Schwerspatabbau am Großen Auersberg

Vor 120 Jahren wurde im Tal der Kleinen Sinn - im heutigen Truppenübungsplatz - zwischen Altglashütten und Silberhof - nach Silber gegraben. Man fand keine großen Mengen von Silber, aber entdenkte den Schwerspat.

Neben der Braunkohle war Schwerspat, der einzige Bodenschatz, der in der Rhön auch unter Tage abgebaut wurde. Heute zeigen sich nur noch wenige Relikte von diesem einst für das Obere Sinntal wichtigen Erwerbszweig. Nahezu 100 Jahre dauerte der Abbau bis dann letztlich am 31.Oktober 1970 die Arbeiten eingestellt wurden. Zum einen geschah dies aus Rentabilitätsgründen und zum Anderen gingen die Vorräte zur Neige. Lüftungsschächte und Stollen wurden gesprengt.

Was ist Schwerspat? Schwerspat ist ein Mineral und wird auch Baryt genannt. Verwendung findet er hauptsächlich in der Farbindustrie und wegen seiner ernorm hohen Dichte im Strahlenschutz (Röntgenstrahlung). Noch bis 1970 wurden Fertigteile für den Strahlenschutz bei Oberbach gefertigt. Mahlspat findet unter anderem Verwendung als Füllstoff in der Gummi-, Kabel-, Linolium- und Kunststoffindustrie. Auch in der Schiffahrt ist der Schwerspat wegen der sehr hohen Dichte und damit sehr hohem Gewicht von großer Bedeutung. Er wird als Gewicht im Kiel verwendet.

Im 1999 eröffneten Schaustollen geben sieben Tafeln Informationen zu Vorkommen und Geologie, Eigenschaften des Schwerspats, zur Verwendung, zum Abbau und den entsprechend notwendigen Arbeitsgängen. Der Wanderweg zum Schaustollen beginnt im Biosphärenzentrum Rhön "Haus der Schwarzen Berge". Dort bekommt man den Schlüssel zum Schaustollen und folgt den Wegweisern durch Oberbach über die Rhönstraße zur Straße Am Küppel bis hinter über den Schlagweg zum Auersberg.
 

Streckenlänge: 3,3 km
Dauer: ca. 60 Minuten
Höhenmeter: hoch 148 m · runter 62 m