Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Tue, 17 May 2022 14:27:24 +0200 Tue, 17 May 2022 14:27:24 +0200 TYPO3 EXT:news news-2171 Tue, 10 May 2022 12:32:14 +0200 Umweltkommunikation, aber richtig: Vortrag als Video online zugänglich – nächster Vortrag am 30. Juni https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/umweltkommunikation-aber-richtig-vortrag-als-video-online-zugaenglich-naechster-vortrag-am-30-juni Worauf zu achten ist, damit Umweltkommunikation auch bei dem oder der Empfänger/in ankommen kann, haben Katharina Thümer und Luisa von Seggern rund 90 interessierten Teilnehmenden in einem Online-Vortrag „Umweltkommunikation – aber richtig!“ in der Reihe „In der Rhön – für die Rhön“ vermittelt. Die beiden Psychologinnen referierten zu Grundlagen der Kommunikation und stellten ein psychologisches Modell zur Erklärung von Umweltverhalten vor. Die Aufzeichnung der Veranstaltung kann man sich ab sofort online anschauen. „Alles ist Kommunikation! Unsere Gestik, unsere Mimik, unser Erscheinungsbild unsere Tonlage. Es ist wichtig, dass wir uns dessen bewusst sind, weil all dies neben dem, was wir sagen, sehr großen Einfluss darauf hat, ob und wie das Gesagte beim Empfänger ankommt“, führte Katharina Thümer von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, die die Vortragsreihe veranstaltet, in den Abend ein. In Anlehnung an das prominente Modell der Kommunikation von Schulz v. Thun (2000) machte Thümer deutlich, wie wichtig klar und deutlich formulierte Nachrichten sind, um den EmpfängerInnen die „Entschlüsselung“ zu vereinfachen und so Missverständnisse zu minimieren. Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte sie, wie etwa durch das Betonen von Gemeinsamkeiten oder die Verwendung von Ich-Botschaften anstelle von Du-Botschaften eine positive Beziehung zu den Gesprächspartnern hergestellt und so auch in konfliktbeladenen Situationen ein Zugang gefunden werden kann.

Aus dem „Psychologische Modell zur Erklärung umweltgerechten Alltagshandelns“ leitete Luisa von Seggern (Psychologists for future, Würzburg) weitere Empfehlungen für eine gelungene Kommunikation ab: So sei es wichtig, neben dem eigentlichen „Problemwissen“ unbedingt auch „Handlungs- und Wirksamkeitswissen“ zu vermitteln, um Hemmnissen in der Veränderung des eigenen Verhaltens hin zu einem umweltfreundlichen Verhalten entgegenzutreten. Werden konkrete Maßnahmen kommuniziert, könne es sinnvoll sein zu betonen, welche Arten von umweltfreundlichem Verhalten von Menschen einer den EmpfängerInnen nahestehenden sozialen Gruppe bereits umgesetzt werden, bzw. den regionalen oder besser noch lokalen Bezug herzustellen.

Emotionen waren ein weiterer Fokus des Abends: Das Hervorrufen von negativen Emotionen – zum Beispiel Angst vor Horrorszenarien in der Zukunft – resultiere beim Gegenüber oftmals in Bewältigungsstrategien wie Abwehr durch Verdrängung oder Bagatellisierung. Dagegen könne durch das Hervorrufen von positiven Emotionen – etwa durch die Betonung der Wirksamkeit kollektiven Handelns – Offenheit, Kreativität und Effizienz gefördert werden.

30. Juni: Von großen Bären und kleinen Wildschweinen

Der nächste Online-Vortrag der Reihe „In der Rhön – für die Rhön“ findet am Donnerstag, 30. Juni, von 19 Uhr bis 21.30 Uhr statt. Unter dem Motto „Von großen Bären und kleinen Wildschweinen“ geben Felix Papsch, Victoria Wunderle und Julia Tauer Einblicke in die Bildungsarbeit des Naturerlebniszentrums (NEZ) Rhön. NEZ-Mitarbeiter Felix Papsch stellt das im Jahr 2020 eröffnete NEZ und die dort stattfindende Bildungsforschung vor, die durch Abschlussarbeiten von Studierenden bereichert wird. So hat Victoria Wunderle, Lehramtsstudentin an der Universität Würzburg, den Einfluss von Sternenführungen auf die Naturverbundenheit und die Einstellungen zum Schutz der Nacht untersucht. Julia Tauer, Studentin im Bereich Biodiversität & Umweltbildung an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, präsentiert ihre Ergebnisse zum Einfluss eines Bildungsangebots für Grundschulkinder im Wild-Park Klaushof auf den Umgang mit tierischen Produkten.

Der kostenfreie Vortrag findet auf der Online-Plattform Edudip statt. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmenden ihren persönlichen Zugangslink. 

Zur Anmeldung: https://next.edudip.com/de/webinar/das-naturerlebniszentrum-rhon-und-seine-angewandten-forschungs-und-entwicklungsarbeiten-fur-die-bildung/1680298 

29. September: Seltene Schmetterlinge und die letzten „Hexen“ der Rhön

Seltene Schmetterlinge der Rhöner Kalkmagerrasen bringen Benno von Blanckenhagen und Janina Ebert den Teilnehmenden am Donnerstag, 29. September, von 19.30 bis 21 Uhr, näher. Die Rhön ist bekannt für ihre Vielgestaltigkeit: Bergwälder, Berg-Mähwiesen und Borstgrasrasen gehören ebenso zu den herausragenden Lebensräumen wie auch Moore und Kalkmagerrasen. Die Qualität der Biotope, ihre Größe und Vernetzung machen die Rhön zu einem Hotspot der biologischen Vielfalt, so auch für Schmetterlinge. Bedingt durch Biotopverluste, die Intensivierung der Landwirtschaft und den Klimawandel ist die Vielfalt der Tagfalter auch hier gefährdet. Besonders betroffen sind hochspezialisierte Falter wie die vom Aussterben bedrohte „Berghexe“ (Chazara briseis), die am thüringischen Gebaberg ihr deutschlandweit größtes Vorkommen hat. Benno von Blanckenhagen (Büro für ökologische Gutachten Marburg) unterstützt seit vielen Jahren das Monitoring der Tagfalter im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Janina Ebert (Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Universität Gießen) hat sich im Rahmen einer Studie der Frage gewidmet, wie der rückläufige Berghexen-Bestand langfristig erhalten werden kann.

Der kostenfreie Vortrag findet auf der Online-Plattform Edudip statt. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmenden ihren persönlichen Zugangslink. 

Zur Anmeldung: https://next.edudip.com/de/webinar/die-berghexe-und-das-tag-und-nachtfalter-monitoring-auf-kalkmagerrasen-in-der-rhon/1680314 

]]>
news-2146 Mon, 09 May 2022 12:56:00 +0200 Biosphärenwochen vom 30. April bis 22. Mai – Rausgehen, durchatmen, entdecken https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rausgehen-durchatmen-entdecken-biosphaerenwochen-2022-vom-30-april-bis-22-mai Der Frühling ist da, in der Natur beginnt es zu blühen und zu zwitschern. Zum Start der Wandersaison laden die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen und der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V. zusammen mit der Rhön GmbH zu den länderübergreifenden Biosphärenwochen ein. Die zweite Auflage des im vergangenen Jahr entstandenen Formats findet vom 30. April bis 22. Mai 2022 statt. Bei mehr als 50 Angeboten können die Rhönerinnen und Rhöner, aber auch die zahlreichen Gäste in der Rhön die einzigartige Kulturlandschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenvielfalt kennenlernen. Grünes Band, Rhöner Ritter, Streuobst, Heilkräuter, Geologie, Sternenzauber: Die Zertifizierten Natur- und LandschaftsführerInnen (ZNLer) haben für die Biosphärenwochen ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Sie führen nicht nur zu zahlreichen beeindruckenden Orten im Biosphärenreservat, sondern teilen ihr Wissen über die Entstehung der Kulturlandschaft Rhön mit all ihren Schätzen. Welche wertvollen Lebensräume in der Rhön zu finden sind, welche zum Teil stark bedrohten Tiere und Pflanzen hier ihr Zuhause haben und welche Maßnahmen zu ihrem Schutz und Erhalt im Biosphärenreservat umgesetzt werden, erfährt man außerdem bei Vortragsabenden.

„Mit den Biosphärenwochen wollen wir die tollen Angebote unserer ZNLer, die seit vielen Jahren das Veranstaltungsangebot in der Rhön bereichern, in den Mittelpunkt rücken“, erklärt Michael Dohrmann vom NBR, der das Programm in Zusammenarbeit mit den Biosphärenreservatverwaltungen organisiert hat. „Die Führungen sind nicht nur ein tolles Erlebnisangebot im Biosphärenreservat, sondern gleichzeitig ein wichtiger Beitrag für eine umweltverträgliche Besucherlenkung“, ergänzt Ulrike Schade von der federführenden Thüringer Verwaltung. „Die Corona-Pandemie hat den Besucherdruck auf unsere Schutzgebiete noch einmal erhöht. Es wird immer wichtiger, dafür zu sensibilisieren, warum es wichtig ist, die Wanderwege nicht zu verlassen und die Tier- und Pflanzenwelt nicht zu stören.“

Alle Veranstaltungen und Infos zur Anmeldung finden Sie hier.

]]>
news-2170 Mon, 09 May 2022 12:34:20 +0200 Nacht-Begeisterte aus aller Welt bei Europäischem Symposium zu Besuch im Sternenpark Rhön und in der Sternenstadt Fulda https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/schutz-der-nacht-symposium-in-der-rhoen 50 WissenschaftlerInnen, AktivistInnen und Nacht-Begeisterte aus der ganzen Welt haben sich Anfang Mai 2022 in der Sternenstadt Fulda zum 15. Europäischen Symposium zum Schutz der Nacht getroffen. Ziel war ein Austausch über den Schutz der Nacht vor zu viel künstlicher Beleuchtung. Spanien, Slowenien, Niederlande, England, Kroatien, Ungarn, Israel, Österreich: Die Liste der Länder, aus denen die Nachtschützerinnen und Nachtschützer aus den Bereichen Biologie, Astronomie, Lichtplanung, Tourismus und Naturschutz nach Fulda zum Symposium angereist waren, ist lang. Sogar der Direktor der International Dark Sky Association (IDA), Ruskin Hartley, ist aus den USA nach Fulda gereist.

In Vorträgen und Diskussionen wurden verschiedene Themenbereiche und Aspekte rund um das Thema „Lichtimmissionen im Spannungsfeld zum Schutz der Nacht“ umrissen. Unter anderem ging es um das Thema nachhaltigere Beleuchtung. Beispiel dafür waren der Sternenpark Rhön und die Sternenstadt Fulda, wo man sich um einen sparsamen Einsatz von Kunstlicht bemüht und, wo nötig, bereits insektenfreundlichere Leuchten einsetzt.

Licht und Sicherheit

Außerdem ging es um Messmethoden der Himmelshelligkeit und um Fragen der Kommunikation, auch in Bezug auf das Thema Sicherheit. Eine Kriminologin erläuterte, dass es keinen Zusammenhang zwischen Licht und Sicherheit gebe und Licht bei Nacht durchaus auch gegenteilige Effekte hervorrufen könne. In einem weiteren Beitrag ging es um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Verlust der natürlichen Nacht“. Vorgestellt wurden zudem Forschungsergebnisse der Uni Würzburg zu den Auswirkungen von künstlichem Licht bei Nacht auf den Nachtfalterflug. Aufgrund seiner immensen Bestäubungsleistung wird der Nachtfalter von Forschern als „Biene der Nacht“ bezeichnet. Sein Schutz ist deshalb überaus wichtig. 

„Die rund 30 Vorträge und Diskussionen des Symposiums waren sehr spannend, aber auch sehr beunruhigend“, erklärt Sabine Frank, Sternenparkkoordinatorin beim Landkreis Fulda, die die Veranstaltung in Fulda federführend organisiert hat. „Das Symposium hat uns erneut gezeigt, wie wichtig es ist, das Kunstlicht in der Nacht noch besser und noch konsequenter zu reduzieren. Die Auswirkungen auf Tiere, Mensch und Natur sind immens“, fügt die wissenschaftliche Begleitung des Sternenpark Rhön, Dr. Andreas Hänel, hinzu.

Aufhellung auch in den Schutzgebieten

Neben den Vorträgen und Diskussionen haben die Teilnehmenden auch den Sternenpark Rhön besucht – unter anderem den Himmelsschauplatz in Nüsttal-Hofaschenbach, die Hohe Geba (Thüringen) und die Wasserkuppe, wo bereits im Jahr 2015 nachtfreundliche Beleuchtung installiert wurde. Aufgrund der Wetterlage mit tiefliegenden Wolken war jedoch auch zu sehen, wie stark die Nächte auch in den Schutzgebieten durch Reflexion des Lichts an Wolken aufgehellt sind.

Grußworte und Testimonials wurden im Laufe des Symposiums übermittelt von Dr. Frank Verse als Hausherr und Leiter des Vonderau-Museums, Ulrike Schade und Torsten Raab vom UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, Martin Heun, Hauptgeschäftsführer von der RhönEnergie Fulda sowie Michal Konow, Hauptgeschäftsführer der IHK Fulda, der die Bedeutung des Sternenparks und der Sternenstadt als Standortfaktor hervorhob. „Die Teilnehmenden aus der ganzen Welt – allen voran IDA-Chef Ruskin Hartley – waren very impressed“, freut sich Sabine Frank.

Laut Frank ist es wichtig, das Thema immer wieder in den Fokus zu rücken. „Tag- und nachtaktive Tiere haben keine Chance. Licht, das nicht natürlich ist, gefährdet ihre Existenz, die für die Natur und damit für das Überleben der Menschen wichtig ist. Deshalb freue ich mich, dass wir das Thema und die ExpertInnen mit dem Symposium nach Fulda geholt haben.“
 

]]>
Sternenpark Rhön
news-2169 Thu, 05 May 2022 08:38:32 +0200 Von Glücksbringern und Sommerboten – Bürgerbeteiligungsprojekt zu Schwalben und Mauerseglern https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/buergerbeteiligungsprojekt-zu-schwalben-und-mauerseglern Wo Schwalben brüten, wohnt das Glück – und eine Schwalbe allein macht noch keinen Sommer: In Sprichwörtern stehen Schwalben als Glücksbringer und Sommerboten, und wir sind ihre Anwesenheit in unseren Städten und Dörfern gewohnt. Doch Klimawandel, Insektensterben und auch Renovierungsarbeiten an Gebäuden sorgen dafür, dass die heimischen gebäudebrütenden Arten Mehlschwalbe und Rauchschwalbe an Wohnungsnot und Nahrungsmangel leiden – ebenso wie der Mauersegler. Um eine Übersicht über die Brutplätze dieser drei Vogelarten in der Rhön zu bekommen, sind die Rhönerinnen und Rhöner in Bayern, Hessen und Thüringen aufgerufen, Beobachtungen an die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zu melden.  Schwalben und Mauersegler stehen unter besonderem Schutz, und so sind auch ihre Nistplätze an Gebäuden geschützt. Alle drei Vogelarten leiden zunehmend unter Wohnungsnot, da ihre potenziellen Brutplätze wie beispielsweise Spalten und Hohlräume unter Dächern bei Renovierungsarbeiten meist verschlossen werden. Durch die zunehmende Versiegelung und Betonierung von Flächen fehlt außerdem immer häufiger Nistmaterial für den Bau der Nester. Da sich alle drei Arten ausschließlich von Fluginsekten ernähren, sind sie zusätzlich vom Insektensterben bedroht. Dies wird durch den Klimawandel noch verschlimmert, der zur Folge hat, dass ein Teil der Fluginsekten bereits aktiv wird, bevor die Zugvögel überhaupt aus Afrika zurück sind. Alle Faktoren zusammen führen dazu, dass der Bestand dieser Vogelarten in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Rauchschwalbe und Mehlschwalbe werden deswegen auf der bundesweiten Roten Liste bereits als „gefährdet“ eingestuft. 

Projekt läuft bis 30. Juni

Um herauszufinden, wie diese gebäudebrütenden Vogelarten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön verbreitet sind, ist die Bayerische Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats auf die Hilfe der Rhönerinnen und Rhöner angewiesen. Ab Anfang Mai bis 30. Juni können Beobachtungen mit möglichst genauem Fundort und Funddatum, Anzahl der Vögel sowie Infos zum Brutnachweis – wenn möglich mit Foto vom Nest – an Tina Bauer gesendet werden. Per E-Mail an: artmeldungen@reg-ufr.bayern.de, Telefon: (0931) 380 1673 (Montag-Donnerstag 9-16 Uhr). Fotos können entweder per Mail oder WhatsApp-Nachricht an die angegebene Festnetz-Nummer gesendet werden. Alternativ können die Funde auch über die Plattform „Ornitho“ gemeldet werden. Alle Beobachtungen werden nur zum Zwecke der Erhebung der Artenverteilung gesammelt und anonymisiert ausgewertet.

Ergänzung zur Kartierung im Landkreis Fulda

Die Mauersegler-Erhebung dient zur Ergänzung der bereits im Jahr 2020 erfolgten Kartierung im Landkreis Fulda. Diesmal steht der komplette hessische Teil des Biosphärenreservats im Fokus.

Artensteckbriefe

Die Mehlschwalbe (Delichon urbica) ist mit ca. 12 cm ungefähr so groß wie ein Spatz und hat ein metallisch blau-schwarzes Gefieder. Im Flug kann man die Mehlschwalbe von der ähnlichen Rauchschwalbe gut an ihrem kurzen, schwach gegabelten Schwanz und an der komplett weißen Unterseite erkennen. Sieht man sie im Flug von oben, erkennt man sie gut am weißen „Bürzel“, einem weißen Fleck zwischen Oberkörper und Schwanz. Die Mehlschwalbe brütet gerne gesellig in der Nähe von Artkameraden und baut halbkugelige Nester aus Lehm mit einem kleinen Einflugspalt. Diese befinden sich an rauen Außenwänden unter Dachvorsprüngen immer außen an Gebäuden.

Eine weitere heimische Schwalbenart ist die Rauchschwalbe (Hirundo rustica), die mit 18 cm etwa so groß wie eine Amsel ist. Auch sie hat ein metallisch blau-schwarz glänzendes Gefieder. Im Gegensatz zur Mehlschwalbe hat die Rauchschwalbe aber einen deutlich längeren, stark gegabelten Schwanz, was man im Flug gut erkennen kann. Charakteristisch ist außerdem ihr rotbraunes Gesicht. Die Rauchschwalbe baut eher schalenartige Nester, welche sich im Gegensatz zur Mehlschwalbe im Inneren von Ställen, Scheunen oder Schuppen befinden. Für den Bau verwendet sie Lehm sowie Stroh, Heu oder auch Tierhaare. Wegen dieser Vorlieben ist die Rauchschwalbe oft in der Nähe von Nutztieren und Bauernhöfen zu finden.

Auch der Mauersegler (Apus apus) gehört zu den gebäudebrütenden Vogelarten. Mit einer Flügelspannweite von bis zu mehr als 40 cm ist er deutlich größer als die beiden Schwalbenarten. Der Mauersegler hat ein bräunlich bis schwarzes Gefieder und einen sehr kurzen, gegabelten Schwanz. Im Flug kann man ihn gut an seinen halbmondförmigen Flügeln und den schrillen „srriii srriii“-Rufen erkennen. Als Felsen- und Höhlenbrüter baut der Mauersegler im Gegensatz zu den beiden Schwalbenarten heute seine Nester in Hohlräumen oder Spalten von Hauswänden. Auch er brütet gerne in Kolonien und ist häufig in der Nähe von anderen Mauersegler-Neststandorten zu finden.

Vortrag zum Projekt am Donnerstag, 5. Mai

In einem Online-Vortrag am Donnerstag, 5. Mai, von 19 bis 20.30 Uhr, werden die Arten und ihre Lebensräume vorgestellt, und es wird detailliert erklärt, wie man sich an dem Projekt beteiligen kann. Außerdem gibt es Tipps zur Suche und Infos dazu, was jeder Einzelne tun kann, um Schwalben und Mauerseglern zu helfen. Der Vortrag ist kostenfrei, eine Anmeldung ist erforderlich: https://bit.ly/3F9zflK

]]>
news-2168 Wed, 04 May 2022 09:35:00 +0200 Zeichen der Gemeinschaft – Naturwerkstatt mit Spielplatz in Borsch eingeweiht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/zeichen-der-gemeinschaft-naturwerkstatt-mit-spielplatz-in-borsch-eingeweiht Eine Naturwerkstatt mit Spielplatz zum Klettern, Rutschen und Balancieren, mit Pavillon, mit Schautafeln, Insektenhotel und Relaxliege bereichert seit Kurzem das Areal rund um die „Borscher Hütte". Mit Mitteln des Nachhaltigkeitsbudgets des Thüringer Umweltministeriums wurde seit Sommer des letzten Jahres diese Erweiterung umgesetzt. Insgesamt wurden 25.400 EURO über eine 90%ige Förderung sowie Eigenmitteln der Stadt Geisa investiert.

Am vergangenen Wochenende gab es nun die feierliche Einweihung mit offizieller Übergabe der neusten Attraktion des Rhöndorfes. Ortseilbürgermeister Hubert Wilhelm begrüßte alle Gäste und hieß vor allen Dingen Landtagsabgeordneten Martin Henkel, Ulrike Schade von der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, Pfarrer Aloysius Ndiukwu sowie Bürgermeisterin Manuela Henkel und die Erste Beigeordnete der Stadt Geisa Simone Kleinstück willkommen.

Sein Dank ging an das Thüringer Ministerium für die finanzielle Unterstützung sowie an das Biosphärenreservat für die Begleitung des Projektes. Weiterhin dankte Hubert Wilhelm allen beteiligten Unternehmen, den Sponsoren und vor allen Dingen den freiwilligen Helfern, die dieses Projekt erst möglich gemacht hatten. „Ich möchte mich bei allen, die unter anderem beim Transport und Aufbau von Spielgerät, Pavillion oder Schautafeln geholfen haben, die Material zugesteuert oder ihre privaten Fahrzeuge zur Verfügung gestellt haben, die die Essensversorgung abgedeckt und die Fahrdienste übernommen haben, ganz herzlich bedanken“, so der Ortsteilbürgermeister. „Ohne Euch würde es weder die Borscher Hütte noch diesen Naturspielplatz geben.“

Im Förderprogramm wurden nur die Materialkosten beantragt, die Arbeitsleistung erfolgte komplett ehrenamtlich. Weiterhin dankte Hubert Wilhelm den Stadträten, Ortsbeiräten, Eva Pagel und Carmen Henkel von der Stadtverwaltung und der Kreisjägerschaft sowie dem Rhönclubzweigverein Geisa für die Unterstützung. „Die Quelle alles Guten liegt im Spiel“, zitierte Bürgermeisterin Manuela Henkel den Pädagogen Friedrich Fröbel. Beim Spielen vergessen die Menschen ihre Sorgen und Probleme, kommen runter und kommen damit auch zu sich. „Das gilt nicht nur für die Kleinen, sondern auch für die Großen“, ist die Bürgermeisterin überzeugt. Auf dem Naturspielplatz bei der Borscher Hütte könne man das Spielen mit dem Entdecken, Lernen und Entspannen sehr gut verbinden und dazu noch einen phantastischen Blick auf die Rhön genießen. „Aber dieses Projekt zeugt von noch mehr“, so die Bürgermeisterin. „Es ist ein Zeichen Eurer Gemeinschaft und Eures Zusammenhaltes und das ist in diesen unstetigen Zeiten außerordentlich wichtig.“

Auch die Leiterin der Biosphärenreservatsverwaltung Ulrike Schade freute sich über das gelungene Projekt. „In der Rhön kann man nicht nur eine wunderbare Natur erleben, hier lebt der Mensch auch noch in Einheit mit der Natur“, stellte Ulrike Schade fest. Von den Borschern sei sie immer herzlich aufgenommen worden. „Die gute Gemeinschaft kann man hier deutlich spüren.“

Im Anschluss segnete Pfarrer Aloysius Ndiukwu die neue Anlage, die im März diesen Jahres fertiggestellt wurde. Die Errichtung der „Borscher Hütte“ geht bereits auf die 1.200 Jahrfeier des Ortes in 2015 zurück und wurde vom damaligen Erlös des Festes ehrenamtlich gebaut. Sie ist mittlerweile zu einem beliebten Ausflugsziel in der Region geworden. Wanderer, Naturfreunde, Betriebe, Vereine, Schulklassen und Kindergärten treffen sich hier.

Durch die Erweiterung gibt es nun noch mehr Möglichkeiten den Platz, der einen außerordentlich schönen Panoramablick bietet, zu nutzen. Musikalisch wurde die Einweihung von den Ulstertaler Blasmusikanten, den „Jungen Ulstertaler Blasmusikanten“ sowie vom Männerchor Concordia 125 Borsch gestaltet.

]]>
Mensch
news-2165 Thu, 28 Apr 2022 15:55:00 +0200 Die deutschen Biosphärenreservate sind Verrückt auf Morgen! https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-deutschen-biosphaerenreservate-sind-verrueckt-auf-morgen In 18 Schutzgebieten in Deutschland verändern die UNESCO-Biosphärenreservate die Welt mit innovativen Ideen, um ein nachhaltiges und klimafreundliches Miteinander von Mensch und Natur zu ermöglichen. Sie erproben das Leben von Morgen, damit eine gemeinsame Zukunft auf diesem Planeten gelingen kann. Mit der Initiative Verrückt auf Morgen wird genau das bekannt gemacht und angeregt. Verrückt auf Morgen ist eine Initiative der Nationalen Naturlandschaften e.V., die im Frühjahr in 18 deutschen Biosphärenreservaten mit einem Morgenspaziergang in allen Schutzgebieten startet.

Mit dieser Kampagne möchten wir die Relevanz der deutschen Biosphärenreservate bekannt machen und ihre Mission voranbringen: für eine nachhaltige Zukunft auf unserem Planeten einzustehen.

Mit einem Mitmachwettbewerb, einer Roadshow mit über 60 Veranstaltungen durch ganz Deutschland und vielen Online-Aktivitäten bringen wir die deutschen Biosphärenreservate und ihre wichtige Aufgabe ins Bewusstsein der Menschen.

Kult-Regisseur Detlev Buck
Detlev Buck, ein Schirmherr, der nicht passender sein könnte. Als Kult-Regisseur seines 2006 im Biosphärenreservat Schaalsee gedrehten Kinderfilms „Hände weg von Mississippi“ hat Buck eine ganz besondere Verbundenheit zu den UNESCO-Biosphärenreservaten. „Automatisch bleibt die Umwelt nicht schön. Dafür muss man immer neu antreten. Das Gute ist, dass wir die Verantwortung nicht abgeben wie im Metaverse, sondern gleich um die Ecke soviel zu entdecken haben“. Buck, Bauernsohn und gelernter Landwirt aus Nienwohld/Schleswig-Holstein, ist davon überzeugt, dass das nur gemeinsam geht und setzt die Aufmerksamkeit bei allen Mitmenschen für die wunderschönen Orte, die in dieser Initiative im Mittelpunkt stehen.

Biosphärenreservate verändern die Welt
Von Rügen bis zum Berchtesgardner Land und vom Bliesgau im Saarland bis zur Schorfheide in Brandenburg: In 18 Biosphärenreservaten in Deutschland verändern wir die Welt mit innovativen Ideen, um ein nachhaltiges, ressourcenschonendes und klimafreundliches Miteinander von Mensch und Natur für uns alle zu ermöglichen.  

Wo Gutes direkt von hier kommt und wir Energie im Schlaf erzeugen
Die Biosphärenreservate sind Modellregionen der Zukunft, die das Leben von Morgen erproben. Wie sie das konkret machen und was daran verrückt ist, wird anhand von drei Reportagen filmisch dargestellt. Hier finden sich drei Beispiele aus über 270 Projekten, die wir zusammen mit den Menschen vor Ort und Partnerorganisationen und -unternehmen vorantreiben.

Mitmachwettbewerb für junge Menschen
Und nicht nur das. Auch Schülerinnen und Schüler sowie engagierte junge Menschen stecken ihre Köpfe im Rahmen des Kampagnen-Mitmachwettbewerbs zusammen. Willi Weitzel sitzt in der Jury des Mitmachwettbewerbs und freut sich schon, drei Gewinnerprojekte mit auszuwählen, die in ihren Ideen genauso spannend sein wirden, wie die Biosphärenreservate selbst, die diese Projekte als Paten weiterführen werden.  

Lassen Sie sich anstecken: Werden Sie verrückt auf Morgen!
Unterstützen Sie uns, die Initiative bekannt zu machen und ins Bewusstsein der Menschen zu rufen. In 60 deutschen Städten laden wir die Menschen ein, die Biosphärenreservate auf einer Verückt-auf-Morgen-Roadshow kennenzulernen.

Zum Abschluss der Roadshow treten alle Biosphärenreservate im Bundestag in Berlin an und unterstreichen die politische Wichtigkeit für ein nachhaltiges Morgen von Mensch und Natur. Um gemeinsam Zukunft zu gestalten.

Auch die Rhön ist verrückt

Die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen tragen die Initiative Verrückt auf Morgen mit und laden alle Rhönerinnen und Rhöner ein, dabei zu sein.

Neben dem deutschlandweit bekannten Moderator Willi Weitzel sitzt auch Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, in der Jury des Mitmachwettbewerbs „Verrückt auf Morgen“, der sich nicht nur an Schülerinnen und Schüler, sondern an alle engagierten jungen Menschen in der Rhön richtet. „Wir freuen uns auf frische Ideen, die wir mit den potenziellen PreisträgerInnen gemeinsam hier in der Rhön weiterentwickeln können“, sagt Ulrike Schade. 

Auftakt am Festwochenende 200 Jahre Landkreis Fulda
Bis in den November hinein wird es im Biosphärenreservat Aktionen rund um die Kampagne geben – auch bei der deutschlandweiten Roadshow ist die Biosphäre Rhön dabei. Den Anfang macht ein Auftritt auf dem Festwochenende zu 200 Jahren Landkreis Fulda vom 24. bis 26. Juni auf Schloss Fasanerie, wo es in einem großen „Biosphärencamp“ vieles zu entdecken und zu erleben gibt. Hier werden kleine und große Besucherinnen und Besucher auch „verrückt auf Morgen“ gemacht – seien Sie dabei!

]]>
news-2166 Thu, 28 Apr 2022 15:16:24 +0200 Beteiligungsprozess: Jugendliche können Naturerlebniszentrum Rhön (NEZ) mitgestalten! https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/beteiligungsprozess-jugendliche-koennen-naturerlebniszentrum-rhoen-nez-mitgestalten Ein Ort, an dem man sich gerne aufhält und der das Thema Nachhaltigkeit greifbar macht – gestaltet von Jugendlichen für Jugendliche: Das will das Naturerlebniszentrum Rhön (NEZ) in Hammelburg werden. Dafür werden zwei Workshops mit der zukünftigen Zielgruppe veranstaltet: am 20. Mai in Hammelburg mit 11- bis 15-Jährigen und am 21. Mai in Bad Kissingen mit 16- bis 21-Jährigen. Ein Standort des Naturerlebniszentrums Rhön wird das Kellereischloss in Hammelburg. Sobald die Stadtbibliothek und die Touristinformation in das neue Bürgerhaus ziehen, können die Arbeiten für das neue Bildungs- und Informationszentrum des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön beginnen.

Erste Ideen hat das Team des NEZ Rhön für die Ausstellung und Gestaltung der Räumlichkeiten natürlich schon. „Hier in Hammelburg wird der Schwerpunkt auf der sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit liegen, also bei Fragen nach dem Konsum, der globalen Gerechtigkeit. Wir haben viel Platz, deshalb denken wir auch an Aufenthaltsbereiche und einen MakerSpace, die allen offenstehen. Damit soll das NEZ ein Ort werden, den man gerne regelmäßig besucht“, erklärt Joachim Schneider, Leiter der Einrichtung.

Damit das gelingt und sich die Zielgruppe auch wirklich vom neuen Zentrum angesprochen und sich dort wohl fühlt, startet das NEZ Rhön einen Jugendbeteiligungsprozess. Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 21 Jahren aus dem Landkreis Bad Kissingen können ihre Meinungen und Wünsche zum NEZ Rhön einbringen. An zwei Workshopterminen, einmal für 11- bis 15-Jährige am 20. Mai im Pfarr-saal Hammelburg sowie am 21. Mai für 16- bis 21-Jährige im Penthouse des Jack-Steinberger-Gymnasiums Bad Kissingen, sollen, jeweils von 14 bis 17 Uhr, die Wünsche der Teilnehmenden erarbeitet werden.

Die Ergebnisse fließen direkt in die Planungen für das Naturerlebniszentrums Rhön ein. Auf dieser Grundlage erarbeitet das NEZ-Team gemeinsam mit einer Ausstellungsagentur die endgültige Gestaltung der Räumlichkeiten im Kellereischloss.

Für einen Workshop anmelden können sich interessierte Jugendliche per Mail an nez-rhoen@reg-ufr.bayern.de, telefonisch unter 0931 380 1640 oder per Nachricht an das NEZ-Rhön auf Facebook oder Instagram.

]]>
news-2167 Tue, 26 Apr 2022 15:48:00 +0200 Haus der Schwarzen Berge ab 1. Mai mit neuen Öffnungszeiten https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/neue-oeffnungszeiten-im-haus-der-schwarzen-berge Liebe Gäste, vielen Dank für Ihren Besuch im Biosphärenzentrum Rhön "Haus der Schwarzen Berge" mit Rhön Café und Rhönladen. Aus personellen Gründen gelten ab dem 1. Mai verkürzte Öffnungszeiten. Das Biosphärenzentrum hat ab dem 1. Mai wie folgt geöffnet: mittwochs, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr, samtsags, sonntags und an Feiertagen von 9.30 Uhr bis 13 Uhr.  

Außerhalb dieser Öffnungszeiten stehen Ihnen unsere Kolleginnen an den Standorten

  • Rhöninfostelle Wasserkuppe tgl. 10-16 Uhr
  • Bruder Franz Haus Kreuzberg, tgl. 10-12 & 13-18 Uhr
  • Tourist-Information Bad Neustadt, tgl. 9-17 Uhr, samstags 10-14 Uhr

für Auskünfte rund um die Biosphäre Rhön gerne zur Verfügung.

Anfragen gerne per Mail an info@rhoen.de

Wir bitten um Ihr Verständnis. Vielen Dank.

Ihr Team der Rhön GmbH

]]>
news-2163 Thu, 21 Apr 2022 08:37:00 +0200 Broschüren und Webseite: Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in Leichter Sprache https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/broschueren-und-webseite-das-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-in-leichter-sprache Die Bildungsangebote und -häuser im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön an die Anforderungen von Inklusion und Integration anpassen und ein barrierefreies Informationsangebot schaffen: Das haben sich die Verwaltungen und Vereine für die kommenden Jahre vorgenommen. Ein wichtiger Schritt war nun die Veröffentlichung von Broschüren in Leichter Sprache. Diese sind kostenfrei bei den Biosphärenreservatsverwaltungen und in den Biosphären-Infozentren erhältlich sowie zum Download auf der Homepage verfügbar, die um einen Bereich Leichte Sprache ergänzt wurde. Allgemeines zum länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat, Rotmilan, Wildkatze, Kernzonen, Orchideen, Sternenpark und alte Haustierrassen: Das sind die Themen der vorerst acht Broschüren, die langfristig durch weitere Leichte-Sprache-Veröffentlichungen – unter anderem zu Erlebnisangeboten und Ausflugszielen – ergänzt werden sollen. Zudem ist auf der Webseite ein eigener Bereich Leichte Sprache entstanden, der ebenfalls weiterwachsen wird.

„Die Schaffung von möglichst barrierearmen beziehungsweise -freien Angeboten nicht nur im Erlebnisbereich, sondern auch in der Kommunikation und Wissensvermittlung ist ein wichtiges länderübergreifendes Ziel“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats. In Zusammenarbeit mit Julia Rösch (Bayern) und Anna-Lena Bieneck (Hessen) hat sie die Erstellung der Broschüren koordiniert. Finanziert wurde das Projekt durch eine 100-Prozent-Förderung des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie (TMASGFF).

Leichte Sprache ist eine spezielle Form der einfachen deutschen Sprache und ein Instrument für Barrierefreiheit. Sie folgt speziellen Regeln – nicht nur hinsichtlich Sprache und Rechtschreibung, sondern auch bezogen auf Inhalt, Typografie und Mediengebrauch. Leichte Sprache soll Menschen mit kognitiven Einschränkungen, Lernschwierigkeiten oder schlechten Lese- oder Deutschkenntnissen das Verstehen von Informationen erleichtern.

„Übersetzerbüro“ mit Prüfgruppe

Die Informationen über das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in all seinen Facetten hatten die Projektverantwortlichen dem Wetterauer Büro für Leichte Sprache übergeben, das sieben der acht Broschüren bearbeitet hat. Die Leiterin Wera-Marianne Arndt übersetzte die Texte und gab sie anschließend in ihre Prüfergruppe: Menschen mit einer geistigen Behinderung, die in den Wetterauer Werkstätten der Behindertenhilfe Wetteraukreis in Friedberg-Ockstadt arbeiten. Sie sind also Experten in eigener Sache, die sich mit Leidenschaft für die Verbreitung der Leichten Sprache einsetzen. „Das Team prüft die Übersetzungen auf Lesbarkeit, Verständlichkeit und Eindeutigkeit“, erklärt Arndt. Knifflig wurde es zum Beispiel bei fachspezifischen Beschreibungen wie in der Orchideen-Broschüre. Das „Übersetzungsbüro“ stand für diese Fälle in engem Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen im Biosphärenreservat. Insgesamt sei die Prüfergruppe von den Natur- und Artenschutz-Themen begeistert gewesen, sagt Arndt. „Die Themen des Biosphärenreservats haben viel Potenzial, mithilfe einer barrierearmen Kommunikation durch Leichte Sprache noch mehr Menschen zu erreichen.“

Die Broschüren sind kostenfrei in den Verwaltungen des Biosphärenreservats in Bayern, Hessen und Thüringen sowie in den Biosphären-Informationszentren erhältlich.

 

 

]]>
news-2164 Wed, 20 Apr 2022 14:18:11 +0200 Neue Leitung für Bayerische Biosphärenreservatsverwaltung gesucht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/neue-leitung-fuer-bayerische-biosphaerenreservatsverwaltung-sowie-wanderwegekoordinatorin-gesucht Die Bayerische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön sucht zum 1. September 2022 eine neue Leitung. Bewerbungen sind bis 22. Mai möglich. Die Verwaltungsstelle hat ihren Sitz in Oberelsbach mit eigenem Dienstgebäude (Managementzentrum). Sie ist eine Außenstelle der Regierung von Unterfranken und dort der Bereichsleitung 5 (Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz) unmittelbar zugeordnet. Die übergeordnete Fachaufsicht liegt beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.

Die Aufgaben der Leitung der Verwaltungsstelle sind die Leitung hinsichtlich Personalführung, Ausstattung, Organisation und Budget, die Wahrnehmung der Aufgaben, die sich aus den nationalen Kriterien für die Anerkennung und Überprüfung von Biosphärenreservaten der UNESCO in Deutschland und dem Verwaltungsabkommen über die Einrichtung, Entwicklung und Verwaltung des Biosphärenreservats Rhön ergeben, sowie die Vertretung der Belange des Biosphärenreservats Rhön in bayerischen und länderübergreifenden Gremien, deren Arbeit unmittelbar oder mittelbar Auswirkungen auf die Entwicklung des Biosphärenreservats Rhön hat.

Die ausführliche Stellenausschreibung finden Sie als PDF im Downloadbereich auf dieser Seite sowie auf der Online-Bewerbungsplattform JOBquick: Aktuelle Stellenausschreibungen der Regierung von Unterfranken - Regierung von Unterfranken (bayern.de)

Eine Bewerbung ist ausschließlich über JOBquick möglich, spätestens bis 22.05.2022.

]]>
news-2131 Thu, 14 Apr 2022 14:04:00 +0200 Jede Stimme zählt: Die Rhön wieder dabei im Rennen um Deutschlands schönsten Wanderweg https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/jede-stimme-zaehlt-die-rhoen-wieder-dabei-im-rennen-um-deutschlands-schoensten-wanderweg Stimmen Sie ab für Deutschlands schönsten Wanderweg: In diesem Jahr geht auch die Rhön wieder mit ins Rennen. Die Extratour "Der Hilderser" ist im Bereich Tagestouren nominiert. Jetzt sind die Rhönerinnen und Rhöner gefragt – jede Stimme zählt. Fast 100 kurze und lange Wanderwege aus ganz Deutschland hatten sich bei der Fachzeitschrift Wandermagazin beworben, um Deutschlands Schönster Wanderweg 2022 zu werden. Nun stehen die 25 Wege fest, die es in die finale Runde geschafft haben und für die man seit dem 3. Januar online abstimmen kann.

Eingeteilt ist das Teilnehmerfeld in zehn Mehrtagestouren sowie 15 Tagestouren, die jeweils in diesen zwei Kategorien gegeneinander antreten, um möglichst viele Wählerstimmen für sich zu gewinnen.Auch die Marktgemeinde Hilders hat sich mit seinem Premiumwanderweg, der Extratour "Der Hilderser", beworben und es unter die Top 15 Tagestouren geschafft.

Hier können Sie abstimmen

]]>
news-2161 Tue, 12 Apr 2022 16:31:00 +0200 Förderung für nachhaltige Regionalentwicklung am Grünen Band: Bis 15. Mai Projektideen einreichen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/foerderung-fuer-nachhaltige-regionalentwicklung-am-gruenen-band-bis-15-mai-projektideen-einreichen Neuauflage des Förderprogramms „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung“: Das Thüringer Umweltministerium (TMUEN) stellt erneut Fördermittel für investive Projekte zur nachhaltigen Regionalentwicklung zur Verfügung. In diesem Jahr wird dabei der Schwerpunkt „Grünes Band Thüringen“ gesetzt. Gemeinden können bis zum 15. Mai ihre Projektideen einreichen. Bereits im Jahr 2021 wurden in den acht Nationalen Naturlandschaften Thüringens insgesamt 2,7 Millionen Euro für Förderprojekte bereitgestellt. Im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön wurden 29 Projekte mit insgesamt rund 650.000 Euro gefördert. Darunter zählt zum Beispiel der kürzlich eingeweihte „Stille Weg Otzbach“ der Stadt Geisa. In der neuen Förderperiode 2022 setzt das TMUEN nun einen räumlichen und fachlichen Schwerpunkt mit Bezug zum Nationalen Naturmonument „Grünes Band Thüringen“.

Mit einer Länge von 763 Kilometern hat Thüringen den größten Anteil an den 1.400 Kilometern Grünes Band Deutschland und trägt eine große Verantwortung, dieses als Mahnmal und Lebensraum zu erhalten. 113 Kilometer des Grünen Bandes verlaufen durch das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Aufgerufen sind daher die Gemeindeverwaltungen im Thüringer Teil des Biosphärenreservats, die Anteile am Grünen Band (Geltungsbereich Thüringer Grünes-Band-Gesetz (ThürGBG)) haben. Die Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön steht – wie bereits im vergangenen Jahr – in Koordination mit der Stiftung Naturschutz Thüringen und dem Gebietsbetreuer Grüne Band, Ralf Hofmann, als Ansprechpartner zur Verfügung, um Projektideen abzustimmen und die Skizzenerstellung zu begleiten.

Erinnerungskultur, Erleben, Wissensvermittlung – das Thema Grüne Band kann ganz unterschiedlich bespielt werden. Weiterhin im Fokus stehen innovative, inklusive Modellprojekte, die im Idealfall bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement einbinden. „Wir freuen uns auf viele tolle Projektideen der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats.

Projektideen und -skizzen können bis zum 15. Mai 2022 eingereicht werden: per E-Mail an projektfoerderungGB2022@tmuen.thueringen.de.

Die Projekte sind so zu konzipieren, dass ein wesentlicher Teil des Projektes bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 umgesetzt werden kann, mit Fertigstellung im Jahr 2023 (längerfristige Projekte bis 2024 als Ausnahmefälle möglich). Nach Sichtung der Projektskizzen und Auswahl durch ein Fachgremium (voraussichtlich im Juni), werden die Antragsteller gebeten, einen konkreten Projektantrag einzureichen (voraussichtlich bis Ende Juli).

Das Merkblatt für das Vorgehen sowie das Formblatt für die Projektskizze finden Sie auf dieser Seite im Downloadbereich.

Fragen zum Projekt beantwortet Nadja Thürbeck von der Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats, Tel. (0361) 57392 3334, E-Mail: nadja.thuerbeck@nnl.thueringen.de.

]]>
news-2160 Tue, 12 Apr 2022 12:40:11 +0200 Freitagsführungen in der Hessischen Rhön starten am 15. April https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/freitagsfuehrungen-in-der-hessischen-rhoen-starten-am-15-april Es geht wieder los: Im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön werden ab Karfreitag, 15. April, wieder die wöchentlichen Freitagsführungen angeboten. Ranger und Natur- und LandschaftsführerInnen nehmen Interessierte mit zu den schönsten und interessantesten Orten in der Biosphäre. Die Freitagsführungen sind kostenfrei und starten immer um 14 Uhr. Seit vielen Jahren sind die Ranger-Führungen ein beliebtes Angebot in der hessischen Rhön. Ab diesem Jahr erhalten die Ranger Unterstützung durch erfahrene Natur- und LanschaftsführerInnen. Diese sind speziell ausgebildet und kennen sich mit Flora, Fauna und der Rhöner Kulturgeschichte bestens aus. Sie bieten unterschiedliche Themenführungen an.

Los geht es am 15. April um 14 Uhr mit einer Führung am Weinberg bei Hünfeld mit Orchideen-Experte Manfred Bender. Themen sind die Landschaftspflege mit Schaf- und Ziegenbeweidung und die Geschichte des Naturschutzgebiets Weinberg. Der Weinberg ist nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet, sondern mit seinem bedeutenden Kalkmagerrasen auch ein naturschutzfachlicher Schatz mit einer außergewöhnlichen Botanik. Treffpunkt ist der Parkplatz an den Linden am Weinberg, 36088 Hünfeld. Aus Hünfeld kommend an der JVA vorbei in Richtung Molzbach fahren (auf der Molzbacher Straße), nach ca. 100 Metern beim Feldkreuz links einbiegen. Nach etwa einem Kilometer erreichen Sie den Parkplatz. Die Streckenlänge der Tour beträgt ca. 4 Kilometer, wobei 120 Höhenmeter zu überwinden sind.

Wie für alle Freitagsführungen ist eine Anmeldung erforderlich: bei der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, Telefon (0661) 6006 7800, Mail: info@br-rhoen.de.

Die weiteren Termine bis Ende Oktober finden Sie online im Veranstaltungskalender des Biosphärenreservats.

]]>
news-2159 Mon, 11 Apr 2022 14:20:20 +0200 Plakatausstellung als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine im Biosphärenzentrum „Haus der Langen Rhön“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/plakatausstellung-als-zeichen-der-solidaritaet-mit-der-ukraine-im-biosphaerenzentrum-haus-der-langen-rhoen #WeStandWithUkraine – Eine Plakataktion gegen den Krieg: Unter diesem Titel ist im Biosphärenzentrum „Haus der Langen Rhön“ in Oberelsbach bis zum 15. August 2022 eine Plakatausstellung zu sehen. Mit Blick auf die aktuelle Situation hat die Internationale Jugendbibliothek Schloss Blutenburg, München, mit einer Sammlung von Motiven ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine gesetzt – gegen Krieg, für den Frieden. Bereits seit 1998 reist die Wanderausstellung „Guten Tag, lieber Feind! Bilderbücher für Frieden und Menschlichkeit“ durch die Welt. 2015 war eine Neuauflage dieser Antikriegs-Ausstellung zu Gast auf dem International Arsenal Book Festival in Kiew. Im Jahr 2020 gastierte die Ausstellung auch im Biosphärenzentrum „Haus der Langen Rhön“ in Oberelsbach, konnte aber aufgrund der Corona-Pandemie nur kurzzeitig für den Besucherverkehr geöffnet sein.

Den Ausbruch des Kriegs hat die Internationale Jugendbibliothek zum Anlass genommen, Plakatmotive aus der Ausstellung „Guten Tag, lieber Feind“ auszuwählen und Interessenten schnell und einfach zur Verfügung zu stellen, die ihre Solidarität mit der Ukraine ausdrücken möchten. Sechs dieser Plakate sind in deutscher Sprache, sechs in ukrainischer Sprache, zudem gibt es ein zweisprachiges Informationsplakat, das über die Hintergründe dieser Ausstellung informiert. Diese Plakataktion soll ein Zeichen der Solidarität mit den Menschen in der Ukraine setzen – besonders mit den Kindern, die dem brutalen Angriff auf ihr Land ausgesetzt sind, Gewalt und Zerstörung erleben und aus ihrer Heimat fliehen, um Schutz zu finden.

Der Besuch der Ausstellung #WeStandWithUkraine ist kostenfrei, es gibt allerdings eine Spendenkasse. Das Geld kommt einem Projekt der polnischen Stiftung Fundacja Powszechnego Czytania (Stiftung Lesen für alle) zugute. Sie kauft Bücher von ukrainischen Kinderbuchverlagen, organisiert den Transport nach Polen und verteilt sie dort an aus der Ukraine geflohene Kinder und ihre Familien. Damit wird auch der ukrainische Buchmarkt unterstützt.

Die Öffnungszeiten im „Haus der Langen Rhön“ sind täglich außer dienstags (Ruhetag) von 10:00 – 12:30 und von 13:00 – 17:00 Uhr, Tel: 09774-910260. 

Ausstellung für Schulen buchen

Nach dem Ausstellungszeitraum im Biosphärenzentrum „Haus der Langen Rhön“ wandert die Ausstellung weiter an interessierte Schulen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Interessierte können sich hierfür an das „Haus der Langen Rhön“ wenden, Tel.: (09774) 910 260.

]]>
news-2158 Mon, 11 Apr 2022 13:44:46 +0200 Fortbildungskurs am NABU-Haus am Roten Moor: Ausbildung neuer Moorführerinnen und Moorführer startet im Mai https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/fortbildungskurs-am-nabu-haus-am-roten-moor-ausbildung-neuer-moorfuehrerinnen-und-moorfuehrern-startet-im-mai Das Rote Moor ist ein naturschutzfachlicher und kulturhistorischer Schatz im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön – und ein beliebtes Ausflugsziel. Einheimische und Touristen können das Moor jedes Jahr bei zahlreichen Führungen kennen lernen. Im Jahr 2022 bildet der NABU-Landesverband Hessen e. V. neue Moorführerinnen und Moorführer aus. Los geht es bereits im Mai, am 28. April sind Interessierte zu einem Infoabend geladen. Das Naturschutzgebiet „Rotes Moor“ in der Hohen Rhön bietet einen einmaligen Lebensraum für viele seltene Tiere und Pflanzen. In Hessens größtem Hochmoor kann man Torfmoose, Siebenstern, Sumpf-Blutauge, Moosbeere und Wollgras finden. Auf dem Moorsee brüten Zwergtaucher, Krickente und Teichralle. Im ausgedehnten Karpatenbirkenwald sind Fitis, Waldschnepfe und Weidenmeise zu Hause. Über den Moorlehrpfad huschen Arktische Smaragdlibelle, Kleine Moosjungfer und Teich-Mosaikjungfer. Und auch rund um das Rote Moor lässt sich die große biologische Vielfalt des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bestaunen. Um den Besucherinnen und Besuchern des Schutzgebiets und des nahe gelegenen NABU-Haus am Roten Moor die Vielfalt zu zeigen und sie für die Bewahrung der Tier- und Pflanzenwelt zu gewinnen, bildet der NABU Hessen ehrenamtliche Moorführerinnen und Moorführer aus. Sie können spannende Naturerlebnisexkursionen für Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche am Roten Moor durchführen.

An vier Wochenenden von Mai bis September lernen die Teilnehmenden des vierteiligen Lehrgangs die regionale biologische Vielfalt kennen und erwerben die nötigen Kommunikations- und Führungskompetenzen, um eigene Naturerlebnis-Veranstaltungen erfolgreich durchführen zu können. Die praxisorientierte Fortbildung findet rund um das NABU-Haus am Roten Moor statt. Die vier Lehrgangsmodule finden an den Wochenenden 21. und 22. Mai, 23. und 24. Juli, 10. und 11. September sowie 24. September statt. Alle Details erfahren Interessierte bei einem Online-Infoabend via „Zoom“ am Donnerstag, 28. April, ab 19 Uhr. Eine Anmeldung per Mail an moorfuehrer@nabu-hausamrotenmoor.de ist erforderlich.

Weitere Infos zu den Modulen, Kosten sowie das Formular zur Anmeldung zum Lehrgang finden Sie hier: www.nabuhausamrotenmoor.de/fortbildungen

]]>
news-2162 Sun, 10 Apr 2022 17:03:00 +0200 Biosphären-Infozentrum Propstei Zella ab Ostersonntag wieder geöffnet – Wanderausstellung der Thüringer Trachtenjugend https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/biosphaeren-infozentrum-propstei-zella-ab-ostersonntag-wieder-geoeffnet-wanderausstellung-der-thueringer-trachtenjugend Das Biosphären-Infozentrum Propstei Zella/Rhön öffnet nach der alljährlichen Winterpause wieder seine Pforten: Ab Ostersonntag, 17. April, lädt das Infozentrum mit neuen Öffnungszeiten und einer Wanderausstellung der Thüringer Trachtenjugend, die bis zum 10. Juni zu sehen ist. Bei einem Besuch ist auch der neu gestaltete Außenbereich des Bildungszentrums inklusive Spielplatz einen Abstecher wert! Das Biosphären-Infozentrum in der Goethestraße 1 im Dermbacher Ortsteil Zella/Rhön hat ab dem 17. April montags von 13 bis 16 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr geöffnet (auch an Feiertagen). Dienstags und mittwochs ist Ruhetag. Es gilt weiterhin eine Maskenpflicht.

Die Propstei als ehemaliges Benediktinerkloster beherbergt im Obergeschoss die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön sowie im Erd- und Untergeschoss seit 2009 eine Ausstellung zum Thüringer Teil des Biosphärenreservats mit Infos zur Flora und Fauna der Rhöner Kulturlandschaft. Außerdem gewährt die Ausstellung Einblicke in das Leben und Arbeiten der Rhöner Bevölkerung. Ab Ostersonntag bis zum 10. Juni ist im Untergeschoss (Achtung: dieses ist nicht barrierefrei) die Ausstellung „Kirchen, Kirchtürme und Kirchhöfe in Thüringen“ der Thüringer Trachtenjugend zu sehen. Diese hatte sich vor einigen Jahren auf die Suche nach wehrhaften Kirchenanlagen in der Rhön und in weiteren Teilen Thüringens gemacht.

Ein Besuch des Infozentrums lässt sich gut mit einer Entdeckungsreise durch den bald wieder bunt blühenden Klostergarten und über das neu gestaltete Außengelände des Bildungszentrums – mit Streuobstwiese, Spielplatz und Streuobstwiesen-Lehrpfad – verbinden.

]]>
news-2152 Sun, 10 Apr 2022 14:41:00 +0200 Milseburgtunnel wird geöffnet – Saisonstart am 14. April https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/milseburgtunnel-wird-geoeffnet-saisonstart-am-14-april Am Donnerstag, 14. April, um 8:00 Uhr endet die Winterpause an Hessens längstem Fahrradtunnel, die Tore des Milseburgradtunnels werden geöffnet. Dieses Jahr wird der Tunnel einen Tag früher als üblich geöffnet, da der reguläre Öffnungstag (15. April) auf Karfreitag fällt. Von November bis Mitte April ist der 1172 Meter lange Milseburgtunnel geschlossen, da dort geschützte Fledermausarten überwintern. Alle notwendigen Vorbereitungsarbeiten an der Strecke sind nun erledigt, sodass dem Start in die neue Radsaison nichts im Wege steht. 

Auch dieses Jahr stehen einige Projekte auf der Agenda. So soll beispielsweise im Laufe des Jahres eine Neugestaltung des Flyers zur Umsetzung kommen und die Thematik „Kunst am Radweg“, die voriges Jahr mit der Umgestaltung einiger Schutzhütten begonnen hat, weiter ausgearbeitet werden. Und bereits jetzt laufen Vorbereitungen auf das Jahr 2023, wenn der Milseburgradweg sein 20-jähriges Bestehen feiert.

Die Bürgermeister freuen sich auf eine erfolgreiche und sonnige Radsaison und wünschen allzeit sichere Fahrt. Zugleich ergeht ihr Appell: Der Radweg wird nicht nur von Radfahrern genutzt, sondern auch von Spaziergängern, Skatern und insbesondere Landwirten. Das Miteinander auf dem Milseburgradweg kann nur funktionieren, wenn alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen und zum Beispiel Platz machen, wenn große landwirtschaftliche Maschinen vorbeifahren müssen.

Weitere Informationen über den Milseburgradweg erhalten Sie unter: www.milseburgradweg.de

]]>
news-2154 Fri, 08 Apr 2022 10:16:24 +0200 Freiwilliges Ökologisches Jahr im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung ab 1. September 2022 https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/freiwilliges-oekologisches-jahr-im-bereich-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen Intensive Zusammenarbeit mit Kindern und Jugendlichen, Naturschutz-Experten bei der Arbeit begleiten und an frischen Ideen mitarbeiten: Die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bietet mit Einsatzstart am 1. September 2022 erstmals ein Freiwilliges Ökologisches Jahr an. Inhaltlicher Schwerpunkt des FÖJ ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Um Bewerbungen bis Ende Juni wird gebeten, Rhönerinnen und Rhöner werden bei der Auswahl bevorzugt. Das FÖJ wird vom Jugendverband der Naturfreunde Thüringen organisiert, der als Träger aktuell 90 FÖJ-Plätze in ganz Thüringen vermittelt und als Entsendeorganisation im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps tätig ist. Ab 2022 gehört auch die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mit Dienstsitz in der Propstei Zella/Rhön zunächst für drei Jahre zu den Einsatzstellen – bewerben kann man sich ab sofort.

Als Teil des Umweltbildungsteams arbeiten die Freiwilligen aktiv an der Ausgestaltung, Weiterentwicklung und Umsetzung von Bildungsmodulen in Kindergärten und Schulen und am Bildungszentrum Propstei Zella mit. Darüber hinaus erhalten sie vielfältige Einblicke in die weiteren Arbeitsbereiche und Aufgaben der Verwaltung und lernen die einzigartige Rhöner Natur kennen. Sie unterstützen zum Beispiel bei Natur- und Artenschutzmaßnahmen, bei Monitoringprojekten oder auch der Organisation von Veranstaltungen. „Wir freuen uns über frischen Wind und junge Ideen! Ziel im länderübergreifenden Biosphärenreservat ist, die Rhön als lebenswerte Region zu erhalten und zu entwickeln und insbesondere die jungen Leute für ihre Heimat zu begeistern und ihnen Anreize zu schaffen“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Biosphärenreservatverwaltung. Daher werden Bewerberinnen und Bewerber aus Rhön – bestenfalls mit Wohnsitz in Thüringen während des FÖJ – bevorzugt.

Möglichst bis Ende Juni bewerben

Das FÖJ, das in der Regel am 1. September beginnt und am 31. August des Folgejahres endet, richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 26 Jahren. Ausbildung oder Studium sind keine Voraussetzung. Gezahlt werden 300 Euro Taschen- und Verpflegungsgeld. Ausführliche Infos zum FÖJ finden Interessierte unter

.naturfreundejugend-thueringen.de

. Bewerbungen werden ausschließlich an die Naturfreundejugend gerichtet, den Bewerbungsbogen und die Kontaktdaten findet man auf Webseite. Zur bestmöglichen Planung des erstens Einsatzjahres 2022 bis 2023 bittet die Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung um Bewerbung bis spätestens 30. Juni. Inhaltliche Detailfragen zum FÖJ am Einsatzort Biosphärenreservat Rhön beantwortet Verwaltungsstellenleiterin Ulrike Schade unter Tel. (0361) 57392 3331, E-Mail: poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de.]]>
news-2043 Wed, 06 Apr 2022 10:38:00 +0200 Unterstützung eines UNESCO-Biosphärenreservats in Peru: Jetzt kurzfristig bewerben für den Freiwilligendienst „weltwärts“! https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/unterstuetzung-eines-unesco-biosphaerenreservats-in-peru-jetzt-kurzfristig-bewerben-fuer-den-freiwilli Junge Menschen zwischen 18 und 28 Jahren können sich für den Freiwilligendienst „weltwärts“ anmelden, der im BIOAY, dem neuen Partner-Biosphärenreservat des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Peru, geleistet werden kann. Bereits im vergangenen Jahr sind Rhönerinnen ins BIOAY gereist – auch im August 2022 ist das wieder an mehreren Einsatzstellen möglich. Kurzentschlossene können sich noch bis zum 15. Mai für den einjährigen Aus-landsaufenthalt bewerben. Aus dem Alltagstrott aussteigen, sich neu orientieren und seine Grenzen kennenlernen, Gutes tun und dabei in eine andere Kultur eintauchen: Das ermöglicht der Freiwilligendienst „weltwärts“ des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ). Es gibt mehrere Einsatzstellen im Partnerreservat des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Peru mit dem Namen Oxapampa-Ashaninka-Yanesha (BIOAY). Der Name steht für die Region Oxapampa sowie für die dort lebenden indigenen Völker Ashaninka und Yanesha. Auch Nachfahren von ehemaligen AuswandererInnen aus dem deutschsprachigen Raum sind dort heimisch. Zwischen den Partnerreservaten liegen mehr als 10.000 Kilometer Entfernung; Land und Leute, Flora und Fauna sind ganz unterschiedlich geprägt. Gemein ist den beiden Gebieten ihr Modellcharakter: Das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur wird im BIOAY ebenso bespielhaft umgesetzt wie in der Rhön.

Jungen Leuten zwischen 18 und 28 Jahren bietet sich durch „weltwärts“ die Möglichkeit, ganz praktisch mit anzupacken. Für Kurzentschlossene sind bis zum 15. Mai noch Bewerbungen für ein Auslandsjahr mit Beginn August 2022 möglich. Auch für 2023 kann man sich schon jetzt bewerben. Die folgenden Freiwilligenplätze stehen zur Verfügung:

Einsatzstelle 1 (direkt in der Biosphärenreservatsverwaltung BIOAY): Umweltbildung im BIOAY. Infos zu Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Interessierte unter: https://www.weltwaerts.de/de/ep-detail.html?id=219714

Einsatzstelle 2 (Gemeinde im Biosphärenreservat): Dorfentwicklung und Englischunterricht für Schüler und Schülerinnen der Sekundarstufe in Tingo Mal Paso, Pozuzo. Infos zu Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Interessierte unter:
https://www.weltwaerts.de/de/ep-detail.html?id=218463

Einsatzstelle 3: Aufbau eines Biozertifizierungssystems und von Ökotourismus. Infos zu Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Interessierte unter:
https://www.weltwaerts.de/de/ep-detail.html?id=219538
Einsatzstelle 4: Englischunterricht und Umweltbildung für Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule in Pozuzo. Infos zu Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Interessierte unter: https://www.weltwaerts.de/de/ep-detail.html?id=207342

Einsatzstelle 5: Förderung von ökologischem und nachhaltigem Tourismus. Infos zu Voraussetzungen und zur Bewerbung finden Interessierte unter:
https://www.weltwaerts.de/de/ep-detail.html?id=216082

Wichtig für die Bewerbung: Bewerberinnen und Bewerber, die ihren Wohnsitz in den Rhönlandkreisen Bad Hersfeld, Fulda, Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis, Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen haben, werden bei gleicher Eignung gegenüber anderen bevorzugt. Hierfür ist es erforderlich, dies bei der Bewerbung anzugeben und zudem zusätzlich mit der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön Kontakt aufzunehmen: Dr. Doris Pokorny, Telefon (0931) 380 1660, E-Mail: doris.pokorny@reg-ufr.bayern.de.

 

Folgende neue Freiwilligenplätze werden voraussichtlich hinzukommen

1. Mitarbeit in der Kaffee-Anbau-Kooperative CEPRO Yanesha

2. Mitwirkung beim Englischunterricht und Umweltbildung in der Yanesha-Gemeinde Tachopen

3. Mitarbeit in den Stationen des Nationalparks Yanachaga Chemillen, Unterstützung der Ranger und Erteilung von Englischunterricht.

]]>
news-2153 Wed, 06 Apr 2022 09:35:00 +0200 Den Zauber der Stille neuentdecken – "Stiller Weg" zwischen Otzbach und Bremen eingeweiht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/unterstuetzung-eines-unesco-biosphaerenreservats-in-peru-jetzt-kurzfristig-bewerben-fuer-den-freiwilli-1 Der Pilgerweg „Jakobusweg“ sowie der Wanderweg „Eisenacher Haus“ verlaufen direkt entlang der Geisaer Ortsteile Otzbach und Bremen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. An sechs Stationen wurden die bisherigen Angebote zu einem Weg der Stille angepasst. Besucher*innen können in der Natur geistige, körperliche und seelische Balance erfahren. Dies gelingt durch Relaxliegen, aber auch spezielle Führungsangebote und Infotafeln. Auch die sogenannte „Wunschglocke“ und ein historischer Vierzehnheiligen-Bildstock sind Teil des "Stillen Weges". Zur Einweihung des neu errichteten „Stillen Weges“ zwischen Otzbach und Bremen hatten die Stadt Geisa sowie der Ortsbeirat von Otzbach am vergangenen Wochenende eingeladen.

Bei winterlichem Sonnenwetter starteten die Wanderer vormittags an der Kirche in Bremen. Vorbei ging es am Vierzehnheiligen-Bildstock mit zwei neu aufgestellten Tafeln mit Informationen über die 14 Nothelfer sowie über ein am Weg entlang gelegenes Landwehr. Die nächsten Stationen waren der neu angelegte Meditationsplatz und die bereits vorhandene „Wunschglocke“ mit Jakobusfigur. Ziel der Wanderung war dann der von der Metallbaufirma Nensel neu errichtete Gebetsmühlenkreuzweg. Dieser besteht aus zwei Rollen, die die vierzehn Stationen des Leidensweges Jesu darstellen und ist nach tibetianischen Vorbild konstruiert.

Schon von weitem wurden die Wanderer mit einem musikalischen Ständchen der Alphornbläsergruppe „Siebenschläfer“ aus Geisa begrüßt. Rudi Nensel aus Otzbach, der während der Wanderung bereits geweihte Jakobus-Muscheln verteilt hatte, hieß an dieser Station des Weges alle Gäste ganz herzlich willkommen und begrüßte besonders Landrat Reinhard Krebs und Bertram Vogel von der Rhön GmbH.

Stadtpfarrer Martin Lerg hielt vor Ort eine kleine Kreuzwegandacht und stellte die einzelnen vierzehn Stationen vor. Mit der Einweihung des Kreuzweges wurde dann auch offiziell der neue Wanderweg, der entlang des Jakobusweges und des Eisenacher Hausweges führt, eröffnet. Musikalisch wurde die Einweihung vom Bremer Kirchenchor begleitet.

„Das winterliche Wetter passt sehr gut zur Eröffnung unseres neuen Stillen Weges“, stellte Bürgermeisterin Manuela Henkel fest. Mit dem Schnee käme die Welt immer ein bisschen zur Ruhe und es würde stiller und genau diese Dinge könnten die Menschen auch auf einer Wanderung entlang des Weges erleben. „Wir haben vor Corona oft im Außen, im Mehr, im Materiellen und im Globalen gelebt“ so Manuela Henkel. „Sehen wir diese Krise als Chance, damit wir wieder mehr ins Innere und in die Einfachheit kommen und unsere Region wieder neu entdecken“. Sie wünschte allen, die den Stillen Weg künftig gehen werden, schöne Momente in der außergewöhnlichen Natur der Rhön sowie die Möglichkeit, die Faszination und den Zauber der Stille für sich wieder zu entdecken.

Die Bürgermeisterin bedankte sich vor allen Dingen bei Rudi Nensel für die Ideengebung zur Erweiterung des Weges sowie beim Thüringer Umweltministerium (TMUEN) für die finanzielle Unterstützung und bei der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön für die Projektbegleitung.

Die Gesamtkosten beliefen sich auf 12.300 €, wovon 90 % über ein Förderprogramm des TMUEN zur nachhaltigen Regionalentwicklung im Biosphärenreservat abgedeckt wurden. Weiterhin dankte die Bürgermeisterin allen Stadträten, den Ortsbeiräten, Ortsteilbürgermeisterin Franziska Göb, allen beteiligten Ehrenamtlichen und Firmen, Sylvia Grasreiner für die Projektbegleitung, Ilona Hillert und Wolf Henning-Schorn für die sprachliche Umsetzung der Meditation, dem Rhönforum und der Rhön GmbH sowie den Stadtmitarbeiterinnen Eva Pagel und Carmen Henkel für die gute gemeinsame Zusammenarbeit und Unterstützung.

Landrat Reinhard Krebs freute sich wieder in der Rhön zu sein, um nach der langen Zeit die Gemeinschaft mit den Menschen vor Ort erleben zu können. „Das ist genau das, was wir jetzt brauchen“. Rudi Nensel bedankte sich bei allen Beteiligten und lud im Anschluss in die Festhalle Nensel zum gemeinsamen Mittagessen ein. Dort begrüßte er Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung, der er noch einmal ausdrücklich für die Unterstützung dankte. „Ich freue mich, dass mit Mitteln des Nachhaltigkeitsbudgets ein Projekt zur Förderung der regionalen Identität geschaffen werden konnte“, sagte Ulrike Schade. „Auf dem Stillen Weg verbinden sich Entspannung, Religion und Naturerlebnis. Wir hoffen, dass dieses ganz besondere Angebot nicht nur von Touristen, sondern vor allem den Rhönerinnen und Rhönern gut angenommen wird.“

Für Kaffee und leckeren hausgemachten Kuchen hatten die Otzbacher, Geblarer, Bremer und die Geisaer Frauen gesorgt. Musikalisch spielten die Kettener Blasmusikanten auf. Ebenso konnten die Gäste eine kleine Ausstellung landwirtschaftlicher Geräte besichtigen und am Nachmittag eine Wanderung mit Rudi Nensel zum Arzberg mit spannenden Informationen zur Blauen Scilla erleben.

]]>
news-2151 Mon, 04 Apr 2022 12:17:54 +0200 Umweltbildungsstätte Oberelsbach und Haus der Langen Rhön behalten Qualitätssiegel „Umweltbildung.Bayern“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/umweltbildungsstaette-oberelsbach-und-haus-der-langen-rhoen-behalten-qualitaetssiegel-umweltbildungbayern Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Umweltbildung bilden eine der zentralen Aufgaben im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Wie wertvoll die geleistete Arbeit der Umweltbildungsteams in diesem Bereich ist, beweist die erneute Auszeichnung mit dem Qualitätssiegel „Umweltbildung.Bayern“. Die Umweltbildungsstätte Oberelsbach und das Biosphärenzentrum Rhön „Haus der Langen Rhön“ dürfen das Siegel nach erfolgreicher Rezertifizierung für drei weitere Jahre tragen. Das Qualitätssiegel „Umweltbildung.Bayern“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz wird an gemeinnützige Einrichtungen, Selbstständige und Netzwerke verliehen. Seit 2006 sind 149 Partnerinnen und Partner ausgezeichnet worden, die jedes Jahr insgesamt mehr als 32.000 Veranstaltungen mit über 890.000 Teilnehmenden durchführen und so die Bildung für nachhaltige Entwicklung in Bayern aktiv mitgestalten.

All das deckt auch die Umweltbildungsstätte Oberelsbach ab. Die 2012 im Verbund „Rhöniversum“ eröffnete Einrichtung sensibilisiert als Schullandheim und Seminarhaus Schülerinnen und Schüler, Studierende, aber auch Erwachsene mit einem umfangreichen Programm für die (Um-)Welt am Beispiel des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Hierfür arbeitet das Umweltbildungsteam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus der Region zusammen – darunter ErlebnisbäuerInnen, regionale Brauereien und Zertifizierte Natur- und LandschaftsführerInnen. Bereits seit 2014 trägt die Umweltbildungsstätte – neben weiteren Auszeichnungen im Bereich BNE bzw. Umweltbildung – das Qualitätssiegel „Umweltbildung.Bayern“. Als „gelungene Ergänzung des hervorragenden Programms“ lobt das Ministerium diesmal den Podcast „Ein Kosmos voller Leben“, den die Umweltbildungsstätte Anfang 2021 gestartet hat. Den Podcast findet man bei allen bekannten Streamingdiensten und auf der Homepage der Umweltbildungsstätte.

Lob für Projekt Biosphären-Schulen und -Kitas

Nur wenige Meter weiter betreuen Kolleginnen und Kolleginnen des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V. das Biosphärenzentrum Rhön „Haus der Langen Rhön“ – inklusive Verkaufsbereich mit regionalen Produkten der Dachmarke Rhön. Eine interaktive Ausstellung über das Biosphärenreservat erläutert die Entwicklung der Landschaft und stellt verschiedene Projekte zur nachhaltigen Entwicklung vor, hinzu kommen verschiedene Wechselausstellungen. Das Biosphärenzentrum, das das Siegel erstmals im Jahr 2006 erhielt, stellt zudem jedes Jahr ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm zusammen. Besonders eng arbeitet das Umweltbildungsteam seit mehr als 20 Jahren mit den Schulen und Kindergärten im Landkreis Rhön-Grabfeld zusammen. Die Kinder und Jugendlichen werden mit aktiven Angeboten an die Themen Umwelt und Natur, aber auch Konsum, Ernährung, Biodiversität und Lebensstil herangeführt.

Seit 2019 begleitet das Team zudem im bayerischen Teil des Biosphärenreservats die Etablierung von Biosphären-Schulen und Biosphären-Kitas. Diese sind Teil eines stetig wachsenden bundesweiten Netzwerks von Bildungseinrichtungen, die eng mit einem Großschutzgebiet zusammenarbeiten. Im länderübergreifenden Biosphärenreservat sind bisher 45 Kitas und Schulen ein Teil des Netzwerks. Die verbindlichen Mindeststandards dieser Kooperationen wurden in Workshops mit AkteurInnen der Großschutzgebiete und VertreterInnen von Kitas und Schulen in Oberelsbach erarbeitet. Für die Rezertifizierung mit dem Siegel „Umweltbildung.Bayern“ hebt das Ministerium dieses Projekt besonders hervor.

]]>
Wissen
news-2150 Wed, 30 Mar 2022 11:41:00 +0200 Beeindruckende Phonolitfelsen werden wieder sichtbar – Baumfällarbeiten an der Steinwand https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/beeindruckende-phonolitfelsen-werden-wieder-sichtbar-baumfaellarbeiten-an-der-steinwand An der Steinwand, der wohl bekanntesten Felswand im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, sind in dieser Woche umfangreiche Baumfällarbeiten gestartet. Die zum Großteil durch Trockenheit und Borkenkäferbefall stark geschädigten Fichten werden nun entfernt – die beliebte Kletterwand wird somit freigestellt und bald auch von Weitem wieder sichtbar sein. Die Steinwand selbst und die Wanderwege sind wegen der Arbeiten für einige Tage gesperrt. Darauf weisen die Eigentümer, HessenForst und der Naturpark Hessische Rhön hin. Die Arbeiten in dem Privatwald erfolgen in Abstimmung mit HessenForst, der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Fulda und dem Sachgebiet Naturschutz bei der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats. Entfernt werden größtenteils Fichten, vitale Laubbäume bleiben erhalten.

Die Arbeiten werden – auch abhängig von der Wetterlage – voraussichtlich eine Woche dauern. Auf der Homepage des UNESCO-Biosphärenreservats wird bekanntgegeben, wenn die Sperrung aufgehoben ist. 

]]>
news-1234 Fri, 25 Mar 2022 10:15:00 +0100 Naturlehrpfad Schwarzes Moor wieder geöffnet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/naturlehrpfad-schwarzes-moor-wieder-geoeffnet Der Lehrpfad Schwarzes Moor und der dortige Aussichtsturm bei Fladungen, Landkreis Rhön-Grabfeld, ist nach der Sperrung während der Wintermonate derzeit wieder geöffnet. Vorsorglich folgender Hinweis: sollte ein Wetterumschwung stattfinden, könnte es sein, dass der Lehrpfad Schwarzes Moor aus Sicherheitsgründen wieder gesperrt werden muss. Auf der Homepage des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bleiben Sie informiert.

]]>
Moore und Sümpfe Wissen Natur Schätze in der Rhön
news-2149 Thu, 24 Mar 2022 09:26:42 +0100 Abrissarbeiten an der Milseburghütte – Wanderwege für einige Wochen umgeleitet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/abrissarbeiten-an-der-milseburghuette-wanderwege-fuer-einige-wochen-umgeleitet Wegen der Abrissarbeiten an der Milseburghütte, die in den vergangenen Tagen begonnen haben, müssen die Wanderwege im Bereich der Milseburg in den kommenden Wochen zum Teil umgeleitet werden. Der Gipfel des markanten Bergs, der zu den beliebtesten Ausflugszielen im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön gehört, ist aber weiterhin erreichbar. Darauf weist der Naturpark Hessische Rhön hin, der die Wegesperrungen in Absprache mit der Gemeinde Hofbieber eingerichtet hat. Betroffen sind folgende Wanderwege: HOCHRHÖNER, Milseburgweg (HWO 3), Extratour Milseburg, Rhönklub-Wanderweg Hünfeld-Milseburg, Hessenweg 3, Europäischer Fernwanderweg E6 und Rhön-Rundweg 1.

Starten kann man wie gewohnt an den umliegenden, geöffneten Wanderparkplätzen, der Gipfel mit Kreuzigungsgruppe ist für Wanderinnen und Wanderer über entsprechende markierte Umleitungen erreichbar. Diese sind auch an den Parkplätzen ausgeschildert.

Die Sperrung wird voraussichtlich sechs Wochen dauern – abhängig vom Verlauf der Abrissarbeiten.

]]>
news-2148 Tue, 15 Mar 2022 13:04:00 +0100 Nachruf Karl-Friedrich Grob https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/nachruf-karl-friedrich-grob Am 17. Januar 2022 verstarb überraschend unser ehemaliger Kollege Karl-Friedrich Grob. Mit seiner Arbeit und viel Leidenschaft prägte er 25 Jahre maßgeblich das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und das Team der Thüringer Verwaltung. Mit diesem Nachruf - geschrieben vom ehemaligen Dienststellenleiter der Thüringer Verwaltung und langjährigen Wegbegleiter Karl-Friedrich Abe - nehmen wir in tiefer Betroffenheit Abschied. Karl-Friedrich Grob wurde am 12. Januar 1950 als Sohn des Sattlermeisters Willy Grob und dessen Ehefrau Elly geboren. Nach der 8. Klasse der Polytechnischen Oberschule Kaltennordheim besuchte Karl-Friedrich die Erweiterte Oberschule in Bad Liebenstein und verblieb an den Schultagen im dortigen Internat, was die späteren Schulfreundschaften begründete. Seine Freundeskreise aus der Abiturzeit in Bad Liebenstein und später aus der Studienzeit waren für ihn sehr wichtig. Sie begleiteten ihn sein ganzes Leben lang. Sein Wunsch, ja seine Berufung war das Studium der Forstwirtschaft an der Technischen Universität Dresden in Tharandt. Hohe Lernbereitschaft, schnelle Auffassungsgabe und Freundlichkeit zeichneten ihn aus.

Karl-Friedrich war ein ruhiger, besonnener und zurückhaltender Mensch, der viele Begabungen besaß. Er war ein begnadeter Zeichner und gerade diese Fähigkeit wurde ihm zum Verhängnis: Für die Bergfestzeitung seiner Seminargruppe steuerte er Zeichnungen bei, die nicht dem Geiste der damals herrschenden Ideologie entsprachen. Die Folge war eine angeordnete Unterbrechung des Studiums und die „Bewährung in der Produktion für ein Jahr“ in der Lausitz, die Karl-Friedrich später oft als „Verbannung“ bezeichnete. Dieser Bruch in seiner Vita bestimmte seine weitere berufliche Entwicklung in der DDR beim Staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb bis 1989: Anstatt seine Fähigkeiten und seine große Liebe zur Natur in einem eigenen Revier umsetzen zu können, musste er sich mit Aufgaben der Planung und Materialbeschaffung befassen.

Am 1. September 1990 begann der Arbeitsstab des jungen Biosphärenreservats Rhön (Thüringer Teil) seine Arbeit in Kaltensundheim. Karl-Friedrich Grob nutzte diese Chance und war ab 1. Oktober einer der beiden ersten Angestellten dort. Sein Wissen und sein Können unterstützten die Arbeit des Stabes in bester Weise. Sein enormes Allgemeinwissen und seine Kenntnisse in Geschichte, Natur, Biologie und Geografie waren eine feste Größe im Arbeitsalltag und von vielen Mitarbeiter:innen geschätzt. Zu seinen umfangreichen Arbeitsgebieten im Aufbaustab, der späteren Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, gehörten u.a. die Landschaftsplanung und Regionalentwicklung, der Arten- und Biotopschutz, die Öffentlichkeitsarbeit und die Umweltbildung. Hier blühte unser Kollege auf. Er konnte kreativ arbeiten und einen Beitrag zur Regionalentwicklung seiner Heimat leisten. Unzählige Stellungnahmen zu Bauvorhaben hat er bearbeitet - und sich damit nicht nur Freunde gemacht. Für Karl-Friedrich Grob stand aber stets die umsichtige, verantwortungsvolle und nachhaltige Nutzung der Natur im Vordergrund. Auch die Bildungsarbeit mit Kindern zu Themen des Waldes gestaltete er mit viel Geschick und Freude.

Karl-Friedrich Grob hatte viele Talente. Eine seiner Begabungen war das Zeichnen. So entwickelte er unter anderem das Logo für den Landschaftspflegeverband Biosphärenreservat Thüringische Rhön e. V. und gestaltete ein Kinder-Malheft mit seinen Skizzen. Eine weitere Begabung war seine Fähigkeit, Gedichte zu Geburtstagen oder anderen festlichen Anlässen zu verfassen. Viele Mitarbeiter:innen wünschten sich von ihm Gereimtes und waren stolz auf die einmaligen Grob‘schen Verse. Karl-Friedrich war auch ein großer Freund der Chormusik. Er sang erfolgreich im örtlichen Chor, im renommierten Motetten-Chor von Bad Salzungen, und auch im Kirchenchor von Kaltennordheim war seine Stimme gefragt. Das Singen war für ihn ein Ausgleich zur täglichen Arbeit und bereitete ihm viel Freude.

Von 2011 bis 2015 nutzte Karl-Friedrich Grob die Möglichkeit der Inanspruchnahme der Altersteilzeitregelung in der Thüringer Verwaltung, um danach in den vorgezogenen Ruhestand einzutreten. Leider konnte er diese Zeit nicht zusammen mit seiner Frau Ingeburg genießen. Sie verstarb noch vor seinem Ruhestand und ihr Tod nahm Karl-Friedrich einen großen Teil seines Lebensmutes. Auch sein Gesundheitszustand verschlechterte sich nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben sehr. Wöchentlich musste er verschiedenste ärztliche Hilfen in Anspruch nehmen, bis er nur wenige Tage nach seinem 72. Geburtstag am 17. Januar 2022 in seiner Heimatstadt Kaltennordheim plötzlich verstarb.

Alle seine (ehemaligen) Kolleginnen und Kollegen trauern um Karl-Friedrich Grob. Wir haben einen fröhlichen, klugen und verantwortungsvollen Menschen aus unserer Mitte verloren. Es bleibt die Erinnerung an ihn und das Glück, ihn gekannt und mit ihm zusammengearbeitet zu haben.

 

]]>
Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön
news-2145 Mon, 14 Mar 2022 10:05:08 +0100 Stiftung Naturschutz Thüringen mit Qualitätssiegel „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/stiftung-naturschutz-thueringen-mit-qualitaetssiegel-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-ausgezeichnet Gemeinsam mit vier weiteren Bildungsträgern hat die Stiftung Naturschutz Thüringen das Thüringer Qualitätssiegel „Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) erhalten. Das Zertifikat wird bereits im vierten Jahr an Anbieter und Organisationen mit richtungsweisenden ökologischen und sozialen Schwerpunkten im Bildungsbereich vergeben. „Mit dem Qualitätssiegel zeichnen wir besonders engagierte Organisationen aus, die sich für Umwelt-, Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt stark machen. Dazu gehören geführte Wanderungen am Grünen Band zur Natur und Geschichte des ehemaligen Todesstreifens, Erlebnis- und Entdeckungstouren durch Thüringens Wälder oder informative Klimafrühstücke. Ich freue mich, dass wir auch in diesem Jahr neue Bildungseinrichtungen für ihre qualitativ so hochwertige Arbeit auszeichnen können", sagte die Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund.

Die Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT) fördert Ideen für den Naturschutz in Thüringen und setzt selbst Projekte um, u.a. zur Sicherung, Wiederherstellung und Entwicklung von Biotopen, Maßnahmen zur Umweltbildung und Forschung. Die Stiftung sieht sich als Vermittlerin u.a. in den Bereichen Artenschutz, Biodiversität und Biotopverbund. In der Ausstellung zum Grünen Band in der Geschäftsstelle in Erfurt können sich Besucherinnen und Besucher über das Grüne Band informieren. Die SNT führt im Rahmen ihrer Umweltbildung regelmäßig Führungen in Projektgebieten durch, u.a. durch Gebietsbetreuerinnen und Gebietsbetreuer am Grünen Band. Auch für den Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ist ein Gebietsbetreuuer zuständig. 

Neben der Stiftung wurden zudem der Naturpark Eichsfeld-Hainich-Werratal, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Landesverband Thüringen e.V., Eine Welt Netzwerk Thüringen e.V. (EWNT) sowie der Kulturrat Thüringen e.V. ausgezeichnet.

BNE als Grundlage der Umsetzung der Agenda 2030

Insgesamt gibt es nun 19 Träger des Qualitätssiegels. Alle Siegelträger haben noch bis zum 31.03.2022 die Möglichkeit, Anträge auf Förderung für Bildungsveranstaltungen im Schuljahr 2022/23 zu stellen. Bis zu 25.000 € können von jedem Siegelträger pro Schuljahr für die Durchführung von unterrichtsbegleitenden und unterrichtsergänzenden Bildungsangeboten in Anspruch genommen werden.

Für das Thüringer Qualitätssiegel können sich alle Thüringer Bildungsanbieter und Organisationen mit eigenem Bildungsbereich bewerben, die ihre Bildungsarbeit im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) gestalten. Die Erstzertifizierung ist für drei Jahre gültig, Folgezertifizierungen haben eine Gültigkeit von fünf Jahren. Diese haben aktuell fünf Bildungsträger erhalten (Heimatbund Thüringen e.V., UNESCO Biosphärenreservat Thüringer Wald, Iberoamerica e.V., Sinnfonia und NaturErlebnisGarten Fuchsfarm Erfurt e.V.).

Das Interesse am Thüringer Qualitätssiegel ist weiterhin hoch, für das kommende Jahr haben erneut mehrere Bildungsträger einen Antrag gestellt. Das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen (NHZ) koordiniert die Zertifizierung zum „Thüringer Qualitätssiegel BNE" und wird dabei unterstützt durch einen Fachbeirat sowie begleitet durch das Thüringer Umweltministerium und das Bildungsministerium. Die Zertifizierung erfolgt anhand eines festen Kriterienkatalogs sowie eines Vor-Ort-Besuchs. Das NHZ wird gefördert aus Mitteln des Landes Thüringen. Annett Landmann vom NHZ: „Die Thüringer Bildungslandschaft ist so vielgestaltig wie die Thüringer Natur- und Kulturlandschaft selbst. Gerade für BNE als Grundlage der Umsetzung der Agenda 2030 und der damit verbundenen nachhaltigen Entwicklungsziele ist diese Mannigfaltigkeit ein besonderer Gewinn und sehr wertzuschätzen.“

]]>
news-2144 Tue, 08 Mar 2022 09:08:04 +0100 Schutz für bedrohten Bodenbrüter und rasanten Akrobaten: Wachtelkönig und Mauersegler wird in der Rhön geholfen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/schutz-fuer-bedrohten-bodenbrueter-und-rasanten-akrobaten-wachtelkoenig-und-mauersegler-wird-in-der-rhoen-geholfen Der eine lebt gut versteckt in den Wiesen der Rhön, der andere ist an lauen Sommerabenden vor allem im Stadtgebiet nicht zu überhören: Wachtelkönig (Crex crex) und Mauersegler (Apus apus) sind zwei der Arten, die in den vergangenen Jahren im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders im Fokus standen. Warum und mit welchem Erfolg, erklärten die Verantwortlichen bei einem Vortrag der Reihe „In der Rhön, für die Rhön“. Das Interesse war groß: 120 Teilnehmende verfolgten die Vorträge online. Mit der Auszeichnung der Rhön als UNESCO-Biosphärenreservat ist eine besondere Verantwortung für zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten verbunden – auch für die Vogelwelt. Eine Grundlage ist das europaweite Schutzgebietsnetz Natura 2000 und die damit verbundene Ausweisung von Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH) und Vogelschutzgebieten (VSG). An dem Vortragsabend stand das VSG Hessische Rhön im Landkreis Fulda im Fokus. Besonders stark bedroht sind die Bodenbrüter im Offenland – unter anderem der Wachtelkönig, für dessen Erhalt die Rhön eine bedeutende Region ist. Das hatte zuletzt ein Monitoring im Jahr 2021 gezeigt: Allein auf hessischer Seite wurden 20 Reviere gezählt – das entspricht zwei Dritteln aller Reviere in Hessen. „Nimmt man Thüringen und die Lange Rhön in Bayern dazu – hier ist der Wachtelkönig noch weiter verbreitet –, ergibt sich für die gesamte Rhön eine bundesweite Bedeutung“, betonte Stefan Stübing vom Büro für faunistische Fachfragen.

„Der Wachtelkönig ist ein Extrembeispiel, das zeigt, wie viel Aufwand manchmal nötig ist, um eine Art zu erhalten“, sagte Stübing. Spezialisiert ist der Bodenbrüter auf offene Grünlandtypen. Das Biosphärenreservat mit magerem Berggrünland und Borstgrasrasen biete da beste Voraussetzungen. Allerdings waren im Jahr 2017 in ganz Hessen nur noch drei Rufer gezählt worden. Zu schaffen macht dem Vogel der gravierende Lebensraumverlust, bedingt durch Trockenlegung, Nährstoffeintrag, aber auch Tötung bei der Mahd. „Ohne eine Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft ist der Wachtelkönig also nicht zu retten“, betonte Stübing. Deshalb unternimmt der Landkreis Fulda auf Grundlage eines Artenhilfskonzepts besondere Anstrengungen zum Schutz des Bodenbrüters. Ab Anfang Juni bis Mitte Juli werden zunächst die rufenden Wachtelkönige erfasst. Wenn Brutstandorte und -status möglichst genau feststehen, wird der wahrscheinliche Brutbereich eingegrenzt. Dann kommt der Fachdienst Natur und Landschaft ins Spiel: Er nimmt Kontakt zu den Flächenbewirtschaftern auf, um eventuell Verschiebungen der Mahd- oder Beweidungstermine auszumachen. Da sich der Wachtelkönig bei der Jungenaufzucht Zeit lässt oder auch ein zweites Mal brütet, kann die Bewirtschaftung manchmal erst Ende September wiederaufgenommen werden. Für Ertragsverluste erhalten die Landwirtinnen und Landwirte Ausgleichszahlungen aus Naturschutzmitteln. Zu den Maßnahmen gehören auch das Stehenlassen von Schonflächen und die Teilnutzung von Schlägen.

Seit dem Jahr 2018 hat der Landkreis Fulda bisher mit 32 Landwirtinnen und Landwirten im Schutz für den Wachtelkönig zusammengearbeitet. 2021 konnten 18 der 20 Reviere geschützt werden. Bei einer Kartierung von Bruterfolgen im Herbst zeigte sich dann anhand des Nachweises von flüggen Jungvögeln: Die Maßnahmen haben gefruchtet.

Erste großflächige Mauersegler-Erfassung im ländlichen Raum

Der zweite Vortrag widmete sich einem Flugakrobaten, der zwar nicht als gefährdet gilt, dessen Lebensräume aber nach und nach schwinden. Der Mauersegler läutet hierzulande den Sommer ein. Die schrillen Rufe sind vor allem in den Abendstunden zu hören, wenn sie um die Häuser „segeln“. Da Städte das Hauptverbreitungsgebiet darstellen, konzentrieren sich bisherige Studien vor allem auf Stadtgebiete. Wie es im ländlichen Raum des Landkreises Fulda um den Mauersegler bestellt ist, hatte Marlene Klisa im Rahmen ihrer Masterarbeit im Jahr 2020 untersucht – unterstützt von rund 20 Ehrenamtlichen.

So konnten 198 von 294 Ortslagen erfasst werden. Ergebnis: In 82 Dörfern, verteilt über den gesamten Landkreis, wurden Mauersegler gesichtet, in 42 davon wurden insgesamt 146 Brutplätze nachgewiesen. Je größer das Dorf, desto wahrscheinlicher auch die Anwesenheit von Mauerseglern. Die Umgebung der Ortslagen, also ob sich in der direkten Nähe Wald, Wiese und Weidefläche oder Ackerland befindet, schien nicht ausschlaggebend zu sein. „Das könnte daran liegen, dass Mauersegler sehr mobil sind. Ihre Streifzüge bringen sie auf Nahrungssuche sieben bis acht Kilometer, bei schlechtem Wetter auch mal bis zu 50 Kilometer weit“, erklärte Klisa. Als dritte Variable hatte sie die Gebäude- und Fassadenarten der Brutplatz-Standorte genauer untersucht. Neben dem schwindenden Nahrungsangebot durch das Insektensterben stellen Sanierungsarbeiten an Gebäuden sowie Neubauten eine der größten Gefahren dar. Denn: Der Felsenbrüter braucht Dächer und winzige Gebäudenischen und -löcher für den Nestbau. In ihrer Untersuchung stellte Klisa fest, dass Kirchen im Vergleich zu anderen Gebäudetypen signifikant bevorzugt werden. Und: Wenn Nistkästen vorhanden waren, wurden diese auch gern angenommen. „In einigen Dörfern haben wir zwar Mauersegler gesichtet, aber keine Brutplätze festgestellt. Hier kann man also die Population ganz einfach stärken, indem man mit Nistkästen nachhilft.“

Nächster Termin am 24. März – Thema Umweltkommunikation

Die Vortragsreihe wird von der Bayerischen Verwaltung des Biosphärenreservats organisiert. Beim nächsten Termin der Reihe „In der Rhön, für die Rhön“ am Donnerstag, 24. März, 19.30 bis 21 Uhr, geht es um das Thema Umweltkommunikation. Die beiden Psychologinnen Luisa von Seggern (Psychologists for Future) und Katharina Thümer (Bayerische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön) stellen Forschungsergebnisse und Modelle aus dem Bereich der Umweltpsychologie vor. Die Umweltpsychologie ist eine Teildisziplin der Psychologie und beschäftigt sich unter anderem mit der Fragestellung, wie Themen aus Klima- und Umweltschutz bestmöglich kommuniziert werden können. Die kostenfreie Online-Veranstaltung findet auf der Plattform „edudip“ statt. Eine Anmeldung ist erforderlich, hier geht es zur Anmeldung: 

Umweltkommunikation – aber richtig! Wie können Themen aus Natur- und Klimaschutz erfolgreich vermittelt werden? Erkenntnisse aus der psychologischen Forschung (edudip.com)

 

]]>
news-2141 Fri, 25 Feb 2022 11:24:00 +0100 Dachmarken-Betriebe wollen Rhöner Schinken als gemeinsames Produkt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön etablieren https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/dachmarken-betriebe-wollen-rhoener-schinken-als-gemeinsames-produkt-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen Schwarzwälder Schinken, Thüringer Rostbratwurst, Nordhessische Ahle Worscht – Produkte und Gerichte, die für eine bestimmte Region, einen besonderen Geschmack, ein spezielles Rezept und für Qualität stehen. Genauso bekannt könnte bald ein Produkt aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön werden: Metzgereien aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön arbeiten derzeit länderübergreifend an einem Schinken nach einheitlichen Qualitätsstandards. Ende Januar ist das Projekt gestartet: Die teilnehmenden Betriebe in Bayern, Hessen und Thüringen haben erstmals Schweinefleisch mit der neuen Würzmischung gesalzen. Jetzt heißt es abwarten und reifen lassen. Geboren wurde die Idee in Rasdorf, wo im Jahr 2019 mit Tausenden Besucherinnen und Besuchern der erste Rhöner Schinken- und Destillationsmarkt stattfand. Die zweite Auflage im Jahr 2021 musste zwar coronabedingt ausfallen, Schinken- und Schnaps-Spezialitäten standen aber im September beim „Besonderen Feierabendmarkt“ im Mittelpunkt – inklusive Prämierung ausgewählter Produkte. Bei einer anschließenden Feedback-Runde zum Feierabendmarkt mit den Brennereien und Metzgereien, dem Verein Rasdorfer GenussKultur e. V. und der Rhön GmbH stießen die Metzgermeister Christoph Budenz, Richard Kleinhenz und Ludwig Leist erste Überlegungen zur Etablierung eines luftgetrockneten Rhöner Schinkens an. Die Idee dahinter: Die Förderung der regionalen Produkte und Wertschöpfungsketten.

Das Produkt

Nach intensivem Austausch mit Thomas König von der Abteilung Marke und Produkt der Rhön GmbH und Matthias Weller, Vorsitzender des Vereins Rasdorfer GenussKultur, stand nur kurze Zeit später das Konzept für das Produkt. Der luftgetrocknete Schinken soll sich durch drei Merkmale auszeichnen: ein einheitliches Rohprodukt, einheitliche Würzung nur mit Naturgewürzen sowie einheitliche Reifung. Das Fleisch trägt – wie später auch der fertige Schinken – das Siegel „Qualität des Biosphärenreservats! Die Rhön“ und stammt ausschließlich von Strohschweinen, idealerweise Bio-Schweinen. Das Fleisch wird mit einer von den Projektbeteiligten gemeinsam abgestimmten Mischung aus Naturgewürzen eingesalzen, deren Rezeptur geschützt ist. Nach der Salzung reift der Schinken schließlich für sechs Monate bei perfekter Luftfeuchtigkeit.

Ende Januar haben nun sieben Metzgereien aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön erstmals Fleisch gesalzen: in Bayern die Betriebe Kleinhenz (Unterleichtersbach) und Koob (Neustadt), in Hessen die Betriebe Budenz (Rasdorf), Richter (Buchenau), Henkel (Hofbieber-Mahlerts) und Leist (Hilders) sowie in Thüringen der Betrieb Wenzel (Urnshausen). Erste Kostproben des „neuen“ Schinkens – der genaue Name bleibt noch geheim – werden am 9. September auf dem nächsten Besonderen Feierabendmarkt in Rasdorf angeboten. Offiziell präsentiert wird das Produkt dann am 11. Ostheimer Wurstmarkt, der in diesem Jahr am 8. und 9. Oktober stattfindet.

Die Beteiligten

Begleitet wird das Projekt mit bisher sieben beteiligten Betrieben von der Abteilung Marke und Produkt der Rhön GmbH, dem Verein Rasdorfer GenussKultur und den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. „Mit der Etablierung der Schinken-Marke wollen wir ein weiteres Aushängeschild für die Produkte mit der besonderen Qualität aus dem Biosphärenreservat schaffen und einen Fokus auf die vielfältige Handwerksqualität unserer Metzger legen“, erklärt Projektbegleiter Thomas König von der Rhön GmbH. „Die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und Wertschätzung ist ein wichtiges Ziel im Biosphärenreservat. Das Netzwerk der Dachmarke Rhön ist hierbei nicht nur Ideenschmiede, sondern steht für die Vielfalt und Qualität, die unsere Region auszeichnet“, betont Ulrike Schade, Leiterin der federführenden Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung.

Weitere Betriebe aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön oder solche, die beitreten möchten und die erforderlichen Maßgaben erfüllen, können jederzeit beim Projekt einsteigen. Interessierte können sich an Thomas König (Rhön GmbH, Abteilung Marke und Produkt) wenden, Tel.: (09749) 930 080 120, Mobil: (0170) 7425 800 E-Mail: thomas.koenig@rhoen.de.

]]>
Mensch Tipp
news-2142 Wed, 23 Feb 2022 11:21:26 +0100 Besucherströme lenken und in Schutzgebieten nach dem Rechten sehen: Fünf neue Rangerinnen und Ranger im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/besucherstroeme-lenken-und-in-schutzgebieten-nach-dem-rechten-sehen-fuenf-neue-rangerinnen-und-ranger Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Reiseeinschränkungen haben das Freizeitverhalten der Menschen stark verändert – auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Das macht sich in einem erhöhten Besucheraufkommen, auch in den sensiblen Schutzgebieten, bemerkbar. Um diesen neuen Herausforderungen der umweltverträglichen Besucherlenkung gerecht werden zu können, sind für die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im Rahmen des Förderprogramms REACT-EU in den Jahren 2021 bis Ende 2023 fünf zusätzliche Rangerinnen und Ranger im Einsatz. Florian Essel, Zarah Greiner, Lara-Sophie Saul und Lorenz Wenzel sind im Gebiet unterwegs und unterstützen die weiteren sechs Rangerinnen und Ranger der Verwaltung und des Vereins Naturpark und Biosphärenreservat Bayerische Rhön (NBR) e. V. Ergänzend kümmert sich André Schnatz als "Digital-Ranger" um die digitale Besucherlenkung und ist somit zum Beispiel für die Überprüfung und Bestückung von Webseiten, Social-Media-Kanälen und Outdoor-Apps verantwortlich. Auch eine Stelle zur Verwaltung und Koordination der Ranger-Tätigkeiten wird über das REACT-Programm finanziert. Dieses „neue“ Gesicht war den Kolleginnen und Kollegen der Verwaltungsstelle bestens bekannt: Ulrike Sofsky gehörte vorab viele Jahre lang zum Umweltbildungsteam des NBR.

Mit Blick auf den enormen Besucheransturm im ersten Corona-Winter 2020/21 betont Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltungsstelle, die Wichtigkeit einer umweltverträglichen Besucherlenkung durch Rangerinnen und Ranger. Gerade im Winter verursachten viele Besucherinnen und Besucher teils erhebliche Störungen für die ohnehin schon von Kälte und Nahrungsmangel geschwächten Wildtiere, wenn sie Wege verließen. „Nur mit Aufklärung und Information kann die Qualität und Ausstattung unserer Schutzgebiete erhalten werden. Wir haben jetzt zweieinhalb Jahre Zeit, zu beweisen, dass es funktioniert“, sagt Geier. Alle Rangerinnen und Ranger sind mit Diensthandys ausgestattet, über die sie mit Hilfe einer speziellen App Besucheraufkommen und -verhalten dokumentieren. Sie halten beispielsweise fest, wo wie viele Menschen unterwegs sind und ob Wegeverbote eingehalten werden. Die so gewonnenen Informationen sollen ein umfassendes Bild der Situation in der bayerischen Rhön ermöglichen und über das EU-Projekt hinaus eine breitere Datenbasis für das Thema Besucherlenkung schaffen.

Vielfältige Aufgaben

Neben der direkten Ansprache von Besucherinnen und Besuchern im Gelände und dem Verteilen von Informationsmaterialien gehört die Kontrolle von Wegen und Infrastruktur, das Aufstellen von Hinweistafeln und die Führung von Besuchergruppen zu den Aufgaben. Auch in Schulen und Kitas sollen sie zum Einsatz kommen und Kinder wie Erwachsene für ein rücksichtsvolles Verhalten in der freien Natur sensibilisieren.

Eins der fünf neuen Gesichter der Bayerischen Verwaltungsstelle ist die 28 Jahre alte Freiburgerin Zarah Greiner. Seit ihrem Praktikum in der hessischen Verwaltungsstelle vor zwei Jahren hielt die studierte Geoökologin Ausschau nach einer Tätigkeit im Biosphärenreservat Rhön. 2021 hat es für sie geklappt, ebenso wie für die 25-jährige Lara-Sophie Saul aus Tübingen. Sie hat ebenfalls ihr Studium in Geoökologie abgeschlossen und sorgt gemeinsam mit Zarah für weibliche Verstärkung im Team. Der Dritte im Bunde ist der 21 Jahre alte Lorenz Wenzel aus Burghaun. Der gelernte Landschaftsgärtner ist seit Jahren im NABU aktiv und freut sich jetzt vor allem auf die praktische Naturschutzarbeit und den persönlichen Kontakt mit den Gästen. Ebenfalls überwiegend im Geländeeinsatz ist Florian Essel aus Heiligenstadt. Der 33-Jährige hatte zuvor im Bereich Natur- und Landschaftspflege gearbeitet und bringt einiges an Erfahrung in der Umweltbildung mit. Um die digitale Besucherlenkung kümmert sich bereits seit August 2021 der 31 Jahre alte Umweltwissenschaftler André Schnatz aus Hanau. „Mit der neugeschaffenen Stelle eines Digital-Rangers geht ein langgehegter Wunsch in Erfüllung“, freut sich Michael Geier über die willkommene Aufstockung seines Teams.  

 

Das Programm

Mit REACT-EU ("Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe" – Aufbauhilfe für den Zusammenhalt und die Gebiete Europas) will die Europäische Union die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Covid19-Pandemie in Europa abfedern. Für Deutschland stehen rund 2,3 Mrd. Euro zur Verfügung, mit denen Maßnahmen im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt werden. Die ESF-Förderung im bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön (Laufzeit: 2021 bis 2023) werden aus dem landesweit zur Verfügung stehenden Gesamtbudget in Höhe von 4,5 Millionen von REACT-EU gewährt.

]]>
news-2140 Wed, 09 Feb 2022 15:59:38 +0100 Putzhilfen säubern Wochenstube des Großen Mausohrs im Kirchendach in Neidhartshausen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/putzhilfen-saeubern-wochenstube-des-grossen-mausohrs-im-kirchendach-in-neidhartshausen Seit den 1960er Jahren ist bekannt, dass das Große Mausohr (Myotis myotis) das Kirchendach in Neidhartshausen gern als Wochenstube – also als Quartier, in dem die Weibchen ihre Jungtiere zur Welt bringen – nutzt. Anfangs waren es nur wenige Exemplare, heute finden sich im Kirchendach jedes Jahr über 1.000 erwachsene Weibchen zusammen. Damit diese sich auch in dieser Saison wieder wohlfühlen, sind die Interessengemeinschaft Fledermausschutz und -forschung Thüringen e.V. (IFT), der Landschaftspflegeverband „Thüringer Rhön“ e. V. (LPV), die Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ gGmbH und die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im Januar zu einem gemeinsamen Putzeinsatz angerückt. Dass sich der Dermbacher Ortsteil Neidhartshausen auch „Fledermausdorf“ nennt, kommt nicht von ungefähr. Das Kirchendach zählt zu den größten Fledermaus-Quartieren Thüringens und wurde wegen seiner besonderen Bedeutung für den Artenschutz im Jahr 2008 als ein sogenanntes Flora-Fauna-Habitat-Objekt ins europaweite Netzwerk Natura 2000 aufgenommen. Dass sich das Große Mausohr hier so wohlfühlt, ist der Zusammenarbeit von Kirchengemeinde, IFT, NABU, LPV und Thüringer Biosphärenreservatsverwaltung zu verdanken. Die IFT betreut den Standort seit den 2000er Jahren. Seitdem ist die Zahl der Fledermäuse von einigen Hundert Exemplaren auf mittlerweile bis zu 1.000 pro Saison gewachsen. Das zeigen regelmäßige Zählungen, die vor und nach den Geburten durchgeführt werden.

Es bleibt nicht aus, dass es durch die Tiere zu Kotablagerungen kommt – daher muss der Boden des Kirchendachs regelmäßig gesäubert werden. Diesmal packten Julia Gombert und Ralf Linse vom LPV, Martin Biedermann von der IFT, Corinna Hoßfeld vom Naturschutzgroßprojekt „Thüringer Kuppenrhön“ und Volker Bauer von der Thüringer Biosphärenreservatverwaltung mit an.  „Das Fledermausdorf Neidhartshausen beweist, wie gut sich Naturschutz, Denkmalschutz und Kultur vereinen lassen“, sagt Volker Bauer. Die Instandhaltung des Quartiers sei auch für die öffentliche Akzeptanz des Standorts als FFH-Objekt wichtig, erklärt Julia Gombert, IFT-Mitglied und Geschäftsführerin des LPV. „Hierbei arbeiten IFT und die Natura 2000-Station „Rhön“ eng zusammen.“ Der LPV ist Träger der Natura 2000-Station „Rhön“ und als solche verantwortlich für das FFH-Objekt in Neidhartshausen.

Die Wochenstube ist nach dem Saubermachen und der Beseitigung von ca. 150 Kilo Guano – so wird der Fledermauskot bezeichnet – nun wieder bezugsfertig. „Die Menge des anfallenden Kots und der Aufwand für die Reinigung halten sich im Rahmen, wenn man es regelmäßig macht und genügend helfende Hände mit anpacken“, bilanziert Julia Gombert.  Im Frühjahr werden die Großen Mausohren nach und nach aus ihrem Winterquartier zurück in die Kirche kommen und „ihren“ Dachboden beziehen. Im Juni bekommen dann die Weibchen ihren Nachwuchs – pro Jahr ein Jungtier. Nach drei bis vier Wochen werden diese flügge und selbstständiger. Im August verlassen die Mausohr-Mütter ihre Jungen und den Dachboden, im September löst sich die Wochenstube dann vollständig auf.

Nicht in die Tonne, sondern auf die Wiese

Die „Entsorgung“ des Kots besteht in einer nützlichen Weiterverwendung: Wegen seiner Zusammensetzung ist Guano ein sehr guter natürlicher Dünger. Neben Stickstoff und Phosphor ist er reich an Mineralien wie Magnesium, Kalium und Calcium. Der Kot aus der Kirche Neidhartshausen wird zur Düngung der Apfelbäume im „Sortengarten Dörrensolz“, einer Streuobstwiese des LPV, verwendet.

]]>
Kulturlandschaft & Naturschutz Natur