Deutscher Name
Eisvogel
Lateinischer Name
Alcedo atthis
Kurzbeschreibung

Der bunt schillernde Eisvogel ist unverwechselbar. Er ist etwas größer als ein Sperling. Je nach Lichteinfall wirkt sein Gefieder kobaltblau bis türkisfarben, wodurch er mit der Farbe des Wassers verschmilzt und perfekt getarnt ist.

Wie sieht es aus?

Er hat einen kompakten Körper (ca. 16 cm lang) mit kurzen Beinen, ein prächtiges blau-grünes Gefieder am Rücken und Kopf, im Kontrast dazu einen rostroten Bauch. Die Weibchen kann man nur an der orange gefärbter Schnabelunterseite vom Männchen unterscheiden.

Warum ist der Eisvogel so bunt? In seinem Lebensraum ist der Eisvogel mit seinen schillernden Farben ganz gut angepasst. Von oben betrachtet ist er mit seinem Gefieder vor dem bewegten Wasser eines Baches recht gut getarnt. Von unten betrachtet verschmilzt er gut mit dem Lehm eines Bachufers. Für seine Feinde (von oben) und seine Beute (von unten) ist er damit schwer zu erkennen.

Welchen Lebensraum bewohnt es?

Seine Nisthöhle baut der Eisvogel an Steilufern von Gewässern. Über 80 cm hohe Uferabbrüche an Fließgewässern stellen für den Eisvogel optimale Brutplätze dar. An langsam fließenden oder stehenden Gewässern mit reichem Angebot an Kaulquappen und Wasserinsekten und Sitzwarten sind die optimalen Brutgebiete. Zwei Jahresbruten sind beim Eisvogel üblich. Ihre Erhaltung an unseren Fließgewässern ist eine wichtige Artenschutzmaßnahme.

Wo kommt es bei uns vor?

Wo sich der Eisvogel wohlfühlt, finden auch viele andere Organismen im und am Wasser einen hochwertigen Lebensraum vor. Der Eisvogel ist ein Zeiger für naturnahe, wenig beeinflusste Fließ- und Stillgewässer - ein herausragender Vertreter eines Lebensraums, der in unserer Kulturlandschaft selten geworden ist. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist er vielerorts entlang von Bachläufen und Stillgewässern zu finden. Besonders entlang der Ulster ist er ein häufiger Vertreter, da sich hier dem Eisvogel an bestimmten Örtlichkeiten Brutwände anbieten, die die Vögel annehmen.

Der Eisvogel ist in fast ganz Europa verbreitet, außerdem besiedelt er große Teile Asiens und Nordafrikas. In Bayern kommt er zwar an Gewässern im ganzen Freistaat vor, ist aber ziemlich selten.

Noch was Wissenswertes

Die größten Verluste erleiden Eisvögel in strengen Wintern, wenn die Gewässer zufrieren. Zu dieser Zeit setzt auch eine verstärkte Wanderung bei den Eisvögeln in Ost- und Nordeuropa ein, die in großen Teilen Deutschlands besonders ab August/September deutlich wird. Eisvögel meiden Lagen über etwa 900 m Höhe. Mitteleuropäische Vögel können sehr brutortstreu sein, wenn die o. g. Brutwände langfristig erhalten bleiben.

In Bayern, wie auch in ganz Deutschland, steht der Eisvogel auf der Vorwarnliste der Roten Listen, d.h. dass er schnell in eine starke Gefährdung kommen kann. Bedroht ist er durch die Umgestaltung und Verschmutzung seines natürlichen Lebensraumes und durch unkontrollierten Freizeittourismus an naturnahen Gewässerbereichen, der ihn sehr stören und z.B. die Fütterung der Jungen verhindern kann.

Quelle und weitere Informationen: LBV