Sternenpark Rhön

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen ist im August 2014 von der International Dark-Sky Association (IDA) auf Antrag der ARGE Rhön als Internationaler Sternenpark anerkannt worden. Der Sternenpark Rhön ist kein "Erlebnispark" mit Ein- und Ausgang. Der Titel Sternenpark wird durch die International Dark Sky Association (IDA) an Gebiete mit einer besonders schützenswerten und nahezu natürlichen Nachtlandschaft verliehen.

Nicht nur bei Tageslicht beeindruckt die Rhön als Land der offenen Fernen, sondern gerade auch bei Nacht. Im Zentrum Deutschlands gelegen und mit einer relativ dünnen Besiedlung, kann man hier noch natürliche Nachtlandschaften mit einem sternreichen Himmel erleben. 

In klaren mondlosen Nächten sind in der Rhön einige Tausend Sterne, die Milchstraße, das Zodiakallicht und andere schwache Himmelsobjekte sichtbar. Aber auch Mondnächte beeindrucken den Beobachter, denn der schwache silbrige Schein legt sich wie ein Schleier über die nächtliche Hügellandschaft.

All das kommt nicht von ungefähr. Mit der Auszeichnung hat sich die Region die Reduzierung von Lichtverschmutzung zur Aufgabe gemacht. Ziel ist es, durch eine umweltverträglichere und optimierte Beleuchtung die natürliche Nachtlandschaft zu bewahren und Lichtverschmutzung zu reduzieren. Die Kommunen, die sich zur Teilhabe am Sternenpark entschieden haben, setzen hierfür gezielt Maßnahmen um. 

Warum Schutz der Nacht?

Viele Tiere und Pflanzen der Rhön sind  nachtaktiv und benötigen daher natürliche Nachtlandschaften mit einem klaren hell-dunkel-Wechsel. Zugvögel zum Beispiel fliegen überwiegend in der Nacht und verlieren durch sogenannte Lichtglocken ihre Orientierung.

Aber auch das menschliche Hormonsystem reagiert auf künstliches Licht bei Nacht: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kunstlicht die Melatoninproduktion des Körpers drosselt. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön stehen daher der Schutz von Natur, Tier und Mensch gleichermaßen im Vordergrund.