Bruder-Franz-Haus

„Der Mensch ist nicht Beherrscher der Natur, sondern Teil des Ganzen“, war Franzi von Assisi (1182 bis 1226) überzeugt. Seinen Lebensweg vom reichen Kaufmannssohn hin zum Bettelmönch zeichnet die Ausstellung im Bruder-Franz-Haus auf dem Kreuzberg nach.

Untermalt von eindrucksvollen Naturfotografien, steht im Mittelpunkt Franziskus‘ Dichtung des Sonnengesangs, in welchem er Gott für die gesamte Schöpfung preist. Der Sonnengesang gilt als ältestes Zeugnis italienischer Literatur. Weitere Zitate verdeutlichen seine Achtung vor der Natur, die selbst Kleinlebewesen wie Würmer einschloss. Im Jahr 1208 gründete der schon zu Lebzeiten als heilig angesehene Italiener den Franziskaner-Orden.

Auf dem Kreuzberg wurde 1692 ein Kloster dieses Ordens geweiht, nachdem bereits während des Dreißgjährigen Kriegs Franziskaner die zahlreichen Wallfahrer auf dem „Heiligen Berg der Franken“ betreut hatten. Wegen seines Respekts vor allem Lebendigen gilt der Heilige Franziskus als Schutzpatron der Tiere und der Naturschutzbewegung. Heute setzt sich der Franziskaner-Orden mit einzelnen Projekten in Brasilien und Afrika unter anderem für globale Gerechtigkeit ein.

Was die Vereinten Nationen 1987 erstmals als notwendige Ziele einer nachhaltigen Entwicklung formulierten, predigte Franziskus bereits beinahe 800 Jahre zuvor und hat diese Ansprüche – achtsamer Umgang mit der Umwelt, Hinwendung zu den Armen, Bescheidenheit im Konsum bei gleichzeitiger kultureller Fülle  – aus spiritueller Überzeugung heraus auch konsequent umgesetzt.

Neben der Dauerausstellung über Franz von Assisi, seine Schöpfungsanschauung, die Geschichte des Kreuzbergs und der Franziskaner finden wechselnde Kunstausstellungen statt, aber auch andere thematisch passende Präsentationen, wie beispielsweise eine des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mit Fotos über den Sternenpark und den Schutz der Nacht.

Sowohl Ausstellung und als auch vier nach Motiven des Sonnengesangs gestaltete Meditationsräume möchten Besuchern einen Rückzugsort zur Besinnung anbieten.