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Biosphärenreservat Rhön
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Am Sonntag geht's los: Rhönschaf-Genießerwochen 2023 mit buntem Programm rund um den wolligen Landschaftspfleger

Wenn die Blätter in der Rhön wieder bunt im Abendlicht schimmern und der Nebel am Morgen über den Tälern liegt, dann wird schnell klar – der Herbst hält Einzug im „Land der offenen Fernen“. Doch die bunte Jahreszeit geht nicht nur mit einer farbenprächtigen Landschaft einher, sondern gehört auch unserem beliebten Maskottchen – dem Rhönschaf. Vom 24. September bis zum 15. Oktober drehen sich wieder zahlreiche Erlebnis-, Genuss- und Übernachtungsangebote um den wolligen Vierbeiner. Bereits zum sechsten Mal laden Rhön GmbH, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) und die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zu den länderübergreifenden Rhönschaf-Genießerwochen ein.

Foto: Alexander Mengel

Das Rhönschaf, unverkennbar anhand seines wollig-weißen Körpers, dem schwarzen Kopf und den weißen Beinen, ist heute aus dem UNESCO-Biosphärenreservat nicht mehr wegzudenken und gilt als Maskottchen der Region. Bis Mitte Oktober wird den wolligen Sympathieträgern, ihrer Bedeutung für die Rhöner Kulturlandschaft und dem Schäferberuf bei zahlreichen Erlebnis- und Genussangeboten eine Plattform geboten. Regionale Wertschöpfung ist hierbei ein wichtiges Stichwort.

Auftakt bei Frank Keßler in Frankenheim

Den Auftakt der Aktionswochen bildet am Sonntag, 24. September, das Hoffest der Bio Rhönschäferei Keßler in Frankenheim. Den gesamten Tag über – von 10 bis 18 Uhr – locken auf dem Hof des Schäfers ein vielfältiges Programm sowie regionale Leckerbissen rund um das Rhönschaf. Zudem werden interessante Exkursionen zur Weide und zur Schafherde angeboten. Beim Schauscheren, Spinnen oder Rohwolle waschen kann außerdem ein Einblick ins Schäferhandwerk gewonnen werden. Am Infostand vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. (VNLR) und der Rhön GmbH können sich Besucherinnen und Besucher außerdem auf ein Quiz über das Rhönschaf freuen. Außerdem kann sich dort über das Projekt „RhönWollets“ informiert werden. Das sind kleine Pellets, die ausschließlich aus Rhöner Wolle bestehen und von den Schäfern als ökologischer Langzeitdünger vermarktet werden.

Ein kreatives Projekt, das Früchte trägt

Anlässlich der Rhönschaf-Genießerwochen hatte Janet Emig vom VNLR in diesem Jahr einen ganz besonderen Wettbewerb initiiert. Die Biosphären-Schulen und Kitas waren unter dem Motto „Garten trifft Schaf“ dazu aufgerufen, beim Pflanzen von Gurken, Salat oder Zwiebeln die „RhönWollets“ in den Boden mit einzubringen - das sind kleine Pellets, die ausschließlich aus Rhöner Wolle bestehen und von den Schäfern als ökologischer Langzeitdünger vermarktet werden. Der Kreativität der Kids waren dabei keine Grenzen gesetzt – von ideenreichen Plakaten bis hin zu genialen Fotodokumentationen – die Projekte der jungen Rhönerinnen und Rhöner zeigen: Die regionalen Pellets sind echte Alleskönner. Im Rahmen der Rhönschaf-Genießerwochen werden die eingereichten Projekte der Kids ausgestellt und prämiert. Die Gewinnerinnen und Gewinner werden gesondert informiert und können sich auf tolle Preise freuen – es bleibt also spannend.

Kulinarische Highlights und einzigartige Erlebnisse

Einheimischen und Touristen die Besonderheit der Schafrasse und ihre Bedeutung für die Rhöner Kulturlandschaft vor Augen führen – das steht länderübergreifend drei Wochen lang im Fokus. Die Gastronomie-Betriebe aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön bieten Rhönschaf-Gerichte an – darunter Rezepte, die auch im Rhönschaf-Genießerkochbuch veröffentlicht wurden. Die Schäfereien laden auf ihren Hof oder zu Wanderungen mit den Schafen ein, und auch Übernachtungsangebote – zum Beispiel Schlafen im Schäferwagen – bieten einzigartiges Erlebnisse. Auch handwerklich dreht sich beim Filzen, Stricken, Spinnen oder im Holzhandwerk alles um das beliebte Maskottchen. Den krönenden Abschluss finden die Genießerwochen am 15. Oktober mit dem Herbstfest des Biolandhofs Rönshausen.

Warum das Rhönschaf für die Region so wichtig ist

Dass das Rhönschaf heute im Biosphärenreservat zuhause ist, ist nicht selbstverständlich. Noch vor wenigen Jahrzehnten sah das anders aus, das Rhönschaf war fast ausgestorben. Dabei ist es ein echtes Original und hat hier seinen Ursprung: 1844 gab es die erste nachweisliche Erwähnung beim Dreiländereck von Bayern, Hessen und Thüringen. So ist das Rhönschaf eine der ältesten Landschafrassen und wohl die bekannteste alte Haustierrasse. Dank des Engagements von Naturschutzverbänden wie dem BUND/BN und regionalen Schäfern konnte das Rhönschaf Ende der 90er Jahre gerettet werden, sodass heute wieder rund 5000 Tiere im Land der offenen Fernen leben. Um den Schäferinnen und Schäfern beim Aufrechterhalten des Traditionshandwerks unter die Arme zu greifen, gibt es im länderübergreifenden Biosphärenreservat zahlreiche Projekte, die vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön, den Verwaltungen des Biosphärenreservats, dem Landschaftspflegeverband Thüringer Rhön e. V. und der Rhön GmbH gemeinsam vorangetrieben werden. So spielt das Rhönschaf zum Beispiel in der Gastronomie eine zunehmend wichtige Rolle. Durch die ständige Bewegung des Schafs ist das Fleisch sehr zart und kurzfaserig, und die vielen Wildkräuter, die der Landschaftspfleger frisst, bilden den charakteristischen Geschmack.