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Dermbach sagt mit Beschluss zum Sternenpark Rhön „Ja“: Umweltverträgliche Beleuchtung soll angestrebt werden

„Ja“ zum Kampf gegen Lichtverschmutzung: Dermbach will in Sachen Beleuchtung künftig umweltverträglich denken. Die Gemeinde schließt sich damit den bisher 12 Gemeinden im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön an, die eine Umsetzung der Beleuchtungsrichtlinien im Sinne des Sternenparks anstreben.

So können schädliche Lichtimmissionen reduziert werden: Nach unten gerichtete Lichtlenkung und eine warme Lichtfarbe. / Foto: Anna-Lena Bieneck
Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk und Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön (Archivfoto) vor dem Dermbacher Schloss. / Foto: Anna-Lena Bieneck

Das haben die Gemeindemitglieder in ihrer Sitzung Ende April beschlossen – eine einstimmige Entscheidung. Bei Neuinstallierungen der öffentlichen Beleuchtung sollen künftig die Planungshilfen des Sternenparks Rhön herangezogen werden. Gemäß dem Beschluss will sich die Gemeinde Dermbach mit den Ortsteilen Brunnharthausen, Diedorf, Gehaus, Neidhartshausen, Urnshausen, Zella/Rhön sowie Stadtlengsfeld (dieses liegt außerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön) „zusammen mit Energieversorgern um die Einrichtung von Musterbeispielen für eine nachhaltige Lichtnutzung“ bemühen. „Nichtöffentliche Nutzer in der Gemeinde sollen dahingehend informiert werden, dass möglichst auch ihre Beleuchtung im Sinne des Sternenparks erfolgen sollte“, heißt es in dem Beschluss weiter.

„Der Entschluss ist ein großer Schritt für den Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung. „Viele Kommunen – so auch Dermbach – haben bereits vor einiger Zeit mit der Umrüstung auf LED begonnen, um Energie zu sparen. Energieeinsparung ist aber nicht gleich umweltverträglich.“ Entscheidend sind die Aspekte Lichtlenkung, -menge und -farbe. Diese haben erwiesenermaßen enormen Einfluss auf Pflanzen, tag- und nachtaktive Tiere, aber auch auf den menschlichen Organismus. Daher gilt nächtliches Kunstlicht ab einem gewissen Maße gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz als schädliche Umwelteinwirkung. Ziel im Sternenpark Rhön ist es, Lichtverschmutzung bestmöglich zu reduzieren. „Das geht nur mit der tatkräftigen Unterstützung der Kommunen“, betont Ulrike Schade.

Planungshilfen zum Download

Die Fachstelle Sternenpark im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön arbeitet seit Langem mit Kommunen und Unternehmen der Region zusammen, die sich für die Planung beziehungswiese die Umrüstung auf umweltverträgliche Außenbeleuchtung beraten lassen. Ende 2019 sind diese Beratungsinhalte in neuen Broschüren zusammengefasst worden: Anwendungsspezifische Planungshilfen für die Bereiche Haus und Garten, Gewerbe, Sportstätten sowie Öffentliche Straßen und Parkplätze richten sich an Privatleute, an Kommunen und Betreiber, aber auch an zuständige Behörden zur Integration in Bebauungspläne, Bauleitpläne und Dorferneuerungsmaßnahmen. Die Vorgaben basieren auf den Hinweisen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI), den Empfehlungen der Hessischen Landesregierung sowie auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen in Kommunen der internationalen Sternenparks.

Die Planungshilfen stehen hier kostenfrei zum Download bereit.