Historische Stationen: Ein Kind der Einheit

Jahrzehntelang war die Rhön durch den Eisernen Vorhang getrennt. Ende der 80er-Jahre nutzten in der DDR Naturschützer die Gunst der Stunde und gaben den Anstoß zu einer weitsichtigen Weichenstellung. Zahlreiche wertvolle Naturräume wurden unter Schutz gestellt und damit gesichert, darunter die thüringische Rhön. Dieses „Tafelsilber“ brachte die DDR 1990 bei der Wiedervereinigung als Mitgift ein.

Bereits im Winter 1990/91, also unmittelbar nach der Wende, stellten die drei Bundesländer Bayern, Hessen und Thüringen dann separate Anträge auf Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat. Der damalige Umweltminister Klaus Töpfer machte daraus einen gemeinsamen Antrag. Mit Erfolg: Am 6. März 1991 wurde die Drei-Länder-Rhön von der UNESCO zum Biosphärenreservat geadelt.

Viele kleine Schritte

In Bayern, Hessen und Thüringen entstanden Verwaltungsstellen, die auf Basis eines Verwaltungsabkommens der drei Länder vom November 2002 zusammenarbeiten. Parallel begannen Experten mit der Ausarbeitung eines Rahmenkonzepts. Sein Ziel war und ist der Schutz, die Pflege und die Entwicklung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön.

Dieses erste im April 1995 übergebene Rahmenkonzept war die Grundlage aller Planungen und Maßnahmen. Im Geiste des Grundsatzes „Der Mensch und die Biosphäre“ wurden seitdem zahllose Projekte umgesetzt, was dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wachsende Anerkennung einbrachte – bei der heimischen Bevölkerung sowie ebenso auf nationaler und internationaler Ebene.

22 neue bayerische Gemeinden

Das Jahr 2014 erwies sich als Meilenstein. Im Juni unterzog sich das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erfolgreich einer Überprüfung seiner bisherigen Arbeit (Evaluierung) durch den Internationalen Koordinierungsrat. Daraufhin wurde der UNESCO-Status für weitere 10 Jahre bestätigt. Ein klarer Vertrauensbeweis.

Gleichzeitig gab das Gremium grünes Licht für eine erhebliche Erweiterung: Im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats wurden weitere 58.000 Hektar Fläche eingebracht. Damit gehören nun in den unterfränkischen Landkreisen Bad Kissingen und Rhön Grabfeld weitere 22 Gemeinden dazu. Das ist ein klarer Entwicklungsschub - der mit dem neuen Rahmenkonzept 2018 und 66 Projektideen derzeit umgesetzt wird.