Teilzeitbeschäftigung 50 % TVL13 befristet bis 31.12.2028 mit Option auf Verlängerung.

Wir suchen eine/-n Mitarbeiter/-in mit abgeschlossenem Hochschulstudium (Diplom oder Master) der Fachrichtung Humangeografie, Kommunal-/Regionalentwicklung, Umweltplanung, Städtebau/Architektur oder verwandten Studiengängen und mit Erfahrung im Themenfeld Nachhaltige Entwicklung und Öffentlichkeitsarbeit.

Vorgesehene Tätigkeitsschwerpunkte sind insbesondere:

  • Information, Sensibilisierung und Beratung von Entscheidungsträger*innen (in Kommunen, Planungsbüros, Unternehmen/Handwerk, Industrie, Energieversorgern) sowie der Bevölkerung zur Vermeidung und Reduktion von Lichtverschmutzung (Schutz der Nacht) sowie zur Umsetzung einer umweltfreundlichen Beleuchtung
  • Mitwirkung und Repräsentation in der länderübergreifenden Arbeitsgruppe (Bayern, Hessen Thüringen) zur Umsetzung und Weiterentwicklung des Sternenparks Rhön als „Sternenparkkoordinator/in für den bayerischen Teil des Biosphärenreservats Rhön.
  • Aufbau, Installation und Management des Dark Sky-Monitorings für den Sternenpark Rhön
  • Mitwirkung an Aus-/Weiterbildungsmaßnahmen von Sternenparkführerinnen und -führern
  • Beförderung von weiteren Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Unternehmen (Industrie und Handwerk), im Bereich Tourismus und im Gesundheitssektor, in Abstimmung mit regionalen Akteuren (Kommunen, NBR e.V., Rhön GmbH, Kurbäder, IHK, etc.)
  • Planung, Organisation und Durchführung der digitalen Veranstaltungsreihe „In der Rhön – für die Rhön“, in der Forschungs- und Monitoringergebnisse den Rhönerinnen und Rhönern präsentiert werden. Dies beinhaltet z.B. die Programmgestaltung, Referentenakquise, Veranstaltungsorganisation/ Moderation sowie Vorüberlegungen zu einem hybriden Veranstaltungsformat
  • Ansprechpartner/-in für die Software Webex Events, die länderübergreifend für digitale Veranstaltungen eingeführt wird
  • Ansprechpartner/-in für die länderübergreifende digitale Literaturdatenbank (auf Basis von Citavi), sowie deren Pflege und Weiterentwicklung. Plege der bayerischen Inhouse- Bestandbibliothek.
  • Öffentlichkeitsarbeit im eigenen Tätigkeitsfeld sowie Beiträge zum vierteljährlichen länderübergreifenden Newsletter des Biosphärenreservats zu den Tätigkeiten der Verwaltungsstelle zur Weitergabe an regionale Partner und Akteure
  • Management von Druckerzeugnissen der Biosphärenreservatsverwaltung (Inhaltliche Neuerstellung/update Broschüren, Faltblätter etc.)
  • Fallweise die Betreuung von Abschlussarbeiten von Studierenden, auf Anfrage das Anbieten von Fachführungen/-vorträge sowie die Begleitung von Besuchergruppen

Die Aufgabe erfolgt komplementär zu und in enger Abstimmung mit der länderübergreifenden Forschungskoordination, der gleichbenannten Fachstelle Nachhaltige Entwicklung Biosphärenreservat Rhön/Bayern, sowie für den Schutz der Nacht in Abstimmung mit der Fachstelle Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön/Hessen.

Erwartet werden mehrjährige Erfahrung in der Organisation/Koordination und Durchführung von Projekten, gute Fachkenntnisse zu Nachhaltigkeit in Unternehmen und Kommunen sowie sicheres Auftreten, gutes Koordinations-/Organisationsvermögen, ausgeprägtes kommunikatives Geschick und Teamfähigkeit.

Erwartet werden ferner gute Kenntnisse der fachbezogenen englischen Sprache in Wort und Schrift.

Der Besitz eines gültigen Führerscheins der Klasse B und die Bereitschaft, den Privat-PKW für Dienstfahrten einzusetzen, wird ebenso vorausgesetzt wie die Bereitschaft zur Organisation von und Teilnahme an Veranstaltungen auch außerhalb der regulären Dienstzeit am Wochenende/Feiertagen und Abend (inkl. mehrtägige Dienstreisen).

Die Eingruppierung erfolgt nach den Bestimmungen des TV-L (E13).

Menschen mit Schwerbehinderung werden bei ansonsten gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Die Gleichstellung ist für uns selbstverständlich.

Ihre vollständigen und aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen richten Sie bitte bis spätestens 08.07.2024 ausschließlich über die Online-Bewerbungsplattform Interamt an uns.

Für allgemeine Fragen steht Ihnen Herr Schömig unter der Tel.-Nr. 0931/380-1227 und für fachliche Fragen Frau Dr. Pokorny unter der Tel.-Nr. 0931/380-1666 gerne zur Verfügung.

Hier geht's direkt zu Bewerbung!

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news-2545 Wed, 12 Jun 2024 08:42:00 +0200 Miteinander von Mensch und Natur im Fokus: Länderübergreifender Entwicklungszonentag am 23. Juni lädt zu spannenden Angeboten in Bayern, Hessen und Thüringen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/miteinander-von-mensch-und-natur-im-fokus-laenderuebergreifender-entwicklungszonentag-am-23-juni-laedt-zu-spannenden-angeboten-in-bayern-hessen-und-thueringen Sie nimmt mit knapp 75 Prozent den größten Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ein und ist Ort und Ideenschmiede für nachhaltiges Leben und Wirtschaften – die Rede ist von der sogenannten „Entwicklungszone“. Beim länderübergreifenden Entwicklungszonentag am 23. Juni steht das Miteinander von Mensch und Natur im Fokus. Rhöner Akteurinnen und Akteure zeigen ihre nachhaltigen Projekte. Die Verwaltungen des Biosphärenreservats in Bayern, Hessen und Thüringen laden zu geführten Rad-/E-Bike-Touren sowie einem Tag der offenen Tür beim Verein Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal ein. Geführte Projekt-Radtour in Bayern

Im bayerischen Teil des Biosphärenreservats haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, mit dem Rad das Streutal von Fladungen bis Mellrichstadt zu erkunden und Projekte kennenzulernen. E-Bikes sind ebenso willkommen. Die Tour startet um 9 Uhr am Markplatz in Fladungen, wo noch in diesem Sommer das Rhönmuseum wiedereröffnet wird. Ein kurzer Abstecher nach Hausen führt durch die Streuobstwiesen des Sortengartens, bevor die Radler in Nordheim wieder auf den Streutal-Radweg und seine Rad-Infrastruktur treffen. In Ostheim lockt der Fluss, mit Informationen zum Lebensraum seiner schattigen Auen und dann zum Erfrischen. 

Die medizinische Nahversorgung ist Thema in Stockheim, bevor sich Teilnehmende im Wald der Kernzone Loh dem Thema GreenCare – dem Wirken der Natur auf die mentale Gesundheit – widmen. Am Zielort Mellrichstadt erfahren die Radfahrer, welchen Beitrag Innenentwicklung zum Erhalt einer lebendigen Stadt leistet. Die Tour können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gegen 16 Uhr bei einem Feierabendgetränk ausklingen lassen.

Die Radtour wird von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön veranstaltet. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung ist bis spätestens 20. Juni erforderlich unter 0931/380 1665 oder per Mail an brrhoen@reg-ufr.bayern.de.  Parkmöglichkeit am Freilandmuseum. Wer am Vorabend anreist, kann sein Rad gesichert im Fränkischen Freilandmuseum unterstellen. Bitte bei Bedarf bei der Anmeldung mitteilen. Die Fahrtstrecke beträgt 35 Kilometer, es werden etwa 170 Höhenmeter überwunden.Teilnehmerbeitrag: 10 Euro pro Person (für Pausenverpflegung mit Kaffee und Kuchen/belegten Brötchen in Stockheim), bitte passend mitbringen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr. Bei schlechtem Wetter kann die Tour kurzfristig abgesagt werden – dazu bitte die Handynummer bei der Anmeldung hinterlegen.

Tag der offenen Tür beim Verein „Miteinander-Füreinander“ in Hessen

Auf hessischer Seite präsentiert der Verein Miteinander-Füreinander Oberes Fuldatal beim Tag der offenen Tür in der Alten Post, Am Gericht 3 in Ebersburg-Weyhers, seine umfangreichen Angebote. Von 11 Uhr bis 16 Uhr öffnet sie ihre Türen und lädt bei Kaffee und Kuchen zum Besuch und zum Austausch ein. Die Alte Post ist mehr als ein Treffpunkt für Alt und Jung. Der Verein nutzt das Gebäude für eine Vielzahl von gemeinnützigen Angeboten. Von praktischen Anschauungsbeispielen für altersgerechte Assistenzsysteme über Demenz-Gesprächskreise bis hin zur Schulung von Leihgroßeltern und der Organisation von Nachbarschafts- und Mobilitätshilfen reichen die vielseitigen ehrenamtlichen Angebote. 

Vorgestellt werden die vielfältigen Angebote des Vereins, der es sich zum Ziel gesetzt hat, gerade auch Senioren ein würdevolles Altern im ländlichen Raum zu ermöglichen. Der Verein, dessen Wirkungsbereich sich über die Kommunen Ebersburg, Ehrenberg und Gersfeld erstreckt, schafft Netzwerke, organisiert Fortbildungen und leistet aktive Bürgerhilfe. Für das Biosphärenreservat ist der Verein ein Leuchtturmprojekt, welches zeigt, dass gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich ist und generationsübergreifende Hilfsangebote einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität unserer Dörfer und Städte leisten. 

Geführte E-Bike-Tour in Thüringen

In Thüringen können Interessenten von 13 Uhr bis 17 Uhr an einer geführten E-Bike-Tour teilnehmen. Treffpunkt ist im Innenhof des Schwarzen Schlosses, in Oepfershausen (Koordinaten: 50.641111, 10.241635). Parkmöglichkeiten sind vorhanden. Auf etwa 15 Kilometern Wegstrecke erfahren die Radler, neben dem Effekt des Cardio-Trainings, etwas über die Entwicklungszone des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. An ausgewählten Stationen gibt es Einblicke in investive Projekte, in das Konzept der Biosphärenschulen sowie Infos zur hiesigen Kulturlandschaft und Bewirtschaftung. 

Die Radtour beinhaltet Steigungen mit insgesamt ca. 300 Höhenmetern (Aufstiegsmeter), für die ein E-Bike dringend angeraten wird, denn der Hahnberg soll erklommen werden. Von hier geht es weiter über die Hümpfershäuser Hütte, Hümpfershausen, Friedelshausen und zurück nach Oepfershausen. Beim Sportfest in Hümpfershausen ist eine Erholungspause geplant, wo die Möglichkeit zur Verpflegung (Selbstzahler) besteht. 

Wer etwas früher anreisen möchte, kann bereits ab 12 Uhr im Natur Aktiv Museum (NAM), das sich ebenfalls im Schwarzen Schloss befindet, die aktuelle Ausstellung zum Thema „Es liegt was in der Luft! - Die wunderbare Welt der Fermentation" entdecken. Interessenten werden gebeten, sich vorab telefonisch über unter 0361/57392 3330 oder per Mail unter poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de  für die Radtour anzumelden.

Entwicklungszonentag im Biosphärenreservat Rhön

Gemäß den Vorgaben der UNESCO werden Biosphärenreservate in die Bereiche Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen eingeteilt. Während in Kernzonen und Pflegezonen der Naturschutz eine wichtige Rolle spielt, steht in den Entwicklungszonen der Mensch im Vordergrund. 

Die Entwicklungszone umfasst den Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung. In diesen Bereichen soll vor allem durch umwelt- und ressourcenschonende Arbeitsweisen die Wertschöpfung der Region gesteigert werden. Exemplarisch möchte man so eine nachhaltige Entwicklung im Einklang von Mensch und Natur fördern.

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news-2544 Tue, 11 Jun 2024 14:20:00 +0200 Startschuss für neuen Newsletter „Rhön-Gezwitscher“ des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön – Jetzt direkt anmelden! https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/startschuss-fuer-neuen-newsletter-rhoen-gezwitscher-des-unesco-biosphaerenreservats-rhoen-jetzt-direkt-anmelden Mit dem 15. Juni 2024 startet für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön der neue Newsletter „Rhön-Gezwitscher“. Alle drei Monate gibt es zukünftig spannende Infos und Geschichten aus der Biosphäre Rhön direkt ins digitale Postfach. Damit versorgt der Newsletter alle Interessierten regelmäßig mit Nachrichten, Projekten und Geschichten aus den drei Verwaltungsstellen in Bayern, Hessen und Thüringen. Innovative Projekte sind ebenso Thema wie spannende Veranstaltungen oder Infos zur vielfältigen Rhöner Tier- und Pflanzenwelt. Einfach anmelden und mit „Rhön-Gezwitscher“ künftig regelmäßig auf dem Laufenden bleiben.
„Wir möchten mit dem ‚Rhön-Gezwitscher‘ noch näher an die Menschen herankommen und zeigen, wie viel unsere Region zu bieten hat“, so Dr. Doris Pokorny, die die drei Verwaltungsstellen federführend vertritt. „Wir laden alle ein, sich über unsere sowie die Arbeit externer Partner zu informieren und die Rhön immer wieder neu zu entdecken.“

Der Newsletter richtet sich an alle Naturfreunde, Einheimische, Touristen und Fachleute, die sich für die Rhön und ihre nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Naturschutz, Regionalentwicklung, Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Forschung/Monitoring interessieren. Er beinhaltet neben aktuellen Neuigkeiten auch Jobangebote, Erlebnistipps und spannende Infos zum Rhöner Sternenhimmel und zum Schutz der Nacht. 

Ab sofort können sich Interessierte direkt auf der Homepage des Biosphärenreservats für den neuen Newsletter anmelden. „Wir freuen uns darauf, mit ‚Rhön-Gezwitscher‘ regelmäßig auf die vielfältigen Aktivitäten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön aufmerksam zu machen und hoffen auf viele neugierige Leserinnen und Leser“, so Lea Hohmann, länderübergreifende Pressereferentin abschließend.

Die Anmeldung für den Newsletter ist direkt hier möglich.
 

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news-2536 Mon, 10 Jun 2024 16:09:00 +0200 Bohlenpfad im Roten Moor ab Montagmittag wieder geöffnet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bohlenpfad-im-roten-moor-wegen-arbeiten-zur-wiedervernaessung-gesperrt Der Bohlenpfad im Roten Moor wird am Montagmittag wieder für Besucherinnen und Besucher freigegeben. Im Sommer 2024 finden erneut weiterführende Maßnahmen zur Wiedervernässung und Renaturierung des Roten Moors im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön statt. Um die Arbeiten durchzuführen, war der Bohlenpfad seit 3. Juni gesperrt. Der Aussichtsturm sowie die Wanderwege, die nicht über den Bohlenweg führen, waren weiterhin begehbar und wurden hierfür zum Teil umgeleitet. news-2547 Fri, 07 Jun 2024 14:55:10 +0200 Regionalbewusst bauen und leben: Gute Beispiele für naturnahe Gärten im Landkreis Fulda gesucht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wettbewerb-des-landkreises-fulda-geht-in-naechste-runde-regionalbewusst-bauen-und-leben-gute-beispiele-fuer-naturnahe-gaerten-gesucht Während die Artenvielfalt massiv schwindet, wachsen die Siedlungsbereiche – die Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden immer weiter eingeschränkt. Umso wichtiger ist eine bewusste Gartengestaltung. Im Wettbewerb „Regionalbewusst bauen und leben“ werden besondere Gärten im Landkreis Fulda prämiert. Naturnah ist hierbei ein wichtiges Stichwort, aber auch eine kreative Gestaltung des Gartens und Regionalität stehen im Fokus. Kurzum: Gärten, in denen Mensch und Natur gleichermaßen Raum finden. Pressemitteilung des Landkreises Fulda

Ein naturnaher Garten fördert nicht nur die heimische Biodiversität, sondern ist ein guter Ort zum Entspannen und Durchatmen. Naturnah – was meint das eigentlich? Einen Rahmen gibt das Hessische Naturschutzgesetz vor: Schottergärten sind seit 2023 per Gesetz verboten, Gärten sollen „insektenfreundlich gestaltet“ und „vorwiegend begrünt“ werden. Doch grün ist nicht gleich naturnah, nicht jede Bepflanzung ist insektenfreundlich. Viele bunt blühenden Blumen, die gern in Gärten verwendet werden, sehen zwar schön aus – sind für Insekten aber vollkommen wertlos, wenn sie gefüllte Blüten haben. Es kommt also auf die richtige Auswahl an. Für die Blumenbeete sollten bestmöglich heimische Arten gepflanzt werden, um Insekten Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten zu bieten.

Aber nicht nur Insekten hilft ein Naturgarten. Auch Vögeln, Igeln, Eidechsen, Fröschen und Kröten und zahlreichen anderen Kleintieren bietet ein strukturreich gestalteter Garten Platz. „Natürliche Baustoffe wie Holz oder Natursteine und Elemente wie ein Teich oder Reisighaufen können nicht nur optische Akzente setzen, sondern bieten Nist- und Nahrungsmöglichkeiten“, erklärt Janet Emig vom Fachdienst Landwirtschaft beim Landkreis Fulda. „Wildfruchthecken bieten Vögeln und Kleinsäugern Unterschlupf, im Frühjahr Nahrung für Insekten und im Herbst Naschereien – auch für den Menschen.“ Generell ist Nutzungsvielfalt ein wichtiges Stichwort: durch Bepflanzung und Pflanzengemeinschaften sonnige Inseln schaffen genauso wie schattige Plätze, Windschutz und Regenschutz. Wer sich gut auskennt, kann unterschiedliche mikro-klimatische Gartenzonen schaffen, die dazu noch pflegeleicht sind, wenn die Pflanzen sich im Laufe des Jahres überwachsen und somit Fremdanwuchs unterdrücken.

Wie vielfältig die Gärten im Landkreis Fulda sind, soll der Wettbewerb „Regional bauen und leben“ zeigen, für den man sich ab sofort mit der Vorstellung seines Gebäudes oder seines Gartens bewerben kann. Gesucht sind Grundstücke, die als gutes Beispiel für regionalbewusste Gestaltung vorangehen. Ein Beispiel ist der Garten von Sabine Schneider in Rönshausen. „Hier wird der Natur Raum gelassen“, sagt Jürgen Simon vom Fachdienst Regionalentwicklung, der den Wettbewerb initiiert hat. Gemäht sind hier nur die Wege, die Sabine Schneider durch den Garten läuft – zum Beispiel, um zur Gartenhütte zu gelangen oder zu ihrer Hängematte. Der restliche Teil darf wachsen. Das bedeutet nicht, dass der Garten verwildert. Das, was „wild“ aussieht, hat Struktur und ermöglicht Lebensraumvielfalt: Neben zweijährigen Wildpflanzen und zahlreichen Bodendeckern, hierzu zählen zum Beispiel Storchenschnabel-Arten, Seggen, Immergrün, Teppich-Beinwell, Elfenblume und mehr, finden sich in Sabine Schneiders Garten zum Beispiel auch Totholz- und Legestein-Haufen. Zur Wegebefestigung wurde zum großen Teil Naturstein genutzt, und Staudenbeete finden genauso Platz wie Bauerngarten-Elemente und verschiedene Hochbeete mit Erdbeeren, Kräutern und Gemüse. Die tierischen Gartenbewohner finden mit Insektenhotel, Vogelhaus und Futterstellen zusätzlichen Raum. Und Sabine Schneiders ganz persönliche gestalterische Note wird in jeder Ecke deutlich – mit stilvollem Upcycling und kreativen Mosaik-Elementen, die zum Beispiel die Gartenbank zieren. Ein Ort der Ruhe für Mensch und Natur. 

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb „Regionalbewusst bauen und leben“ wird vom Fachdienst Regionalentwicklung beim Landkreis Fulda ausgerufen. Mitmachen können Bauherrinnen und Bauherren beziehungsweise Eigentümerinnen und Eigentümer aus dem gesamten Landkreis Fulda. Bewerben kann man sich entweder mit einem Garten oder mit einem Gebäude. Hierfür gilt es, einen Fragebogen auszufüllen und Fotos einzureichen. Teilnahmeschluss ist der 2. September 2024. Eine Experten-Jury bewertet die Einreichungen, anschließend werden die jeweils fünf besten Gärten und Gebäude als Best-Practice-Beispiele auf der Webseite des Landkreises Fulda präsentiert. Zudem erhalten die Gewinnerinnen und Gewinner je einen 50-Euro-Gutschein, der bei Betrieben des Rhöner Charme eingelöst werden kann. Alle Infos, die Teilnahmebedingungen sowie die Bewerbungsunterlagen findet man online auf www.landkreis-fulda.de/regionaltypisches-bauen. Hier werden auch die Gewinnerinnen und Gewinner aus der ersten Runde des Wettbewerbs aus dem Jahr 2021 vorgestellt. Ansprechpartner ist Jürgen Simon: Telefon 0661 6006-7970, E-Mail: regionalentwicklung@landkreis-fulda.de

Beispielhafte Elemente eines regionalen/naturnahen Gartens: 

  • Haus-/Hofbaum
  • kleine Bäume zum Schattenspenden
  • Alternative zur Wegebefestigung: Kiesel, Splitt, Sand, Wiesenwege, Bohlen
  • wenn eine Wegefestigung notwendig: heimische Steine, Ackerlesesteine, Basalt, Sandstein, Vollziegelsteine und Natursteine aus Hausabbrüchen (wieder)verwenden
  • Befestigung durch Böschungsbepflanzung und Naturstein-Trockenmauern
  • durch Bepflanzung und Pflanzengemeinschaften Nutzungsvielfalt schaffen
  • Mischkulturen (Diversität) mit Fruchtfolgen und unterschiedlichen Wachstumsebenen
  • gestalterische Note (Upcycling: Leitern als Zaun, Kaffeekanne als Nistkasten, alte Fahrräder als Rankhilfe etc.)
  • Nutzgehölze (Idealfall: Streuobstwiesen)
  • Verzicht auf Kunstlicht zu Dekozwecken
  • Kräuterbeete
  • gepflegt (Terrasse mit Stauden und Blumen) darf neben „unordentlich“ existieren
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news-2546 Fri, 07 Jun 2024 14:51:07 +0200 „Die Rhön bleibt nicht verschont“ - Nils-Jonas Telle referierte auf Point Alpha über den Klimawandel im Biosphärenreservat https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-rhoen-bleibt-nicht-verschont-nils-jonas-telle-referierte-auf-point-alpha-ueber-den-klimawandel-im-biosphaerenreservat „Das Klima wird sich dramatisch verändern. Die Alarmglocken schrillen auch in der Rhön“, warnt Nils-Jonas Telle. Bei seinem Vortrag im Haus auf der Grenze von Point Alpha nahm er „Klimagewinner“ und „Klimaverlierer“ der Natur in den Blick. Simulationen prognostizieren bis zum Jahr 2100 in der Summe einen Verlust der Artenvielfalt und an Lebensraum, vermehrt Extremereignisse, einen Anstieg der Temperatur um 3,6 Grad Celsius sowie einen enormen Druck auf die Wasserressourcen. So vielfältig wie das landschaftliche Mosaik der Rhön, so unterschiedlich sind auch ihre Mikroklimate. Flora und Fauna sind ein komplexes System mit tiefgreifenden Abhängigkeiten und Verknüpfungen. „Dennoch lassen sich Trends der Entwicklung beobachten und anhand von Modellen statistisch darstellen“, verdeutlicht Telle, der sich in der Thüringer Verwaltungsstelle im UNESCO-Biosphärenreservat intensiv mit Biodiversität, Klima und Hydrologie beschäftigt. Pressemitteilung der Point Alpha Stiftung

Auch das Biosphärenreservat mit dem Grünen Band bleibt von Anomalien nicht verschont: Im Sommer wird es weniger Regen, dafür im Winter mehr Niederschläge geben. Die Schneemenge wird weniger, Vegetationsphasen länger. Pro Grad Erderwärmung nimmt die Intensität von Starkregen um sieben Prozent zu, rechnet der Referent vor. Gerade in Hanglagen könne das zu Bodenerosion führen. In den Trockenperioden wird der Wassergehalt im Boden oft zu niedrig sein, Quellen versiegen zeitweise.
Zu den „Klimaverlierern“ in der Tierwelt könnten laut Telle klimasensible Arten wie Libellen, Schmetterlinge und Falter gehören. Aber auch die Alpenspitzmaus, die Kreuzotter, der Salamander und Vögel wie der Pirol, Kleiber oder Trauschnäpper wären wohl Auswander-Kandidaten. Zu den „Klimagewinner“ gehörten möglicherweise die Blauschwarze Holzbiene, der Trauerrosenkäfer, die Mönchsgrasmücke oder der Bienenfresser, der als Einwanderer fast in der Rhön angekommen ist. „Die einen müssen weichen oder verschwinden ganz, weil sie mit den Verhältnissen nicht zurechtkommen. Andere rücken nach“, stellte der Referent fest.

Dass sich die Menschen in der Rhön schon mitten im Wandel befinden, belegte er anschaulich an zahlreichen Grafiken und Tabellen. Ein Vergleich der Mittelwerte zwischen 1991 und 2020 hat ergeben, dass in diesem Zeitraum die Jahrestemperatur in der Rhön bereits um 1,2 Grad Celsius gestiegen ist, die Zahl der Tage mit über 30 Grad um vier zugenommen hat und es neun Tage weniger sind, bei denen die Temperatur unter 0 Grad fällt. Deutlich sind auch die Ergebnisse des Deutschen Wetterdienstes, die für Poppenhausen am Fuße der Wasserkuppe mit 1887 mit 5 Grad das kälteste Jahr und für 2018 mit 9 Grad das bisher wärmste Jahr registriert haben.

„Meteorologisch betrachtet, befinden wir uns noch in einer Eiszeit, Klima-Schwankungen sind in einem solchen Zeitraum natürlich“, erläuterte Telle zum Erstaunen der Gäste im gut besetzten Forum von Point Alpha. Die Extreme in der derzeitigen Warmphase aber seien von Menschen gemacht. 
Auf eine Erwärmung des Planeten von deutlich unter zwei Grad, im besten Fall 1,5 Grad, hatte sich die internationale Gemeinschaft im Pariser Klimaabkommen von 2015 geeinigt. „Es ist allerhöchste Zeit aktiv zu werden“, mahnt der Biosphärenreservats-Wissenschaftler zur Eile und verwies dabei auf Renaturierungsmaßnahmen, wie aktuell für das Schwarze und Rote Moor, das Kalktuff-Niedermoor Geblar oder die Feuchtflächen bei Kaltensundheim. „Wir haben nicht die Zeit zu warten und den Murks, den wir gerade fabrizieren, rückgängig zu machen.“

Die Lebensräume der Rhön – 43 Prozent Wald, 28 Prozent Grünland, 19 Prozent Ackerland, 6 Prozent Siedlung und Infrastruktur – sind mosaikartig verzahnt. Zu Beginn seiner Ausführungen hatte Telle kompakt die Geologie der Rhön, die Grundlagen des Klimas, die Unterschiede der Schutzgebiete sowie Zahlen und Fakten zum Nationalen Naturmonument „Grünes Band“ vorgestellt. Philipp Metzler, Studienleiter und Vorstand der Point Alpha Stiftung, moderierte schließlich im Anschluss an den Vortrag die lebhafte Diskussion mit dem Publikum. Dabei wurde vor allem über die Möglichkeiten und Lösungen für einen sinnvollen Umbau des Waldes gesprochen.

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news-2543 Wed, 05 Jun 2024 16:50:33 +0200 „Milch und Honig meets Rhöner Bergwiesen“ am 16. Juni in Gersfeld https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/milch-und-honig-meets-rhoener-bergwiesen-am-16-juni-in-gersfeld „Milch und Honig meets Rhöner Bergwiesen“: Die dritte Ausgabe des beliebten Gersfelder Erlebnismarktes am 16. Juni steht ganz im Zeichen des LIFE-Projekts „Rhöner Bergwiesen“, das dieses Jahr als offizieller Partner die Bühne im Schlosspark für seinen feierlichen Abschluss nutzen wird. Nach acht Jahren verabschiedet sich das von der EU und dem Land Hessen geförderte Projekt des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön mit einem bunten Bühnenprogramm, Mitmachaktionen und einem ganz besonderen Gast. Die traditionell bewirtschafteten bunt blühenden Bergwiesen und Hutungen in der hessischen Rhön sind ein einzigartiges Schatzkästchen der Artenvielfalt, vielerorts aber im Rückgang begriffen. Sie als Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten zu bewahren und für nachkommende Generationen zu erhalten, war und ist in den letzten acht Jahren das Ziel des LIFE-Projekts „Rhöner Bergwiesen“ gewesen. In enger Abstimmung mit Rhöner Landwirtinnen und Landwirten und der Unterstützung vieler weiterer Akteure ist es gelungen, auf den bedeutendsten Flächen im Biosphärenreservat in einem Projektgebiet von insgesamt 36.000 Hektar den Trend umzukehren und Vielfalt zu fördern.

Auf dem Milch- und Honigmarkt werden die Erfolge des Naturschutzprojekts im Rahmen eines bunten Festes mit Musik und vielen Mitmachaktionen präsentiert. Beim Bergwiesen-Quiz können Besucherinnen und Besucher ihr Wissen auf die Probe stellen und tolle Preise gewinnen. Wiesen mit allen Sinnen erleben, eine Saatgutbar, ein Infomobil, große und kleine Maschinen – dies und vieles mehr wird vom LIFE-Projekt geboten. Besonderes Highlight: Erstmals wird Bauer „Franz Habersack“ die Rhöner Bergwiesen treffen und auf der Bühne im Schlosspark Anekdoten auf Rhöner Platt zum Besten geben. Außerdem werden einige Ehrengäste erwartet. „Wir freuen uns, zum Abschluss nochmal die große Bühne für unser so wichtiges Projekt zu bekommen und laden Groß und Klein herzlich ein“, sagt LIFE-Projektleiterin Katharina Bach. „Wer bisher noch nichts von den Rhöner Bergwiesen und ihrer einzigartigen Vielfalt weiß, wird im Juni die Möglichkeit haben, uns und unsere Arbeit kennenzulernen.“

Drei Märkte an einem Tag

Auch die Junior Rangerinnen und Ranger des Biosphärenreservates, die dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum feiern, stellen sich und ihre praktische Naturschutzarbeit auf der Bühne vor. Währenddessen laden im übrigen Schlosspark Info- und Erlebnisstände zu den Themen Milch und Honig zum Entdecken ein. Speziell für die kleinen Gäste werden Kinderschminken und eine Hüpfburg angeboten. Auf der Tierwiese können Schafe und Ziegen bestaunt werden. Parallel bietet der Biosphärenmarkt in der Stadthalle innovativen Ideen, regionalen Produkten, Projekten und Initiativen eine Bühne. Zahlreiche Partner und Unterstützer des UNESCO-Biosphärenreservats präsentieren Themen aus den Bereichen Naturschutz, Umweltbildung sowie Handwerk, Tourismus und Kultur. Buntes Markttreiben findet außerdem auf dem traditionellen Gersfelder Bauernmarkt rund um den Marktplatz statt, der am 16. Juni ebenfalls seine Stände präsentiert, während Geschäfte und Läden von 11-17 Uhr zum verkaufsoffenen Sonntag einladen. Veranstalter sind die Stadt Gersfeld und der Verein „Wir für Gersfeld e.V.“.

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LIFE
news-2542 Wed, 05 Jun 2024 08:22:02 +0200 Alter Ziegeleiweg in Wenigentaft: Ein neuer Themenrundweg zur industriellen Geschichte eröffnet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/alter-ziegeleiweg-in-wenigentaft-ein-neuer-themenrundweg-zur-industriellen-geschichte-eroeffnet Mit einer geführten Wanderung am neu konzipierten „Alten Ziegelweg“ wurde Pfingstsonntag feierlich der ca. 6 km lange Themenweg rund um Wenigentaft eingeweiht. Mit der Projektförderung des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) in Höhe von 22.562,40 Euro konnten neun Tafeln mit historischen Informationen und Fotos zur industriellen Geschichte dieser Grenzregion errichtet werden. Wenigentaft im Ulstertal gehört zu den Orten entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die zwischen 1952 und Mitte der 1980er Jahre durch eine massive Deindustrialisierung im Grenzgebiet der DDR betroffen war. Diese sinnbildlichen „Grenzerfahrungen“ prägten nicht nur die Einwohner stark, sondern auch die Landschaft in diesem Teil des heutigen UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Denn Wenigentaft lag im berüchtigten 500-Meterstreifen, in dem viele Häuser und Gehöfte mit jahrhundertelanger Geschichte damals zur „eigenen Sicherheit der Bürger“ abgerissen wurden. Hinzu kamen Zwangsumsiedelungen und auch der Rückbau von Infrastruktur wie beispielsweise Bahnlinien als Reparationsleistung an die Sowjetunion. Viel Geschichte auf kleinstem Raum, in kürzester Zeit.

Die Idee für den Themenrundweg „Alter Ziegelweg“ entstand schon 2015 unter den Einwohnern rund um die 1200-Jahrfeier von Wenigentaft. Hierzu wurden Projekte für die zukünftige Dorfentwicklung erarbeitet. Den ehemaligen Betrieben, Arbeitern, Häusern, Höfen und ihrer Zerstörung zu erinnern und somit die industrielle Geschichte Wenigentafts aufzuarbeiten war ein großes gemeinschaftliches Anliegen.“ so Johannes Ritz von der Gemeinde Buttlar.

Mit dem Start der Förderung durch das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz innerhalb der „Investiven Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Nationalen Naturlandschaften Thüringen“ 2021 wurde aus der Idee ein konkretes Vorhaben und ein Projektantrag für einen neuen Themenrundweg der Gemeinde Buttlar, Ortsteil Wenigentaft. Mit Bewilligung und Zuwendung konnten entlang verschiedenster Stationen Informationstafeln errichtet werden. Der Wanderweg beginnt am Bahnhofsparkplatz Wenigentaft, der einen bedeutenden Bahnhofsknoten für die gesamte Rhön darstellte und führt über die Dampfziegelei, die in der Spitze der Jahresproduktion von vier Millionen Ziegeln überregional bekannt war, über den Friedhof zum Nationalen Naturmonument „Grünes Band Thüringen“ bis hin zur Buchmühle.  Mit Blicken auf die alten Tongruben und dem Gestüt Mansbach sowie auf das Ulstertal kehrt die Wegeführung am Fuße des Standorfsbergs, an dem zu Kriegsende noch ein amerikanisches Flugzeug abgestürzt war, zurück nach Wenigentaft. Zeugen der industriellen Geschichte sind Relikte inmitten der Natur, denn hier befinden sich heute noch behauene Steine und Fundamentreste, beispielsweise der Seilbahn zur Tongrube im hessischen Mansbach.

Zur feierlichen Einweihung am Pfingstsonntag hatten sich ca. 45 Wanderer gegen 9:30 Uhr am ehemaligen Bahnhof Wenigentaft zusammengefunden, die bereit waren, den „Alten Ziegeleiweg“ gemeinsam zu entdecken. Der Rhönklub Zweigverein Geisa führte innerhalb von drei Stunden die Gruppe entlang des Themenrundweges und erläuterte mit viel Hintergrundwissen und Zeitzeugenberichten die industrielle Geschichte dieser Grenzregion. Zum Abschluss wurde ein großes Fest am ehemaligen Bahnhof in Wenigentaft gefeiert.

Mit dem „Alten Ziegeleiweg“ bei Wenigentaft ist eine neue touristische Attraktion entlang des Nationalen Naturmonuments „Grünes Band Thüringen“ entstanden, der einen weiteren Teil der Erinnerungskultur mit besonderem Naturerlebnis hier im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön verbindet. Ein sehr empfehlenswerter Ausflug für die ganze Familie.“ so Ulrike Schade, Dienststellenleiterin der Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön.

Zu den Projekten

Bereits 65 „investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens" wurden durch das Thüringer Umweltministerium in den Jahren 2021 bis 2023 im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bewilligt. Damit fließen rund 2,2 Millionen Euro in die Region. Auch in diesem Jahr wurde zum Einreichen von nachhaltigen Projektideen aufgerufen, welche in den Jahren 2025-2026 umgesetzt werden sollen.

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news-2541 Mon, 03 Jun 2024 15:06:43 +0200 Hexenpfad in Fischbach: Mit neuen Infotafeln im frischen Design auf dem Weg zu Deutschlands schönstem Wanderweg? https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/hexenpfad-in-fischbach-mit-neuen-infotafeln-im-frischen-design-auf-dem-weg-zu-deutschlands-schoenstem-wanderweg Endspurt: Bis zum 30. Juni 2024 gibt es noch die Möglichkeit, für den Hexenpfad als Deutschlands schönster Wanderweg abzustimmen. Und damit die Wanderung oberhalb Fischbachs (Rhön) in der beeindruckenden Flora und Fauna des UNESCO-Biosphärenreservats noch erlebnisreicher wird, wurden im Mai mit der Projektförderung 2023 des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) in Höhe von 28.000 Euro neue Informationstafeln zu Lebensräumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten errichtet und eingeweiht. Schon 2009/10 hatte der Landschaftspflegeverband (LPV) Thüringer Rhön e. V. innerhalb des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Rhönhutungen“ neun Stationen mit Gestaltungselementen und Informationstafeln zur Flora, Fauna und Landschaftspflege am Hexenpfad in Fischbach konzipiert und aufgestellt. Mit der Bewerbung zu Deutschlands schönstem Wanderweg entstand 2023 die Idee, diese Tafeln zu erneuern und ins neue Design des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zu überführen, zumal auch weitere Tafeln des Schullandheims Fischbach und Naturschutzzentrums „Alte Warth“ entlang des Weges darüber hinaus in die Jahre gekommen waren und einer Überarbeitung bedurften.

Die Stadt Kaltennordheim beantragte als Projektträger die Förderung über das TMUEN innerhalb der „Investiven Projekte zur nachhaltigen Entwicklung der Nationalen Naturlandschaften Thüringen“ und stellte durch den Bauhof im Mai 2024 die fertigen Tafeln auf. Die Kooperationspartner LPV Thüringer Rhön und die Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erarbeiteten zuvor ein Informationstafelkonzept und passten die Ergebnisse des ehemaligen Naturschutzgroßprojektes für Jung und Alt an.

Das Ergebnis lässt sich sehen und ergänzt hervorragend die seit 2020 bestehenden Elemente des Familienwanderwegs. Die acht größeren Pulte geben Einblicke zu den verschiedensten Lebensräumen entlang des Hexenpfades (wie Kalkmagerrasen, Kernzonenwälder, Hutebuchen, Fließgewässer und Streuobstwiese), ihrer historischen Landnutzung und heutigen Bewirtschaftung / Landschaftspflege. Auf weiteren 20 Steckbrieftafeln werden Kindern und Erwachsenen seltene Tier- und Pflanzenarten in den verschiedenen Lebensräumen mit kleinen spannenden Fakten vorgestellt. Hervorzuheben sind hier der dem Wanderweg namensgebende Schmetterling „Berghexe“ und die kleine „Rhönquellschnecke“. Letztere gibt es nachweislich in den Quellen des Fischbachs, den man entlang der Tour auf halber Strecke überquert. Dabei ist allen Partnern in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit vor Ort wichtig, dass dieser „natürliche Schatz“ entlang des Hexenpfades auch für spätere Generationen durch schonende Bewirtschaftung und Landschaftspflege erhalten bleibt.

Großes Interesse von Nah und Fern am Hexenpfad

Viele Besucherinnen und Besucher haben die rund 5,8 km lange Rundtour zwischen den vulkanisch geformten Bergen Kolben und Umpfen bereits erwandert. Neben den landschaftlichen Schönheiten und Ausblicken sorgen die verschiedenen Spiel- und Entdeckerangebote gerade auch für Familien und Kindergruppen für einen besonderen Wanderspaß. Und auch Touristen und Einheimische können ihren Besuch nachhaltig gestalten: Der Hexenpfad führt entlang einer Kernzone durch eine Pflegezone des UNESCO-Biosphärenreservats. Es ist darauf zu achten, die Hunde anzuleinen und vor allem auf den Wegen zu bleiben. Denn seit Januar steht der „Hexenpfad“ zurecht auch zur Wahl als Deutschlands schönster Wanderweg.

Die Berghexe ist heute bei uns sehr selten geworden. Umso mehr freut es uns, dass bei einer Erfassung 2023 von den Kartierern mehrere Falter am Hexenpfad nachgewiesen wurden. Das heißt, der Schmetterling findet noch die richtigen Bedingungen hier. Es heißt aber auch, dass die Landschaftspflege in Zukunft unbedingt fortgeführt werden muss“, sagt Julia Gombert vom Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e.V..

 „Wir sind sehr stolz darauf, dass es unser Hexenpfad in die Endrunde geschafft hat und nun Dank der vielfälligen Unterstützung dabei auch sehr gut im Rennen ist. Da wir eine sehr dünn besiedelte Region sind, lässt sich das bislang gute Abstimmungsergebnis auch nicht nur auf die Einheimischen zurückführen. Wir erleben jedes Wochenende anhand der Autokennzeichen, dass die Menschen von überall her zu uns kommen, um diesen besonderen Wanderweg zu erleben. Damit wir am Ende eine gute Platzierung erreichen können, bitte ich nochmal alle, uns hierbei mit ihrer Stimme zu unterstützen“, so Bürgermeister Erik Thürmer.

Der Hexenpfad in der Thüringer Rhön zeigt eindrücklich, warum die Rhön 1991 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt wurde. Mit einer unbeschreiblichen Schönheit und Artenvielfalt zu jeder Jahreszeit, beginnend mit flächenhaften Vorkommen von Küchenschellen, später Orchideen, Leinkraut, Windröschen und Silberdisteln ist die Wanderung ein besonderes Naturerlebnis, ob Frühjahr, Sommer oder Herbst. Auf den Informationstafeln wird eindrücklich für Groß und Klein die Besonderheit des „Land der offenen Fernen“ und die Wertschätzung für diese Landnutzung „im Einklang mit der Natur“ aufgezeigt“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Bis zum 30. Juni 2024 kann noch für den Hexenpfad abgestimmt werden. Wahlkarten gibt es u. a. in der Verwaltungsgemeinschaft Hohe Rhön Kaltensundheim / Stadtverwaltung Kaltennordheim / im Schullandheim Fischbach (Rhön) / bei den Butzen im Sommertal / Fischbach (Rhön) bei Familie Arnrich oder an der Ski- und Wanderhütte Rhönbrise bei Kaltenlengsfeld. Weiterhin kann auch in den Tourist-Informationen Hofbieber, Ehrenberg und weiteren votiert. Informationen zum Hexenpfad und Wahlkarten werden auch bei Veranstaltungen in der Region präsentiert. Für eine digitale Abstimmung geht es hier zum Online-Voting: https://wandermagazin.de/wahlstudio.

Zu den Projekten

Bereits 65 „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens" wurden durch das Thüringer Umweltministerium in den Jahren 2021 bis 2023 im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bewilligt. Damit fließen rund 2,2 Millionen Euro in die Region. Auch in diesem Jahr wurde zum Einreichen von nachhaltigen Projektideen aufgerufen, welche in den Jahren 2025-2026 umgesetzt werden sollen.

Eine Übersicht der Projekte findet man unter https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/mensch/kommunale-entwicklung/investive-projekte-zur-nachhaltigen-entwicklung-thueringen.

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news-2540 Wed, 29 May 2024 15:10:03 +0200 Reise zu den Sternen - Erlebnisse jetzt buchbar: Angebote zu Sternenparkwochen dienen der Besucherlenkung außerhalb von Schutzgebieten https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/reise-zu-den-sternen-erlebnisse-jetzt-buchbar-angebote-zu-sternenparkwochen-dienen-der-besucherlenkung-ausserhalb-von-schutzgebieten Die Rhöner Sternenparkwochen finden dieses Jahr vom 21. Juli bis 12. August 2024 statt und feiern gleichzeitig das 10-jährige Bestehen des Sternenparks Rhön. Diese besondere Veranstaltung verspricht erneut unvergessliche Erlebnisse rund um Sonne, Mond und Sterne in der atemberaubenden Natur der Rhön die ab sofort online buchbar sind. Pressemitteilung der Rhön GmbH

Die Sternenparkwochen sind ein Highlight für alle Natur- und Sternenliebhaber. In diesem Zeitraum gibt es eine Vielzahl an Angeboten, die von kulinarischen Erlebnissen über Führungen und Picknicks bis hin zu besonderen Übernachtungsmöglichkeiten reichen. Gäste und Einheimische können in den drei Wochen die Wunder des Nachthimmels auf vielfältige Weise entdecken. Dank der engen Zusammenarbeit mit den drei Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und dem Verein Sternenpark Rhön e.V. wird erneut ein abwechslungsreiches Programm angeboten. Die Partnerschaft fördert das Bewusstsein für den Schutz der Nacht und die Bedeutung eines klaren Nachthimmels.

In der Mitte Deutschlands, wo Bayern, Hessen und Thüringen aufeinandertreffen, bietet der Sternenpark Rhön im UNESCO-Biosphärenreservat einzigartige Blicke ins Universum: In der gesamten Region kann man unzählige Sterne, kosmische Gasnebel und eine atemberaubende Milchstraße bewundern. Der Sternenpark ist ein Ort ohne Türen und Tore – einfach den Blick nach oben schweifen lassen und staunen.

Das gemeinsam entwickelte Programm der Sternenparkwochen umfasst kulinarische Angebote wie Picknicks unterm Sternenzelt und Verkostungen regionaler Spezialitäten, Führungen und Erlebnisse wie Nachtwanderungen mit zertifizierten Sternenparkführern und Nachtfotografie-Kurse sowie besondere Übernachtungsmöglichkeiten. „Wir freuen uns über ein abwechslungsreiches Angebot mit einigen Neuheiten - auch für Familien“, sagt Silvia Hillenbrand, Projektmanagerin bei der Rhön GmbH.

Ein besonderes Highlight ist die Aktion "Licht aus! Sterne an!" vom 10. auf 11. August. In einigen Ortslagen wird ein Teil der öffentlichen Beleuchtung abgeschaltet, um die Sicht auf den Nachthimmel zu verbessern und ein Zeichen gegen Lichtverschmutzung zu setzen. 

Die Website ist online und die Angebote sind buchbar. Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahlen empfiehlt es sich, schnell zu sein. Das ganze Jahr über gibt es weitere attraktive Veranstaltungen und Angebote rund um den Sternenpark – schauen Sie direkt auf www.sternenparkrhoen.de vorbei.

Der Sternenpark Rhön bietet ein unvergessliches Erlebnis im Einklang mit der Natur. „Wir legen als nachhaltiges Reiseziel großen Wert auf unsere besondere Landschaft und deren Tier- und Pflanzenwelt“, betont Dr. Doris Pokorny, von der bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats. „Sie können den Nachthimmel auch vom Balkon, der Terrasse oder ortsnah, sowie an unseren speziell ausgewiesenen Himmelsschauplätzen und Sternenkinos genießen. Zum Erhalt der natürlichen Artenvielfalt und aus Respekt vor der Natur ist es wichtig, beim Sterneschauen Schutzgebiete nicht zu betreten.“ - ergänzt Silvia Hillenbrand, von der Rhön GmbH.

Mehr Informationen zu den Sternenparkwochen, eine Übersicht aller Angebote und alle bislang eingerichteten Himmelsschauplätze finden Sie im Internet unter: www.sternenparkrhoen.de

Freuen Sie sich auch auf die Rhönschaf Erlebniswochen, die demnächst starten werden. Weitere Informationen hierzu folgen in Kürze.

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news-2538 Wed, 29 May 2024 13:45:44 +0200 Der Klimawandel in der Rhön - Informativer Vortrag am 6. Juni in der Gedenkstätte Point Alpha https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/der-klimawandel-in-der-rhoen-informativer-vortrag-am-6-juni-in-der-gedenkstaette-point-alpha Der dramatische Rückgang der biologischen Vielfalt und der spürbare Klimawandel gehören zu den globalen Herausforderungen unserer Zeit. Auch die Zukunft der Rhön ist davon betroffen. Welche Veränderungen und Probleme sind zu erwarten? Nils-Jonas Telle von der Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön referiert am Donnerstag, den 6. Juni, auf Point Alpha über den „Klimawandel in der Rhön“. Beginn des Vortrages ist um 18.30 Uhr im Haus auf der Grenze. Der Eintritt ist frei. So vielfältig wie das landschaftliche Mosaik der Rhön ist, so divers sind auch ihre Mikroklimate. Dennoch lassen sich Trends der klimatischen Entwicklung in der Rhön beobachten und statistisch belegen. Von zunehmenden sommerlichen Defiziten im Wasserhaushalt, steigenden Starkniederschlagereignissen, eine sich verändernde Vegetationsperiode, stetig neue Temperaturrekorde bis zu Kranichen bei uns bereits im Januar sind nur einige wenige Punkte, die angesprochen werden sollen. Wie sich diese Entwicklungen und Anomalien im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und am Nationalen Naturmonument (Grünes Band) zeigen und welche "Klimaverlierer" und "Klimagewinner" es gibt, soll in diesem Vortrag skizziert werden.

Der Vortrag richtet sich an alle Interessierte. Fachwissen ist nicht erforderlich.

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news-2537 Wed, 29 May 2024 10:30:00 +0200 Das Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ – Eine große Chance für die Artenvielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/das-naturschutzgrossprojekt-thueringer-kuppenrhoen-eine-grosse-chance-fuer-die-artenvielfalt-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen Gemeinsam die Artenvielfalt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erhalten und fördern – das ist Ziel des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Kuppenrhön“, das im Juni 2020 gestartet ist. Das Projektgebiet ist nicht nur von einer besonderen Vergangenheit geprägt, sondern beheimatet auch zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten, wie den Goldenen Scheckenfalter oder die Vogelart Bekassine. Bis zum Jahr 1989 verlief hier die ehemalige innerdeutsche Grenze. Aufgrund der Unzugänglichkeit einerseits und der Offenhaltung des sogenannten Schutzstreifens andererseits entstand eine Kette wertvoller Biotope als Rückzugsort und Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Noch bis Ende September 2024 befindet sich das Naturschutzgroßschutzprojekt in der Planungsphase. Ideen und Konzepte im Sinne einer nachhaltigen Landnutzung fließen in den von einem Fachbüro erstellten Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) ein – das zentrale Element der Planungsphase. Mit der Maßnahmenumsetzung des Projektes soll ab dem kommenden Jahr in einer zweiten Phase begonnen werden.
Ein solches Projekt ist eine große und kräftezehrende Herausforderung. Dies wurde seitens der Projektleiterin Corinna Hoßfeld bei der letzten Sitzung der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe (PAG) am 15. Mai innerhalb der Planungsphase deutlich gemacht. Aus der Erfahrung mit dem bereits umgesetzten Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Rhönhutungen“ konnte Julia Gombert, Geschäftsführerin des LPV „Thüringer Rhön“, allerdings berichten, dass sich der Aufwand und die Mühe lohnt. Der LPV hat gute Erfahrungen gemacht und ist nun als einer der beiden Träger-Gesellschafter bei der „Thüringer Kuppenrhön“ sozusagen „Wiederholungstäter“. Manuel Neukirchen, der als Vertreter und fachliche Begleitung der bundesweit tätigen Heinz Sielmann Stiftung, dem zweiten Träger-Gesellschafter, anwesend war, hob den ökologischen und landschaftlichen Wert des Projektgebietes hervor. Mit diesem Projekt, so Neukirchen, bestehe die Chance, „die unvermeidbaren Veränderungen in Gesellschaft und Landnutzung mit zu gestalten und zu agieren“. Die mittlerweile 6. Sitzung der PAG symbolisierte nicht nur einen gemeinsamen Abschluss, sondern einen Beginn zugleich. Folglich wurden nicht nur die Fortschritte seit der letzten Sitzung präsentiert, sondern auch gemeinsam Ideen für die Umsetzungsphase entwickelt. Alle Anwesenden sehen die Chancen eines Naturschutzgroßprojektes und wollen diese in der Thüringer Rhön verwirklichen. Hierzu wird es weitere und intensivere Abstimmungen geben. Das Stimmungsbild zum Ende der Sitzung war recht eindeutig: Die Grundlagen sind geschaffen, um kooperativ und partnerschaftlich in die Maßnahmenumsetzung übergehen zu können. Was genau am Ende in welchem Umfang realisiert wird, wird das Umsetzungsprojekt zeigen.

Zum Gebiet des Naturschutzgroßprojektes

Das ca. 4.830 ha große Projektgebiet erstreckt sich in Thüringen über die Hohe Rhön bis in die Vorderrhön. Das verbindende Element ist dabei der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen, das heutige „Grüne Band“, das zwischen Kolonnenweg und der heutigen Landesgrenze von Thüringen zu Bayern und Hessen verläuft. Das Grüne Band wurde im November 2018 als Nationales Naturmonument unter Schutz gestellt. Entlang dieses ca. 112 km langen Bandes befinden sich perlschnurartig aufgereiht elf Teilgebiete mit unterschiedlichen landschaftlichen Ausprägungen, wie das einzigartige Stedtlinger Moor ganz im Süden, artenreiche Feuchtgrünländer in der Klingser Aue, ausgedehnte Kalkmagerrasen am Weinberg bei Unterweid und am Rasdorfer Berg bei Geisa oder die Ulsteraue.

Die hohe standörtliche Vielfalt bringt ein breites Spektrum an Lebensräumen hervor, wie zum Beispiel kleinräumig wechselnde Wald- und Offenlandlebensräume mit zahlreichen Übergängen. Sie prägen dieses Gebiet und machen seinen hohen Wert für die biologische Vielfalt und den Biotopverbund aus.

Bedrohte Vielfalt

Doch Veränderungen in der Landnutzung, wie der Rückgang traditioneller Landnutzungsformen v.a. der Schafbeweidung, führen dazu, dass die hohe Struktur- und Artenvielfalt zunehmend gefährdet wird. Eine Tendenz, die deutschlandweit festzustellen ist, trifft leider auch auf die Rhön zu. Diesem Trend entgegenzuwirken und Flächen im Sinne einer nachhaltigen Landnutzung zu entwickeln, macht sich das Naturschutzgroßprojekt zur Aufgabe. Es bietet die Möglichkeit, alternative Landnutzungsformen mit einer langfristigen und nachhaltigen Perspektive zu etablieren und ist damit ein Glücksfall für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, welches sich als Modellregion für eine nachhaltige Entwicklung versteht.

Region im Sinne des Biosphärenreservats mitgestalten

Der Fokus des Naturschutzgroßprojektes „Thüringer Kuppenrhön“ liegt auf der Bewahrung und Förderung der Artenvielfalt in der Rhön – dazu gehört beispielsweise auch die Stabilisierung der Vielfalt der verschiedenen Lebensräume am Grünen Band oder die Wiedervernäs-sung von Grünland. „Es ist wichtig, die Feuchtlebensräume in der Rhön zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen, um daran gebundene selten gewordene Arten zu fördern, mit dem tollen Nebeneffekt auch Klimaschutz zu betreiben“, so Corinna Hoßfeld Projektleiterin des Naturschutzgroßprojekts „Thüringer Kuppenrhön“. „Auch die Entbuschung oder Neo-phytenbekämpfung - mit dem Ziel gefährdete und artenreiche Lebensräume zu sichern - gehört zu unseren Aufgaben. Gerade Neophyten wie der Riesenbärenklau stellen ein zunehmendes Problem dar.“ Des Weiteren beschäftigt sich das Projektteam auch mit der Etablierung naturnaher Beweidungsformen und tritt hierbei in Austausch mit den regionalen Land-wirten. „Wir blicken auf einen guten, konstruktiven Austausch zurück. Die Partner vor Ort sind dankbar, mitgenommen zu werden“, so Hoßfeld, die betont: „Die Arbeit des Naturschutzgroßprojekts als Chance für eine nachhaltige Bewirtschaftung zu begreifen – das wollen wir auch vor Ort in den Gemeinden und Betrieben vermitteln. „Wichtig ist uns, dass alle verstehen, dass wir Angebote unterbreiten, bei denen Partner freiwillig mitmachen“, so Hoßfeld.

Aktueller Stand des Projekts

Eine detailliert ausgearbeitete Maßnahmenplanung als Herzstück des Pflege- und Entwicklungsplans ist Grundlage für die Umsetzung und befindet sich aktuell in der finalen Abstimmung. Hierfür kommen im Rahmen der Projektbegleitenden Arbeitsgruppe ca. zweimal jähr-lich die Vertreter der Landwirtschaft, der Gemeinden und Landkreise, der Forstwirtschaft, des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, des Tourismus und der Regionalvermarktung, der betei-ligten Behörden wie etwa den Naturschutzbehörden sowie Vertreter der Fördermittelgeber zusammen. Die Arbeitsgruppe hat eine wichtige beratende Funktion und wird auch die Um-setzungsphase begleiten.

Ein großer Schritt nach vorne

„Mit Abschluss der Maßnahmenplanung hat das Projekt einen großen Schritt nach vorne ge-macht! Denn nun ist klar, wo und welche Maßnahmen innerhalb der Projektkulisse möglich wären - der Konjunktiv ist wichtig, denn es handelt sich hierbei um eine Angebotsplanung. Naturschutzgroßprojekte basieren auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Das derzeitige Förderge-biet beinhaltet Maßnahmen zur Verbesserung und Wiederherstellung von Zielbiotopen sowie spezielle Artenschutzmaßnahmen“, so Johannes Urban, Projektassistent im Naturschutzgroß-projekt „Thüringer Kuppenrhön“.
Parallel wurden von der Thüringer Landgesellschaft die landwirtschaftlichen Hauptnutzer mit Bewirtschaftungsflächen im Projektgebiet des Naturschutzgroßprojektes befragt. Hierbei wer-den die betriebswirtschaftlichen und strukturellen Aspekte der Nutzer betrachtet und die Er-kenntnisse in die PEPL-Planung eingearbeitet. „Es wird daher bereits jetzt mit den beteiligten Akteuren ermittelt, wie es um die Akzeptanz der Maßnahmen bei den unterschiedlichen Inte-ressensgruppen steht. Denn diese ist ein wichtiger Aspekt für den Umsetzungserfolg“, so Urban.

„Naturschutzgroßprojekte bieten Chancen - nicht nur für die Natur, sondern auch für die Regionen und die dort lebenden Menschen“, heißt es auf der Homepage des Bundesamtes für Naturschutz (https://www.bfn.de/daten-und-fakten/naturschutzgrossprojekte-des-bundes). Das ist auch ein wichtiger Leitsatz im Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“. Daher sollten möglichst viele der beteiligten Flächennutzer an den Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt mitwirken.

Zum Hintergrund der Naturschutzgroßprojekte

Naturschutzgroßprojekte basieren auf dem seit 1979 bestehenden Förderprogramm „chance.natur - Bundesförderung Naturschutz“. Über „chance.natur“ können nur Gebiete ge-fördert werden, die im nationalen und internationalen Interesse für den Naturschutz außerordentlich wertvoll und für den betreffenden Lebensraumtyp in Deutschland besonders charakteristisch und repräsentativ sind. Das Förderprogramm soll zum dauerhaften Erhalt von Naturlandschaften sowie zur Sicherung und Entwicklung von Kulturlandschaften mit herausragenden Lebensräumen für besonders schützenswerte Tier- und Pflanzenarten beitragen . Naturschutzgroßprojekte gliedern sich in ein Planungsprojekt (Projekt I) mit einer in der Regel ca. 3-jährigen Laufzeit und einem bis zu 10 Jahre laufenden Umsetzungsprojekt (Projekt II). Im Projekt I wird ein Pflege- und Entwicklungsplan (PEPL) erstellt, der auf einer einge-henden Analyse des Planungsraums aufbaut und konkrete flächenspezifische Maßnahmen beinhaltet. Die Förderung erfolgt stets anteilig, wobei der Bund in der Regel 75 % der Gesamtkosten trägt. Die restlichen 25 % teilen sich das jeweils beteiligte Land und der Projekt-träger. Für das Umsetzungsprojekt ist derzeit ein Gesamtfördervolumen von mehreren Millionen Euro vorgesehen.
 

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Natur
news-2535 Tue, 28 May 2024 14:15:10 +0200 Eintauchen in das heimliche Leben der Rhöner Wildkatzen: Spannendes NaturEntdeckerCamp von Biosphärenreservat und VR-Bank Fulda https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/eintauchen-in-das-heimliche-leben-der-rhoener-wildkatzen-spannendes-naturentdeckercamp-des-unesco-biosphaerenreservates-und-der-vr-bank-fulda Gemeinsam die Natur im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entdecken und dabei in das heimliche Leben der Rhöner Wildkatzen eintauchen: Welche Tiere leben in unseren heimischen Wäldern und was genau macht sie so besonders? Dies konnten zahlreiche junge Naturentdeckerinnen und Naturentdecker bei einer Erkundungstour im Wildpark Gersfeld erfahren. In Kooperation mit der VR-Bank Fulda fand kürzlich das erste NaturEntdeckerCamp im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön statt. Für die nächsten Monate sind weitere Erlebnis-Veranstaltungen geplant. Einige Plätze sind noch frei. Gemeinsam mit erfahrenen Naturführerinnen konnten die Kids in die Vielfalt der europäischen Wildtiere, von denen einige auch hier in der Rhön heimisch sind, eintauchen. Neben stattlichen Rothirschen gab es für die jungen Naturentdecker Wildkatzen, Fischotter, Uhus, Wildschweine und andere teilweise seltene Arten zu sehen. „Wir freuen uns, dass die Aktion so gut angenommen wurde und viele junge Menschen interessiert daran sind, unser Biosphärenreservat näher zu erkunden“, sagt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. „Es ist schön, dass das Angebot Früchte trägt und bei den Kindern gut ankommt.“

Ein Schwerpunkt des Aktionstages lag auf der Wildkatze in der Rhön. Vor etwa 20 Jahren galt sie noch als ausgestorben - heute hat sie die Rhön wieder flächendeckend zurückerobert und kann zunehmend auch in freier Wildbahn beobachtet werden. Im Rahmen des NaturEntdeckerCamps konnten die Kinder erfahren, wie die Wissenschaft die Wildkatzen erfasst und welche Ansprüche die Katze an ihren Lebensraum hat. 

In den nächsten Wochen bietet die VR Bank Fulda weitere NaturEntdeckerCamps zu den Themen Biber, Walderlebnis und Kuh an. Einige Plätze sind noch frei, Anmeldungen erfolgen unter vrbankfulda.de/kinderevents. Torsten Hopf, Vorstand der VR Bank Fulda, freut sich über das rege Interesse: „Die Veranstaltungen mit dem Biosphärenreservat sind bereits ausgebucht. Weil das Angebot so dankbar angenommen wird, haben wir uns in diesem Jahr dazu entschieden, die Veranstaltungsreihe zu erweitern und noch mehr Termine anzubieten. Uns ist es als Partner der Region enorm wichtig, Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, spielerisch zu lernen und Abenteuer zu erleben.“ Weitere Informationen zu den NaturEntdeckerCamps gibt es auf der Homepage der VR Bank Fulda. 

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news-2534 Mon, 27 May 2024 15:27:09 +0200 Länderübergreifende Drehscheibe: Zertifizierte Rhöner Biosphären-Schulen treffen sich zum Austausch https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/laenderuebergreifende-drehscheibe-zertifizierte-rhoener-biosphaeren-schulen-treffen-sich-zum-austausch Mitte Mai war es wieder so weit: Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön lud Lehrkräfte der ausgezeichneten Biosphären-Schulen zu einem länderübergreifenden Treffen ein. Die Treffen bieten den Lehrkräften Gelegenheit zum Austausch, stellen Modellprojekte vor und ermöglichen den Blick über den Tellerrand – und zeigen, wie Schulen im Drei-Länder-Eck Bayern, Hessen und Thüringen die Themen Ökologie, Ökonomie und Soziales bearbeiten. Gastgeber war dieses Mal die Valentin-Rathgeber Grundschule Oberelsbach, die zusammen mit dem Hort die Auszeichnung 2023 erhielt. Begrüßt wurden die rund 30 Teilnehmenden vom „tagesaktuellen Chor“ der Hortkinder, die ein Frühlingsständchen zum Besten gaben. Nach einer Begrüßung durch Schulleiterin Doris Weidenhammer und Hortleiterin Marisa Herbert übernahm Fachbetreuer Michael Dohrmann vom Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. und berichtete Aktuelles aus dem Biosphärenreservat. Das Siegel „Biosphären-Kita“ bzw. „Biosphären-Schule“, das von den beiden Dachverbänden „Nationale Naturlandschaften“ (NNL) und dem Verband Deutscher Naturparke (VDN) gemeinsam in der Rhön ausgearbeitet und 2019 erstmals verliehen wurde, sei eine Erfolgsgeschichte: „Mittlerweile gibt es 60 ausgezeichnete Partner-Kitas bzw. -schulen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“, berichtete Dohrmann und verteilte an die interessierten Lehrkräfte aktuelle Print- und Unterrichtsmaterialien. Die Lehrerinnen Manuela Schroll und Marion Breitenbach erläuterten den Gästen anhand einer digitalen Pinnwand, welche Maßnahmen und Aktionen in Schule und Hort am Standort Weisbach zur Auszeichnung in den Bereichen „Ernährung“, „Konsum“, „Soziales“ und „Ökologie“ geführt haben.

Nach einer Stärkung bei selbstgebackenem Kuchen und fair gehandeltem Biosphären-Kaffee besuchten die Lehrkräfte zusammen mit Vertretern der Umweltbildung den Biohof Hartmann, der in unmittelbarer Nachbarschaft zur Grundschule liegt und regelmäßig zum Lernort für die Kinder wird. Claudia Hartmann präsentierte zunächst die Standbeine des Betriebs, die Viehhaltung mit Direktvermarktung, den Ackerbau sowie den Gemüseanbau, der 2021 dazu kam. Danach wechselten die Lehrkräfte in die Schüler-Perspektive und erarbeiteten in Kleingruppen verschiedene Lernprogramme. Anhand einer Schatzkiste lernten sie die Hofregeln kennen, auf dem Gemüsefeld galt es zu klären, wie das Gemüse angebaut wird, warum es in Mischkulturen wächst und wie das Regenwasser vom Wasserspeicher-Teich über die Tröpfchenbewässerung an die Pflanze gelangt. Im Rinderstall konnten sie die Tiere von Ohrmarke bis Huf ausführlich beobachten oder das Thema „Wiederkäuer“ anhand der vier Kuhmägen erarbeiten. Das diesjährige Drehscheibe-Treffen bot wieder viele neue Impulse und Raum für Vernetzung und Austausch.
 

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news-2539 Mon, 27 May 2024 14:09:00 +0200 Natur zum Anfassen: UNESCO-Biosphärenreservat Rhön präsentiert sich mit Aktionsstand auf dem Hessentag in Fritzlar https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/natur-zum-anfassen-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-praesentiert-sich-mit-aktionsstand-auf-dem-hessentag-in-fritzlar Spannende Infos zur Flora und Fauna im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erfahren, innovative Projekte und Aktionen kennenlernen oder beim „Biosphären-Quiz“ tolle Preise gewinnen: Neben zahlreichen Ausstellern präsentiert sich auch das Biosphärenreservat Rhön mit einem Aktionsstand auf dem Hessentag in Fritzlar. Im Bereich „Natur auf der Spur“ können die Besucherinnen und Besucher im Infomobil des LIFE-Projekts mehr über die Rhöner Bergwiesen erfahren. Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön freut sich auf viele spannende Gespräche und lädt dazu ein, sich von der beeindruckenden Artenvielfalt im „Land der offenen Fernen“ inspirieren zu lassen. Schulklassen haben außerdem die Möglichkeit einen Besuch des Falkners Michael Schanze zu gewinnen.

Noch bis zum 2. Juni können Jung und Alt am Infostand in die Welt der Biosphäre eintauchen und sich über verschiedenste Projekte und Aktionen informieren.

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news-2533 Mon, 27 May 2024 11:41:48 +0200 Länderübergreifendes Beleuchtertreffen in Hessischer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön – „Kunstlicht kann nur in Siedlungen reduziert werden“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/laenderuebergreifendes-beleuchtertreffen-in-hessischer-verwaltung-des-unesco-biosphaerenreservats-rhoen-kunstlicht-kann-nur-in-siedlungen-reduziert-werden In diesem Jahr wird der Sternenpark Rhön 10 Jahre alt. Ermöglicht wurde die Auszeichnung durch die Anerkennung von speziell für die Rhön als Schutzgebiet entwickelten Beleuchtungsrichtlinien, die die Kommunen im Vorfeld der Antragstellung beschlossen hatten und seitdem vor Ort umsetzen. Der Sternenpark Rhön bietet hierbei beratende Unterstützung an. Das vierte länderübergreifende Treffen, zu dem die Bauämter der Kommunen, Energieversorger und Techniker geladen waren, diente dem Austausch über Stand und Umsetzung dieser Beleuchtungsrichtlinien sowie Neuentwicklungen. Die Beleuchtungsrichtlinien sind das Herzstück des Sternenpark Rhön. Hintergrund ist, dass die in die Jahre gekommene Beleuchtung in den Siedlungen oft schlecht abgeschirmt ist, zu intensiv strahlt, an einigen Stellen schlicht überflüssig ist oder einen hohen schädlichen Blauanteil aufweist. Das künstliche Licht gelangt dann durch direkte Abstrahlung oder Reflexion an Wolken aus den Siedlungen in die Außenbereiche - in der Rhön sogar in streng geschützte Gebiete. Gleichzeitig soll die Authentizität des Sternenparks für Einheimische und Besucher erhöht werden, indem der Sternenhimmel wieder besser innerhalb der Siedlungen und nahe der Ortsränder sichtbar wird. 

Hier setzen die Beleuchtungsrichtlinien an, die einen Rahmen für die Gestaltung bei Umrüstungen und Neuinstallationen vorgeben und deren Umsetzung in der Verantwortung der Kommunen liegt, die gemeinsam mit den Energieversorgern die Beleuchtung planen. Hierbei werden sie beratend vom Sternenpark Rhön unterstützt.  

Eine möglichst umwelt- und anwohnerfreundliche Umsetzung 

Erfreulicherweise folgten neben Bürgermeistern und Bauamtsmitarbeitern auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Energieversorger und Techniker der Einladung um bei Vorträgen der Sternenpark-Initiatorin Sabine Frank, Dr. Andreas Hänel, Sprecher der Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternenfreunde sowie Christian Wustrau von der Thüringer Energieagentur gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt des Treffens standen aktuelle Aspekte zum Thema ökologische Beleuchtung sowie der Austausch von Erfahrungen bei der Umsetzung der Beleuchtungsrichtlinien, denn seit der Auszeichnung der Rhön als Sternenpark hat sich viel getan – technisch, rechtlich und auch wissenschaftlich.

So läutete Frank ihren Vortrag damit ein, dass „Lichtverschmutzung nicht nur ein Rhöner Thema ist, sondern von globaler Bedeutung“ sei. Die Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen deutlich auf, dass der nächtliche Einsatz von Kunstlicht wildlebende Tier- und Pflanzenarten in unterschiedlichem Ausmaß und mit zum Teil fatalen Folgen beeinträchtigt und damit Artensterben und Klimawandel vorantreibt. Kunstlicht zählt schon lange zu den schädlichen Umwelteinwirkungen im Sinne des Immissionsschutzes. 

Großteil der heimischen Tierarten ist dämmerungs- und nachtaktiv

Doch vor dem Hintergrund des Rückgangs der Insekten wurde 2021 auch das Bundesnaturschutzgesetz novelliert, welches nun unter anderem ein Verbot von Beleuchtung in Kern- und Pflegezonen von Biosphärenreservaten enthält. Zudem sollte auch möglichst wenig Kunstlicht in diese Zonen streuen. „Betroffen sind insbesondere die für die Bestäubung und Nahrungskette wichtigen Nachtfalter, die von den Lichtglocken der Siedlungen aus den Naturräumen gelockt werden“, so die Sternenpark-Initiatorin. 

Sie verdeutlichte, dass der Großteil der heimischen Tierarten – darunter auch streng geschützte Arten wie Fledermäuse - dämmerungs- und nachtaktiv seien. „Das Licht entsteht nicht etwa im Roten oder Schwarzen Moor, sondern in den Siedlungen. Nur dort, können wir aktiv etwas dagegen unternehmen“, hob Frank hervor. 

Was also, so resümiert Frank, freiwillig in der Rhön mit den Beleuchtungsrichtlinien begann, ist mittlerweile Gesetzestext. Gleichzeitig gibt es kaum Beleuchtungspflichten und weder die Landesstraßengesetze noch die Straßenverkehrsordnung sehen eine Beleuchtung der Straßen vor. Aber die Menschen haben sich daran gewöhnt und nun gelte es, sie technisch möglichst umwelt- und anwohnergerecht und bedarfsgerecht vor Ort zu gestalten. So wurden auch viele Beispiele von gelungene Umrüstungen im gewerblichen und öffentlichen Bereich präsentiert. „Gleichzeitig gibt es mit den vielen, teils langjährigen Abschaltungen auch in unserer Region viel gute Erfahrung. Wenn man sich daran gewöhnt hat, kann man der Abschaltung durchaus viele Vorteile abgewinnen. Es ist der größte Beitrag für den Arten- und Klimaschutz“, so die Sternenpark-Initiatorin, die abschließend auf das Beratungsangebot des Sternenpark Rhön hinwies.  

Großes Energieeinspar- und Optimierungspotenzial

Neben der Straßenbeleuchtung war auch die Beleuchtung von (historischen) Gebäuden und Kirchen ein Thema. Hier strahlt bisher oftmals viel Licht an den Gebäuden vorbei hinaus und hellt den Nachthimmel stark auf, was zu Streuung in Außenbereiche führt. Dr. Andreas Hänel, Sprecher der Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternenfreunde, erläuterte in seinem Vortrag das große Energieeinspar- und Optimierungspotenzial in diesem Bereich. „In Frankreich wird flächendeckend nachts abgeschaltet – das sollten wir uns als Beispiel nehmen“, so der Physiker. Auch in Gütersloh – einer Stadt mit über 100.00 Einwohnern, bleiben in den nächtlichen Kernstunden die Laternen aus. 

Anhand eindrucksvoller technischer Darstellungen sowie wissenschaftlicher Erkenntnisse verdeutlichte Hänel den massiven Einfluss von Kunstlicht. Neben der Intensität und Abschirmung hat sich insbesondere die spektrale Zusammensetzung des Licht mit einem hohen Blauanteil für die meisten Arten – inklusive des Menschen -  als nachteilig herausgestellt. Hänel kritisierte die von der Industrie vorgegebenen Lichtnormen, die oft zur Anwendung kommen, jedoch Umwelt- und Anwohnerbelange oder Situation vor Ort nicht ausreichend berücksichtigen. Zudem haben diese laut Hänel keine gesetzliche Grundlage und führten oft zu einer Zunahme des Beleuchtungsniveaus – ohne erkenn- oder messbaren Nutzen. 

Hänel lobte aber auch die bereits 2013 erfolgte Umrüstung in Oberelsbach, die laut Auswertung von Satellitendaten die Abstrahlung nach oben reduzierte. Abschließend stellte Hänel das Messnetz in der Rhön vor, das die künstliche Aufhellung des Himmels permanent misst und damit die Umsetzung der Beleuchtungsrichtlinien mit Messdaten begleitet.

Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der öffentlichen Beleuchtung

Zuletzt referierte Christian Wustrau von der Thüringer Energie- und GreenTech Agentur zum Thema „Umweltverträgliche Straßenbeleuchtung“ und präsentierte verschiedenste technische Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen der öffentlichen Beleuchtung in Thüringen. Sein Fokus lag auf den sogenannten Retrofits, mit denen man bestehende Leuchten mit LED-Lampen ausstattet, wobei es zahlreiche Aspekte zu beachten gilt. „Lediglich bei der Entschärfung von Gefahrenstellen sollten Verkehrswege beleuchtet sein“, so der Experte Wustrau, der selbst viele Kommunen berät. 

Im Anschluss hatten die Teilnehmenden aus Bayern, Hessen und Thüringen die Möglichkeit, sich über die vorgestellten Aspekte sowie über verschiedenste Maßnahmen, auftretende Herausforderungen und Projekte auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Das nächste länderübergreifende Beleuchtertreffen ist in 2 Jahren geplant. Doch soll der Austausch über einen offenen Email-Verteiler permanent bestehen bleiben. 

Hintergrund: Was steht in den Beleuchtungsrichtlinien des Sternenpark Rhön?
Ziel ist die Reduzierung der Lichtimmissionen, insbesondere die Abstrahlung in die Außenbereiche der Siedlungen. Durch die Umsetzung der Beleuchtungsrichtlinien soll gemeinsam erreicht werden, dass vermeidbare Beleuchtung vermieden wird und vertretbar unvermeidbare Beleuchtung nur in einer die Umwelt möglichst wenig belastenden Form eingesetzt wird.

Dies wird erreicht durch 

•    die grundsätzliche Vermeidung von Kunstlicht in der Außenbeleuchtung
•    die vorrangige Berücksichtigung lichtunabhängiger Lösungen 
•    bei nicht vermeidbarer Beleuchtung


o    Einsatz geringer Lichtströme und Bedarfssteuerung und niedrige Lichtpunkthöhen
o    Lichtlenkung ausschließlich unterhalb der Horizontalen
o    Einsatz warmer Farbtemperaturen mit keinen oder nur geringen Blaulichtanteilen
o    Reduzierung und Abschaltung in der Nacht oder bei Nichtnutzung

 

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news-2527 Fri, 24 May 2024 20:22:00 +0200 Erlebnisnacht im Sternenpark Rhön am 7. Juni – Spannende Aktionen rund um das Thema Sterne und Schutz der Nacht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/erlebnisnacht-im-sternenpark-rhoen-am-7-juni SAVE THE DATE: Das 10-jährige Jubiläum des Sternenparks Rhön bei spannenden Mitmachaktionen hautnah erleben: Der „Lange Tag der Natur“, steht in diesem Jahr wortwörtlich unter einem ganz besonderen Stern. Am 7. Juni von 17:30 Uhr bis Mitternacht lädt ein abwechslungsreiches Programm der Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön rund um die Propstei Zella / Rhön zum Forschen und Erkunden ein. Höhepunkte sind eine Flugshow mit Schleiereule und Uhu sowie der faszinierende Blick ins Universum mit einer zertifizierten Sternenparkführerin. Eintauchen in ferne Galaxien und dabei die schützenswerte Natur der Rhön kennenlernen – Jung und Alt erwartet ein erlebnisreicher Familienabend! Freuen können sich kleine und große Entdecker auf spannende Geschichten, Spiele, eine interaktive Wissensrallye, Werkel-und Baselstationen, dem Insektenfang bei Dämmerung oder Forscherwissen rund um das Thema Sternenpark Rhön.

Und auch Ulrike Schade (Dienststellenleitung der Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung Rhön) freut sich mit ihrem Team schon sehr auf diese gemeinsame Veranstaltung und drückt die Daumen für gutes Juniwetter: “ An diesem Abend werden wir rund um die Propstei Zella/Rhön die besondere Aufmerksamkeit auf das Thema „Künstliches Licht und deren Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt legen. Am Abend werden dazu die Straßenbeleuchtungen, die Fassadenbeleuchtung der Propstei und der Kirche in Zella/Rhön abgeschaltet, um einen unvergesslichen Blick in den Rhöner Nachthimmel zu erhaschen. Bei klarer Sicht werden dann Sternenbilder, die Milchstraße, Planeten und weitere Himmelskörper sichtbar und von einer zertifizierten Sternenparkführerin präsentiert.“
 

Zum "Langen Tag der Natur"

Der „Lange Tag der Natur“ hat jedes Jahr im Juni das Ziel, die Menschen für die biologische Vielfalt im Freistaat Thüringen zu sensibilisieren, die kostbaren Naturschätze ihrer Heimat zu entdecken und das Bewusstsein für die Natur vor der eigenen Haustür zu stärken. Und dieses Jahr steht in der Thüringer Rhön das 10-jährige Jubiläum im Mittelpunkt: Seit 2014 ist das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen von der International Dark-Sky Association (IDA) als Internationaler Sternenpark anerkannt. Diese Auszeichnung wird nur an Gebiete mit einer besonders schützenswerten und nahezu natürlichen Nachtlandschaft verliehen! All das kommt seit 10 Jahren nicht von ungefähr. Die Region hat sich explizit der Reduzierung von Lichtverschmutzung zur Aufgabe gemacht. Vor allem Kommunen bringen gezielt mit umweltverträglicher Beleuchtung einen aktiven Beitrag zum Insekten- und Klimaschutz in der Rhön bei.“

Für das leibliche Wohl der Nachteulen sorgen an diesem Abend die Spielplatz-Initiative „Propstei-Kids“ und der Förderverein Propstei Zella. Bereits im vergangenen Jahr begeisterte der „Lange Tag der Natur“ der Thüringer Verwaltungsstelle und lockte hunderte Besucherinnen und Besucher aus Nah und Fern.

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news-2532 Wed, 22 May 2024 14:46:25 +0200 „Biosphärenkinder Oberelsbach“ nominiert für den Deutschen Kita-Preis https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/biosphaerenkinder-oberelsbach-nominiert-fuer-den-deutschen-kita-preis Große Freude: Dass im Markt Oberelsbach herausragend gute Bildungsarbeit geleistet wird, hat man jetzt schwarz auf weiß. Ende April verkündete die Jury des Deutschen Kita-Preises, dass die Gemeinde mit ihren (früh-)kindlichen Bildungseinrichtungen unter die besten 15 Bewerber zählt. Mit dem Konzept der „Biosphärenkinder“ ist die Gemeinde im Rennen für den Deutschen Kita-Preis, der im November 2024 in Berlin verliehen wird. Pressemitteilung des Marktes Oberelsbach

Bürgermeister Björn Denner freut sich über dieses große Kompliment, das sich die Bildungsakteure im Markt Oberelsbach redlich verdient haben: „Als Familienvater erlebe ich Tag für Tag, wie leidenschaftlich das pädagogische Fachpersonal hier arbeitet. Als Bürgermeister kann ich sagen: Es macht mich wirklich stolz und glücklich, wie gut frühkindliche und kindliche Bildung im Markt Oberelsbach funktioniert. Alle Einrichtungen ziehen an einem Strang – sieh haben eine gemeinsame Vision und geben ihr Bestes für unsere Kinder.“ Auf Initiative des Bürgermeisters hat die Verwaltung die Bewerbung vorbereitet und das Lokale Bündnis, bestehend aus kommunalem Kindergarten Oberelsbach und Kindergarten Unterelsbach, kommunalem Hort, Valentin-Rathgeber-Grundschule, Umweltbildungsstätte Oberelsbach, dem Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. und letztlich dem Markt Oberelsbach als Träger, beim Deutschen Kita-Preis eingereicht.

Was macht die Bildungsarbeit der Gemeinde so besonders?

Im Markt Oberelsbach wird den Kindern eine echte Biosphärenkindheit ermöglicht. Dafür wurde eine regionale Bildungslandschaft geschaffen. Die Krippe, die beiden Kindergärten, der Hort und die Grundschule arbeiten aufs Engste zusammen. Sie alle vereint der Gedanke der Biosphärenkindheit. Sie alle sind durch das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön mit dem deutschlandweit standarisierten Siegel als BiosphärenKita, BiosphärenSchule oder – einzigartig in der Gebietskulisse des Biosphärenreservates – als BiosphärenHort ausgezeichnet. Die Übergänge zwischen den einzelnen Institutionen sind fließend und durch die enge Abstimmung und Zentrierung aufs Kind reibungslos. Für die Kinder wird ein vertrautes Umfeld geschaffen, das sie mit Eintritt in einen der beiden Biospähren-Kitas betreten und in Grundschule bzw. Hort weiter vertiefen.

Zahlreiche informelle Akteure ergänzen und bereichern diesen Lernraum auf ganzheitliche Weise: Angefangen von den täglichen Essenslieferungen der Umweltbildungsstätte Oberelsbach, die bio, saisonal, regional und fair sind, bis hin zu den inspirierenden Bildungsangeboten des Naturparks und Biosphärenreservates, die den Grundstein für Bildung für nachhaltige Entwicklung im Kindesalter legen.

Wie geht es jetzt weiter?

Deutschlandweit dürfen aktuell 15 Kitas und 15 Initiativen der frühen Bildung jubeln, denn sie sind für den Deutschen Kita-Preis 2024 nominiert. Insgesamt haben sich 520 Kitas und Initiativen auf die Auszeichnung beworben, die seit 2018 jährlich vom Bundesfamilienministerium und von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gemeinsam vergeben wird. Der Deutsche Kita-Preis wird in den Kategorien „Kita des Jahres“ und „Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres“ verliehen. Die Erstplatzierten pro Kategorie dürfen sich auf ein Preisgeld von 25.000 Euro freuen. Auf die Zweitplatzierten warten je Kategorie 15.000 Euro und auf die Drittplatzierten je 10.000 Euro. Insgesamt ist der Deutsche Kita-Preis mit 110.000 Euro dotiert.

Die Lokalen Bündnisse werden nun zu einem Telefoninterview eingeladen. In einem nächsten Schritt werden 8 Finalisten festgelegt, die anschließend von einem Expertenteam vor Ort besucht werden.

Jetzt heißt es: Daumen drücken! Vielleicht schafft es der Markt Oberelsbach mit seinen großartigen Bildungsakteuren unter die Top 8 und damit ins Finale. Verdient hätten sie es längst!

 

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news-2531 Wed, 22 May 2024 11:26:20 +0200 Traditioneller Weideauftrieb der Schäferei mit Herz mit über 500 Tieren lockt hunderte Besucherinnen und Besucher auf den Weinberg https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/traditioneller-weideauftrieb-der-schaeferei-mit-herz-mit-ueber-500-tieren-lockt-hunderte-besucherinnen-und-besucher-auf-den-weinberg Einen besonderen Tag voller Tradition und Naturverbundenheit konnten zahlreiche Besucherinnen und Besucher bei der Schäferei mit Herz von Elmar Spies am Weinberg bei Hünfeld erleben. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen konnten Jung und Alt in die Welt der Rhönschafe eintauchen und dabei mehr über die Schafhaltung, traditionelle Zuchtmethoden und die Bedeutung der Schäferei für unsere Kulturlandschaft erfahren. Highlight war der traditionelle Weideauftrieb mit über 500 Tieren. Neben einem abwechslungsreichen Programm konnten sich die Naturfreunde an einem Infostand auch über das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön informieren. „Das Interesse war groß und der Stand durchgehend gut besucht“, so Elmar Herget vom Biosphärenreservat Rhön, der in seinen Grußworten vor allem die tolle Zusammenarbeit der Biosphäre mit der Schäferei Spies aus Eiterfeld lobte. Auch Heike Godt, verantwortliche Mitarbeiterin der Oberen Naturschutzbehörde für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, sowie Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön verschafften sich vor Ort einen Einblick. 

„Unser Weideauftrieb war sehr gut besucht – die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zeigten sich vor allem am Beruf des Schäfers interessiert. Der Bezug zu den Tieren und der Natur ist hier elementar“, so Elmar Spies, der betont: „Viele haben bereits angefragt, wann das Event im nächsten Jahr stattfindet. Die Resonanz war wirklich überwältigend“, so der Schäfer. Auch die Orchideenführung mit Manfred und Anni Bender lockte zahlreiche Interessenten. „Leider wurde die Anzahl der Pflanzen durch den Frost im April etwas dezimiert, dennoch konnten wir nicht nur zahlreiche Orchideen, wie das Manns-Knabenkraut oder die Fliegen-Ragwurz, sondern auch Schwalbenschwänze oder die Küchenschelle entdecken“, so Manfred Bender über die zweistündige Wanderung über den Weinberg. 

Neben regionalen Lammprodukten und Kaltgetränken sensibilisierte Matthias Weller, Vorsitzender des Verein Rasdorfer Genusskultur, mit seinem luftgetrockneten Lammkeulenschinken vom Rhönschaf die Besucher für regionale Erzeugnisse. „Der einzigartige Schinken soll unter anderem auch als eine besondere Spezialität bei den Rhönschaf Erlebniswochen im September angeboten werden“, so Weller. Besucherinnen und Besucher dürfen also gespannt sein.

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news-2529 Fri, 17 May 2024 09:49:29 +0200 Neue interaktive Holzelemente und Infotafeln auf Spielplatz in Völkerhausen sorgen für strahlende Kinderaugen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/neue-interaktive-holzelemente-und-infotafeln-auf-spielplatz-in-voelkerhausen-sorgen-fuer-strahlende-kinderaugen Welche Tiere und Pflanzen leben eigentlich im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön? Seit kurzem können junge Entdeckerinnen und Entdecker auf dem Naturspielplatz in Völkerhausen spielerisch die Flora und Fauna der Rhön erkunden: Im Rahmen der Projektförderung 2023 des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) in Höhe von 13.551,99 Euro wurde der Naturspielplatz in Völkershausen in der Thüringer Rhön kürzlich mit neuen, kreativen Spiel- und Bildungselementen aufgewertet. Zwei neue Infotafeln geben zudem Einblick in die Lebensräume Teich und Hecke. Der idyllische Spielplatz, der sich am westlichen Ortsrand neben der Feuerwehr befindet zeichnet sich nicht nur durch seine attraktiven Angebote für Kinder, sondern auch durch naturbelassene Wiesen sowie einen kleinen Teich aus. Seit kurzem vermitteln neu installierte Infotafeln sowie ein interaktives Spielelement – ein Memory mit heimischen Arten - zusätzlich Wissen über Lebensräume, Tiere und Pflanzen im Biosphärenreservat. Egal ob Haselmaus, Neuntöter oder die Hagebutte – auf insgesamt 30 Würfeln können die Kids spielerisch in die Tier- und Pflanzenwelt der Rhön eintauchen.

Man kann nur schützen, was man kennt

„Mir ist es wichtig, gute Spiel- und Bildungsangebote für unsere Kinder zu schaffen. Dank der Förderung des Thüringer Umweltministeriums konnten wir beides mit unserem Projekt Naturspielplatz Völkershausen umsetzen“, erläutert Bürgermeister Martin Müller. Dass man bereits die Kleinsten für die Natur vor der eigenen Haustür sensibilisieren sollte, weiß auch Nadja Thürbeck von der Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, die die investiven Projekte mit betreut: „Es freut uns sehr, dass im Rahmen dieser Förderung zahlreiche Projekte realisiert werden konnten, bei denen insbesondere Aspekte der Umweltbildung und Bildung zur nachhaltigen Entwicklung integriert wurden.“ Schließlich kann man auch nur das Schützen was man kennt. 

Des Weiteren werten mehrere kleine Spielfiguren bzw. -geräte aus Holz den Spielplatz auf. Die Spielgeräte sollen den Bewegungsbedarf der Kinder ansprechen und die bestehenden Spielgeräte ergänzen. Die Kinder können so auf dem Naturspielplatz nicht nur toben, sondern auch selbst kreativ zu sein und die Rhön auf eigene Faust erforschen.

Zu den Projekten

Bereits 65 „investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens" wurden durch das Thüringer Umweltministerium in den Jahren 2021 bis 2023 im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bewilligt. Damit fließen rund 2,2 Millionen Euro in die Region. Auch in diesem Jahr wurde zum Einreichen von nachhaltigen Projektideen aufgerufen, welche in den Jahren 2025-2026 umgesetzt werden sollen. Eine Übersicht der Projekte finden Sie hier.

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news-2528 Mon, 13 May 2024 10:20:00 +0200 Die Historische Landnutzung der Thüringer Rhön in einem Bildervortrag kennenlernen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-historische-landnutzung-der-thueringer-rhoen-in-einem-bildervortrag-kennenlernen Mit der 9. Monografie „Historische Landnutzung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön“ ist eine wichtige Eigenpublikation zur Veränderung der Landschaft entstanden, die am 23. Mai 2024 von 19 bis 21 Uhr in einem Bildervortrag des Autors Martin Görner im Barocksaal der historischen Propstei Zella / Rhön vorgestellt wird. Landschaften haben sich durch vielfältige natürliche aber auch menschliche Einflüsse immer wieder gewandelt. Dazu zählen besonders die einsetzende Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert und die Einführung der großflächigen Bewirtschaftung durch die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPGs) ab den 1960er Jahren. Letztere veränderte das Gesicht der Thüringer Rhön kolossal und in einem sehr kurzen Zeitraum. 

Der Autor Martin Görner stellt in seinem Vortrag die Veränderungen der Landschaft, der Anbaukulturen, Erntemethoden der letzten 100 Jahre und die damit verbundenen Auswirkungen auf die heimische Flora und Fauna vor. Diese Ergebnisse hat er gemeinsam mit dem Dienststellenleiter a. D. der Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung Rhön (Karl-Friedrich Abe) in der 9. Monografie 2019 zusammengefasst, die an diesem Abend zur kostenfreien Mitnahme für das Publikum ausliegt.

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news-2526 Wed, 08 May 2024 15:19:15 +0200 Erfolgreiche Infoveranstaltungen rund um den Schutz der Nacht in der Bayerischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/erfolgreiche-infoveranstaltungen-rund-um-den-schutz-der-nacht-in-der-bayerischen-rhoen Gleich zwei Vortragsabende wurden im April dem Sternenpark und dem Schutz der Nacht gewidmet. Während in Oberelsbach der Fokus auf der Entstehung des Sternenparks lag, wurde in Salz bei Bad Neustadt ein Informationsabend für Bürgerinnen und Bürger und kommunale Entscheidungsträger in Bezug auf die öffentliche Beleuchtung und deren Nachtabschaltung angeboten. In Oberelsbach berichtete die Sternenpark-Initiatorin Sabine Frank von der Entstehung des Sternenparks Rhön sowie den positiven Auswirkungen auf Mensch und Natur. Nach dem bildreichen Vortrag mit vielen Nachtaufnahmen aus der Rhön berichtete Michael Sperl vom Bauhof der Gemeinde über die Umrüstungen in der gesamten Gemeinde Oberelsbach auf nachtfreundlichere warmweiße LED-Leuchten, die zu dieser Zeit vorbildlich und einmalig waren und das Thema auch überregional vorangebracht haben. Nach dem Vortrag zeigte sich der Sternenhimmel von seiner besten Seite – und so brach die Gruppe auf, um noch gemeinsam den Rhöner Sternenhimmel bei einem Spaziergang zu bewundern. 

Auch in der Veranstaltung in Salz wurde über den Sternenpark informiert und über den Beitrag, den Kommunen leisten. Bereits seit August 2022 wird in der Gemeinde Salz aus Energiespargründen die nächtliche öffentliche Beleuchtung stundenweise abgeschaltet. Dass damit auch weitere Vorteile einhergehen, machte Sabine Frank in ihrem Vortrag deutlich. Im Fokus der Ausführungen standen die ökologischen Auswirkungen von Kunstlicht. „Auch wenn uns das künstliche Licht in der Nacht nützlich sein kann, zählt es gleichzeitig zu den schädlichen Umwelteinwirkungen. Forschungsergebnisse der letzten Jahre zeigen deutlich auf, dass es wildlebende Tier – und Pflanzenarten in unterschiedlichem Ausmaß und mit zum Teil fatalen Folgen beeinträchtigt“ so die Sternenparkbeauftragte. 

Abschalten für den Artschutz

Zudem ging Frank auf die Rechtslage der Beleuchtungsrichtlinien ein: „Bis auf den Fußgängerüberweg besteht keine gesetzliche Pflicht zur Beleuchtung des Straßenraums. Viele Kommunen bundesweit, darunter auch Großstädte wie Gütersloh, schalten nachts ab“, so Frank. Zudem sei das Abschalten eine der besten Möglichkeiten des Artenschutzes, denn vor zwei Jahren wurde das Naturschutzgesetz wegen des Insektensterbens geändert und die Reduzierung der Lichtverschmutzung als eine der vordringlichen Maßnahmen aufgenommen. Die Sternenpark-Beauftragte informierte auch darüber, wie man auch im privaten Bereich die Außenbeleuchtung möglichst umwelt- und anwohnerfreundlich gestalten kann „Die nächtliche Dunkelheit ist und bleibt aber der beste Schutz gegen Lichtimmissionen für Mensch und Natur ist“, so die Nachtschützerin abschließend.

Im Anschluss an den Vortrag ging Bürgermeister Schmitt auf die Erfahrungen mit der Nachtabschaltung ein, insbesondere auf die damit verbundenen Ersparnisse der Gemeinde von 50 % angesichts gestiegener Kosten je kWh. Schmitt berichtete auch über seine Kindheit in einem Ort, in dem es keine Straßenbeleuchtung gab.

Auswirkungen des Kunstlichtes bei Tier und Mensch

Den Abschluss der Veranstaltung bildete bei abgeschalteter Beleuchtung ein Abendspaziergang zum Storchenhorst, den die Gemeinde Salz als Nisthilfe errichtet hatte. „Kurioserweise hat sich hier ein Storchenpaar niedergelassen, obwohl in direkter Nachbarschaft eine Straßenlampe steht, die immerhin bis Mitternacht brennt“, so Frank. „Dass sich die Störche dennoch dort niederlassen, liegt vermutlich daran, dass sie als Kulturfolger den vom Menschen angebotenen Horst gerne annehmen und dabei auch weniger günstige Umweltbedingungen in Kauf nehmen“. 

Frank betonte, das Kunstlicht führt bei tagaktiven Tieren – wie auch beim Menschen - zur Drosselung des wichtigen Regenerationshormon Melatonin, was sich unter anderem auf Wachstum und Immunabwehr auswirkt. Bürgermeister Schmitt machte abschließend deutlich, dass ihm und seinen Gemeinderatskollegen durch die Veranstaltung „Mut gemacht wurde, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist“. 

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news-2525 Wed, 08 May 2024 14:26:33 +0200 Achtung Brutzeit! – Mit einfachen Verhaltensregeln Wiesenbrüter schützen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/achtung-brutzeit-mit-einfachen-verhaltensregeln-wiesenbrueter-schuetzen Milde Temperaturen, überall grünt und blüht es, und der Mai lockt mit vielen Feiertagen die Menschen in die Rhön. Aber auch die Vögel sind zurück. Für sie beginnt jetzt die wichtigste Zeit des Jahres: Brutzeit! Vor allem für die stark gefährdeten Bodenbrüter, die ihre Nester gut versteckt mitten in Wiesen bauen, bedeutet das Frühlingserwachen der Menschen Stress pur. Mit ein paar einfachen Verhaltensregeln lassen sich Störungen aber vermeiden. Die offenen Fernen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ziehen gerade im Frühjahr viele Gäste aus Nah und Fern auf die Gipfel. Wandern, Radfahren und Mountainbiken stehen hoch im Kurs. Für die Vögel sind die Wiesen, Weiden und Moorgebiete „Kinderstuben“. Nach ihrer Rückkehr aus warmen Gefilden beginnen Wiesenpieper, Feldlerche, Braunkehlchen, Bekassine und Wachtelkönig jetzt damit, für Nachwuchs zu sorgen. Sie bauen ihre Nester gut versteckt im hohen Gras der noch weitgehend intakten Rhöner Bergwiesen. Während Brut und Aufzucht sind die Tiere sehr störanfällig. Einmal aufgeschreckt, verlassen sie ihre Gelege und später auch ihre Küken teils für immer.

Achtsames Verhalten - große Wirkung

Für den Bestand der ohnehin stark gefährdeten Arten ist das dramatisch. Für einige ist die Rhön deutschlandweit ein bedeutendes Brutgebiet. Aufgrund der besonderen Artenvielfalt sind weite Teile als Vogelschutzgebiet (Natura 2000) ausgezeichnet. Katharina Bach vom LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ gibt Tipps zum achtsamen Freizeitverhalten während der Brutzeit der Wiesenbrüter: 

1. Auf den Wegen bleiben. Bitte bleiben Sie auf markierten Rad- und Wanderwegen und laufen oder fahren Sie nicht abseits der Wege über die Wiesen. Nester von Wiesenpieper und Co. könnten überall im hohen Gras versteckt sein, sodass Nester zerstört oder Elternvögel vertrieben werden können. Die Küken drohen dann zu verhungern oder von Fressfeinden getötet zu werden.

2. Hunde an der Leine führen. So verlockend die Freiheit für Ihren geliebten Vierbeiner ist, für Bodenbrüter kann ein freilaufender Hund eine ernsthafte Bedrohung sein. Werden sie nicht gefressen, könnten sie sich so gestört fühlen, dass sie ihre Nester aufgeben.

3. Keinen Lärm machen. Bitte denken Sie immer daran: Die Wiesen sind für die Vögel ein Kinderzimmer. Eltern und Küken brauchen Ruhe.

4. Schilder beachten. In besonders sensiblen Bereichen der Hochrhön informieren Schilder über die Brutzeit. Dort bitten wir um besondere Rücksichtnahme. Helfen Sie mit, dass unsere Vögel auch im nächsten Jahr wieder hier sind. Vielen Dank!

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