Naturnahe Kalkmagerrasen

Die Kalkmagerrasen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön beherbergen typische Arten der Trespen-Halbtrockenrasen. Nicht selten sind zum Teil individuenreiche Orchideenvorkommen. Die Struktur der Bestände ist niedrig, lückig und mehrschichtig. An steilen Hängen prägen skelettreiche Offenböden die Bestände. Vielfältige Ausbildungen, die in unterschiedlichen Höhenstufen verbreitet sind, besiedeln überwiegend sonnige, trockene bis mäßig frische Standorte.

Typisch für das Gebiet sind stellenweise Ausbildungen mit Arten der Silikatmagerrasen, welche die standörtlichen Übergänge zwischen Vulkaniten und karbonatischen Sedimentgesteinen einnehmen. Die Kalkmagerrasen sind mit Mageren FlachlandMähwiesen, Kalkreichen Niedermooren und Gebüschen trockenwarmer Standorte vielfältig vernetzt. Lichte Singulärgebüsche und -gehölze sowie Wacholderformationen bereichern die Strukturvielfalt. Die Trespen-Schwingel-Kalktrockenrasen werden traditionell extensiv mit Schafen und Ziegen, seltener mit Rindern beweidet.

Wissenswertes

Die Kalkmagerrasen findet man in der Rhön an flachgründigen Standorten, wo sie sich vor allem nach der Rodung von Trockenwäldern ausgebreitet haben. Die Flächen sind in ihrer Struktur sehr vielfältig, denn die offenen Landschaften werden durch Bäume, Sträucher und Gesteine in ein Mosaik kleinerer Habitate verwandelt. Noch heute werden sie meist von Schafen gepflegt, manchmal von Großvieh beweidet oder auf dafür geeigneten Standorten gemäht.

Bei reiner Rinderbeweidung werden viele junge Gehölze nicht entfernt und breiten sich aus. Dies schränkt die Nutzung der Flächen immer weiter ein und verschlechtert den Lebensraum von Vögeln, wie dem Neuntöter oder dem Baumpieper, die auf einzelne, freistehende Büsche angewiesen sind. Die wachsenden Gehölze verdrängen außerdem die typischen Pflanzen des Halbtrockenrasen, die meist sehr licht- und wärmebedürftig sind.