Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Tue, 20 Apr 2021 22:51:58 +0200 Tue, 20 Apr 2021 22:51:58 +0200 TYPO3 EXT:news news-2014 Mon, 19 Apr 2021 10:19:22 +0200 Umweltministerium startet Ideenwettbewerb für Insektenvielfalt in Thüringer Kommunen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/umweltministerium-startet-ideenwettbewerb-fuer-insektenvielfalt-in-thueringer-kommunen/ Mit dem neuen Förderprogramm „Mehr Natur in Dorf und Stadt“ unterstützt das Umweltministerium in den nächsten zwei Jahren den Insektenschutz in Kommunen mit insgesamt 350.000 Euro. Dafür startet heute ein thüringenweiter Wettbewerb für gute Ideen, die bis zum 1. Juni eingereicht werden können. Pressemitteilung des TMUEN

„Wir wollen, dass es auch in den Dörfern und Städten summt und brummt“, erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund. „Der Artenschwund ist dramatisch. Das gilt auch für Insekten. Wir wollen die Kommunen unterstützen, wenn sie mehr Blühflächen anlegen, Gehölze und Obstbäume pflanzen, Kleingewässer renaturieren oder regionaltypische Bauern- und Kräutergärten anlegen. Wir sind hier auf die besten Ideen gespannt.“

Das Umweltministerium hat bereits mehrere Initiativen zum verstärkten Insektenschutz gestartet. Dazu gehört ein Sonderfonds, an dem sich auch Landwirtinnen und Landwirte beteiligen können – mit einem mehrjährigen Fördervolumen von knapp 1,8 Millionen Euro. Das weitere Insektenschutz-Projekt „Via Natura“  wurde zusammen mit dem Bundesamt für Naturschutz und dem Bundesumweltministerium aufgelegt. In den nächsten Jahren sollen damit sogar 5,7 Millionen Euro für blühende Feldraine zur Verfügung gestellt werden.  Und bereits zum zweiten Mal unterstützt das Umweltministerium die Aussaat von Blühflächen auf von Feldmäusen geschädigten Rapsflächen mit 962 Euro pro Hektar.

„Insekten sind ein sehr wichtiger Teil unserer biologischen Vielfalt und unseres Ökosystems. Ohne Insekten fehlt etwa die Nahrungsgrundlage für viele uns vertrauter Vogelarten. Leider ist die Gesamtmenge der Insekten als auch deren Artenvielfalt in den letzten Jahren stark zurückgegangen, auch im Siedlungsbereich. Deshalb machen wir uns mit vielen unterschiedlichen Maßnahmen für mehr Insekten stark“, so Umweltministerin Siegesmund weiter.

Kriterien

Die neue Förderung richtet sich ausschließlich an Gemeinden und Gemeindeverbände. Sie können in einem Ideenwettbewerb bis zum 1. Juni ihre Projektideen in einem Antragsformular einreichen. Diese werden von einer Jury bewertet. Dabei sind die Kriterien Wirksamkeit für den Insektenschutz, Effizienz, Öffentlichkeitswirksamkeit und die Einbindung gesellschaftlicher Akteure entscheidend. Die besten Projektideen erhalten zur Umsetzung einen Zuschuss bis zu 25.000 Euro. Die Laufzeit der Vorhaben kann sich maximal über zwei Kalenderjahre erstrecken.

Alle weiteren Details zur Förderung, das Antragsformular sowie Kontaktdaten finden Sie unter: https://umwelt.thueringen.de/mehr-natur-in-dorf-und-stadt

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news-2013 Tue, 13 Apr 2021 12:45:57 +0200 Bereitschaft zur Anpassung an den Klimawandel: Ergebnis der Gespräche mit landwirtschaftlichen Betrieben https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bereitschaft-zur-anpassung-an-den-klimawandel-ergebnis-der-gespraeche-mit-landwirtschaftlichen-betri/ Die Landwirtinnen und Landwirte im UNESCO-Biosphärenreservats Rhön spüren bereits deutliche Auswirkungen des Klimawandels. Dass Betriebe bereits Erfahrungen mit Klimafolgeschäden gemacht haben, ist aber nur ein Faktor, der die Bereitschaft zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen beeinflusst. Luisa von Seggern (M.Sc. Psychologie) hat in ihrer Masterarbeit an der Universität Würzburg psychologische Einflussfaktoren auf die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen bei Landwirtinnen und Landwirten im bayerischen Teil des Biosphärenreservats untersucht. Neben finanziellen, strukturellen und kulturellen Einflüssen spielen auch psychologische Faktoren bei der Anpassung an den Klimawandel eine Rolle. Um diese Einflüsse im Detail zu untersuchen, hat die Psychologiestudentin Interviews mit 15 konventionellen und ökologischen Landwirtinnen und Landwirten geführt und sie nach Hindernissen und Ursachen befragt.

Ergebnis: Ohne Klimaanpassung ist teilweise schon kein lohnendes Wirtschaften mehr möglich. Ein Faktor, der die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen begünstigt, ist die Wirksamkeitserwartung: Diese spiegelt wider, inwiefern die Landwirtinnen und Landwirte glauben, dass die Umsetzung von Maßnahmen auch tatsächlich dazu beiträgt, von einer Gefahr verschont zu bleiben bzw. weniger stark von Schäden betroffen zu werden. Je größer das wahrgenommene Risiko von Klimafolgeschäden ist und je mehr Erfahrung bereits mit Schäden gemacht wurde, desto mehr Anpassungsmaßnahmen scheinen tendenziell umgesetzt zu werden. Darüber hinaus scheint es die Landwirtinnen und Landwirte in ihrer Entscheidung zu beeinflussen, ob bestimmte Anpassungsmaßnahmen bereits von anderen Betrieben umgesetzt werden oder nicht.

Fördergelder, Emotionen, Kosten

Fördergelder werden von manchen als Unterstützung angesehen, scheinen jedoch nicht der Hauptgrund für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen zu sein. Dagegen wirkt der eigene Antrieb, das Klima zu schützen oder die Biodiversität zu fördern, durchaus begünstigend. Detailwissen vorab – zur konkreten Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen – scheint keine Voraussetzung zu sein. Die Befragten gaben an, dieses Wissen erst im Laufe der Zeit über Ausprobieren zu erlangen. Dennoch war Wissensvermittlung ein häufig genannter Unterstützungswunsch der Befragten.

Wertvolle Ergebnisse für Projekt des Biosphärenreservats

Luisa von Seggern ist auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Allgäu aufgewachsen und hat die Umweltpsychologie im Rahmen ihres Studiums zu einem Schwerpunkt gemacht. Über das gemeinsame Interesse an umweltpsychologischen Fragestellungen kam der Kontakt zu Katharina Thümer, Projektmitarbeiterin „GreenCare: Natur und psychische Gesundheit“ bei der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zustande. „Durch die Abschlussarbeit konnten wir vonseiten des Biosphärenreservats erstmals Einblicke in die Untersuchung einer Fragestellung mithilfe von psychologischen Methoden gewinnen“, sagt Thümer. Insbesondere das Projekt „Klimaanpassung – Regionale Strategien zur Begegnung des Klimawandels im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“, das von Alana Steinbauer und Janina Goldbach betreut wird, kann von den Befunden der Abschlussarbeit profitieren.

„Die Ergebnisse der Masterarbeit verdeutlichen, welche Probleme der Klimawandel in der Region verursacht. Die Befragung der Landwirtinnen und Landwirte hat gezeigt, welche Auswirkungen diese am stärksten treffen“, sagt Katharina Thümer. „Hierdurch können zukünftige Maßnahmen sinnvoller gestaltet und spezifischer an die Wünsche und Bedürfnisse angepasst werden. Die Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten in der Region kann so gezielter ausgeweitet werden.“

Fachlich betreut wurde die Arbeit von Katharina Thümer und Alana Steinbauer sowie M. Sc. Psych. Benedikt Seger von der Universität Würzburg.

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news-2010 Thu, 01 Apr 2021 23:45:00 +0200 Sicherheit für Mensch und Natur: Touristische Hotspots am Wochenende bitte meiden! https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/sicherheit-fuer-mensch-und-natur-touristische-hotspots-am-wochenende-bitte-meiden/ Mit Blick auf das bevorstehende Osterwochenende appellieren die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen zusammen mit der Rhön GmbH an Einheimische und Touristen, ihren Besuch in der Rhön rücksichtsvoll zu gestalten. Der zunehmende Besucherdruck wird zum ernsthaften Problem in den Schutzgebieten, die wichtiger Lebensraum zahlreicher vom Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten sind. Der Wunsch nach Erholung in der heimischen Natur ist seit dem Frühjahr 2020 merklich gestiegen, aufgrund der eingeschränkten Reise- und Freizeitmöglichkeiten hat der Besucherdruck auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön deutlich zugenommen. Das bringt neue Herausforderungen für eine umwelt- und naturverträgliche Besucherlenkung mit sich. Immer wieder werden Hinweisschilder missachtet, und die Besucherinnen und Besucher sind vielerorts in den Schutzgebieten abseits der Wanderwege unterwegs. Solche Störungen haben – besonders in der aktuellen Vogelbrutzeit – erhebliche Folgen: Die zum Teil streng geschützten Tiere werden aus ihren Lebensräumen vertrieben, eine Brut findet oftmals gar nicht statt oder wird abgebrochen.

Die Verwaltungen des Biosphärenreservats und die Rhön GmbH appellieren daher an die Vernunft und Einsicht der Erholungssuchenden, nicht nur die eigene Sicherheit, sondern auch den Schutz der Natur im Blick zu haben. „In Anbetracht der sich aktuell weiter zuspitzenden Infektionslage bitten wir, wenn möglich auf Ausflugsreisen zu verzichten und damit einen persönlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten“, erklärt Bertram Vogel, Geschäftsführer der Rhön GmbH.

Einfache Verhaltensregeln

Wer sich doch für einen Besuch in der Rhön entscheidet, für den gelten ganz einfache, aber wichtige Verhaltensregeln: Hinweisschilder beachten und auf den ausgewiesenen Wegen bleiben, keine Pflanzen pflücken (ein Großteil steht unter Schutz), keinen Müll in der Natur hinterlassen und keinen Lärm veranstalten. Hunde müssen in den Schutzgebieten an der Leine bleiben und sollten auch in anderen Bereichen während der Brut- und Setzzeit angeleint sein. Wer sich für einen Besuch in der Rhön entscheidet, wird nachdrücklich darum gebeten, die große und attraktive Vielfalt des Wanderwegenetzes zu nutzen und touristische Hotspots beziehungsweise stark frequentierte Wanderwege wie den HOCHRHÖNER und die Extratouren zu meiden.

Caravaning

Auch die Zahl der Wohnmobile in der Rhön ist seit den ersten Reisebeschränkungen im vergangenen Jahr gestiegen. Es ist zu erwarten, dass dieser Trend im bevorstehenden Sommer anhalten wird. Das führt an einigen Hotspots zu Problemen, weil nicht genügend Parkkapazitäten und Stellplätze vorhanden sind. Reisende, die mit dem Wohnmobil unterwegs sind, werden gebeten, ausschließlich die hierfür ausgewiesenen Stellplätze zu nutzen.

Sperrungen

Der Bohlenpfad im Schwarzen Moor ist aktuell wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Sperrung bleibt auch über die Osterfeiertage bestehen. Darauf weist der Verein Biosphärenreservat & Naturpark Bayerische Rhön e. V. hin.

Über die Feiertage (Freitag bis Montag) werden zudem die Parkplätze auf der Wasserkuppe gesperrt. Das teilt der Landkreis Fulda mit.

Geschlossen bleiben am Osterwochenende außerdem...

...die Infostelle am Schwarzen Moor, das Biosphärenzentrum "Haus der Langen Rhön" und die Infomobile an der Thüringer Hütte und der Schornhecke. 

 

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news-2012 Thu, 01 Apr 2021 10:19:13 +0200 Online-Befragung: Was bedeutet künstliches Licht in der Nacht für unser Wohlbefinden? https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/online-befragung-was-bedeutet-kuenstliches-licht-in-der-nacht-fuer-unser-wohlbefinden/ Die Tage werden länger, wir genießen das Frühlingslicht. Die Natur erwacht aus der Winterruhe. Und spätestens mit der Zeitumstellung auf die Sommerzeit wird uns wieder bewusst, wie groß der Einfluss von natürlichem Licht auf Mensch und Natur ist. Aber wie erleben Menschen künstliches Licht in der Nacht? Wie wirkt es sich auf das Wohlbefinden aus? Wie erleben sie den Nachthimmel und die nächtliche Dunkelheit oder Helligkeit? Diese Fragen werden in einer Online-Befragung vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und PSY:PLAN, Institut für Architektur und Umweltpsychologie, gestellt. Auch die Rhönerinnen und Rhöner sind aufgerufen, mitzumachen. Unsere Nacht wird immer stärker durch künstliches Licht von Straßenlaternen, Gebäudebeleuchtung oder Leuchtreklame erhellt. Um die natürlichen Nachtlandschaften zu schützen, wird daher im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, das 2014 als Internationaler Sternenpark anerkannt wurde, eine umweltverträgliche Außenbeleuchtung für Mensch und Natur angestrebt. Die Beleuchtungsrichtlinien aus dem Sternenpark Rhön hat sich auch die Stadt Fulda, Deutschlands erste Sternenstadt, zur Vorgabe gemacht. Fulda ist eine von drei Modellregionen in dem mehrjährigen Forschungsprojekt AuBe (Artenschutz durch umweltverträgliche Beleuchtung). Im Rahmen des Projekts wird untersucht, welche Zusammenhänge es zwischen nächtlicher Dunkelheit oder Helligkeit und dem Verhalten von Mensch und Natur gibt.

Das Projekt können die Bürgerinnen und Bürger nun mit einer Online-Befragung unterstützen. In der Umfrage geht es darum, das eigene nächtliche Umfeld bewusst wahrzunehmen. Es gibt zwei Aufgaben, die dafür im Dunkeln zu lösen sind. Bei der ersten Aufgabe stellt man sich mit einem Buch oder einer Zeitschrift bei ausgeschaltetem Licht mit dem Rücken zum Schlafzimmerfester und testet, ob man den Text lesen kann – und zwar nur mit dem Licht, das von draußen hereinfällt. Für die zweite Aufgabe schaut man aus dem Schlafzimmerfenster: Welche verschiedenen Lichtquellen sind dabei direkt zu sehen?

„Wir sind sehr neugierig darauf zu erfahren, wie Menschen ihre nächtliche Umgebung wahrnehmen. Je mehr Menschen mitmachen, desto klarer wird das Bild“, sagt Dr. Sibylle Schroer vom IGB, die das Projekt koordiniert. „Die Ergebnisse der Studie werden später veröffentlicht und über die Projektwebsite zur Verfügung gestellt.“

Die vollständig anonyme Online-Befragung ist bis zum 12. April 2021 freigeschaltet. Die Teilnahme dauert insgesamt etwa 10 Minuten. "Die Umfrage ist aber nicht nur für das Modellgebiet Stadt Fulda interessant", betont Sabine Frank, Sternenpark-Koordinatorin beim Landkreis Fulda. "Wir freuen uns, wenn alle Rhönerinnen und Rhöner aus Bayern, Hessen und Thüringen an der Umfrage teilnehmen, um dem IGB möglichst breit gefächerte Daten liefern zu können." 

Hier geht’s zur Umfrage.

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Sternenpark Rhön
news-2011 Tue, 30 Mar 2021 23:27:05 +0200 Ein Paradies für bedrohte Arten - Gemeinsames Feuchtbiotop von LIFE-Projekt und HGON nimmt Formen an https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ein-paradies-fuer-bedrohte-arten-gemeinsames-feuchtbiotop-von-life-projekt-und-hgon-nimmt-formen-an/ Zum Schutz von Schwarzstorch, Amphibien und der vom Aussterben bedrohten Karausche wird derzeit in der Gemeinde Poppenhausen eine Teichanlage naturnah umgestaltet. Wo sich früher Zuchtforellen tummelten, soll in den nächsten Jahren ein Paradies für bedrohte Arten entstehen. Das Projekt ist ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation verschiedener Akteure im Dienst des Naturschutzes. Das knapp drei Hektar große Gelände, auf dem sich die ehemalige Teichanlage mit angeschlossenem Weiher befindet, ist seit 2010 im Besitz der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie (HGON). Nachdem die letzten Forellen abgefischt waren, wurde die Pflege der Teiche eingestellt, wodurch diese allmählich verlandeten. Eine Renaturierung sei allerdings von Anfang an vorgesehen gewesen, berichtet Reinhard Kolb von der HGON. Seit 2018 ist das LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ vom UNESCO-Biosphärenreservat Rhön an der Umgestaltung beteiligt. „Eins unserer Ziele ist die Verbesserung des Lebensraums für den seltenen Schwarzstorch, der eigentlich in den Rhöner Wäldern zu Hause ist, aber immer weniger geeignete Gewässer für die Nahrungsaufnahme findet“, erklärt LIFE-Projektmanager Elmar Herget. Eigentlich sei dafür der Neubau von Naturschutzteichen vorgesehen. Dass die HGON innerhalb des Projektgebietes schon ähnliche Pläne hatte, sei ein Glücksfall gewesen. Unter Federführung von Rhön-Ranger Joachim Walter nahm die Renaturierung – begleitet durch kontinuierliche Abstimmung mit der HGON sowie der Unteren Wasser- und der Naturschutzbehörde des Landkreises Fulda – Fahrt auf.

Hand in Hand für den Naturschutz

Ende 2019 wurde zunächst das Wasser aus den vorhandenen Kleinteichen abgelassen. Ehrenamtliche Naturschützer gingen dabei besonders behutsam vor: Wolfgang Etzel und Klaus Wend aus Hilders fischten beim Ablaufen des Wassers sämtliche noch darin befindliche Amphibien ab und setzten sie in den verbliebenen Weiher um. Vergangenes Jahr hatten die Teiche Zeit zum Austrocknen, bevor Anfang dieses Jahres die Erdarbeiten beginnen konnten. Um die Schäden durch das schwere Gerät auf den Zufahrtswegen und den zu erhaltenden Dämmen so gering wie möglich zu halten, wartete das beteiligte Erdbauunternehmen bewusst die Frostperiode ab. „Erdbau Müller aus Poppenhausen hat hier wirklich vorbildlich gearbeitet“, lobt Reinhard Kolb.

Inzwischen sind die Umgestaltungsmaßnahmen weitgehend abgeschlossen. Lediglich die Ablaufbauwerke, sogenannte „Mönche“ und die Zulaufrohre müssen noch fertig eingerichtet werden. Aus mehreren kleinen Teichen sind zwei große entstanden. Damit der Schwarzstorch komfortabel ins Wasser waten kann, sind die Teichböden mit einem leichten Gefälle ausgestattet worden. Sämtlicher Aushub wurde für die Modellierung der Teichdämme verwendet, auf denen in diesem Jahr Samen von blütenreichen Bergmähwiesen angesät werden sollen. „So entsteht ein gutes Nahrungsangebot für Insekten und Vögel“, weiß Teichbauexperte Joachim Walter.

Bis neues Wasser eingelassen werden und sich ein artenreiches Biotop entwickeln kann, dauert es aber noch ein Jahr. Die Erdformationen müssen zunächst austrocknen und sich verfestigen, die Böschungen begrünt sein. Dann sollen Arten wie der Eisvogel, sowie die vom Aussterben bedrohte Karausche, eine heimische Fischart, ebenso wie viele andere hier ein Zuhause finden. Im noch vorhandenen Bruthaus, einem Relikt aus der Zeit der Forellenzucht, sollen nach ein paar Umbaumaßnahmen zudem Fledermäuse ein geeignetes Quartier finden. „Hier wird richtig was los sein“, freut sich Reinhard Kolb. Und wenn er in Ruhe gelassen wird, kommt auch der Schwarzstorch zum Fischen vorbei.

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LIFE
news-2007 Thu, 25 Mar 2021 15:49:02 +0100 "Zu Recht einen festen Platz im Weltnetz der Biosphärenreservate": Vorsitzender des deutschen MAB-Nationalkomitees gratuliert der Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/zu-recht-einen-festen-platz-im-weltnetz-der-biosphaerenreservate-vorsitzender-des-deutschen-mab-na/ Besondere Grußbotschaft aus Bonn: Michael Heugel, Vorsitzender des deutschen MAB-Nationalkomitees, gratuliert dem Biosphärenreservat Rhön zu 30 Jahren UNESCO-Anerkennung. Das MAB-Nationalkomitee ist für die Umsetzung und Fortentwicklung des UNESCO-Programms "Man and Biosphere" (Mensch und Biosphäre, MAB) verantwortlich, das vor 50 Jahren in Kraft getreten ist. Dazu gehört unter anderem die Evaluierung der Biosphärenreservate in Deutschland. Derzeit gibt es 158 Nationalkomitees in den 195 Mitgliedstaaten der UNESCO. Das MAB-Nationalkomitee in Deutschland setzt sich aus 17 Expertinnen und Experten innerhalb der Bereiche Wissenschaft und Praxis zusammen. Der Vorsitz des Gremiums liegt beim Bundesumweltministerium (BMU), die Geschäftsführung beim Bundesamt für Naturschutz (BfN). Der Vorsitzende Michael Heugel ist Referatsleiter "Gebietsschutz, Natura 2000" im BMU.

Das Grußwort von Michael Heugel im Wortlaut

"30 Jahre ist es nun her, dass die UNESCO die Rhön als Biosphärenreservat ausgezeichnet hat – ein Schutzgebiet, in dem die Bedürfnisse von Mensch und Natur in Einklang gebracht werden und der Schutz und eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen im Vordergrund stehen sollen.

Es ist mir deshalb eine ganz besondere Freude, stellvertretend für das deutsche MAB-Nationalkomitee, heute sehr herzlich zum 30-jährigen Jubiläum der ersten Anerkennung des Biosphärenreservates Rhön als UNESCO-Biosphärenreservat zu gratulieren. Meine Glückwünsche möchte ich nicht nur mit einem besonderen Dank für das Engagement der Landesregierungen Thüringens, Bayerns und Hessens  verbinden. Mein Dank gilt auch den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Biosphärenreservat für die wirklich intensive Kommunikation des MAB-Gedankens in ihren Städten und Gemeinden. Auch in meinen Dank eingeschlossen sind all die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Naturfreunde, die die Rhön schon vor der Wende schützten, sie pflegten, hegten und entwickelten. Ohne das ehrenamtliche Engagement wäre das Biosphärenreservat nicht das, was es heute nach 30 Jahren ist.

Mein Dank geht an alle Aktiven, die mit Beginn der Friedlichen Revolution die Chance ergriffen haben, um die Rhön aus ihrer „peripheren“ Lage in Deutschland zu einen weltweit bekannten UNESCO-Biosphärenreservat zu entwickeln. Ich danke letztlich allen Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen und Entscheidungsträgern für ihr Engagement und die notwendige Geduld. Gemeinsam haben Sie es geschafft, die Rhön als Modellregion für nachhaltige Entwicklung auszubauen und ihr Potential zu vervielfachen. Die Grunderfahrung, dass UNESCO-Biosphärenreservate nicht zuerst Einschränkung, sondern Entwicklungspotenzial bedeuten, hat sich auch in Ihrer Region durchgesetzt.

Mit alten Buchenwäldern, klaren Seen, zerklüfteten Karstlandschaften oder rauen Gipfeln repräsentieren die Biosphärenreservate einzigartige Natur- und Kulturlandschaften. Sie sollen eine nachhaltige Entwicklung in allen Lebens- und Wirtschaftsbereichen fördern, bei der Mensch und Natur im Einklang stehen. Damit sind sie international repräsentative Modellregionen. Hier in der Rhön sind es die offenen Mittelgebirgslandschaften, die das „Land der offenen Ferne“ prägen und im Weltnetz repräsentieren.

Wir alle – und nicht nur in der Rhön – profitieren gemeinsam von der Stärkung der Biosphärenreservate, denn sie sorgen dafür, unsere wertvollen Naturgüter zu schützen, tragen zu einer regionalen Wertschöpfung bei und schaffen Arbeitsplätze in teilweise strukturschwachen ländlichen Regionen. Darüber hinaus bieten sie Raum für Freizeit und Erholung. Mit ihren unterschiedlichen Landschaften und Kulturräumen bieten Biosphärenreservate ein sehr weites Spektrum an Erlebnismöglichkeiten und Aktivitäten, vom Wandern und Radfahren bis hin zu sehr gebietsspezifischen Attraktionen, wie beispielsweise dem Sternenpark hier im Biosphärenreservat Rhön. Eine wichtige Aufgabe von Biosphärenreservaten ist auch, die Menschen für Natur und Landschaft zu begeistern, sie für den schonenden Umgang damit zu sensibilisieren und sie zu motivieren, eine natur- und umweltverträgliche Entwicklung mitzugestalten und ihnen das entsprechende Wissen dafür zu vermitteln. All dies gelingt Ihnen sehr gut hier in der Rhön.

Das Biosphärenreservat Rhön hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten auch mit Unterstützung des Bundes einen hervorragenden internationalen Ruf im Weltnetz der Biosphärenreservate erarbeitet. Vertreter von Biosphärenreservaten aus zahlreichen Ländern, zum Teil im Rahmen fester Partnerschaften, haben die Rhön besucht, um von den Erfahrungen bei der Umsetzung des MAB-Programms zu profitieren, darunter beispielsweise Vertreter österreichischer, kanadischer und afrikanischer Biosphärenreservate. Die Rhön zeigt sich damit als Modellregion für nachhaltige Entwicklung, deren Erfahrungen auch weltweit geschätzt sind. Es gilt, diesen Modellcharakter auch national und innerhalb Ihrer drei Bundesländer stärker herauszustellen. Die guten Erfahrungen und Ergebnisse sollten verstärkt auch landesweit kommuniziert werden, um damit die öffentliche Wertschätzung des Biosphärenreservats und seiner Leistungen in Ihren Ländern weiter zu erhöhen.

Eine besondere Stärke der Rhön liegt in der Erfüllung der Entwicklungsfunktion. Insbesondere die Etablierung der Dachmarke „Rhön“ als Regionalmarke mit heute rund 300 Mitgliedern und circa 200 Partnerbetrieben steht für erfolgreiche Anstrengungen für eine nachhaltige Regionalentwicklung. Qualitätskriterien und Zertifizierungen haben dafür gesorgt, dass die Dachmarke auch überregional ein Begriff für hochwertige Produkte und Dienstleistungen ist. Damit verbunden ist eine erhebliche Wertschöpfung in der Region, die zu einer stärkeren Verbundenheit der Bevölkerung mit „ihrem“ Biosphärenreservat führt.

Auch im Bildungsbereich konnte das hohe Niveau, insbesondere die Vernetzung unterschiedlicher Bildungsangebote und die enge Verknüpfung mit der Vermarktung regionaler Produkte und Dienstleistungen, gehalten und ausgebaut werden. Gerade die inzwischen etablierten Umweltbildungsstätten im Bayerischen Oberelsbach und im Thüringischen Zella setzen hier starke Akzente bei der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Das MAB-Nationalkomitee dankt Ihnen und allen Beteiligten für die umfassende Förderung dieses wichtigen Aufgabenbereichs eines Biosphärenreservats.

Ich stelle gerne fest, dass das Biosphärenreservat Rhön seine erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt hat: Es ist einer der Schrittmacher unter den deutschen Biosphärenreservaten. Entsprechend den Zielsetzungen des UNESCO-MAB-Programms ist es eine Modellregion für nachhaltige Entwicklung im besten Sinne und hat zu Recht einen festen Platz im Weltnetz der Biosphärenreservate. Diesen Ruf gilt es auch in den kommenden Jahrzehnten zu festigen und weiter auszubauen.

Lassen Sie mich zum Schluss im Namen des MAB-Nationalkomitees auch Herrn Abe, Frau Schade, Herrn Geier und Herrn Raab mit ihren Teams der drei Biosphärenreservatsverwaltungen und allen anderen aktiven Bürgerinnen und Bürgern für ihr Engagement zur Umsetzung des MAB-Gedankens recht herzlich danken und Ihnen allen für die kommenden Jahre viel Erfolg in der weiteren Umsetzung der Biosphärenreservatsidee hier in der Rhön wünschen!

Ich bin überzeugt, dass dieses nationale Erbe auch für zukünftige Generationen erhalten bleibt und sich das Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Entwicklung weiterhin bewähren wird. Ich wünsche dem Biosphärenreservat Rhön hierzu für die Zukunft viel Erfolg!"

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2021 – HIGHLIGHT
news-2006 Wed, 24 Mar 2021 11:00:55 +0100 Bohlensteg im Schwarzen Moor wegen Bauarbeiten gesperrt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bohlensteg-im-schwarzen-moor-wegen-bauarbeiten-gesperrt/ Der Moorsteg im Schwarzen Moor ist derzeit wegen Bauarbeiten gesperrt, das Betreten ist verboten. Darauf weist der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e. V. hin. Update vom 9. April 2021: Die Sperrung besteht weiterhin. 

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news-2005 Tue, 16 Mar 2021 10:01:24 +0100 Ein Zuhause für den Neuntöter - Maßnahmen zum Erhalt der gefährdeten Kalkmagerrasen in Nüsttal gehen weiter https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ein-zuhause-fuer-den-neuntoeter-massnahmen-zum-erhalt-der-gefaehrdeten-kalkmagerrasen-in-nuesttal-gehen/ Selten, bunt und extrem artenreich: Mit ihren knapp 13 Hektar Kalkmagerrasen verfügt die Gemeinde Nüsttal über einen wertvollen botanischen Schatz, der zu den arten- und blütenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas zählt. Ihn zu er-halten und für Vogelarten wie den Neuntöter zu verbessern, ist ein Ziel des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen. Nachdem im vergangenen Jahr Linsberg, Malhauk und Elzbachsrain bearbeitet wurden, sind in diesem Jahr der Betzenrain und der Ellersrain an der Reihe. Wie auf vielen anderen Flächen der artenreichen Kalkmagerrasen sind auch hier die Folgen des landwirtschaftlichen Wandels in den vergangenen hundert Jahren eindrucksvoll sichtbar geworden. Wo ab dem Frühjahr eigentlich alles bunt blühen, brummen und summen sollte, haben sich Büsche ausgebreitet. Kristine Schmitt vom LIFE-Projekt Rhöner Bergwiesen erklärt das Problem: „Die traditionelle Nutzung aus Heugewinnung und Beweidung lohnt sich an diesen steilen Hanglagen nicht mehr für die Landwirte. Daher verbuschen die Flächen, die an die Nutzung angepassten Arten auf den nährstoffarmen Böden verschwinden.“ Dabei stehen Kalkmagerrasen aufgrund ihrer enormen Vielfalt an seltenen Arten, die sogar Orchideen hervorbringt, unter besonderem Schutz der EU. Das 2016 gestartete LIFE-Projekt Rhöner Bergwiesen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön nimmt sich dieser Verpflichtung an.

Nüsttal ist wegen seines Bestands an Kalkmagerrasen ein Schwerpunktgebiet. Während der Betzenrain offiziell noch als Kalkmagerrasen gilt, soll sich am Ellersrain dieser Lebensraumtyp erst entwickeln. „Unsere Maßnahmen konzentrieren sich an beiden Standorten zunächst auf Entbuschung“, erklärt Ranger Arnold Will, der die Arbeiten in Nüsttal betreut hat. Gerade das großflächige maschinelle Entfernen von Gehölz rufe bei Spaziergängern oft Unverständnis hervor. Auf den ersten Blick sei nicht einzusehen, dass Rodungsarbeiten dem Naturschutz dienen. Durch das Freischneiden der Landschaft bleibt Lebensraum aber genau für die Arten erhalten, die auf die offenen Flächen angewiesen sind. 

Neuntöter findet immer weniger Lebensraum

Einer von ihnen ist der Neuntöter. Der hübsche Vogel mit der schwarzen Augenbinde klingt wie ein Serienkiller, benötigt aber selber Schutz. Zwischen 2006 und 2015 ist der Bestand im Vogelschutzgebiet Hessische Rhön stark eingebrochen. Wie es aktuell um die Art bestellt ist, soll das laufende Monitoring klären. Fest steht: Sein Lebensraum schwindet immer weiter. Diesen auch für viele andere bedrohte Arten zu verbessern, ist ein Ziel des LIFE-Projekts. Der Würger bevorzugt vielfältig strukturierte halboffene Landschaften mit insektenreichem Grünland in direkter Nachbarschaft. Er brütet gern in dornigen Sträuchern. Seine aus kleinen Wirbeltieren und Insekten bestehende Beute spießt er als Vorratslager auf Dornen auf. Auf den südexponierten Kalkmagerrasen, die sich an Ellers- und Betzenrain entwickeln sollen, findet er, was er braucht. Damit der Neuntöter sich wohlfühlt, werden nicht alle Büsche entfernt, sondern bewusst einzelne Gehölze stehen gelassen.

Über die „Aufräumarbeiten“ am Ellersrain freut sich auch Eigentümer Josef Möller aus Oberaschenbach. Durch die Verbuschung war die Fläche für den Bio-Landwirt kaum zu nutzen. Die Weide darunter dient als Portionsweide für seine Mutterkuhhaltung. Da die Tiere nur zweimal im Jahr für jeweils eine Woche auf der Fläche sind und weder gedüngt noch gemäht wird, kann sich auch hier ein artenreiches Nahrungsbiotop für den Neuntöter entwickeln.

Mit ersten Blühwundern am Betzenrain rechnet LIFE-Mitarbeiterin Kristine Schmitt bereits in diesem Frühjahr. Schon jetzt seien typische Pflanzen der Magerstandorte wie Thymian, Fingerkraut und sogar Orchideen zu sehen. Am Ellersrain wird es vermutlich ein paar Jahre dauern, bis sich ein Blütenteppich zeigt, wie ihn nur Kalkmagerrasen hervorbringen. Dem allgegenwärtigen Artensterben die Stirn zu bieten, dafür lohnt es sich allemal.

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LIFE
news-1999 Mon, 15 Mar 2021 17:11:00 +0100 30 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Rhön: Höhepunkte 2021 https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/30-jahre-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-hoehepunkte-2021/ 2021 werden im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön 30 Jahre Anerkennung durch die UNESCO gefeiert. Kernzonen- und Entwicklungszonentag, Biosphärenwochen, Podcast und ein kunstvoll-kulinarisches Jubiläumsprodukt: Die drei Verwaltungen in Bayern, Hessen und Thüringen haben mit ihren zahlreichen Partnern besondere Höhepunkte organisiert. Der kommende Samstag ist ein wichtiger Tag für die Rhön: Vor 30 Jahren, am 6. März 1991, ist die Drei-Länder-Rhön von der UNESCO als Biosphärenreservat geadelt worden. Aufgrund der Corona-Pandemie kann am Samstag zwar nicht groß gefeiert werden, Glückwünsche gibt es aber trotzdem reichlich: Die drei UmweltministerInnen und die RhönlandrätInnen haben sich per Videobotschaft gemeldet und den Rhönerinnen und Rhönern gratuliert. Die Videos und alle Infos rund um das Jubiläum finden Sie hier.

Im Bereich "Veranstaltungen" finden sich dann auch die geplanten Jubiläumsveranstaltungen. Neben den bewährten Rhönschaf-Genießerwochen und den Sternenparkwochen werden in diesem Jahr in Kooperation mit der Rhön GmbH erstmals auch Biosphärenwochen angeboten: Vom 29. Mai bis zum 13. Juni laden die Zertifizierten Natur- und LandschaftsführerInnen zu zahlreichen Zielen in Bayern, Hessen und Thüringen ein, und die Gastronomen im Partnernetzwerk der Dachmarke Rhön kreieren besondere Jubiläumsmenüs. Neu ist auch der Kernzonentag am 23. Juli: An diesem Tag stehen die „Urwälder“ der Rhön bei Themenwanderungen und Vorträgen im Fokus. Bereits am 11. Juli, dem Entwicklungszonentag, werden anlässlich des E-Mobilitätstags in Eiterfeld Radtouren in allen Bundesländern angeboten.

Bildung, Bundesgartenschau, Biosphären-Infozentrum

Auch im Bereich Bildung wird einiges geboten: Die Hessische Verwaltung eröffnet im Mai das neu gestaltete Biosphären-Infozentrum in Hilders, und das Gelände der Propstei Zella in Thüringen wird ab Ende Juli mit einem „Grünen Klassenzimmer“, einem Entdeckerwagen und neuen Spielgeräten zum abwechslungsreichen Ausflugsziel für Kindergartengruppen, Schulgruppen und Familien. Auch der Spielplatz im Schwarzen Moor ist umgestaltet worden und wird ebenfalls Ende März wiedereröffnet. Die Bildung für nachhaltige Entwicklung steht zudem am 16. Juli bei einem Aktionstag unter dem Motto „Natürlich draußen – wo denn sonst?!“ im Fränkischen Freilandmuseum Fladungen im Fokus.

Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön auf der Bundesgartenschau in Erfurt, ein buntes Programm im neuen Naturerlebniszentrum Rhön und zahlreiche weitere Höhepunkte sind über das ganze Jubiläumsjahr hinweg geplant – angesichts der Corona-Pandemie zunächst leider noch unter Vorbehalt. Aufgrund der aktuellen Planungsunsicherheit stehen einige Details noch nicht fest, auf der Homepage bleiben Interessierte stets auf dem Laufenden.

Leichte Sprache, Podcast und Magazin

„Erste Schritte für eine barrierefreie Vermittlung unserer Inhalte haben wir mit Broschüren in Leichter Sprache getan, die ab dem Frühjahr erhältlich sein werden“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der seit diesem Jahr federführenden Thüringer Verwaltung. Auch die Webseite soll einen barrierearmen Zugang erhalten. Online kommt in diesem Jahr zudem ein ganz neues Angebot hinzu: „In einem Podcast wollen wir in regelmäßigen Abständen mit AkteurInnen aus den unterschiedlichsten Bereichen ins Gespräch kommen.“ Pünktlich zur nächsten länderübergreifenden Biosphärentagung im September – diese findet diesmal im Thüringischen Dermbach statt, im Fokus stehen gelungene Beispiele aus der nachhaltigen (Regional-)Entwicklung – veröffentlichen die Verwaltungen außerdem ein Jubiläumsmagazin, in dem Zeitzeugen aus den vergangenen 30 Jahren und der Gegenwart zu Wort kommen.

Motto: Mensch – Natur – Einklang            

Alle Angebote stehen gemäß dem weltweiten Programm „Mensch und Biosphäre“ unter dem Jubiläumsmotto „Mensch. Natur. Einklang.“ Auch die Partnerinnen und Partner nehmen sich diesen Leitsatz zu Herzen. So hat die Abteilung Dachmarke der Rhön GmbH in Zusammenarbeit mit der Caritas Werkstatt Schloss Haselstein ein ganz besonderes Jubiläumsprodukt kreiert. Das Marmeladenset „Rhöner Fruchtgenuss³ – Künstler Edition“ ist ein Dreier-Set mit Erdbeeren, Holunder und Hagebutten aus Bayern, Hessen und Thüringen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Caritas Werkstatt haben hierfür Bilder gemalt, die die Etiketten zieren. Alle Infos zum Produkt und den Verkaufsstellen finden Interessierte auf www.marktplatzrhoen.de.

Die Biosphäre in der Zukunft

In den vergangenen 30 Jahren ist es gelungen, die Rhön als Biosphärenreservat in Deutschland und der ganzen Welt bekannt zu machen. „Heute ist das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön die wichtigste Klammer zwischen den drei Ländern Bayern, Hessen und Thüringen und identitätsstiftend für alle Rhöner“, betont Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltung.

„Mit zahlreichen Projekten zum Schutz der Biodiversität, aber auch Förderungen von nachhaltigen Wirtschaftsweisen im Tourismus und der kommunalen Entwicklung sind wichtige Schritte getan worden, die den hier lebenden Menschen in der historischen Kulturlandschaft zu Gute kamen und kommen“, sagt Ulrike Schade. Ein wichtiger Bereich, der auch in der Zukunft weiter ausgebaut wird, ist die Bildung für nachhaltige Entwicklung. „Hier gibt es seit einigen Jahren den neuen Ansatz, direkt vor Ort PädagogInnen in Schulen und Kitas fortzubilden, so dass es einen Multiplikationseffekt in der Rhön gibt.“

Das Rhönschaf, die Rhöner Apfelinitiative, der Rotmilan, das Birkhuhn und der Sternenpark sind beispielhafte, besondere Markenzeichen und gleichzeitig identitätsstiftende, nachhaltige Projekte, mit denen es gelungen ist, viele Akteure zu motivieren, sich für den Erhalt und die Entwicklung dieser Landschaft einzusetzen. „HOCHRHÖNER und Extratouren, die Dachmarke Rhön, die Junior-Ranger, das Grüne Band und die Rhöner Bergwiesen sind weitere Highlights, auf die man stolz sein kann und darf“, ergänzt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung.

Im Bereich Natur- und Artenschutz stehen in den kommenden Jahren vor allem der Klimawandel mit all seinen Auswirkungen und der Erhalt der Biodiversität im Fokus. 

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news-2004 Mon, 15 Mar 2021 12:56:52 +0100 „Vorbild für andere Einrichtungen“: Umweltbildungsstätte Oberelsbach freut sich weiterhin über 5 Sterne https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vorbild-fuer-andere-einrichtungen-umweltbildungsstaette-oberelsbach-freut-sich-weiterhin-ueber-5-ste/ Bereits seit dem Jahr 2014 trägt die Umweltbildungsstätte Oberelsbach im Bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön das Qualitätssiegel des Bundesforums Kinder- und Jugendreisen und ist seitdem mit der Spitzenbewertung ausgezeichnet. Im vergangenen November wurden die Voraussetzungen für die anstehende Rezertifizierung geprüft, im Februar kam nun die positive Nachricht: Die Umweltbildungsstätte darf die fünf Sterne auch für die kommenden drei Jahre tragen. Das Bundesforum Kinder- und Jugendreisen e.V. ist die Dachorganisation für den Bereich der Kinder- und Jugendreisen in Deutschland. Das gemeinnützig arbeitende Forum bietet eine Plattform für trägerübergreifende Diskussionen und Innovationen. Gemeinsames Anliegen: die Qualitätssicherung. Die Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel ist hierbei vertrauensstiftend für Veranstalter von Kinder- und Jugendreisen. Diese können sich aufgrund des Siegels sicher sein, in der Umweltbildungsstätte ein hochwertiges Angebot in allen Bereichen vorzufinden – vom Bildungsangebot über die Verpflegung bis hin zur Zimmerausstattung. „Eine große Rolle spielt dabei auch der Kinder- und Jugendschutz, der anhand eines eigenen Schutzkonzepts und regelmäßigen Schulungen umgesetzt wird“, erklärt Bernd Fischer, Geschäftsführer der Umweltbildungsstätte Oberelsbach.

Der Anforderungskatalog für eine bestmögliche Bewertung ist sehr umfassend. Reinhard Schwarz, Auditor des Bundesforums, zeigte sich nach der eingehenden Prüfung aller Bereiche des Hauses höchst zufrieden und bezeichnet die Umweltbildungsstätte als „ein Vorbild für andere Einrichtungen“. 

Die 2012 eröffnete Umweltbildungsstätte Oberelsbach sensibilisiert unter dem Motto „Ein Kosmos voller Leben“ Schüler, Studenten und Erwachsene für die (Um-)Welt am Beispiel des
UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Die visionäre Architektur der Einrichtung ist Symbol für die Modernität des zeitgemäß konzipierten Bildungsangebots mit Seminaren, Workshops und Vorträgen.

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news-2003 Wed, 10 Mar 2021 11:18:13 +0100 Online-Vortrag: Hohe Artenvielfalt zahlt sich für Landwirtinnen und Landwirte aus https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/online-vortrag-hohe-artenvielfalt-zahlt-sich-fuer-landwirtinnen-und-landwirte-aus/ Dass sich der Erhalt bzw. die Förderung von Artenvielfalt in der Landschaft für Landwirte auch ökonomisch und betrieblich auszahlt, war eine der Erkenntnisse, die Prof. Dr. Emily Poppenborg Martin von der Leibniz Universität Hannover im Rahmen ihrer umfangreichen Forschungsarbeiten gewonnen hat. In der Vortragsreihe „In der Rhön, für die Rhön“ stellte sie die wichtigsten Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Den Onlinevortrag „Wie Landwirtschaft von Artenvielfalt profitiert“, zu dem die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön geladen hatte, verfolgten rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Eine Auswertung von Studien in 1515 Landschaftsausschnitten Europas habe ergeben, dass eine kleinstrukturierte Agrarlandschaft mit einer hohen sogenannten Randliniendichte („edge density“) die Vielfalt der vorhandenen Insekten deutlich erhöht und damit die Produktivität der Agrarökosysteme direkt positiv beeinflusst, erklärte die Professorin für Zoologische Biodiversität. Die (Wieder-)Herstellung einer solchen Landschaft sei deshalb für eine stabile landwirtschaftliche Produktion im Hinblick auf die sich bereits abzeichnenden Folgen des Klimawandels und die zu erwartenden Änderungen der Artenzusammenstellung von zentraler Bedeutung, so die Referentin.

Spinnentiere, Tausendfüßler sowie Insekten erbringen eine wichtige Ökosystemdienstleistung für die Landwirtschaft. Bienen, Fliegen, Wespen, Ameisen, Schmetterlinge, Nachtfalter und Käfer erfüllen die wichtige Funktion der Bestäubung der landwirtschaftlichen Kulturen. Laufkäfer, Marienkäfer, Kurz- und Netzflügler, Fliegen, Spinnen, Wespen, und Wanzen sowie die in der Nahrungskette eine Stufe höher stehenden Vögel und Fledermäuse erfüllen als natürliche Feinde die wichtige Funktion der Schädlingsregulierung, indem sie Schädlinge fressen, aussaugen oder parasitieren. „Natürlich gibt es unter diesen Tieren auch Kulturschädlinge, die bei großen Individuenzahlen wirtschaftlich relevante Schäden anrichten können“, sagte Prof. Dr. Poppenborg Martin. „Dies ist aber umso wahrscheinlicher, wenn die Ackerschläge sehr groß und nur mit einer Kultur bestellt sind.“ Eine solche Struktur biete oft nur noch wenigen Generalisten – dies sind wenig spezialisierte Tiere – als natürlichen Feinden einen Lebensraum. Schädlinge lebten dann in und von der landwirtschaftlichen Kulturpflanze und könnten sich in Abwesenheit natürlicher Feinde ungebremst vermehren.

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass die Vielfalt der Insektenarten mit zunehmender Distanz vom Feldrand immer weiter abnimmt, da Fliegen, Käfer und Bienen nur einen eingeschränkten Bewegungsradius haben. Dies hat zur Folge, dass große Ackerflächen verarmen –  selbst wenn es angrenzend Brachflächen, Heckenstrukturen oder eigens angelegte Blühwiesen gibt“, erläuterte die Agrar- und Landschaftsökologin weiter. „Wenn aber die Bestäubung nur durch eine Art, beispielsweise die Honigbiene, erbracht wird, tritt ein weitaus geringerer und auch weniger zuverlässiger Bestäubungserfolg ein, als wenn die Bestäubung durch mehrere Wildbienenarten und Schwebfliegen erfolgt. Der Artenschwund schlägt sich also direkt in einem Rückgang der Erträge nieder.“

Dem Erhalt und der Schaffung einer reich strukturierten Landschaft mit möglichst kleinteiligen Ackerschlägen und möglichst vielen und nah beieinanderliegenden „Rändern“ und „Feldgrenzen“ sei demnach – auch im ureigenen Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe – höchste Priorität einzuräumen. Bei Grenzen und Säumen im Abstand von 200 Metern bewege sich die Artenvielfalt in einem guten Bereich, schloss die Referentin.

Wichtige AnsprechpartnerInnen in der Rhön und der Region zum Thema Artenvielfalt finden Sie hier (PDF).

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news-2002 Tue, 09 Mar 2021 14:03:59 +0100  60 Module zur Bildung für nachhaltige Entwicklung: Umweltbildungsstätte Oberelsbach stellt neue Bildungsbroschüre vor https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/60-module-zur-bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-umweltbildungsstaette-oberelsbach-stellt-neue-bil/ Die Zeit des Lockdowns hat das Team der Umweltbildungsstätte Oberelsbach dazu genutzt, neue Wege einzuschlagen. So wurde unter anderem das Bildungsangebot überarbeitet und eine neue Printversion mit aktualisiertem Inhalt und in neuem Design erstellt. Die Broschüre mit rund 60 verschiedenen Modulen aus fünf Themenbereichen wurde nun im Rahmen der Gesellschafterversammlung der Umweltbildungsstätte Oberelsbach gGmbH vorgestellt. „Besonders freuen wir uns, dass wir viele weitere neue Partnerinnen und Partner aus der Region gewinnen konnten, die sich mit ihrer Expertise in unser Bildungsprogramm einbringen. Neu ist auch, dass jedes Modul hinsichtlich seiner Barrierefreiheit gekennzeichnet ist“, freut sich Geschäftsführer Bernd Fischer. Neben der gedruckten Broschüre steht das Programm auch digital kostenfrei zur Verfügung. Die Umweltbildungsstätte als Schullandheim und Seminarhaus im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bietet Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Umweltbildung für Schulklassen, Studierende und Erwachsenengruppen an. Die BNE geht dabei weit über den klassischen Naturschutz hinaus: Sie behandelt neben ökologischen auch ökonomische, soziale und kulturelle Themenfelder und fordert so zur Auseinandersetzung mit allen Dimensionen der Nachhaltigkeit heraus.

Kooperationen mit Akteuren aus der Region 

All diese Aspekte werden im Bildungsangebot der Umweltbildungsstätte bedacht. Um die Komplexität des Themas Nachhaltigkeit in der Bildungsarbeit abbilden zu können, arbeitet das Umweltbildungsteam mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren aus der Region zusammen, die sich in ihrer täglichen Arbeit für die Rhön und eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. Hierzu zählen beispielsweise ErlebnisbäuerInnen, regionale Brauereien, das Fränkische Freilandmuseum Fladungen, das BayernLab Bad Neustadt (Thema Digitalisierung) und Zertifizierte Natur- und LandschaftsführerInnen.   

„Diese Kooperationen sind der Schlüssel, um der Vielschichtigkeit von Nachhaltigkeit und dem breiten Themenfeld der Bildung für nachhaltige Entwicklung gerecht werden zu können. Daher freuen wir uns ganz besonders, dass wir immer auf unsere Partnerinnen und Partner als unentbehrliche Stütze unserer Arbeit zählen können“, betont Katharina Klug, Pädagogische Fachbetreuerin der Umweltbildungsstätte.

Dauerbrenner und Neuheiten

Die neue Broschüre enthält rund 60 verschiedene Bildungsangebote aus den fünf Themenbereichen Ernährung und Landwirtschaft, Wald und Holz, Siedlung und Soziales, Nachhaltiger Konsum sowie Mensch, Natur und Umwelt. Die meisten der Angebote stellen seit Jahren feste Bestandteile des Programms dar, die nicht mehr wegzudenken sind. Hierzu gehören die Sternenwanderung, die Führung durch das Schwarze Moor, der Besuch beim Rhönschäfer oder die Betriebsbesichtigung der Bionade GmbH in Ostheim v. d. Rhön.

„Allerdings machen der gesellschaftliche Wandel und die Brisanz aktueller Themen eine Anpassung des Angebotes von Zeit zu Zeit notwendig“, so Klaus Spitzl, Geschäftsführer des NBR e. V. Auch die immer wiederkehrenden Stammgäste der Umweltbildungsstätte freuen sich über neue Angebote.

Brot, Bier und Biodiversität

Neu ist zum Beispiel eine Führung durch die Kelterei Schloss Gebsattel in Sondheim v. d. Rhön, bei der der Weg vom Obst zum Getränk nachvollzogen wird. Der Bäckermeister und Brotsommelier Ullrich Amthor aus Waltershausen informiert die Gäste in der Umweltbildungsstätte mit einer Mischung aus Theorie und Praxis rund um das Thema Brot. Im Orgelbaumuseum Schloss Hanstein in Ostheim v. d. Rhön wird die Geschichte des Orgelbaus durch viele interaktive Elemente erlebbar gemacht. Ebenfalls neu im Programm ist eine Expedition ins Grünland, bei der die Biodiversität, der Artenreichtum einer Rhöner Wiese, mit Bestimmungshilfe und Becherlupe ganz praktisch erkundet werden kann. Wissenswertes zum Herstellungsprozess und einen Streifzug durch die Vielfalt des Rhöner Bieres in Form einer Verkostung bietet das neue Modul „Vom Halm ins Glas“.

Projektwoche „Alltagskompetenz und Lebensökonomie“ für Schulen Pflicht

Eine weitere wichtige Neuerung im Programm ist das Angebot einer Projektwoche „Alltags-kompetenz und Lebensökonomie“, die seit diesem Schuljahr sowohl für Grund- als auch für weiterführende Schulen in Bayern verpflichtend ist. Hier sollen Schülerinnen und Schüler fit werden in den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft, Gesundheit, Verbraucherverhalten, Umweltverhalten und Haushaltsführung. In der Umweltbildungsstätte kann diese Aufgabe im Rahmen eines Schullandheimaufenthaltes durchgeführt werden. Buchen kann man das 5-tägige Komplettpaket oder einzelne Themenbausteine.

Barrierefreiheit gekennzeichnet

Mehrmals im Jahr beherbergt die Umweltbildungsstätte Gruppen der Offenen Behinderten-arbeit oder der Lebenshilfe. Auf die Barrierefreiheit des gesamten Hauses wurde bereits beim Bau vor rund zehn Jahren großen Wert gelegt. Nun sind auch alle Module in der Broschüre und auf der Homepage hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit bezüglich Seh-, Hör- oder Gehbehinderung sowie kognitiver Beeinträchtigung gekennzeichnet. So können sich die Betreuerinnen und Betreuer vorab darüber informieren, welche Module für die Bedürfnisse ihrer Gruppe geeignet sein könnten.

Lob von Landrat und Bürgermeisterin

Thomas Bold, Landrat des Landkreises Bad Kissingen, und Oberelsbachs Bürgermeisterin Bir-git Erb lobten die Überarbeitung des Angebots und betonten dessen stets wachsende Bedeutung für die Bildungslandschaft in der Rhön und darüber hinaus. „Mit der besonderen Kennzeichnung der barrierefreien Angebote ist ein weiterer wichtiger Schritt im Bereich Inklusion getan“, sagte Landrat Bold. Birgit Erb dankte dem Umweltbildungsteam um Katharina Klug. „Neben Klimawandel und Naturschutz nimmt das Angebot aktuelle gesellschaftlich relevante Themen in den Blick.“ So gehören auch die nachhaltige Dorfentwicklung im ländlichen Raum und der Alltag in der Kommunalverwaltung zum Programm. Bei einer Ortsrallye lernen die SchülerInnen den Markt Oberelsbach näher kennen, und in dem Modul „Kommunalverwaltung ganz nah“ können Bereiche des Rathauses und der Gemeindeverwaltung erkundet werden. Auch in der Verwaltung wolle man künftig einen stärkeren Fokus auf digitale Barrierefreiheit legen, sagte die Bürgermeisterin – etwa in Form eines virtuellen Rundgangs durch das Rathaus.

Das Bildungsprogramm ist digital auf der Homepage der Umweltbildungsstätte unter https://oberelsbach.rhoeniversum.de/ihr-programm zu finden. Für Fragen steht das Team der Umweltbildungsstätte Oberelsbach gern telefonisch unter (09774) 8580 550 oder per Mail an info@rhoeniversum.de zur Verfügung.

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news-2001 Tue, 09 Mar 2021 12:59:53 +0100 Deutscher Verband für Landschaftspflege startet Ideenwettbewerb „Modellbetriebe Bioökonomie in Mittelgebirgen“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/deutscher-verband-fuer-landschaftspflege-startet-ideenwettbewerb-modellbetriebe-biooekonomie-in-mitte/ Deshalb richtet der DVL einen bundesweiten Wettbewerb für land- und forstwirtschaftliche Betriebe in Deutschlands Mittelgebirgen aus, der mit 15.000 Euro Preisgeld dotiert ist. Mit dem DVL-Ideenwettbewerb werden Modellbetriebe gewürdigt, die innovative Wege aufzeigen, das Potenzial nachwachsender Rohstoffe in den Mittelgebirgsregionen wie der Rhön zu erschließen und ökonomisch weiterzuentwickeln. Pressemitteilung des DLV

Ob der Wandel zu einer nachhaltigen, biobasierten Wirtschaft gelingt, entscheidet sich vielleicht auch in den deutschen Mittelgebirgen. Eine nachhaltige Land- und Forstwirtschaft bildet die Grundlage für eine biobasierte, klimaneutrale Wirtschaftsweise. Gleichzeitig spielt sie beim Erhalt und der Entwicklung der Mittelgebirgsregionen eine zentrale Rolle.

Im Wettbewerb des DLV werden Ideen aus allen Teilen land- und forstwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten, von der Erzeugung über die Verarbeitung bis hin zum Vertrieb gesucht. Dies können zum Beispiel nachhaltige Anbauverfahren von Energiepflanzen und Lebensmitteln, neue Produkte aus Holz oder Verbesserungen im Natur-, Ressourcen- und Klimaschutz sowie der Landschaftsgestaltung sein.

Bioökonomie: Natur als Entwicklungsmotor der Wirtschaft

Als biobasierte, klimaneutrale Wirtschaftsweise bietet Bioökonomie die Chance, unsere fossile Wirtschaft und die damit verbunden Probleme für Klima, Umwelt und Biodiversität zu überwinden. Die nationale Bioökonomiestrategie setzt für die Entwicklung hin zu einer zukunftsfähigen, kreislauforientierten Wirtschaftsweise zwei Prioritäten: Erstens, die Sicherstellung biogener Ressourcen und zweitens, die Weiterentwicklung biologischen Wissens und fortschrittlicher Technologien. Beides findet sich in Deutschlands Mittelgebirgen.

Mittelgebirge als Schauplatz ökonomischer Transformation

Mit dem größten Waldanteil und einem hohen Anteil an wirtschaftenden Grünlandbetrieben besitzen die Mittelgebirge ein hohes Potenzial an nachwachsenden Rohstoffen und biogenen Reststoffen. Die dort tätigen Land- und Forstbewirtschaftenden besitzen berufsbedingt das Wissen zu biologischen Kreisläufen und, aufgrund der geografisch- und klimatischbedingten schwierigen Bedingungen, die natürliche Notwendigkeit innovative Lösungen zu finden. „Aufgrund der Standortnachteile haben die Menschen in den Mittelgebirgen schon immer viel Innovationskraft und Experimentierfreudigkeit gezeigt. Wir sind gespannt auf neue Ideen!“ erklärt Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL.

Umsetzung der Mittelgebirgsstrategie 2030

Bereits 2018 entwickelte der DVL zusammen mit aktiven Landbewirtschaftenden, Landschaftspflegerinnen und Experten die Mittelgebirgsstrategie 2030, welche die Grundlage des Ideenwettbewerbes bildet. Aufgrund schwieriger naturräumlicher Gegebenheiten stehen die 44 Mittelgebirgsregionen Deutschlands vor großen Herausforderungen. Ziel der von einem breiten Bündnis getragenen Strategie ist es, die Regionen als Einheiten von Lebens-, Wirtschafts- und Kulturräumen zu erhalten, dynamisch weiterzuentwickeln und zugleich ihren einzigartigen Charakter zu bewahren.

Übertragung und Weiterentwicklung der Ideen

Durch die Auslobung des Ideenwettbewerbs möchte der DVL nicht nur einzelne Modellbetriebe prämieren, sondern Vorbilder für andere Betriebe und Regionen finden. „Über unseren Wettbewerb erwartet wir eine Beteiligung von Land- und Forstwirtbewirtschaftenden, die auch Interesse haben, sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Regionen auszutauschen.“ erläutert Metzner. „Ihre Ideen können neue Unternehmenskonzepte für andere Betriebe sein, die jungen Menschen neue Perspektiven aufzeigen. Im Rahmen des Projektes bieten wir den Teilnehmenden die Möglichkeit ihre Konzepte weiterentwickeln, als Schulungsbetrieb zu agieren und neue Partner zu finden, um ihre Produktion zu erweitern.“

Kulturlandschaft, Biodiversität, Umwelt und Klima berücksichtigen

Die eingereichten Ideen werden von einer 13-köpfigen Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Wissenschaft, wie dem Deutschen Bauernverband, dem Verband Deutscher Naturparke oder der Deutschen Vernetzungsstelle ländlicher Räume, bewertet. Eine der größten Herausforderungen bei der Erschließung der Bioökonomie ist die nachhaltige Erzeugung der Ausgangsstoffe. Deshalb spielen bei der Beurteilung der Ideen neben den Kriterien „Innovation“, „Wirtschaftlichkeit“ und „Wertschöpfung für die Region“, der Erhalt und die Entwicklung der Kulturlandschaft sowie der Schutz von Biodiversität, Umwelt und Klima eine entscheidende Rolle.

Der Wettbewerb ist mit 15.000 Euro dotiert. Interessierte können ihre Bewerbung bis zum 31.08.2021 online auf der projekteigenen Homepage https://www.ibm.dvl.org/ einreichen. Das Projekt wird von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreut und durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Der DVL ist der Dachverband der 181 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland (Landschaftspflegeverbände, Landschaftserhaltungsverbände, Lokale Aktionen und Biologische Stationen). Sie arbeiten dabei mit über 10.000 landwirtschaftlichen Betrieben für den Naturschutz eng zusammen.

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news-2000 Sat, 06 Mar 2021 00:09:26 +0100 Glückwünsche von Anja Siegesmund, Priska Hinz und Thorsten Glauber https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/glueckwuensche-von-anja-siegesmund-priska-hinz-und-thorsten-glauber/ Zum Jubiläum 30 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Rhön überbringen die Umweltministerinnen Anja Siegesmund (Thüringen) und Priska Hinz (Hessen) und der Bayerische Umweltminister Thorsten Glauber den Rhönerinnen und Rhönern ihre Glückwünsche. Da ein persönlicher Besuch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön derzeit nicht möglich ist, haben die MinisterInnen eine Videobotschaft aufgenommen.

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news-1998 Mon, 01 Mar 2021 09:58:18 +0100 Thüringer Umweltpreis 2021 erstmals mit Sonderpreis für Ideen zur Vermeidung von Plastik https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/thueringer-umweltpreis-2021-erstmals-mit-sonderpreis-fuer-ideen-zur-vermeidung-von-plastik/ Das Thüringer Umweltministerin startet ab heute seinen Wettbewerb für den Thüringer Umweltpreis 2021. Bis Ende Mai können sich Thüringerinnen und Thüringer als Einzelpersonen oder in Gruppen für die mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preise bewerben. Erstmals gibt es einen Sonderpreis zum Thema Plastik. Pressemitteilung des TMUEN

„Die lange Zeit der Pandemie hat den Wunsch nach einer gesunden Umwelt bei den Thüringerinnen und Thüringern verstärkt. Der Umweltpreis ist eine Einladung an alle, beim Schutz unserer Lebensgrundlagen mitzumachen und gute Ideen in den Wettbewerb einzubringen. Ob gemeinsame Flussfegen, ein Recyclingprojekt, die Pflege von Streuobstwiesen oder nachbarschaftliche Sharing-Ideen: Beim Umweltschutz können alle aktiv sein. Im kreativen Startup, im etablierten Unternehmen, in Schulen, Kirchgemeinden, im Verein, in der Verwaltung oder auch ganz privat: Umwelt- und Naturschutz lebt vom Engagement vieler. Neben unseren Gesetzen und Förderprogrammen brauchen wir Menschen, die sich beharrlich für eine gesunde Natur und Umwelt von morgen einsetzen. Das wollen wir würdigen“, erklärt Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund.

Der Thüringer Umweltpreis wird 2021 bereits zum sechsten Mal vergeben. Unter dem Motto „Nachhaltige Wege aus der Kunststoffflut“ wird in diesem Jahr erstmalig ein mit 4.000 Euro dotierter Sonderpreis vergeben. Er zeichnet ein Projekt aus, das in vorbildhafter Weise aufzeigt, wie Kunststoffe verantwortungsvoll und effizient genutzt werden können, wie ein wirkungsvoller Beitrag zur Kunststoffreduktion und -vermeidung geleistet wird.  

Bewerbungen für den Thüringer Umweltpreis 2021 sind bis zum 31.05.2021 möglich. Die Ausschreibung und das Bewerbungsformular stehen zum Download im Internet zur Verfügung unter:

www.thueringer-umweltpreis.de.

Teilnehmen können Einzelpersonen oder Personengruppen, Unternehmen, Vereine und Verbände, Bürgerinitiativen, Kommunen und kommunale Partnerschaften aus Thüringen.

Die Verleihung des Umweltpreises soll, sofern es die Situation zulässt, Anfang September im Umfeld der Bundesgartenschau auf dem EGA-Gelände stattfinden.

Hintergrund

Der Thüringer Umweltpreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, der Hauptpreis beträgt mindestens 5.000 Euro. Die Beiträge der Bewerberinnen und Bewerber sollen dem Klimaschutz, dem Naturschutz, der Ressourceneffizienz, ökologischen Verbesserungen oder dem Naturschutz dienen. Auch künstlerische oder journalistische Arbeiten können eingereicht werden. Die Jury wünscht sich insbesondere Beiträge, die innovativ und nachhaltig angelegt sind, in ihrer praktischen Umsetzbarkeit überzeugen und den Umweltschutzgedanken in die Gesellschaft tragen.

Zuletzt ging er 2019 an die Staatliche Regelschule „Geratal“ in Geraberg für ihr Projekt „GHOST – Gute Geister pflegen Streuobstwiesen“. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz werden in dem Projekt Naturschutz, Landschaftspflege, die Achtung vor Lebensmitteln und gleichermaßen wirtschaftliches Handeln mit großem persönlichen Engagement aller Beteiligten gelebt. Der zweite Preis ging an das innovative Restaurant-Projekt „Die Lücke“ in Weimar, das als temporäres Restaurant aus Recyclingstoffen mit einer einfachen Küchengestaltung Nachhaltigkeit erlebbar macht und mit geringem Ressourcenverbrauch ein gutes Angebot schafft. Über den dritten Preis konnte sich die Initiative „ELLA – Lastenräder für Erfurt“ freuen.

Preisträger in den vorangegangenen Jahren waren u.a. die evangelische Regionalgemeinde Kindelbrück für vorbildlichen CO2-neutralen Energieeinsatz und Umweltbildung, die Weimarer Wohnstätte GmbH, das Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz (ThINK) aus Jena, die Firma Leitec Gebäudetechnik aus Heiligenstadt und die Bauhaus-Universität Weimar sowie verschiedene Schulen und Kindergärten.

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news-1997 Thu, 25 Feb 2021 09:05:40 +0100 Mit dem Frühling kommt die Brutzeit – Hilfe für Rotmilan, Grauspecht und Co. https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/mit-dem-fruehling-kommt-die-brutzeit-hilfe-fuer-rotmilan-grauspecht-und-co/ In den heimischen Gärten künden die gelb blühenden Winterlinge und die weißen Schneeglöckchen vom baldigen Ende des Winters. Auch bei der Beobachtung der Vogelwelt deutet sich der Wechsel der Jahreszeiten an: Die ersten Rotmilane sind zurück aus ihrem Winterquartier. Wie jedes Jahr wird im UNESCO-Biosphärenreservats Rhön viel für den Schutz des Greifvogels getan. Als die Rhön Anfang Februar noch dick in Schnee gepackt war, sind bereits die ersten Kraniche gen Norden gezogen. Auch die ersten Rotmilane, die den Winter in Spanien und Südfrankreich verbracht haben, kann man vereinzelt am Himmel beobachten. Es bleibt zu hoffen, dass der Greifvogel – so wie in den vergangenen Jahren – wieder zahlreiche Reviere und Horste besetzt.

Die Ranger im Hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön haben die vergangenen Wochen genutzt, um die Horstbäume zu kontrollieren und Horstschutzmanschetten zu erneuern. Dabei handelt es sich um stabile Plexiglasfolien, mit denen die Stämme ummantelt werden, um Nesträuber abzuhalten. „Untersuchungen der Vogelschutzwarten haben gezeigt, dass diese Art von Manschetten einen guten Schutz vor Nestplünderern wie Waschbar und Mader bieten“, erklärt Ranger Jan Knittel, der bei der Hessischen Verwaltung für das Rotmilan-Projekt verantwortlich ist. Vor allem der Waschbär, der sich in der Rhön rasant ausbreitet, wird vermehrt zum Problem. Dennoch könne nur ein teilweiser Schutz für Eier und Jungvögel im Nest erreicht werden – denn Habicht und Uhu sind weitere tödliche Feinde.

Ziel ist, weitere Schutzmanschetten auszubringen. Die Hessische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön ruft daher Privatwaldbesitzer und Förster auf, Bäume, die geschützt werden könnten, zu melden. Da jetzt die sensible Brutzeit beginnt, werden weitere Manschetten an den gemeldeten Standorten dann im Herbst angebracht.

Nicht nur in Hessen, sondern auch in Bayern und Thüringen gehen derweil die Rotmilan-Kartierarbeiten weiter. Das über sechs Jahre geförderte Artenhilfsprojekt „Rotmilan in der Rhön“ war im Sommer 2020 zwar offiziell ausgelaufen. Dank des seit Jahren bestehenden großen Netzwerks an engagierten Ehrenamtlichen können die Verwaltungen die Kartierungen in Zusammenarbeit mit den Vogelschutzwarten aber fortführen.

Nistkästen im Garten

Die Ranger haben derzeit auch andere Vogelarten im Blick. Zum Beispiel bringen sie im Vogelschutzgebiet Hessische Rhön Nistkästen für Trauerschnäpper und spezielle Kästen als Nachtquartier für den seltenen Grauspecht aus. Das Vorkommen des Grauspechts in der Hessischen Rhön wird aktuell im Rahmen einer studentischen Abschlussarbeit erforscht.

Auch in den heimischen Gärten deutet das muntere Zwitschern auf die baldige Brutzeit der Gartenvögel hin. „Sie freuen sich über neue oder frisch gesäuberte Nistkästen“, sagt Jan Knittel.

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news-1979 Mon, 22 Feb 2021 12:56:00 +0100 Eine halbe Million Euro für nachhaltige Regionalentwicklung in Thüringer Rhön: Bis 28. Februar Projektideen einreichen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/eine-halbe-million-euro-fuer-nachhaltige-regionalentwicklung-in-thueringer-rhoen-bis-28-februar-proje/ Große Investition in die nachhaltige Regionalentwicklung: Das Thüringer Umweltministerium (TMUEN) fördert in diesem Jahr Projekte im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mit insgesamt 525.000 Euro. Verwaltungsstellenleiterin Ulrike Schade freut sich nun auf die Ideen der Kommunen und Verwaltungsgemeinschaften, die bis zum 28. Februar ihre Projektskizzen einreichen können. Ziel ist die Förderung von investiven Projekten zur Umsetzung der in der Thüringer Biosphärenreservatsverordnung beziehungsweise im Rahmenkonzept des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön aufgeführten Ziele. Ob die Inwertsetzung landwirtschaftlicher oder anderer regionaler Produkte, die Schaffung von Angeboten in den Bereichen nachhaltiges Naturerlebnis, Bildung für nachhaltige Entwicklung und Erlebnispädagogik, oder aber Projekte zur Brauchtumspflege, Mobilität und Barrierefreiheit: „Die Kommunen dürfen kreativ sein, und die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, mit ihren Ideen auf ihre Kommunalverwaltungen zuzugehen“, sagt Ulrike Schade. „Die hohe Fördersumme bietet eine große Chance für die nachhaltige Regionalentwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat – neben der internationalen Anerkennung, der touristischen Marke, dem Schutz der Biodiversität nun auch ein weiterer Mehrwert für Mensch und Wirtschaft in der Region.“

Insgesamt stehen für die acht Nationalen Naturlandschaften Thüringens in diesem Jahr 2, 7 Millionen Euro bereit. Vorausgegangen waren im Jahr 2020 Projekte für eine nachhaltige Regionalentwicklung in der möglichen Biosphärenregion Südharz/Kyffhäuser/Hohe Schrecke. Dort wurden 17 Projekte von 9 Städten und Gemeinden mit rund 900.000 Euro unterstützt, erklärt das Ministerium. Der erfolgreiche Weg in Nordthüringen wurde zum Anlass genommen, um die Förderung der Kommunen auch auf die beiden bestehenden UNESCO-Biosphärenreservate Rhön und Thüringer Wald sowie die Gemeinden in den Naturparks Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale, Thüringer Wald und Eichsfeld-Hainich-Werratal mit dem Nationalpark Hainich auszudehnen.

Gemeinden, Gemeindeverbände und Städte aus dem Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön können bis zum bis zum 28. Februar Projektskizzen beim TMUEN einreichen. Vorab ist eine Stellungnahme der Thüringer Verwaltung erforderlich. Ansprechpartnerin ist Ulrike Schade, Telefon (0361) 57 3923 330, E-Mail: poststelle.rhoen@nnl.thueringen.de. Die eingereichten Projektskizzen werden durch ein regionales Gremium bewertet, das sich insbesondere aus Vertretern der beteiligten Landkreise zusammensetzt und durch das Umweltministerium bestätigt wird. Die Gemeinden mit den am besten bewerteten Projektskizzen werden anschließend aufgefordert, einen konkreten Förderantrag bis etwa Ende April beim TMUEN einzureichen. Die Projekte sollen so konzipiert sein, dass deren Umsetzung weitestgehend in 2021 möglich ist. In begründeten Fällen können Projekte darüber hinaus auch bis 2022 oder 2023 gefördert werden.

Ausführliche Informationen zum Vorgehen (Merkblatt) und das Projektskizze-Formular zum Ausfüllen finden Sie unter "Downloads" auf dieser Seite. 

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news-1994 Thu, 18 Feb 2021 14:42:39 +0100 Schafwollpellets als ökologischer Dünger: RhönWollets gehen in den Verkauf https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/schafwollpellets-als-oekologischer-duenger-rhoenwollets-gehen-in-den-verkauf/ Pünktlich zum Start der neuen Saison gibt es für die Gartenarbeit ab sofort ein ganz besonderes Hilfsmittel aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön: Aus Rhöner Schafwolle sind Pellets entstanden, ein ökologischer Langzeitdünger. Die sogenannten RhönWollets sind ab dem 22. Februar erhältlich. „Damit geht unser Gemeinschaftsprojekt nun offiziell an den Start“, freuen sich Janet Emig vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. und Nadja Schneider von der Rhön GmbH, Abteilung Dachmarke. Das gemeinsame Ziel ist es, das Schaf als Ganzes zu vermarkten und die Wertschätzung für das Produkt Wolle zu erhöhen. So waren die beiden Projektverantwortlichen auf die Idee gekommen, durch eine neue Form der Aufbereitung bzw. Pelletierung eine Wiederverwendungsmöglichkeit für Rhöner Schafwolle zu schaffen, die sonst immer häufiger zum Abfallprodukt wird.

An einer ersten Sammlung im Dezember 2020 beteiligten sich neun Schäferei-Betriebe aus der Bayerischen und der Hessischen Rhön. Insgesamt waren rund zwei Tonnen Wolle zusammengekommen, die anschließend von der Firma Natur Power Pellets in Wemding hygienisiert und gepresst wurden. Die RhönWollets eignen sich für die Düngung von Blütensträuchern, Gemüse und Kohlarten, aber auch für Beeren. Sie können nicht nur im Garten, sondern auch in Blumentöpfen verwendet werden. In der Erde liefert die Wolle nicht nur wertvolle Nährstoffe, sondern dient zusätzlich als Wasserspeicher. Dadurch ist die Pflanze nicht nur in Trockenphasen gut versorgt, sondern die Bindekapazität im Boden wird mehr als verdoppelt. Die Wirkung des Langzeitdüngers ist dabei nachhaltig: „Eine Anwendung genügt.“

Erhältlich sind die RhönWollets ab dem 22. Februar bei den beteiligten Schäfern sowie an weiteren Verkaufsstellen in 1- und 2,5-Kilogramm-Packungen.

Hier erhältlich: Beteiligte Partner-Schäferein


Hier erhältlich: Weitere Verkaufsstellen

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Ansprechpartner VNLR
news-1995 Thu, 18 Feb 2021 10:42:00 +0100 Spannendes Arbeitsheft „Im Reich des Rotmilans“ für die Klassen 3 und 4 https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/spannendes-arbeitsheft-im-reich-des-rotmilans-fuer-die-klassen-3-und-4/ Pünktlich zur erwarteten Rückkehr der Rotmilane aus ihrem Winterquartier stellt die Arbeitsgruppe Bildung aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ein neues Schüler-Arbeitsheft vor. Auf 20 Seiten führt „Im Reich des Rotmilans“ spielerisch in die Lebensweise des Charaktervogels der Rhön ein. Wo kommen Rotmilane vor? Warum fühlt sich der Greifvogel in der Rhön so wohl? Welchen Gefahren ist er ausgesetzt, und was können wir tun, um ihn zu schützen? Das Heft, das für die Jahrgangsstufen 3 und 4 konzipiert ist, vereint fachliche Informationen mit spielerischen Elementen. In einem Quiz können die Schülerinnen und Schüler zum Ende ihr neu erlangtes Wissen testen.

Entstanden ist das Arbeitsheft im Rahmen des im Jahr 2020 abgeschlossenen Rotmilan-Artenhilfsprojekts, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert wurde. Bei der Erarbeitung wirkten Pädagogen, Biologen, Journalisten und die länderübergreifende Arbeitsgruppe Bildung der Verwaltungen und Trägervereine des UNESCO-Biosphärenreservats mit. Das Team hofft nun, dass das auf die Lehrpläne angestimmte Heft breite Verwendung in den Grundschulen in Bayern, Hessen und Thüringen findet.

Das Heft „Im Reich des Rotmilans“ ist bei den Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön in Oberelsbach, Dermbach OT Zella/Rhön und Hilders kostenlos erhältlich (auch im Klassensatz).

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news-1993 Thu, 18 Feb 2021 10:03:09 +0100 Wir sind die Neuen: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verwaltungen stellen sich vor https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wir-sind-die-neuen-mitarbeiterinnen-und-mitarbeiter-in-den-verwaltungen-stellen-sich-vor/ Der Nachhaltigkeitsbericht für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, WWF-Projekt, Artenerfassung, Anpassung an die Folgen des Klimawandels, Forschungskoordination, Biodiversitäts- und Datenmanagement sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung: Die Verwaltungen in Bayern und Thüringen haben in den vergangenen Monaten Verstärkung bekommen. Die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Teil länderübergreifend arbeiten, stellen sich vor. Tina Bauer

Alter: 26

aufgewachsen in: Oberelsbach

In der Bayerischen Verwaltung seit 07.12.2020

Ausbildung/Studium
Master in Biodiversität und Umweltbildung, Bachelor in Allgemeiner Pädagogik

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?
Ich bin zuständig für die Koordination von bürgerwissenschaftlichen Arterfassungsprojekten. Das bedeutet ich überlege mir geeignete Tier- und Pflanzenarten, bei deren Suche mir alle interessierten Bürgerinnen und Bürger helfen können.

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?
An der Stelle hat mir vor allem die Kombination aus Naturschutz und Pädagogik gefallen. So kann ich meine Erfahrungen aus der Umweltbildung mit meinem neuen großen Interesse für biologische Themen vereinen. Außerdem ist die Rhön meine Heimat und ich freue mich wieder hier zu sein und zum Naturschutz im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön beizutragen.

Wie waren Ihre Erfahrungen in den ersten Wochen im neuen Job?
Aufregend!  

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders?
Ich freu mich besonders darauf mich in neue Tier- und Pflanzenarten einzuarbeiten und dann mithilfe vieler interessierter Bürgerinnen und Bürger spannende Erfassungsprojekte dazu umzusetzen.

Möchten Sie den Lesern sonst noch etwas mitgeben?
Im Mai startet ein erstes Projekt zur Suche nach zwei Insektenarten und ich freue mich schon jetzt auf die Mithilfe und Unterstützung aller Leser! Weitere Infos dazu gibt es bald!

 

Lisa Knur 

Alter: 39

Geboren und aufgewachsen in: Oberbach

In der Bayerischen Verwaltung seit November 2020

Ausbildung/Studium

B.Sc. International Forest Ecosystem Management an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und M.Sc. Extension for Natural Resources-Based Livelihoods an der Universität Reading in England.

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?

Ich bin gemeinsam mit meiner Kollegin Doris Pokorny für die Forschungskoordination im Biosphärenreservat Rhön zuständig. Aktuell bin ich dabei eine Literaturdatenbank zum Biosphärenreservat Rhön aufzubauen, in der alle wissenschaftlichen Arbeiten mit fachlicher Relevanz oder Bezug zum Biosphärenreservat länderübergreifend erfasst und bereitgestellt werden sollen, um die weitere Forschung darauf aufzubauen. Außerdem führe ich die Vortragsreihe „In der Rhön für die Rhön“ fort, in der Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten vorgestellt werden, aber auch Themen aufgegriffen werden sollen, die uns „Rhöner“ beschäftigen.

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?
Der Schwerpunkt all meiner bisherigen Tätigkeiten war die transdisziplinäre Zusammenarbeit mit Menschen aus unterschiedlichsten Disziplinen. Das ist oft nicht ganz einfach weil sehr unterschiedliche Interessen, Vorstellungen aber auch institutionelle Vorgaben aufeinanderprallen können. Nichts desto trotz geht es in einem „Men and Biosphere Reserve“ genau darum. Es sollen Lösungsansätze entwickelt und erprobt werden, wie der Mensch im Einklang mit der Natur leben und wirtschaften kann. Die Biosphärenreservate nehmen sozusagen eine Vorreiterrolle ein für Bewirtschaftungs- und Lebensweisen, die ökonomisch, sozial und ökologisch nachhaltig sind. Hierfür braucht es den ständigen Dialog und Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Politik und natürlich muss auch die Bevölkerung zu jeder Zeit mitgenommen werden. Es geht schließlich um ihre Heimat. Die Forschungskoordination im Biosphärenreservat Rhön ist daher ein absolut spannendes Tätigkeitsfeld mit dem Potenzial die Entwicklung der Rhön positiv und im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung mitzugestalten!    

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders?
Ich freue mich darauf, dazu beizutragen „Brücken zu bauen“. Brücken für eine noch bessere Zusammenarbeit zwischen den drei Verwaltungsstellen der Länder Bayern, Thüringen und Hessen aber auch für wieder ein Stückchen mehr Nähe zwischen dem Biosphärenreservat und der Bevölkerung, den Rhönerinnen und Rhönern, die stolz sind auf ihre schöne Gegend und es sehr schätzen hier zu leben.

Und natürlich freue ich mich darauf wenn hoffentlich im Juni der erste Vortrag aus unserer Vortragsreihe wieder vor Ort durchgeführt werden kann und nicht mehr nur online!

Haben Sie ein Lebensmotto?
Eigentlich nicht. Aber ich habe eine sehr positive Einstellung zum Leben und versuche aus allem das Beste zu machen. Zum Ärgern ist mir meine Zeit einfach zu schade :) 

Möchten Sie den Lesern sonst noch etwas mitgeben?
Bitte geben Sie nicht auf, sich immer wieder in die Weiterentwicklung des Biosphärenreservats und Ihrer Region mit einzubringen! Auch wenn es manchmal frustrierend sein kann wenn Wünsche und Vorschläge nicht direkt berücksichtigt oder nicht eins zu eins umgesetzt werden können - Ihr Beitrag ist dennoch wertvoll!


Janina Goldbach

Alter: 25

Geboren und aufgewachsen in: Fulda, aufgewachsen in Gersfeld

In der Bayerischen Verwaltung seit 25.01.2021

Ausbildung/Studium

B.Sc. Agrarwissenschaften, M.Sc. Nutzpflanzenwissenschaften

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?

Projekt Klima – Klimawandel und Anpassungsstrategien in Land-, Forst- und Wasserwirtschaft

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?

Ich habe mich schon immer meiner Heimat sehr verbunden gefühlt. Durch mein Studium außerhalb der Rhön wurde mir das noch mehr bewusst. Ich habe im Frühjahr 2020 ein 3-monatiges Praktikum in der bayerischen Verwaltung absolviert und die Arbeiten des BRR kennengelernt. Vor allem die vielschichtigen Themengebiete und die abwechslungsreiche Arbeit haben mir besonders gut gefallen.

Wie waren Ihre Erfahrungen in den ersten Wochen im neuen Job?

Da ich die Elternzeitvertretung für Alana Steinbauer übernehme, konnte ich mir sehr gut einen Überblick über die bereits laufenden Projekte machen und mit den jeweiligen Projektpartnern Kontakt aufnehmen. Da ich das Team der bayerischen Verwaltung und auch teilweise der anderen Verwaltungsstellen durch mein Praktikum schon kannte, konnte ich einfach dort anknüpfen und fühle mich nach wie vor sehr wohl.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders?

Darauf, in verschiedene Projekte involviert zu sein und mich auf diese Weise auch fortbilden zu können. Ich freue mich auf die Arbeit gemeinsam mit dem Team und darauf, das Biosphärenreservat mit all seinen Facetten noch besser und vielleicht auch auf eine neue Art und Weise kennenzulernen.

 

Wiltrud Fischer

Alter: über 50

Geboren in: Baden-Württemberg, aufgewachsen in Nordrhein-Westphalen

Angestellt beim WWF Deutschland, abgeordnet in die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön 

Ausbildung/Studium 
Biologie-Studium in Bayreuth (Abschluss Diplom); Weiterbildungen: Fachfrau für Projektmanagement und Zertifizierte Landschaftsobstbauerin

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?
Projektmanagement und Umsetzung des Projektes „Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ (siehe auch www.brommi.org)

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?
Die Rhön ist wunderschön. Schon seit dem Studium bin ich von der Landschaft und dem Insekten- und Vogelreichtum der Rhön begeistert. Mit meinem Engagement in dem Projekt setze ich mich dafür ein, dass Vögel und Insekten in der Agrarlandschaft der Rhön weiterhin Lebensraum finden. 

Wie waren Ihre Erfahrungen in den ersten Wochen im neuen Job?
Mich hat die Aufgeschlossenheit von allen Akteuren beeindruckt. Egal ob Behörden, Landwirte oder Verbände bisher waren alle Treffen konstruktiv und positiv. Das macht Spaß und ist bereichernd.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders?

Ich freue mich besonders darauf im Sommer die Landschaft zu erkunden und die Akteure von Angesicht zu Angesicht zu treffen.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Ein guter Plan hilft beim Improvisieren!

 

Dr. Frank Riedel 

Alter: 32

Geboren und aufgewachsen in: Sonneberg

In der Verwaltung Thüringen seit Dezember 2020

Ausbildung/Studium

B. Sc. Geographie Friedrich-Schiller-Universität Jena; M. Sc. Geoinformatik Friedrich-Schiller-Universität Jena; Promotionsstudium Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Lehrstuhl Thematische Kartografie und Fernerkundung

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?

Hydrologie, Klima, Biodiversitätsmanagement und GIS.

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?

Als Thüringer sind einem die Rhön und das Biosphärenreservat natürlich ein Begriff.

Nachdem ich vor knapp 3 Jahren nach Bad Salzungen gezogen bin, war ich zunächst viel im Thüringer Wald unterwegs, die Rhön habe ich seltsamerweise nur am Rande wahrgenommen. Das hat sich allerdings dann in den letzten 1 ½ Jahren sehr stark geändert. Aus anfänglichen Erkundungstouren wurden wiederkehrende Ausflüge, bei denen ich die Landschaft immer mehr kennengelernt habe und auch positiv überrascht war, wie vielfältig die Rhön doch ist. Heute schätze ich die Rhön als Erholungsort, mit ihrer einzigartigen Landschaft und Weite.

Von daher war es schon alleine deswegen interessant, in der Rhön und sozusagen auch für die Rhön zu arbeiten.

Darüber hinaus wollte ich mich auch beruflich umorientieren und wieder an aktuellen Problem- und Fragestellungen arbeiten. Für mich war es immer besonders reizvoll, Forschung und Praxis miteinander zu verbinden. Ich denke, dies ist im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön möglich. Ich glaube, jeder hat z. B. eine Veränderung des Klimas in den letzten Jahren wahrgenommen. Hier möchte ich auch langfristig schauen, welche Auswirkungen im Biosphärenreservat sichtbar werden und das Verständnis zum nachhaltigen Umgang mit der Natur, wenn nötig, verbessern und zwischen verschiedenen Akteuren vermitteln.

Wie waren Ihre Erfahrungen in den ersten Wochen im neuen Job?

Schon in den ersten Wochen habe ich gemerkt, dass man hier außerhalb seiner vorgegebenen Arbeitsbereiche denken und handeln muss, es abwechslungsreich ist und auf gar keinen Fall langweilig wird! Das gefällt mir. Zudem waren alle Kolleg*Innen durchweg hilfsbereit und sehr nett, was den Einstieg in den neuen Job erleichtert hat. Für mich gibt es noch viel zu Lernen, gerade was die Fülle an unterschiedlichen Lebensräumen und seltenen Tier- und Pflanzenarten betrifft.

Was macht Ihnen bei der Arbeit am meisten Spaß?

Die Abwechslung und dass man jeden Tag vor neuen kleinen oder großen Herausforderungen gestellt wird und dass es keine reine Schreibtischarbeit ist. Für mich ist wichtig, dass man sich mit seiner Arbeit identifizieren kann und das Gefühl habe ich hier. Generell gefällt mir das Biosphärenreservat als vereinigende Komponente sehr gut. Wir arbeiten zwar länderübergreifend und in verschiedenen Arbeitsbereichen, haben aber alle letztlich das gleiche Ziel.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Ich glaube, ein Motto für das ganze Leben zu haben ist schwierig. Ich habe sicher ein paar „persönliche Leitlinien“, wie z. B. einfach versuchen, bewusst zu leben und dass man nicht alles als selbstverständlich erachten sollte.

Möchten Sie den Lesern sonst noch etwas mitgeben?

Ich denke, gerade das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig die Natur beziehungsweise Rückzugs- und Erholungsorte für uns sind. Von daher haben wir wirklich großes Glück, so eine einzigartige Landschaft vor unserer Haustür zu haben. Auch wenn es vielleicht etwas pathetisch klingen mag, aber wir sollten alle versuchen, diese Vielfalt zu bewahren.

 

Volker Bauer

Alter: 38 Jahre

Geboren in Bad Neustadt an der Saale, aufgewachsen in der Rhön

Angestellt in der Thüringer Verwaltung seit 01.12.2020

Ausbildung 

KFZ Techniker-Meister und Betriebswirt (Handwerk)

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?

Bildung und Kommunikation / Technischer Dienst

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?

Nachdem ich über 20 Jahre in einer anderen Branche tätig war, ist es für mich an der Zeit gewesen etwas Neues zu versuchen. Klar war, dass es wieder eine Arbeit sein musste, die vor allem Spaß macht! Ich wollte gerne viel Zeit im Freien verbringen und der Kontakt zu Menschen sollte eine Rolle spielen. Wohin die Reise genau gehen sollte, stand dann fest, als ich die Stellenausschreibung der Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservates las. Beim Lesen wurde mir schnell klar, dass sich Teile meines erlernten Wissens (Ausbildereignungsprüfung und jahrelanger Kundenkontakt), meine Heimatverbundenheit und mein größtes Hobby – die Natur – zu einem Traumjob verbinden lassen. Zudem sehe ich in der Arbeit der Umweltbildung eine große Chance, meine Begeisterung für die Natur an andere Menschen weiterzugeben und damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag für den Erhalt einer gesunden Rhön zu leisten.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Wann immer möglich die Natur genießen!

 

Florian Wolf 

Alter: 35

Geboren und aufgewachsen in Gotha, aufgewachsen in Tambach-Dietharz

In der Thüringer Verwaltung seit  01.02.2021

Ausbildung/Studium

Ich habe Biologie (Hauptfach: Spezielle Zoologie und Evolutionsbiologie, Nebenfächer: Ökologie und Genetik) in Jena studiert. Nach den Studium hat es mich in die Geoinformation verschlagen. Nach einem Jahr bei outdooractive.com habe ich 6 Jahre in Leipzig am iDiv (Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung) in der Arbeitsgruppe Biodiversität und Naturschutz gearbeitet und war neben dem Geodatenmanagement und der Geodatenauswertung auch in der Feldforschung tätig.

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig?

GIS und Datenmanagement (länderübergreifend)

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?

Neben einer neuen Herausforderung habe ich nach einem Job gesucht, der einen Einfluss auf die reale Welt hat und diese hoffentlich ein bisschen besser macht. Mein Aufgabengebiet mit Geodaten und im Datenmanagement macht mir viel Spaß. Die Landschaftliche schöne Rhön und die Rückkehr nach Thüringen.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders?

Nach vielen Jahren in der Modulierung von globalen Datensätzen freue ich mich auf das Arbeiten mit einem regionalen Bezug.  Zusammenarbeit mit einem tollen Team für eine tolle Sache.

Möchten Sie den Lesern sonst noch etwas mitgeben?

Passend zum derzeitigen Wetter: Ski Heil und immer eine Handvoll Schnee unter dem Ski.

 

Pauline Riebe

Alter: 28 Jahre
Geboren und aufgewachsen in: Rostock
In der Bayerischen Verwaltung seit 01.02.2021 
Ausbildung/Studium:
Bachelor: Agrarwissenschaften, Universität Rostock; Master: Global Change Management, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Für welche Arbeitsbereiche sind Sie in der Verwaltungsstelle schwerpunktmäßig zuständig? 

Ziel meiner Arbeit ist die - länderübergreifende - Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichtes für das Biosphärenreservat Rhön. Dafür werde ich länderübergreifend in den Verwaltungen von Bayern, Thüringen und Hessen arbeiten. Mit dem Nachhaltigkeitsbericht soll bereits ein Grundstein für den anstehenden Evaluierungsbericht für die UNESCO gelegt werden.

Warum haben Sie sich für die Stelle im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön entschieden?
Die Stelle im Biosphärenreservat Rhön hat mich besonders angesprochen, da ich mich bereits im Studium und zahlreichen Praktika intensiv mit Schutzgebieten und nachhaltigem Management auseinandergesetzt habe. Die Möglichkeit länderübergreifend in einem Biosphärenreservat arbeiten zu können ist eine großartige Chance für mich, um mein erlerntes Wissen in die Tat umzusetzen und einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Region zu leisten.

Worauf freuen Sie sich in Ihrer Arbeit im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön besonders?
Besonders freue ich mich auf die Möglichkeit, durch die länderübergreifende Arbeit umfangreiche Einblicke in die verschiedenen Themenfelder zu erhalten. Durch die Arbeit an den drei Standorten habe ich darüber hinaus die Chance, viele Kolleg/-innen der einzelnen Verwaltungen persönlich kennen zu lernen und so einen guten Überblick über die Arbeit im Biosphärenreservat Rhön zu gewinnen.

Haben Sie ein Lebensmotto?
„The best view comes after the hardest climb!“

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news-1992 Wed, 17 Feb 2021 12:53:51 +0100 Klimawandel und Wassermangel: Akteure aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön definieren Anpassungsfelder https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/klimawandel-und-wassermangel-akteure-aus-dem-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-definieren-anpassungsfe/ Die Wasserressourcen für die Ökosysteme und die Bürgerinnen und Bürger managen – und das nachhaltig und angepasst an die Folgen des Klimawandels: Hierfür sollen im länderübergreifenden Forschungsprojekt „KlimaRhön“ Wege aufgezeigt werden. Welche Probleme das in der Rhön mit sich bringt, darüber haben sich die Projektverantwortlichen in einer digitalen Kick-off-Veranstaltung mit zahlreichen Akteuren aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ausgetauscht. In den kommenden zwei Jahren werden mehrere Workshops angeboten, auf deren Grundlage Handlungsempfehlungen zu Anpassungen an den Klimawandel erarbeitet werden sollen. Die Verwaltungen des Biosphärenreservats hoffen auf eine rege Beteiligung der unterschiedlichen Akteure. Das transdisziplinäre Forschungsprojekt, das die Goethe-Universität Frankfurt am Main in enger Kooperation mit den drei Verwaltungen des UNSECO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen durchführt, läuft bis 2022 und wird vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) finanziert. Ziele sind die gemeinsame Risikobewertung hinsichtlich der klimabedingten Einschränkung der künftigen Wasserverfügbarkeit und die Erarbeitung von Anpassungsstrategien unter Berücksichtigung unterschiedlicher Interessen. Denn: Landwirtschaft, Industrie, Tourismus, Privathaushalte – die Folgen des Klimawandels auf die Wasserverfügbarkeit und die -qualität werden langfristig alle Bereiche des (öffentlichen) Lebens und Arbeitens beeinflussen.

Ein erster Schritt im Projekt war eine länderübergreifende Umfrage, zu der die Goethe-Universität im Sommer 2020 aufgerufen hatte. Darin ging es in der Hauptsache darum, wie die Folgen des Klimawandels hinsichtlich Wasserverfügbarkeit und -qualität bereits heute wahrgenommen werden, welche Ängste mit Blick auf die Zukunft bestehen und wie groß die Bereitschaft hinsichtlich Anpassungsmaßnahmen ist. An der Umfrage beteiligten sich rund 350 Rhöner Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Interessensgruppen, darunter Land- und Forstwirtschaft, Natur- und Hochwasserschutz, Wasserwirtschaft, Politik, Bildung und Tourismus.

Großteil bemerkt Einschränkungen bereits jetzt

Die Ergebnisse aus der Umfrage und Hintergründe zum Projekt stellten die Professorinnen Dr. Birgit Blättel-Mink und Dr. Petra Döll sowie die beiden Forschenden Laura Müller und Max Czymai aus natur- und sozialwissenschaftlicher Perspektive vor. Aus naturwissenschaftlicher Perspektive wurde gezeigt, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit in Zukunft im Sommer weniger Niederschlag fallen und weniger Grundwasser gebildet werden könne. Bei der Darstellung wurde aber auch verdeutlicht, wie unsicher solche Abschätzungen für die Zukunft sind. Entscheidungen im Wassermanagement müssen also unter Unsicherheit getroffen werden. Bei der Umfrage wurde deutlich, dass bereits jetzt ein Großteil der Befragten eine Einschränkung der Wasserverfügbarkeit bemerke. In welchem Maße dieses Problem wahrgenommen und wie die zukünftige Bedrohung eingeschätzt wird, werde unter anderem vom Wohnort und der Berufs- beziehungsweise der Interessensgruppe der Befragten beeinflusst.

In der Wahrnehmung der Befragten habe die Wasserverfügbarkeit in den vergangenen drei Jahren in Thüringen am stärksten abgenommen. Den Befragten zufolge seien die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Natur- und Artenschutz sowie Gewässer- und Hochwasserschutz besonders stark vom Klimawandel betroffen. Perioden mit Bodentrockenheit und die Austrocknung von Flüssen, Bächen und Seen werden als besonders problematische Folgen der Klimaänderungen beurteilt und können mit einer Wasserknappheit einhergehen. Neben den Klimaänderungen werden seitens der Befragten insbesondere Privathaushalte und die Landwirtschaft für die wahrgenommene Abnahme der Wasserverfügbarkeit verantwortlich gemacht.

Mehrere Workshops geplant

„Mit Blick auf die Einwohnerzahl von 220.000 Menschen im Biosphärenreservat ist die Umfrage zwar nicht repräsentativ. Trotzdem sind die Ergebnisse robust genug, um weiter darauf aufzubauen“, erklärte Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung. Anschließend diskutierten die rund 40 Teilnehmenden zu folgenden Fragen: Auf welche zukünftigen Auswirkungen des Klimawandels, die nur unsicher abgeschätzt werden können, wollen wir uns einstellen? Was sind in den verschiedenen Anpassungsfeldern geeignete Anpassungsmaßnahmen? Auf welche Konflikte und Hindernisse könnten wir bei der Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen treffen? Darauf aufbauend wurde eine Priorisierung der Anpassungsfelder im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön vorgenommen.

Folgende Workshops sind in Zukunft geplant: „Szenarienentwicklung“, „Bayes’sches Netz (BN)“, „Mögliche Handlungsoptionen und Hindernisse identifizieren“, „Konkrete Anpassungsmaßnahmen entwickeln“ sowie „Handlungsempfehlungen auf Basis von BN, Stakeholder*innen-Expertise sowie Fokusgruppen und Evaluation“.

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news-1991 Wed, 17 Feb 2021 12:16:39 +0100 Wasser in der Landschaft halten – Aufruf an Landwirtinnen und Landwirte aus dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wasser-in-der-landschaft-halten-aufruf-an-landwirtinnen-und-landwirte-aus-dem-unesco-biosphaerenres/ Die Folgen des Klimawandels machen sich nach und nach in der Landwirtschaft bemerkbar – gerade in der Rhön. Um negativen ökologischen und ökonomischen Auswirkungen entgegentreten zu können, entwickelt die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Zusammenarbeit mit der Georg-August-Universität Göttingen und der Agroforstberatung baumfeldwirtschaft.de Anpassungsstrategien. Landwirtinnen und Landwirte sind aufgerufen, sich an dem Forschungsprojekt zu beteiligen. Starkregenereignisse treten immer häufiger auf, gerade in Hanglagen kommt es zu Oberflächenabfluss und Bodenerosion. Gleichzeitig sorgen langanhaltende Trockenperioden wie in den vergangenen Sommern dafür, dass den Feldfrüchten das Wasser fehlt und Ertragsausfälle drohen. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit ist es, praxisnah zu erproben, wie Erosion im Ackerbau verhindert werden und gleichzeitig mehr Wasser für stabile Erträge im Boden gespeichert werden kann. Hierfür sollen die Technologie der Schlüssellinienkultur („Keyline Design“) sowie die Anlage von Agroforstsystemen untersucht und wenn möglich auf Modellflächen erprobt werden.

Landwirtschaftliche Betriebe aus den Landkreisen Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen, Fulda, Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis mit Schlaggrößen von mehr als fünf, besser zehn Hektar Fläche in geneigter Lage, die an der Mitarbeit der Einwicklung solcher Anpassungsstrategien interessiert sind, können sich bis zum 12. März bei den Projektverantwortlichen melden. Geboten werden unter anderem eine individuelle Beratung im Rahmen des Projekts sowie bei entsprechender Eignung fachliche Unterstützung bei der Umsetzung von Schlüssellinien- und Agroforststrukturen sowie Unterstützung bei der Beschaffung von Fördermitteln. 

Gesucht sind Betriebe mit folgenden Voraussetzungen

  • Schlag von mehr als fünf, besser zehn Hektar Fläche in Hanglage mit
  • Gefährdung durch Austrocknung oder Erosion 
  • Zustimmung zur möglichen Entnahme von Boden- und Wasserproben auf diesem Schlag

Geboten werden

  • Einbindung in ein aktuelles Forschungsprojekt von hoher Relevanz
  • professionelle Planung und individuelle Beratung im Rahmen des Projektes für Ihren Schlag
  • bei entsprechender Eignung fachliche Unterstützung bei der Umsetzung von Schlüssellinien- und Agroforststrukturen sowie Unterstützung bei der Beschaffung von Fördermitteln

Die wissenschaftliche Arbeit wird im Rahmen einer Masterarbeit an der Universiät Göttingen durchgeführt. Sie wird fachlich von Dipl.-Ing. Philipp Gerhardt (Agroforstberatung) betreut.

Bei Interesse und Fragen kontaktieren Sie bitte Markus Markart (Masterstudent) bis zum 12.03.2021: Per E-Mail an markus.markart@stud.uni-goettingen.de oder telefonisch unter (0176) 473 67 119.

Für allgemeine Fragen zum Thema Klimawandelanpassung steht Janina Goldbach, Bayerische Verwaltungsstelle UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, zur Verfügung.

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news-1996 Wed, 17 Feb 2021 10:56:00 +0100 Rhönschaf, Kelten, Bauernhof: Studierende der Marienschule Fulda entwickeln Umweltbildungsmodule https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rhoenschaf-kelten-bauernhof-studierende-der-marienschule-fulda-entwickeln-umweltbildungsmodule/ Wald und Wiese, Bach und Rhönschaf, Kelten und Ritter in der Rhön: Themen wie diesen widmen sich künftig Studierende der Fachschule für Sozialwesen mit Fachrichtung Sozialpädagogik der Marienschule Fulda. Sie entwickeln im Auftrag der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mehrere Umweltbildungsmodule für Kindergärten und Grundschulklassen. Damit stärken Verwaltung und Schule eine schon seit fast 20 Jahren bestehende Zusammenarbeit: Angehende Erzieherinnen der Fachschule besuchen im Rahmen ihrer Ausbildung das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und gehen mit den Hessischen Rhön-Rangern auf Entdeckungstour. Welche Naturerlebnisspiele kommen bei Kindern gut an? Welche Tipps haben die Ranger in Bezug auf die Wahl des Weges und der Inhalte, und welche spannenden Aktionen bieten sich hierfür an? Wie können Kindergärten ortsnah attraktive Naturflächen, zum Beispiel als Waldkindergarten, für sich nutzen?

Nun haben sich Susanne Diehl, Leiterin der Fachschule, Rieke Trittin vom Landkreis Fulda und Martin Kremer von der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats auf eine weitergehende Kooperation verständigt. Ab diesem Jahr können Studierende in Rahmen von Projekten und Facharbeiten Themen rund um Natur- und Artenschutz, Kulturgeschichte des Biosphärenreservats sowie landwirtschaftliche Themen bearbeiten.

Es sollen Bildungsmodule entwickelt werden, die sowohl von den Kindergärten und Grundschulen der Region als auch von den Rangern für deren Umweltbildungsaktivitäten genutzt werden können. So geht es nicht nur um Themen wie Wald, Wiese, Bach und Rhönschaf, sondern auch um heimatkundliche Besonderheiten wie die Zeit der Kelten in der Rhön oder die Ritter auf der Auersburg. Künftig sollen auch die Bildungsangebote auf den heimischen Bauernhöfen weiterentwickelt werden.

In fachlicher Zusammenarbeit mit der Hessischen Verwaltung werden in den nächsten Monaten Teams aus drei bis vier Studierenden entsprechende Module entwickeln. Im Gegenzug bietet die Verwaltung den jungen Leuten die Möglichkeit, ihre Ergebnisse bei den regelmäßigen Treffen der Biosphären-Kitas und Biosphären-Schulen vorzustellen. „Mit dieser Zusammenarbeit wollen wir nicht nur unsere eigene Umweltbildung verbessern, sondern insbesondere die Angebote für die Zielgruppen Kindergärten und Grundschulen optimieren“, erklärt Martin Kremer. „Wir hoffen, dass die Module in die Breite ausstrahlen und künftig von vielen Einrichtungen der Region, auch länderübergreifend, genutzt werden.“

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news-1973 Fri, 12 Feb 2021 15:34:00 +0100 Appell an Winterfreunde: Bitte nehmt Rücksicht auf die Natur! https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/appell-an-winterfreunde-bitte-nehmt-ruecksicht-auf-die-natur/ Aus aktuellem Anlass appellieren die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen an die Vernunft der Erholungssuchenden, von Besuchen in der Rhön derzeit möglichst abzusehen. Zudem wird auf Sperrungen hingewiesen. Der Besucherandrang im Biosphärenreservat ist jedes Jahr mit einsetzendem Schneefall groß. Nicht nur Einheimische, sondern Menschen aus ganz Deutschland lockt es in die schöne Winterlandschaft des Mittelgebirges Rhön. Der Wunsch nach Erholung in der Natur ist aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Corona-Pandemie noch einmal spürbar gewachsen.

In den vergangenen Wochen hatte das stellenweise zu massivem Besucherandrang und Verkehrschaos geführt. Vielerorts wurden die markierten Loipen beziehungsweise die ausgewiesenen Wanderwege verlassen. Das ist in den Natur- und Landschaftsschutzgebieten, Kern- und zum Teil Pflegezonen ausdrücklich untersagt und kann mit einem Bußgeld belegt werden. Störungen durch Wanderer, Skiläufer und insbesondere auch Schneeschuhwanderer haben derzeit besonders verheerende Folgen – und das auch außerhalb der Schutzgebiete.

Viele Tiere, unter ihnen auch seltene Fledermausarten, halten derzeit Winterschlaf. Andere wie beispielsweise Dachs und Eichhörnchen befinden sich in Winterruhe. Werden Winterschläfer öfter gestört, kann dies tödlich für sie sein, denn das Hochfahren der Körperfunktionen kostet zusätzlich Energie, die sie über Nahrung aufnehmen müssten. Die dichte Schneedecke macht es auch für nicht winterschlafende bzw. -ruhende Säugetiere und Vögel schwierig, an Nahrung zu gelangen. Zudem bietet die karge weiße Schneelandschaft kaum Deckung. Jede – auch durch touristische Störung verursachte – Flucht zehrt zusätzlich an den Energiereserven und lockt Feinde auf die Spur. Im Landkreis Fulda ist daher zum 11. Februar die Notzeit für Höhenlagen ab 600 Metern (Hessische Rhön) ausgerufen worden. 

Zum Schutz der einzigartigen Rhöner Natur unterstützen die Verwaltungen daher die Appelle der Kommunen, auf Besuche im UNESCO-Biosphärenreservat zu verzichten, bis sich die Situation entspannt hat.

Sperrungen

Die Hochrhönstraße ist aufgrund der winterlichen Verhältnisse zwischen der Zufahrt Holzberghof und dem Dreiländereck bis auf Weiteres gesperrt.

Auch der Bohlensteg und der Aussichtsturm im Schwarzen Moor bleiben weiterhin gesperrt.

Parkplätze werden am kommenden Wochenende, 13. und 14. Februar, zunächst nicht gesperrt. Aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen Wochen sind in der Hessischen Rhön jedoch Polizei und Ordnungsamt verstärkt im Einsatz, um zügig Maßnahmen bis hin Sperrungen zu veranlassen, wenn grobe Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung oder die Kontaktregelungen festzustellen sind.

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news-1989 Fri, 12 Feb 2021 12:24:35 +0100 Thüringen richtet 2021 erstmals einen Sonderfonds zum Schutz von Insekten ein https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/thueringen-richtet-2021-erstmals-einen-sonderfonds-zum-schutz-von-insekten-ein/ Um gezielte Insektenschutzprojekte in der Agrarlandschaft zu fördern, richtet Thüringen in diesem Jahr erstmals einen „Sonderfonds Insektenschutz“ ein. Zu den Förderschwerpunkten zählen innovative Maßnahmen zum Schutz von Insekten, die in Thüringen vorkommen von europaweiter Bedeutung sind oder vom Aussterben bedroht sind – wie zum Beispiel die Schmetterlingsarten Berghexe, Goldener Scheckenfalter und Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Diese gefährdeten Arten sind auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zuhause.  Pressemitteilung des Thüringer Umweltministerums

Der Fonds wird aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) gemeinsam vom Bund und dem Land Thüringen finanziert. In 2021 stehen durch den Fonds 1,75 Mio. Euro zur Verfügung, der Landesanteil daran liegt bei 40 Prozent.

Dazu erklärt Umweltministerin Anja Siegesmund: „Ohne Insekten droht ein stummer Frühling. Sie sind ein wichtiger Teil der biologischen Vielfalt in Thüringen. Ihr Schwund lässt auch die Zahlen der Feld- und Wiesenvögel wie Braunkehlchen, Grauammer und Rebhuhn sinken. Hier setzt unsere Förderung an, damit es in Thüringen wieder mehr summt und zwitschert. Mit dem Sonderfonds möchten wir große Projekte voranzutreiben, zum Beispiel mehr buntblühende Bergwiesen oder mehr Schutz für gefährdete Schmetterlingsarten.“

Die Förderung richtet sich hauptsächlich an gemeinnützige Vereine und Verbände. Zudem können auch Kommunen und andere Landbewirtschafter Anträge stellen. Das Antragsverfahren findet zweistufig statt. Projektskizzen können bis zum 5. März 2021 formlos beim Thüringer Umweltministerium eingereicht werden – für Fördermittel im Zeitraum von 2021 bis 2023, wobei der Schwerpunkt möglichst im Jahr 2021 liegen soll. Der Fördersatz beträgt bis zu 100 % (bei Kommunen bis zu 90 %), Projekte können ab einer Zuwendung von 500.000 Euro beantragt werden.

Gefördert werden Maßnahmen des Naturschutzes in der Agrarlandschaft zur Schaffung, Wiederherstellung und Entwicklung von Insekten-Lebensräumen. Zu den Förderschwerpunkten zählen innovative Maßnahmen zum Schutz von Insekten, die in Thüringen vorkommen von europaweiter Bedeutung sind oder vom Aussterben bedroht sind – wie zum Beispiel die Schmetterlingsarten Berghexe, Goldener Scheckenfalter und Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Diese gefährdeten Arten sind auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zuhause. 

Ein weiterer Schwerpunkt bildet der Schutz europaweit bedeutsamer Lebensraumtypen mit hoher Insektenvielfalt.

Alle Informationen zur Förderung sowie Kontaktdaten finden Sie hier.

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news-1988 Wed, 10 Feb 2021 12:41:59 +0100 Bei Minusgraden fühlt er sich wohl: Seltener Eiszeitkäfer in Bayerischer und Hessischer Rhön entdeckt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bei-minusgraden-fuehlt-er-sich-wohl-seltener-eiszeitkaefer-in-bayerischer-und-hessischer-rhoen-entdeck/ Während zahlreiche Tierarten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön derzeit unter den erschwerten Bedingungen leiden, kommen einem sechsbeinigen Winzling Frost und Schnee genau recht: Der Eiszeitkäfer Boreaphilus henningianus mag es kalt. Die bundesweit vom Aussterben bedrohte Art ist nun erstmals seit über zwei Jahrzehnten in Bayern und Hessen nachgewiesen worden. Um die Zukunft des Kurzflügelkäfers ist es wohl aber auch in der Rhön schlecht bestellt. Die nur 3 Millimeter kleine Käferart bewohnt feuchtes Moos und altes Laub – bevorzugt unter einer dicken Schneeschicht. Der wissenschaftliche Name Boreaphilus bedeutet „nordliebend“ und beschreibt das Vorkommen des Käfers sehr treffend. Während der letzten Eiszeit war der Käfer in Mittel- und Nordeuropa wahrscheinlich weit verbreitet. Als sich vor ca. 14.000 Jahren das Eis zurückzog, wurde es der kälteliebenden Art dann vielerorts zu warm und sie konnte sich nur noch in besonders kalten Regionen halten. Hierzu gehören der norwegische Fjell, die westrussische Tundra, das Hochgebirge Kasachstans – und die Rhön, die heute als einziges Vorkommen des Kurzflügelkäfers in ganz Mitteleuropa gilt.

Bereits 1926 wurde Boreaphilus henningianus im Roten und im Schwarzen Moor nachgewiesen, weitere Funde gab es 1986 im Schwarzen sowie 1995 im Schwarzen und im Roten Moor. In diesem Winter hat der Landesverband für Höhlen- und Karstforschung Hessen e.V. den kälteliebenden Käfer nun an einer Quelle im Naturschutzgebiet Schwarzwald bei Wüstensachsen entdeckt. Fast zeitgleich konnte die Art von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im Schwarzen Moor nachgewiesen werden.

„Diese Funde zeigen, dass der bundesweit vom Aussterben bedrohte Käfer in der Rhön noch vorkommt und neben den Mooren auch in Quellbereichen der Hochrhön Lebensraum findet“, erklärt Dr. Tobias Gerlach von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Zunächst also eine erfreuliche Nachricht – aber: „Wenn der Klimawandel, dessen Auswirkungen in den letzten beiden Trockensommern sehr deutlich wurden, weiter voranschreitet, wird es dem schneeliebenden Kurzflügelkäfer in Zukunft wohl auch in der Rhön zu warm werden.“

Wie viele andere Insekten wäre der Rhöner Kurzflügelkäfer dann darauf angewiesen, in klimatisch geeignete Lebensräume auszuweichen. Das nächste Vorkommen in Skandinavien ist allerdings rund 1500 Kilometer entfernt – für einen drei Millimeter kleinen Käfer eine unüberwindbare Distanz.

 

Hinweis aus aktuellem Anlass: Der Lehrpfad Schwarzes Moor ist weiterhin gesperrt.

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news-1987 Wed, 10 Feb 2021 12:15:00 +0100 Quartierkontrolle mit erfreulichen Zahlen: Stark gefährdete Mopsfledermaus fühlt sich im Milseburgtunnel wohl https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/quartierkontrolle-mit-erfreulichen-zahlen-stark-gefaehrdete-mopsfledermaus-fuehlt-sich-im-milseburgtu/ Die Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) ist im Aufwind – das ist das erfreuliche Ergebnis der diesjährigen Fledermaus-Winterkontrolle im Milseburgtunnel, die kürzlich unter Leitung der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel durchgeführt wurde. Der Milseburgtunnel ist das wichtigste Fledermaus-Überwinterungsquartier im Hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. „Durch das spezielle Klima mit einem Temperaturgefälle von etwa 5 °C zwischen beiden Portalen bietet der Tunnel optimale Überwinterungsmöglichkeiten für zehn verschiedene Fledermausarten“, erklärt Stefan Zaenker, Mitarbeiter der Oberen Naturschutzbehörde und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Fledermausschutz Fulda. Im Tunnel kommen europaweit geschützte Arten wie das Große Mausohr und die Bechsteinfledermaus ebenso vor wie das Braune und Graue Langohr, die Kleine und Große Bartfledermaus, die Wasserfledermaus, die Fransenfledermaus, die Breitflügelfledermaus sowie die besonders gefährdete Mopsfledermaus. Diese kleine Fledermausart wurde von der Organisation BatLife Europe zur „Fledermaus der Jahre 2020-2021“ gewählt. Derzeit läuft zudem ein bundesweites Projekt zur Erforschung der Mopsfledermaus, bei dem die Hessische Rhön eine der Forschungsregionen ist.

Als typische Waldfledermaus ist die Mopsfledermaus ein sehr guter Indikator für den Zustand unserer Wälder: Sie braucht viel Alt- und Totholz, um in den Sommermonaten geeignete Quartiere für sich und ihren Nachwuchs zu finden. Nur wo solche Strukturen vorhanden sind, kann man die Art auch in den Winterquartieren finden. In weiten Teilen Hessens fehlt die Mopsfledermaus vollständig. Da sich die Mopsfledermaus von Insekten ernährt – auf ihrem Speiseplan stehen insbesondere Nachtfalterarten –, leidet sie besonders unter dem Rückgang der Insektenvielfalt. Auch die Zerschneidung ihres Lebensraums durch Verkehrstrassen oder Siedlungen und der niedrige Anteil an Alt- und Totholz in den Wäldern machen ihr das Leben schwer. Der bundesweite Erhaltungszustand der Art gilt als ungünstig, in der Roten Liste ist sie als stark gefährdet eingestuft.

Umso erfreulicher sind die jetzigen Zahlen aus dem Milseburgtunnel: 26 Mopsfledermäuse überwintern derzeit im Tunnel – und damit noch einmal mehr als im vergangenen Jahr. 2020 waren 18 gezählt worden, was bis dahin Höchststand war. Mit weiteren 30 Fledermäusen der anderen Arten halten die Tiere bis Mitte April hier ihren Winterschlaf.

An der Fledermauszählung, die unter Einhaltung der Corona-Regeln durchgeführt wurde, nahmen Martina Meeske und Stefan Zaenker (Obere Naturschutzbehörde), Joachim Walter und Martin Kremer (Hessische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön) sowie der Fledermausexperte Markus Dietz (Institut für Tierökologie und Naturbildung) teil.

 

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Klassenzuordnung Säugetiere Handlungsfelder Kulturlandschaft & Naturschutz
news-1983 Mon, 01 Feb 2021 23:35:00 +0100 Umrüstung der Beleuchtung an Sportstätten bietet Chance für den Schutz der Nacht https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/umruestung-der-beleuchtung-an-sportstaetten-bietet-chance-fuer-den-schutz-der-nacht/ Viele Sportvereine nutzen derzeit Fördermöglichkeiten zur Umrüstung alter Flutlichtanlagen auf energieeffiziente LED. Diese Umrüstungen auf neue Beleuchtungsanlagen sind eine Chance, Außensportstätten zukünftig immissionsärmer zu beleuchten und damit auch einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität zu leisten. Wie das technisch umsetzbar ist, zeigen Anwendungshilfen der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Sportplätze in ländlichen Regionen liegen meist im Naturraum – in der Nähe von Vegetation und Gewässer, und oft in oder in der unmittelbaren Nähe von Schutzgebieten. „In der Vergangenheit wurde leider wenig darauf geachtet, dass das Licht nur auf die wirklich benötigte Sport- bzw. Nutzfläche strahlt“, erklärt Sabine Frank, Koordinatorin Sternenpark Rhön. „So tragen insbesondere an Trainingsabenden schlecht gerichtete Flutlichtanlagen oft zum Phänomen der Lichtverschmutzung bei und erhellen die Nacht weit über die Sportanlage hinaus.“

Nicht nur wird dadurch das Erscheinungsbild der nächtlichen Landschaft negativ beeinflusst, oft fühlen sich zudem Anwohner belästigt und Verkehrsteilnehmer werden stark geblendet. Insbesondere aber haben solche lichtstarken Beleuchtungsanlagen massive Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. „Neben Insekten und Vögeln werden auch die streng geschützten Fledermäuse zu kräftezehrenden Verhaltensänderungen gezwungen“, erklärt Sabine Frank. „Bei Lage des Sportplatzes in Gewässernähe in den Auen sind zudem Wassertiere und Amphibien besonders betroffen.“

Die Verwaltungen des UNESCO Biosphärenreservats Rhön in Bayern, Hessen und Thüringen haben in Kooperation mit den fünf Landkreisen im vergangenen Jahr anwendungsspezifische Broschüren veröffentlicht. Diese berücksichtigen einschlägige Normen und geben Vereinen, Förderstellen, Kommunen und Planern technische Planungshilfen zur zukünftigen Vermeidung von Lichtimmissionen. Eine der vier Broschüren behandelt die Beleuchtung an Sportstätten.

Die Planungshilfen sind in den Verwaltungen und Landratsämtern kostenfrei erhältlich und stehen zudem im Bereich Sternenpark Rhön zum Download bereit.

So funktioniert eine umweltverträglichere Sportplatzbeleuchtung

• asymmetrische Planflächen- oder äquivalente LED-Strahler ohne rückwärtige Abstrahlung
• horizontale Montierung, um ein Abstrahlen über die Nutzfläche hinaus zu vermeiden
• maximal 75 Lux Beleuchtungsstärke für den einfachen Wettkampfs- und Trainingsbetrieb
• (Beleuchtungsklasse III) und maximal 200 Lux für den Punktspielbetrieb (Beleuchtungsklasse II)
• Farbtemperaturen mit geringem Blauanteil (Orientierung: 3000 Kelvin bis maximal 4000 Kelvin)
• Steuerbare/dimmbare Anlage

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Ansprechpartner BRRhoen-TH BRRhoen-HE BRRhoen-BY Veranstaltungsarten Sternenpark Rhön
news-1985 Mon, 01 Feb 2021 22:31:26 +0100 Buchschirm soll wieder artenreich werden - LIFE-Projekt stellt über 200 Jahre alte Hutebuchen frei https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/buchschirm-soll-wieder-artenreich-werden-life-projekt-stellt-ueber-200-jahre-alte-hutebuchen-frei/ Auf dem Buchschirm war in den letzten Monaten viel los: Mit Motorsäge und schwerem Gerät sind Forstunternehmen dem Wildwuchs auf der 160 Hektar großen Gemeindehute zu Leibe gerückt. Was nach ungehemmter Zerstörung aussieht, ist im LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“ ein wichtiger Schachzug im Kampf gegen das Artensterben vor der Haustür. Denn der vor Generationen in Knochenarbeit urbar gemachten Gemeindehute am Hilderser Buchschirm drohte ein ähnliches Schicksal wie vielen anderen Huteflächen im Biosphärenreservat. Noch bis in die 1970er Jahre wurden sie als großflächige Auftriebsweiden genutzt, die Beweidungsrechte waren an die ortansässigen Höfe vergeben. Morgens trieb ein eigens beschäftigter Kuhhirte das Vieh herauf und abends wieder hinunter. Inzwischen haben die Rhöner Hutungen einen folgenreichen Nutzungswandel erfahren. Wo früher Kühe, Jungvieh und auch Pferde gemeinsam auf sogenannten „Umtriebsweiden“ grasten, die zusätzlich von Wanderschäfern mit Ziegen und Schafen nachbeweidet wurden, stehen heute überwiegend Rinderherden.

Während in manchen Bereichen der Weidedruck groß ist, werden andere Lagen der Hutung aufgrund des steilen Geländes heute kaum oder gar nicht mehr genutzt. Dadurch hat sich nicht nur der Nährstoffgehalt im Boden verändert, sondern auch das Gesicht der Landschaft. Denn Hutungen zeichnen sich traditionell durch offene Grasflächen mit Lesesteinwällen und einzelnstehenden Bäumen und Büschen aus, die vielen Tieren als Lebensraum dienen. Doch inzwischen sind wegen Unternutzung immer größere Bereiche auf dem Buchschirm mit Büschen zugewachsen.

Lebensraum für Bodenbrüter erhalten

„Fatal ist das vor allem für Vogelarten, die auf den offenen Lebensraum des Kulturlands angewiesen sind, wie beispielsweise den Wiesenpieper“, weiß Annika Hennemuth vom LIFE-Projekt „Rhöner Bergwiesen“. Der sperlingsgroße Vogel mit der schwarz gefleckten Brust, der im Singflug mit abgespreizten Flügeln wie ein Fallschirm vom Himmel gleitet, ist in den vergangenen Jahren selten geworden – und das ausgerechnet im Vogelschutzgebiet. Der dramatische Rückgang dieser und anderer Arten auf dem Buchschirm rief die Naturschützer vom LIFE-Projekt auf den Plan. In Abstimmung mit der Gemeinde Hilders, der Unteren Naturschutzbehörde und dem NABU rückten Ende Oktober Maschinen an. „Unser Ziel war es, die komplett verbuschten Bereiche wieder zu öffnen und den Lebensraum für die Bodenbrüter und ursprünglichen Pflanzengesellschaften der Hutung zu erhalten“, erklärt Hennemuth. Gleichzeitig sorge die Maßnahme dafür, dass nicht noch mehr landwirtschaftliche Fläche verloren gehe und der Teufelskreis aus Verbrachung und Artenschwund durchbrochen werden könne.

Ein Glücksfall sind die vom LIFE-Projekt geförderten Arbeiten auch für die über 200 Jahre alten Hutebuchen unterhalb der NABU-Hütte. Von den mächtigen Charakterbäumen gibt es auf dem Buchschirm besonders viele markante Exemplare. Sie dienten früher dem Vieh als Schatten- und ihre Samen als energiereiche Nahrungsspender. Einige von ihnen waren in den letzten Jahren allerdings so zugewachsen, dass sie kaum mehr zur Geltung kamen. Über die freigestellten Baumriesen freut sich auch der Hilderser Bürgermeister Hubert Blum: „Die Hutebuchen sind nicht nur wunderschön anzusehen, sie sind ein kulturlandschaftliches Erbe in der Hochrhön, das unbedingt erhalten werden muss.“

Bedeutender Komplex an artenreichen Bergmähwiesen

Der Buchschirm ist für das LIFE-Projekt des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, das sich seit 2016 dem Erhalt der bedrohten Rhöner Bergwiesen widmet, auch aus anderen Gründen schutzwürdig, wie Projektmanager Elmar Herget erklärt: „Wir haben hier oben noch einen bedeutenden Komplex an artenreichen Bergmähwiesen beziehungsweise Arealen, auf denen sich dieser selten gewordene Lebensraumtyp besonders gut entwickeln kann.“ Dazu sei eine enge Zusammenarbeit mit den Landwirten wichtig, da die hierfür geeigneten Grünlandbereiche dann nicht mehr beweidet, sondern in eine Mahdnutzung überführt werden.

Die Maßnahmen zeigen laut Herget bereits erste Erfolge: „Wir haben schon die ersten sehr seltenen Raubwürger gesichtet, die sich offenbar für die neu entstandenen Lebensräume interessieren. Das ist für uns Bestätigung und Ansporn zugleich.“

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LIFE
news-1982 Wed, 27 Jan 2021 17:30:18 +0100 Gemeinsam Insekten schützen: Neues Projekt BROMMI startet mit digitaler Auftaktveranstaltung https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/gemeinsam-insekten-schuetzen-neues-projekt-brommi-startet-mit-digitaler-auftaktveranstaltung/ In den UNESCO-Biosphärenreservaten Mittelelbe, Rhön (Bayerischer Teil), Schaalsee, Schorfheide-Chorin und Schwarzwald geht’s in den kommenden sechs Jahren ran an Acker und Wiese: Dort erproben und evaluieren der WWF Deutschland, Nationale Naturlandschaften e.V., die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung Maßnahmen zum besseren Insektenschutz gemeinsam mit Landwirten und vielfältigen Partnern der Biosphärenreservate und deren Verwaltungen. Am Donnerstag, 28. Januar, findet digital der Auftakt des Projekts "BROMMI" mit einem Grußwort von Bundesumweltministerin Svenja Schulze statt - auf Youtube kann man sich live dazuschalten. „BROMMI" steht für Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz. Die fünf Biosphärenreservate werden zu Modelllandschaften für mehr Insektenschutz in landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaften, so das gemeinsame Ziel der Verbundpartner.

Getestet und bewertet werden sollen bereits bekannte und auch neue insektenfördernde Maßnahmen auf den bewirtschafteten Flächen sowie in angrenzenden Strukturen – zum Beispiel Blühstreifen, Brachstreifen, Gehölzsäume, Bepflanzung und Mähen der Straßenränder, insektenschonender Maschineneinsatz, die Reduktion der Schnittzahl, veränderte Mahdzeitpunkte, Beweidung statt Mähen, optimierte Düngung durch Senkung der Menge und veränderte Ausbringungstechnik. Im Fokus stehen dabei nicht nur die naturschutzfachlichen Potenziale der Maßnahmen, sondern auch, wie sie sich in die Praxis der beteiligten Flächenbewirtschafter einfügen lassen und welche wirtschaftlichen Folgen sie haben. Nur wenn es gelingt, tragfähige und übertragbare Modelle zu entwickeln, kann sich eine insektengerechte Landnutzung langfristig und flächendeckend etablieren.

Den offiziellen Auftakt macht am Donnerstag, 28. Januar, von 11 bis 12.30 Uhr die digitale Veranstaltung "Insektenschutz im Fokus! Wie kann die gesellschaftliche Veränderung hin zu einer insektenfreundlichen Umwelt und Wirtschaft gelingen?".

Programm

Begrüßung durch Christoph Heinrich

Vorstand Naturschutz WWF Deutschland

Grußwort von Svenja Schulze

Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit

Vorstellung des Projekts BROMMI durch Peter Weißhuhn

Projektleiter BROMMI, WWF Deutschland

Panelrunde zum Thema „Welche gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Handlungsoptionen haben bzw. brauchen wir für einen wirksamen Insektenschutz?“ mit unseren Gästen

  • Josef Tumbrinck
    Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
  • Prof. Dr. Johannes Vogel
    Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin; Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
  • Annika Ahlers
    Landwirtin & Bloggerin
  • Christoph Heinrich
    Vorstand Naturschutz, WWF Deutschland
  • Moderation: Vanessa de Lacaze, Journalistin und TV-Moderatorin

Auf Youtube können sich Interessierte live zuschalten: Gemeinsam Insekten schützen: Brommi | #Livestream | WWF Deutschland - YouTube

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