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Vortrag zum Anschauen: Wassermanagement im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön unter dem Einfluss des Klimawandels

Wie sich die Niederschläge und die Grundwasserneubildung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich verändern werden, haben Hydrologinnen und Hydrologen des transdisziplinären Forschungsprojekts KlimaRhön an der Goethe-Universität Frankfurt am Main modelliert. Erste Ergebnisse aus dem Projekt hat die Projektleiterin Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink in einem Online-Vortrag in der Reihe „In der Rhön – für die Rhön“ vorgestellt. Interessierte finden die Aufzeichnung auf der Homepage des Biosphärenreservats.

Trockenheit im Schwarzen Moor. / Foto: Alana Steinbauer

Die Expertinnen und Experten schätzen, dass es zwar insgesamt zu mehr Grundwasserneubildung durch Niederschläge kommen wird, diese aber vor allem in den künftig eher milden und somit regenreichen Wintern fallen werden. „So wird sich der Trend der vergangenen Jahre mit trockenen Frühjahr- und Sommermonaten und regenreichen Wintern wohl leider weiter fortsetzen. Das bedeutet, dass es gemäß den modellierten Klimaveränderungen in der Rhön im Sommerhalbjahr zu häufigeren Perioden mit Bodentrockenheit, Extremwetterereignissen, Temperaturanstieg und damit auch zu einer zumindest periodischen Austrocknung von Bächen, Teichen und Seen kommen wird“, erklärte die Referentin.

Die Soziologinnen und Soziologen haben gleichzeitig mittels Umfragen und Interviews erhoben, ob und wie der Klimawandel in der Bevölkerung, aber auch in der Wirtschaft, der Kommunalpolitik und Verwaltung wahrgenommen wird. Dabei stellte sich heraus, dass mehr als 50 Prozent der Befragten in den vergangenen Jahren bereits eine geringere mengenmäßige Verfügbarkeit von Wasser festgestellt haben. „Schon jetzt wird dieser Zustand als deutliche Einschränkung erlebt.“ Mehr als 60 Prozent gaben an, dass sie die abnehmende Wasserverfügbarkeit als künftig großes Problem sehen. Bei der Frage nach Verantwortlichkeiten variierten die Meinungen. Stark kritisiert wurde unter anderem, dass bestehende Verordnungen von den Behörden und Verwaltungen oft nicht ausreichend umgesetzt würden.

Bei der Frage, wie mit dem Knapperwerden der Ressource Wasser umgegangen werden könnte, zeigte sich eine sehr hohe Bereitschaft, Regenwasser zu nutzen. Außerdem wäre ein Großteil der Befragten bereit, durch die Verwendung wassersparender Haushaltsgeräte, die Vermeidung von Flächenversiegelung, die Nutzung von Grauwasser (z. B. für die Toilettenspülung) und die Reduzierung des eigenen Fleischkonsums den Wasserverbrauch im privaten Haushalt zu reduzieren. Die Bereitschaft, mehr für Trinkwasser zu bezahlen, um auf diese Weise Anpassungsmaßnahmen finanzieren zu können, war hingegen eher gering.

All diese Erkenntnisse werden nun in der letzten Phase des Projekts dazu genutzt, zusammen mit Landwirtschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Kommunalpolitik und Bevölkerung Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu entwickeln.

Die Aufzeichnung des Vortrags als Video finden Sie hier.

Die Präsentation als PDF finden Sie hier. 

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