Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Fri, 30 Sep 2022 13:31:04 +0200 Fri, 30 Sep 2022 13:31:04 +0200 TYPO3 EXT:news news-2222 Tue, 27 Sep 2022 16:29:53 +0200 Matschkuchen, „echter“ Kuchen und ein nachhaltiger Kirmesbaum: Zella und Diedorf freuen sich über abgeschlossene Förderprojekte https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/matschkuchen-echter-kuchen-und-ein-nachhaltiger-kirmesbaum-zella-und-diedorf-freuen-sich-ueber-abgeschlossene-foerderprojekte Große Freude in Diedorf und Zella/Rhön: In den vergangenen Monaten sind nach und nach die Projekte aus dem Förderprogramm aus dem Thüringer Umweltministerium (TMUEN) zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön fertiggestellt worden. Vor allem den Kindern und Jugendlichen in den beiden Dermbacher Ortsteilen kam das Budget zugute. Über die wohl größte Veränderung freuen sich die Kinder der kürzlich als Biosphären-Kita ausgezeichneten Kindertagesstätte „Löwenzahn“ in Diedorf: Mithilfe der Zuwendung von rund 5.700 Euro wurde im neu sanierten Gruppenraum eine Kinderküche gebaut. In der Kita sollen schon die Kleinen die Chance erhalten, nachhaltige, maßvolle, gesunde und heimatverbundene Lebens- und Ernährungsweisen zu verinnerlichen. Neben dem Kennenlernen und der Herkunft der Lebensmittel ist die Verarbeitung ein wichtiger Bestandteil der erzieherischen Arbeit. Für die kindgerechte Zubereitung hatte die Gemeinde Dermbach daher im vergangenen Jahr im Programm „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön“ Fördermittel für den Kauf einer Kinderküche beantragt. Der Bau war nicht einfach, berichtet Bürgermeister Thomas Hugk. Alles musste auf die Körpergröße der kleinen Köchinnen und Köche angepasst werden, gleichzeitig galt es, die Sicherheitsstandards einzuhalten. Das Ergebnis kann sich nun aber sehen lassen. Ab sofort wird in der Küche zum Beispiel jeden Donnerstag gemeinsam gebacken.

Ebenfalls eine Küche – allerdings zur Zubereitung von zum Verzehr eher ungeeigneten Speisen – wurde für die Kinder des Kindergarten St. Valentin in Zella errichtet. Die neue „Matschküche“ im Außenbereich, finanziert mit der Zuwendung des TMUEN in Höhe von rund 2.400 Euro, wird bereits ebenso rege genutzt wie die „echte“ Küche in Diedorf. Gebaut wurde die Matschküche von Jürgen Jende, Opa eines Kindergartenkinds aus Andenhausen, und Rudolf Weber von der Pfarrgemeinde Föhlritz.

Auch in der unmittelbaren Umgebung des Kindergartens auf dem Gelände der Propstei Zella hat sich etwas getan: Für rund 34.000 Euro – 90 Prozent davon gefördert – ist ein stufenfreier Zugang zum Gelände der Propstei und zur Mariengrotte geschaffen worden. Der 50 Meter lange und etwa 1,2 Meter breite rollstuhlgeeignete Pflasterweg soll allen Besucherinnen und Besuchern an der Ecke Goethestraße/Sportplatzweg als Hauptzugang für das Gelände dienen und erschließt auch die historische Mariengrotte als Pilgerstätte stufenfrei.

Tradition wird nachhaltiger

Direkt gegenüber dem neugestalteten Aufgang zur Propstei liegt die Parkanlage, in der jedes Jahr im August im Ortsteil Zella Kirmes gefeiert wird. Zur Kirmes, die in vielen Dermbacher Ortsteilen eine lange Tradition hat, wird von den einzelnen Kirmesgesellschaften ein Baum geschlagen und im eigenen Ortsteil aufgestellt. Um diese Tradition nachhaltiger zu gestalten, hatte der Zellaer Kirmesverein eine Idee und diese an die Gemeinde herangetragen. An der Stelle des bisherigen Fundaments ist im Rahmen des Förderprogramms eine standorttypische Linde gepflanzt worden, die künftig als Kirmeslinde dient. Zur Neugestaltung der Anlage gehört zudem ein Kreis, der saisonal bepflanzt wird.  

Insgesamt setzt Dermbach mit seinen Ortsteilen 10 Projekte um. Ebenfalls bereits realisiert wurden eine Sternenpark-konforme Beleuchtung am Sportplatz in Diedorf, der Bau eines Himmelsschauplatzes auf dem Gläser sowie die Schaffung von E-Paper-Haltestellen im Feldatal. Auf dem Gläser wird es zudem einen Automaten mit regionalen Produkten geben, in Urnshausen wird eine öffentliche Bücherzelle eingerichtet, und auch die Beleuchtung an der Propstei Zella wird umweltverträglicher umgerüstet.

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Mensch BRRhoen-TH Tipp
news-2220 Tue, 20 Sep 2022 10:10:42 +0200 Eröffnung der Extratour „Der Ehrenberger“ am 8. Oktober https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/eroeffnung-der-extratour-der-ehrenberger-am-8-oktober Die Hessische Rhön ist ab sofort um einen neuen Premiumwanderweg reicher: Am 8. Oktober wird die Extratour „Der Ehrenberger“ feierlich eröffnet. Sie verläuft im Bereich des Ehrenbergs und verbindet die Hutungen der Gemeinde Ehrenberg (Rhön) zwischen Wüstensachsen und Reulbach. Das LIFE-Projekt Rhöner Bergwiesen, die Gemeinde und der Naturpark Hessische Rhön laden Groß und Klein ein, die rund 12 Kilometer lange Rundtour erstmals zu entdecken. Die neue Extratour ergänzt das Rhöner Wanderwegenetz um einen erlebnisreich gestalteten Premiumwanderweg. An sechs Stationen erfahren Wanderinnen und Wanderer, wie die Rhöner Hutungen entstanden sind und welche Vielfalt sich auf den bunt blühenden Wiesen und Weiden tummelt. Der Öffentlichkeit entlang eines neuen Wanderwegs die Zusammenhänge zwischen Landschaftspflege und Artenvielfalt im Grünland nahezubringen, ist eine konkrete Maßnahme des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen.

Hutungen stehen im Mittelpunkt der Tour

Nachdem bereits 2018 eine Extratour unter Federführung des LIFE-Projekts in Nüsttal eröffnet wurde, sollen jetzt die Hutungen im Mittelpunkt einer Tour stehen. Diese durch extensive Nutzung geprägte Weideform der Rhöner Kulturlandschaft ist aufgrund ihrer Bedeutung als Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Vögel für das LIFE-Projekt von besonderem Interesse. „Die Wahl ist auf Ehrenberg gefallen, da die Gemeinde mit Abstand über die meisten Hutungen in der Hessischen Rhön verfügt“, erklärt LIFE-Projektmanager Elmar Herget die Standortwahl. „Unter Berücksichtigung bereits bestehender Wanderwege haben wir gemeinsam mit der Gemeinde und dem Naturpark eine Runde ausgearbeitet, die einen landschaftlichen Höhepunkt mit dem nächsten verbindet.“

Auch Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner freut sich über das neue Angebot: „Dieser Wanderweg macht Ehrenberg nicht nur als Wander- und Tourismusstandort attraktiver, er würdigt auch die harte Arbeit unserer Landwirtinnen und Landwirte, die sich seit Jahrhunderten für die Erhaltung unserer herrlichen Kulturlandschaft einsetzen.“ 

Landrat Bernd Woide, der die Tour miteröffnen wird, ergänzt: „Mit der neuen Extratour entsteht ein weiteres hochwertiges Naturerlebnisangebot im Landkreis Fulda, das Einheimischen und Gästen den Wert und die Schönheit der Rhöner Kulturlandschaft vermittelt. Naturschutz und Tourismus schließen sich nicht aus, sie lassen sich prima miteinander verbinden.“

Im August und September haben Mitarbeiter des Naturparks Hessische Rhön und der Gemeinde die letzten Handgriffe für die Eröffnung erledigt. Es wurden Wege gesichert, Schilder angebracht, Infotafeln und Sitzgruppen aufgestellt. „Uns war es wichtig, die Zusammenhänge möglichst spannend zu transportieren“, sagt Elmar Herget. „Wandernde dürfen sich auf unterhaltsame Elemente wie Klapptafeln, einen Drehwürfel, zwei Hörstationen mit Geschichten über Land und Leute sowie ein Erlebnisfernrohr freuen, das den Panoramablick über die Ehrenberger Huten mit digitalen Informationen anreichert.“  

 

Zwei geführte Wanderungen am Eröffnungstag

Die neue 12,2 Kilometer lange Extratour „Der Ehrenberger“ wird am Samstag, den 8. Oktober 2022 um 9.30 Uhr offiziell eröffnet. Die Feierstunde mit Segnung findet auf dem Kirchplatz in Wüstensachsen statt. Unter anderem wird Fuldas Landrat Bernd Woide ein Grußwort sprechen. Anschließend werden zwei geführte Wanderungen entlang der neuen Extratour angeboten.

 

Die Extratouren, Rundwege zwischen 6,5 und 20 Kilometern Länge, werden vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert. Gemeinsam mit dem Premiumwanderweg „Der Hochrhöner“ stehen sie für die höchste Qualitätsstufe im Rhöner Wanderwegenetz. Mit 12,2 Kilometern ist „Der Ehrenberger“ für Wandernde geeignet, die eine Halbtages- oder Tagestour suchen. Der Rundweg hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Flyer zur Tour sind am Eröffnungstag erhältlich.

 

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LIFE
news-2219 Tue, 13 Sep 2022 15:00:18 +0200 Erinnerung zur Abgabe des HALM 2-Antrages bis zum 4. Oktober https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/erinnerung-zur-abgabe-des-halm-2-antrages-bis-zum-4-oktober Der Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Fulda informiert über die HALM 2-Antragsabgabe, deren Abgabefrist am 04.10.2022 (Ausschlussfrist) endet. Die Antragsfrist wird nicht verlängert. Die Anträge müssen deshalb bis zur Frist online eingereicht werden. Alle Landwirtinnen und Landwirte, die eine laufende HALM-Verpflichtung haben, wurden bereits im Mai über die Beendigung ihrer HALM-Verpflichtung zum 31.12.2022 schriftlich informiert. Hier wurde bereits auf die Anschlussförderung nach den neuen HALM-2-Förderbestimmungen hingewiesen. Da bislang noch sehr viele Landwirtinnen und Landwirte keinen Antrag gestellt haben, erinnert der Fachdienst Landwirtschaft noch einmal an die Antragsfrist am 4. Oktober 2022. Bis zu diesem Tag müssen die Anträge vollständig online eingehen. Eine Beantragung nach dem 04.10.2022 ist für den Verpflichtungsbeginn zum 01.01.2023 nicht möglich.
Die Antragstellung ist über das bekannte Agrarportal https://agrarportal-hessen.de möglich.

Landwirte können sich bei Rückfragen gerne an den zuständigen Berater oder die zuständige Beraterin des Fachdienstes Landwirtschaft wenden unter Telefon (0661) 60 06-Durchwahl:

Bearbeiter/in:

Durchwahl:

Gemeinden:

Herr Baier Herr Trapp

70 21 70 45

Dipperz, Ebersburg, Gersfeld, Künzell, Poppenhausen

Frau Hasenauer

70 38

Bad Salzschlirf, Eichenzell, Fulda, Großenlüder

Frau Gwosdek Frau Tielmann

70 43 70 42

Flieden, Hosenfeld, Kalbach, Neuhof

Herr Kecke Herr Becker

70 33 70 40

Eiterfeld, Rasdorf, Tann

Frau Meyer Herr Balzer

70 36 70 37

Burghaun, Hünfeld, Petersberg

Herr Stern

70 22

Ehrenberg, Hilders, Hofbieber, Nüsttal

Wichtige Änderung bei der HALM 2 – Maßnahme „Ökologischer Landbau (B.1)“
Ursprünglich wurde der Beihilfesatz für Dauergrünland mit 180 €/ha festgelegt.
Mittlerweile wurde nachgebessert und die Beihilfe für Dauergrünland auf 200 €/ha (Beibehalter) und 220 €/ha (Einführer) angehoben.
Bei Inanspruchnahme der Öko-Regelung Nr. 4 ab 2023 (Agrarantrag) beträgt die Beihilfe für Dauergrünland 150 €/ha (Beibehalter) und 170 €/ha (Einführer).

 

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LIFE
news-2218 Mon, 12 Sep 2022 12:28:07 +0200 Der Herbst ist da: Führungen mit den Rangerinnen und Rangern in der Bayerischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rangerfuehrungen-bayerische-rhoen-herbst-2022 Die Rangerinnen und Ranger der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön laden im Herbst zu spannenden Themenführungen und Feierabendtouren ein. 17.09.22 World Cleanup Day – Gemeinsam pack mers an!

Am 17.09.2022 ist World Cleanup Day, und unter dem Motto „Die Welt räumt auf, wir machen mit“, veranstaltet die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ein Ranger-„Rama Dama“ als geführte Wandertour. Doch an diesem Tag wird nicht nur aufgeräumt, denn an unterschiedlichen Stationen entlang der Route erfahren wir noch so einiges zum Thema Müll in der Natur und welche Auswirkungen dieser auf unsere Umwelt hat. Helfen Sie mit, unsere Natur und Landschaft wieder zum Glänzen zu bringen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für ein gemütliches Beisammensein und gemeinsamen Austausch im Berghaus Rhön. Treffpunkt: 10 Uhr am Parkplatz des Berghaus Rhön. Dauer: ca. 3 Std. Strecke: ca. 4 km und 100 Höhenmeter. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk, Arbeitshandschuhe. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Wir freuen uns auf Sie!

9.10.22 Auf großer Reise – Vogelzug im Biosphärenreservat

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und Stürme fegen das Laub von den Bäumen – der Herbst ist da!  Zu dieser Zeit beginnt auch das Zuggeschehen der tagsüber in ihre südlichen Überwinterungsgebiete ziehenden Vogelarten. Besonders gut lässt sich dieses Naturschauspiel an Stellen mit natürlichen Barrieren wie vor dem Alpenbogen oder am Bodenseeufer verfolgen. Aber auch in der Rhön können wir mit etwas Glück größere Zahlen ziehender Vögel beobachten. Die Führung lädt dazu ein, diesem Schauspiel beizuwohnen und nebenbei etwas über den Vogelzug sowie die Artbestimmung zu lernen. Ebenso erfahren Sie, wie Sie sich im Gelände verhalten sollten, um die Vögel während dieser anstrengenden Zeit nicht zu stören, und welche Rolle dabei die Rangerinnen und Ranger spielen. Treffpunkt: 8:30 Uhr am Kindergarten in Oberelsbach, Rosenweg 12. Dauer: ca. 3 Std. Strecke: ca. 800m Anstieg bis zum Aussichtspunkt. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk, Fernglas falls vorhanden. Anmeldeschluss: 07.10.22. Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de

01.11.22 Wandern mit dem Ranger – von früher bis heute!

Vom Parkplatz Holzberghof geht es entlang der sagenumwobenen Teufelsmühle zum idyllischen Rothsee. Dort angekommen, steigen wir erst mal hinab, begehen einen alten Braunkohlestollen und erfahren dabei etwas über die Geologie und die Bergbaugeschichte der Rhön. Wieder oben angekommen, genießen wir die tollen Ausblicke bis weit ins Frankenland und wandern entlang der Mittelhut durch das Naturschutzgebiet Lange Rhön. Dort sehen wir, wo heute noch Rhönschafe und Rinder diese einmalige Landschaft pflegen und so einen Beitrag zu ihrem Erhalt leisten. Auf dieser abwechslungsreichen Tour entdecken wir verschiedenste Lebensräume, erfahren warum diese so schützenswert sind und wie man als BesucherIn der Natur einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten kann. Treffpunkt:               10 Uhr am Parkplatz Holzberghof. Dauer: ca. 5,5 Std. Strecke: ca. 11,5km und ca. 200 Höhenmeter. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk und eine Brotzeit. Anmeldeschluss: 28.10.22. Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de

13.11.22 Was lebt in unseren Wäldern? Wildtiere in der Rhön

Still und heimlich verhalten sich die meisten Tiere des Waldes. Trotzdem gibt es einiges über sie zu lernen und zu entdecken. Gemeinsam machen wir uns im Waldgebiet Neuwirtshauser Forst auf die Suche nach ihren Spuren und erfahren, welche großen Säugetiere in unseren heimischen Wäldern leben, und wie wir uns verhalten können, damit sie sich in unserer Nähe möglichst wohl fühlen und wir sie nicht stören. Weiterhin werden wir uns ein sogenanntes Weisergatter ansehen, an welchem man unter anderem den Einfluss der Wildtiere auf die Waldentwicklung eindrucksvoll ablesen kann. Dabei bietet sich Raum für Diskussion über die Entwicklung des Waldes, die Jagd auf Wildtiere und wie das alles zusammenhängt. Zum Abschluss der Tour besteht die Möglichkeit einer gemeinsamen Brotzeit mit Blick auf Schönderling. Treffpunkt: 10 Uhr an der Kirche St. Joseph in Schönderling. Dauer: ca. 3 Std. Strecke: ca. 7km und ca. 130 Höhenmeter, familienfreundlich. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk und eine Brotzeit. Anmeldeschluss: 11.11.22. Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de.

Feierabendtouren

Feierabend und noch Lust, etwas zu unternehmen? Dann sind Sie herzlich dazu eingeladen, mit uns die vergessenen Pfade des Biosphärenreservats zu erkunden. Wir bewegen uns bewusst abseits der großen Tourismusmagnete und viel begangenen Routen und lernen dabei die schönsten Wanderwege kennen. Geführt von uns RangerInnen, erhalten Sie dabei neben interessanten Informationen zu Natur und Landschaft auch wertvolle Tipps für eine naturverträgliche Freizeitgestaltung.

29.09.22 – Zu Fuß am Rockenstein. Treffpunkt: 17:30 Uhr, Parkplatz Mühlackerstr. Oberweißenbrunn, Dauer ca. 2Std., Länge ca. 3 km und 150 Höhenmeter.

06.10.22 – Unterwegs am Zickzackküppel. Treffpunkt: 17:30 Uhr am Sportheim in Weißbach, Dauer ca. 1,5 Std., Länge ca. 3,6 km und ca. 150 Höhenmeter.

13.10.22 – Durch die Michelau. Treffpunkt: 17:30 Uhr, in Sondernau an der Straße in Richtung Wegfurt, Dauer ca. 1,5 Std., Länge ca. 4,6 km. 

Mitbringen: festes Schuhwerk, dem Wetter angepasste Kleidung, gegebenenfalls Regen- oder Sonnenschutz, etwas zu trinken und gegebenenfalls einen kleinen Snack oder eine Brotzeit. Wer hat, kann auch gerne ein Fernglas mitbringen.

Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de

Bitte beachten Sie: Ohne eine vollständige Ausrüstung ist eine Teilnahme an den Touren in der Regel nicht möglich. Die Teilnahme erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr.

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news-2213 Thu, 01 Sep 2022 08:57:00 +0200 Rhönschaf-Genießerwochen starten am 24. September – Bastelwettbewerb, Führungen, Kulinarik und mehr https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rhoenschaf-geniesserwochen-starten-am-24-september-2022 Der Herbst gehört dem Rhönschaf – das ist seit 2018 in der Rhön quasi Gesetz. Auch in diesem Jahr: Vom 24. September bis zum 16. Oktober laden die Rhön GmbH, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) und die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön wieder zu den länderübergreifenden Rhönschaf-Genießerwochen ein. Übernachten im Schäferwagen, das Schäferhandwerk kennenlernen, Rhönschaf-Gerichte genießen, sich am Spinnen und Filzen ausprobieren und mit dem vierbeinigen „Rasenmäher“ auf Wanderung gehen: Drei Wochen lang präsentiert sich in Bayern, Hessen und Thüringen ein buntes Programm rund um den wolligen Sympathieträger. Mit den Aktionswochen soll der besonderen alten Schafrasse und ihrer Bedeutung für die Rhöner Kulturlandschaft eine Plattform geboten werden. „Das Angebot konnte in diesem Jahr noch einmal erweitert werden“, freut sich Martina Klüber-Wibelitz von der Rhön GmbH, die die Genießerwochen seit Jahren zusammen mit Janet Emig vom VNLR) organisiert.

Im Fokus stehen der Schäferberuf, die Kulinarik und das Erlebnis. Die Gastronomie-Betriebe aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön bieten Rhönschaf-Gerichte an – darunter Rezepte, die im vergangenen Jahr im Rhönschaf-Genießerkochbuch veröffentlich wurden. Die Schäfereien laden auf ihren Hof oder zu Wanderungen mit den Schafen ein, und auch Übernachtungsangebote – zum Beispiel Schlafen im Schäferwagen – sind hinzugekommen. Aber auch handwerklich wird das Rhönschaf ins rechte Licht gerückt – ob beim Filzen, Stricken, Spinnen oder im Holzhandwerk. Krönender Abschluss der Genießerwochen ist am 16. Oktober das Hoffest auf dem Biolandhof Rönshausen, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum feiert. 

Ein Schaf im Schuhkarton

Die jungen Rhönerinnen und Rhöner sind anlässlich der Genießerwochen dazu aufgerufen, kreativ zu sein: Beim Wettbewerb „Schaf im Schuhkarton“ werden die schönsten gebastelten Rhönschafe gesucht. Teilnehmen können Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren. Die Gewinnerinnen und Gewinner, die in drei Altersklassen eingeteilt werden, können sich auf tolle Preise freuen – zum Beispiel auf Übernachtungen im Schäferwagen für die ganze Familie. Alle Infos zum Wettbewerb gibt es hier: www.biosphaerenreservat-rhoen.de/bastelwettbewerb-rhoenschaf-im-schuhkarton 

Ein echtes Original: Warum das Rhönschaf für die Region so wichtig ist

Das Rhönschaf, unverkennbar anhand seines wollig-weißen Körpers, dem schwarzen Kopf und den weißen Beinen, ist heute aus dem UNESCO-Biosphärenreservat nicht mehr wegzudenken und gilt als Maskottchen der Region. Noch vor wenigen Jahrzehnten sah das anders aus, das Rhönschaf war fast ausgestorben. Dabei ist es ein echtes Original und hat hier seinen Ursprung: 1844 gab es die erste nachweisliche Erwähnung beim Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen. So ist das Rhönschaf eine der ältesten Landschafrassen und wohl die bekannteste alte Haustierrasse.

Dank des Engagements von Naturschützern und Schäfern Ende der 90er Jahre konnte das Rhönschaf gerettet werden, sodass heute wieder rund 5000 Tiere im Land der offenen Fernen leben. Diese offene Fernen gebe es ohne die Schafhaltung nicht: Die artenreichen Rhöner Bergwiesen brauchen hungrige Schaf- und Ziegenherden, um nicht zu verbuschen. Verbuschen bedeutet: Die Flächen wachsen mit Büschen und Hecken zu, sodass zum Beispiel andere Pflanzen und auch bodenbrütende Vogelarten keinen Lebensraum mehr finden. Das Offenhalten der wertvollen Flächen wäre ohne Beweidung nicht leistbar. Das Rhönschaf, das mit den mageren Wiesen und dem rauen Klima in der Rhön bestens zurechtkommt, ist also Rasenmäher, Naturschützer und Landschaftspfleger in einem.

Auch in der Gastronomie spielt das Rhönschaf, das schon zu Zeiten Napoleons als Delikatesse galt, heute wieder eine zunehmend wichtige Rolle. Durch die ständige Bewegung des Schafs ist das Fleisch sehr zart und kurzfaserig, und die vielen Wildkräuter, die der Landschaftspfleger frisst, bilden den charakteristischen Geschmack. Der Verkauf des hochwertigen Fleischs ist für die Schäfereibetriebe trotzdem nicht einfach, da das Rhönschaf im Vergleich zu den typischen Fleischschafrassen nur wenig Fleisch liefert und gleichzeitig länger gehegt und gepflegt werden muss.

Um den Schäferinnen und Schäfern beim Aufrechterhalten des Traditionshandwerks unter die Arme zu greifen, gibt es im länderübergreifenden Biosphärenreservat zahlreiche Projekte – darunter das Erfolgsprojekt „RhönWollets“, das aus dem Abfallprodukt Wolle wieder eine zusätzliche Einnahmequelle für die Betriebe ermöglicht.

Hier geht's zum Programm der Rhönschaf-Genießerwochen 2022.

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VNLR
news-2217 Wed, 31 Aug 2022 10:57:00 +0200 Das Biosphärenzentrum Rhön „Haus der Langen Rhön“ ab dem 1. September 2022 mit neuen Öffnungszeiten https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/das-biosphaerenzentrum-rhoen-haus-der-langen-rhoen-bekommt-ab-dem-01-september-2022-neue-oeffnungszeiten Wir freuen uns, Sie von nun an ganzjährig von Montag bis Samstag zwischen 9 und 12.30 Uhr und von 13 bis 16 Uhr im Haus der Langen Rhön begrüßen zu dürfen. Sonntag Ruhetag! Schließtage: Rosenmontag, Heilig Abend, 1. Weihnachtsfeiertag sowie 31. Dezember und 1. Januar.

Neben Informationen rund um das Biosphärenreservat Rhön gibt es derzeit die Wanderausstellung So leben sie noch heute - Europa illustriert die Grimms der Stiftung Internationale Jugendbibliothek zu bestaunen. Diese Ausstellung nimmt die aktuelle europäische Märchenillustration in ihrer ganzen Breite in den Blick. Eine repräsentative Auswahl von Märchenausgaben aus 13 Ländern zeigt, wie frei von Bildtraditionen, wie originell, kühn und witzig die Märchen in die Gegenwart geholt werden können. Der Eintritt ist kostenfrei.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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news-2204 Fri, 26 Aug 2022 00:00:00 +0200 Auslegung des Entwurfs der Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/auslegung-des-entwurfs-der-thueringer-verordnung-ueber-das-biosphaerenreservat-rhoen Im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön wird der Anteil von Kern- und Pflegezonenflächen erhöht. Hierfür läuft auf Grundlage des Thüringer Naturschutzgesetzes ein Änderungsverfahren für die Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat. Die Unterlagen zum Entwurf der Verordnung sind im Zeitraum 5. September bis 4. November 2022 öffentlich für die Bürgerinnen und Bürger einsehbar – sowohl in Papierform als auch online. Warum wird das Verfahren eingeleitet? Wird das Biosphärenreservat vergrößert? Wie erfahre ich, was die Verordnung konkret für mein Grundstück bedeutet? Das Thüringer Umweltministerium hat auf seiner Webseite umfassende Informationen bereitgestellt. 

Hier finden Sie weitere Infos sowie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Änderungsverfahren.

Das Änderungsverfahren beruht auf den Regelungen in den §§ 9-11 des Thüringer Naturschutzgesetzes. Es beinhaltet eine Beteiligung der Träger öffentlicher Belange und eine öffentliche Auslegung der Schutzgebietsunterlagen innerhalb einer festgelegten Frist. Dazu wird der Entwurf der Verordnung zur Ansicht und zur Stellungnahme analog wie elektronisch zur Verfügung gestellt. Die Anregungen, Einwände und Bedenken werden ausgewertet und in eine Abwägung eingestellt.

Hier finden Sie die Auslegungs- und Beteiligungsunterlagen (Verordnungstext, Übersichtskarte, Schutzgebietskarte - bestehend aus 14 Blättern und weitere Detailkarten)

Der Entwurf der Rechtsverordnung einschließlich der dazugehörigen Karten kann gemäß §22 Absatz 1 und 2 Bundesnaturschutzgesetz und §10 Absatz 2 Satz 1 und 3 und Absatz 3 Thüringer Naturschutzgesetz in der Zeit vom 5. September 2022 bis einschließlich 4. November 2022 von jedermann kostenlos eingesehen werden. Im Downloadbereich finden Sie die Informationen zu den Auslegungsstellen.

 

Was sind Kernzonen, Pflegezonen und Entwicklungszonen?

Biosphärenreservate werden räumlich in drei Zonen gegliedert: Kern-, Pflege- und Entwicklungszone. Die Nutzung dieser Bereiche erfolgt in abgestufter Form.

Die Entwicklungszone umfasst den Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum und nimmt mit bis zu 80 % den größten Flächenanteil im Biosphärenreservat ein. In diesen Bereichen werden nachhaltige wirtschaftliche Entwicklungen gefördert und erprobt.

Die Pflegezone umfasst besonders empfindliche oder repräsentative Ausschnitte der charakteristischen Kulturlandschaft. Um diese und die darin bestehenden Lebensräume zu erhalten, ist in diesem Bereich eine extensive Nutzung möglich. Die Pflegezone nimmt mindestens 10 % der Gesamtfläche ein.

In der Kernzone kann sich die Natur gemäß ihrer eigenen Dynamik entwickeln. Dieser Bereich ist von menschlicher Nutzung ausgeschlossen, lediglich Forschung und Monitoring sind zulässig. Dieser Bereich muss mindestens 3 % der Gesamtfläche eines Biosphärenreservats einnehmen. Kernzone und Pflegezone zusammen sollen mindestens 20 % der Gesamtfläche betragen.

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news-2216 Thu, 25 Aug 2022 11:43:00 +0200 Reisen ohne Footprint: Künftig auch Trekkingplätze in der Rhön? https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/reisen-ohne-footprint Die Rhön könnte in Sachen alternative Übernachtungsmöglichkeiten ein Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Studierende der Kunsthochschule Kassel und der Naturpark Hessische Rhön sowie weitere Akteure eines neuen Trekking-Projekts haben sich in Hilders zum Austausch getroffen. Die Abschlusspräsentation der Studierenden, welche sich seit zwei Semestern intensiv und ganzheitlich mit den Themen Mobilität, Gastronomie und Übernachtung in der Rhön beschäftigt haben, wurde von den Anwesenden allumfänglich gelobt. Die Ergebnisse sind minimalinvasiv und fügen sich sehr gut in eine Nachhaltige Entwicklung des Tourismus im Einklang mit Natur- und Artenschutz ein. Ziel ist es, dass die Rhön durch sogenannte Trekkingplätze künftig vom weltweiten Trend des Trekkings profitiert.

Der Bedarf an alternativen Übernachtungsmöglichkeiten für Wandernde besteht insbesondere seit der Corona-Pandemie, infolge des zunehmenden illegalen Biwakierens im Freien und voll ausgelasteten Unterkünften in der Rhön. Ein Trend, der sich auch in anderen Großschutzgebieten Deutschlands abzeichnet. Um eine naturverträgliche Besucherlenkung zu erreichen, sollen in der Gebietskulisse mehrere legale Trekkingplätze geschaffen werden. Zur Ausstattung der Trekkingplätze sollen neu designte, innovative Übernachtungsplattformen und Komposttoiletten gehören. Bei den entwickelten Musterlösungen handelt es sich um Konstruktionen, die sich hinsichtlich der Materialauswahl und Gestaltung an den Nachhaltigkeitszielen orientieren und das Potential für eine Kleinserie haben.

Nach dem Willen des Naturparks Hessische Rhön und der Projektprofessorin Nicola Stattmann sollen so künftig Übernachtungen unter dem funkelnden Sternenfirmament des hiesigen Sternenparks Rhön möglich sein und ein neuartiges Naturerleben ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, geeignete Standorte für das Projekt zu finden. Um hochsensible Naturräume der Rhön nicht noch weiter zu belasten, werden daher Standorte an weniger frequentierten Orten bevorzugt. Auch eine Reaktivierung und Inwertsetzung von alten Zeltplätzen aus den 1960er und 1970er Jahren wird in Betracht gezogen. Mit dieser Aufgabe hat sich in den letzten Wochen der Praktikant des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön, Clemens Pleißner, intensiv beschäftigt und konnte mit seiner Auswahl potentieller Standorte entlang des HOCHRHÖNER und der Extratouren überzeugen.

Einige Eigentümer bzw. Betreiber von Flächen sicherten dem Projekt bereits eine Zusammenarbeit zu. Auch Vertreter und Vertreterinnen der Gemeinden und der Rhön GmbH sind vom Projekt überzeugt und wünschen sich eine schnelle Umsetzung erster Trekkingplätze. Das Projekt in Hessen soll als Basis für eine rhönweite und damit länderübergreifende Form alternativer Übernachtungsmöglichkeiten dienen.

Torsten Raab, Geschäftsführer des Naturparks Hessische Rhön, meint vorrauschauend: „Ein Prototyp wird wohl in diesem Herbst schon entstehen.“Im weiteren Verlauf des Projekts sollen nun Genehmigungen der Standorte, Fördermöglichkeiten und Absprachen mit allen Akteuren eingeholt und durchgeführt werden. Insbesondere die Abstimmung mit dem ehrenamtlichen Naturschutz ist allen Beteiligten ein wichtiges Anliegen. Wenn es nach Plan läuft, können Reisende auf Schusters Rappen mit Beginn der Trekking Saison im Frühjahr sich auf tolle neue Plätze inmitten der Rhöner Natur erfreuen.

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Natur VNLR BRRhoen-HE
news-2215 Tue, 23 Aug 2022 11:43:00 +0200 Bergwaldprojekt-Freiwillige arbeiten für den Schutz des Goldenen Scheckenfalters in der Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bergwaldprojekt-rhoen Rund 40 Freiwillige des Bergwaldprojekts sind vom 21. August bis 3. September 2022 wieder im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im Einsatz. In dieser Zeit werden sich die Teilnehmenden aus ganz Deutschland, unter ihnen im Rahmen der Bergwaldprojekt-Waldschule auch Studierende der Universität Würzburg, die ein Seminar zum Thema „Bildung für nachhaltige Entwicklung in Theorie und Praxis“ mit Schwerpunkt Kulturlandschaften belegt haben, vor allem um das Vorkommen des seltenen Goldenen Scheckenfalters und die Pflege seines Habitats kümmern. Dafür werden am Mathesberg Wiesen gemäht, und es werden Gehölze entfernt. Daneben soll der Einsatz die Freiwilligen für eine nachhaltige Lebensweise in ihrem Alltag sensibilisieren.

Die Ehrenamtlichen werden in den beiden Einsatzwochen unter der Anleitung von Fachleuten vom Bergwaldprojekt e.V. und unter der Regie von Jan Knittel, Ranger bei der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, Freiflächen – zum Teil mit Handsensen – mähen und das Mähgut abtransportieren, damit die Nährstoffe von der Fläche genommen werden. Außerdem werden Gehölze entfernt. Dabei wird darauf geachtet, dass die Teufelsabbisse als Futterpflanzen für die Raupen des Goldenen Scheckenfalters stehen bleiben. Das Biosphärenreservat Rhön ist eines von nur noch wenigen Gebieten in Deutschland, in denen der schöne und als stark gefährdet eingestufte Falter vorkommt.

„Der Erhalt der Artenvielfalt ist nicht nur von politischen Rahmenbedingen abhängig, sondern erfordert auch immer die konkrete Arbeit vor Ort. Die Freiwilligen leisten hier mit ihrem persönlichen Einsatz einen ganz konkreten Beitrag zum Erhalt des Ökosystems und der Artenvielfalt. Nebenbei erleben sie bei ihrer Arbeit auch hautnah die faszinierende Landschaft der Hoch-rhön“, sagt Biosphärenreservat-Ranger Jan Knittel. Henning Aulich vom Bergwaldprojekt e.V. ergänzt: „Wer sich freiwillig tatkräftig für die Artenvielfalt engagiert, entwickelt auch eine neue Beziehung zur Natur. Die in den Einsatzwochen gemachte Erfahrung der Selbstwirksamkeit bestärkt die Teilnehmenden darin, auch den eigenen Alltag naturverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Sie beteiligen sich damit aktiv am notwendigen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft.“

Neben der praktischen Arbeit ist wie bei allen Projektwochen ein gemeinsamer Exkursionsnachmittag vorgesehen, um die vielfältigen Aspekte des Biosphärenreservates und dessen Bedeutung für Mensch und Natur zu beleuchten. Untergebracht ist die Gruppe auf dem Spiegelshof in Melperts teils im Heulager. Eine eigene Köchin kümmert sich mit vegetarischer Vollwertkost – mit möglichst regionalen und saisonalen Zutaten – um die Verpflegung der Gruppen. Die zweite Einsatzwoche wird mit einer finanziellen Spende von 7.500 € vom Gastransportnetzbetreiber terranets bw unterstützt.

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt organisiert Freiwilligeneinsätze im Wald, im Moor und in Kulturlandschaften. Dieses Jahr wird der Verein mit seinen Einsatzwochen allein in Deutschland ca. 4.000 Freiwillige in die Natur bringen, und es finden 161 Projektwochen an 81 verschiedenen Standorten in ganz Deutschland statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind der Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme, den Teilnehmenden die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit zu einem naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Weitere Informationen unter www.bergwaldprojekt.de.

HINWEIS AN REDAKTIONEN: Sie sind herzlich eingeladen, sich selbst einen Eindruck von den Arbeiten vor Ort zu machen.

Pressekontakt
Jan Knittel
Hessische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön
Naturschutzwacht / Ranger
Tel.: 0661 6006 7818
E-Mail: jan.knittel@br-rhoen.de

Lena Gärtner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bergwaldprojekt e.V.
Tel.: 0931 991 220 11
E-Mail: lg@bergwaldprojekt.de
 

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Natur BRRhoen-HE
news-2205 Mon, 22 Aug 2022 09:39:00 +0200 Abschaltung von Beleuchtung: Kommunen beteiligen sich an zweiter länderübergreifender Aktion „Licht aus, Sterne an!“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/licht-aus-sterne-an-2022 Schon zum dritten Mal in Folge hat die Rhön GmbH in Kooperation mit den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön die Rhöner Sternenparkwochen organisiert. Zum Abschluss der beliebten Aktionswochen werden sich auch in diesem Jahr Kommunen in Bayern, Hessen und Thüringen an der Aktion „Licht aus, Sterne an!“ beteiligen und damit ein Zeichen für den Schutz der Nacht und das länderübergreifende Engagement gegen Lichtverschmutzung setzen. In der Nacht zum 28. August wird in einigen Ortslagen ein Teil der öffentlichen Straßen- beziehungsweise Gebäudebeleuchtung zeitweise abgeschaltet. Die natürliche, dunkle Nachtlandschaft und der (Sternen-)Himmel sind aufgrund der geringen Lichtverschmutzung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders sicht- und erlebbar. Mit den Sternenparkwochen wird diese Besonderheit in den Fokus gerückt. Noch bis zum 28. August stehen wieder zahlreiche Erlebnis-, Info-, Gastronomie- und Übernachtungsangebote rund um Sonne, Mond und Sterne auf dem Programm.

Dass der Sternenhimmel hier ein besonderes Erlebnis ist, kommt nicht von ungefähr: Mit der Auszeichnung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön als internationaler Sternenpark im Jahr 2014 war das Versprechen verbunden, dass sich die Region für den Schutz der Nacht einsetzt. Die teilnehmenden Kommunen sind eine Selbstverpflichtung eingegangen und haben einer Sternenpark-konformen Beleuchtungsrichtlinie zugestimmt. Zum Abschluss der Sternenparkwochen wollen einige Kommunen ein Zeichen setzen und schalten in der Nacht vom 27. auf den 28. August an ausgewählten öffentlichen Stellen – Straßen oder Gebäuden – die Beleuchtung zeitweise aus. Viele von ihnen haben sich bereits 2021 beteiligt.

Mit dabei sind im Jahr 2022

Bayern: Bischofsheim, Ostheim, Hammelburg, Fladungen, Fuchsstadt, Stadt Bad Brückenaum, Oberelsbach

Hessen: Hilders, Ehrenberg, Tann, Ebersburg, Eichenzell, Petersberg, Sternenstadt Fulda, Gersfeld

Thüringen: Helmershausen, Geba, Wohlmutshausen (Rhönblick), Föhlritz (Dermbach), Stadt Geisa, Buttlar (Buttlar), Schleid, Motzlar, Kranlucken, Zitters (Gemeinde Schleid), Sünna, Räsa, Pferdsdorf, Hofgemeinden Deicheroda, Mosa, Hüttenroda, Mühlwärts (Gemeinde Unterbreizbach), Wölferbütt (Vacha), Herpf, Stepfershausen, Träbes (Stadt Meiningen), Kaltenwestheim (Stadt Kaltennordheim), Aussichtsplattform Noahs Segel (Oberweid)

„Wir freuen uns über die große Resonanz aus den Kommunen“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. „Uns ist bewusst, dass die Möglichkeiten des Abschaltens in den unterschiedlichen Versorgungsgebieten anders geregelt und mit unterschiedlichem Aufwand verbunden sind. Umso schöner ist es, dass sich so viele beteiligen.“

Hintergrund zur Aktion

Kommunen stellen die Straßenbeleuchtung allen Bürgerinnen und Bürgern selbstverständlich zur Verfügung. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Beleuchtung der Straße gibt es jedoch nicht. Dem gegenüber stehen die schädlichen Auswirkungen von Licht bei Nacht als Umwelteinwirkung im Sinne des Bundesimmissionsschutzgesetzes, insbesondere in Bezug auf die Biodiversität. Nicht zuletzt ist künstliches Licht immer mit Energieerzeugung und -verbrauch verbunden. Die Aktion „Licht aus, Sterne an!“ soll an den Schutz der natürlichen Dunkelheit der Nacht erinnern und Aufmerksamkeit darauf lenken, dass künstliches Licht auch in Zeiten von LED keine Selbstverständlichkeit ist.

Hinzu kommt, dass die Betrachtung des Sternenhimmels ein gemeinschaftliches Gut und das Verstehen der astronomischen Zusammenhänge eines der ältesten Kulturleistungen der Menschheit darstellt (Kalender und Navigation). Insbesondere aber steht der massive Rückgang der Insekten im Vordergrund, denn seit dieser ins öffentliche Bewusstsein gelangt ist, wird auch der Einfluss künstlicher Beleuchtung auf das Insektensterben anerkannt, und gesetzliche Vorgaben für eine insektenfreundliche Beleuchtung werden formuliert. Unter anderem ist das Bundesnaturschutzgesetz diesbezüglich aktualisiert worden.

„Mit der Aktion wollen wir daher den Rhönerinnen und Rhönern und auch den Touristen nicht nur ein tolles natürliches Nachterlebnis, sondern auch einen erlebbaren Zugang zum Naturschutz, und – über die Astronomie – zu den Naturwissenschaften bieten“, sagt Sabine Frank, Sternenpark-Koordinatorin beim Landkreis Fulda.

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news-2212 Sun, 21 Aug 2022 11:53:00 +0200 Öffentliche Bekanntmachung der Auslegung des Entwurfs der Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bekanntmachung-auslegung-entwurf-thueringer-verordnung Das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz als oberste Naturschutzbehörde beabsichtigt die Änderung der bestehenden Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat Rhön. Der Entwurf der Rechtsverordnung einschließlich der dazugehörigen Karten kann hiermit gemäß § 22 Absatz 1 und 2 Bundesnaturschutzgesetz und § 10 Abs. 2 Satz 1 bis 3 und Absatz 3 Thüringer Naturschutzgesetz in der Zeit vom 05. September 2022  bis einschließlich 04. November 2022 von jedermann kostenlos eingesehen werden. An folgenden Stellen:

  • Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
    Abteilung Naturschutz und Nachhaltigkeit
    Referat 43
    Löberstraße 34
    99096 Erfurt

    Montag bis Donnerstag 9:00 bis 11:30 Uhr und  13:30 bis 15:30 Uhr
    Bitte vereinbaren Sie einen Termin zur Einsichtnahme in die Auslegungsunterlagen. Die Kontaktdaten sind:  0361 57-393 - 4439 oder – 4405 (telefonisch), BiosphaereRhoen@tmuen.thueringen.de (E-Mail).
     
  • Internetseite des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz unter https://umwelt.thueringen.de, weiter unter: „Startseite-Aktuelles-Öffentlichkeitsbeteiligung-Öffentliche Auslegung und Beteiligung zur Änderung der Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat Rhön“
     
  • Thüringer Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön
    Propstei Zella
    Goethestraße 1
    36466 Dermbach, OT Zella/Rhön
    Montag bis Freitag 9:00 bis 11:3 0 Uhr, Montag bis Donnerstag 13:30 bis 15:00 Uhr
    Bitte vereinbaren Sie einen Termin zur Einsichtnahme in die Auslegungsunterlagen.
    Die Kontaktdaten sind: 0361 57 3923 330 (telefonisch), poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de (E-Mail).
     
  • Landkreis Schmalkalden-Meiningen
    Fachdienst Natur- und Immissionsschutz
    Untere Naturschutzbehörde
    Haus IV, Raum 107
    Obertshäuser Platz 1
    98617 Meiningen

    Montag, Dienstag und Freitag: 08:30 – 12:00 Uhr, Donnerstag: 8:30 – 12:00 Uhr und 13:00 – 17:30 Uhr
    Bitte beachten Sie, dass es infolge der Corona-Pandemie zu geänderten Öffnungszeiten kommen kann.
    Informieren Sie sich bitte daher über die aktuellen Öffnungszeiten und vereinbaren Sie einen Termin zur Einsichtnahme.
    Die Kontaktdaten sind:  03693 - 485 8368 (telefonisch), fd.nis@lra-sm.de (E-Mail).
     
  • Wartburgkreis
    Umweltamt
    Untere Naturschutzbehörde
    Raum 202
    Andreasstraße 11
    36433 Bad Salzungen

    Montag, Dienstag und Freitag:  09:00 - 12:00 Uhr, Donnerstag: 9 - 12 Uhr und 13 - 18 Uhr

    Bitte beachten Sie, dass es infolge der Corona-Pandemie zu geänderten Öffnungszeiten kommen kann.
    Informieren Sie sich bitte daher über die aktuellen Öffnungszeiten und vereinbaren Sie einen Termin zur Einsichtnahme.
    Die Kontaktdaten sind 0 36 95 / 61 - 67 01 (telefonisch),  umwelt@wartburgkreis.de, (E-Mail).

Bedenken und Anregungen können während der oben angegebenen Auslegungsfrist entweder schriftlich beim Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Referat 43, Postfach 900365, 99106 Erfurt oder elektronisch per E-Mail an: BiosphaereRhoen@tmuen.thueringen.de vorgebracht werden.

Diese Bekanntmachung wird auch auf der Internetseite des TMUEN unter https://umwelt.thueringen.de, weiter unter: „Startseite-Aktuelles-Öffentlichkeitsbeteiligung-Amtliche Bekanntmachung der Auslegung des Entwurfs der Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat Rhön“ veröffentlicht.

Mit dieser öffentlichen Bekanntmachung sind Veränderungen und sonstige Handlungen, die geeignet sind, den Schutzgegenstand nachteilig zu verändern, in den Kern- und Pflegezonen verboten.

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news-2208 Wed, 10 Aug 2022 10:37:00 +0200 Dem Himmel so nah: Rhöner Sternenparkwochen vom 12. bis 28. August https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/sternenparkwochen-2022 Die Rhöner Sternenparkwochen finden dieses Jahr vom 12. bis 28. August statt. Bereits zum dritten Mal dreht sich in der Rhön wieder alles rund um Sonne, Mond und Sterne. Jedes Jahr kreuzt die Erde im August auf ihrer Bahn den Meteoritenstrom der Perseiden. Um den 12. August, pünktlich zum Auftakt der Sternenparkwochen, wird der Höhepunkt erreicht: Am wolkenfreien Nachthimmel kann man unzählige Sternschnuppen „vom Himmel fallen“ sehen. In diesem Jahr wird der Meteorstrom vom Vollmond begleitet, der die Rhön in einem besonderen Licht erstrahlen lässt.

Dass der Sternenhimmel hier ein besonderes Erlebnis ist, kommt nicht von ungefähr: Mit der Auszeichnung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön als internationaler Sternenpark im Jahr 2014 war das Versprechen verbunden, dass sich die Region für den Schutz der Nacht einsetzt. Lichtverschmutzung wird in den Sternenpark-Kommunen durch gezielte Maßnahmen eingedämmt. Das schützt die Artenvielfalt und unsere Gesundheit – und ermöglicht eine klare Sicht ins Universum.

„Wir freuen uns, die Sternenparkwochen bereits zum dritten Mal ausführen zu können. Durch unterschiedliche Angebote – im Bereich Erlebnis, Kulinarik und Übernachtung – können wir Gästen und Einheimischen unser Himmelszelt näherbringen. Die enge Zusammenarbeit der Rhön GmbH mit den Verwaltungen des Biosphärenreservats und dem Verein Sternenpark Rhön e. V. ermöglicht es, die Besonderheit des Sternenparks aufzuzeigen und erlebbar zu machen – und gleichzeitig auf das Engagement der Region für den Schutz der Nacht aufmerksam zu machen“, freut sich Silvia Hillenbrand, Projektmanagerin bei der Rhön GmbH.

Hierbei unterstützen auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Sternenpark-Kommunen, die mit der Aktion „Licht aus, Sterne an!“ ein Zeichen setzen wollen. In der Nacht zum 28. August wird in einigen Ortslagen ein Teil der öffentlichen Straßen- beziehungsweise Gebäudebeleuchtung zeitweise abgeschaltet.

Das kann man erleben

Während der Sternenparkwochen können Gäste und Einheimische viel Neues entdecken. Die Angebote reichen von Nachtfotografie-Kursen am Ellenbogen über Waldbaden mit Sternenparkinfos in Fladungen bis hin zu Wanderungen unterm Sternenzelt und zu Himmelsschauplätzen.

Rund um den Rhöner Sternenpark dreht sich auch alles beim Sternenparkfest in Kaltennordheim, das mit einem thematisch passenden Puppentheater, einer Sternenparkführung und einem Skydinner zahlreiche himmlische Highlights bietet.

Bei einem regionalen Picknick unterm Sternenzelt in Tann, einer Sternenwanderung inklusive Gute-Nacht-Cocktail in Neuwirtshaus oder einer Verkostung regionaler Spezialitäten mit Sternengeschichten unterm Himmelszelt des Genussortes Ostheim kommen auch Genießer voll und ganz auf ihre Kosten.

Wer mehr zum Thema Sternenpark Rhön und Schutz der Nacht erfahren möchte, kann zwischen zahlreichen Sternenparkführungen mit den zertifizierten Sternenführerinnen und Sternenparkführern wählen.

„Die Kreativität in den Angeboten zeigt, dass der Sternenpark viel Potential für die Rhön bietet. Es ist schön zu sehen, wie Naturschutz und Tourismus voneinander profitieren können.“

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Sternenpark Rhön
news-2214 Wed, 10 Aug 2022 10:30:00 +0200 Tierfreundlich, energiesparend, bodenschonend: Großes Interesse an Vorführung eines Doppelmessermähwerks https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/tierfreundlich-energiesparend-bodenschonend-grosses-interesse-an-vorfuehrung-eines-doppelmessermaehwerks Umweltfreundlich Mähen mit neuester Technik: Zu diesem Thema kamen im Juli interessierte Landwirtinnen und Landwirte auf Einladung des LIFE-Projekts „Rhöner Bergwiesen“ im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zusammen, um ein Doppelmessermähwerk in der Praxis zu erleben. Mit der Vorführung sollten mehr Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter von Grünland mit der Technik vertraut gemacht und von deren Mehrwert für die Artenvielfalt überzeugt werden. Das Interesse im Fachpublikum war groß: Rund 35 Zuschauerinnen und Zuschauer ließen sich von Landwirt Walter Schneider auf einer Bergmähwiese auf dem Buchschirm bei Hilders sein Schmetterlingsmähwerk in Aktion zeigen. Wie Ulla Heckert vom LIFE-Projekt informierte, hat die Mahd mit dem Doppelmesser aus ökologischer Sicht viele Vorteile: Durch den geraden Schnitt über dem Boden überleben mehr Insekten und andere Kleintiere als beim Mähen mit einem Kreiselmäher. Dieser saugt durch die Rotationsbewegung der Messer die Pflanzen samt darauf sitzenden Tieren ins Mähwerk ein und tötet die meisten. Noch gravierender wirkt sich der Einsatz eines Aufbereiters aus, der das Mahdgut mechanisch verletzt, damit es schneller trocknet. Auch ist der Energieaufwand mit den leichteren Doppelmessermähwerken erheblich geringer als mit Scheibenmähwerken, wie Lukas Kümmel von der Firma Rhöner Landtechnik ergänzte. Sie können selbst mit kleineren Traktoren bedient werden. Es entstehen geringere Schäden an der Grasnarbe, der Boden wird weniger verdichtet. Zudem wird das Futter vergleichsweise wenig verschmutzt.

Zu den Nachteilen gehören die relativ hohen Anschaffungskosten, längere Rüstzeiten sowie ein erhöhter Wartungsaufwand für die Messer. Auch seien die Messerbalken nicht uneingeschränkt für jedes Gelände empfehlenswert, gab Kümmel zu bedenken.

„Wer die Anschaffung eines Doppelmessermähwerks in Erwägung zieht, kann sich bei den entsprechenden Landtechnik-Firmen umfassend beraten lassen“, empfiehlt Michael Köhler vom Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises Fulda. Betriebe, die kein eigenes Doppelmessermähwerk anschaffen wollen, können ihre Flächen auch gegen Lohn von anderen tierfreundlich mähen lassen. Die Anschaffung eines eigenen Schleifautomaten sei nicht unbedingt notwendig, da einige Landtechnik-Betriebe das Schleifen von Mähmessern als Service anbieten.

Um den arbeitswirtschaftlichen Mehraufwand auszugleichen, fördert das Land Hessen das tierschonende Mähen mit einem Sonderprogramm. Informationen zur Förderung erteilen Jessica Eifert und Michael Köhler vom Fachdienst Natur und Landschaft des Landkreises unter 0661/6006 7940 oder -7937. Informationen zu Angeboten des LIFE-Projekts speziell für die Landwirtschaft gibt es bei Ulla Heckert, ulla.heckert@br-rhoen.de, Telefon 0151/65662936.

Im Anschluss stellte Lukas Kümmel noch einen umweltfreundlichen Kammschwader vor, mit dem sich das Mahdgut besonders locker und sauber in den Schwad legen lässt.     

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LIFE
news-2211 Mon, 08 Aug 2022 11:51:00 +0200 E-Mobilitätstag und geführte E-Bike-Tour in Thüringen zum Entwicklungszonentag am 11. September https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/entwicklungszonentag-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-e-mobilitaetstag-in-hessen-gefuehrte-e-bike-tour-in-thueringen Im größten Teil des UNESCO-Biosphärenreservats – der Entwicklungszone, die etwa 75 Prozent der Fläche ausmacht – gibt es nur wenige bis keine Auflagen oder Einschränkungen. Hier können Landwirtschaft, Gewerbe und Industrie unter den üblichen gesetzlichen Auflagen wirtschaften. Auf freiwilliger Basis sollen hier nachhaltige Nutzungs- und Wirtschaftsformen erprobt, modellhaft umgesetzt und praktiziert werden. Diese stehen am Entwicklungszonentag, dem 11. September, im Vordergrund – mit dem Fokus auf dem Thema E-Mobilität. Parallel zum E-Mobilitätstag in Eiterfeld wird im Thüringer Teil des Biosphärenreservats eine geführte E-Bike-Tour angeboten. Zu der Radtour lädt die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr in Pferdsdorf am Parkplatz Ulsterbrücke. Ab hier geht es über den Ulsterberg und weitere verschiedene Stationen, darunter Bermbach, Borsch und Geisa, über den Ulstertalradweg Richtung Buttlar und Wenigentaft wieder zurück. An mehreren Stopps erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in unterschiedliche Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung – darunter zum Beispiel der neue Naturerlebnispfad am Ulsterberg, den die Einheitsgemeinde Unterbreizbach derzeit errichten lässt.

Die Tour ist etwa 25 Kilometer lang, es werden 350 Höhenmeter zurückgelegt. Ende der Veranstaltung ist gegen 18 Uhr geplant. Unterwegs ist eine Pause zum Stärken in Geisa geplant (Teilnehmende zahlen selbst). Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, kurze formlose Anmeldung unter Telefon (0361) 57392 3330 oder per E-Mail an poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de.
(Hinweis: E-Bikes werden nicht gestellt, diese müssen selbst organisiert werden)

Auf hessischer Seite findet von 11 bis 18 Uhr in der Marktgemeinde Eiterfeld wieder der Tag der E-Mobilität statt, bei dem Händler und Hersteller die Vielfalt der Elekto-Antriebe präsentieren – vom E-Bus über E-Pkws bis hin zu E-Bikes und Akku-Gartengeräten. Auch Ladetechnik und PV-Anlagen gehören wieder zum Programm der kleinen Messe. Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, unter anderem zu Themen wie Wasserstofftechnologie und E-Mobilität, runden die Präsentationen ab. Die Hessische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und der Verein Natur- und Lebensraum Rhön informieren über Projekte der nachhaltigen Regionalentwicklung.

Zonierung – warum?

Um die vielfältigen Aufgaben und Ziele umzusetzen, sind UNESCO-Biosphärenreservate nach internationalen Leitlinien räumlich in drei Zonen unterteilt. Abgestuft nach den menschlichen Einflüssen, werden die Gebiete in Kern-, Pflege- und Entwicklungszone gegliedert.

Die Kernzonen, die insgesamt drei Prozent der Fläche eines Biosphärenreservats ausmachen sollen, stehen repräsentativ für den zu schützenden Naturraum oder für Bereiche, die sich durch Prozessschutz zu natürlichen oder naturnahen Ökosystemen entwickeln können. Das Ziel ist, der Natur einen Rückzugsort ohne menschliche Einwirkung zu bieten und eine ungestörte Entwicklung zu ermöglichen. Menschliches Wirken konzentriert sich auf Forschung und Monitoring und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Schwerpunkte sind vor allem das Erleben von Wildnis und das Verständnis für die Entstehung von Wildnis.

Umgeben wird die Kernzone von der Pflegezone, die die Kernzone von äußeren Beeinträchtigungen abschirmen soll. Schonende Landnutzungsverfahren dienen dazu, die wertvollen Ökosysteme der Kulturlandschaft zu erhalten. In vielen Bereichen ist eine gezielte und naturverträgliche Nutzung unabdingbar, da der Fortbestand zahlreicher Tier- und Pflanzenarten von dem Erhalt der Kulturlandschaft abhängt.

Die Entwicklungszone umfasst den Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum der Bevölkerung. In den Entwicklungszonen im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön leben rund 210.000 Menschen. In diesen Bereichen soll vor allem durch umwelt- und ressourcenschonende Arbeitsweisen die Wertschöpfung der Region gesteigert werden. Exemplarisch soll so eine nachhaltige Entwicklung im Einklang von Mensch und Natur gefördert werden.

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VNLR
news-2210 Thu, 04 Aug 2022 09:06:00 +0200 Nachruf: Schäfer Dietmar Weckbach aus Ehrenberg-Wüstensachsen war ein Rhöner Original https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/nachruf-dietmar-weckbach Mit Dietmar Weckbach, der am 29. Juli 2022 verstorben ist, verliert die Rhön ein Original. Er hat das Schäferhandwerk im Biosphärenreservat geprägt wie kein anderer. Wer den Namen Weckbach hört, denkt an das Rhönschaf – zu Recht. Dietmar Weckbach ist es zu verdanken, dass Ende der 90er Jahre auf Initiative des BUND eine Herdbuchherde aus Nordhessen in die Rhön geholt und vor dem Schlachthof gerettet werden konnte. Mit der Übernahme der damals 250 Tiere hat er dem zeitweise vom Aussterben bedrohten Rhönschaf im Landkreis Fulda wieder eine Zukunft gegeben. Er und später auch sein Sohn Moritz sind unverzichtbare Partner für die Landschaftspflege und den Erhalt des wertvollen Grünlands im oberen Ulstertal geworden.

Auch die Umweltbildung im Biosphärenreservat hat er jedes Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen maßgeblich unterstützt. Das Hoftor der Schäferei Weckbach steht seit jeher offen für Besuchergruppen jeden Alters. Wer Dietmar Weckbach bei einer Rhönschaf-Wanderung begleitet hat oder zum Essen Gast in seiner Schäferhütte war, konnte spüren, wie sehr ihm „seine Rhön“ am Herzen liegt. Die Schäferei hat er stets mit Leidenschaft erfüllt – allen Herausforderungen zum Trotz, die das Aufrechterhalten eines Traditionshandwerks für kleine Familienbetriebe mit sich bringt.

Dietmar Weckbach wird den Rhönerinnen und Rhönern, auch über die Landesgrenzen hinaus, in Erinnerung bleiben. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen.

 

Bernd Woide, Landrat des Landkreises Fulda

Torsten Raab, Leiter Hessische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Dr. Hubert Beier, Vorsitzender Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR)

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VNLR
news-2207 Fri, 29 Jul 2022 10:20:04 +0200 Rhöner Landwirtinnen und Landwirte schaffen im Projekt "BROMMI" Lebensraum für Insekten https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rhoener-landwirtinnen-und-landwirte-schaffen-im-projekt-brommi-lebensraum-fuer-insekten Auf Wiesen und Äckern im Markt Oberelsbach, in Wollbach und Lebenhan blüht es derzeit stellenweise kunterbunt. Diese Blüh-, Wiesen oder Kleegrasstreifen bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Heuschrecken Nahrung – und Platz für ihre Kinderstube. Was aussieht, als wäre den Landwirtinnen und Landwirten beim Mähen die Lust ausgegangen, ist als aktive Maßnahme Teil eines deutschlandweiten Projekts zum Insektenschutz. Wiltrud Fischer vom WWF Deutschland, die das „BROMMI“-Projekt im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön betreut, ist begeistert von der Anzahl der Insekten, die an sonnigen Tagen auf diesen Flächen flattern und kreuchen: „Die Streifen zeigen Wirkung!“ Im Projekt BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz – wird in fünf deutschen Biosphärenreservaten in enger Zusammenarbeit mit den Landnutzenden untersucht, wie die Integration von Insektenlebensraum in die Bewirtschaftung gut und effizient gelingen kann. Ziel ist es, dass Insektenreichtum wieder selbstverständlicher Teil der Landwirtschaft wird. Auch der bayerische Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön gehört zur Kulisse des Anfang 2021 gestarteten Projekts. Im Fokus stehen im Landkreis Rhön-Grabfeld Oberelsbach, Unterelsbach, Sondernau, Wollbach und Lebenhan sowie im Landkreis Bad Kissingen Poppenroth, Stralsbach und Schlimpfhof.

Aktuell engagieren sich insbesondere Biobauern in dem Projekt – unter ihnen Theo Heimgärtner aus Oberelsbach. Er schwärmt von den „Insektenwolken“, die dank eines speziellen Mähwerks bei der Mahd unverletzt davonfliegen. Und Eberhard Räder aus Bastheim hat sich getraut, den wohl ersten Insektenwall in der Rhön zu pflügen. Insektenwälle sind rund 50 Zentimeter hohe und etwa drei Meter breite Wälle, die mit Horstgräsern und Blühmischungen eingesät werden. Die Idee kommt aus England, wo die Wälle zur Förderung der Insektenvielfalt erprobt sind. Ebenso wie Eberhard Räder setzen Klaus Zimmer aus Wollbach und Cindy Pörtner aus Oberelsbach auf ihren Feldern eine Vielzahl von Maßnahmen um – unter anderem artenreiche Untersaaten und Blühstreifen mit heimischem Arten wie Wiesen-Kümmel, Kornblume und Wiesen-Flockenblume. Diese sind zwar etwas unscheinbarer als solche mit mediterranen Arten und Kulturpflanzen wie Sonnenblumen, sind jedoch für eine Vielzahl von Insekten immens wertvoll.

Unterwegs mit dem Kescher: Insekten werden gezählt

Um den Erfolg all dieser Maßnahmen zu messen, haben sich die Projektverantwortlichen Unterstützung von Expertinnen und Experten geholt, die die Entwicklung der Insektenzahlen auf den Flächen mit und ohne Maßnahmen beobachten. Auf Wiesen und Kleegrasflächen zählen sie Tagfalter und Heuschrecken – mit Keschern und einem Isolationsquadrat, einer nach unten offene Kiste, die mit einem weißen Tuch bespannt ist und auf das Feld gesetzt wird. Die ersten Ergebnisse werden im Herbst erwartet.

„Im nächsten Schritt wollen wir für das Projekt verstärkt auch die konventionelle Landwirtschaft gewinnen“, sagt Dr. Tobias Gerlach, der das Projekt als Partner aus der bayerischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats betreut. „Um die Insektenvielfalt wiederherstellen und schützen zu können, brauchen wir alle Landwirtinnen und Landwirte.“

Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und dem Aktionsprogramm Insektenschutz gefördert. 

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news-2206 Thu, 28 Jul 2022 14:20:38 +0200 Vorträge zu Bildungsforschung am NEZ Rhön online anschauen – Nächster Vortrag zur Berghexe und Co. am 29. September https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/von-grossen-baeren-und-kleinen-wildschweinen-vortrag-zu-bildungsforschung-am-nez-rhoen-jetzt-online-verfuegbar In einem Online-Vortrag der Reihe „In der Rhön – für die Rhön“ haben drei ReferentInnen Einblicke in die Bildungsforschung des neugegründeten Naturerlebniszentrums (NEZ) Rhön gegeben und konkrete Ergebnisse zweier studentischen Forschungsarbeiten präsentiert. Zu der Veranstaltung hatte die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön eingeladen. Die Aufzeichnung der Veranstaltung kann man sich ab sofort online anschauen. „Mensch und Natur sollen in unserer Arbeit immer zusammengedacht und zusammengebracht werden“, fasste Felix Papsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter des NEZ Rhön, einen der selbstgesteckten Grundsätze des Zentrums zusammen. Deswegen sei besonders ein Biosphärenreservat der ideale Ort für eine hochwertige Bildung für nachhaltige Entwicklung, da hier täglich unterschiedliche ökologische, soziale und ökonomische Interessen sichtbar gemacht, gegeneinander abgewogen und in Einklang gebracht werden müssen.

Fundierte und etablierte Modelle wie das Strukturmodell der Umweltkompetenz nach Roczen et al. (2004) stellen eine wichtige Grundlage für die Bildungs- und Forschungsarbeit des NEZ dar. Dieses identifiziert klassisches Systemwissen als notwendige, aber nicht ausreichende Voraussetzung, um Einfluss auf das individuelle Umweltverhalten zu nehmen. Neben weiteren Faktoren nimmt allerdings die Verbundenheit des Menschen zur Natur eine besondere Stellung ein. Diese messbare Größe hat einen besonderen Einfluss auf das individuelle Umweltverhalten und kann auf ganz unterschiedliche Weisen positiv beeinflusst werden. „Es ist also empirisch belegt: Rausgehen ist immer gut,“ so Papsch – eine schlichte, aber schöne Formel für die gemeinsame Arbeit mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der NEZ-Veranstaltungen.

Im Anschluss stellten Victoria Wunderle und Julia Tauer die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeiten vor, die sie in Zusammenarbeit mit dem NEZ Rhön angefertigt haben. Victoria Wunderle, Lehramtsstudentin der Universität Würzburg, hat Sternenparkführungen im Biosphärenreservat begleitet, um erste Erkenntnisse über mögliche Effekte dieser beliebten Veranstaltungen auf die Naturverbundenheit, das Wissen zur Nacht und die Bereitschaft zum Schutz der Nacht zu generieren. Ihre Fragebogen-gestützte Studie ergab dabei, dass besonders das Wissen zum Schutz der Nacht nach Sternenparkführungen positiv beeinflusst wird.

Julia Tauer, Studentin im Bereich Biodiversität & Umweltbildung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, hat ein Bildungsangebot für Grundschulkinder im Wild-Park Klaushof zur menschlichen Beziehung zu Nutz- und Wildtieren geschaffen und dieses mit einer Interview-gestützten Studie begleitet. Ermittelt werden konnte dabei ein besonderes Interesse an den Wildtieren des Parks und ihren ökologischen Beziehungen sowie den Lebensbedingungen von Nutztieren.

Beide Forschungsprojekte liefern wichtige und spannende Ansatzpunkte für weitergehende Forschung im NEZ Rhön und die Ausgestaltung zukünftiger Bildungsangebote.

Seltene Schmetterlinge der Kalkmagerrasen und die letzten „Hexen“ in der Rhön

Ende September geht die Vortragsreihe weiter: Seltene Schmetterlinge der Rhöner Kalkmagerrasen bringen Benno von Blanckenhagen und Janina Ebert den Teilnehmenden am Donnerstag, 29. September, von 19.30 bis 21 Uhr, näher.

Die Rhön ist bekannt für ihre Vielgestaltigkeit: Bergwälder, Berg-Mähwiesen und Borstgrasrasen gehören ebenso zu den herausragenden Lebensräumen wie auch Moore und Kalkmagerrasen. Die Qualität der Biotope, ihre Größe und Vernetzung machen die Rhön zu einem Hotspot der biologischen Vielfalt, so auch für Schmetterlinge. Bedingt durch Biotopverluste, die Intensivierung der Landwirtschaft und den Klimawandel ist die Vielfalt der Tagfalter aber auch hier gefährdet. Besonders betroffen sind hochspezialisierte Falter wie die vom Aussterben bedrohte Berghexe (Chazara briseis), die am thüringischen Gebaberg ihr deutschlandweit größtes Vorkommen hat.

Benno von Blanckenhagen (Büro für ökologische Gutachten Marburg) unterstützt seit vielen Jahren das Monitoring der Tagfalter im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Janina Ebert (Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen) hat sich im Rahmen einer Studie der Frage gewidmet, wie der rückläufige Berghexen-Bestand langfristig erhalten werden kann.

Der kostenfreie Vortrag findet auf der Online-Plattform Edudip statt. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmenden ihren persönlichen Zugangslink. Hier geht es zur Anmeldung. 

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news-2203 Tue, 26 Jul 2022 13:49:50 +0200 Schutz für seltene Pflanzen und Trekking in der Rhön: Spannende Projekte im Commerzbank-Umweltpraktikum 2022 https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/schutz-fuer-seltene-pflanzen-und-trekking-in-der-rhoen-spannende-projekte-im-commerzbank-umweltpraktikum-2022 Ihren Campus hat Pauline Pfeiffer gegen das Land der offenen Fernen getauscht, wie die Rhön auch genannt wird. Seit Mitte April hat sie ein Umweltpraktikum beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR), dem Förderverein des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön auf hessischer Seite, absolviert. Ihr Umweltpraktikum hat sie nun erfolgreich beendet – und auch ihr Nachfolger Clemens Pleißner steckt schon nach wenigen Tagen mitten in einem spannenden Projekt. Finanziert und organisiert wird das Umweltpraktikum in der Rhön seit 1994 von der Commerzbank. Deutschlandweit findet es in 27 Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten statt. Die Studierenden unterstützen tatkräftig in den Bereichen Naturschutz und nachhaltige Entwicklung und sammeln dabei wertvolle Praxiserfahrungen. Sabine Wagner, die künftig die Commerzbank-Filiale in Fulda leitet, hat Pauline Pfeiffer und Clemens Pleißner in der Rhön besucht. Dabei überreichte sie ihnen je einen Rucksack mit nützlichen Utensilien für den Einsatz in der freien Natur. „Wir als Commerzbank freuen uns, junge Menschen hier auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten und ihr Engagement für den Naturschutz und für nachhaltige Projekte zu fördern“, sagt Sabine Wagner.  

Artenvielfalt, die begeistert

Pauline Pfeiffer sieht ihren beruflichen Schwerpunkt im Bereich des praktischen Naturschutzes. Aktuell studiert sie Biodiversität und Ökologie im Master an der Universität Greifswald, zuvor hatte sie sich in ihrer Bachelorarbeit mit Orchideen befasst. Ihr Fachwissen hat sie während des Praktikums weiter ausbauen können – als „Orchideen-Eldorado“ und Heimat zahlreicher schützenswerter Pflanzen war das Biosphärenreservat Rhön der perfekte Ort dafür. So hat sie in Zusammenarbeit mit dem Büro Barth & Partner botanische Kartierungen auf Kontrollflächen des EU-Life-Projekts zum Schutz der Rhöner Bergwiesen unterstützt, bei denen auch Standorte von Frauenschuh und Pyrenäen-Löffelkraut erfasst wurden. Auch ein Artenhilfsprojekt zum Schutz der Arnika in der Rhön konnte die Studentin mit betreuen: Hier wurden gemeinsam mit dem Netzwerk Rhönbotanik Auspflanzungen und Aussaat-Versuche gestartet.

Pfeiffer zieht ein positives Fazit. Nach zwei Jahren Online-Studium während der Pandemie hat sie die täglichen Geländearbeiten in der Mittelgebirgslandschaft Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen genossen. „Ich bin begeistert von der Artenvielfalt, die diese Landschaft zu bieten hat. Ich habe Arten kennen gelernt, die man in Deutschland zum Großteil nur noch aus Lehrbüchern kennt“, sagt Pauline Pfeiffer.

Mensch und Natur im Einklang – Trekking-Projekt im Sinne des sanften Tourismus

Erst seit Anfang Juli ist Clemens Pleißner dabei. Er studiert ebenfalls an der Universität Greifswald im Master – allerdings Nachhaltigkeitsgeographie. Auch dies ist ein wichtiges Aufgabengebiet im Biosphärenreservat, das gemäß der UNESCO-Auszeichnung eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung ist. Während seines dreimonatigen Praktikums wird für Clemens Pleißner das Thema nachhaltiger Tourismus im Vordergrund stehen. Dieser wird im Biosphärenreservat angestrebt – Ziel ist die Vereinbarung von Naturerleben und Naturschutz, ganz im Sinne des Mottos „Mensch. Natur. Einklang.“ Pleißner hofft auf wichtige Impulse für seine Masterarbeit und die anschließende Berufstätigkeit. Im Rahmen des Praktikums widmet er sich dabei einem sehr konkreten Projekt: einem möglichen Konzept zur Ausweisung und Einrichtung von Trekking-Plätzen. Diese naturnahen Übernachtungsmöglichkeiten unter freiem Himmel sollen in Zeiten stetig wachsender Besucherzahlen im Biosphärenreservat die Nachfrage nach solchen Angeboten decken und somit auch zur Besucherlenkung beitragen. Hierfür gilt es zunächst, mit den vielen unterschiedlichen Interessensgruppen – Kommunen und Flächeneigentümer sowie Akteure aus Naturschutz und Tourismus – ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Lösungen zu finden.

„Die jungen Menschen bringen ihre Erfahrungen aus Studium und bisherigem Werdegang ein und geben uns wichtige Impulse. Anderseits erhalten sie Einblick in die Praxis und das regionale Zusammenspiel unterschiedlichster Akteure“, betont Martin Kremer, Einsatzleiter für die Praktikantinnen und Praktikanten beim VNLR, der sich bei Sabine Wagner und der Commerzbank für die seit Jahrzehnten erfolgreiche Zusammenarbeit bedankte.

Auch 2023 wieder zwei Praktikumsplätze zu vergeben

Im kommenden Jahr stehen in der Rhön wieder zwei Praktikumsstellen für jeweils drei Monate zur Verfügung. Studierende können sich ab Herbst für das Umweltpraktikum bewerben. Weitere Informationen zum Praktikum finden Studierende auf der Homepage https://umweltpraktikum.com.

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VNLR
news-2202 Tue, 26 Jul 2022 13:43:34 +0200 VNLR gewinnt bei Umweltlotterie – Unterstützung für Praktikantinnen und Praktikanten https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vnlr-gewinnt-bei-umweltlotterie-unterstuetzung-fuer-praktikantinnen-und-praktikanten Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) e. V., der seit mehr als 30 Jahren als Förderverein für des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön auf hessischer Seite tätig ist, freut sich über eine Förderung von GENAU, der Umweltlotterie von Lotto Hessen. Der Verein erhält von der Umweltlotterie ein Preisgeld von 5.000 Euro, um damit Studierenden eine Aufwandsentschädigung für ein Umweltpraktikum im Biosphärenreservat finanzieren zu können. Der Geschäftsführer des Vereins, Martin Kremer, betont, dass der Verein seit drei Jahrzehnten Studierenden die Möglichkeit einräumt, Praktika im Bereich Umwelt und Natur beim Biosphärenreservat zu absolvieren. Meist handelt es sich um dreimonatige Pflichtpraktika, die nachgefragt werden. Die fachliche Ausrichtung des Studiums spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist das Interesse an Themen wie Natur- und Artenschutz, Umweltschutz, Landschaftspflege, Umweltbildung oder auch nachhaltige Landwirtschaft und Regionalentwicklung.

„Wir versuchen immer, die Interessen der Studierenden mit den aktuelle Erfordernissen unserer Arbeit in Einklang zu bringen, gemeinsame Schnittmengen auszuloten und dann entsprechende Aufgaben abzustimmen. So hat in diesem Jahr zum Beispiel eine Praktikantin unsere Biologen bei der Kartierung von Orchideen unterstützt. Ihr Nachfolger kümmert sich derzeit um ein Projekt zu Übernachtungsmöglichkeiten unter freiem Himmel.“ 

Mit dem Preisgeld ist es dem Verein nun möglich, Praktikantinnen und Praktikanten eine monatliche Aufwandsentschädigung von 300 Euro zu zahlen. Dabei sollte das Praktikum zwei Monate nicht unterschreiten. Grundsätzlich sind Praktika bis zu 6 Monaten, sofern von der Studienordnung vorgesehen, möglich.

Das Angebot richtet sich ausschließlich an Studierende. Bewerbungen sind an den Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V., info@vnlr.de, zu richten. Weitere Auskünfte erhalten Interessierte unter Tel. 06681-9174524.

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VNLR
news-2200 Tue, 26 Jul 2022 12:46:00 +0200 Für den Schutz der Nacht unterwegs: 20 neue Sternenparkführerinnen und Sternenparkführer ausgebildet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/fuer-den-schutz-der-nacht-unterwegs-20-neue-sternenparkfuehrerinnen-und-sternenparkfuehrer-ausgebildet Neue Sternenparkführerinnen und Sternenparkführer für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön: Am Sonntag, direkt im Anschluss an ihre praktische Abschlussprüfung, haben 20 Frauen und Männer aus allen Teilen der Rhön bei einer Feierstunde auf dem Gelände der Propstei Zella/Rhön ihre Zertifikate erhalten. Künftig werden sie in Bayern, Hessen und Thüringen spannende Führungen rund um das Thema Sternenpark anbieten – und decken somit die stets wachsende Nachfrage von Nachthimmel-Fans aus ganz Deutschland. Das Angebot, das die seit Jahren beliebten Sternenführungen des Vereins Sternenpark Rhön e. V. erweitert, soll nicht nur den Tourismus fördern und die Destination Rhön stärken. Vor allem steht die Sensibilisierung für den Schutz der Nacht im Vordergrund. Mit der Auszeichnung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön als internationaler Sternenpark im Jahr 2014 war die Verpflichtung verbunden, Lichtverschmutzung mit gezielten Maßnahmen einzudämmen und zu vermeiden, um so einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität, zum Schutz von Gesundheit und Klima und zur Energieeinsparung zu leisten. So war die Aufklärung über Lichtverschmutzung als schädliche Umwelteinwirkung und die Maßnahmen für den Schutz der Nacht im Biosphärenreservat nicht nur Fokusthema in der Ausbildung, sondern sie wird künftig auch fester Bestandteil der Führungen sein. „Außerdem können die Nacht-Expertinnen und -Experten für ein umweltverträgliches Verhalten in der Natur sensibilisieren“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats. „Mit ihrem Angebot leisten die neuen Sternenparkführerinnen und Sternenparkführer einen wichtigen Beitrag zur Besucherlenkung in der Biosphäre Rhön.“

Ulrike Schade, Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, Simon Manger, Vorsitzender des Vereins Sternenpark Rhön e. V., Dr. Joachim Schneider, Leiter des Naturerlebniszentrums (NEZ) Rhön – die beiden hatten die Ausbildung inhaltlich mitgestaltet und waren Teil des Prüfer-Teams –, Rhön-GmbH-Geschäftsführer Bertram Vogel, Torsten Warnecke, Landrat des Landkreises Hersfeld-Rotenburg sowie Anke Barthel als Vertreterin des Landkreises Bad Kissingen und Peter Casper als Vertreter des Landkreises Schmalkalden-Meiningen dankten und gratulierten den Absolventinnen und Absolventen.

"Wir brauchen euch dringend"

Bei der Feierstunde wurde deutlich, wie gut die Teilnehmenden in den vergangenen Monaten als Team zusammengewachsen sind. „Wir sind gute Freunde geworden“, bilanzierte auch der Kommunikations-Trainer Sven Hähle, der die Ausbildung im Auftrag der Biosphärenreservatsverwaltungen durchgeführt hatte. In dem insgesamt 80-stündigen Lehrgang wurden die Teilnehmenden in den Bereichen Astronomie, Umwelt, Mensch und Natur, Kultur und Landschaft, Kommunikation und Führung sowie Recht und Betriebswirtschaft geschult. Nun können sie, ganz nach ihrem persönlichen Interesse, Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten – zum Beispiel zur Orientierung am Nachthimmel anhand der Sterne oder auch zur Mythologie und Rhöner Sagen.

„Wir brauchen euch dringend“, fasste es Dr. Joachim Schneider treffend zusammen. „Ihr seid eine bunt gemischte Truppe – wir sind gespannt auf die Vielfalt eurer Angebote.“ Die Teilnehmenden, die aus über 90 Bewerbungen ausgewählt worden waren, kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – einige von ihnen sind Lehrer oder Altenpflegerin, andere bieten bereits Naturführungen an oder sind Gemeindemitarbeiter und wollen bei der Reduzierung von Lichtverschmutzung aktiv mithelfen. Sieben von ihnen stammen aus Hessen (fünf aus dem Landkreis Fulda, zwei aus Hersfeld-Rotenburg), sieben aus Bayern (drei aus Bad-Kissingen, vier aus Rhön-Grabfeld) und sechs aus Thüringen (vier aus dem Wartburgkreis, zwei aus Schmalkalden-Meiningen).

Die Ausbildung, bei der auch die Rhön GmbH und der Verein Sternenpark Rhön mitwirkten, wurde von den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in länderübergreifender Zusammenarbeit organisiert und durch die Landkreise Bad Kissingen, Fulda, Rhön-Grabfeld, Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis sowie die Touristische Arbeitsgemeinschaft „Nördliche Kuppenrhön“ gefördert. Verantwortlich für die Organisation und Verwaltung der Finanzen bei den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön waren Nadja Thürbeck (TH) und Mechthild Winheim (HE).

Auf www.verein-sternenpark-rhoen.de finden sich alle öffentlichen Termine der Führungen im Sternenpark Rhön für das Jahr 2022. Zudem kann man über ein Formular individuelle Termine anfragen.

 

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Sternenpark Rhön
news-2201 Tue, 26 Jul 2022 11:49:48 +0200 Weil Natur zu einem guten Leben gehört: Erfolgreicher Aktionstag Umweltbildung und BNE im Freilandmuseum Fladungen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/weil-natur-zu-einem-guten-leben-gehoert-erfolgreicher-aktionstag-umweltbildung-und-bne-im-freilandmuseum-fladungen Natürlich draußen – wo denn sonst: Unter diesem Motto haben sich zahlreiche Akteure aus dem Bildungsbereich im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen präsentiert. Bei einem „Markt der Möglichkeiten“ wurde deutlich, wie vielfältig die Angebote zu Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind. Rund 40 Pädagoginnen und Pädagogen aus allen Teilen der Rhön waren gekommen, um sich über diese Angebote zu informieren und sich zu vernetzen. Den theoretischen Einstieg bot ein eindrücklicher Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Gebhard, Erziehungswissenschaftler an den Unis Hamburg und Bielefeld und Autor von „Kind und Natur“.  Der Experte fand deutliche Worte: „Natur gehört zu einem guten Leben dazu.“ Natur erfülle das grundlegende Bedürfnis des Menschen nach Vertrautheit und nach dem Beständigen – sie werde mit Gerechtigkeit, Glück und Lebensqualität verbunden. Gebhard ging auf diverse Studien ein und sprach unter anderem über die psychische Bedeutung von Naturerfahrungen und über die Korrelation dieser Erfahrungen mit Umweltbewusstsein. Es sei erwiesen, dass Menschen, die in der Kindheit positive Naturerfahrungen gemacht haben, im Erwachsenenalter nicht nur umweltbewusster leben, sondern auch stärker sozial engagiert sind. Allein Tiere und Pflanzen erkennen und bei ihrem Namen nennen zu können – also Umweltwissen –, könne schon einen positiven Einfluss auf das Umweltbewusstsein haben.

Werte seien zwar nicht lehrbar, betonte Gebhard, „aber wir können die Rahmenbedingungen schaffen, dass Menschen sich Werte wie Naturbewusstsein aneignen können.“ Der Schlüssel: Umweltbildung und BNE. Der Wissens- und somit auch Wertetransfer funktioniere hierbei nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. „Es spricht viel dafür, dass die Wertschätzung von Natur eher das Ergebnis von beiläufigen, gelungenen Erfahrungen in der Natur ist – unabhängig von deren umweltpädagogischen Intentionen.“ Die Erhöhung der Wertschätzung von Natur wäre dann ein geradezu unbeabsichtigter „Nebeneffekt“ von Naturerlebnissen. „Es ist eben der Freiraum, der die Natur so attraktiv macht. Und dann kommen umweltschützende Einstellungen fast von allein.“

Solche Erfahrungen und Naturerlebnisse ermöglichen im UNESCO-Biosphärenreservat zahlreiche Akteure aus dem Umweltbildungs- und BNE-Netzwerk. Einige von ihnen stellten sich und ihre Angebote im Anschluss an den Vortrag in entspannter Atmosphäre auf dem Museumsgelände vor: die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, die Ranger des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V., das Naturerlebniszentrum (NEZ) Rhön, die Umweltbildungsstätte Oberelsbach, das Biodiversitätszentrum (BioZ) Rhön, der Verein Sternenpark Rhön e. V., das Schullandheim Bauersberg, Naturschule Diez, Kunststation und NaturAktivMuseum Oepfershausen, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt , HONU – NachhaltigErLeben sowie der Lern- und Erlebnisbauernhof Girz.

„Nach zwei Jahren Corona-Pause hat unser Aktionstag den unterschiedlichen Akteuren die Möglichkeit geboten, sich länderübergreifend auszutauschen und zu vernetzen“, sagt Dr. Joachim Schneider, Leiter des NEZ Rhön und Sprecher der länderübergreifenden AG Bildung des Biosphärenreservats. „Es wurde deutlich, dass wir im Biosphärenreservat eine vielfältige Bildungslandschaft mit zertifizierten Schulen, Kitas, mobilen Bildungsteams und außerschulischen Lernorten haben.“

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news-2198 Thu, 21 Jul 2022 16:28:07 +0200 World Ranger Day am 31. Juli: Rhöner Rangerinnen und Ranger laden zu Aktionstag mit Führungen ein https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/world-ranger-day-2022-in-der-rhoen Auch in diesem Jahr laden die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V. die Rhönerinnen und Rhöner dazu ein, am 31. Juli, dem World Ranger Day, dabei zu sein. Rangerinnen und Ranger sorgen weltweit in Schutzgebieten für den Erhalt und Schutz von Pflanzen und Tieren und werben für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur – auch in der Rhön. Am World Ranger Day steht diese wertvolle Arbeit bei Veranstaltungen auf der ganzen Welt im Vordergrund. 1872 wurde in den USA der erste Nationalpark ausgewiesen. Acht Jahre später nahm dort, im Yellowstone National Park, der weltweit erste Ranger seine Arbeit auf. Seitdem ist die Notwendigkeit, das Naturerbe der Welt zu erhalten und schützend zu betreuen, dramatisch gewachsen. Der Einsatz von Rangerinnen und Rangern ist heute ein international anerkannter Naturschutzstandard. In Deutschland werden sie hauptsächlich in Großschutzgebieten (Nationalparks, Biosphärenreservaten und Naturparks) eingesetzt. Zunehmend werden aber auch einzelne Naturschutz- und Natura 2000-Gebiete durch hauptamtliches Personal betreut. Am 31. Juli wird weltweit vor allem auch all jener gedacht, die während ihrer Arbeit verletzt oder sogar getötet wurden. Nach Angaben der Naturschutzorganisation WWF verlieren jährlich mehr als 100 Naturwächterinnen und -wächter im Einsatz ihr Leben. Vor allem in Afrika ist der Beruf gefährlich – hier gehören Schusswaffen zur Dienstausrüstung. Ein Hauptproblem sind Wilderer, deren illegalen Geschäften die Wildhüterinnen und -hüter im Weg stehen.

Besonders gefährlich ist der Beruf im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zum Glück nicht. Doch auch hier ist die Arbeit der Rangerinnen und Ranger für den Erhalt der Schutzgebiete unerlässlich. Ihr Aufgabengebiet ist vielfältig: Die Markierung und Kontrolle von Schutzgebieten und die Mitarbeit bei Artenschutz- und Monitoringprojekten gehören ebenso dazu wie Landschaftspflege, Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung. Besucherinnen und Besucher werden von ihnen durch die Schutzgebiete geführt, und Kinder und Jugendliche setzen sich in Junior-Ranger-Gruppen mit den Themen Naturschutz und Nachhaltigkeit auseinander.

Die Rangerinnen und Ranger in der Rhön

Derzeit sind im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön insgesamt 18 Rangerinnen und Ranger im Einsatz: sieben in Hessen sowie elf in Bayern (vier davon beim NBR, sieben bei der Verwaltung). Die bayerische Verwaltung hatte im Jahr 2021 im Rahmen des Förderprogramms REACT-EU Unterstützung durch fünf zusätzliche Rangerinnen und Ranger erhalten, die die übrigen beiden Ranger der Verwaltungsstelle bis Ende 2023 unterstützen. Einer von ihnen kümmert sich als „Digital-Ranger“ um die digitale Besucherlenkung und ist somit zum Beispiel für die Überprüfung und Bestückung von Webseiten, Social-Media-Kanälen und Outdoor-Apps verantwortlich.

Aktionstag und Führungen an der Schornhecke

Die Rhöner Rangerinnen und Ranger laden am World Ranger Day, 31. Juli 2022, von 10 bis 16 Uhr auf den Wanderparkplatz Schornhecke (bayerische Seite) zwischen Oberelsbach und Wüstensachsen ein. Besucherinnen und Besucher erhalten hier nicht nur einen Einblick in die Ranger-Arbeit und in spannende Projekte im Biosphärenreservat, sondern sind auch herzlich zu Führungen eingeladen: Diese starten um 11 und 13 Uhr und ermöglichen an verschiedenen Stationen rund um den Heidelstein einen „hautnahen“ Einblick in den abwechslungsreichen Ranger-Beruf. Man kann erfahren, was die Rangerinnen und Ranger alles tun, um die Rhöner Natur und Landschaft zu schützen und auch andere Menschen dafür zu begeistern. Die Führungen dauern jeweils etwa zwei Stunden, die Streckenlänge beträgt ungefähr drei Kilometer.

 

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news-2194 Wed, 13 Jul 2022 16:17:00 +0200 „Die Rhöner haben es nicht versiebt“ – Michael Geier verabschiedet sich nach fast 30 Jahren aus dem "Biosphären-Dienst" https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/michael-geier-verabschiedet-sich-nach-fast-30-jahren-aus-dem-biosphaeren-dienst Er hat das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in dessen Anfängen mit aufgebaut, es erfolgreich durch einen Erweiterungs- und zwei Evaluierungsprozesse manövriert und die Erstellung des Rahmenkonzepts 2018 als „Kompass“ für die Zukunft der Biosphäre mit gesteuert. Mit Michael Geiers Eintritt in den Ruhestand nach 29 Jahren als Leiter der Bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservats endet in der Rhön eine Ära. Anfang Juni hat der 63-Jährige sein Büro in Oberelsbach geräumt, nun fand der Abschied im Kreise der Kolleginnen und Kollegen statt. Wie lassen sich knapp 30 Jahre in Kisten verstauen? Erstaunlich gut – dieser Eindruck mag sich einschleichen, wenn man sich in diesen letzten Tagen im Büro des Verwaltungsstellenleiters im ersten Stock des Managementzentrums in Oberelsbach umschaut. Übrig sind zuletzt noch einige Stapel Zeitungen. In dem vollen, aber sauber sortierten Bücher- und Aktenschrank stehen Rhöner Spirituosen. Geschenke. Für nach dem Dienst. Die Wände zieren letzte Erinnerungsstücke. Morgen holt er den Rest ab – kein großer Akt, sagt Michael Geier. Die eigentliche Arbeit aber verbirgt sich an anderer Stelle: im Archiv, das erst seit Anfang der 2000er Jahre digital vorliegt. Wochen-, wenn nicht monatelang hat er die Prozesse der vergangenen Jahrzehnte geordnet und aussortiert, letzte Anmerkungen für seine Kolleginnen und Kollegen notiert, Übergabegespräche geführt. Übrig bleiben Tausende Dateien – und zahlreiche Baustellen für die Zukunft der Biosphäre, an denen Geiers Stellvertreterin Dr. Doris Pokorny und ihr Team weiterarbeiten werden. Nach fast 30 Jahren – Geier war seit Einrichtung der Bayerischen Biosphärenreservatverwaltung im Jahr 1993 deren Leiter – wird das eine Herausforderung. „Es wird anders“, fasst er es kurz, aber treffend zusammen.

Anders ist auch die Rhön, die der 26-jährige Michael Geier zum ersten Mal im Jahr 1985 besucht – anders als seine Heimat, der Landkreis Deggendorf in Niederbayern. Empfangen wird er, wie sollte es in der Hochrhön im Mai auch anders sein, von heftigen Schneeschauern. An ein Biosphärenreservat ist damals, einige Jahre vor dem Nationalpark-Programm der DDR und der Wiedervereinigung, noch nicht zu denken. Michael Geier, der nach seinem Abitur im Jahr 1978 Landespflege studiert hatte, arbeitete bis 1989 in einem Landschaftsplanungsbüro in Nürnberg. Das Büro bekam unter anderem auch den Auftrag für die Erstellung des Pflege- und Entwicklungsplans (PEPL) für die Lange Rhön auf den Tisch – Geiers erster Berührungspunkt mit der Rhön. Auch nachdem er anschließend in den Staatsdienst gewechselt war, blieb die Rhön sein Aufgabengebiet. Die Auflage des EU-Strukturfonds brachte neue Fördermöglichkeiten im Bereich Naturschutz mit sich. Im Bayerischen Umweltministerium war Geier aufgefordert, „zu überlegen, was man damit in der Rhön anstellen könnte.“

UNESCO-Titel als Eintrittskarte

1991 kam das LEADER-Programm hinzu, „das wurde meine Wochenendlektüre.“ Zu den ersten vier Fördergebieten zählte auch das erst seit wenigen Wochen anerkannte Biosphärenreservat. „Der UNESCO-Titel war für die Rhön die LEADER-Eintrittskarte“, betont Michael Geier. „Die Rhön hatte damit einen Vorsprung vor anderen Regionen, den die Rhöner nie wieder hergegeben haben. Da bin ich ziemlich stolz darauf!“ Eines der ersten Ergebnisse war, verbunden mit der Ausweisung des Naturschutzgebiets Schwarze Berge im Jahr 1992, der Bau des Infozentrums Haus der Schwarzen Berge – damals noch in einem alten Schulgebäude neben dem Friedhof in Oberbach. Später schrieb Michael Geier das Regionale Entwicklungskonzept für die zweite LEADER-Auflage. Die Förderperiode brachte unter anderem die Möglichkeit für die Landkreise mit sich, RegionalmanagerInnen einzustellen. „Als die Förderung auslief, haben die Landkreise entschieden, weiterzumachen. Die Rhöner haben es nicht versiebt“, bilanziert Michael Geier heute.

Parallel liefen Anfang der 90er im Umweltministerium die Vorbereitungen zur Einrichtung einer Verwaltungsstelle für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön auf bayerischer Seite. Karl-Friedrich Abe, Geiers späterer Kollege, hatte bereits 1990 mit der Bildung eines Aufbaustabs im Thüringer Teil des Biosphärenreservats begonnen. 1992 fiel die Entscheidung zur Einrichtung der Verwaltungsstelle in Oberelsbach – am 10. Mai 1993 nahm Michael Geier als deren erster Leiter seinen „Biosphären-Dienst“ bei der Regierung von Unterfranken auf. Auch seine heutige Stellvertreterin Dr. Doris Pokorny war damals schon mit im Boot. Im selben Jahr zog Geier nach Hohenroth – und aus dem „Niederbayer mit Migrationshintergrund“, wie er sagt, wurde ein Rhöner durch und durch.

„Der Erfolg hat viele Väter: Er ist einer davon“, titelte die „Mainpost“ im Mai 2022 zum Abschied. Mit Michael Geier über Erfolg zu sprechen, bedeutet vor allem, auf die Prozesse zurückzublicken, die nicht immer bequem waren. Auf das Mühsame, das Konfliktreiche – das Langwierige. 878 Überstunden standen Ende 2017 auf seinem Zettel – wohl die intensivste Zeit seines Berufslebens. An die Fertigstellung des ersten UNESCO-Evaluierungsberichts folgte direkt der Antrag auf Erweiterung des Biosphärenreservats auf bayerischer Seite, dem 2014 stattgegeben wurde. „Damals bin ich acht Wochen lang nur zum Schlafen heimgefahren“, erinnert er sich. Auch eine bleibende Erinnerung: Ein Brand im benachbarten Haus der Langen Rhön an Aschermittwoch 2013. „Wir saßen am Erweiterungsantrag und hatten nebenbei noch eine Brandstelle an der Backe.“

Es sollten noch einige „Schwelbrände“ für die und in der Entwicklung des Biosphärenreservats folgen, die es zu löschen – oder auch zu verhindern – galt. Meilensteine aufzuzählen, die hierbei am wichtigsten waren, dafür reiche die Zeit nicht, sagt Geier. Persönliche Herzensprojekte aus dem aktuellen Rahmenkonzept fallen ihm aber schnell ein: Die Einrichtung des Naturerlebniszentrums Rhön, das Projekt „GreenCare – Natur und psychische Gesundheit“ und die Etablierung von Biosphären-Schulen und Biosphären-Kitas. Wer ihn kennt, weiß außerdem, dass er auf die Frage, was er sich für die Zukunft der Rhön wünscht, immer auch diese Antwort geben wird: Dass die letzte Lupine vernichtet und die invasive Pflanze aus der Region verbannt ist. Und auch den Ostheimer Wurstmarkt wird man für immer mit ihm verbinden. „Schon bei meinen ersten Besuchen in der Rhön war ich von den regionalen Wurstwaren und deren Qualität fasziniert“, erinnert er sich. Ob es den Wurstmarkt auch in 30 Jahren noch geben wird? „Um das Metzger-Handwerk in der Region sieht es schlecht aus. Der Personal- und Nachfolgemangel ist groß. Ein Rhöner Wurstmarkt funktioniert aber nur mit Rhöner Metzgern – ich täte es mir wünschen!“ Ein weiterer Wunsch für die Zukunft der Rhön: „Dass das Biosphärenreservat in der Breite der Bevölkerung als absolut lebenswerter Lebensraum wahrgenommen wird. Als Heimat.“

Umweltbildung bleibt persönlicher Auftrag

Nach dem Resturlaub endet Michael Geiers „Biosphären-Dienst“ zum 26. August; zum 1. September soll die Stelle neu besetzt werden. Gänzlich „verlieren“ wird die Biosphäre Michael Geier aber vielleicht nicht. Die (Weiter-)Entwicklung von Biosphären-Schulen und -Kitas liegt ihm am Herzen, hier möchte er künftig die Umweltbildungsteams unterstützen. Die nächsten Generationen für den Nachhaltigkeitsgedanken und somit für die Aufgabe und das Ziel der Biosphäre zu sensibilisieren und zu begeistern, ist die Grundlage allen Tuns im Biosphärenreservat, sagt er. „Mal schauen, ob ich da noch etwas ausrichten kann.“ Und auch sonst wird sich der künftige Rentier zu beschäftigen wissen. Seine „eingerosteten“ Botanik-Kenntnisse – Geier war 20 Jahre lang im Vorstand der Bayerischen Botanischen Gesellschaft – will er auffrischen. Und da ist auch noch eine andere Leidenschaft: Seit über 30 Jahren tanzt er – nicht nur – Polka.

Danke!

Die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen, der Verein Biosphärenreservat & Naturpark Bayerische Rhön (NBR) e. V. und der Verein Natur-und Lebensraum Rhön (VNLR) e. V. bedanken sich – stellvertretend für die zahlreichen Partner des Biosphärenreservats – bei Michael Geier für seine großen Verdienste um das Biosphärenreservat und wünschen ihm einen erholsamen und erfüllten Ruhestand!

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news-2197 Mon, 11 Jul 2022 17:06:00 +0200 Für die Gesundheit und die Dorfgemeinschaft: Kneipptretbecken in Wölferbütt eröffnet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/fuer-die-gesundheit-und-die-dorfgemeinschaft-kneipptretbe-cken-in-woelferbuett-eroeffnet Ein gutes Jahr ist es her, dass Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums einen Bescheid über 37.300 Euro an die Stadt Vacha übergeben hat. Der Stadt waren in einem Programm zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung im Biosphärenreservat zwei Projekte bewilligt worden, um die Extratour „Keltenpfad“ und das Freizeitangebot in der Region aufwerten zu können. Der Großteil, rund 29.000 Euro, sind in den Bau eines Kneipptretbeckens geflossen – eine Idee, die schon nach kurzer Zeit von Erfolg gekrönt ist: Erst seit wenigen Wochen ist das Becken nun fertig, es wird aber bereits jetzt schon bestens besucht. Darüber freuen sich nicht nur Vachas Bürgermeister Martin Müller und Wölferbütts Ortsteilbürgermeister Holger Göpfert, sondern vor allem die Dorfgemeinschaft, die den Anstoß für den Bau eines solchen Kneipptretbeckens gegeben hatte. Die Idee kam von Bernd Wiese, der von der Kneipp-Anlage in Gersfeld im hessischen Teil der Rhön begeistert war und der nun – mit weiterer Unterstützung – auch den Bau des zwei mal vier Meter großen Edelstahlbeckens geleistet hat. Vor allem das Pflastern des umliegenden Bereichs war aufwendig, erzählt er. „Drei Tage war ich am Werk“, sagt Bernd Wiese, der künftig nach dem Rechten sehen und die Reinigung des Beckens übernehmen wird. „Vor allem am Wochenende ist hier richtig viel los, die Leute nehmen das Angebot begeistert an.“

Das Becken liegt oberhalb von Wölferbütt, am Zubringer zur Extratour „Keltenpfad“ – direkt neben dem Überlauf des Trinkwasser-Hochbehälters, der ganzjährig Wasser schüttet. Dieses wird in das 3.000-Liter-Becken ein- und direkt wieder ausgeleitet. Das 8 Grad kalte Wasser bietet Wanderinnen und Wanderern so eine „gesunde“ Erfrischung. Auch Sitzmöglichkeiten wurden geschaffen, und auf Infotafeln lernt man nicht nur, wie Kneippen funktioniert, sondern auch, was es mit dem menschlichen „Wasser-Fußabdruck“ auf sich hat. Das Kneipptretbecken ist in wenigen Minuten zu Fuß von der Ortsmitte aus erreichbar. Parken kann man zum Beispiel am Dorfplatz oder am Dorfgemeinschaftshaus.

„Wir freuen uns, dass wir nicht nur ein neues touristisches Angebot, sondern vor allem einen Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft schaffen konnten, der in Eigenleistung entstanden ist und künftig gemeinsam gepflegt wird“, betont Holger Göpfert. Auch das zweite Projekt – die Aufwertung des Premiumwanderwegs „Keltenpfad“ durch den Bau einer Wanderhütte zwischen Wölferbütt und Völkershausen sowie das Errichten von Spielgeräten an der Oechsenberghütte – wurde erfolgreich abgeschlossen.

„Eine nachhaltige Entwicklung und die Weiterentwicklung der Biosphäre zu einer lebens- und liebenswerten Region sind die wichtigsten Aufgaben mit Blick auf die Zukunft“, ergänzt Ulrike Schade. Dass hierfür auch kleine Projekte einen großen Schritt weiterbringen können, beweise das Förderprogramm, bei dem im vergangenen Jahr insgesamt 29 kreative Ideen der Kommunen und Vereine im Thüringer Teil des Biosphärenreservats umgesetzt werden konnten. Auch für die laufende Förderperiode hat sich die Stadt Vacha mit weiteren Projektideen zur Aufwertung der Freizeitangebote beworben.

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Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön Mensch BRRhoen-TH
news-1950 Tue, 05 Jul 2022 16:00:00 +0200 Biosphärenzentrum Haus der Langen Rhön und Infostelle am Schwarzen Moor am 09. und 10. Juli geschlossen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/biosphaerenzentrum-haus-der-langen-rhoen-geschlossen Das Biosphärenzentrum Rhön „Haus der Langen Rhön“ in Oberelsbach sowie die Infostelle am Schwarzen Moor sind aus betrieblichen Gründen am 09. und 10. Juli geschlossen. Wir bitten um Verständnis. Darüber informiert der Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. (NBR). 

Bei dringenden Fragen wenden Sie sich bitte an das Haus der Schwarzen Berge unter Tel. 09749 9300800.

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news-2209 Mon, 27 Jun 2022 13:30:00 +0200 Erste E-Paper-Haltestellen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in Betrieb genommen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/nahrhoen-th Aktuelle Fahrpläne, die sofort über kurzfristige Änderungen informieren können und nicht per Hand ausgetauscht werden müssen – und das betrieben durch Solarenergie: Die neuen E-Paper-Haltestellen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind ein Modellprojekt für die ganze Region, insbesondere für den ländlichen Raum. Über diese innovativen Informationssysteme können sich ab sofort die Fahrgäste des ÖPNV an den Haltestellen Diedorf und Zella der Gemeinde Dermbach sowie auf Point Alpha und in der Gemeinde Schleid freuen. Dank einer Projektförderung 2021 des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz (TMUEN) konnte die nachhaltige Haltestelleninfrastruktur in vier Gemeinden der Thüringer Rhön realisiert werden und im Juni in Betrieb genommen werden. Die elektronischen Anzeigetafeln informieren die Fahrgäste in Echtzeit über die Ankunfts- und Abfahrtszeiten des öffentlichen Nahverkehrs. Zusätzliche Infos können flexibel angepasst und Betriebsstörungen schnell weitergeleitet werden. Die Anpassung von Fahrplänen vor Ort und Papieraushänge werden so vermieden.

„Aktuell kommen viele Gäste in die Region, die gewisse Standards und natürlich tagesaktuelle Fahrpläne und Infos erwarten“, sagt Geisas Bürgermeisterin Manuela Henkel. Aus diesem Grund habe die Stadt Geisa mit dem Antrag auf Fördermittel die Idee und das Projekt von Wartburgmobil mit der Umsetzung der E-Paper Haltestellen gerne unterstützt. „Mit dem Aufstellen der papierlosen Haltestelle stehen den Fahrgästen nun stets aktuelle Informationen zur Verfügung, das Einspielen der Daten in Echtzeit bietet einen spürbaren Mehrwert“, ergänzt Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk. „So können beispielsweise Unsicherheiten hinsichtlich der Abfahrtszeiten – etwa bei einen Fahrplanwechsel – vermieden werden, und ganz nebenbei kann man sich über aktuelle Veranstaltungstipps informieren.“

Die Gemeinde Dermbach und die Stadt Geisa hatten die Umrüstung der Haltestellen im Rahmen des Programms „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringen“ 2021/22 des TMUEN beantragt. Umgesetzt wurde die Projektidee vom Verkehrsunternehmen Wartburgmobil, das auch die Instandhaltung und Einspeisung der Infos aus dem Betriebsleitsystem übernimmt.  

„Das Projekt zeigt modellhaft, wie sich die Zukunftsthemen Digitalisierung, erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität im Kleinen vereinbaren lassen“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

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news-2191 Fri, 24 Jun 2022 17:59:46 +0200 Kernzone, Kulinarik, Karneval – Biosphären-Erlebnistag mit buntem Programm am 10. Juli - von 11 - 18 Uhr https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/biosphaeren-erlebnistag-thueringer-rhoen Die Biosphäre in all ihren Facetten und die vielfältigen Erlebnisangebote kennenlernen: Hierzu laden die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und regionale Partner am Sonntag, 10. Juli, von 11 bis 18 Uhr ein. Beim zweiten „Biosphären-Erlebnistag“ stehen zahlreiche Angebote auf dem Programm – von Erlebniswanderungen über Live-Musik und Regional-Markt bis hin zu Aufritten des Karnevalvereins Kaltenwestheim. Erkunden kann man die drei Stationen ganz nach Belieben. Für den Transfer wird ein kostenfreier Shuttlebus angeboten, der zwischen 11 und 17.00 Uhr alle 30 Minuten am Busbahnhof in Dermbach startet und als Rundtour die Haltestellen Propstei Zella, Sportplatz Fischbach, Busbahnhof Kaltennordheim, Gymnasium Kaltensundheim, Wetzstein Kaltenwestheim und Erlebniswelt Rhönwald anfährt. Für die sportlichen Rhönerinnen und Rhöner bietet sich aber auch eine Fahrradtour für die etwa 27 Kilometer lange Strecke zwischen Dermbach und Erlebniswelt Rhönwald an.  

Station 1: „Verrückt auf Morgen“ – Propstei Zella/Rhön

Am neuen Bildungszentrum an der Propstei Zella/Rhön (Goethestr. 1) bietet die Biosphärenreservatsverwaltung zahlreiche Angebote zum Mitmachen und Entdecken an. Mittelpunkt der Aktionen werden die Themen Streuobstwiese und Biosphäre Rhön mit „Verrückt auf Morgen“ sein. Für das kulinarische Wohl sorgt die Gemeinde auf der Festwiese vor der Propstei. Um 13 und 15 Uhr finden Führungen im Klostergarten statt. Wer die Architektur und Geschichte der Propstei Zella näher kennenlernen möchte, kann um 14 und 16 Uhr an Führungen teilnehmen.

Station 2: Sommertal und „Butzen“ Fischbach

In Fischbach werden ab der Bushaltestelle kostenfreie Kutschfahrten zu den „Butzen“ (Im Spring 1) im Sommertal angeboten. An den Butzen – aus Holz gefertigte, minimalistische Nachtlager – findet eine Holzbildhauer-Ausstellung mit Einblicken in die Holzschnitzkunst statt. Die Kunstwerke werden innerhalb der Aktionswoche Holzbildhauer-Symposium angefertigt. Zudem gibt es ein kleines Markttreiben mit heimischen regionalen Produkten sowie von 14 bis 17 Uhr Live-Musik mit den „Rhöner Urtypen“. Wer lieber in die Natur möchte, kann um 12 und 15 Uhr an den Butzen zu einer Führung in die Kernzone Sommertal starten.

Station 3: „Biosphäre Helau!“ in der Erlebniswelt Rhönwald

Karneval im Sommer? Na klar! Um 13 und 15 Uhr bringt der Karnevalverein Kaltenwestheim jeweils ein einstündiges Programm auf die Bühne in der Erlebniswelt Rhönwald. Zuvor gibt es für Familien eine zweistündige Erlebniswanderung mit einer Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin, die um 11 Uhr an der Erlebniswelt startet. Um 14 Uhr gibt es ein Bühnenprogramm mit Rhöner Mundart; weitere Höhepunkte sind ein kleiner Regionalmarkt und Angebote wie Kinderschminken, eine Hüpfburg, eine Bastelstation und ein Gaudiwettkampf für Kinder.

 

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Kinder Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön BRRhoen-TH Tipp
news-2192 Fri, 24 Jun 2022 13:20:00 +0200 130.000 Besucherinnen und Besucher waren dabei: Riesiges Biosphärencamp auf dem Fest zu 200 Jahren Landkreis Fulda https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/riesiges-biosphaerencamp-auf-dem-fest-zu-200-jahren-landkreis-fulda Über dieses Wochenende wird die Region noch lange sprechen: Mit insgesamt 130.000 Besucherinnen und Besuchern hat der Landkreis Fulda vom 24. bis 26. Juni auf dem Festgelände Schloss Fasanerie seinen 200. Geburtstag gefei-ert. In einem riesigen Biosphärencamp haben sich die Hessische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) e. V. mit zahlreichen Partnern, allen voran die Rhön GmbH und das Netzwerk der Dachmarke Rhön, präsentiert. Der Kraftakt hat sich gelohnt. Tiere streicheln beim Wildpark Gersfeld, Weidenarmbänder basteln oder Nistkästen bauen mit den Junior RangerInnen, Holz zersägen beim Forstamt Hofbieber, Malen mit Pflanzenfarben, Spazierengehen mit den Rhön-Lamas, Köstlichkeiten der Rhöner Direktvermarkterinnen und Direktvermarkter genießen – und natürlich Rotmilan, Rhönquellschnecke, Edelkrebs, Wildkatze und die Biosphäre kennenlernen: Der Obst- und der Hofgarten des Schlossgeländes hatten sich drei Tage lang in ein riesengroßes Biosphärencamp verwandelt. In insgesamt 70 Pagoden präsentierten sich Partner aus Gastronomie, Landwirtschaft, Tourismus, Umweltbildung und Naturschutz. 

Monatelang hatten die Planungen und die Koordination gedauert, die wegen Corona mehrfach verschoben und angepasst werden mussten. Auch der Aufbau in der vergangenen Woche kostete einige Tage Zeit und Kraft. Die Verwaltungsstelle präsentierte ihre Themen und Projekte in zwei großen Tipis, einer neuen mobilen Ausstellung zum LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ und einem Infostand der Zertifizierten Natur- und LandschaftsführerInnen. Zusätzlich hatten die Mitarbeiter des Naturparks Hessische Rhön mit Sitzgruppen, einer Wellenliege, Wanderschildern und Infotafeln einen Rhöner Wander-Rastplatz auf das Fasanerie-Gelände geholt, und in einer Pagode des VNLR erfuhren Interessierte unter anderem Näheres über das Erfolgsprojekt RhönWollets.

Ergänzend zu den Pagoden und Zelten mit zahlreichen Info-, Erlebnis- und Mitmachangeboten gab es jeden Tag ein buntes Programm auf der Biosphären-Bühne. So konnte in einer Live-Kochshow täglich ein anderes Rezept aus dem Rhönschaf-Genießerkochbuch probiert werden, die Junior Rangerinnen und Ranger stellten sich und ihre Aktionen vor, und unter dem Motto „Wo Gutes direkt von hier kommt“ erzählten Direktvermarkterinnen und -vermarkter von ihren Betrieben und aktuellen Herausforderungen. Weitere Programmpunkte waren eine tägliche Talkrunde "Wertschöpfung im Tourismus" und, als besonderes Highlight, der erste Anschnitt des neuen Rhöner Biosphären-Schinkens durch Landrat Bernd Woide mit Unterstützung auch aus den fränkischen und thüringischen Nachbarlandkreisen. Der Schinken konnte vor Ort erstmals probiert werden, bevor er am Ostheimer Wurstmarkt (8. und 9. Oktober) offiziell von allen beteiligten Metzgern in Umlauf gebracht wird. 

Am Festwochenende, das bereits am Donnerstag mit einer Feier für geladene Gäste begonnen hatte, waren alle 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung und des VNLR im Einsatz. Hinzu kamen zahlreiche Ehrenamtliche, die die Biosphäre und ihre Projekte seit Jahren unterstützen. All die Anstrengungen, die besonders für das vierköpfige Kernteam von Verwaltung und VNLR ein Kraftakt waren, haben sich angesichts der überwältigenden Besucherzahlen, des tollen Wetters und des reibungslosen Ablaufs gelohnt. „Wir sind begeistert von dem, was der Landkreis Fulda – und unser Fachdienst Biosphärenreservat als Teil der Kreisverwaltung – gemeinsam mit den Partnern auf die Beine stellen konnte. Wir bedanken uns bei allen, die ihren Beitrag zu diesem unvergesslichen Fest geleistet haben", sagt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. „Es ist gelungen, die Vielfalt der Rhön in all ihren Facetten zu präsentieren.“

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news-2189 Mon, 20 Jun 2022 09:50:11 +0200 Siebter Rhöner Himmelsschauplatz auf dem Gläserberg bei Dermbach eröffnet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/siebter-rhoener-himmelsschauplatz-auf-dem-glaeserberg-bei-dermbach-eroeffnet Auf dem Gläserberg bei Dermbach kann man künftig den Sternen ein Stück näherkommen. Im Rahmen einer Sternenparkführung haben die Gemeinde Dermbach, die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die Rhön GmbH dort den fertiggestellten Himmelsschauplatz offiziell eingeweiht. Der Standort auf dem 670 Meter hoch gelegenen Gipfel des Gläsers besticht mit einem einmaligen Panoramablick. „Wir freuen uns, dass es Dank der Förderung durch das Thüringer Umweltministerium möglich war, den Standort weiter auszubauen und nun auch den Titel Himmelschauplatz tragen zu dürfen“, sagt Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk.Denn unsere schöne Region besticht nicht nur am Tag durch tolle Aussichten und offene Fernen – sondern auch der Nachthimmel hat viele Besonderheiten zu bieten. Mit den neuen Elementen lässt sich der Sternenhimmel wunderbar erkunden.“

„Als eine von nur fünf Regionen in Deutschland darf unsere Rhön den offiziellen Titel Sternenpark tragen“, ergänzt Bertram Vogel, Geschäftsführer der Rhön GmbH. „Der neue Himmelsschauplatz bietet unseren Gästen und Einheimischen auf dem Gläserberg beste Bedingungen zur Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels und wird für beeindruckende und unvergessliche Rhön-Erlebnisse sorgen.“

Mit den Standorten Weidberg (Erlebniswelt Rhönwald) und Gläserberg gibt es nun zwei Himmelsschauplätze auf Thüringer Seite und insgesamt sieben Himmelsschauplätze im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Die ersten fünf Standorte wurden im Herbst 2019 in Hessen eingeweiht. Zur Ausstattung aller Plätze, die für die offizielle Zertifizierung durch die Rhön GmbH geprüft werden, gehört neben Infotafeln zum Sternenpark und Schutz der Nacht auch eine Sternkarte, mit der man sich am Tages- und Nachthimmel orientieren kann. Durch Zusatzelemente wie zum Beispiel einen Polarsternfinder, Sonnenuhren oder Fernglasaufsetzer wird der Besuch eines Himmelsschauplatzes zu einem besonderen Erlebnis. Die Karte und den Polarsternfinder auf dem Gläser hat die Gemeinde Dermbach mit Fördermitteln aus dem Thüringer Umweltministerium zur nachhaltigen Entwicklung finanziert.

Bestandteil der neuen Sternenpark-Führungen

„Wir freuen uns, dass die Gemeinde die Fördermöglichkeit genutzt hat und so ein neues Highlight im Sternenpark geschaffen werden konnte“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Biosphärenreservatverwaltung. „Der Himmelsschauplatz wird künftig auch fester Bestandteil der Sternenparkführungen sein.“ Derzeit werden 20 neue SternenparkführerInnen in Bayern, Hessen und Thüringen ausgebildet. Nach ihrer Zertifizierung – die Abschlussprüfung findet Ende Juli statt – können die frischgebackenen Nacht-ExpertInnen Führungen im Sternenpark Rhön anbieten und über die Einzigartigkeit der Rhöner Nachtlandschaften und den Schutz der Nacht im Biosphärenreservat aufklären. Die Ausbildung absolvieren auch Thomas Wehner und Daniela Sell, die die Gäste an diesem Abend vom Schloss über die Dermbacher Klippen auf den Gläser begleiteten.

Auf dem Gipfel wurde die Gruppe von Dr. Peter Kroll empfangen, der eigens für die Eröffnung aus Sonneberg angereist war. In Zusammenarbeit mit der Sternwarte Sonneberg hatte die Sternenpark-Koordinatorin Sabine Frank die Idee für die Himmelsschauplätze und die Geräte entwickelt. Kroll erklärte, wie die Himmelskarte und der Polarsternfinder funktionieren. Bei klarer Sicht zeigte sich dann der Rhöner Abendhimmel von seiner besten Seite: Nach dem Sonnenuntergang legte sich die blaue Stunde mit ihren schönsten Farben über das Tal, und die ersten Sterne ließen nicht lang auf sich warten.

Hintergrund: Sternenpark Rhön

Sternenpark (Dark Sky Reserve) ist eine internationale Auszeichnung, die von der International Dark Sky Association (IDA) verliehen wird – an Kommunen und Schutzgebiete (z. B. Nationale Naturlandschaften wie das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), die noch nahezu natürliche und besonders schützenswerte Nachtlandschaften aufweisen und/oder sich dem Schutz der Nacht verschrieben haben. Im August 2014 wurde dem länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön von der IDA die Auszeichnung verliehen.

Himmelsschauplätze im Sternenpark Rhön…

…unterstützen das eigenständige Erleben des Himmels bei Tag und Nacht und dienen der Wissensvermittlung zum Schutz der Nacht. Ausgestattet mit verschiedenen Elementen, bieten sie Laien die Möglichkeit, sich mit dem Himmel und seinen Phänomenen, dem Lauf der Gestirne sowie dem Rhythmus von Tag und Nacht auseinanderzusetzen. Besucherinnen und Besucher können den Rhöner Himmel auf besondere Weise erkunden und sich über die Bedeutung der nächtlichen Dunkelheit und Möglichkeiten zum Schutz der Nacht informieren. Nachts dienen sie der Besucherlenkung, indem sie bekannte Anlaufpunkte zur Sternenbeobachtung sind.

Qualitätsanspruch

Die Qualität der Himmelsschauplätze liegt darin, durch spezifische Ausstattungselemente Wissen zum Thema Astronomie und Schutz der Nacht zu vermitteln und gleichzeitig die Erlebbarkeit des Sternenparks Rhön zu fördern. Um als Himmelsschauplatz zu gelten, müssen daher an den einzelnen Standorten bestimmte Mindestanforderungen eingehalten werden. Diese tragen zu einer Individualität ohne Qualitätsverlust innerhalb der Gebietskulisse Rhön bei.Zur Qualitätssicherung wurde die Wortmarke „Himmelsschauplatz“ von der Rhön GmbH – Gesellschaft für Tourismus und Markenmanagement beim Deutschen Patent- und Markenamt markenrechtlich geschützt und innerhalb der Rhön koordiniert und vergeben.

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Sternenpark Rhön
news-2188 Wed, 15 Jun 2022 16:53:42 +0200 Gemeinsam für die Pflanzenvielfalt: Länderübergreifender Pflegezonentag mit Mitmach-Aktionen zur Bekämpfung der Lupine https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/laenderuebergreifender-pflegezonentag-mit-mitmach-aktionen-zur-bekaempfung-der-lupine Die aus Nordamerika eingeschleppte Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus) ist in der Rhön trotz jahrzehntelanger Bekämpfungsmaßnahmen noch immer ein Problem. Die hübsch lila blühende Pflanze, die mit ihren besonderen Wurzeln Stickstoff im Boden anreichert und damit die typischen Arten der mageren Rhöner Bergwiesen wie Trollblume, Teufelskralle und Arnika verdrängt, ist nach wie vor weit verbreitet. Großflächig gegen die invasive Art vorzugehen, erfordert jedes Jahr aufs Neue jede Menge Zeit und Kraft. Die Rhönerinnen und Rhöner können in diesem Jahr mit anpacken: Am 1. Juli 2022, dem ersten länderübergreifenden Pflegezonentag im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, gibt es öffentliche Aktionen zur Entfernung der Lupine und zum gemeinsamen Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten. Zu dem Pflegezonentag laden die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und ihre Partner aus dem Bereich Landschaftspflege ein. Der Pflegezonentag komplettiert die Reihe der im vergangenen Jahr erstmals veranstalteten Aktionstage Kernzonentag und Entwicklungszonentag (dieser findet in diesem Jahr am 11. September statt). Die Pflegezonen umgeben die Kernzonen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, um diese von äußeren Beeinträchtigungen „abzuschirmen“. Hier geht der Mensch umsichtig mit der Natur um –  zum Beispiel für ökologisch orientierte Land- und Forstwirtschaft, Landschaftspflege, Maßnahmen zur Umweltbildung oder naturschonenden Tourismus. Viele naturnahe Wälder, aber vor allem die wunderschönen artenreichen Wiesen und Weiden der Rhön gehören zu den Pflegezonen.

Den Rhönerinnen und Rhöner diese einzigartige Vielfalt und Schönheit des Lebensraums Wiese in den Pflegezonen sichtbar zu machen und zu zeigen, wie gefährlich invasive Arten wie die Stauden-Lupine für die heimische Flora werden können, ist das Ziel an diesem 1. Juli. „Zur Landschaftspflege gehört in jedem Jahr auch die konsequente Entfernung der Lupine. In den sensiblen Schutzgebieten ist das nur mit mühsamer Handarbeit notwendig“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Verwaltungsstelle. Dabei erhalten die Verwaltungen der Biosphäre, der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V. und die zuständigen Landschaftspflegeverbände regelmäßig externe Hilfe – zum Beispiel von Schulklassen. Am Pflegezonentag kann sich erstmals jeder, der möchte, beteiligen. „Wir freuen uns, wenn uns interessierte Rhönerinnen und Rhöner beim Schutz der Artenvielfalt unterstützen.“

Bayern: Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten mit der ganzen Familie

Im bayerischen Teil steht die Artenvielfalt der von invasiven Pflanzen bedrohten Lebensräume im Vordergrund. Da man nur schützen kann, was man kennt und schätzt, laden wir zum gemeinsamen Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten im Naturschutzgebiet „Trockengebiete nordwestlich Mittelstreu“. Nach einem kurzen Spaziergang, der einen Überblick über die Entstehungsgeschichte, Artenvielfalt, aber auch invasive Pflanzen gibt, stellen wir Feldführer und Literatur und laden zum gemeinsamen Bestimmen von Tier- und Pflanzenarten. Der Termin ist auch für Kinder, Jugendliche und Familien geeignet. Treffpunkt ist am 1. Juli um 15 Uhr die Kreuzung Frickenhäuser Straße / Abfahrt Birkighütte westlich Oberstreu. Anmeldungen per E-Mail an brrhoen@reg-ufr.bayern.de oder unter Telefon (0931) 380 1665 (montags bis freitags).

Hessen: Der Lupine geht es auf der Wasserkuppe an den Kragen

Im Hessischen Teil des Biosphärenreservats freut sich das Team des LIFE-Projekts „Rhöner Bergwiesen“ über tatkräftige Unterstützung. Treffpunkt ist am Freitag, 1. Juli, um 8.30 Uhr (Achtung, Uhrzeit von ursprünglich 8 Uhr geändert!) am Parkplatz Fuldaquelle auf der Wasserkuppe. Mit Sensen und Ampferstechern ausgestattet, verteilen wir uns auf Kleingruppen und gehen verschiedene Lupinen-Standorte auf der Wasserkuppe an. Dort werden unter fachkundiger Anleitung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des LIFE-Teams Lupinen gemäht oder ausgestochen. Werkzeug und Getränke werden gestellt. Wer eine eigene Sense hat, darf diese gerne mitbringen. Bitte an ausreichenden Sonnenschutz, festes Schuhwerk und angemessene Kleidung denken. Da wir mit scharfen und spitzen Gegenständen arbeiten, ist die Aktion leider nicht für Kinder geeignet. Ende ist gegen 13 Uhr. Anmeldung per Mail an info@br-rhoen.de oder telefonisch (montags bis freitags) unter (0661) 6006 7800.

Thüringen: Die Klingser Aue von der Lupine befreien

Im Thüringer Teil des Biosphärenreservats erwarten MitarbeiterInnen des Landschaftspflegeverbands Thüringer Rhön e. V. und der Biosphärenreservatsverwaltung ab 14 Uhr Interessierte an der Schnitzschule Empfertshausen (Andenhäuser Str. 2, 36452 Empfertshausen). Mit den Freiwilligen geht es vom Treffpunkt in die Klingser Aue, wo mit Ampferstechern unter fachgerechter Anleitung die Lupine – im besten Fall ohne Verlust der Samen – entfernt wird. Zuvor gibt es Infos zu den Lebensräumen in den Rhöner Pflegezonen und deren Beitrag zur Rhöner bzw. deutschlandweiten Artenvielfalt. Mitzubringen sind neben Sonnencreme und -hut unbedingt festes Schuhwerk und Arbeitskleidung. Werkzeug und Getränke werden zur Verfügung gestellt. Das Ende des Arbeitseinsatzes ist gegen 17 Uhr geplant. Diese Veranstaltung ist nicht für Kinder geeignet, da mit scharfen und spitzen Gegenständen gearbeitet wird. Die Anmeldung läuft bis zum 30. Juni 16 Uhr oder telefonisch (montags bis freitags) unter 0361 573923 330 oder per Mail: poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de.

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