Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Thu, 08 Dec 2022 12:14:46 +0100 Thu, 08 Dec 2022 12:14:46 +0100 TYPO3 EXT:news news-2251 Thu, 08 Dec 2022 11:39:18 +0100 Vortragsreihe „In der Rhön, für die Rhön“ geht in 2023 weiter – Aufzeichnungen aus 2022 online anschauen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vortragsreihe-in-der-rhoen-fuer-die-rhoen-geht-in-2023-weiter-aufzeichnungen-aus-2022-online-anschauen Holzbienen, Silberdisteln und Haselmäuse: Die gemeinsame Erfassung von Tier- und Pflanzenarten in der Rhön stand im letzten Termin der Vortragsreihe „In der Rhön, für die Rhön“ im Mittelpunkt. Mit dem Angebot, das die Bayeri-sche Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön organisiert, soll den Rhönerinnen und Rhönern die Forschung im Biosphärenreservat näherge-bracht werden. Die Reihe wird auch im Jahr 2023 wieder angeboten: Der nächste kostenfreie Online-Vortrag findet am Donnerstag, 26. Januar, statt. Thema ist ein Projekt zu Wildbienen in unterfränkischen Dörfern.  Tina Bauer, die seit 2020 bei der Bayerischen Verwaltungsstelle für das Projekt „Bürgerwissenschaftliche Arterfassungen“ im Biosphärenreservat zuständig ist, und Jonathan Tosberg, Studierender der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, vermittelten den 35 interessierten Teilnehmenden, wie man sich an der Forschung im Biosphärenreservat beteiligen kann. Sie stellten das Bürgererfassungsprojekt zur Haselmaus aus dem Herbst 2022 sowie die Projekte der vergangenen Jahre vor.

Schon seit Jahrzehnten unterstützen die Rhönerinnen und Rhöner ehrenamtlich die Forschung in der Region – zum Beispiel bereits seit 1996 die Kartierung von Quellen, eines der größten länderübergreifenden Projekte. 2016 hatte die Bayerische Verwaltungsstelle erstmals ein eigenes bürgerwissenschaftliches Erfassungsprojekt zu Tier- und Pflanzenarten gestartet – damals mit dem Aufruf, nach der Prachtlibelle Ausschau zu halten. Ziel der Erfassungsprojekte ist nicht nur, aktuelles Wissen über die Verbreitung verschiedener Arten zu erhalten, sondern auch, der interessierten Bevölkerung einen Einblick in die Arbeit der Biosphärenreservatsverwaltungen zu geben und Möglichkeiten zu schaffen, sich einbringen zu können. Tina Bauer berichtete in ihrem Vortrag von den Erfassungen aus dem Jahr 2021 – Holzbiene und Trauerkäfer, Silber- und Golddistel – und 2022 – Mehlschwalbe, Rauchschwalbe und Mauersegler. Sie bedankte sich bei den insgesamt 288 Freiwilligen für das riesige Engagement mit fast 1000 gemeldeten Tier- und Pflanzenfunden. „Mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden an unseren bürgerwissenschaftlichen Projekten hatte keine Vorkenntnisse“, sagte Tina Bauer. „Das zeigt: Bei der Forschung im Biosphärenreservat können alle Rhönerinnen und Rhöner mithelfen – auch ohne Erfahrung! Durch die Datenerfassung verbessern sie die Wissensgrundlage und leisten einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz.“

Mit über 450 Meldungen konnte im ersten Projekt zur Erfassung von wärmeliebenden Insektenarten eine gute Datenbasis für die Verbreitung der Blauschwarzen Holzbiene (Xylocopa violacea) geschaffen werden. Auch die ca. 70 Meldungen des Trauer-Rosenkäfers (Oxythyrea funesta) zeigen, dass der Käfer im Biosphärenreservat keine Seltenheit mehr ist. Die Zunahme wärmeliebender Arten zeigt deutlich, dass auch im Biosphärenreservat der Klimawandel angekommen ist. Mit den Ergebnissen können Veränderungen dokumentiert werden und im Rahmen der Klimaanpassung als Entscheidungsgrundlage dienen.

Mithilfe steigert Begeisterung für Rhöner Artenvielfalt

Viele Teilnehmende berichteten, dass mit dem Projekt ihr Interesse an Insekten im eigenen Garten geweckt wurde – und mit der Suche nach Silberdistel (Carluna acaulis) und Golddistel (Carluna vulgaris) auch das Interesse an der Rhöner Pflanzenvielfalt. Mit fast 200 Meldungen von Silberdistel-Standorten zeigte sich gegenüber der etwa 20 Golddistel-Meldungen ein großes Gefälle an Bekanntheit, Bestimmungssicherheit und Auffälligkeit der beiden Pflanzenarten. So ist die Silberdistel in der Rhön durchwegs bekannt und sehr positiv besetzt, während die Golddistel oft auch dann nicht gefunden wurde, wenn man speziell nach ihr gesucht hat.

Im Gebäudebrüter-Projekt waren ebenfalls fast 200 Meldungen eingegangen, wobei über die Hälfte Neststandorte der Mehlschwalbe (Delichon urbica) waren und weniger Neststandorte von Rauchschwalben (Hirundo rustica) und Mauerseglern (Apus apus) gemeldet wurden. Eine Auswertung von Mehlschwalben-Daten in ausgewählten Dörfern im Vergleich zum Jahr 2003 zeigte einen deutlichen Rückgang an Neststandorten – stellenweise bis zu 50 Prozent.

Der Student Jonathan Tosberg stellte anschließend sein Erfassungsprojekt zur Haselmaus vor, mit dem er sich im Rahmen seiner Masterarbeit befasst. Hierzu war er auf die Mithilfe der Rhönerinnen und Rhöner angewiesen, die im Herbst auf „Nussjagd“ gegangen waren – genauer gesagt auf die Suche nach Haselnüssen mit Fraßspuren, die auf die Haselmaus hindeuten. Ziel war, so die Verbreitung der Haselmaus in der Rhön zu erforschen. Leider sei laut Tosberg das Jahr 2022 kein gutes „Nuss-Jahr“ gewesen: Es gab wenig gereifte Nüsse an den Haselsträuchern. Dies bestätigten auch viele Stimmen aus dem Publikum. Doch auch wenige Daten sind durchaus hilfreich. Der Referent freut sich über weitere Unterstützung der Erweiterung seiner Arbeit in Form von Beantwortung von Fragebögen durch verschiedene Zielgruppen. Interessierte können an seiner Umfrage teilnehmen.

Auch im nächsten Jahr wird es im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wieder Projekte zum Mitforschen geben. Ideen und Vorschläge für Arten, die bürgerwissenschaftlich erfasst werden sollten, sind jederzeit sehr willkommen: artmeldungen@reg-ufr.bayern.de.

Save The Date: Online-Vortrag am 26. Januar

Mit dem Vortragsabend im November verabschiedete sich die Reihe „In der Rhön, für die Rhön“ in die Weihnachtspause. Weiter geht es im neuen Jahr am Donnerstag, 26. Januar 2023, um 19.30 Uhr mit einem Online-Vortrag von Sonja Schulze (Universität Würzburg), die über „Wildbienen in Dörfern“ berichten wird – ein Forschungsprojekt der Uni in Kooperation mit dem Biodiversitätszentrum Rhön. Details und Infos zur Anmeldung folgen in Kürze.

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news-2250 Wed, 07 Dec 2022 09:50:23 +0100 Eindrucksvoll bebilderter Vortrag zu Biodiversität in der heimischen Ackerflur im Kloster Wechterswinkel https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/eindrucksvoll-bebilderter-vortrag-zu-biodiversitaet-in-der-heimischen-ackerflur-im-kloster-wechterswinkel Wann haben Sie zuletzt einen Spaziergang durch die Ackerflur unternommen? Und was haben Sie dabei gesehen? Gleich drei virtuelle Spaziergänge erlebten die Besucherinnen und Besucher des Multivisionsabends „Akteure am Ackerrand“. Eingeladen hatten die Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld, die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und der WWF Deutschland. Roland Günter, Naturfotograf aus Würzburg mit forstwirtschaftlichem Hintergrund, versprach schon zu Beginn des Abends: „Zuerst wird es grausam, dann wird es schön!“ Die mit professionellen Bildern unterlegten Spaziergänge führten über sieben Stationen durch die fränkische Ackerflur. Vom Wirtschaftsweg bis hin zur Monokultur, vorbei an Büschen und Bäumen. Auf den ersten Blick nichts Besonderes. Auf der zweiten Runde dann der Blick ins Detail. Roland Günter zeigte, dass das, was wir noch als Hecke wahrnehmen, aus ökologischer Sicht oft eine „Ruine“ ist. Kann sie auf einem schmalen Streifen zwischen Feldern gezwängt und maschinell geschnitten ihre vielfältigen Funktionen im Öko-System erfüllen? Eine Frage, die der Vortragende eindeutig mit „nein“ beantwortete. Auch für viele Bäume gelte: Ein zweiter Blick offenbart radikale Schnitte. „Vom Weg sehen sie wie gut gewachsene Bäume aus. Geht man um den Baum herum, sind sie oft von der Feldseite stark, verstümmelt‘. Ihre Lebensdauer ist damit immens herabgesetzt. Auch die Säume sind schmal geworden. Sie werden gemulcht. Blühende Kräuter Fehlanzeige. Die Öko-Systeme unserer landwirtschaftlichen Flächen brechen gerade zusammen,“ fasste Günter zusammen. Eindrucksvoll bebilderte er, wie wenig Vielfalt in unseren Monokulturen Lebensraum findet. Er empfahl den Zuhörerenden: „Kriechen Sie durch einen Rapsacker und gucken Sie selbst.“

Schön wurde es dann aber auch noch. Im dritten Spaziergang zeigte er, wie die gleichen Strukturen aussehen müssten, damit es in ihnen vor Leben nur so wimmelt. Eine richtige Hecke, sagte er, müsse mindestens 12 Meter breit sein und aus verschieden hohen Sträuchern bestehen. Nur so halte sie den Wind von den Feldern und biete Schutz für die Wildtiere. Anhand von Nahaufnahmen und Vergrößerungen rückte Roland Günter nun die wunderbare Welt der Insekten in den Blickpunkt. Eine schillernde Welt voller skurriler Überlebensstrategien. Unglaublich, wie eng das Leben von Fliege, Maise und Wespe verzahnt sein kann! Der Hit war die Mohnbiene, die ihre Eier in eine mit roten Mohnblättern ausgekleidete Höhle legt – inklusive einem genau bemessenen Vorrat aus feinstem Kornblumen-Pollen. 

In der abschließenden Diskussion machte Günter deutlich, dass wir den „große Dampfer – unsere Lebensweise und Landnutzung wenden müssen, damit unsere Lebensgrundlage erhalten bleibt.“ Kleinteilige Naturschutzmaßnahmen seien sinnvoll, um Zeit zu gewinnen – das aktuelle Artensterben könnten sie aber nicht aufhalten.

Lebhaftt wurde anschließend mit dem Publikum diskutiert: Welche Rolle spielt der Mensch im Ökosystem? Welche Verantwortung hat der Einzelne – ob Landwirt oder Verbraucher? Und wie kann diese Verantwortung übernommen werden?

Aufgerüttelt und bereichert hat der Abend und viel zum Nachdenken mitgegeben, darin waren sich die Teilnehmenden einig.

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news-1004 Mon, 05 Dec 2022 00:00:00 +0100 Aussichtsturm am Naturlehrpfad Schwarzes Moor bis auf Weiteres gesperrt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/aussichtsturm-am-naturlehrpfad-schwarzes-moor-bis-auf-weiteres-gesperrt Liebe Besucherinnen und Besucher, der Aussichtsturm im Bereich Naturlehrpfad Schwarzes Moor ist aus Sicherheitsgründen wegen Rutschgefahr bis auf Weiteres gesperrt. Darauf weist der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V. (NBR) hin. 
Aktuelle Informationen finden Sie stets auf der Webseite des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

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news-2248 Fri, 02 Dec 2022 12:56:43 +0100 Ergebnisse der Meinungsumfrage 2022: Was halten die Rhönerinnen und Rhöner von ihrem UNESCO-Biosphärenreservat? https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ergebnisse-der-meinungsumfrage-2022-was-halten-die-rhoenerinnen-und-rhoener-von-ihrem-unesco-biosphaerenreservat Leben Sie gern in der Rhön? Wie hat sich die Lebensqualität in der Rhön in den vergangenen zehn Jahren entwickelt? Kaufen Sie regelmäßig regionale Produkte aus der Rhön? Wissen Sie, was das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist – und kennen Sie die Arbeit der Verwaltungsstellen und Trägervereine und deren Projekte? Welche Wahrnehmung, Einstellung und welche Meinung haben sie dazu? Fragen wie diese haben 1002 Menschen, die im Biosphärenreservat leben, in diesem Jahr im Rahmen einer repräsentativen Meinungsumfrage beantwortet. Vor allem für die gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Verwaltungsstellen sowie des Vereins Natur- und Lebensraum Rhön und des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön liefert die Umfrage wichtige Erkenntnisse. Darauf aufbauend wird mittelfristig die im Rahmenkonzept verankerte länderübergreifenden Kommunikationsstrategie erarbeitet. 

Die Ergebnisse der Meinungsumfrage finden Sie hier. 

Was passiert mit den Ergebnissen?

„Insgesamt sind wir sehr glücklich über die Analyse“, betont Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Verwaltungsstelle. „7 von 10 Befragten halten das Biosphärenreservat für wichtig, 61 Prozent sehen Vorteile durch das Biosphärenreservat für die Region.“ Es gibt aber durchaus auch Baustellen. „Wir werden die Ergebnisse genau analysieren und in den Feldern tätig werden, wo wir als Verwaltungsstellen handeln können“, erklärt Dr. Doris Pokorny, Leiterin der Bayerischen Verwaltungsstelle. „2002 wusste zum Beispiel weniger als ein Drittel, dass ihr Wohnort im Gebiet des Biosphärenreservats liegt. Darauf haben wir reagiert – zum Beispiel mit Schildern, die an allen Ortseingängen am Ortsschild installiert wurden. 2010 war die Zahl derer, die sich der Biosphärenreservat-Zugehörigkeit bewusst sind, schon deutlich größer – in 2022 sieht das Ergebnis leider wieder rückläufig aus, obwohl die Schilder alle noch da sind. Hier hätten wir mehr erwartet und werden nach geeigneten Lösungen suchen.“

Die Ergebnisse der Umfrage sollen mit unterschiedlichen Akteursgruppen im Detail besprochen und bewertet werden und künftig in die Arbeit und Projekte einfließen. Das passiert nicht nur intern in den Verwaltungsstellen, sondern zum Beispiel auch im Beirat des Biosphärenreservats und in Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie der Rhön GmbH. „Die Ergebnisse haben unter anderem gezeigt, dass die Nachfrage nach regionalen Produkten zwar steigt – das ist erfreulich. Bei der Bekanntheit dieser Produkte besteht allerdings noch Optimierungspotenzial – genauso im Bereich Verkehr und Infrastruktur“, sagt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung. Daher seien auch die sechs Rhön-Landkreise wichtige Partner. Dr. Doris Pokorny ergänzt: „Wir werden auch Studierende aus den Bereichen Gesellschafts-, Sozial- und Politikwissenschaften dazu anregen, sich tiefergehend mit den Ergebnissen zu befassen und mit den Rohdaten der Umfrage zu arbeiten.“

Schon jetzt sehen die Verwaltungen in den Ergebnissen den dringenden Auftrag, in der Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation einen stärkeren Fokus auf die Zielgruppe der jüngeren Erwachsenen zu legen. Bei der Entwicklung der länderübergreifenden Kommunikationsstrategie, die die Verwaltungsstellen gemeinsam mit dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön und dem Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön umsetzen werden, wird dieses Ziel daher im Vordergrund stehen.

Die Ergebnisse der Meinungsumfrage fließen in den Evaluierungsbericht ein, der im Jahr 2023 an die UNESCO übergeben wird. Der Beurteilung müssen sich alle UNESCO-Biosphärenreservate im Turnus von 10 Jahren unterziehen.

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news-2247 Fri, 25 Nov 2022 13:49:54 +0100 Die 18 Biosphärenreservate Deutschlands machen den Bundestag „Verrückt auf Morgen“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-18-biosphaerenreservate-deutschlands-machen-den-bundestag-verrueckt-auf-morgen Ein Rhönschaf im Bundestag: Zum Abschluss der Kampagne „Verrückt auf Morgen“ sind die 18 deutschen Biosphärenreservate gemeinsam ins Paul-Löbe-Haus nach Berlin gereist. Im Mittelpunkt stand die Präsentation der vielfältigen Themen- und Projektschwerpunkte der Schutzgebiete, vor allem aber der Austausch mit den Abgeordneten, die sich Zeit für Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche nahmen. Auch die drei Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön waren dabei – begleitet von Silvia Kleinhenz von der Metzgerei Kleinhenz in Unterleichtersbach. Sie präsentierte, stellvertretend für alle teilnehmenden Betriebe aus Bayern, Hessen und Thüringen, das neue Erfolgsprodukt Rhöner Biosphären-Schinken. Die Biosphärenreservate Deutschlands sind Teil der Nationalen Naturlandschaften (NNL). In diesem Bündnis bewahren sie zusammen mit den Nationalparken, Wildnisgebieten und Naturparken auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands gemeinsam mit den Menschen vor Ort die schützenswerte Natur, vermitteln Freude beim Erleben der Natur und gestalten die Zukunft nachhaltig.

Als Modellregionen, in denen vorgelebt und erprobt wird, wie ein nachhaltiges Gleichgewicht von Mensch und Natur gelingen kann, gewinnen Biosphärenreservate in Zeiten des Klimawandels, internationaler Krisen und Ressourcenknappheit immer weiter an Bedeutung. Diese Bedeutung noch stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, war im Jahr 2022 Ziel der bundesweiten Kampagne „Verrückt auf Morgen“, die die Biosphärenreservate und Nationale Naturlandschaften e. V. im April gemeinsam gestartet hatten. Mit der Veranstaltung im Paul-Löbe-Haus in Berlin fand die Kampagne nun ihren Abschluss.

„Wir bieten uns an, der Bundespolitik bei aktuellen gesellschaftlichen Aufgaben als Umsetzungspartner zur Seite zu stehen. Dafür müssen die Biosphärenreservate und ihre Themen bekannter werden – deshalb sind wir heute hier“, sagte Walter Kemkes, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Biosphären von Nationalen Naturlandschaften e. V.

„Was die Biosphärenreservate heute regional, national und international leisten, ist in jeder Hinsicht beeindruckend“, betonte Prof. Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen
UNESCO-Kommission. „Sie sind die ,Kümmerer‘, damit die Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Agenda 2030 wirklich und praktisch bei den Menschen ankommen. Aus diesem Grund ist die Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft und die Unterstützung durch die Politik zwingend notwendig.“

Jana Schimke, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Tourismus, verwies auf die Bedeutung der Biosphärenreservate als Tourismusdestinationen und Bildungsorte: „Die Biosphärenreservate bieten mit ihren zahlreichen Projekten wichtige außerschulische Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche. Hiermit leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Naturbildung von Kindern und Jugendliche, sondern tragen auch dazu bei, die Identität dieser mit ihren Regionen zu stärken.“

Sterne, Schinken, Schafwolle

Die Vielfalt der einzelnen Gebiete und der Modellcharakter der vor Ort umgesetzten Projekte wurde an den Themenständen deutlich. Im Bereich des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön standen unter anderem die länderübergreifenden Projekte Sternenpark, RhönWollets und Rhöner Biosphären-Schinken im Mittelpunkt. „Mit unseren Rhöner Themen konnten wir viel Interesse wecken – bei allen Fraktionen, und auch bei den unterschiedlichen Ausschüssen und dem Parlamentskreis Biosphärenreservate des Bundestags “, bilanzierten Ulrike Schade, Dr. Doris Pokorny und Torsten Raab von den drei Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

„In den Gesprächen mit den Abgeordneten wurde deutlich, dass wir als Biosphärenreservat im Querschnitt alle Themen vereinen – von Umwelt und Tourismus über Mobilität bis zu Gesundheit und Bildung. Die Veranstaltung war für uns eine gute Chance, der Politik zu verdeutlichen: Auf insgesamt drei Prozent der Fläche Deutschlands setzen die Biosphärenreservate schon vieles pilotmäßig um, was sich die Bundes- und Landespolitik vornimmt – angefangen im Kleinen, zum Beispiel bei einer gesunden, nachhaltigen Schulverpflegung, wie sie in unseren Biosphären-Schulen und Kitas im Fokus steht.“

Neben den Rhöner Bundestagsabgeordneten Dorothea Bär (Bayern), Michael Brand (Hessen) und Christian Hirte (Thüringen) informierte sich unter anderem auch Bundesumweltministerin Steffi Lemke persönlich über die Projekte und Produkte aus der Rhön.

Willi Weitzel als Botschafter

Teil der Initiative war auch ein Mitmachwettbewerb für junge Menschen, bei dem die Einsendenden drei Geldpreise und die Unterstützung eines Biosphärenpartners bei der Umsetzung der eingereichten Projektidee im Bereich Zukunft und Nachhaltigkeit gewinnen konnten. VIP-Wettbewerbsbotschafter war Willi Weitzel, der zudem in der Fachjury saß – so wie Ulrike Schade, die die Preisverleihung im Paul-Löbe-Haus moderierte.

Ein Preis ging in das Biosphärenreservat Drömling: Die Klasse 4a der Grundschule Drömlingfüchse Oebisfelde möchte ein Grünes Klassenzimmer auf ihrem Schulhof errichten, damit von Frühjahr bis Herbst der Unterricht draußen stattfinden kann. Ein weiterer Preis ging nach Bad Urach in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Für ein Biosphärenklassenzimmer soll eine zweisprachige Kinderzeitschrift mit dem Titel „Ich tu was für die Biosphäre“ umgesetzt werden. Auch nach Laufen in der Nähe der Biosphärenregion Berchtesgadener Land wurde ein Preis vergeben. Hier werden Schülerinnen und Schüler des Projekt-Seminares sieben Infotafeln zur Erläuterung eines angelegten Grünstreifens umsetzen.

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news-2246 Thu, 17 Nov 2022 09:33:52 +0100 Nachhaltiger Umgang mit den Wasserressourcen im Biosphärenreservat, angepasst an den Klimawandel: Abschließender Workshop im Projekt KlimaRhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/nachhaltiger-umgang-mit-den-wasserressourcen-im-biosphaerenreservat-angepasst-an-den-klimawandel-abschliessender-workshop-im-projekt-klimarhoen Das Thema Ressourcenmangel und -schutz ist im Jahr 2022 brandaktuell. Die Folgen des Klimawandels und weltweiter Krisen machen sich im Alltag immer stärker bemerkbar. Ein wichtiges Thema wird in Zukunft ein für die Gesellschaft und die Ökosysteme nachhaltiger Umgang mit Wasser sein – auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Seit Anfang 2021 läuft hierzu das länder-übergreifende Projekt KlimaRhön, an dem sich zahlreiche Akteurinnen und Akteure beteiligen. Im November findet der fünfte und letzte Workshop statt. Ergebnis des partizipativen Prozesses sind auch Vorschläge für konkrete Pilotprojekte zu Wassermanagement die in der Rhön umgesetzt werden sollen. Die Folgen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit und -qualität werden langfristig alle Bereiche des (öffentlichen) Lebens und Arbeitens beeinflussen. An dem transdisziplinären Forschungsprojekt, das die Goethe-Universität Frankfurt am Main in enger Kooperation mit den drei Verwaltungen des UNSECO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen durchführt, sind daher unterschiedliche Interessensgruppen beteiligt – darunter Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft, Getränkeindustrie und Politik. Auftakt des Projekts war eine öffentliche Online-Umfrage im Sommer 2020, an der sich rund 350 Rhönerinnen und Rhöner beteiligt hatten. Bei der Umfrage wurde unter anderem deutlich, dass ein Großteil der Befragten bereits eine Einschränkung der Wasserverfügbarkeit bemerkt.

Streutal und Oberes Ulstertal als Pilotregionen

Im Februar 2021 war dann der partizipative Teil des Projekts gestartet. Im Rahmen von Interviews und Gruppendiskussionen mit lokalen Akteurinnen und Akteuren und darauf aufbauend bei vier Workshops ging es um Risikobewertung und Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen im Wassermanagement im Biosphärenreservat. Zunächst definierten die Workshop-Teilnehmenden zwei Anpassungsfelder: den Erhalt der natürlichen Ökosysteme – insbesondere von Quellen und kleinen Fließgewässern – trotz der sich verändernden Wasserverfügbarkeit sowie die Sicherstellung der Wasserversorgung von Haushalten, Industrie und Landwirtschaft, vorwiegend aus Grundwasser. Um Anpassungsbedarfe in diesen Bereichen konkretisieren zu können, fokussierten sich die Teilnehmenden auf zwei exemplarische Pilotregionen im Biosphärenreservat: für das Anpassungsfeld Schutz der Ökosysteme auf das Obere Ulstertal, für Wasserversorgung auf das Streutal. Für jeden Bereich identifizierten die Arbeitsgruppen dann mögliche Anpassungsmaßnahmen.

Bezüglich der wasserbezogenen Ökosysteme diskutierten die Teilnehmenden über die Umsetzung von Gewässerrandstreifen sowie das Konfliktfeld Quellschutz und Landwirtschaft. Ein Problem ist, dass viele Quellaustritte auf Weideflächen liegen und zur Wasserversorgung der Tiere genutzt werden. Verrohrung und Viehtritt können den wertvollen Lebensraum Quelle jedoch schnell zerstören. Die Einrichtung einer Beratungsstelle, die über Fördermaßnahmen, naturschutzfachlichen Nutzen und mögliche Vorteile, die sich aus der Umsetzung für die landwirtschaftlichen Betriebe ergeben, wurde als zentrale Maßnahme bewertet. Hinsichtlich der Wasserversorgung konkretisierte die zweite Arbeitsgruppe die Vernetzung kleiner Wasserversorger innerhalb eines Gebietes als sinnvolle Maßnahme. Außerdem wurde die Einführung einer „Wasserampel“ vorgeschlagen, durch die drohende Wasserknappheit früher erkannt und gegengesteuert werden kann.

Akzeptanz in der Bevölkerung als wichtigste Grundlage

Mensch und Natur brauchen Wasser zum Leben und Überleben – einen Plan B gibt es nicht. Sich an den Klimawandel und seine Folgen anzupassen, wird in Zukunft unumgänglich sein. Hierfür braucht es in der Bevölkerung noch viel Aufklärungsarbeit, Anpassungsmaßnahmen benötigen eine breite Akzeptanz. Wie diese Akzeptanz für die herausgearbeiteten Maßnahmenvorschläge in der Bevölkerung, aufseiten der Wasserversorger sowie im Bereich Naturschutz und Landwirtschaft erreicht werden kann, wurde im vierten Workshop im Sommer 2022 diskutiert. Um die mögliche Realisierung in den Pilotregionen – und im gesamten Biosphärenreservat – wird es im fünften und letzten Workshop im November gehen.

Nächste Schritte im Projekt werden dann die öffentliche Verbreitung der Ergebnisse und weitere Gruppendiskussionen, unter anderem auch mit Schülerinnen und Schülern, sein. Die Umsetzung der entwickelten Pilotprojekte ist ab Mitte 2023 geplant, falls das Forschungsprojekt KlimaRhön weiterfinanziert werden kann.

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news-2244 Wed, 16 Nov 2022 09:29:00 +0100 Weihnachtskrippen und Stickereien: Neue Ausstellung im Biosphären-Infozentrum Propstei Zella/Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/weihnachtskrippen-und-stickereien-neue-ausstellung-im-bio-sphaeren-infozentrum-propstei-zella-rhoen Zu einer neuen Wechselausstellung mit Weihnachtskrippen und Stickereien laden die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die Gemeinde Dermbach vom 18. November bis 23. Dezember in den Gewölbekeller des Biosphären-Infozentrums Propstei Zella/Rhön ein. Schülerinnen und Schüler der Schnitzschule Empfertshausen präsentieren zum Ende des Jahres 2022 ihre Weihnachtskrippen aus verschiedenen Materialien und Zeiten. Auch Exemplare privater Holzschnitzkunst und ausgewählte Sammlerstücke werden Teil der Ausstellung sein. Wer gerne stickt, kommt auch auf seine Kosten: Verena Rimmel aus Zella/Rhön präsentiert ihre handgefertigten Stickereien im Gewölbekeller der Propstei.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Biosphären-Infozentrums in der Goethestraße 1, 36466 Dermbach OT Zella/Rhön, montags von 13 bis 16 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr (auch an Feiertagen) besucht werden. Dienstags und mittwochs ist Ruhetag. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Die Ausstellungsräume im Gewölbekeller sind nicht barrierefrei zugänglich.

Zusätzlich finden an folgenden Tagen von 14 bis 16 Uhr Stickvorführungen statt:
19. und 20. November, 03. und 04. Dezember, 10. und 11. Dezember sowie 17. Dezember

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BRRhoen-TH Ausstellungen
news-2243 Mon, 14 Nov 2022 09:29:00 +0100 Sternenpark Rhön ist weltweiter Sternenpark des Jahres https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/sternenpark-rhoen-ist-weltweiter-sternenpark-des-jahres Die International Dark Sky Association (IDA) hat den Sternenpark Rhön als weltweiten Sternenpark des Jahres ausgezeichnet. In der Begründung werden die gute und kontinuierlich aufbauende Arbeit vor Ort sowie die umfangreichen Infomaterialen wie die Planungshilfen für Kommunen, Bauherren und Planende rund um das Thema Lichtimmissionen und umweltverträgliche Beleuchtung hervorgehoben. Die Verleihung des Preises fand am Wochenende im Rahmen einer internationalen 24-stündigen Online-Konferenz der IDA statt. Seit 2014 gehört die Rhön dem weltweiten Netzwerk der IDA an. Auf Initiative der ARGE
Rhön wurde das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat im Dreiländereck Bayern,
Hessen und Thüringen als Internationaler Sternenpark in der Stufe „Silber“ ausgezeichnet.
Möglich wurde die Auszeichnung, da zahlreiche Rhöner Kommunen freiwillig eigens entwickelte Beleuchtungsrichtlinien anerkannt haben und diese sukzessive umsetzen. Auch angrenzende Kommunen außerhalb der Kulisse beteiligen sich. Durch die Maßnahmen zum
Schutz der Nacht soll Lichtverschmutzung entgegengewirkt werden, die in den Schutzgebieten der Rhön noch vorhandenen natürlichen Nachtlandschaften sollen vor Kunstlicht bewahrt
werden und gleichzeitig der natürliche Sternenhimmel den Menschen zugänglich gemacht
werden. Fast zehn Jahre nach der Anerkennung hat sich der Sternenpark etabliert und ergänzt die Artenschutzbemühungen des Biosphärenreservats und der Rhön-Landkreise um
den Lebensraum und die Ressource Naturnacht.

Bundesweite Vorreiterrolle

„Die Rhön hat sich als Vorreiter der Dark-Sky-Bemühungen auf lokaler und Bundes-Ebene etabliert“, begründet die IDA ihre Entscheidung zur Auszeichnung mit dem Award. „Die Verantwortlichen haben bei der Finanzierung von Beleuchtungsprojekten geholfen und mit lokalen Energieversorgern zusammengearbeitet. Ihr Einsatz verringert die Lichtverschmutzung durch die öffentliche Beleuchtung in den Sternenpark- und den umliegenden Gemeinden.“ Besonders hervorgehoben wird auch die Initiative zur Zertifizierung von Fulda als Sternenstadt als weltweit zweitgrößte ihrer Art. Das große Engagement der Akteurinnen und Akteure in der Rhön und die Zertifizierung von Fulda führt nach Ansicht der IDA zu einer überregional und sogar deutschlandweiten Wahrnehmung des Themas Lichtimmissionen und zur Verbreitung der technischen Planungshilfen und Strategien gegen schädliche Lichtimmissionen, die im Jahr 2020 von den Biosphärenreservat-Verwaltungen in Kooperation mit den Rhön-Landratsämtern herausgegeben wurden.

Himmelsschauplätze, Sternenkinos, Sternenparkführungen

Auch die Weiterentwicklung im Bereich Erlebnis beeindruckt die IDA. „Davon konnte ich mich persönlich überzeugen“, sagt der geschäftsführende IDA-Direktor Ruskin Hartley, der im Mai am European Dark Sky Symposium in Fulda teilgenommen hatte. Hartley hob hierbei mehrere Projekte hervor: Zum Erleben des Sternenparks Rhön sind unter anderem Himmelsschauplätze, astronomische Beobachtungsplattformen, Sternenkinos sowie ein Sternenlehrpfad errichtet worden. Seit 2020 werden zudem jährlich von der Rhön GmbH die länderübergreifenden Sternenpark-Wochen ausgerichtet. Flaggschiff und Aushängeschild sind jedoch die seit 2006 in der Rhön als Teil der Umweltbildung angebotenen Sternenparkführungen, die mittlerweile bei Einheimischen genauso beliebt sind wie bei Touristinnen und Touristen aus ganz Deutschland. Im Jahr 2022 wurden aufgrund der hohen Nachfrage 20 neue Sternenparkführerinnen und Sternenparkführer in Bayern, Hessen und Thüringen ausgebildet.

Auf Silber soll Gold folgen

Fuldas Landrat Bernd Woide sieht in der Auszeichnung die Bestätigung des Einsatzes und betont, dass der Sternenpark „einfach ein Win-Win-Win für Mensch, Natur und Klima ist“. Auch der Geschäftsführer der IHK Fulda, Michael Konow, zeigt sich hocherfreut über die Auszeichnung. Gemeinsam mit der Sternenstadt und dem Landkreis Fulda hat die IHK das Prädikat #lichtbewusstsein entwickelt, mit dem Ziel, die Außenbeleuchtung an Unternehmen nachtfreundlicher zu gestalten.

Für die Koordinatorin und Wegbereiterin des Sternenparks Rhön, Sabine Frank, die 2015 von der IDA mit dem Dark Sky Defender Award für ihre Bemühungen ausgezeichnet wurde, die Leitungen der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen sowie Bertram Vogel, Geschäftsführer der Rhön GmbH, ist der Award Verpflichtung und Ansporn zugleich – denn nach wie vor steht die Erreichung der Auszeichnung „Gold“ für eine noch bessere Nachthimmelsqualität als Ziel noch aus.

Hintergrund: Die IDA

Unter dem Dach der International Dark Sky Association finden sich bereits seit 1988 weltweit Akteurinnen und Akteure aus Astronomie, Biologie, Medizin, Physik und Naturschutz zusammen, die sich gemeinsam für ein Ziel engagieren: die natürliche Nacht vor Lichtverschmutzung zu schützen, die schon im späten 19. Jahrhundert als Umwelteinwirkung beschrieben wurde. Die IDA mit Sitz in den USA ist die Dachorganisation für nationale Sektionen in 18 Staaten – auch in Deutschland gibt es eine „Fachgruppe Dark Sky“.

Im Jahr 2001 hat die IDA das International Dark Sky Places Programm ins Leben gerufen, um Kommunen und Schutzgebiete auf der ganzen Welt zu ermutigen, den dunklen, natürlichen Nachthimmel durch verantwortungsvolle Beleuchtungsrichtlinien und öffentliche Aufklärung zu bewahren und zu schützen. Weltweit gibt es mittlerweile 20 Dark Sky Reserves der Kategorie der Rhön, hinzukommen mehr als 100 Dark Sky Parks. Der „Dark Sky Place of the Year Award“ wird für außergewöhnliche Leistungen dieser zertifizierten Gebiete verliehen. Die Verleihung fand in diesem Jahr im Rahmen einer 24-Stunden-Konferenz statt, bei der Workshops rund um den Schutz der Nacht angeboten wurden. Auch Sabine Frank gestaltete einen Workshop für interessierte Kommunen mit.

Weiterführende Links

www.sternenpark-rhoen.de

Künstliches Licht bei Nacht: Stand der Wissenschaft im Jahr 2022: https://www.darksky.org/wp-content/uploads/2022/06/IDA-State-of-the-Science-2022-DE.pdf

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Sternenpark Rhön
news-2242 Fri, 11 Nov 2022 09:29:00 +0100 Kommunen zeigen bei Biosphärentagung anhand konkreter Projekte und Ideen, wie sie dem Klimawandel begegnen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/140-teilnehmende-bei-biosphaerentagung-zum-thema-klimaanpassung-und-klimaschutz Die Lage ist ernst, sehr ernst – aber noch ist es nicht zu spät: Das war Tenor der dritten länderübergreifenden Biosphärentagung, die in diesem Jahr unter dem Thema „Der Klimawandel in der Rhön – höchste Zeit zu handeln“ erstmals online ausgerichtet wurde. Im Fokus standen neben dem Aufzeigen der dramatischen Folgen für die Natur und, damit verbunden, die sich verändernde Lebensqualität im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön vor allem Projekte und Ideen der Kommunen, die sich mit Klimawandelanpassung und Klimaschutz auf vielfältige Art und Weise auseinandersetzen. So diente die Tagung als Plattform zum Ideenaustausch und zur Vernetzung der Akteurinnen und Akteure aus Bayern, Hessen und Thüringen. Die Biosphärentagung findet im jährlichen Turnus abwechselnd in den drei Bundesländern statt. Nach aktuellen Ergebnissen aus den Natur- und Artenschutzprojekten (2020, Hessen) sowie Best-Practice-Beispielen aus der nachhaltigen Regionalentwicklung (2021, Thüringen) stand in diesem Jahr nun der Klimawandel als Querschnittsthema, das alle Handlungsfelder im Biosphärenreservat betrifft, im Fokus. Für das Thema Klimawandel und die Anpassung an seine Folgen gibt es bei der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön eine Projektstelle. Die Projektverantwortlichen Alana Steinbauer und Lisa Knur hatten die Tagung 2022 länderübergreifend organisiert – pandemiebedingt erstmals online, was dem Interesse aber keinen Abbruch tat: Mehr als 140 Teilnehmende, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, der Landkreise und aus den Bereichen Naturschutz, Forst-, Land- und Wasserwirtschaft sowie Bildung folgten den Vorträgen und Diskussionen.

„Ich bin dankbar, dass wir dieses Thema heute gemeinsam aufgreifen“, betonte Thomas Habermann, Landrat des Landkreises Rhön-Grabfeld, der die Tagung mit einem eindrücklichen Grußwort eröffnete. „Die Biosphärenreservate rücken immer mehr als Modellregionen in den Vordergrund. Noch sind wir in der Rhön ein Hotspot für Artenvielfalt. Die Biodiversität zu erhalten, ist für die Zukunft genauso existenziell wichtig wie die Klimawandelanpassung. Hier haben wir noch großen Nachholbedarf in der Entwicklungszone des Biosphärenreservats – dort, wo die Menschen leben.“ Habermann nannte in diesem Zusammenhang unter anderem das Stichwort Bauleitplanung und klimaangepasste Bauweise.

„Die Energieversorgungskrise können wir als Chance verstehen, Klimaschutz verstärkt anzugehen“, ergänzte Dr. Doris Pokorny, seit September die neue Leiterin der Bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservats. Dass die Kommunen im Biosphärenreservat bereits zahlreiche positive und modellhafte Beispiele in Sachen Klimawandel und -schutz vorweisen können, mache Mut – dieses Signal solle auch die Tagung setzen.

Heiße Aussichten für die Rhön

Wie in der Einführung durch Alana Steinbauer deutlich wurde, sind die Veränderungen des Klimas in der Rhön bereits heute mess- und spürbar: anhand steigender Temperaturen von im Mittel +1,2 °C, zunehmender Hitze- und Trockenperioden sowie Starkregenereignissen. Derzeit wird für die Rhön ein Anstieg um 3,6 °C bis Ende des Jahrhunderts modelliert. Um das 2015 in der Pariser Klimakonferenz international vereinbarte Ziel einer Erhöhung von maximal 1,5 Grad zu erreichen, muss also im Bereich Klimaschutz noch viel passieren.

Im Fokus standen zunächst die konkreten Herausforderungen für die Rhöner Artenvielfalt und das Ökosystem Wald. Diese veranschaulichten Dr. Tobias Birkwald als Verantwortlicher für ökologische Forschung und Monitoring in der bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservats sowie Julia Gombert, Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbands Thüringer Rhön e. V. und Florian Wilshusen, Leiter des Biodiversitätsforstamts Hofbieber. Die Biotopvernetzung in der Landschaft müsse vor dem Hintergrund des Klimawandels engmaschiger werden, um Tier- und Pflanzenarten das Ein- und Auswandern zu ermöglichen. Im Wald sei neben Maßnahmen zum Wasserrückhalt und für einen zukunftsfähigen Waldumbau vor allem ein geeignetes Wildtiermanagement essentiell, um die Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion der Rhöner Wälder auch weiterhin sicherstellen zu können. 

Mut wird belohnt

Der Themenblock „Wasser – zu viel und zu wenig“ widmete sich dem Umgang der Kommunen mit knapper werdenden Wasserressourcen einerseits und Hochwasser und Überflutungen aufgrund Starkregen andererseits. Dass dies zunächst Mut und Umdenken erfordert, aber letztlich große Wirkung zeigen und Akzeptanz in der Bevölkerung schaffen kann, demonstrierte Daniel Görke, Geschäftsleiter in Wartmannsroth. Die Gemeinde hatte einen bereits rechtskräftigen Bebauungsplan mit 29 Plätzen wieder aufgehoben, um weitere Flächenversiegelungen zu vermeiden. Weitere Referierende waren Simon Engel vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen, Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn, der Geisaer Bauamtsleiter Bodo Kind sowie der Fuchsstadter Bürgermeister René Gärtner.

Klimaschutz-Karte zur Sammlung von Ideen

Michael Diestel von der Agrokraft GmbH rief die Rhönerinnen und Rhöner dazu auf, sich zur Beförderung erneuerbarer Energien zu Interessensgruppen zusammenzuschließen und in geeigneter Weise zu strukturieren – die Energiegenossenschaft in der Gemeinde Großbardorf habe es vorgemacht. In den Vorträgen ging es dabei auch immer wieder um die Möglichkeiten, Förderprogramme zu nutzen. Anlässlich des Themas Hitzeschutz in Kommunen machten die Klimaschutzmanager Philipp Spitzner (Stadt Hammelburg) und Alexander Zink (Landkreis Bad Kissingen) auf eine Onlinekarte aufmerksam, in die alle Bürgerinnen und Bürger konkrete Ideen und Vorschläge für Klimaschutzmaßnahmen eintragen können. Die Karte, zu finden unter www.ideenkarte.de/landkreisbadkissingen, könne anderen Landkreisen und Kommunen hilfreiche Inspirationen liefern.

Im dritten Themenblock „Landwirtschaft und Tourismus“ ging es schließlich um Konsumverhalten und um die Vorteile des ökologischen Landbaus. Wie Maike Hamacher von der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld) erläuterte, mildern Methoden zum Humusaufbau und Bodenschutz die negativen Wirkungen von immer ausgedehnteren Trockenperioden und sowie häufigeren Starkregenereignissen ab. Bertram Vogel (Rhön GmbH) veranschaulichte die zu erwartenden Einschränkungen der touristischen Erholungsangebote aufgrund von Hitze, Unwetter und stark abnehmenden Schneetagen. Er wies auf positive Klimaschutzeffekte durch die Nutzung regionaler Produkte und touristischer Angebote hin.

Alle sind gefragt

„Die diesjährige Biosphärentagung konnte anschaulich zeigen, dass der Klimawandel in der Rhön bereits angekommen ist und sich als Folge auch die Artenzusammensetzung, das Landschaftsbild und die Bewirtschaftung stark verändern werden“, ziehen Lisa Knur und Alana Steinbauer ihr Fazit zur Veranstaltung.

„Damit unsere arten- und strukturreiche Kulturlandschaft auch weiterhin ihre vielfältigen und lebensnotwendigen Ökosystemdienstleistungen für uns Menschen bereitstellen kann, sind alle Kommunen, Landkreise, Behörden, Verbände, Grundeigentümer, Bewirtschafter, Gewerbetreibende aber auch die Bürgerinnen und Bürger gefragt, achtsamer mit unseren Ressourcen umzugehen, zum Klimaschutz beizutragen und sich vorausschauend auf sich ändernde Bedingungen vorzubereiten. Die Tagung hat viele sehr engagierte Akteure und zukunftsfähige Ansätze in der Rhön vorgestellt. Wir hoffen, dass auf dieser Grundlage nun weiterer Austausch stattfindet, sich viele Nachahmer finden und Synergien genutzt werden. Denn das Biosphärenreservat ist insbesondere ein Lernort und Modellgebiet für nachhaltige Entwicklung.“

Themen und Kontakte 

„Wie verändert sich das Klima in der Rhön?“ – Alana Steinbauer, Bayerische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Tel.: 0931-380-1670, Email: alana.steinbauer@reg-ufr.bayern.de

Block 1: Herausforderungen für die Rhöner Artenvielfalt und unsere Wälder: Unser Ökosystem und seine Dienstleistungen erhalten – warum das auch die Kommunen und jeden von uns betrifft

„Klimawandel – Artenwandel!?“ – Julia Gombert, Geschäftsführerin Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön. Tel.: 036946-20656, Email: j.gombert@lpv-rhoen.de

„Kurzvorstellung: Monitoring und Veränderungen durch den Klimawandel im Biosphärenreservat Rhön“ – Dr. Tobias Birkwald, Bayerische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Tel.: 0931-380-1672, Email: tobias.birkwald@reg-ufr.bayern.de

„Klimawandel und Forstwirtschaft am Beispiel des Forstamtes Hofbieber in der hessischen Rhön“ – Florian Wilshusen, Forstamtsleiter Hofbieber, HessenForst. Tel.: 06657-9632-11, Email: florian.wilshusen@forst.hessen.de (Anfragen bitte per Email)

„Moderation Podiumsdiskussion Block 1“ – Dr. Sebastian Vogel, Biodiversitätszentrum Rhön. Tel.: 09772-6880936, Email: sebastian.vogel@lfu.bayern.de

Block 2: Wasser – zu viel und zu wenig – Rhöner Kommunen aktiv in Katastrophenvorsorge und Klimaschutz

„Kurzvorstellung: Projekt KlimaRhön. Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische Ökosysteme und Wasserversorgung im Biosphärenreservat Rhön“ – Laura Müller und Max Czymai, Goethe-Universität Frankfurt am Main. Tel.: 069-798-40226 und 069-798-36663, Email: la.mueller@em.uni-frankfurt.de, czymai@soz.uni-frankfurt.de

„Was tun bei zu viel Wasser: Das Sturzfluten-Konzept der Allianz Kissinger Bogen“ – Simon Engel, Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen. Tel.: 0971-8029-113, Email: simon.engel@wwa-kg.bayern.de

Maßnahmen zum Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in Rhöner Kommunen:

"Rasdorf: Schwerpunkt Renaturierung" – Jürgen Hahn, Bürgermeister. Tel.: 06651-960115, Email: j.hahn@rasdorf.de

"Wartmannsroth: Schwerpunkt Renaturierung und Innovatives Regenwassermanagement" – Daniel Görke, Geschäftsleiter. Tel.: 09737-9102-16, Email: goerke@Wartmannsroth.de

"Geisa: Schwerpunkt Nahwärme, Bürgerbus" – Manuela Henkel, Bürgermeisterin. Tel.: 036967-69-0, Email: buergermeisterin@geisa.de

"Großbardorf und weitere: Schwerpunkt Genossenschaften" – Michael Diestel, Agrokraft GmbH und BBV NES. Tel.: 09771-62100, Email: michael.diestel@BayerischerBauernVerband.de

"Hünfeld: Schwerpunkt Begrünung, Brunnen, Hochwasserschutz" – leider ausgefallen! – Benjamin Tschesnok, Bürgermeister. Tel.: 06652-180-102, Email: buergermeister@huenfeld.de

"Fuchsstadt: Schwerpunkt Straßenumbau und Neubaugebiete" – René Gerner, Bürgermeister. Tel.: 09732-2664, Email: rene.gerner@fuchsstadt.de

"Es wird zu heiß: Hitzeschutz in Kommunen" – Philipp Spitzner, Klimaschutzmanager Stadt Hammelburg. Tel.: 09732 902-354, Email: philipp.spitzner@hammelburg.de und

Alexander Zink, Klimaschutzmanager Landkreis Bad Kissingen. Tel.: 0971-801-3152, Email: alexander.zink@kg.de

Moderation Podiumsdiskussion Block 2: Dr. Maxi Domke, Klimaschutzmanagerin Wartburgkreis. Tel.: 03695-61-6304. Email: klimaschutz@wartburgkreis.de

Block 3: Landwirtschaft und Tourismus – wir entscheiden über unseren Konsum

„#NoFilter – Wie gut kennen Sie sich mit der Klimakrise aus? Das Klimaquiz mit Hintergedanken“ – Felix Papsch, Naturerlebniszentrum Rhön. Tel.: 0931-380-1642, Email: felix.papsch@reg-ufr.bayern.de

„Ökologischer Landbau, ein Lösungsansatz für die Landwirtschaft“ – Dr. Maike Hamacher, Ökomodellregion Rhön-Grabfeld. Tel.: 09771-94-691, Email: maike.hamacher@rhoen-grabfeld.de

„Nachhaltiger Tourismus in der Rhön in Zeiten des Klimawandels“ – Bertram Vogel, Rhön GmbH. Tel.: 09749-930080-0, Email: bertram.vogel@rhoen.de

Moderation Podiumsdiskussion Block 3: Julian Megner, Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Bad Neustadt (Saale). Tel.: 09771-6102-1221, Email: julian.megner@aelf-ns.bayern.de

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news-2240 Tue, 01 Nov 2022 15:27:55 +0100  „Weckruf“ für das Erreichen des Gleichgewichts von Mensch und Natur: Erster Internationaler Tag der Biosphärenreservate https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/weckruf-fuer-das-erreichen-des-gleichgewichts-von-mensch-und-natur-erster-internationaler-tag-der-biosphaerenreservate Der 3. November 2022 ist der erste Internationale Tag der Biosphärenreservate. Die UNESCO will an diesem Tag weltweit einen „Weckruf für die Bedeutung der Sorge um die Umwelt und das Erreichen eines Gleichgewichts zwischen menschlichem Handeln und der Erhaltung natürlicher Ressourcen“ starten. Gleichzeitig soll auf die damit verbundene führende und beispielhafte Rolle des Weltnetzes der Biosphärenreservate aufmerksam gemacht werden. Die Rhön gehört diesem Weltnetz bereits seit 1991 an. Der Tag markiert auch das Ende der zweijährigen Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Programms Mensch und Biosphäre (MAB). Das 1971 ins Leben gerufene Programm ist das älteste zwischenstaatliche Wissenschaftsprogramm der UNESCO und feiert 2021 und 2022 sein 50-jähriges Bestehen. Das MAB-Programm und das Modell Biosphärenreservate sind in den vergangenen 50 Jahren zu einem internationalen Beispiel für nachhaltige territoriale Entwicklung geworden und unterstreichen das Engagement der UNESCO für die globale Biodiversitätsagenda und die Ziele für nachhaltige Entwicklung.

Heute gibt es weltweit 738 Biosphärenreservate in 134 Ländern. Das Weltnetz der Biosphärenreservate, das jedes Jahr weiterwächst, umfasst alle Arten von Ökosystemen sowie Siedlungsräume. Mehr als 260 Millionen Menschen haben ihr Zuhause in einem Biosphärenreservat. Insgesamt schützen diese Gebiete etwa 5 Prozent der Erdoberfläche – mit mehr als 7 Millionen Quadratkilometern eine Fläche, die ungefähr der Größe Australiens entspricht. Die insgesamt 18 deutschen Biosphärenreservate – zwei stehen kurz vor der UNESCO-Anerkennung – wiederum bilden zusammen mit 16 Nationalparken, 2 Wildnisgebieten und 104 Naturparken das Bündnis der Großschutzgebiete in Deutschland – insgesamt 33 Prozent der Landesfläche. Dachverband dieser Gebiete ist Nationale Naturlandschaften e. V.

Die Nationalen Naturlandschaften in Deutschland

An keinem anderen Ort lässt sich die Natur in ihrer Schönheit und Vielfalt so direkt erfahren wie in den deutschen Nationalparks, Biosphärenreservaten, Naturparks und Wildnisgebieten – den Nationalen Naturlandschaften. Als Erfahrungsräume für Naturerleben und Erholungsgebiet für die gesamte Bevölkerung sind sie Anlaufstellen für Anwohner und Touristen aus dem In- und Ausland. Sie bieten wildlebenden Tieren einen geschützten Lebensraum und seltenen Pflanzen die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Dadurch sind sie faszinierend und lehrreich zugleich. Und sie bewahren ein unersetzliches Erbe: die Natur als unsere Lebensgrundlage. Die Nationalen Naturlandschaften sind ein Stück Meer in Mecklenburg-Vorpommern, ein pfälzisches Waldgebiet, eine mitteldeutsche Flusslandschaft – oder ein länderübergreifendes Mittelgebirge im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Eines ist ihnen gemeinsam: das Ziel, Natur zu schützen und Landschaften zu bewahren.

Unterschiede gibt es in den Schutzkategorien: Nationalparke und Wildnisgebiete sind Schutzgebiete, in dem sich die Natur weitgehend ungestört und möglichst ursprünglich entfalten darf. Das vorrangige Ziel von Nationalparks ist es, Natur Natur sein zu lassen. Es handelt sich daher um Landschaften, in denen die Natur sich selbst und ihren eigenen Gesetzen überlassen bleibt. Naturparke sind Regionen, in denen sich Mensch und Natur erholen können. Sie bewahren und entwickeln Landschaft und Natur und unterstützen einen naturverträglichen Tourismus. Sie fördern eine nachhaltige Regionalentwicklung und tragen dazu bei, die Ansprüche der Menschen an ihre Lebens- und Wirtschaftsräume mit den Anforderungen von Landschafts-, Natur- und Klimaschutz in Einklang zu bringen. Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen das Zusammenleben von Mensch und Natur beispielhaft entwickelt und erprobt wird. Sie schützen Kulturlandschaften vor zerstörenden Eingriffen und erhalten und entwickeln wertvolle Lebensräume für Mensch und Natur. Sie sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis von menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen und tragen damit zur regionalen Wertschöpfung bei. Biosphärenreservate ermöglichen exemplarische Erkenntnisse für Forschung und Wissenschaft über die Wechselwirkungen von natürlichen und gesellschaftlichen Prozessen. In Biosphärenreservaten stehen also Mensch und Natur – gemäß dem MAB-Programm – gleichermaßen im Fokus.

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Die Mittelgebirgslandschaft des UNESCO Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen ist in vielerlei Hinsicht ein einzigartiges Erbe. Da sind zum einen die weiten, offenen Hochebenen mit Bergwiesen und Hochmooren, die die Landschaft ebenso prägen wie die ungestörten, urwüchsigen Waldbereiche. In der vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft, aber auch in den Kernzonen leben zahllose Tier- und Pflanzenarten. Diese Vielfalt hat ihren Ursprung in abwechslungsreichen Landschaftsformen. Zum anderen zählt die Geschichte mit ihren zahlreichen Traditionen und Riten zum schützenswerten Gut der Rhön – darunter das Rhöner Platt: „Boann mäi schwoaddze, foastädd äi käi wúrd mää“ („Wenn wir reden, versteht ihr kein Wort mehr“). Zur Erhaltung und Wiederherstellung der kulturellen Vielfalt sowie der natürlichen und naturnahen Lebensräume ist die Drei-Länder-Rhön im März 1991 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt worden.

Heute gilt die Rhön als das weltweit bekannteste deutsche Biosphärenreservat. Mit zahlreichen Projekten zum Schutz der Biodiversität, aber auch Förderungen von nachhaltigen Wirtschaftsweisen im Tourismus und der kommunalen Entwicklung sind in den vergangenen 31 Jahren wichtige Schritte getan worden, die den hier lebenden Menschen in der historischen Kulturlandschaft zugutekamen und kommen. Das Rhönschaf, die Dachmarke Rhön, der Rotmilan, das Birkhuhn, der HOCHRHÖNER mit seinen Extratouren und der Sternenpark Rhön sind beispielhafte, besondere Markenzeichen und gleichzeitig identitätsstiftende, nachhaltige Projekte, mit denen es gelungen ist, viele Akteure zu motivieren, sich für den Erhalt und die Entwicklung dieser Landschaft einzusetzen.

Die Rhönerinnen und Rhöner leben gern hier

…das hat eine repräsentative Meinungsumfrage im Jahr 2022 ergeben, die das renommierte Institut forsa im Auftrag der Verwaltungen des Biosphärenreservats in Bayern, Hessen und Thüringen durchgeführt hat. Pünktlich zum Internationalen Tag der Biosphärenreservate liegen die Ergebnisse der Umfrage nun vor. Diese werden in den kommenden Monaten noch detailliert ausgewertet und anschließend öffentlich vorgestellt. Für die Studie wurden 1000 Rhönerinnen und Rhöner befragt, die in der Gebietskulisse des Biosphärenreservats leben. Diese Kulisse ist groß: mit 2.433,23 Quadratkilometern annähernd so groß wie das Bundesland Saarland. Rund 210.000 Menschen sind im länderübergreifenden Biosphärenreservat zuhause.

Die gesellschaftliche Akzeptanz des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ist Voraussetzung für ein Gelingen der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele. Das im Rahmen der repräsentativen Umfrage erfasste „Stimmungsbild“ in der Rhöner Bevölkerung liefert den Verwaltungsstellen deshalb eine wertvolle Grundlage, um Optimierungspotenzial erkennen und zukünftige Arbeitsschwerpunkte festlegen zu können.

Kein Naturschutzgebiet – Förderung der nachhaltigen Regionalentwicklung

Eine weiterhin weit verbreitete falsche Annahme ist, das Biosphärenreservat sei ein Naturschutzgebiet. Der Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum der Rhönerinnen und Rhöner – die Entwicklungszone – ist jedoch der größte Teil des Biosphärenreservats. Die Kernzonen, in denen nur die Natur regiert, machen mit 3 Prozent nur einen winzigen Teil des Gebiets aus. Umgeben sind die Kernzonen von den Pflegezonen, die vom Menschen umsichtig genutzt werden – zum Beispiel für ökologisch orientierte Land- und Forstwirtschaft, Landschaftspflege, Maßnahmen zur Umweltbildung oder naturschonenden Tourismus.

Gemäß dem MAB-Programm sind Biosphärenreservate Modellregionen für nachhaltige Entwicklung und haben neben dem Natur- und Artenschutz weitere wichtige Aufgabenbereiche – allen voran Umweltbildung, Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Zuletzt wurden zum Beispiel im Rahmen eines Förderprogramms zur nachhaltigen Regionalentwicklung im Thüringer Teil des Biosphärenreservats 29 Projekte in den Kommunen umgesetzt – von einer Kinderküche in der Kita über die Renovierung eines Vereinsheims und den Bau eines Kneipptretbeckens bis hin zur Schaffung neuer touristischer Angebote wie einem Naturerlebnispfad oder einem Escape-Room. Die Fördermittel von mehr als 650.000 Euro waren in die Region geflossen, weil das Thüringer Umweltministerium das Programm für die Nationalen Naturlandschaften aufgelegt hatte – und das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zählt, zusammen mit den anderen Biosphärenreservaten, Naturparken und Nationalparks, zu den Nationalen Naturlandschaften Deutschlands.

Fragen und Antworten – Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Als Modellregionen, in denen vorgelebt und erprobt wird, wie ein nachhaltiges Gleichgewicht von Mensch und Natur gelingen kann, gewinnen Biosphärenreservate in Zeiten des Klimawandels, internationaler Krisen und Ressourcenknappheit immer weiter an Bedeutung. Diese Bedeutung noch stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, sehen die drei Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön weiterhin als eine der wichtigsten Aufgaben für die Zukunft an.

Anlässlich des 3. Novembers beantworten die Leitungen der drei Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats wichtige und häufig gestellte Fragen rund um ihr Biosphärenreservat – aus ihrer ganz persönlichen Sicht. Die Verwaltungen arbeiten auf Grundlage eines Verwaltungsabkommens aus dem Jahr 2002 eng zusammen. Auf hessischer Seite wird die Arbeit vom Förder- und Trägerverein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. (VNLR) unterstützt. Im bayerischen Teil hat der Verein Naturpark und Biosphärenreservat Rhön e. V. (NBR) unter anderem den Auftrag zur Umweltbildung, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Information übernommen.

Leiterin der bis Ende 2023 federführenden Verwaltungsstelle ist Ulrike Schade. In Bayern hat Dr. Doris Pokorny im September 2022 die Leitung übernommen – sie ist bereits seit den Anfängen des Biosphärenreservats vor mehr als 30 Jahren dabei. Die Leitung der Hessischen Verwaltung hat seit 2011 Torsten Raab inne.

 Wie erklären Sie einem 5-jährigen Kind, was ein Biosphärenreservat ist?

Dr. Doris Pokorny: Wir wollen gemeinsam freundlich sein zur Natur und allen Menschen.

Warum sind UNESCO-Biosphärenreservate Modellregionen für nachhaltige Entwicklung?

Dr. Doris Pokorny: Weil sie für Gleichgesinnte eine dauerhafte Plattform schaffen, die sich im Sinne der Nachhaltigkeit einsetzen und neue Projekte auf den Weg bringen wollen – dies generiert Synergieeffekte, man kann immer wieder daran anknüpfen.

Was bedeutet nachhaltige Entwicklung für Sie und für Ihre Arbeit im Biosphärenreservat?

Torsten Raab: Nachhaltige Entwicklung heißt für mich, dass wir auch in 20, 50 oder 100 Jahren noch gut hier leben können. Ich wünsche mir für die Rhön der Zukunft eine intakte Umwelt, qualifizierte Arbeitsplätze und viele zufriedene Menschen in der Region. Unsere Arbeit und Projekte im Biosphärenreservat und in der Verwaltungsstelle sollen helfen, eine lebenswerte Zukunft der Menschen im Einklang mit der Natur zu ermöglichen.

Welche Rolle spielt das Biosphärenreservat für die Menschen, die dort leben?

Ulrike Schade: Die allermeisten Menschen in der Rhön kennen das Biosphärenreservat – das hat die Meinungsumfrage in diesem Jahr gezeigt. Sie verbinden mit dem Titel und den Verwaltungsstellen vornehmlich den Schutz und Erhalt der Natur und Landschaft und attestieren einen vorwiegend guten Eindruck. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie die Bedeutung des Biosphärenreservats mit 7,6 als sehr wichtig. 71 Prozent sagen, dass die Rhön eine Modellregion für andere Regionen in Deutschland ist.

Wofür begeistert sich die Rhöner Bevölkerung besonders in Bezug auf das Biosphärenreservat?

Dr. Doris Pokorny: Es ist der Stolz, als Global Player im Weltnetz der Biosphärenreservate dazu zu gehören: Immer wieder internationale Aufmerksamkeit in eine ländliche Gegend zu bringen, ist durch das Biosphärenreservat sehr gut möglich. Teil des weltweiten Netzwerks der UNESCO-Biosphärenreservate zu sein, bedeutet für mein Biosphärenreservat nicht alleine zu stehen mit den Herausforderungen, sondern sich immer Anregungen und Ideen aus anderen Gebieten – national und international – holen und diese weiterentwickeln zu können.

Welches Projekt begeistert Sie besonders?

Ulrike Schade: Für mich ist die Idee der Biosphären-Schulen und -kitas eine wirkliche Weiterentwicklung des Bildungsbereichs der Verwaltungen und Trägervereine in den vergangenen Jahren. Neben den mobilen Umweltteams, die täglich Kindertageseinrichtungen und Schulen besuchen und Themen wie Wald, Wasser, Wiese, aber auch Klimaschutz vermitteln, werden hier speziell die Einrichtungen und das Bildungspersonal vor Ort betreut. Das ist ein Gesamtpaket im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung, denn nur wenn die Erzieherinnen und Erzieher und das Lehrpersonal hinter diesem Konzept stehen und dies täglich vorleben, ist ein zukünftiges nachhaltiges Leben möglich.

Wie kann Naturschutz in einem UNESCO-Biosphärenreservat gelingen, das auch durch wirtschaftliche Tätigkeiten wie Industrie oder den Tourismus geprägt ist?

Torsten Raab: Naturschutz findet nicht nur bzw. nicht ausschließlich in Naturschutzgebieten und Kernzonen statt. Wir versuchen, Konzepte zu entwickeln, die ein Leben und Wirtschaften in den Pflege- und Entwicklungszonen ermöglichen und gleichzeitig die Natur schützen. Wir wollen die Menschen hier nicht ausschließen, sondern die Menschen sollen den Wert der Natur selbst erkennen und diese aus eigener Motivation heraus schützen. Dazu zählen dann zum Beispiel auch unterstützende Besucherlenkungsmaßnahmen oder die freiwillige Reduzierung von Lichtverschmutzung.

Wie bringt sich die Rhön in das weltweite Netzwerk der Biosphärenreservate ein?

Torsten Raab: Wir kooperieren auf verschiedenen Ebenen und in unterschiedlichen Projekten mit unseren Partner-Reservaten in Südafrika und Peru. Wir unterstützen den Austausch von Jugendlichen weltweit. Und wir beteiligen uns in internationalen Projekten und Netzwerken wie EuroMAB und den Mountain Biosphere Reserves. Im Vordergrund steht dabei der Wissens- und Erfahrungsaustausch untereinander, also das Lernen voneinander. Außerdem begrüßen wir immer wieder gerne Gäste aus anderen Biosphärenreservaten, aus Europa, Afrika oder zum Beispiel aus Südkorea, die regelmäßig zu uns in die Rhön kommen.

Welche Chancen sehen Sie in der Kooperation und im Austausch mit UNESCO-Biosphärenreservaten in anderen Regionen der Welt? Was können Sie trotz unterschiedlicher lokaler Gegebenheiten voneinander lernen?

Ulrike Schade: Wir haben zwei Kooperations-Biosphärenreservate in Südafrika und Peru. Dort unterstützen wir regionale Projekte, initiieren direkte wirtschaftliche Beziehungen wie zum Beispiel im Projekt Biosphärenkaffee und entsenden junge Rhönerinnen und Rhöner mit dem Freiwilligenprogramm „weltwärts“ in die Partnerbiosphärenreservate – eine Win-Win-Situation.

Was ist ihr Lieblingsgeräusch im Biosphärenreservat?

Ulrike Schade: Das Mähen des Rhönschafs.

Was ist Ihr Lieblingsort in Ihrem Biosphärenreservat und warum?

Torsten Raab: Viele Bergkuppen und Gipfel der Rhön bieten einen einzigartigen und traumhaften Blick ins „Land der offenen Fernen“. Ich liebe diese tolle und alte Kulturlandschaft und kann mich daran kaum sattsehen. Besondere Orte sind zum Beispiel der Wachtküppel bei Gersfeld, aber auch die Wasserkuppe. Am schönsten ist es dort unter der Woche in den Abendstunden vor Sonnenuntergang, wenn die Hektik und der Trubel des Alltags etwas verflogen sind.

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news-2239 Tue, 01 Nov 2022 12:41:08 +0100 Neue Stelle für das Handlungsfeld Bioökonomie beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön zu besetzen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/mitarbeiter-in-biooekonomie-vnlr-stellenausschreibung Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. (VNLR) als Lokale Aktionsgruppe für die hessische Rhön sucht eine/n qualifizierte/n Mitarbeiter/in (m/w/d) für das Projektmanagement und die Projektkoordination des Handlungsfelds Bioökonomie. Die Stelle wird vorbehaltlich der Anerkennung der Rhön als LEADER-Region 2023 bis 2027 und der Förderung der laufenden Kosten zur Umsetzung des LEADER-Prozesses besetzt. Bewerbungen sind bis zum 20. November 2022 möglich. Die Besetzung der Stelle erfolgt voraussichtlich zum 1. Januar 2023 und ist befristet für die Förderperiode 2023-2027. Dienstort ist die Geschäftsstelle des VNLR in Hilders. Der VNLR ist seit 1991 Förderverein des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön auf hessischer Seite. Mit Blick auf das LEADER-Programm fungiert er im hessischen Teil der Rhön als anerkannte Lokale Aktionsgruppe und Träger der Regionalentwicklung gemäß LEADER. Der VNLR hat sich für die Förderperiode 2023-2027 um Anerkennung als LEADER-Region beworben.

Neben dem Regionalmanagement beabsichtigt der Verein die Einrichtung einer Vollzeit-Stelle für die Entwicklung und das Management von Projekten zur inhaltlichen Umsetzung insb. des Handlungsfelds Bioökonomie. Im Zusammenhang mit der Bearbeitung dieses Handlungsfeldes sind inhaltlich-fachliche Schnittstellen zum Handlungsfeld „Daseinsvorsorge“ (z.B. Sensibilisierung für Biodiversität, erneuerbare Energie, ressourcenschonendes Bauen, Entwicklung und Schaffung von Bildungsinfrastruktur wie z.B. Schau-/Beratungsgärten, Bauernhof als Klassenzimmer sowie zum Handlungsfeld „Wirtschaftliche Entwicklung“ (z.B. Förderung von Verarbeitungsbetrieben, Förderung regionaler Wirtschaftskraft durch Netzwerke, Wertschöpfungsketten und Fachkräftestrategien, u.a. auch Markenentwicklung, Kooperationsvorhaben) verbunden.

Die der Stelle zugrundliegende Lokale Entwicklungsstrategie (LES) kann beim VNLR abgerufen werden.

Neues Aufgabenfeld

Das Handlungsfeld der Bioökonomie ist für den Lebensraum Rhön ein vollständig neues Aufgabenfeld. Besondere Anstrengungen werden in den Themenfeldern der regionalen Kreislaufwirtschaft bzw. Wertschöpfung gesehen, aber auch in der Vermeidung von langen und ressourcenaufwändigen Lieferketten und -wegen, in der Unterstützung von Maßnahmen und Aktivitäten des (privaten wie gewerblichen) Anbaus sowie der Verarbeitung und Veredelung und der Vermarktung vor Ort.

Das Handlungsfeld der Bioökonomie folgt dabei dem Motto „100 % regional – 100 % Rhön“. Wichtige Aspekte liegen darin, Altes zu erhalten, zu reparieren, zu tauschen oder weiterzugeben oder auch im gemeinsamen Gärtnern oder der Verwendung des „ganzen Tiers“ oder „hässlichem Gemüse“. Daneben gilt es, (auch niedrigschwellige) Maßnahmen der Sensibilisierung für Themen des Ressourcenschutzes, einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft mit möglichst umfassender regionaler Wertschöpfung (z.B. der Vermittlung traditionellen Wissens um den historischen Obst- und Gartenbau oder die Verwendung/Verarbeitung von alten Gemüse- und Obstsorten) zu entwickeln und zu vermitteln.

Handlungsfeld- und themenspezifisch gehören zu den Aufgaben des Stelleninhabers/der Stellen­inhaberin

  • die Unterstützung von öffentlichen und privaten Antragstellern bei der Projektentwicklung (bevorzugt LEADER)
  • die Entwicklung und Umsetzung kooperativer Projekte mit den Akteuren vor Ort
  • die Beratung von öffentlichen und privaten Projektträgern und Unterstützung bei der Vorbereitung der Projektunterlagen für das Entscheidungsgremium in enger Abstimmung mit dem Regionalmanagement
  • die Initiierung und Betreuung von handlungsfeld-/themenspezifischen Arbeitskreisen und Projektgruppen
  • das Monitoring bzgl. der Umsetzung der LES und der Handlungsfeldziele
  • die Vermittlung weiterer Förderprogramme, insb. wenn LEADER nicht greift
  • der fach- und themenspezifische Austausch und Vernetzung mit regionalen und überregionalen Partnern

Eine enge Zusammenarbeit und Abstimmung mit dem Regionalmanagement des VNLR wird selbstverständlich vorausgesetzt.

Wir erwarten

  • Hochschulabschluss in Agrarwirtschaft, Regionalentwicklung oder Geografie bzw. vergleichbare Qualifikation,
  • sehr gute Kenntnisse des Landschaftsraums Rhön und insbesondere der Strukturen der regionalen Land- und Forstwirtschaft, des verarbeitenden Lebensmittelhandwerks und –einzelhandels,
  • besondere soziale und fachliche Kompetenzen für die Zusammenarbeit mit den handlungsfeldaffinen Akteuren (neben den entsprechenden Unternehmern auch Berufsverbände wie Kreishandwerkerschaft, Kreisbauernverband, Forst, Kammern etc.),
  • Erfahrungen in der Entwicklung und Umsetzung von (kooperativen) Projekten und der Organisation unterschiedlichster Veranstaltungsformate,
  • sehr gute EDV-Kenntnisse (MS-Office),
  • Flexibilität, Kreativität und Teamfähigkeit,
  • Führerschein Klasse B und Bereitschaft, den eigenen PKW gegen Kostenerstattung für berufliche Zwecke einzusetzen.

Wir bieten

  • ein vielfältiges, anspruchsvolles Aufgabenfeld
  • selbstständiges Arbeiten im Team
  • Vergütung in Anlehnung an TVÖD entsprechend der fachlichen Qualifikationen

Für nähere Auskünfte steht Ihnen die Regionalmanagerin Ute Raband (T. 06681 91 745 15, ute.raband@vnlr.de) zur Verfügung.

Ihre aussagekräftige Bewerbung richten Sie bitte bis zum 20. November 2022 per Mail als zusammenhängende PDF-Datei (max. 10 MB) an info@vnlr.de.

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VNLR
news-2238 Fri, 28 Oct 2022 15:40:31 +0200 Die Natur am „Hausberg“ von Unterbreizbach spielerisch entdecken: Naturerlebnispfad am Ulsterberg eingeweiht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-natur-am-hausberg-von-unterbreizbach-spielerisch-entdecken-naturerlebnispfad-am-ulsterberg-eingeweiht Der 487 Meter hohe Ulsterberg ist der „Hausberg“ der Einheitsgemeinde Unterbreizbach. Insbesondere für die Kindergärten und Schulen der umliegenden Ortsteile ist der Berg ein beliebter Ausflugsort – seit diesem Jahr noch einmal mehr: Im Rahmen eines Förderprogramms, das das Thüringer Umweltministerium zur nach-haltigen Regionalentwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön auferlegt hatte, ist ein Naturerlebnispfad entstanden. Mit großer Freude haben die Kinder der Kindergärten aus Pferdsdorf und Sünna den Pfad nun mit Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde eingeweiht. Entlang des Rhön-Rundwegs Unterbreizbach 1 sind spannende Erlebnisstationen entstanden, die dazu einladen, sich zu bewegen und die heimische Natur spielerisch zu entdecken – nicht nur Kinder, sondern Einheimische und Touristen gleichermaßen, die auf Wandertour am Ulsterberg gehen. Herzstück des Pfads, der bis auf den Gipfel führt, ist ein ausgebauter und liebevoll gestalteter Bauwagen, der zu einer Pause einlädt. Zur Einweihung hatten sich die Kinder nach einer gemeinsamen Wanderung am Bauwagen versammelt, wo sie der Unterbreizbacher Bürgermeister Roland Ernst begrüßte. Er dankte dem Umweltministerium für die Zuwendung in Höhe von rund 32.200 Euro, mit denen die Gemeinde verschiedene Materialien, Spielgeräte und Informationstafeln beschaffen konnte, und der Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats für die Begleitung des Förderprojekts. Der Naturerlebnispfad sei eine große Gemeinschaftsleistung, betonte Ernst. „Konzepte schreiben ist das eine –  die Vorbereitungen und der Aufbau allerdings sind der größere Aufwand.“ Sein Dank galt daher vor allem auch den Bauhofmitarbeitern, der Forstbetriebsgemeinschaft Ulsterberg, die den Bauwagen gesponsert hatte, und dem Airbrush-Künstler André Hauß aus Bad Salzungen für die liebevolle Gestaltung.

„Die 90-Prozent-Förderung des Umweltministeriums hat eine sehr attraktive Möglichkeit für die Kommunen geboten, kleinere Aufwertungsprojekte schnell und unbürokratisch umzusetzen“, sagte Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Mehr als 650.000 Euro waren im vergangenen Jahr in insgesamt 29 Projekte in Dermbach, Geisa, Zella/Rhön, Diedorf, Buttlar, Wenigentaft, Empfertshausen, Kaltennordheim, Oepfershausen, Rhönblick, Urnshausen, Vacha, Wölferbütt und Unterbreizbach geflossen. Das Förderprogramm umfasste insgesamt 2,7 Millionen Euro, die den acht Nationalen Naturlandschaften Thüringens zugutekamen. Für die Thüringer Rhön ist die Förderung ein wichtiger Schritt in der Umsetzung der im Rahmenkonzept des UNESCO-Biosphärenreservats festgelegten Ziele und Projekte. Im Mittelpunkt der Investitionen stehen die Themen nachhaltiger Tourismus, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Sternenpark Rhön, Digitalisierung, nachhaltige Mobilität, regionale Produkte, Klimaschutz sowie der Schutz der natürlichen und kulturellen Vielfalt. 

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Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön BRRhoen-TH
news-2237 Fri, 28 Oct 2022 15:33:55 +0200 Ausgezeichneter Kenner der Rhön und ihrer Tierwelt: Nachruf auf Walter Uloth https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ausgezeichneter-kenner-der-rhoen-und-ihrer-tierwelt-nachruf-auf-walter-uloth Die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön trauert um Walter Uloth. Karl-Friedrich Abe, ehemaliger langjähriger Leiter der Verwaltungsstelle, bedankt sich mit einem persönlichen Nachruf für seine Verdienste. Walter Uloth wurde am 6. Dezember 1934 in Seligenthal im Thüringer Wald geboren und besuchte dort von 1941 bis 1949 die Grundschule. Danach schloss sich der Besuch der Oberschule bis 1951 an. Von 1951 bis 1954 studierte WALTER ULOTH am Institut für Lehrerbildung in Meiningen und erwarb den Abschluss als Unterstufenlehrer. Als Fernstudent an der Pädagogischen Hochschule in Erfurt qualifizierte er sich von 1967 bis 1970 zum Diplomlehrer für Biologie. Seine Diplomarbeit schrieb er „Zur Geschichte der Verbreitung, Einbürgerung und Verkreuzung des Tyrrhenis-Mufflons in Europa und Übersee“.

Ab 1970 wohnte er mit seiner Ehefrau in Seeba in der Rhön.

Nach einem viertel Jahrhundert Schuldienst begann WALTER ULOTH 1979 seine Tätigkeit als Bezirkssekretär für Natur und Umwelt beim Kulturbund der DDR in Suhl, wo er bis 1990 arbeitete. In diese Zeit fallen auch die drei regionalen Landschaftstage RHÖN (Herpf 1983; Kaltennordheim 1986 und Roßdorf 1989), die er sehr intensiv mit vorbereitete und gestaltete. Eine der „Spätfolgen“ dieser Landschaftstage war die Zusammenfassung der drei bestehenden Landschaftsschutzgebiete in der Rhön zu einem großen Gebiet, was am 21. Dezember 1989 in der letzten Sitzung des Bezirkstages Suhl zur Ausweisung des „Landschaftsschutzgebietes RHÖN“ führte.

Von Oktober 1990 bis Ende 1991 arbeitete WALTER ULOTH als einer der ersten wissenschaftlichen Mitarbeiter im damaligen thüringischen Aufbaustab des Biosphärenreservats Rhön. Seine Tätigkeitsbereiche waren der Artenschutz, die Landschaftspflege, die Regionalgeschichte und die Öffentlichkeitsarbeit. WALTER ULOTH war auch Gründungsmitglied des durch den Aufbaustab des Biosphärenreservats am 11. Juli 1991 auf dem Katzenstein gegründeten „Landschaftspflegeverband BR Thüringische Rhön e. V.“ Sein ganz besonderes Interesse galt, neben den Vögeln, vor allem den Säugetieren und der Wildtier- und Jagdforschung. Folgerichtig wurde er daher 1991 einer der Gründungsmitglieder der „Gesellschaft für Wildtier- und Jagdforschung“. Unzählige Beiträge hat er auf diesem Gebiet in wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert.

WALTER ULOTH gebührt der Verdienst der Herausgabe einer Biosphärenreservats- „Fachzeitschrift“: den „Mitteilungen aus dem Biosphärenreservat Rhön/Thüringen“, deren erstes Jahresheft 1996 erschien. Das letzte der 24 Jahreshefte erschien 2019. Diese Schriftenreihe umfasst weiterhin 11 Beihefte (unter anderem zu den Themen „Interessante Wanderziele“, „Sammlungen von Reden und Aufsätzen“ und „Botanik“) sowie 10 Monografien.

Als Landschaftsführer, als ausgezeichneter Kenner der Rhön und des Henneberger Landes, hat sich WALTER ULOTH bei den Naturfreunden in der Region einen bleibenden Namen erworben, wobei der Hohen Geba und der Diesburg seine ganz besondere Liebe galten. So widmete er 1998 das erste Beiheft („Wanderziele im Biosphärenreservat Rhön/Thüringen“) innerhalb der Publikationsserie „Mitteilungen aus dem Biosphärenreservat Rhön“ dem Thema „Im Banne der Diesburg“.

Auch weitere Beihefte, z. B. „Heinrich Cotta“ (1999), „Rund um den Neuberg bei Stedtlingen“ (2000), „Das Obere Feldagebiet mit Zella/Rhön“ (2000), „Würdigung der wissenschaftlichen Leistungen des Geisaer Apothekers, Moosforschers und Künstlers Adalbert Geheeb” (2002), „Die Eibe als Wald- und Parkbaum zwischen Rhön und Thüringer Wald“ (2003), „Moritz Goldschmidt, Erinnerungsband der Gedenkveranstaltung zur Würdigung der wissenschaftlichen Leistungen des Geisaer Lehrers und Botanikers“ (2003) und „Gärten und Parks“ (2007), wurden von WALTER ULOTH geschrieben oder sind mit seinen Beiträgen bzw. mit seiner Unterstützung entstanden.

Als Vortragsredner war WALTER ULOTH in der Region sehr bekannt. In unzähligen spannenden Vorträgen zur Heimatgeschichte, zu Wildtieren und Pflanzen der Rhön sowie zur Namensforschung hat er sein Publikum für die Einmaligkeit und Schönheit der Rhön begeistert. Sein Wissen und seine literarischen Recherchen zum Muffelwild, die er im In- und Ausland führte, fasste Herr ULOTH zusammen und publizierte im Jahre 2000 gemeinsam mit HOLGER PIEGERT das Buch „Der Europäische Mufflon.“ Insgesamt veröffentlichte Herr Uloth mehr als 80 Fachbeiträge in den unterschiedlichsten Schriftenreihen zum Artenschutz, zur Wildtierforschung, zur Heimatforschung oder zur Wissenschaftsgeschichte.

Nicht ungenannt sollen die musikalischen Qualitäten von WALTER ULOTH bleiben. Er spielte Zerrwanzt (Harmonika) und rief zum Jubiläum „1175 Jahre Seeba“ im Jahre 2005 den Seebaer Frauenchor „Die Ölberg-Krähen“ ins Leben. (Für diesen Namen stimmte die Dorfgemeinschaft.)

Besondere Erwähnung verdienen die vielfältigen Aktivitäten WALTER ULOTHS bei der Erforschung des Lebens und Schaffens von JOHANN MATTHÄUS BECHSTEIN (1757-1822). Seit der von ihm 1981 mitorganisierten Ornithologen-Tagung in Mengersgereuth-Hämmern beschäftigte er sich ganz intensiv mit diesem Forstwissenschaftler. Genannt werden sollen hier auch das Kolloquium „Zur Würdigung der wissenschaftlichen Leistungen von J. M. BECHSTEIN“ 1988 in der einstigen Forstakademie zu Dreißigacker, oder auch das vom „Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins e. V.“ gestaltete zweite Bechstein-Symposium 2007 in Meiningen.

Das jüngste von WALTER ULOTH mitgestaltete Symposium zu J. M. BECHSTEIN fand im September 2013 in Henneberg mit anschließender Eröffnung und Begehung des Johann-Matthäus-Bechstein-Naturlehrpfades an der Fasanerie bei Hermannsfeld statt. So kann heute ganz sicher gesagt werden, dass WALTER ULOTH einer der besten Kenner des Lebens und Wirkens des Forstwissenschaftlers J. M. BECHSTEIN war.

Als Anerkennung der Verdienste Herrn ULOTHS bei der Erforschung der Regionalgeschichte widmeten ihm die Forstbetriebsgemeinschaft Hermannsfeld, der Förderverein „Naturerlebnispark Fasanerie“ und die thüringische Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön im Jahre 2016 eine Ehrenlinde am Naturlehrpfad „Johann Matthäus Bechstein“ an der Fasanerie. Im 200. Jubiläumsjahr des Todes von J. M. BECHSTEIN plante Herr ULOTH für 2022 eine Gedenkveranstaltung, die er jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr organisieren konnte.

Herr Walter Uloth verstarb am 23. September 2022 im Altenpflegezentrum „Werrauaue“ in Walldorf.

„Wenn ein in die Jahre gekommener Mensch stirbt, verbrennt eine Bibliothek“, so sagt es ein Sprichwort. Dies trifft für WALTER ULOTH in ganz besonderer Weise zu. Sein Wissen um Publikationen zu den unterschiedlichsten Themen war stets beeindruckend. Er konnte beispielsweise ganz spontan und aus dem Stegreif Literaturstellen zu gesuchten Veröffentlichungen mit Titel, Autor, Ausgabejahr und Verlag benennen. Er war ein großartiger Literaturkenner und besaß eine sehr umfangreiche Bibliothek.

In tiefer Dankbarkeit und mit großer Hochachtung denke ich als Freund und als sein ehemaliger Chef der thüringischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön an WALTER ULOTH.

Lieber Walter, danke für Deine vielseitige und umfangreiche Arbeit, für Deine Unterstützung und Deine Ideen bei der Gestaltung von Projekten zur nachhaltigen Entwicklung unserer Heimat.

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BRRhoen-TH
news-2235 Tue, 25 Oct 2022 09:33:00 +0200 Gewinnerinnen und Gewinner des Bastelwettbewerbs „Rhönschaf im Schuhkarton“ gekürt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/gewinnerinnen-und-gewinner-des-bastelwettbewerbs-rhoenschaf-im-schuhkarton-gekuert Die Scheune des Biolandhofs Rönshausen im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön musste Mitte Oktober spontan expandieren: Die Schaf- und Ziegenherde bekam einen Zuwachs von mehr als 100 Rhönschafen. Diese hatten Kinder aus Bayern, Hessen und Thüringen im Rahmen des länderübergreifenden Wettbewerbs „Rhönschaf im Schuhkarton“ gebastelt. Die vielfältigen Kunstwerke – mehr als 70 Schuhkartons waren eingereicht worden – begeisterten Hunderte Besucherinnen und Besucher. Gewinnerinnen und Gewinner des Bastelwettbewerbs sind das Kinderhaus St. Maria Geisa, die Sinnberg-Grundschule Bad Kissingen, der 10-jährige Robin aus Poppenhausen sowie die Schwestern Mira (9) und Anna (7) aus Oberelsbach. Den Wettbewerb hatten der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR), die Hessische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die Rhön GmbH anlässlich der Rhönschaf-Genießerwochen organisiert. Diese fanden in diesem Jahr ihren krönenden Abschluss auf dem gut besuchten Hoffest anlässlich 40 Jahren Biolandhof Rönshausen, bei dem sich zahlreiche Partner mit vielfältigen Angeboten präsentierten. Herzstück war die in der Scheune aufgebaute Ausstellung aller Bastel-Kunstwerke. Viele der Künstlerinnen und Künstler waren mit ihren Familien zum Fest gekommen – aus allen Teilen der Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen. „Wir waren überwältigt von der großen Resonanz“, sagte Janet Emig (VNLR) bei der Preisverleihung. „Ihr habt alle so viel Mühe und Kreativität investiert. Ihr habt alle gewonnen.“ Daher sollen alle Kinder ein Dankeschön für ihre Teilnahme erhalten.

„Es ist schön, dass sich Kinder dem Thema Rhönschaf angenommen haben und die Rhön auf ganz eigene Art entdecken können. Es wichtig sich mit Themen wie der Artenvielfalt und Nachhaltigkeit bereits in jungen Jahren auseinanderzusetzen“, ergänzte Martina Klüber-Wibelitz von der Rhön GmbH.

Da sich auch Kindergartengruppen und Schulklassen beteiligt hatten, hat sich die Jury kurzerhand entschlossen, einen Kindergarten- und einen Schulpreis zu vergeben. Den Kindergartenpreis übergaben Janet Emig und Martina Klüber-Wibelitz (Rhön GmbH) an das Kinderhaus St. Maria aus Geisa, das sich gleich mit mehreren Kartons am Wettbewerb beteiligt hatte. Die Einrichtung darf sich über ein Schaukelschaf aus Holz freuen – gefertigt von einer Rhöner Schreinerei. Der Schulpreis ging an die Klasse 2b der Sinnberg-Grundschule Bad Kissingen, die seit Mai 2021 Biosphären-Schule ist. Zertifiziert wurde die Schule in den Bereichen Ökologie und Ernährung. Symbolisch für den Bereich Ernährung steht das Rhönschaf – es ist den Kindern also bestens bekannt. Das war an den Kunstwerken deutlich zu erkennen: Die Kinder haben zwei Rhönschaf-Herden inklusive Stall gebastelt. Die Klasse darf sich nun auf einen Besuch des Rhöner Umweltmobils RUMpeL an der Schule freuen.

Den Einzelpreis in der Altersklasse 6 bis 9 ging an Mira und Anna aus Oberelsbach, deren Kunstwerk nicht nur mit liebevollen Details wie gehäkelten Schäfchen, sondern vor allem einem Schäferwagen überzeugte. In der höheren Altersklasse gewann Robin Trabert (10) aus Poppenhausen. Sein Schaf ist ein rundum recyceltes Kunstwerk – inklusive Haare des Familienhunds Elliot, die als Schafwolle dienen. Robin, Mira und Anna dürfen sich über einen Übernachtungsgutschein für ihre Familien im Rhöner Landgasthof-Hotel „Zur Guten Quelle“ freuen – die Kinder übernachten im Schäferwagen. Die Preise wurden von der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats gestiftet.

Die Künstlerinnen und Künstler können sich ihre Kunstwerke wieder an den Stellen abholen, an denen sie abgegeben wurden. Eine Auswahl ist zudem noch eine Zeitlang im Haus der Langen Rhön in Oberelsbach zu sehen.

Die Rhönschaf-Genießerwochen

Die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön und die Rhön GmbH haben es sich zu einer gemeinsamen Aufgabe gemacht, das Rhönschaf und die Rhönschäferinnen und -schäfer zu unterstützen. Jedes Jahr im Herbst finden daher seit 2018 länderübergreifend die Rhönschaf-Genießerwochen statt. Schäfereibetriebe, Produzenten, Gastronomen und Hoteliers aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön kreieren spezielle Angebote rund um das Rhönschaf. Auf dem Programm stehen anderem geführte Wanderungen, spezielle Übernachtungsangebote und Rhönschaf-Menüs.

Ein echtes Original: Warum das Rhönschaf für die Region so wichtig ist

Das Rhönschaf, unverkennbar anhand seines wollig-weißen Körpers, dem schwarzen Kopf und den weißen Beinen, ist heute aus dem UNESCO-Biosphärenreservat nicht mehr wegzudenken und gilt als Maskottchen der Region. Noch vor wenigen Jahrzehnten sah das anders aus, das Rhönschaf war fast ausgestorben. Dabei ist es ein echtes Original und hat hier seinen Ursprung: 1844 gab es die erste nachweisliche Erwähnung beim Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen. So ist das Rhönschaf eine der ältesten Landschafrassen und wohl die bekannteste alte Haustierrasse. Dank des Engagements von Naturschützern und Schäfern Ende der 90er Jahre konnte das Rhönschaf gerettet werden, sodass heute wieder rund 5000 Tiere im Land der offenen Fernen leben. Diese offene Fernen gebe es ohne die Schafhaltung nicht: Die artenreichen Rhöner Bergwiesen brauchen hungrige Schaf- und Ziegenherden, um nicht zu verbuschen. Verbuschen bedeutet: Die Flächen wachsen mit Büschen und Hecken zu, sodass zum Beispiel andere Pflanzen und auch bodenbrütende Vogelarten keinen Lebensraum mehr finden. Das Offenhalten der wertvollen Flächen wäre ohne Beweidung nicht leistbar. Das Rhönschaf, das mit den mageren Wiesen und dem rauen Klima in der Rhön bestens zurechtkommt, ist also Rasenmäher, Naturschützer und Landschaftspfleger in einem.

Auch in der Gastronomie spielt das Rhönschaf, das schon zu Zeiten Napoleons als Delikatesse galt, heute wieder eine zunehmend wichtige Rolle. Durch die ständige Bewegung des Schafs ist das Fleisch sehr zart und kurzfaserig, und die vielen Wildkräuter, die der Landschaftspfleger frisst, bilden den charakteristischen Geschmack. Der Verkauf des hochwertigen Fleischs ist für die Schäfereibetriebe trotzdem nicht einfach, da das Rhönschaf im Vergleich zu den typischen Fleischschafrassen nur wenig Fleisch liefert und gleichzeitig länger gehegt und gepflegt werden muss. Um den Schäferinnen und Schäfern beim Aufrechterhalten des Traditionshandwerks unter die Arme zu greifen, gibt es im länderübergreifenden Biosphärenreservat zahlreiche Projekte – darunter das Erfolgsprojekt „RhönWollets“, das aus dem Abfallprodukt Wolle wieder eine zusätzliche Einnahmequelle für die Betriebe ermöglicht.

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VNLR
news-2233 Thu, 20 Oct 2022 15:50:26 +0200 Fund seltener Eiszeitrelikte, aber auch sichtbare Bedrohung: 103 weitere Quellen in der Rhön untersucht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/fund-seltener-eiszeitrelikte-aber-auch-sichtbare-bedrohung-103-weitere-quellen-in-der-rhoen-untersucht Die Erfassung und Untersuchung von Quellen und ihren Standorten zählt zu den größten länderübergreifenden Projekten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Und sie ist beispiellos: Nirgendwo sonst in Europa werden Quellen wohl so detailliert erforscht wie in der Rhön. Mit Blick auf den Klimawandel und die Auswirkungen auf unsere Grundwasserressourcen wird deutlich, wie wertvoll die Ergebnisse sind und sein werden. Auch in diesem Jahr wurde die Erfassung fortgesetzt, insgesamt wurden 103 weitere Quellen untersucht. Der Trend der vergangenen Jahre setzt sich fort: In den Quellbiotopen finden sich zwar noch seltene spezialisierte Arten wie Rhönquellschnecke und Alpenstrudelwurm – die wertvollen Lebensräume sind aber immer stärker gefährdet. Der Schwerpunkt der Kartierung lag in der Kennzeichnung der faunistischen Besiedelung der Quellen, über die auch Aussagen zum Zustand der Quellbiotope getroffen werden können. Außerdem wurden physikalische Parameter – Temperatur, pH-Wert, Leitfähigkeit – gemessen und das Pflanzenvorkommen an den Quellen erfasst. Die Kartierungsarbeiten werden im Auftrag der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön vom Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. ausgeführt, der schon im Jahr 1996 mit der Erfassung von Quellstandorten in der Rhön begonnen hat. Mit Stand Oktober 2022 sind derzeit im Naturraum Rhön nun 3.950 Quellen kartiert – 2600 in Hessen, 771 in Thüringen und 579 in Bayern –, in denen 2.641 Tierarten nachgewiesen werden konnten. „Damit dürfte die Rhön weiterhin das am besten untersuchte Mittelgebirge Europas sein“, bilanziert der Quellen-Experte Stefan Zaenker aus Fulda im aktuellen Untersuchungsbericht.

Auf hessischer Seite wurden in diesem Jahr im Oberen Ulstertal bei Wüstensachsen 52 Quellen kartiert und untersucht. Die Quellen liegen im mittleren Buntsandstein – ein Teil befindet sich in Feldgehölzen oder in feuchten Erlenwäldern, der Rest auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, also Mäh- und Weideflächen. Im Thüringer Teil des Biosphärenreservats wurden insgesamt 38 Quellen bei Brunnhartshausen sowie 13 im Ort liegende, öffentlich zugängliche Laufbrunnen in Stepfershausen untersucht. Die Brunnen liegen im oberen Buntsandstein, werden aber aus den Quellen der Geba gespeist, die hier im unteren Muschelkalk liegen.

Die gute Qualität der unbeeinträchtigten Quellen ist durch den Nachweis verschiedener Leitarten dokumentiert. So wurden beispielsweise Grundwasser besiedelnde Krebsarten nachgewiesen – wie Grundwasserflohkrebse der Gattung Niphargus. „Die Funde sprechen für ein weitgehend intaktes Ökosystem im Grundwasserkörper des Biosphärenreservats“, erklärt Stefan Zaenker. Die endemisch nur in der Rhön und im Vogelsberg sowie in den angrenzenden Randbereichen des Spessarts und des Fulda-Haune-Tafellandes vorkommende Rhönquellschnecke (Bythinella compressa) konnte in Hessen in 23, in Thüringen in vier der untersuchten Quellen festgestellt werden. An jeweils vier Standorten wurde zudem Crenobia alpina gefunden – ein besonderes Tier mit dem einprägsamen deutschen Namen Alpenstrudelwurm. Besonders ist die Art, weil sie als Glazialrelikt, also „eiszeitliches“ Relikt gilt, und weil sie zudem ein Anzeiger für absolut sauberes Wasser ist. Als krenobionte Art gilt die Vierkant-Quellköcherfliege (Crunoecia irrorata), deren Larven sowohl in Hessen (sechs Standorte) und in Thüringen (acht Standorte) nachgewiesen wurde. „Es sollte alles dafür getan werden, den bisherigen Zustand dieser Quellen zu erhalten oder zu verbessern.“

Denn: Viele der Quellen – in Thüringen alle der 38 untersuchten Quellen bei Brunnhartshausen – sind vor allem durch landwirtschaftliche Nutzung (Eutrophierung, Viehvertritt), aber auch durch Fassungen, Drainagen, Wasserentnahmen für die Teichwirtschaft und Müllablagerungen gefährdet. Besonders beeinträchtigt ist unter anderem der Quellbach unterhalb der Schmerbach-Nebenquellen im Bereich Neidhartshausen, der bereits auf einer kurzen Strecke trockenfällt. Der jährliche Untersuchungsbericht enthält daher auch Maßnahmenvorschläge für die Verbesserung der Quellstandorte und deren Erhalt als Lebensraum für eine Vielzahl quellspezifischer Tier- und Pflanzenarten. So werden zum Beispiel in Hessen gefasste Quellen stückweise zurückgebaut und Wanderhindernisse für Tierarten entfernt – in Zusammenarbeit mit Wasser- und Naturschutzbehörden, der Biosphären-Verwaltung und HessenForst.

 „Gerade im Hinblick auf die Klimaveränderungen ist es enorm wichtig, die Kartierungsarbeiten im Biosphärenreservat auch in Zukunft fortzusetzen, da bisher nur ein Teil der Quellstandorte bekannt ist und hinsichtlich des Artenspektrums noch einige zoologische Überraschungen zu erwarten sind“, betont Stefan Zaenker. Erstmals in Deutschland wird hier eine Mittelgebirgsregion flächendeckend und länderübergreifend untersucht – nach einheitlichen Standards. Die Verwaltungen des Biosphärenreservats setzen das Projekt daher auch im kommenden Jahr fort – dann auch wieder auf der bayerischen Seite.

Hintergrund: Quellen und ihre Bedeutung als Lebensraum

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz handelt es sich bei Quellbereichen um gesetzlich geschützte Biotope. Handlungen, die zu einer Zerstörung oder einer sonstigen erheblichen Beeinträchtigung dieser Biotope führen können, sind verboten. Mit gutem Grund: Als Grenzlebensraum zwischen Grundwasser und Oberflächengewässer haben Quellen eine hohe Bedeutung für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, die an diese besonderen Umweltbedingungen angepasst sind. Aus dem Grundwasser werden Organismen wie Höhlenflohkrebse, Muschelkrebse und Ruderfußkrebse eingespült, oder sie wandern aktiv ein. Fliegen- und Mückenlarven nutzen die Quellen bis zur Flugfähigkeit als Kinderstube, und in strömungsarmen Bereichen kommen Wasser- und Schwimmkäfer vor. Tiere aus feuchten Landlebensräumen kommen in die Quellbereiche, um zu jagen oder ihre Brut zu legen: der Feuersalamander, verschiedene Insekten, Spinnentiere, Tausendfüßer, Asseln und Schnecken.

Die wohl prominenteste Bewohnerin ist die Rhönquellschnecke (Bythinella compressa): Die nur etwa 2 Millimeter große Schnecke kommt als endemische Art weltweit nur in einem kleinen Areal im Dreiländereck Hessen, Bayern und Thüringen vor. Wie alle Arten, die in den Quellbiotopen existieren können, reagiert sie sehr empfindlich auf Störungen und auf menschliche Beeinflussungen. Um solche Störungen und Umweltbelastungen zu ermitteln und Maßnahmen zur Verbesserung und zum Erhalt der einzigartigen Quellstandorte entwickeln zu können, läuft im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bereits seit 1996 das länderübergreifende Projekt zur Kartierung der Quellstandorte.

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news-2232 Wed, 19 Oct 2022 17:40:15 +0200 LIFE-Projekt "Rhöner Bergwiesen" erhält Auszeichnung durch BfN als offizielles Projekt der UN-Dekade https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/life-projekt-rhoener-bergwiesen-erhaelt-auszeichnung-durch-bfn-als-offizielles-projekt-der-un-dekade Das LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ wird als offizielles Projekt der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen ausgezeichnet. Die Würdigung nimmt Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, vor. Die Auszeichnung wird an Projekte verliehen, die sich in besonderer Weise für die Erhaltung oder Wiederherstellung von Ökosystemen und für die Bewahrung der biologischen Vielfalt in Deutschland einsetzen. Das Rhöner LIFE-Projekt ist eines von drei Projekten in Deutschland, die im Rahmen eines bundesweit ausgeschriebenen Projektwettbewerbs im Jahr 2022 diese Auszeichnung erhalten. Ins Rennen gegangen waren insgesamt 52 Projekte. Das von der EU, dem Land Hessen und dem Landkreis Fulda über einen Zeitraum von acht Jahren geförderte LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ verfolgt seit 2016 das Ziel, das bedrohte artenreiche Rhöner Berggrünland sowie die Hutungen und die hier beheimateten Vogelarten des Offenlandes zu erhalten. Die über Jahrhunderte entstandene Kulturlandschaft gibt der Rhön ihr Gesicht, gleichzeitig ist sie Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. Durch veränderte Landnutzung sind extensiv bewirtschaftete Wiesen stark im Rückgang begriffen. Mit enger Unterstützung der Landwirtschaft steuert das LIFE-Projekt mit Maßnahmen zum Schutz des Berggrünlands und zur Wiederherstellung von Bodenbrüterlebensräumen in der hessischen Rhön dagegen.

Laut der Jury des Bundesumweltministeriums (BMUV) und Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wird mit dem Projekt ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung oder Wiederherstellung von Ökosystemen und somit zugleich für die Bewahrung der biologischen Vielfalt in Deutschland gesetzt. Der Landkreis Fulda, bei dem das Projekt unter dem Dach der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön angesiedelt ist, erhält eine offizielle Urkunde.

Großes Engagement für einen stark bedrohten Lebensraum

„Das Projekt „Rhöner Bergwiesen“ setzt sich mit großem Engagement für die Wiederherstellung eines für Artenvielfalt und Klimaschutz sehr wichtigen Lebensraumes ein. Diesen Einsatz würdigen wir mit der Auszeichnung im Rahmen der UN-Dekade. Bergwiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Ökosystemen in Deutschland, für den Naturschutz ist das Projekt deshalb von zentraler Bedeutung. Wertvolle Lebensräume für bedrohte Tierarten wie Bekassine oder Goldener Scheckenfalter konnten dank der Rhöner Bergwiesen erhalten und wiederhergestellt werden – mithilfe ideenreicher Kooperationen mit Landwirtinnen und Landwirten und einer gelungenen öffentlichen Kommunikation des Projekts“, sagte die Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Sabine Riewenherm, die anlässlich der Auszeichnung in die hessische Rhön gereist ist.

Oliver Conz, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Umwelt, betonte: „Die Rhön ist einer von nun 30 ausgezeichneten Hotspots der biologischen Vielfalt in ganz Deutschland. Seltene Wiesenbewohner wie Bekassine oder Wachtelkönig und bedrohte Pflanzenarten wie Arnika und Trollblume haben hier ihren Lebensraum. Mit dem LIFE-Projekt schützen wir die Artenvielfalt und damit auch unser Leben und unsere Zukunft. Um die wichtige Arbeit des LIFE-Projektes weiter zu unterstützen, hat das Land Hessen sein Budget für die Verlängerung des Projektes bis 2024 erhöht, auf nun insgesamt 3,3 Mio. Euro.“

Nach Dankesworten durch Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, und Landrat Bernd Woide, informierten sich die Ehrengäste auf einer Maßnahmenfläche unterhalb der Fuldaquelle über den Fortschritt des LIFE-Projektes. Hier wird gerade ein 4,5 Hektar großer Fichtenforst entfernt, um die wertvollen Offenland-Lebensräume am Wasserkuppen-Südhang mit den Grumbachwiesen zu vernetzen und einen Verbindungskorridor für seltene Bodenbrüter zu schaffen. Auf der gewonnenen Fläche soll artenreiche Bergmähwiese entwickelt werden. Gleichzeitig wird als begleitende Maßnahme der Quelllauf der Fulda renaturiert.

Erfolgsfaktor Öffentlichkeitsarbeit

Zweiter Halt war eine Station der frisch eingeweihten Extratour „Der Ehrenberger“ in Wüstensachsen, die mit Projektmitteln umgesetzt wurde. Der Wanderweg möchte die Öffentlichkeit gezielt über die Zusammenhänge zwischen Landschaftspflege und Artenvielfalt informieren und Engagement für den Naturschutz fördern.

„Ich bin sehr stolz, dass ein Projekt aus unserem Landkreis diese Auszeichnung erhalten hat und dass das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Rhöner Bergwiesen jetzt auch deutschlandweit Beachtung findet“, sagte Landrat Bernd Woide. Projektleiter Elmar Herget, der die Urkunde entgegennahm, ergänzte: „Wir freuen uns riesig über diese tolle Würdigung unserer Arbeit, die wir als Ansporn verstehen. Sie macht Hoffnung, dass andernorts auch mehr gegen die schwindende Artenvielfalt auf den Wiesen getan wird.“ 

 

Über die UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen und den Wettbewerb

Die Vereinten Nationen haben den Zeitraum von 2021 bis 2030 zur UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt, um das Bewusstsein stärker auf den großen Wert intakter Ökosysteme zu lenken. Funktionierende Ökosysteme sind entscheidend für unsere Natur und unsere Gesellschaft. Sie sind wertvoller Lebensraum einer großen Vielfalt von Tieren und Pflanzen sowie Pilzen und Mikroorganismen. Zudem haben sie enormen Einfluss auf die Regulierung der Wasserkreisläufe und der Umgebungstemperatur, auf die Luftreinhaltung und die Produktion von Nahrungsmitteln. Darüber hinaus tragen sie zum Hochwasserschutz und zu einem natürlichen Klimaschutz sowie zur Bereitstellung von Erholungsräumen bei.

Mit der Auszeichnung vorbildlicher Projekte im Rahmen der UN-Dekade wird das Bewusstsein der Öffentlichkeit auf die Wiederherstellung der Ökosysteme und ihrer Naturvielfalt in Deutschland gelenkt. Es wird zugleich verdeutlicht, wie wichtig es ist, sich aktiv für deren Erhalt und Wiederherstellung einzusetzen. Die Modellprojekte sollen dabei Vorbild und Anregung sein. Über die Auszeichnung von Projekten entscheidet zweimal jährlich eine Fachjury von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz. 

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LIFE
news-2231 Wed, 19 Oct 2022 16:42:15 +0200 "Kirchen und Denkmäler im natürlichen Licht" – Mitmachen bei Fotoaktion des Landkreises Fulda https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/kirchen-und-denkmaeler-im-natuerlichen-licht-mitmachen-bei-fotoaktion-des-landkreises-fulda Mit den Maßnahmen zur Energieeinsparung als Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Unternehmen und Gesellschaft ist die Anstrahlung von Gebäuden und Baudenkmälern zunächst bis ins nächste Jahr hinein nicht erlaubt. Darunter fallen auch die Kirchen und Denkmäler in unserer Region. Gemeinsam rufen der Landkreis Fulda und die Hessische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, das Schöne an den Abschaltungen zu dokumentieren und die Kirchen und Denkmäler in ihren Ortschaften im natürlichen Abendlicht zu fotografieren. Pressemitteilung des Landkreises Fulda

Die Abschaltung der Beleuchtung von Gebäuden ist für einige zunächst gewiss ungewohnt, denn es ändert sich dadurch natürlich auch das gewohnte Ortsbild. Dennoch bietet sich nun die Gelegenheit, den eigenen Ort neu zu entdecken. Deshalb rufen der Landkreis Fulda und die Hessische Verwaltung des Biosphärenreservats eine Fotoaktion aus. Beispiele könnten der Dom von Fulda in der blauen Stunde, die Kirche von Hilders im Vollmondlicht und die Langenbergkapelle in Großenlüder unter dem Sternenhimmel sein.

Der ökologische Nutzen der Abschaltungen geht aber noch weit über den der Energieeinsparung hinaus: Expertinnen und Experten aus Umwelt- und Artenschutz warnen schon lange vor den Folgen des Einsatzes hoher Lichtmengen, wie sie bei Anstrahlungen der Fall sind. Denn künstliches Licht ist mit zahlreichen negativen Auswirkungen auf die Tierwelt verbunden, und der überwiegende Teil der heimischen Arten ist dämmerungs- und nachtaktiv. Gerade Kirchen und alte Gebäude und die umgebenden Grünstrukturen können Tieren wie Fledermäusen, Falken und Eulen wieder wertvolle Wohn- und Brutplätze bieten und nachtaktiven Insekten einen Lebensraum. Das heißt: Auch ohne Energiekrise ist der sparsame Einsatz von Kunstlicht bei Nacht immer mit einem großen positiven Effekt auf die heimischen Arten und Energieeinsparung verbunden.

Die Foto-Aktion

Interessierte können ihre Fotos an pressestelle@landkreis-fulda.de schicken. Auf den Fotos dürfen im Vordergrund keine Personen zu sehen sein. Die Foto-Größe von 5 MB sollte nicht überschritten werden. Die Angabe von Name und Ortschaft ist freiwillig. Mit der Einsendung des Fotos erklärt sich der Fotograf oder die Fotografin mit der Veröffentlichung des Fotos einverstanden.

Die Fotos werden auf der Webseite des Landkreises veröffentlicht.

 

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Sternenpark Rhön
news-2230 Thu, 13 Oct 2022 09:56:13 +0200 30 neue Bergwiesen-Botschafterinnen und -botschafter für die Hessische Rhön ausgebildet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/30-neue-bergwiesen-botschafterinnen-und-botschafter-ausgebildet „Ab in die Hecke“, „Die Wiese lebt“, „Genuss der Sinne“: Hinter diesen und weiteren kreativen Titeln verbergen sich ausgearbeitete Führungen der neuen Zertifizierten Natur- und Landschaftsführerinnen und -führer, die ab sofort im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zum Einsatz kommen. Sie haben den offiziellen Lehrgang des Bundesarbeitskreises der Naturschutz- und Umweltakademien (BANU) erfolgreich abgeschlossen und sind nun berechtigt, Gäste durch die Rhön zu führen. Organisiert und gefördert wurde die Ausbildung durch das LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ in Kooperation mit der Naturschutzakademie Hessen und der Umweltpädagogin Kerstin Sauermann. Neben dem praktischen „Handwerkszeug“ zur spannenden Wissensvermittlung standen auch Botanik und Tierkunde, Kommunikation, Führungsdidaktik und Naturpädagogik auf dem Lehrplan der Absolventinnen und Absolventen. Insgesamt 124 Stunden Ausbildung haben die meisten hinter sich gebracht. Denn unter den Teilnehmenden waren auch Quereinsteiger, die schon länger Gäste im Biosphärenreservat geführt und jetzt ihr Wissen um spezielle Themen zum Rhöner Offenland und der hier beheimateten Vogelwelt erweitert haben. Nach bestandener Prüfung können sie alle nun „BANU-zertifiziert“ je nach persönlichem Interesse, eigenständig Führungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten anbieten.

"Multiplikatoren der Nachhaltigkeit"

Bei der feierlichen Zertifikatübergabe im Bürgerhaus von Friesenhausen lobte Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, die Kreativität und das Durchhaltevermögen der 30 ehrenamtlichen Naturführerinnen und Naturführer. Wegen der Corona-Pandemie hatte sich die Ausbildung viel länger als geplant hingezogen. „Umso mehr freue ich mich, Euch jetzt endlich als Bergwiesen-Botschafter der Zukunft begrüßen zu dürfen. Ihr seid wichtige Multiplikatoren der Nachhaltigkeit und eine Bereicherung für das LIFE-Projekt“, sagte Raab. Glückwünsche von Seiten des Landkreises Fulda überbrachte Kreisbeigeordneter Herrmann Müller. Er nahm in Vertretung des Landrats an der Veranstaltung teil und hob die Vielfalt der ausgearbeiteten Führungen für alle Altersklassen sowie die Bedeutung des „sanften Tourismus“ im Biosphärenreservat hervor.

Auch Lehrgangsleiter Bernhard Neugirg von der Naturschutzakademie Hessen war voll des Lobes für die Ehrenamtlichen, die sich trotz etlicher Terminabsagen während der langen „Corona-Durststrecke“ nicht von ihrem Ziel abbringen ließen. „Die Rhön hat zwei Schätze“, sagte er. „Der erste ist die einmalige Natur. Der zweite Schatz seid ihr!“ Er dankte Ulla Heckert vom LIFE-Projekt für die Organisation und insbesondere der Dozentin Kerstin Sauermann, die als selbstständige Natur- und Umweltpädagogin mit ihrem Unternehmen „Naturbegegnungen“ den Lehrgang maßgeblich vorangetrieben hat.

Qualitätsschub für die Sparte Gästeführungen

Auf die Bedeutung hochwertiger Gästeführungen für den Tourismus ging Bertram Vogel von der Rhön GmbH ein. Die Vielfalt der angebotenen Themen und die hohe Qualität der Führungen sei angesichts der Nachfrage nach authentischen Erlebnissen ein Goldschatz für touristische Vermarkter. „Wir wollen das mit unserem Angebot an Vermarktungsleistungen unterstützen“, versprach er.

In der Feierstunde wurde deutlich, wie gut die Teilnehmenden untereinander und mit der Lehrgangsleitung harmonierten, auch wenn nicht alle mit dem gleichen Wissensstand gestartet waren. Was Gäste bei Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs erwarten dürfen, davon gab es in einer kleinen Bühnendarbietung von Wolfram Schöbel und einigen seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter einen kleinen Vorgeschmack: Ihre audiovisuelle Vorführung über die lange und gefährliche Reise des Wachtelkönigs von Afrika in die Rhön sprach alle Sinne an und stimmte nachdenklich. Denn der Vogel hat so eine besondere Lebensweise, dass seine Zukunft selbst in den Schutzgebieten der Rhön alles andere als gewiss ist.

"Herzöffner der Rhön"

„Ihr seid nicht nur Augen-, Ihr seid Herzöffner der Rhön“, fasste Kerstin Sauermann die Mission der künftigen Bergwiesen-Botschafterinnen und -Botschafter lobend zusammen. Somit ist der Lehrgang, der die Öffentlichkeitsarbeit des LIFE-Projekts gezielt unterstützen wird, schon jetzt als großartiger Erfolg zu werten.

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LIFE
news-2228 Thu, 13 Oct 2022 08:51:00 +0200 Der Klimawandel in der Rhön – höchste Zeit zu handeln! Biosphärentagung am Freitag, 21. Oktober https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/der-klimawandel-in-der-rhoen-hoechste-zeit-zu-handeln-biosphaerentagung-am-21-oktober-online Die Biosphärentagung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön steht im Jahr 2022 unter dem Thema Klimawandel. Die Tagung findet online statt. Die Veranstaltung richtet sich an Landkreise und Kommunen, Verwaltungen (Naturschutz, Forst, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft), Landschaftspflegeverbände sowie Partner der Verwaltungen und Vereine des Biosphärenreservats. Die Themenblöcke sind "Herausforderungen für die Rhöner Artenvielfalt und unsere Wälder", "Rhöner Kommunen aktiv in Katastrophenvorsorge und Klimaschutz" sowie "Landwirtschaft und Tourismus".

Die Tagung findet von 8.30 bis ca. 13.15 auf der Online-Plattform Edudip statt. 

Sollten Sie Interesse an einer Teilnahme haben, dann melden Sie sich gerne bei brrhoen@reg-ufr.bayern.de

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news-2229 Wed, 12 Oct 2022 13:40:50 +0200 Ein Jahr Freiwilligendienst im Partner-Biosphärenreservat in Peru: So war‘s https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ein-jahr-freiwilligendienst-im-partner-biosphaerenreservat-in-peru-so-wars Mit gemischten Gefühlen, vielen Fotos und einem Rucksack voller Erinnerungen sind Maja Büttner und Lena Gräfenschnell von ihrem Auslandsjahr im Partner-Biosphärenreservat des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, dem BIOAY in Peru, zurückgekehrt. Bei einem Erzählabend im Bad Neustädter Rhön-Gymnasium haben sie nun berichtet, wie es war: Nicht immer einfach, aber in jedem Fall ein Erlebnis, das sie sicherlich niemals vergessen werden. Im Zuge der neuen Partnerschaft des Biosphärenreservats Rhön mit dem peruanischen Biosphärenreservat BIOAY waren die beiden Bad Neustädterinnen im Oktober 2021 mit dem entwicklungspolitischen Freiwilligenprogramm „weltwärts“ ins rund 10.000 Kilometer entfernte Peru aufgebrochen, um ihren Dienst zu leisten. Nach ihrer Rückkehr fand in der ehemaligen Schule der beiden Freiwilligen ein Erzählabend statt. Rund 30 interessierte Gäste waren der Einladung des Biosphärenreservats gefolgt. Nach der Begrüßung durch Studienrat Tobias Greubel betonte Lisa Knur von der Bayerischen Verwaltungsstelle die Wichtigkeit von Auslandsaufenthalten mit entwicklungspolitischem Hintergrund. Neben den unbezahlbaren persönlichen Erfahrungen sei eine neue Perspektive, beispielsweise auf das Konsumverhalten in Deutschland und dessen Auswirkungen auf andere Menschen und Länder, ein wichtiger Grundstein für einen achtsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen und eine möglichst nachhaltige Lebensweise.

Sie übergab das Wort an Maja Büttner und Lena Gräfenschnell, die eine einstündige Fotopräsentation vorbereitet hatten und den Gästen einen Überblick über ihren Alltag und ihre Erlebnisse in Peru gaben. Schnell wurde deutlich: Es war nicht immer einfach. In der für sie neu eingerichteten Freiwilligenstelle in der Biosphärenreservatsverwaltung in Oxapampa war insbesondere Eigeninitiative gefragt, berichtete die 20-Jährige. So erarbeitete sie zum Beispiel eigenständig eine Unterrichtseinheit mit verschiedenen Umweltbildungsthemen für Schulklassen in Oxapampa und Umgebung. Lena Gräfenschnell war als Unterstützerin für den Englischunterricht einer Sekundarschule in einem kleinen Dorf mitten im Regenwald im Einsatz. Hier hat sie auch schon mal ganz auf sich gestellt unterrichten müssen. Ihre Erzählungen von Erdrutschen, Trinkwasserbeschaffung und Begegnungen mit wilden Tieren wie Würgeschlangen, Alligatoren und Riesenspinnen klingen mehr als abenteuerlich. Auf Reisen unter anderem zur weltberühmten Ruinenstadt der Inka, Machu Picchu, spektakulären Wanderungen mit anderen Freiwilligen durch die die peruanische Bergwelt oder Campingtrips in den Regenwald hatten die beiden in ihrer Freizeit Gelegenheit, Peru von seiner schönsten Seite kennenzulernen.

Neue Perspektiven für das ganze Leben

Von den alltäglichen Herausforderungen sowie den kulturellen und gesellschaftlichen Unterschieden abgesehen, haben Maja und Lena das Land, seine Menschen und die grandiose Natur so nach einem Jahr in ihr Herz geschlossen – und neue Perspektiven gewonnen, die die Welt zwar nicht verändern werden, aber ein Stück besser machen können. „Ich habe viel dazu gelernt, mein Blick auf uns Europäer und unsere Rolle in der Welt hat sich verändert. Wir müssen lernen, dass wir unsere Lösungen für Probleme wie Umwelt und Soziales nicht eins zu eins auf andere Länder übertragen können“, ist Lena Gräfenschnells Fazit. „Die Lebensrealitäten sind oft völlig anders und es ist wichtig, sensibel dafür zu sein, was die Menschen dort wirklich brauchen.“ Maja Büttner ergänzt: „Ich begegne vielen Themen jetzt mit mehr Demut. Mein Blick auf unseren Wohlstand hat sich verändert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass wir viele materielle Dinge überhaupt nicht brauchen.“

Ihr Tipp an alle, die auch gerne einen Freiwilligendienst in einem Entwicklungsland machen möchten, lautet: „Man muss sich im Klaren sein, dass nicht immer alles toll sein wird und der Alltag auch mal langweilig sein kann. Dann darf man nicht den Mut verlieren, denn aus einer anfänglichen Enttäuschung wird meist ja doch noch etwas richtig Gutes.“   

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news-2227 Wed, 12 Oct 2022 08:59:39 +0200 Abschluss der Rhönschaf-Genießerwochen mit Preisverleihung "Rhönschaf im Schuhkarton" https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/grosse-bastel-ausstellung-am-sonntag-auf-dem-hoffest-des-biolandhofs-roenshausen Augen aus Knöpfen, Wolle aus alten Socken und Schäferwagen aus Klopapierrollen: Rund 150 Kinder aus allen Teilen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön haben sich am Bastelwettbewerb „Rhönschaf im Schuhkarton“ beteiligt – und dabei nicht nur Talent, sondern vor allem jede Menge Kreativität bewiesen. Am kommenden Sonntag, 16. Oktober, um 15 Uhr findet die Preisverleihung auf dem Fest des Biolandhofs Rönshausen statt. Das Hoffest mit einem bunten Programm für große und kleine Gäste bildet den Abschluss der diesjährigen Rhönschaf-Genießerwochen. Begleitend zu den Genießerwochen hatten der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR), die Hessische Verwaltung des Biosphärenreservats und die Rhön GmbH zu dem Bastelwettbewerb aufgerufen. Bei den Kunstwerken sollte das Rhönschaf als Maskottchen der Rhön im Mittelpunkt stehen. Außerdem waren die Kinder aufgerufen, Naturmaterialien zu verwenden oder allerlei „Reste“ zu recyceln. Das Ergebnis: mehr als 70 Schuhkartons, die entweder allein – manchmal mithilfe der Eltern – oder gemeinsam als Kindergartengruppe oder Schulklasse gebastelt wurden. So haben sich schätzungsweise 150 Kinder beteiligt. „Wir sind überwältigt von der riesengroßen Resonanz“, freut sich Janet Emig vom VNLR. „Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben!“ Beeindruckt waren die Organisatorinnen vor allem von der Vielfalt der Kunstwerke. Ein Großteil der Kinder hatte den Schuhkarton mit einbezogen – so sind aufwendig gestaltete Lebensräume und Futterstellen für die Rhönschafe entstanden. Einige hatten außerdem Briefe mitgeschickt und erklärt, aus welchen Materialien sie ihre Schafe gebastelt und was sie bei der Beschäftigung mit dem Thema Rhönschaf alles über diese besondere alte Haustierrasse gelernt haben.

Weil in jedem einzelnen der Kunstwerke so viel Mühe steckt, sollen daher alle Kinder, die mitgemacht haben, ein Dankeschön erhalten. Zudem hat die Jury in vier Kategorien Siegerinnen und Sieger gekürt. Die Preise – ein Kindergarten- und ein Schulpreis sowie je ein Einzelpreis in den Altersklassen 6 bis 9 und 10 bis 13 – werden am Sonntag, 16. Oktober, gegen 15 Uhr auf dem Jubiläums-Hoffest anlässlich 40 Jahren Biolandhof Rönshausen an die Gewinnerinnen und Gewinner überreicht. Diese werden in den nächsten Tagen kontaktiert. Einer der Preise ist zum Beispiel eine Übernachtung im Schäferwagen.

Das Fest startet um 12 Uhr auf dem Gelände des Biolandhofs, Rohingstraße 22-24, 36124 Eichenzell-Rönshausen. Geboten werden Livemusik, Verpflegung vom Grill, eine Tombola und zahlreiche Angebote für Kinder wie Ponyreiten oder Filzen. Auch regionale Partner wie der VNLR, das Biosphärenreservat, das LIFE-Projekt Rhöner Bergwiesen mit dem neuen Infomobil und die Dachmarke Rhön sind mit dabei.

In der Scheune werden zudem von 12 bis 17 Uhr alle eingereichten Bastel-Kunstwerke ausgestellt. Hierzu sind nicht nur die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Familien, sondern alle Interessierten herzlich eingeladen.

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news-2234 Tue, 11 Oct 2022 16:53:00 +0200 Trachtenpuppen und Stickereien: Neue Ausstellung im Biosphären-Infozentrum Propstei Zella/Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/trachtenpuppen-und-stickereien-neue-ausstellung-im-biosphaeren-infozentrum-propstei-zella-rhoen Zu einer neuen Wechselausstellung rund um Trachtenpuppen und Stickereien laden die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die Gemeinde Dermbach vom 23. Oktober bis 6. November in den Gewölbekeller des Biosphären-Infozentrums Propstei Zella/Rhön ein. Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, 23. Oktober, um 14 Uhr statt. Seit drei Jahrzehnten näht Monika Lessing in liebevoller Kleinarbeit Festtags- und Alltagstrachten nach und kleidet Puppen damit ein. Ihre beachtliche Sammlung der „Miniaturtrachten“ ist nun im Gewölbekeller der Propstei Zella/Rhön zu bestaunen, wo sie Besucherinnen und Besuchern von ihrer Arbeit und von Rhöner Bräuchen erzählt. Daneben stellt Verena Rimmel als passionierte Stickerin ihre handgefertigten Werke aus.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Biosphären-Infozentrums in der Goethestraße 1, 36466 Dermbach OT Zella/Rhön, montags von 13 bis 16 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr (auch an Feiertagen) besucht werden. Dienstags und mittwochs ist Ruhetag. Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei. Die Ausstellungsräume im Gewölbekeller sind nicht barrierefrei zugänglich.

Zusätzlich finden Stickvorführungen und Trachten-Vorträge jeweils um 14 Uhr zu folgenden Terminen und Themen statt: Sommertracht (23.10.), Wintertracht (29.10.), Hochzeitstracht (30.10.), Festtagstracht (5.11.) und Trauertracht (6.11.).

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news-2226 Tue, 11 Oct 2022 15:47:29 +0200 „Freiluftlabore“, die Zukunft vorhersehbar machen: Kommunale Kernzonen sind Schaufenster des Klimawandels https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/exkursion-am-ofenthaler-berg-informationsaustausch-zum-thema-kommunale-kernzonen Die Kernzonen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön machen nur rund drei Prozent des Gebiets aus – haben aber eine enorme Bedeutung. Welche zentrale Rolle diese Flächen bei der Forschung im Biosphärenreservat und bei der Entwicklung von Strategien zur Klimawandelanpassung spielen, stand Ende September bei einer Exkursion im Fokus. Hierzu hatten die Bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bad Neustadt a. d. Saale Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen, Landkreise sowie aus Naturschutz und Forst nach Hammelburg eingeladen. Treffpunkt war die Kernzone Ofenthaler Berg. Das Jahr 2014 markiert einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Biosphärenreservats. Mit der Erweiterung des Gebiets auf bayerischer Seite ging auch eine Ausweitung der Kernzonen einher: insgesamt 725 Hektar Wälder brachten zwölf Kommunen sowie die Landkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld in das Netz der Kernzonen ein. „Wir sind sehr dankbar, dass mit diesen kommunalen Flächen damals viele unterschiedliche Waldgebiete mit aufgenommen werden konnten“, betont Dr. Tobias Birkwald, der die Kernzonenforschung im bayerischen Teil des Biosphärenreservats koordiniert.

In den Kernzonen wird gemäß den weltweiten UNESCO-Vorgaben die Natur ohne den Einfluss menschlicher Nutzung sich selbst überlassen, sodass die natürlichen, dynamischen Abläufe im Vordergrund stehen. Arten, Lebensgemeinschaften, Ökosysteme und Landschaften unterliegen dem Prozessschutz – hier finden nur Naturerleben, Forschung, und Umweltbildung statt. Die Kernzonenwälder sind wichtige Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, insbesondere Totholzbewohner. Die Erfahrungen des Prozessschutzes an unterschiedlichen geologischen Standorten geben wichtige Aufschlüsse über die natürlichen Wuchs- und Zerfallsprozesse.

Der Ofenthaler Berg, ein lichter Mischwald auf magerem Muschelkalkplateau, neben den Weinbergen Hammelburgs gelegen, ist eine von 19 ausgewählten der insgesamt 57 bayerischen Kernzonen, in denen die Verwaltungsstelle seit 2016 ein umfassendes Monitoring durchführt. Neben der Entwicklung des Waldes und der Vegetation werden zum Beispiel auch Vorkommen von Insekten-, Pilz- und Vogelarten über einen längeren Zeitraum erfasst.

Veränderungen durch den Klimawandel überholten bereits die Auswirkungen des Nutzungsverzichts in den Kernzonen, erklärte Tobias Birkwald während der Exkursion. „Wärmeliebende Arten sind nicht erst auf dem Vormarsch – sie sind schon da.“ Bereits 2018 seien zum Beispiel auf den Hanglagen in der Hochrhön mediterrane Insekten-Arten gefunden worden – „das ging schneller als erwartet.“ Zahlreiche kälteliebende Arten, darunter spektakuläre Vorkommen wie das eines Eiszeitkäfers, der im vergangenen Winter gefunden wurde, aber auch einige Bewohner von Quellbereichen und Feuchtwiesen, werden in der Rhön wohl dauerhaft verschwinden.

Waldumbau, Jagd und das Problem auf zwei Rädern

Im anschließenden Austausch über den durch den Klimawandel notwendigen Waldumbau wurde deutlich, dass die Kernzonen auch für den Wirtschaftswald wichtige Erkenntnisse liefern, auch überregional. Der für den Hammelburger Stadtwald zuständige Forstbetriebsleiter Matthias Wallrapp sprach von einem „Freiluftlabor“, der für die Kommunen einen großen Schatz vor der eigenen Haustüre darstelle. Eine wichtige, längst nicht mehr neue Erkenntnis dabei: um den Anbau klimatoleranterer Baumarten – auch nicht heimischer wie Edelkastanie, Walnuss, Baumhasel, Roteiche oder Douglasie – werde man beim Aufbau zukunftsfähiger Wälder nicht herumkommen. Die Entwicklung lasse sich nicht mehr aufhalten, erklärte AELF-Behördenleiter Oliver Kröner.

Waldbesitzer könnten die Anpassung der Wälder an die sich rasch verändernden Klimabedingungen aber aktiv gestalten. Mathias Pfüller, beim AELF zuständig für Waldnaturschutzfragen, stellte in diesem Zusammenhang die „Anbaurisiko-Karten“ der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft für 32 heimische und nicht heimische Baumarten vor. Diese erlauben für jeden Wald in Bayern einen Blick in eine „wärmere Zukunft“ und sind eine wichtige Grundlage für die Anpassung der Wälder an den Klimawandel.

Rege Diskussionen gab es zum Thema Jagd: Zwar halte sich der Verbiss durch Rehe an den jungen Bäumchen am Ofenthaler Berg in Grenzen – in anderen Waldgebieten sei der Reh- und Rotwildverbiss aber sehr wohl ein Problem. Dieser könne die Zusammensetzung und Struktur der zukünftigen Wälder beeinflussen und auch zu Lebensraum-Verschlechterungen führen. Matthias Wallrapp fand hierzu deutliche Worte: „Die Jagd ist die relevante Stellschraube, um zukunftsfähige Wälder aufbauen zu können.“

Weitere Themen waren die Wegesicherung, Besucherlenkung und Öffentlichkeitsarbeit. Vor allem Mountain- und E-Bikes in Schutzgebieten wurden von allen Teilnehmenden als großes Problem angesehen. Das Wegegebot werde immer wieder missachtet – ein länderübergreifendes Problem im Biosphärenreservat. Wanderer und Radfahrer suchten sich alternative Strecken durchs Unterholz. Das ist in den Kernzonen verboten und kann sogar ein Bußgeld zur Folge haben – nicht nur, weil die eigene Sicherheit gefährdet ist, sondern weil solche Störungen massive Folgen für Flora und Fauna haben können. Dies sei vielen Einheimischen und Touristen (noch) nicht bewusst oder oft auch einfach egal.

Aus dem Kreis der Teilnehmenden kam daher der Wunsch nach der weiteren Optimierung der Wander- und Radwegeinfrastruktur, zum Beispiel durch Schaffung von Alternativen wie eigens ausgewiesene Downhill-Strecken. Auch eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit könne helfen. „Viele Einheimische wissen gar nicht, dass es in ihrer Gemeinde Kernzonen gibt und was es überhaupt damit auf sich hat“, sagte Elisabeth Assmann, Zweite Bürgermeisterin von Hammelburg. Die Ausweitung des Angebots von Kernzonen-Führungen und Informationsveranstaltungen sei eine Möglichkeit. Anfragen hierzu bei der Biosphären-Verwaltung sind herzlich willkommen!

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news-2225 Mon, 10 Oct 2022 14:54:50 +0200 Endlich wieder: Rhöner Wurstmarkt mit knapp 17.000 Besucherinnen und Besuchern und dem Rhöner Biosphären-Schinken als Highlight https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/erfolgreicher-rhoener-wurstmarkt-mit-biosphaeren-schinken Die Durst- und Hungerstrecke war lang. Vier Jahre konnte kein Rhöner Wurstmarkt stattfinden. Doch am zweiten Oktoberwochenende war es endlich wieder so weit – und es war, als wäre nichts gewesen, wie Michael Geier, "Vater" des Events, kurz und knapp zusammenfasste. 50 Aussteller aus der bayerischen, hessischen und thüringischen Rhön präsentierten sich an herbstlich geschmückten Infoständen bei weitgehend wunderbarem Wetter entlang der malerischen Marktstraße von Ostheim vor der Rhön. Kaum waren die Pforten DER deutschen Feinschmeckermesse für handwerklich erzeugte Wurst- und Schinkenspezialitäten geöffnet, strömten die Gäste in den prämierten Genussort.  Pressemitteilung der Stadt Ostheim

Gut, es waren wohl mit knapp 17.000 Gästen einige Tausend Entdeckerinnen und Entdecker weniger als vor vier Jahren. Doch neue Rekorde waren ohnehin nicht das Ziel des Organisationskomitees in diesen Zeiten. Qualität ist oberster Maßstab, ob beim Genuss oder bei den Gästen. „Die Besucherzahl hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt“, sagt Bürgermeister Steffen Malzer voller Freude über das rundum gelungene Großevent.

Viel Lob von allen Seiten

Es gab viel Lob für den wohl weltweit einzigartigen Rhöner Wurstmarkt: angefangen von der Schirmherrin Michaela Kaniber, MdL, Bayerische Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die die Veranstaltung mit dem traditionellen Wurst-Anschnitt – in diesem Jahr wurde der neue Rhöner Biosphären-Schinken angeschnitten – eröffnete und deutlich länger auf der Schlemmermeile verweilte, als es das Protokoll vorgesehen hatte, über die Aussteller bis hin zu den Besucherinnen und Besuchern, die die festlich-fröhliche und friedliche Atmosphäre des Events in vollen Zügen genossen.

Wurstmarkt verjüngt sich

Was war das Besondere des diesjährigen Wurstmarkts? Deutlich mehr Familien als früher strömten über den Rhöner Wurstmarkt. Sie bezogen ihre Kinder in die Geschmacksverkostungen bewusst ein, wie Anton Koob, Obmann der Metzgerinnung Main-Rhön, freudig beobachtete. Begeistert nahm das Publikum auch das frische, junge Angebot der elf neuen Aussteller an. So gab es auf dem Wurstmarkt neben dem traditionellen Angebot rund um Hausmacher Wurst und Schinken z. B. ideenreiche Burgervarianten und raffinierte Mixturen aus weltweiten Food-Trends auf Basis Rhöner Produkte. Erstmals zeigte auch der junge Schinkensommelier und Cortador Sebastian Endres Finessen des Metzgerhandwerks dem interessierten Publikum.

Fit für die Zukunft

„Wir spüren eine deutliche Qualitätssteigerung. Die neuen Aussteller, die wir vorwiegend dem Engagement der Rhön GmbH zu verdanken haben, haben uns für die Zukunft den richtigen Schub gegeben“, betont Michael Geier, der aus dem Wurstmarkt-Team aufgrund seines Ruhestands ausscheidet. Für ihn neu im Team ist nun Julia Rösch von der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. So wird es auch im Organisationsteam frischen Wind geben.

„Perspektivisch sind wir für die nächsten Märkte sehr gut aufgestellt. Wir haben beste Voraussetzungen, uns dynamisch und erfolgreich weiterzuentwickeln“, so Michael Geier in der Zusammenfassung. Es gibt bereits viele Themen, die noch bearbeitet werden wollen und die teilweise wegen der Corona-Pandemie nicht angegangen werden konnten.

Bewussterer Einkauf

Voller Optimismus ist auch der Obmann der Metzgerinnung Main-Rhön, Anton Koob. Der Rhöner Wurstmarkt ist für ihn auch nach über 20 Jahren nach wie vor die beste Werbung für sein Handwerk und ein Aushängeschild für die Branche und die Stadt Ostheim. Dass die Besucherinnen und Besucher aufgrund der aktuellen Energiekrisenthematik bewusster und manchmal weniger eingekauft haben als früher, ist für den Aussteller vollkommen in Ordnung. „Das passt zu unserer Slow Food Strategie: lieber weniger, dafür gut!“

Acht Schinken ausgezeichnet

Ein Paradebeispiel für die Handwerkskunst der Metzger ist für Anton Koob der Schinken. Die Prämierung der besten Rhöner Schinken auf dem Rhöner Wurstmarkt ist für ihn ein absoluter Höhepunkt im Lauf der 20 Jahren. Dass achtmal Gold von der strengen Fachjury vergeben wurde, ist für ihn ein Qualitätsbeweis höchster Güte. Hinzu kamen zwei Publikumslieblinge, denn auch am Stand von Slow Food Hohenlohe-Tauber-Mainfranken durften Punkte für die eingereichten Schinken vergeben werden. „Die Auszeichnungen auf dem Rhöner Wurstmarkt haben keinen Olympiaden-Charakter, sondern es sind sorgfältig geprüfte Prämierungen“, fügt Julia Rösch erläuternd hinzu.

Dank an Partner

Ein besonderer Dank ging an die langjährigen Partner und Aussteller, die dem Wurstmarkt von Anfang an die Treue halten. Neben einigen Metzgern sind dies vor allem auch die Partner wie der Fränkische Weinbauverband und Slow Food Hohenlohe-Tauber-Mainfranken, aber auch der Bauhof Ostheim, die Vereine und die Freiwillige Feuerwehr. Weiterhin dankte Bürgermeister Steffen Malzer dem verantwortlichen Kommunalunternehmen Tourismus und Marketing unter Leitung von Susanne Orf für die engagierte Organisation des Großevents.

Vorbereitungen für 2024

Die Vorbereitung für die zwölfte Auflage der deutschen Feinschmeckermesse für handwerklich erzeugte Wurst- und Schinkenspezialitäten hat bereits begonnen. Das zweite Oktoberwochenende im Jahr 2024 wird wieder überregionaler Treffpunkt für alle, die Wert auf guten Geschmack und eine positive Ökobilanz durch Produkte aus der Region legen.

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news-2221 Fri, 07 Oct 2022 13:27:00 +0200 Klimaschutz und Digitalisierung als Themen für die Zukunft in den Nationalen Naturlandschaften https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/klimaschutz-und-digitalisierung-als-themen-fuer-die-zukunft-in-den-nationalen-naturlandschaften Das diesjährige Jahrestreffen der Mitglieder von Nationale Naturlandschaften e. V., dem Dachverband der deutschen Nationalparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete bot neben gebietsübergreifenden Themen der Großschutzgebiete und Vereinsaktivitäten Raum für das Thema „Digitale Besucherlenkung in den Nationale Naturlandschaften“, um im Dialog mit Akteuren des digitalen Marktes Chancen der Digitalisierung für den Naturschutz auszuloten. Die Nationalen Naturlandschaften ziehen für Naturschutz, Klimaschutz und ein nachhaltiges Leben an einem Strang. Viele Schutzgebiete stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Vom Nationalpark Wattenmeer im Norden Deutschlands bis hin zur Biosphärenregion Berchtesgadener Land im Süden kämpfen die Gebiete mit ähnlichen Problemen: Hochwasser und Dürren in Verbindung mit Waldbränden, Fischsterben und verschiedene Tierseuchen oder auch das Fehlen von dringend benötigten qualifizierten Ranger*innen beschäftigen die Nationalen Naturlandschaften bundesweit.

Für das aktuelle „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ des Bundesumweltministeriums steht das Bündnis der Nationalparke, Wildnisgebiete, Naturparke und Biosphärenreservate bereits mit eigenen Umsetzungsflächen und Projektideen in den Startlöchern. Im Rahmen des Aktionsprogramms sollen bis 2026 vier Milliarden Euro in den Klimaschutz investiert werden. Auf einem Drittel der Fläche Deutschlands bieten sich die 140 Nationalen Naturlandschaften als Umsetzungspartner an und freuen sich, wenn hier großflächig Lösungsansätze erprobt werden können, die der gesamten Gesellschaft auf dem Weg in die Klimaneutralität helfen.

Digitale Besucherlenkung in den Nationalen Naturlandschaften – Herausforderungen in Chancen wandeln

Die Zeiten, in denen Schutzgebiete ausschließlich dem Erhalt der Natur dienen, haben sich gewandelt. Auch im Naturschutz hat die Digitalisierung Einzug gefunden. Die vielfältigen
Herausforderungen, die das Thema mit sich bringt, beschäftigen die Schutzgebiete tagtäglich. Nicht erst seit, aber speziell durch die Corona-Pandemie haben viele Menschen die Natur vor
der Haustür wieder schätzen gelernt. Digitale Kartendienste und Reiseführer-Apps ermöglichen heutzutage jedem unmittelbar ein passendes Naturangebot zu finden. Lange hat der Naturschutz den digitalen Wandel nicht bedient, mit der Konsequenz, die Besuchenden in den teils sensiblen Naturschutzbereichen nicht lenken und naturverträgliches Verhalten nicht lenken und naturverträgliches Verhalten nicht steuern zu können. Dies stellt die Nationalen Naturlandschaften zum Teil auch heute weiterhin vor große Herausforderungen.

Nationale Naturlandschaften e. V. möchte den Übergang von einfachen analogen Faltkarten und Schildern hin in eine digitale Zukunft begleiten. Als Mittler zwischen den Schutzgebieten und den digitalen Plattformen möchte der Verein Lösungsansätze für die komplexen Herausforderungen finden. Die Fachtagung diente dazu, einen Dialog mit den Akteuren zu führen, Synergien und Potenziale mit den Kooperationspartnern aufzudecken und Raum für einen Austausch untereinander zu schaffen. Ein wichtiges Ziel für die Nationalen Naturlandschaften ist es, gemeinsam fit für die Zukunft zu werden und Herausforderungen in Chancen für den Naturschutz wandeln zu können.

Über das Bündnis Nationale Naturlandschaften

Die Nationalen Naturlandschaften (NNL) sind das Bündnis der deutschen Nationalparke, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete. Gemeinsam mit den Menschen bewahren sie auf rund einem Drittel der Fläche Deutschlands faszinierende Natur, vermitteln Freude beim Erleben der Natur und gestalten die Zukunft mit Zuversicht nachhaltig. Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“ sind die Verbände Nationale Naturlandschaften e. V. und Verband Deutscher Naturparke e. V.

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news-2224 Fri, 07 Oct 2022 11:29:30 +0200 Der Haselmaus auf der (Fraß-)Spur: Große „Nussjagd“ in der bayerischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/auf-der-suche-nach-der-haselmaus-grosse-nussjagd-in-der-bayerischen-rhoen In Zusammenarbeit mit der Bayerischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön startet der Student Jonathan Tosberg ein Projekt zur Erfassung der selten gewordenen Haselmaus. Alle Bürgerinnen und Bürger in der bayerischen Rhön können sich an dem Forschungsprojekt beteiligen und sind zu einer großen Nussjagd aufgerufen: Gesucht werden Haselnüsse, an denen möglicherweise die Haselmaus geknabbert hat. Bis zum 6. November können Funde gemeldet werden. Die nur etwa 7 cm große Haselmaus (Muscardinus avellanarius) verbringt fast ihr ganzes Leben in Heckenstrukturen. Durch großräumigen Verlust dieser Strukturen ist der Lebensraum der Haselmaus jedoch in ganz Deutschland bedroht, weswegen sie auf der Roten Liste gefährdeter Tierarten als gefährdet eingestuft ist. Da man die Haselmaus aufgrund ihrer sehr versteckten Lebensweise nur selten zu Gesicht bekommt, ist ihr Bestand nicht leicht zu erfassen und in Bayern gibt es große Wissenslücken über mögliche Vorkommen.

Um die Haselmaus im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats aufzuspüren, organisiert der Student Jonathan Tosberg im Rahmen seiner Abschlussarbeit ein bürgerwissenschaftliches Erfassungsprojekt. Alle Rhönerinnen und Rhöner in Bayern können das Forschungsprojekt ohne großen Aufwand unterstützen: Einfach beim Spaziergang am Waldrand und an Hecken Ausschau nach angeknabberten Haselnüsse halten, aufsammeln und auf Fraßspuren kontrollieren. Vor allem im Herbst fressen Haselmäuse nämlich bevorzugt Haselnüsse mit ihren fetthaltigen Kernen, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Dabei hinterlassen sie eine typische Fraßspur an der Nuss, die sich eindeutig von andern Tieren unterscheiden lässt: Ist das Loch in der Haselnuss sauber und fast kreisrund und verlaufen parallel oder leicht schräg zur Lochkante Zahnspuren, war es mit großer Sicherheit die Haselmaus.

Gibt es die Vermutung einer Haselmaus-Fraßspur, können die Funde zusammen mit dem Standort des Fundorts bis zum 30. November 2022 über folgenden Link gemeldet werden: https://NABU-naturgucker.de/app/nussjagd.

Alternativ können die Meldungen auch wie bisher per Mail unter artmeldungen@reg-ufr.bayern.de oder telefonisch unter (0931) 380 1673 (Montag-Donnerstag 9-15 Uhr) eingereicht werden. Auf der Homepage des Biosphärenreservats findet sich zudem eine Bestimmungshilfe.

Die Forscherinnen und Forscher werden gebeten, die Nüsse mit den entsprechenden Informationen zum Fundort an die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zu schicken: Oberwaldbehrunger Straße 4, 97656 Oberelsbach. Dort werden sie dann bei Tina Bauer, Koordinatorin für bürgerwissenschaftliche Projekte, gesammelt und nachbestimmt.

Alle Infos und die Bestimmungshilfe gibt es hier.

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news-2222 Tue, 27 Sep 2022 16:29:53 +0200 Matschkuchen, „echter“ Kuchen und ein nachhaltiger Kirmesbaum: Zella und Diedorf freuen sich über abgeschlossene Förderprojekte https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/matschkuchen-echter-kuchen-und-ein-nachhaltiger-kirmesbaum-zella-und-diedorf-freuen-sich-ueber-abgeschlossene-foerderprojekte Große Freude in Diedorf und Zella/Rhön: In den vergangenen Monaten sind nach und nach die Projekte aus dem Förderprogramm aus dem Thüringer Umweltministerium (TMUEN) zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön fertiggestellt worden. Vor allem den Kindern und Jugendlichen in den beiden Dermbacher Ortsteilen kam das Budget zugute. Über die wohl größte Veränderung freuen sich die Kinder der kürzlich als Biosphären-Kita ausgezeichneten Kindertagesstätte „Löwenzahn“ in Diedorf: Mithilfe der Zuwendung von rund 5.700 Euro wurde im neu sanierten Gruppenraum eine Kinderküche gebaut. In der Kita sollen schon die Kleinen die Chance erhalten, nachhaltige, maßvolle, gesunde und heimatverbundene Lebens- und Ernährungsweisen zu verinnerlichen. Neben dem Kennenlernen und der Herkunft der Lebensmittel ist die Verarbeitung ein wichtiger Bestandteil der erzieherischen Arbeit. Für die kindgerechte Zubereitung hatte die Gemeinde Dermbach daher im vergangenen Jahr im Programm „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön“ Fördermittel für den Kauf einer Kinderküche beantragt. Der Bau war nicht einfach, berichtet Bürgermeister Thomas Hugk. Alles musste auf die Körpergröße der kleinen Köchinnen und Köche angepasst werden, gleichzeitig galt es, die Sicherheitsstandards einzuhalten. Das Ergebnis kann sich nun aber sehen lassen. Ab sofort wird in der Küche zum Beispiel jeden Donnerstag gemeinsam gebacken.

Ebenfalls eine Küche – allerdings zur Zubereitung von zum Verzehr eher ungeeigneten Speisen – wurde für die Kinder des Kindergarten St. Valentin in Zella errichtet. Die neue „Matschküche“ im Außenbereich, finanziert mit der Zuwendung des TMUEN in Höhe von rund 2.400 Euro, wird bereits ebenso rege genutzt wie die „echte“ Küche in Diedorf. Gebaut wurde die Matschküche von Jürgen Jende, Opa eines Kindergartenkinds aus Andenhausen, und Rudolf Weber von der Pfarrgemeinde Föhlritz.

Auch in der unmittelbaren Umgebung des Kindergartens auf dem Gelände der Propstei Zella hat sich etwas getan: Für rund 34.000 Euro – 90 Prozent davon gefördert – ist ein stufenfreier Zugang zum Gelände der Propstei und zur Mariengrotte geschaffen worden. Der 50 Meter lange und etwa 1,2 Meter breite rollstuhlgeeignete Pflasterweg soll allen Besucherinnen und Besuchern an der Ecke Goethestraße/Sportplatzweg als Hauptzugang für das Gelände dienen und erschließt auch die historische Mariengrotte als Pilgerstätte stufenfrei.

Tradition wird nachhaltiger

Direkt gegenüber dem neugestalteten Aufgang zur Propstei liegt die Parkanlage, in der jedes Jahr im August im Ortsteil Zella Kirmes gefeiert wird. Zur Kirmes, die in vielen Dermbacher Ortsteilen eine lange Tradition hat, wird von den einzelnen Kirmesgesellschaften ein Baum geschlagen und im eigenen Ortsteil aufgestellt. Um diese Tradition nachhaltiger zu gestalten, hatte der Zellaer Kirmesverein eine Idee und diese an die Gemeinde herangetragen. An der Stelle des bisherigen Fundaments ist im Rahmen des Förderprogramms eine standorttypische Linde gepflanzt worden, die künftig als Kirmeslinde dient. Zur Neugestaltung der Anlage gehört zudem ein Kreis, der saisonal bepflanzt wird.  

Insgesamt setzt Dermbach mit seinen Ortsteilen 10 Projekte um. Ebenfalls bereits realisiert wurden eine Sternenpark-konforme Beleuchtung am Sportplatz in Diedorf, der Bau eines Himmelsschauplatzes auf dem Gläser sowie die Schaffung von E-Paper-Haltestellen im Feldatal. Auf dem Gläser wird es zudem einen Automaten mit regionalen Produkten geben, in Urnshausen wird eine öffentliche Bücherzelle eingerichtet, und auch die Beleuchtung an der Propstei Zella wird umweltverträglicher umgerüstet.

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Mensch BRRhoen-TH Tipp
news-2220 Tue, 20 Sep 2022 10:10:42 +0200 Eröffnung der Extratour „Der Ehrenberger“ am 8. Oktober https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/eroeffnung-der-extratour-der-ehrenberger-am-8-oktober Die Hessische Rhön ist ab sofort um einen neuen Premiumwanderweg reicher: Am 8. Oktober wird die Extratour „Der Ehrenberger“ feierlich eröffnet. Sie verläuft im Bereich des Ehrenbergs und verbindet die Hutungen der Gemeinde Ehrenberg (Rhön) zwischen Wüstensachsen und Reulbach. Das LIFE-Projekt Rhöner Bergwiesen, die Gemeinde und der Naturpark Hessische Rhön laden Groß und Klein ein, die rund 12 Kilometer lange Rundtour erstmals zu entdecken. Die neue Extratour ergänzt das Rhöner Wanderwegenetz um einen erlebnisreich gestalteten Premiumwanderweg. An sechs Stationen erfahren Wanderinnen und Wanderer, wie die Rhöner Hutungen entstanden sind und welche Vielfalt sich auf den bunt blühenden Wiesen und Weiden tummelt. Der Öffentlichkeit entlang eines neuen Wanderwegs die Zusammenhänge zwischen Landschaftspflege und Artenvielfalt im Grünland nahezubringen, ist eine konkrete Maßnahme des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen.

Hutungen stehen im Mittelpunkt der Tour

Nachdem bereits 2018 eine Extratour unter Federführung des LIFE-Projekts in Nüsttal eröffnet wurde, sollen jetzt die Hutungen im Mittelpunkt einer Tour stehen. Diese durch extensive Nutzung geprägte Weideform der Rhöner Kulturlandschaft ist aufgrund ihrer Bedeutung als Lebensraum für bedrohte Pflanzen und Vögel für das LIFE-Projekt von besonderem Interesse. „Die Wahl ist auf Ehrenberg gefallen, da die Gemeinde mit Abstand über die meisten Hutungen in der Hessischen Rhön verfügt“, erklärt LIFE-Projektmanager Elmar Herget die Standortwahl. „Unter Berücksichtigung bereits bestehender Wanderwege haben wir gemeinsam mit der Gemeinde und dem Naturpark eine Runde ausgearbeitet, die einen landschaftlichen Höhepunkt mit dem nächsten verbindet.“

Auch Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner freut sich über das neue Angebot: „Dieser Wanderweg macht Ehrenberg nicht nur als Wander- und Tourismusstandort attraktiver, er würdigt auch die harte Arbeit unserer Landwirtinnen und Landwirte, die sich seit Jahrhunderten für die Erhaltung unserer herrlichen Kulturlandschaft einsetzen.“ 

Landrat Bernd Woide, der die Tour miteröffnen wird, ergänzt: „Mit der neuen Extratour entsteht ein weiteres hochwertiges Naturerlebnisangebot im Landkreis Fulda, das Einheimischen und Gästen den Wert und die Schönheit der Rhöner Kulturlandschaft vermittelt. Naturschutz und Tourismus schließen sich nicht aus, sie lassen sich prima miteinander verbinden.“

Im August und September haben Mitarbeiter des Naturparks Hessische Rhön und der Gemeinde die letzten Handgriffe für die Eröffnung erledigt. Es wurden Wege gesichert, Schilder angebracht, Infotafeln und Sitzgruppen aufgestellt. „Uns war es wichtig, die Zusammenhänge möglichst spannend zu transportieren“, sagt Elmar Herget. „Wandernde dürfen sich auf unterhaltsame Elemente wie Klapptafeln, einen Drehwürfel, zwei Hörstationen mit Geschichten über Land und Leute sowie ein Erlebnisfernrohr freuen, das den Panoramablick über die Ehrenberger Huten mit digitalen Informationen anreichert.“  

 

Zwei geführte Wanderungen am Eröffnungstag

Die neue 12,2 Kilometer lange Extratour „Der Ehrenberger“ wird am Samstag, den 8. Oktober 2022 um 9.30 Uhr offiziell eröffnet. Die Feierstunde mit Segnung findet auf dem Kirchplatz in Wüstensachsen statt. Unter anderem wird Fuldas Landrat Bernd Woide ein Grußwort sprechen. Anschließend werden zwei geführte Wanderungen entlang der neuen Extratour angeboten.

 

Die Extratouren, Rundwege zwischen 6,5 und 20 Kilometern Länge, werden vom Deutschen Wanderinstitut zertifiziert. Gemeinsam mit dem Premiumwanderweg „Der Hochrhöner“ stehen sie für die höchste Qualitätsstufe im Rhöner Wanderwegenetz. Mit 12,2 Kilometern ist „Der Ehrenberger“ für Wandernde geeignet, die eine Halbtages- oder Tagestour suchen. Der Rundweg hat einen mittleren Schwierigkeitsgrad. Flyer zur Tour sind am Eröffnungstag erhältlich.

 

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LIFE
news-2219 Tue, 13 Sep 2022 15:00:18 +0200 Erinnerung zur Abgabe des HALM 2-Antrages bis zum 4. Oktober https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/erinnerung-zur-abgabe-des-halm-2-antrages-bis-zum-4-oktober Der Fachdienst Landwirtschaft des Landkreises Fulda informiert über die HALM 2-Antragsabgabe, deren Abgabefrist am 04.10.2022 (Ausschlussfrist) endet. Die Antragsfrist wird nicht verlängert. Die Anträge müssen deshalb bis zur Frist online eingereicht werden. Alle Landwirtinnen und Landwirte, die eine laufende HALM-Verpflichtung haben, wurden bereits im Mai über die Beendigung ihrer HALM-Verpflichtung zum 31.12.2022 schriftlich informiert. Hier wurde bereits auf die Anschlussförderung nach den neuen HALM-2-Förderbestimmungen hingewiesen. Da bislang noch sehr viele Landwirtinnen und Landwirte keinen Antrag gestellt haben, erinnert der Fachdienst Landwirtschaft noch einmal an die Antragsfrist am 4. Oktober 2022. Bis zu diesem Tag müssen die Anträge vollständig online eingehen. Eine Beantragung nach dem 04.10.2022 ist für den Verpflichtungsbeginn zum 01.01.2023 nicht möglich.
Die Antragstellung ist über das bekannte Agrarportal https://agrarportal-hessen.de möglich.

Landwirte können sich bei Rückfragen gerne an den zuständigen Berater oder die zuständige Beraterin des Fachdienstes Landwirtschaft wenden unter Telefon (0661) 60 06-Durchwahl:

Bearbeiter/in:

Durchwahl:

Gemeinden:

Herr Baier Herr Trapp

70 21 70 45

Dipperz, Ebersburg, Gersfeld, Künzell, Poppenhausen

Frau Hasenauer

70 38

Bad Salzschlirf, Eichenzell, Fulda, Großenlüder

Frau Gwosdek Frau Tielmann

70 43 70 42

Flieden, Hosenfeld, Kalbach, Neuhof

Herr Kecke Herr Becker

70 33 70 40

Eiterfeld, Rasdorf, Tann

Frau Meyer Herr Balzer

70 36 70 37

Burghaun, Hünfeld, Petersberg

Herr Stern

70 22

Ehrenberg, Hilders, Hofbieber, Nüsttal

Wichtige Änderung bei der HALM 2 – Maßnahme „Ökologischer Landbau (B.1)“
Ursprünglich wurde der Beihilfesatz für Dauergrünland mit 180 €/ha festgelegt.
Mittlerweile wurde nachgebessert und die Beihilfe für Dauergrünland auf 200 €/ha (Beibehalter) und 220 €/ha (Einführer) angehoben.
Bei Inanspruchnahme der Öko-Regelung Nr. 4 ab 2023 (Agrarantrag) beträgt die Beihilfe für Dauergrünland 150 €/ha (Beibehalter) und 170 €/ha (Einführer).

 

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LIFE
news-2218 Mon, 12 Sep 2022 12:28:07 +0200 Der Herbst ist da: Führungen mit den Rangerinnen und Rangern in der Bayerischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rangerfuehrungen-bayerische-rhoen-herbst-2022 Die Rangerinnen und Ranger der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön laden im Herbst zu spannenden Themenführungen und Feierabendtouren ein. 17.09.22 World Cleanup Day – Gemeinsam pack mers an!

Am 17.09.2022 ist World Cleanup Day, und unter dem Motto „Die Welt räumt auf, wir machen mit“, veranstaltet die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ein Ranger-„Rama Dama“ als geführte Wandertour. Doch an diesem Tag wird nicht nur aufgeräumt, denn an unterschiedlichen Stationen entlang der Route erfahren wir noch so einiges zum Thema Müll in der Natur und welche Auswirkungen dieser auf unsere Umwelt hat. Helfen Sie mit, unsere Natur und Landschaft wieder zum Glänzen zu bringen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für ein gemütliches Beisammensein und gemeinsamen Austausch im Berghaus Rhön. Treffpunkt: 10 Uhr am Parkplatz des Berghaus Rhön. Dauer: ca. 3 Std. Strecke: ca. 4 km und 100 Höhenmeter. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk, Arbeitshandschuhe. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Wir freuen uns auf Sie!

9.10.22 Auf großer Reise – Vogelzug im Biosphärenreservat

Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und Stürme fegen das Laub von den Bäumen – der Herbst ist da!  Zu dieser Zeit beginnt auch das Zuggeschehen der tagsüber in ihre südlichen Überwinterungsgebiete ziehenden Vogelarten. Besonders gut lässt sich dieses Naturschauspiel an Stellen mit natürlichen Barrieren wie vor dem Alpenbogen oder am Bodenseeufer verfolgen. Aber auch in der Rhön können wir mit etwas Glück größere Zahlen ziehender Vögel beobachten. Die Führung lädt dazu ein, diesem Schauspiel beizuwohnen und nebenbei etwas über den Vogelzug sowie die Artbestimmung zu lernen. Ebenso erfahren Sie, wie Sie sich im Gelände verhalten sollten, um die Vögel während dieser anstrengenden Zeit nicht zu stören, und welche Rolle dabei die Rangerinnen und Ranger spielen. Treffpunkt: 8:30 Uhr am Kindergarten in Oberelsbach, Rosenweg 12. Dauer: ca. 3 Std. Strecke: ca. 800m Anstieg bis zum Aussichtspunkt. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk, Fernglas falls vorhanden. Anmeldeschluss: 07.10.22. Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de

01.11.22 Wandern mit dem Ranger – von früher bis heute!

Vom Parkplatz Holzberghof geht es entlang der sagenumwobenen Teufelsmühle zum idyllischen Rothsee. Dort angekommen, steigen wir erst mal hinab, begehen einen alten Braunkohlestollen und erfahren dabei etwas über die Geologie und die Bergbaugeschichte der Rhön. Wieder oben angekommen, genießen wir die tollen Ausblicke bis weit ins Frankenland und wandern entlang der Mittelhut durch das Naturschutzgebiet Lange Rhön. Dort sehen wir, wo heute noch Rhönschafe und Rinder diese einmalige Landschaft pflegen und so einen Beitrag zu ihrem Erhalt leisten. Auf dieser abwechslungsreichen Tour entdecken wir verschiedenste Lebensräume, erfahren warum diese so schützenswert sind und wie man als BesucherIn der Natur einen Beitrag zu ihrem Schutz leisten kann. Treffpunkt:               10 Uhr am Parkplatz Holzberghof. Dauer: ca. 5,5 Std. Strecke: ca. 11,5km und ca. 200 Höhenmeter. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk und eine Brotzeit. Anmeldeschluss: 28.10.22. Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de

13.11.22 Was lebt in unseren Wäldern? Wildtiere in der Rhön

Still und heimlich verhalten sich die meisten Tiere des Waldes. Trotzdem gibt es einiges über sie zu lernen und zu entdecken. Gemeinsam machen wir uns im Waldgebiet Neuwirtshauser Forst auf die Suche nach ihren Spuren und erfahren, welche großen Säugetiere in unseren heimischen Wäldern leben, und wie wir uns verhalten können, damit sie sich in unserer Nähe möglichst wohl fühlen und wir sie nicht stören. Weiterhin werden wir uns ein sogenanntes Weisergatter ansehen, an welchem man unter anderem den Einfluss der Wildtiere auf die Waldentwicklung eindrucksvoll ablesen kann. Dabei bietet sich Raum für Diskussion über die Entwicklung des Waldes, die Jagd auf Wildtiere und wie das alles zusammenhängt. Zum Abschluss der Tour besteht die Möglichkeit einer gemeinsamen Brotzeit mit Blick auf Schönderling. Treffpunkt: 10 Uhr an der Kirche St. Joseph in Schönderling. Dauer: ca. 3 Std. Strecke: ca. 7km und ca. 130 Höhenmeter, familienfreundlich. Mitbringen: Dem Wetter angepasste Kleidung, etwas zu trinken, festes Schuhwerk und eine Brotzeit. Anmeldeschluss: 11.11.22. Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de.

Feierabendtouren

Feierabend und noch Lust, etwas zu unternehmen? Dann sind Sie herzlich dazu eingeladen, mit uns die vergessenen Pfade des Biosphärenreservats zu erkunden. Wir bewegen uns bewusst abseits der großen Tourismusmagnete und viel begangenen Routen und lernen dabei die schönsten Wanderwege kennen. Geführt von uns RangerInnen, erhalten Sie dabei neben interessanten Informationen zu Natur und Landschaft auch wertvolle Tipps für eine naturverträgliche Freizeitgestaltung.

29.09.22 – Zu Fuß am Rockenstein. Treffpunkt: 17:30 Uhr, Parkplatz Mühlackerstr. Oberweißenbrunn, Dauer ca. 2Std., Länge ca. 3 km und 150 Höhenmeter.

06.10.22 – Unterwegs am Zickzackküppel. Treffpunkt: 17:30 Uhr am Sportheim in Weißbach, Dauer ca. 1,5 Std., Länge ca. 3,6 km und ca. 150 Höhenmeter.

13.10.22 – Durch die Michelau. Treffpunkt: 17:30 Uhr, in Sondernau an der Straße in Richtung Wegfurt, Dauer ca. 1,5 Std., Länge ca. 4,6 km. 

Mitbringen: festes Schuhwerk, dem Wetter angepasste Kleidung, gegebenenfalls Regen- oder Sonnenschutz, etwas zu trinken und gegebenenfalls einen kleinen Snack oder eine Brotzeit. Wer hat, kann auch gerne ein Fernglas mitbringen.

Anmeldung: Telefonisch unter 0931/3801665 oder per Mail unter: ranger@reg-ufr.bayern.de

Bitte beachten Sie: Ohne eine vollständige Ausrüstung ist eine Teilnahme an den Touren in der Regel nicht möglich. Die Teilnahme erfolgt grundsätzlich auf eigene Gefahr.

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