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Baumwartausbildung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön startet im November

Dem Kulturerbe Streuobst in der Rhön eine Zukunft geben – das ist das gemeinsame Ziel der Rhöner Apfelinitiative e. V. und der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Die Verwaltungen fördern ab November 2021 länderübergreifend eine zweijährige Ausbildung zum/zur Baumwart/in, Bewerbungen sind ab sofort möglich. Los geht es am 26. November mit dem ersten Modul „Winterschnitt am Altbaum“.

Foto: Sandra Limpert

Mit der Durchführung der Ausbildung ist die Rhöner Apfelinitiative beauftragt worden. Seit mehr als 25 Jahren ist der Verein Dachorganisation für alle, denen die Rhöner Streuobstwiesen mit ihren Apfelbeständen am Herzen liegen. „Im Aufbau einer neuen Generation Baumwartinnen und Baumwarte sehen wir eine Chance, den als immaterielles Kulturgut anerkannten Streuobstanbau im UNESCO-Biosphärenreservat und damit auch Streuobstwiesen als wertvolle Hotspots der biologischen Vielfalt langfristig zu erhalten“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung, die die Ausbildung federführend organisiert. Viele der heutigen Bestände seien überaltert und von Misteln befallen, erklärt Antje Schwanke, Geschäftsführerin der Apfelinitiative. „Noch dazu zieht sich die ältere Generation mehr und mehr zurück, und den Nachrückenden fehlt es oft an grundlegendem Wissen.“ Gemeinsames Ziel des Vereins und der Biosphärenreservatverwaltungen ist es daher, langfristig ein Netzwerk aus Baumwartinnen und Baumwarten aufzubauen, die sich länderübergreifend um das bestehende Streuobstpotential kümmern, sich austauschen und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fungieren.

Erster Termin ist am 26. November 2021, die Abschlussprüfung ist für November 2023 geplant. Das erste Jahr bietet eine intensive Einführung in Schnitt und Pflege von Streuobstbäumen, das zweite Jahr dient zur Vertiefung und Erweiterung des Wissens. Die Ausbildung umfasst neun Wochenendmodule über zwei Vegetationsperioden mit insgesamt 135 Stunden. Diese finden auf Rhöner Streuobstflächen in Bayern, Hessen und Thüringen statt. Themen sind Winterschnitt am Altbaum, Jungbaumerziehung, Baumgesundheit und -pflege, Sommerschnitt am Altbaum, Instandsetzung/Neuanlage von Streuobstwiesen, Veredelung, Perspektiven im Streuobstbau, Pomologie sowie Laub- und Nadelbaum im Reife- und Altersstadium. Mit erfolgreich abgeschlossener Prüfung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat.

Bewerbungen bis 22. Oktober

Die Ausbildung richtet sich nicht nur an jene, die bereits Flächen bewirtschaften, sondern an alle Interessierten, die im Streuobstbau beziehungsweise der Baumpflege in der Rhön aktiv werden wollen. Zu beachten ist, dass die Arbeit mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Die Ausbildung wird durch die Biosphärenreservatverwaltungen mitfinanziert, der Eigenanteil liegt bei insgesamt 650 Euro pro Person (pro Wochenende 72 Euro).

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Bewerbungen sind bis zum 22. Oktober 2021 möglich: in schriftlicher Form beim Verein Rhöner Apfelinitiative e. V., Eisenacher Str. 24, 36115 Ehrenberg-Seiferts, alternativ per E-Mail an apfelbuero@rhoenerlebnis.de. Die Bewerbung sollte eine kurze Vorstellung der Person enthalten sowie die Darstellung der Motivation, an der Ausbildung teilzunehmen. Für Rückfragen steht Geschäftsführerin Antje Schwanke zur Verfügung, Telefon (0176) 9858 0604, E-Mail: schwanke.antje@googlemail.com.

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