Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Mon, 26 Oct 2020 16:12:31 +0100 Mon, 26 Oct 2020 16:12:31 +0100 TYPO3 EXT:news news-1954 Mon, 26 Oct 2020 15:29:54 +0100 Corona und die Folgen für Nachhaltige Entwicklung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön – Online-Workshop am 5. November https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/corona-und-die-folgen-fuer-nachhaltige-entwicklung-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-online-worksho/ Was bedeutet Corona für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön? Was hat sich in unserer Region verändert? Wie haben die Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Kommunen, Vereine und Initiativen die Situation erlebt? Diesen Fragen möchten die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) am Donnerstag, 5. November, bei einem Online-Workshop nachgehen. Zur Teilnahme sind alle Rhönerinnen und Rhöner herzlich eingeladen. Die Corona-Pandemie hat unser Leben durcheinandergewirbelt und zu tiefgreifenden Veränderungen geführt. Ganz unterschiedliche Lebensbereiche, Branchen und Politikfelder sind davon betroffen. Das führt dazu, dass viele Ziele und Vorgehensweisen überdacht werden müssen. Wie lassen sich die Ziele aus dem Rahmenkonzept des Biosphärenreservats unter Corona-Bedingungen erreichen? Müssen Ziele, Maßnahmen, Projekte neu justiert werden? Wo öffnen sich Spielräume für nachhaltige Entwicklung in der Region, und wo wird es schwieriger?

An der HNEE war Ende März das Bürgerwissenschafts-Projekt „Logbuch der Veränderungen“ gestartet, in dem Bürgerinnen und Bürger eingeladen waren, ihre Beobachtungen von Veränderungen und gesellschaftlichem Wandel festzuhalten. Aus diesen Erfahrungen sollen nun Schlussfolgerungen für eine gesellschaftliche Entwicklung in Richtung Nachhaltigkeit unter Corona-Bedingungen gezogen werden. Zum nächsten Schritt in Richtung nachhaltiger Veränderung laden das Forschungszentrum [Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer] mit Prof. Dr. Benjamin Nölting, Dr. Wibke Crewett, Dr. Uwe Demele und Dr. Bettina König sowie die Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön zum Online-Workshop am Donnerstag, 5. November 2020, von 14 bis 17 Uhr ein.

Das Forschungsteam der HNEE stellt erste Analysen aus dem Logbuch-Projekt vor. Im Anschluss diskutieren die Verantwortlichen mit Bürgerinnen und Bürgern, wie sie die Situation in den vergangenen Monaten erlebt haben. Welche Einschränkungen, welche Chancen ergeben sich daraus für eine nachhaltige Entwicklung in der Rhön?

Der Workshop wird auf der digitalen Plattform Big Blue Button durchgeführt. Um Anmeldung per E-Mail an brrhoen@reg-ufr.bayern.de wird bis zum 4. November gebeten, die Teilnehmenden erhalten daraufhin einen Link per Mail, über den Sie an der Veranstaltung teilnehmen können. Technische Voraussetzung für die Teilnahme ist ein ans Internet angeschlossener PC mit Videokamera und Mikrofon. Big Blue Button ist datenschutzkonform nach der DGSVO und wird standardmäßig in den digitalen Lehrveranstaltungen der HNEE eingesetzt. Bitte achten Sie bei den Sicherheitseinstellungen Ihres Rechners darauf, dass die Firewall das Programm unterstützt.

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news-1951 Sat, 24 Oct 2020 11:43:00 +0200 Neue Sternenpark-Ausstellung im Bruder-Franz-Haus: 20 Fotos aus Facebook-Wettbewerb und Infos zu Lichtverschmutzung https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/neue-sternenpark-ausstellung-im-bruder-franz-haus-20-fotos-aus-facebook-wettbewerb-und-infos-zu-lic/ „Licht aus, Sterne an!“, hieß es im August während der ersten länderübergreifenden Sternenparkwochen in der Rhön.  Das Motto setzt sich über den Winter im Bruder-Franz-Haus auf dem Kreuzberg fort: Ab dem 23. Oktober zeigt das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in Kooperation mit der Rhön GmbH dort eine Sternenpark-Ausstellung mit beeindruckenden Fotoaufnahmen. Zudem können sich Besucher über das Thema Lichtverschmutzung informieren. Der Sternenpark im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön steht für einzigartige natürliche Nachtlandschaften mit einem beeindruckenden Sternenhimmel und für besonderes Engagement für den Schutz der Nacht. Sterne, Milchstraße, Sternschnuppen und Galaxien – und immer wieder der von Lichtglocken aufgehellte Nachthimmel: (Hobby-)Fotografen aus der gesamten Rhön und darüber hinaus zeigen in der Ausstellung ihre ganz persönlichen Sternenpark-Momente. Die 20 Fotos waren bei einem Facebook-Wettbewerb besonders beliebt und sollen fortan als Wanderausstellung in der Rhön zu sehen sein.

In einem weiteren Teil der Ausstellung können sich Besucherinnen und Besucher darüber informieren, was Lichtverschmutzung ist, wie sie entsteht und welche Auswirkungen sie auf Mensch und Natur hat. Zudem liegen kostenfreie Planungshilfen für umweltverträgliche Außenbeleuchtung bereit. Zu sehen ist die Ausstellung von Freitag, 23. Oktober, bis Sonntag, 21. Februar. Im Oktober ist die Ausstellung täglich von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 18 Uhr geöffnet, von November bis Februar täglich von 10 bis 12 Uhr sowie von 13 bis 16 Uhr. Der Zutritt ist nur mit Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gestattet.

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Sternenpark Rhön
news-1949 Fri, 16 Oct 2020 11:35:01 +0200 Onlineseminar: Was Landwirte bei der Anpassung hemmt und welche Unterstützung sie benötigen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/onlineseminar-was-landwirte-bei-der-anpassung-hemmt-und-welche-unterstuetzung-sie-benoetigen/ Trockenheit, Hitzeperioden, Starkregen, Spätfröste – die Landwirtschaft muss sich auf die Änderungen des Klimas einstellen. Wie können die Landwirte darin unterstützt werden, sich optimal an die Veränderungen durch den Klimawandel anzupassen? Was wird bereits umgesetzt und was nicht? Welche Hemmnisse gibt es? Darum dreht sich ein Onlineseminar der Reihe „Klimaanpassung in der Landwirtschaft“, das die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Kooperation mit der Ökomodellregion Rhön-Grabfeld anbietet. Die Themen der Vorträge:

„Psychologische Einflussfaktoren bei der Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen in der bayerischen Rhön“

Anhand von Interviews mit Landwirten in der Rhön wurden Ursachen und Hemmnisse für die Umsetzung von Maßnahmen zur Klimaanpassung untersucht. (Luisa von Seggern, Universität Würzburg)

„Bayernweite Wissenschaftliche Umfrage zu Agrarumweltthemen und Klimawandel“

In einer bayernweiten Umfrage der Universität Bayreuth wurde die persönliche Meinung und Einschätzung zu verschiedenen Agrar- und Umweltthemen von Betrieben abgefragt. Die Ergebnisse der Umfrage sollen den politischen Entscheidungsträgern in Bayern präsentiert werden und in wissenschaftliche Veröffentlichungen einfließen. (Universität Bayreuth)

Alle Infos zum Ablauf und zur Teilnahme an der Veranstaltung finden Sie hier.

Ein Video zum Thema finden Sie hier.

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Ansprechpartner BRRhoen-BY
news-1948 Thu, 15 Oct 2020 14:13:27 +0200 Wiederherstellung bunter Bergwiesen in der Hessischen Rhön: Im Einsatz mit eBeetle, Corsar und Knickschlepper https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wiederherstellung-bunter-bergwiesen-in-der-hessischen-rhoen-im-einsatz-mit-ebeetle-corsar-und-knick/ Auf dem Stirnberg lässt es sich wunderbar wandern. Spaziergänger dürften sich allerdings vor kurzem über einige Fahrzeuge gewundert haben, die auf dem Ehrenberger Rundweg Nr. 5 unterwegs waren. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön testet das LIFE-Projekt „Hessische Rhön“ aktuell verschiedene Methoden zur Wiederherstellung bunter Bergwiesen. Mit Rechen und einem Sack Wiesensamen im Kofferraum fuhr das Team des LIFE-Projekts zu Flächen, auf denen bereits ein Natur- und Landschaftspflegebetrieb aus Ostheim mit einem Holder Knickschlepper samt Anhänger und alpinem Steilhangladewagen bei der Arbeit war – und währenddessen ebenfalls Anlass zu Verwunderung bot: Denn statt Heu aufzuladen, entludt Landschaftspfleger Gerd Frickel eine Fuhre Mahdgut nach der anderen, das dann von seinen Mitarbeitern und dem LIFE-Team mit Gabeln auf der Wiese verteilt wurde. Die Fläche, die zuvor mit Fichten bewachsen war, gehört HessenForst. Nach der Rodung mussten die Baumstümpfe mit einem Forstmulcher abgefräst und der Boden mit einer Kreisel-Egge nachbehandelt werden.

Wofür der Aufwand? „Ein Schwerpunktthema des LIFE-Projekts ist neben dem Schutz und der Schaffung günstiger Rahmenbedingungen auch die Wiederherstellung von inzwischen seltenem Berggrünland“, erklärt LIFE-Projektmanager Elmar Herget. „Gleichzeitig werden die Lebensbedingungen für verschiedene Vogelarten – hier am Stirnberg speziell für das Birkwild und Wiesenpieper – verbessert.“ Dafür wurden von intakten Bergmähwiesen Samen geerntet. Besonders spannend: Auf dem 902 Meter hohen Stirnberg werden drei verschiedene Verfahren parallel angewendet, um nach der Aussaat zu beobachten, welches den größten Erfolg verspricht.

eBeetle im Einsatz

Bereits im dritten Jahr ist der eBeetle zum Einsatz gekommen. Dieses Gerät, das äußerlich an einen Fahrradanhänger erinnert und wie ein Rasenmäher geschoben wird, hat der Landkreis Fulda angeschafft. Biolandwirt Stefan Weber aus Schwarzerden ist mit der Samenernte beauftragt worden. „Bis zu 60 verschiedene Pflanzenarten finden sich auf intakten Bergwiesen“, unterstreicht Herget. Ein Teil der Fläche auf dem Stirnberg war mit den auf diese Weise gewonnenen Samen im März eingesät worden. Doch richtig zufrieden zeigt sich das LIFE-Team mit dem Ergebnis noch nicht: „Das Frühjahr war wie bereits in den letzten beiden Jahren wieder zu trocken. Wir werden daher auf Herbstaussaat umsteigen“, führt der Projektmanager aus, während Kristine Schmitt, Ulla Heckert und Praktikant Martin Schiffhauer auf den kahlen Flecken per Hand nachsäen.

Mahdgutübertragung

Bei der zweiten Methode wurde das Mahdgut von einer besonders artenreichen Wiese der unmittelbar östlich angrenzenden Langen Rhön (Bayern) auf die Versuchsfläche übertragen. Landschaftspfleger Gerd Frickel hatte es gemäht und am darauffolgenden Tag direkt auf die Versuchsfläche gebracht – eine in der Rhön zuvor noch nicht getestete Vorgehensweise. Zum Vergleich wurde zudem auf einem Teil der Versuchsfläche die Mahdgutübertragung mit ausgebrachten Samen aus der eBeetle-Ernte kombiniert.

Samen aus dem Mähdrescher

Auf einer angrenzenden, frisch geeggten Fläche wurde eine dritte Variante zur Schaffung artenreicher Bergwiesen getestet. Eigens dafür hatte der Wüstensachsener Landwirt Moritz Weckbach einen alten Claas „Corsar“ umgebaut und mit feineren Sieben und reduzierter Luftzufuhr ausgestattet. Die sauber von den Halmen gelösten Samen, die im Körnerbehälter landeten, sorgten für Begeisterung – sowohl beim LIFE-Team als auch bei Martin Klein vom Fachdienst Natur- und Landschaft, der extra auf die von Landwirt Claus Knacker bewirtschaftete Fläche am Mathesberg gekommen war, um der Premiere beizuwohnen. Wegen der guten Qualität der Samen konnte dieser im September maschinell ausgesät werden.

Bis sich eine artenreiche bunte Wiese etabliert hat, wird es einige Jahre dauern. Doch vielleicht lassen sich noch während der Projektlaufzeit bis September 2022 erste Ergebnisse begutachten.

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LIFE
news-1925 Fri, 02 Oct 2020 14:22:00 +0200 Behinderungen am Holzbohlensteg im Schwarzen Moor / Aussichtsturm gesperrt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/behinderungen-am-holzbohlensteg-im-schwarzen-moor-aussichtsturm-gesperrt/ Der Aussichtsturm am Lehrpfad Schwarzes Moor bei Fladungen in der Bayerischen Rhön ist derzeit bis auf weiteres gesperrt. Zudem kommt es wegen Bauarbeiten zu Behinderungen am und auf dem Holzbohlensteg. Darauf weist der Verein Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön e.V. hin. Der Moorlehrpfad ist nur teilweise begehbar und es wird um Beachtung der Hinweisbeschilderung vor Ort gebeten.

Die Rhönrundwege und die Extratour Museumstour sind weiterhin begehbar.

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news-1944 Wed, 30 Sep 2020 10:05:00 +0200 30 Jahre Naturschutz im wiedervereinigten Deutschland – Bundesumweltministerium zeigt Film aus der Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/30-jahre-naturschutz-im-wiedervereinigten-deutschland-bundesumweltministerium-zeigt-film-aus-der-r/ "Natur kennt keine Grenzen, Naturschutz auch nicht": Das zeigt das Bundesumweltministerium anlässlich von 30 Jahren Naturschutz im wiedervereinigten Deutschland mit der Kampagne „natur:verbunden“. Auch das länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ist Teil der Kampagne: Ein Film mit Karl-Friedrich Abe und Ulrike Schade ist ab sofort online zu sehen. Ziel der Kampagne „natur:verbunden“ ist, zu zeigen, wie wichtig intakte Natur für eine zukunftsfähige Gesellschaft ist und wie sich das BMU hierzulande und grenzüberschreitend für den Naturschutz einsetzt. 

Unter anderem hat ein Filmteam an drei Stationen "Zeitzeugen" besucht und nach deren Geschichte gefragt – wahre Heldinnen und Helden für den Naturschutz. 

Zum Thema "Grenzenlose Landschaft – Naturschutz in der Rhön zur Wendezeit und heute" erzählt Karl-Friedrich Abe, der bis Oktober 2019 Leiter der Thüringer Verwaltung war und das Biosphärenreservat im Jahr 1990 mit aufgebaut hatte, aus seinen wertvollen Erinnerungen. Einen Blick nach vorne wirft seine Nachfolgerin Ulrike Schade. 

In einem weiteren Filmbeitrag spricht Prof. Dr. Michael Succow, Gründer der gleichnamigen Succow-Stiftung, über das Nationalparkprogramm. Nachdem die Mauer gefallen war, wurde Succow im Januar 1991 stellvertretender Minister für Natur- und Umweltschutz sowie Wasserwirtschaft in der DDR. In der letzten Sitzung des DDR-Ministerrats vor dessen Auflösung im September 1990 verabschiedete dieser das Nationalparkprogramm – und legte somit auch den Grundstein für das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Mit dem Programm konnten kurz vor der Wiedervereinigung 14 neue Großschutzgebiete dauerhaft unter Schutz gestellt werden.
Heute gibt es in Deutschland insgesamt mehr als 138 Großschutzgebiete: 16 Nationalparke, 18 Biosphärenreservate und 104 Naturparke. Somit stehen heute rund ein Drittel der Landesfläche unter Schutz.

Zur Kampagne geht es hier.

Einen ausführlichen Bericht über Karl-Friedrich Abe und seine Erinnerungen an 30 Jahre Nationalparkprogramm lesen Sie hier. 

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news-1945 Tue, 29 Sep 2020 11:25:00 +0200 ZNL-Lehrgang gestartet: 21 künftige Botschafter der Hessischen Rhön und ihrer Schätze https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/znl-lehrgang-gestartet-21-kuenftige-botschafter-der-hessischen-rhoen-und-ihrer-schaetze/ Exkursionen und jede Menge Infos rund um das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und die Maßnahmen im LIFE-Projekt zur Revitalisierung der Rhöner Bergwiesen: So ist die erste Septemberwoche für 21 angehende Zertifizierte Natur- und Landschaftsführer/innen (ZNL) gestartet. Sie nehmen derzeit an einem Lehrgang teil, den das LIFE-Projekt in Kooperation mit der Naturschutz-Akademie Hessen anbietet. Als ZNL werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Botschafter der Region fungieren und wichtige Ansprechpartner für Tourismus und Naturschutz sein. Einige der Teilnehmenden, die aus allen Teilen des Landkreises Fulda und darüber hinaus stammen, haben bereits Erfahrungen als Natur- und Landschaftsführer/innen gesammelt. Das Zertifikat ist eine zusätzliche Qualifizierung, die die Naturschutz-Akademie Hessen zusammen mit den anderen Landesakademien im Bundesweiten Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz (BANU) in Form eines einheitlichen Fortbildungskonzepts erarbeitet hat.

Inhaltlicher Schwerpunkt der Ausbildung sind die geschützten Bergwiesen und die dort vorkommenden Arten, die durch das LIFE- Projekt „Hessische Rhön – Berggrünland, Hutungen und ihre Vögel“ gefördert werden sollen. Dabei wird den zukünftigen ZNL das theoretische und praktische Handwerkszeug vermittelt, um Führungen fachkundig, engagiert und vielseitig zu gestalten, um damit gleichzeitig zum Schutz des wertvollen Berggrünlandes und seiner Tiere und Pflanzen beizutragen. Naturkundliche Grundlagen werden ebenso behandelt wie Aspekte der Kommunikation, Führungsdidaktik und Naturpädagogik. Auch rechtliche Grundlagen sowie Wissen zur selbstständigen Tätigkeit sind Inhalte des Lehrganges. „Gerade auf das Naturerlebnis legen wir besonderen Wert, denn das persönliche Erleben und Erfühlen bringt Begeisterung und Verständnis für die Natur und ihren Schutz“, sind sich die Kursleiterin Kerstin Sauermann und Ulla Heckert vom LIFE-Projekt Rhöner Bergwiesen einig.

Akzeptanz für Maßnahmen schaffen

Zum Auftakt haben sich die Teilnehmenden in der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Hilders getroffen. Mehrere Exkursionen führten unter anderem zur Wasserkuppe, zur Schäferei Weckbach in Wüstensachsen, zur Schornhecke und zum Buchschirm. Weitere Theorie-Module standen im Bürgerhaus in Wüstensachsen auf dem Programm, wo die Gruppe von Ehrenbergs Bürgermeister Peter Kirchner begrüßt wurde. Kirchner betonte die wertvolle Arbeit, die im Rahmen des Rhöner Bergwiesen-Projekts zum Beispiel auf den Ehrenberger Hutungen geleistet wird. Der Gesamtkomplex der 322 Hektar umfassenden Flächen, wie er sich durch die jahrzehntelange extensive Beweidung entwickelt hat, ist im Landkreis Fulda einmalig und naturschutzfachlich sehr wertvoll.

Durch die Revitalisierung der historischen Kulturlandschaft der Rhöner Bergwiesen werden die Lebensräume selten gewordener Tier- und Pflanzenarten wie Wiesenpieper und Braunkehlchen verbessert und ein wichtiger Beitrag zur Artenvielfalt geleistet. Akzeptanz für diese umfangreichen Maßnahmen zu schaffen, sei eine wichtige Aufgabe der künftigen zertifizierten Natur- und Landschaftsführer/innen, betonte Peter Kirchner. Das zusätzliche Naturerlebnis-Angebot sei nicht zuletzt auch eine wichtige Stärkung des Tourismus, sagte der Bürgermeister.

Bis zur Abschlussprüfung im Jahr 2021 werden die Teilnehmenden unter anderem eine eigene Führung in Form einer Hausarbeit konzipieren. Auch eine schriftliche und eine praktische Prüfung im Gelände fließen in die Bewertung ein. Nach Erhalt des Zertifikats dürfen sie große und kleine Naturinteressierte durch die Hessische Rhön führen. „Mit der Ausbildung der neuen Natur- und Landschaftsführer können wir unser vielfältiges Veranstaltungsangebot noch einmal erweitern“, sagt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Biosphärenreservat-Verwaltung. 

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LIFE
news-1943 Mon, 28 Sep 2020 13:39:00 +0200 Parlamentskreis Biosphärenreservate im Deutschen Bundestag gegründet https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/parlamentskreis-biosphaerenreservate-im-deutschen-bundestag-gegruendet/ Abgeordnete mehrerer Fraktionen des Deutschen Bundestags haben am 11. September 2020 den „Parlamentskreis Biosphärenreservate“ gegründet. Dem neuen Arbeitskreis gehört auch der Fuldaer Bundestagsabgeordnete Michael Brand an, der das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön vertreten wird. Die Mitwirkenden des Parlamentskreises wollen auf politischer Ebene das voranbringen, was vor Ort seit über 20 Jahren hervorragend funktioniert: deutschlandweiten Austausch und die Vernetzung der Biosphärenreservate fördern, Ideen austauschen und Synergien schaffen. Ein Ziel ist die nachhaltige touristische Nutzung und die Etablierung regionaler Wirtschaftskreisläufe in den Biosphärenreservaten, um sie noch mehr zu Triebfedern im ländlichen Raum zu machen. Dem Vorstand des neuen überfraktionellen Arbeitskreises gehören die Abgeordneten Klaus-Peter Schulze, Steffi Lemke und Kerstin Kassner an. Schon im März trafen sich Abgeordnete aus Deutschlands Biosphärenreservaten in Berlin gemeinsam mit Professorin Dr. Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission, und Vertreterinnen und Vertretern der Biosphärenreservate.

Nationale Naturlandschaften e. V. begrüßt diese Initiative, welche auf die Abgeordneten Klaus-Peter Schulze, Michael Donth und Armin Schuster zurückgeht. Bereits seit längerem hatte sich das Biosphärengebiet Schwarzwald mit Geschäftsführer Walter Kemkes gemeinsam mit dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften (NNL e. V.) und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Biosphärenreservate (AGBR) in der Vergangenheit für einen solchen Arbeitskreis stark gemacht. "Die deutschen Biosphärenreservate bieten als von der UNESCO international anerkannte Modellregionen für nachhaltige Entwicklung Antworten auf viele Zukunftsfragen. Sie erproben bereits in vielen Bereichen erfolgreich das Zusammenleben von Mensch und Natur, und somit einen Ausgleich der Interessen, ohne sich dabei im Konflikt zu befinden. Uns geht es darum, ihre Bedeutung auch auf nationaler Ebene deutlich zu machen und ihren großen Beitrag zu den Anliegen von Natur- und Artenschutz, Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltiger Regionalentwicklung aufzuzeigen", betonte Kemkes.

„Mit den Biosphärenreservaten schlummert vielerorts noch unentdecktes Potenzial gerade für die regionale Entwicklung. Durch eine nachhaltige touristische Nutzung sowie die Etablierung regionaler Wirtschaftskreisläufe könnten Biosphärenreservate zu einer wirksamen Triebfeder im ländlichen Raum werden“, so Schulze. Der Dachverband Nationale Naturlandschaften e. V. unterstützt die Biosphärenreservate mit einer Vielzahl an Projekten und Programmen bei der Umsetzung ihrer Aufgaben, bringt Akteure zusammen und erbringt Serviceleistungen. Als gemeinnütziger Verband unterstützt er die Ziele des Parlamentskreises Biosphärenreservate und steht auch als Ansprechpartner zur Verfügung.

Beteiligte Abgeordnete 

  • Michael Brand (CDU/CSU, Biosphärenreservat Rhön)
  • Astrid Damerow (CDU/CSU, Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen)
  • Michael Donth (CDU/CSU, Biosphärenreservat Schwäbische Alb)
  • Kerstin Kassner (Die Linke, Biosphärenreservat Südost-Rügen)
  • Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grüne, Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe)
  • Dietrich Monstadt (CDU/CSU, Biosphärenreservate Schaalsee / Flusslandschaft Elbe)
  • Klaus-Peter Schulze (CDU/CSU, Biosphärenreservat Spreewald)
  • Armin Schuster (CDU/CSU, Biosphärenreservat Schwarzwald)
  • Markus Uhl (CDU/CSU, Biosphärenreservat Bliesgau)

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat die Initiatoren bei der Gründung des Parlamentskreises unterstützt.

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news-1940 Fri, 18 Sep 2020 17:57:00 +0200 Rhöner Unternehmen Bionade investiert in Erhalt und Pflege von 66.800 Quadratmetern Streuobstwiese bei Großenbrach https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rhoener-unternehmen-bionade-investiert-in-erhalt-und-pflege-von-66800-quadratmetern-streuobstwiese-b/ Streuobstwiesen sind nicht nur "Hotspots der biologischen Vielfalt", sondern haben zudem eine große kulturelle Bedeutung. Für den Erhalt dieses kulturellen Erbes und der wertvollen Lebensräume wird auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön viel getan. Zum Beispiel im Bad Bockleter Ortsteil Großenbrach: In den kommenden fünf Jahren werden hier 66.800 Quadratmeter Streuobstwiese revitalisiert und gepflegt. Hierfür hat das Rhöner Unternehmen Bionade vom Verband Nationale Naturlandschaften e.V. Naturschutzzertifikate erworben, die nun offiziell überreicht wurden. Quadratmeter für Quadratmeter am Erhalt der Biodiversität arbeiten: Das ist die Idee hinter den zertifizierten Naturschutzprojekten des Verbands Nationale Naturlandschaften e. V. Durch den Erwerb von Naturschutzzertifikaten können sich Privatpersonen und Unternehmen direkt am Schutz der biologischen Vielfalt beteiligen. Jedes Zertifikat sichert einen Quadratmeter biologische Vielfalt für ein Jahr in einem der Lebensräume Streuobstwiesen oder Wälder. Dank der Einnahmen aus dem Verkauf der Zertifikate ist es den beteiligten Akteuren vor Ort möglich, die geeigneten Maßnahmen umzusetzen. So auch in Großenbrach: Hier hat die Bionade GmbH Naturschutzzertifikate für 66.800 Quadratmeter Streuobstwiese erworben. Die Fläche befindet sich zwischen Großenbrach und Bad Bocklet, der Rhön-Rundweg 1 Bad Bocklet führt Wanderer mitten durch die Streuobstwiesen mit ihren mehr als 550 Bäumen.  

„Ein Apfelbaum ohne Pflege wird nicht alt. Ziel ist zum einen, mehrere Obstbaumschnitte durchzuführen, und zum anderen die Verbuschung in den Griff zu bekommen“, erklärte Dieter Weisenburger, der zusammen mit dem Botanischen Arbeitskreis der BUND Naturschutz Kreisgruppe Bad Kissingen den Zustand der Streuobstwiesen vor Projektbeginn untersucht und daraus einen Maßnahmenplan entwickelt hat. Die Hälfte der Fläche ist in Privatbesitz verschiedener Eigentümer, die andere Hälfte gehört der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen, die sich nun schon seit Anfang der 90er Jahre um die Streuobstwiese kümmert. Seit Jahren ist die Fläche ein Ort, an dem landkreisweit Schnittkurse stattfinden, erklärt der Vorsitzende Franz Zang. Zudem gibt es mit einem Kindergarten in der Nähe eine enge Kooperation: ernten, Saft pressen, mit Äpfeln und Birnen kochen.

Pflege mit Schafen und Ziegen

In Sachen Landschaftspflege besteht eine Zusammenarbeit mit dem Schäfer Wolfgang Hüter aus Großenbrach, dessen Schafe und Ziegen dabei helfen, die Fläche offenzuhalten. Durch die Unterstützung von Bionade können nun auch weitere notwendige mechanische Arbeiten finanziert werden. Auch An- und Nachpflanzungen sowie das Anlegen von Nistkästen, Stein- und Reisighaufen gehören zu den Maßnahmen. So soll langfristig eine Streuobstwiese mit altersgemischtem Baumbestand aus hochstämmigen Obstbäumen entstehen, die einen wertvollen Lebensraum für Tausende Tier- und Pflanzenarten bieten. „Fledermäuse zum Beispiel finden hier beste Bedingungen“, erklärte Stefan Zaenker, Vorsitzender des Vereins RhönNatur e.V., der Träger des Projekts ist.

Die Projektleiterin Dr. Katja Arzt freute sich, das symbolische Zertifikat – insgesamt hat Bionade 334.000 Zertifikate erworben – an Lucia Benchekroun, Nachhaltigkeitsmanagerin bei der Bionade GmbH, überreichen zu können. „Mit der Förderung der Biodiversität meinen wir es ernst“, sagte Lucia Benchekroun. In den Erfrischungsgetränken des Unternehmens landen die Äpfel der Streuobstwiese zwar nicht. Vielmehr möchte Bionade die Fläche stark in die Umweltbildung mit einbeziehen, die das Unternehmen betreibt. „Unser Ziel ist, dazu beizutragen, die Menschen an das wichtige Thema Artenvielfalt heranzuführen. Denn nur wer über die Bedeutung der Biodiversität Bescheid weiß, kann helfen, sie zu schützen.“

„In Großenbrach gibt es viele Menschen, die sich seit langem mit Herzblut dem Streuobst widmen“, sagte Julia Rösch von der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Das zertifizierte Projekt mache es dank der Investition von Bionade möglich, auch langfristig wirksame Effekte zu erzielen. 

Ausführliche Infos zum Projekt und der Streuobstwiese bei Großenbrach finden Sie hier. 

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news-1942 Fri, 18 Sep 2020 13:36:45 +0200 Stelle in Thüringer Verwaltung: Sachbearbeiter/in für Geoinformationssysteme und Datenmanagement https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/stelle-in-thueringer-verwaltung-sachbearbeiterin-fuer-geoinformationssysteme-und-datenmanagement/ In der Thüringer Verwaltung des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mit Sitz im Dermbacher Ortsteil Zella ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines Sachbearbeiterin/Sachbearbeiters für Geoinformationssysteme und Datenmanagement zu besetzen. Das Aufgabengebiet umfasst unter anderem die Administration und Erweiterung des länderübergreifenden (GEO-) Datenservers und den konzeptionellen GIS-Ausbau, das Datenmanagement sowie die Koordination, den Aufbau und die Umsetzung von Datenbanken.

Die Bewerbungsfrist endet am 4. Oktober 2020. 

Eine ausführliche Stellenbeschreibung und Infos zur Bewerbung finden Sie hier. 

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news-1938 Sat, 12 Sep 2020 16:39:00 +0200 Vor 30 Jahren legte das Nationalparkprogramm mit der DDR-Verordnung den Grundstein für das Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vor-30-jahren-legte-das-nationalparkprogramm-mit-der-ddr-verordnung-den-grundstein-fuer-das-biosphaere/ Die letzte Sitzung des DDR-Ministerrats vor dessen Auflösung, der letzte Tagungsordnungspunkt – und sozusagen die letzten Minuten vor dem Beitritt der DDR zur Bundesrepublik: Mit der Verabschiedung des Nationalparkprogramms ist der 12. September 1990 in die Geschichte des deutschen Naturschutzes eingegangen. Der Beschluss, 14 große Naturlandschaften dauerhaft unter Schutz zu stellen, legte vor 30 Jahren den Grundstein für das spätere länderübergreifende UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Schon einige Tage vorher, ab dem 1. September, saß der damals 35-jährige Karl-Friedrich Abe in einem schmucklosen Flachbau der ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Kaltensundheim – zunächst dienten lediglich eine Obststiege und ein Telefon als Büroausstattung. Die Aufgabe: den Aufbaustab für den thüringischen Teil des im Nationalparkprogramm vorgesehenen Biosphärenreservats Rhön zu bilden. „Das war ein Wagnis – schließlich gab es das Gesetz noch gar nicht“, erinnert sich Karl-Friedrich Abe heute. Seit einem Jahr ist er nun im Ruhestand, im Oktober 2019 hatte er sich als dienstältester deutscher Leiter einer Biosphärenreservatsverwaltung verabschiedet. Heute, 30 Jahre nach der Wiedervereinigung, blickt er zurück auf die Anfänge „seines“ Biosphärenreservats.

„In der Rhön gab es schon immer Menschen, die sich für den Erhalt der Natur und der Kulturlandschaft  einsetzten – schon lange vor der Ausweisung des Biosphärenreservats“, betont Abe. Die Grenzöffnung machte schließlich den engen Austausch zwischen Naturschützern aus Bayern, Hessen und Thüringen möglich. „Am Donnerstag fiel die Mauer, am Freitag holte ich mir ein Visum, und am Samstag fuhr ich zum Wandern“, erzählt Abe. Schwarzes Moor, Heidelstein, Kreuzberg, Wasserkuppe, Rotes Moor, das alles in rasantem Tempo – jede freie Sekunde verbrachten Abe und seine Frau in der Bayerischen und Hessischen Rhön. „Man wusste ja nicht, wie lange diese neu gewonnene Freiheit anhalten würde.“ Schnell fasste er dabei Kontakte zu Willy Bauer, Dr. Franz Müller und Reinhard Kolb von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie (HGON), die später mit Abe, Dr. Aribert Bach, Klaus Schmidt und Volker Trauboth aus Thüringen sowie Ludwig Sothmann aus Bayern eine deutsch-deutsche Arbeitsgruppe ehrenamtlicher Naturschützer bildeten. Bereits im Januar 1990 gab es dann konkrete Überlegungen zu gemeinsamen Naturschutzprojekten, es wurde an einer Gebietsabgrenzung für ein länderübergreifendes Schutzgebiet gearbeitet. Der erste Arbeitstitel: Landschaftsreservat. „Die Schutzkategorie Biosphärenreservat kannte man damals im Westen noch nicht“, erklärt Abe. Auf einer Arbeitstagung am 13. Februar 1990 in Berlin verständigte man sich schließlich auf den Begriff Biosphärenreservat Rhön. Im Juni 1990 wurde Abe dann auf einer Tagung im „Lämmchen“ im hessischen Schlitzenhausen gefragt, ob er den Aufbaustab des künftigen Biosphärenreservats leiten wolle. „Ich hatte zwei Stunden, um mich zu entscheiden. Noch am selben Tag musste ein Name nach Berlin gemeldet werden.“

„Alles war noch im Aufbau, es herrschte große Euphorie"

So war Abes Karriere als Berufsschullehrer beendet, drei Monate später saß er in dem Flachbau in Kaltensundheim. Mit der Verabschiedung des Nationalparkprogramms wurde auch die „Verordnung über die Festsetzung von Naturschutzgebieten und einem Landschaftsschutzgebiet von zentraler Bedeutung mit der Gesamtbezeichnung Biosphärenreservat Rhön“ angenommen, die mit dem Einigungsvertrag in bundesdeutsches Recht überführt wurde. „Somit hatten wir eine Handlungsbasis“, sagt Abe. Eine der ersten Aufgaben des Aufbaustabs: Die Anerkennung durch die UNESCO musste auf den Weg gebracht werden. Im November 1990 stand der Entwurf für die thüringische Antragstellung, der später mit den bayerischen und hessischen Teilanträgen nach Bonn und von da als „Gesamtantrag Rhön“ nach Paris geschickt wurde. Die Übergabe der Anerkennungsurkunde an die drei Umweltminister folgte im Jahr 1991. „Das alles ging damals sehr schnell“, sagt Karl-Friedrich Abe. „Alles war noch im Aufbau, es herrschte große Euphorie. Die friedliche Revolution war ein Glücksfall für den Naturschutz in Deutschland und in der Rhön.“

Festjahr 2021 - 30 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

30 Jahre UNESCO-Anerkennung des Biosphärenreservats Rhön soll im Jahr 2021 mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gefeiert werden – unter dem Motto „Mensch.Natur.Einklang“. Auch Karl-Friedrich Abe wird dabei sein. Er ist heute stolz auf die länderübergreifende Zusammenarbeit zwischen Bayern, Hessen und Thüringen, die besonders in den vergangenen Jahren noch weiter gefestigt worden sei. Die größten Aufgaben für die Zukunft? „Im breiten Miteinander an einer nachhaltigen Entwicklung arbeiten und den internationalen Status erhalten“, sagt Karl-Friedrich Abe. Die drei tragenden Säulen dabei: „Klima, Biodiversität – und die Menschen im Biosphärenreservat.“ Abes Nachfolgerin Ulrike Schade steht damit vor ganz anderen Herausforderungen als noch vor 30 Jahren. „Neben dem Schutz der Natur mit ihren Tieren und Pflanzen stehen heute vor allem Themen wie Regionalentwicklung und Bildung für nachhaltige Entwicklung im Vordergrund – und neben dem Klimaschutz die Frage, wie nachhaltiges Wirtschaften und Zusammenleben künftig funktionieren kann.“

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news-1914 Sat, 05 Sep 2020 17:39:00 +0200 Der Klimawandel und die Auswirkungen auf die Wasserverfügbarkeit in den Rhöner Gemeinden: Aufruf zur Online-Umfrage https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/der-klimawandel-und-die-auswirkungen-auf-die-wasserverfuegbarkeit-in-den-rhoener-gemeinden-aufruf-zur/ Wie nimmt die Rhöner Bevölkerung mögliche Folgen des Klimawandels auf die Verfügbarkeit von Wasser für private, wirtschaftliche und öffentliche Nutzung wahr? Wer ist in ihren Augen verantwortlich für beobachtete Veränderungen, und welche Lösungsvorschläge gibt es? Diesen Fragen geht ein neues Forschungsprojekt der Goethe-Universität Frankfurt am Main in Kooperation mit dem UNESCO-Biosphärenreservats Rhön nach. Die Rhöner Kommunen in Bayern, Hessen und Thüringen, aber auch die Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Besonders heiße, lange und trockene Sommer, die sich als Dürreperioden beschreiben lassen, und eine Häufung von Starkregenereignissen – Tendenzen, die sich mit fortschreitendem Klimawandel in Zukunft verstärken werden. Auch in der Rhön kann es daher zu Engpässen bei der Wasserversorgung und zu negativen Auswirkungen für die Pflanzen und Tiere in Flüssen, Seen und Mooren kommen. Diese Problemlage bildet den Ausgangspunkt für ein neues Forschungsprojekt, das die Goethe-Universität Frankfurt in enger Zusammenarbeit mit dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön und der Unterstützung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HNLUG) durchführt.

Titel des Projekts: „Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische Ökosysteme und Wasserversorgung im Biosphärenreservat Rhön: Partizipative Risikobewertung und Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen – KlimaRhön“. Ziel ist, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel im Bereich Wasser zu entwickeln, die auch bei fortschreitendem Klimawandel die Wasserverfügbarkeit für Mensch und Umwelt im Biosphärenreservat sicherstellen sollen. Um geeignete Anpassungsmaßnahmen zu finden, ist das Forschungsteam auf die Mithilfe der Kommunen und der Bevölkerung angewiesen: Sie sind aufgerufen, an der Online-Umfrage „Survey KlimaRhön“ teilzunehmen.

Hier geht es zur Umfrage.

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news-1939 Fri, 04 Sep 2020 16:57:00 +0200 Naturbewusstseinsstudie 2019: Deutsche sind für Schutzgebiete und gegen Gentechnik in der Landwirtschaft https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/naturbewusstseinsstudie-2019-deutsche-sind-fuer-schutzgebiete-und-gegen-gentechnik-in-der-landwirtsc/ Das Naturbewusstsein in Deutschland wächst. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Naturbewusstseinsstudie 2019, die Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, heute gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Verbands „Nationale Naturlandschaften", Peter Südbeck, in Berlin vorgestellt haben. Eine große Mehrheit der Deutschen findet darüber hinaus Schutzgebiete wichtig, um die Natur für nachfolgende Generationen zu erhalten. Sie unterstützen daher deren Stärkung – national wie international. Die große Mehrheit der mehr als 2.000 Befragten der aktuellen Naturbewusstseinsstudie wünscht sich außerdem mehr Informationen über die heimischen Tier- und Pflanzenarten, allen voran über die Vögel. Gemeinsame Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) und des Bundesamts für Naturschutz (BfN)

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Die gute Nachricht lautet: Das Naturbewusstsein in der Bevölkerung in Deutschland steigt, insbesondere die Wertschätzung für die Natur. Eine große Mehrheit möchte sich auch aktiv für den Schutz der Natur einsetzen – für sich selber, aber vor allem auch für kommende Generationen. Das betrifft vor allem die Schutzgebiete, also die Gebiete, mit denen wir unser natürliches und kulturelles Erbe bewahren. Genau diese Gebiete wollen wir weiter stärken und ausweiten. Beim Thema Gentechnik wünschen sich die Menschen Transparenz und Sicherheit: Die deutliche Mehrheit der Befragten spricht sich für eine Kennzeichnung entsprechender Lebensmittel aus. Außerdem möchten sie, dass mögliche Umweltauswirkungen untersucht werden. Der Naturschutz findet mehr und mehr den Rückhalt in der Bevölkerung, den wir Umweltpolitikerinnen brauchen, um unsere natürlichen Lebensgrundlagen effektiv schützen zu können."

BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel: „Die Studie zeigt uns auch: Immer mehr Menschen in Deutschland – mittlerweile 63 Prozent – ärgern sich deutlich darüber, dass mit der Natur oft sorglos umgegangen wird. Das kann ein wichtiger Antrieb für einen konsequenteren und besseren Naturschutz sein. Dafür ist eine wichtige Voraussetzung, die Menschen intensiver an die Natur selbst und auch an die vielfältigen Tier- und Pflanzenarten heranzuführen, die bei uns beheimatet sind. Dazu belegt die aktuelle Naturbewusstseinsstudie: Der in den vergangenen Jahren oft diskutierte Rückgang an Artenkenntnis liegt nicht an mangelndem Interesse: Mehr als die Hälfte der Befragten (52 Prozent) wünscht sich bessere Kenntnis über Tier- und Pflanzenarten. Und: Wir beobachten einen deutlichen Anstieg in der Handlungsbereitschaft, sich für den Schutz der Natur einzusetzen. Die Kommunikations- und Bildungsarbeit sollte daher weniger auf die reine Wissensvermittlung ausgerichtet sein, sondern stärker als bisher darauf, Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln und konkrete Angebote zu deren Umsetzung zu machen."

Peter Südbeck, Vorstandsvorsitzender des Nationale Naturlandschaften e.V.: „Wir freuen uns über das gestiegene Bewusstsein für Schutzgebiete in Deutschland. In den Nationalen Naturlandschaften merken wir dies vor allem an einer erhöhten Akzeptanz unserer Arbeit sowie vermehrter Nachfrage unserer Angebote. Unsere Herausforderung besteht aktuell mehr denn je darin, die Balance zwischen Schutz und gesteigerter Nachfrage zu wahren und positive Naturerlebnisse zu ermöglichen, die die Wertschätzung von Schutzgebieten in der Gesellschaft erhöhen."

Stabiler Rückhalt für die Energiewende

In der alle zwei Jahre erscheinenden Naturbewusstseinsstudie werden unter anderem wiederholt die Themen Gentechnik und Energiewende abgefragt: Im Bereich der Gentechnik ist eine deutliche Mehrheit der Befragten, nämlich 95 Prozent, der Meinung, dass mögliche Auswirkungen auf die Natur untersucht werden sollten. 81 Prozent sprechen sich für ein Verbot von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft aus. Dieser Wert ist seit Beginn der Erhebungen etwa gleich hoch. 63 Prozent haben die Sorge, dass sich die Folgen neuer gentechnischer Verfahren nicht absehen lassen. Im Bereich der Erneuerbaren Energien gibt es seit Beginn der Erhebungen einen stabilen Rückhalt für die Energiewende, vorausgesetzt sie geht nicht zulasten der Natur. Bei Photovoltaikanlagen sieht die Bevölkerung neue Anlagen lieber an oder auf Gebäuden und weniger auf der grünen Wiese.

Der mittlerweile sechsten Naturbewusstseinsstudie liegt eine bundesweite Befragung zugrunde, die zum Jahresende 2019 durchgeführt wurde. Die Studie ist in ihrer Aussagekraft für ganz Deutschland repräsentativ und bezieht Menschen aus allen Regionen und sozialen Lagen Deutschlands ein. Insgesamt 2.044 zufällig ausgewählte Personen aus der deutschsprachigen Bevölkerung im Alter ab 18 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Naturbewusstseinsstudie erfasst die gesellschaftlichen Einstellungen zur Natur und biologischen Vielfalt in Deutschland. Sie stellt aktuelle und empirisch abgesicherte Daten bereit, die für die Naturschutzpolitik, den öffentlichen Diskurs und die Bildungsarbeit wertvolle Grundlagen sind. Die Naturbewusstseinsstudien werden im Auftrag des Bundesumweltministeriums und des Bundesamtes für Naturschutz seit 2009 veröffentlicht.

Die Naturbewusstseinsstudie 2019 zum Download finden Sie hier, ein Kurzpapier mit den wesentlichen Aussagen der Studie finden Sie hier.

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news-1934 Thu, 03 Sep 2020 16:42:00 +0200 Dritte Runde der Rhönschaf-Genießerwochen startet am 20. September https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/dritte-runde-der-rhoenschaf-geniesserwochen-startet-am-20-september/ Wandern mit der Rhönschäferin, den Schäferweg erkunden und Rhöner Spezialitäten genießen: Bereits zum dritten Mal laden das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. und die Rhön GmbH zu den Rhönschaf-Genießerwochen. Vom 20. September bis 18. Oktober steht das Maskottchen der Rhön wieder im Mittelpunkt zahlreicher Erlebnis- und Genussangebote. Die Rhön hat mit ihrer einzigartigen Natur und Kultur viele Besonderheiten zu bieten. Eines der ältesten Kulturgüter läuft auf vier Beinen und übernimmt als Landschaftspfleger eine wichtige Aufgabe: Die Rede ist vom Maskottchen der Rhön, dem Rhönschaf. Das Fleisch des Rhönschafs als regionsspezifische Landschafrasse wurde zu Zeiten Napoleons als Delikatesse gerühmt und sogar in London und Paris serviert. Mitte des 20. Jahrhundert aber verringerte sich mit dem allgemeinen Rückgang sämtlicher Schafbestände auch der Rhönschaf-Bestand drastisch. Doch dank des Engagements von Naturschützern und privater Halter konnte das Schaf mit dem charakteristischen schwarzen Kopf nicht nur die Herzen der Menschen, sondern auch die Bergwiesen und die Speisekarten der Region zurückerobern.

„Mit den Genießerwochen wollen wir dieser besonderen alten Schafrasse und ihrer Bedeutung für die Rhöner Kulturlandschaft eine Plattform bieten“, sagt Janet Emig vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön. Bereits 2018 und 2019 hatten sich zahlreiche Produzenten, Gastronomen und Hoteliers an den Genießerwochen beteiligt und ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt, das zahlreiche Besucher begeisterte. Auch wenn in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie größere Veranstaltungen wie die beliebten Hoffeste ausfallen müssen, sind wieder zahlreiche Angebote in Bayern, Hessen und Thüringen zusammengekommen. Auf dem Programm stehen anderem zahlreiche geführte Wanderungen, eine kulinarische Bustour, spezielle Übernachtungsangebote und Rhönschaf-Menüs. Den Abschluss bildet am Sonntag, 18. Oktober, ein Aktionstag in der Erlebniswelt Rhönwald in Kaltenwestheim.

Alle Erlebnis- und Genussangebote sowie eine Übersicht von Rhönschaf-Souvenirs und die Standorte zahlreicher Verkaufsstellen finden Interessierte hier.

 

Nach den Genießerwochen ist vor den Genießerwochen

2021 wirft bereits seine Schatten voraus. Das Jubiläumsjahr des Biosphärenreservats, das 30 Jahre UNESCO-Anerkennung feiert, steht – unter anderem – im Zeichen des Rhönschafs. Eine vierte Auflage der Genießerwochen darf dabei natürlich nicht fehlen. Hierbei werden Hotelfachschülerinnen und -schüler der Fuldaer Eduard-Stieler-Schule im Rahmen eines Kooperationsprojektes mithelfen. Sie werden an unterschiedlichen Ideen arbeiten – so könnten zum Beispiel ein Kochbuch oder ein neues Rhönschaf-Rezept entstehen.

Zum Start der Kooperation haben sich die jungen Erwachsenen von Janet Emig (VNLR) und Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, sowie Martina Klüber-Wibelitz (Dachmarke Rhön) über die Rhön, ihr Schaf und die Dachmarke informiert. Treffpunkt war die Schäferei von Dietmar Weckbach in Wüstensachsen. Im Rahmen der Genießerwochen 2020 bietet Weckbach jeden Mittwoch ab 14.30 Uhr sein „Schäferstündchen…mal anders“ an. In seiner „Schäferhütte“ serviert er Lammspezialitäten vom Rhönschaf und andere regionale Produkte aus der landwirtschaftlichen Produktion. Die Schäferei ist ein Dachmarkenbetrieb der Rhön GmbH im Bereich Erlebnismarke. Die Rhön GmbH unterstützt für den Verein Dachmarke Rhön e.V. Betriebe bei der Vermarktung von nachhaltig hergestellten, qualitativ hochwertigen Produkten. Die Qualität der Produkte wird mit verschiedenen Siegeln gekennzeichnet, unter anderem mit dem Qualitätssiegel Rhön, dem Bio-Siegel Rhön oder dem Qualitätssiegel-Rhön mit Silberdisteln.

Ein weiterer Partnerbetrieb, die Schäferei Spies aus Eiterfeld-Leimbach, holt im Mai 2021 mit den Deutschen Schafschurmeisterschaften eine nationale Veranstaltung in die Rhön. Zudem arbeiten der VNLR und die Dachmarke Rhön bereits an einem Projekt zur Wiederverwertung von Rhöner Schafwolle als Düngepellets. Weitere Infos folgen!

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news-1937 Thu, 03 Sep 2020 12:25:00 +0200 Vom Corona-Lockdown zur neuen "Normalität": Einladung zur dritten Phase des „Logbuchs der Veränderungen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vom-corona-lockdown-zur-neuen-normalitaet-einladung-zur-dritten-phase-des-logbuchs-der-veraenderun/ Mit Beginn der Corona-Pandemie hat sich der Alltag der Menschen weltweit und im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön grundlegend verändert. Einige Aktivitäten sind aufwändiger als bisher – und manches ist auch weggefallen. Wie die Bürgerinnen und Bürger die Veränderungen erleben, konnte ab März online in das sogenannte "Logbuch der Veränderungen" der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde eingetragen werden. Nun geht das Logbuch in die dritte Runde, mitmachen kann man bis zum 15. September 2020. Pressemitteilung HNE Eberswalde 
 

Im „Logbuch der Veränderungen“ haben Sie, haben Bürgerinnen und Bürger von der Phase des Lockdowns bis zu den ersten Lockerungen zum Beginn des Sommers Ihre Beobachtungen zu Coronabedingten Veränderungen dokumenert. Im Zeitraum 26. März bis 24. Juni 2020 haben 508 Logbuchschreiber*innen insgesamt 828 Logbucheinträge zusammengetragen. Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung! Dadurch ist ein besonderer Datensatz zu Alltagsbeobachtungen gerade in der Anfangszeit von Corona entstanden.

Angepasst an den Verlauf der Pandemie möchten wir Sie zu einer neuen Befragungsphase einladen: Bie berichten Sie, wie sie die neue „Normalität“ unter den anhaltenden Corona-Bedingungen erleben . Wir öffnen das Logbuch vom 01.09.2020 bis zum 15.9. 2020 für eine dritte Phase.

1. Phase: Lockdown 26.03.2020-19.04.2020 (409 Einträge)

2. Phase: ersten Lockerungen  20.04.2020 - 24.06.2020 (418 Einträge)

3. Phase: Neue „Normalität“  01.09.2020 -15.09.2020

In der Phase der neuen „Normalität“ interessiert uns, welche Erfahrungen Sie bislang mit den Corona-bedingten Änderungen gemacht haben. Unsere Annahme dabei: Jetzt wird sich zeigen, ob darunter auch Veränderungen sind, die über Corona hinaus andauern werden. Welche Veränderungen haben in Ihren Alltagsbeobachtungen – bei sich selbst und bei anderen – Bestand? Oder werden die fortlaufenden Veränderungen den Alltag besmmen? Wie schätzen Sie insgesamt Ihre bisherigen Erfahrungen mit den Veränderungen der letzten Monate ein? 

So können wir gemeinsam mit Ihnen einen Diskussionsbeitrag leisten, ob und welche Bedeutung Corona-bedingte Veränderungen für eine nachhalge Entwicklung haben können. Die Auswertung der Logbucheinträge soll bis zum Jahresende erfolgen. In dem Zeitraum planen wir auch, uns mit Ihnen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern über die Ergebnisse austauschen und gemeinsam diskueren, was Corona für die gesellschaliche Entwicklung bedeutet. Hierfür sind Online-Workshops angedacht. 

Hier geht es zum Logbuch!

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news-1936 Thu, 03 Sep 2020 10:00:00 +0200 Von Goldhafer bis Wilde Möhre: Neue Bestimmungshilfe für Grünland-Pflanzen in der Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/von-goldhafer-bis-wilde-moehre-neue-bestimmungshilfe-fuer-gruenland-pflanzen-in-der-rhoen/ Nichts prägt das Landschaftsbild im UNESCO-Biosphärenreservats Rhön so sehr wie das Grünland. Die vielen Weiden und Bergwiesen geben der Landschaft den Eindruck der Offenheit und Weite. Extensiv genutztes Grünland in den Hoch- und Mittellagen ist besonders reich an Blütenpflanzen, Schmetterlingen und bodenbrütenden Vögeln. Auf Rhöner Wiesen und Weiden gedeihen Pflanzen, die man woanders kaum noch findet. Im Rahmen des LIFE-Projekts „Hessische Rhön“ ist nun eine Bestimmungshilfe für diese Pflanzen entwickelt worden. Der Fächer „Pflanzen des Grünlandes in der Rhön“ beschreibt 78 typische Arten. Die typischen Grünlandarten sind dabei nach Blütenfarben sortiert. So beginnt der Fächer mit dem Spitzwegerich, deren Blüten eine bräunliche Farbe annehmen, auf der letzten Seite wird die Wiesen-Schafgabe (weiß) beschrieben. Jeder Eintrag enthält Infos zur Blütezeit und dem Standort – Glatthaferwiese, Bergwiese, Halbtrockenrasen, Feuchtwiese, Borstgrasrasen oder feuchte Säume – sowie eine detaillierte Beschreibung von Pflanze, Blatt und Blüte. Die bevorzugten Standortbedingungen sind anhand einer Farbskala dargestellt, aus der sich Infos zu Feuchtigkeit, pH-Wert des Bodens, Nährstoffversorgung und Nutzungsverträglichkeit ablesen lassen.

Auch die Schutz- und Gefährdungskategorien (Rote Liste Hessen) sind angegeben, zudem sind Kennarten des HALM-Programms (Hessisches Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen) markiert. Zusätzlich werden für jede Pflanze weitere wissenswerte Details genannt – zum Beispiel, ob die Art problematisch für die Landwirtschaft oder die Biotoperhaltung ist, oder ob die Pflanze essbar ist. So erfährt man etwa über den Kleinen Wiesenknopf, dass er nicht nur eine Charakterpflanze des Halbtrockenrasens ist, sondern dass das Heilkraut gern für Grüne Soße verwendet wird. Und das Gewöhnliche Zittergras wird als „heute seltener Qualitätsanzeiger in artenreichen Wiesen und Magerrasen, düngeempfindlich, wertgebend“ beschrieben. Störarten wie die Herbst-Zeitlose, die sich aufgrund ihres Gifts auch für Silage nicht eignen, sind entsprechend gekennzeichnet.

„Die Bestimmungshilfe richtet sich sowohl an Landwirtinnen und Landwirte als auch an Naturführerinnen und Naturführer und kann zudem in den Biologieunterricht eingebunden werden“, sagt Ulla Heckert vom LIFE-Projekt „Hessische Rhön“. Das LIFE-Team hat den Pflanzenfächer gemeinsam mit dem Planungsbüro „PlanWerk“ aus Nidda erarbeitet, auch der bekannte Botaniker Uwe Barth aus Tann war beteiligt.

Der Fächer wird an landwirtschaftliche Betriebe, Bildungsreinrichtungen, Junior-Ranger-Gruppen, Behörden im Bereich Natur und Landwirtschaft sowie Natur- und Landschaftsführer/innen in der Hessischen Rhön verteilt.

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LIFE
news-1935 Wed, 02 Sep 2020 13:11:00 +0200 Experiment erfolgreich: „Rhöntomate“ aus Bauerngarten des Freilandmuseums Fladungen besteht den Geschmackstest https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/experiment-erfolgreich-rhoentomate-aus-bauerngarten-des-freilandmuseums-fladungen-besteht-den-gesc/ Eine eigene „Rhöntomate“ anbauen: Das haben sich die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und das Fränkische Freilandmuseum Fladungen im Rahmen eines Projekts zur Nutzpflanzenvielfalt vorgenommen. Im März ist das Experiment mit dem Ansäen gestartet, im Mai waren die Pflanzen auf das Gelände des Freilandmuseums umgezogen. Nun sind die ersten Tomaten reif – und wurden einem Geschmackstest unterzogen. Die Idee kam Julia Rösch von der Bayerischen Verwaltung, als sie auf das Hausgarten-Tomaten-Züchtungsprojekt (HATO) von Dreschflegel e.V. gestoßen war. HATO heißt: Viele Gärtnerinnen und Gärtner entwickeln gemeinsam Tomatensorten weiter, anstatt die Züchtung nur den Saatgutfirmen zu überlassen. Neben 60 weiteren Sorten bekam Dreschflegel unter anderem eine „Rhöntomate“ geschickt. Alle Sorten wurden getestet, gekreuzt und vermehrt und gingen danach wieder in die Hausgärten zum Anbau und zur Selektion der besten Pflanzen. Auch Julia Rösch erhielt Nachkommen der Tomate, um sie im Rhöner Klima auszusäen.

Nachdem die Pflänzchen auf der Fensterbank der Verwaltungsstelle in Oberelsbach herangewachsen waren, hatte Rösch sie in die Obhut von Thomas Hemmert, Gärtner beim Fränkischen Freilandmuseum Fladungen, übergeben. Er setzte die Rhöntomate sowohl in das Gewächshaus als auch in den Bauerngarten des Museums. So konnten die Besucherinnen und -besucher das Projekt über den Sommer hinweg mitverfolgen. Weitere Pflanzen wurden in verschiedene Gärten verteilt – so zum Beispiel zur Großmutter von Julia Rösch oder als Kübelpflanzen auf die Terrasse der Bayerischen Verwaltungsstelle in Oberelsbach. Gedüngt wurde nur ökologisch: mit Rhönschafwolle.

Der Erfolg der Pflanzaktion wurde nun im Freilandmuseum begutachtet. Sofort fiel auf, dass es der Rhöntomate im Freien besser gefällt: Die Pflanzen im Gewächshaus waren eher mäßig gediehen, und reife Früchte gab es hier Ende August noch nicht. Im Bauerngarten hingegen sah der Bestand prächtig aus, befanden Julia Rösch, Thomas Hemmert und Patricia Linsenmeier, Presse- und Öffentlichkeitsbeauftragte des Museums. Die Rhöntomate aus dem Fladunger Bauerngarten lag sodann im Geschmackstest klar vorn. Somit stand fest: Das Klima in Fladungen bot in diesem Jahr gute Voraussetzungen, mit dem selbst so sonnenhungrige Pflanzen wie Tomaten zurechtkommen.

Die Früchte sollen nun im kommenden Jahr für den Wiederanbau verwendet werden und erneut in den Bauerngarten kommen – hierzu erklärten sich Thomas Hemmert und die Museumsleitung sofort bereit. „Als Teil des kulturellen Erbes und als Reserve für künftige Anforderungen ist es von großer Wichtigkeit, die Vielfalt unserer gezüchteten Tiere und Pflanzen zu erhalten“, betont Museumsleiterin Ariane Weidlich.

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Ansprechpartner BRRhoen-BY Handlungsfelder Kulturlandschaft & Naturschutz
news-1924 Sun, 30 Aug 2020 17:32:00 +0200 Arte zeigt neue Dokumentation "Die Rettung der tanzenden Vögel" über das Birkhuhn in der Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/arte-zeigt-neue-dokumentation-die-rettung-der-tanzenden-voegel-ueber-das-birkhuhn-in-der-rhoen/ Seit vielen Jahren setzen sich Gebietsbertreuer Torsten Kirchner von der WildlandStiftung Bayern und seine Kollegen aus Bayern, Hessen und Thüringen für den Schutz des Birkhuhns in der Rhön ein. Für einen neuen Dokumentationsfilm hat Arte Torsten Kirchner in der Rhön begleitet. Der Film wird am 10., 14. und 15. September ausgestrahlt. Um die Birkhühner zu retten, hat Torsten Kirchner ein außergewöhnliches Projekt gestartet: die „Mission Birkhuhn“, die Umsiedlung von schwedischen Tieren in die Rhön. Das bedeutet eine Tausende Kilometer lange Fahrt, eine mühsame Fangaktion im schwedischen Morast und ständigen Zeitdruck. Der erste Fangversuch ist ein Fehlschlag. Wird die „Mission Birkhuhn“ gelingen?

Die Dokumentation zeigt die zerbrechliche Schönheit der Rhön und begleitet Torsten Kirchner, den „Schutzpatron“ der Birkhühner, auf die Mission nach Schweden und zurück in die Rhön. Auch Georg Sauer, Ranger bei der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, war bei den Dreharbeiten dabei. Sauer unterstützt die "Mission Birkhuhn" seit vielen Jahren vonseiten des Hessischen Teils der Rhön. 

Sendetermine "Mission Birkhuhn – Die Rettung der tanzenden Vögel" (Arte)

Donnerstag, 10. September 2020, 17.50 Uhr

Montag, 14. September 2020, 11.30 Uhr

Dienstag, 15. September 2020, 07.55 Uhr 

Der Film ist zudem auf Youtube zu sehen:

 

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news-1933 Wed, 26 Aug 2020 09:19:06 +0200 Bilderbuchausstellung "Guten Tag, lieber Feind" in Oberbach und Oberelsbach https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bilderbuchausstellung-guten-tag-lieber-feind-in-oberbach-und-oberelsbach/ Kinder sind auf vielfache Weise mit Krieg, Feindseligkeit, Ausgrenzung und Flucht konfrontiert: die einen als Leidtragende, die anderen als nicht unmittelbar Betroffene, aber Fragende. Die Ausstellung "Guten Tag, lieber Feind" der Internationalen Jugendbibliothek zeigt Bilderbücher, die sich auf literarischem und künstlerischem Weg mit dieser Thematik beschäftigen. Die Ausstellung ist bis zum 5. Oktober im Haus der Schwarzen Berge in Wildflecken-Oberbach zu sehen, anschließend vom 7. Oktober bis 7. Dezember im Haus der Langen Rhön in Oberelsbach. Aus aller Welt wurden Bilderbücher für Kinder und Erwachsene zusammengetragen, die Denkanstöße und vielleicht auch Gesprächsansätze geben. Darunter befinden sich einige Kinderbuchklassiker, doch die Mehrzahl der Titel stammt aus den vergangenen 15 Jahren. Sie berichten von Erfahrungen über Flucht, Vorurteil und Ausgrenzung, Krieg und Eskalation. Die Bilderbücher stellen die Themen, teils parabelhaft und einprägsam als Tierfiguren, teils sehr witzig und originell dar.

Die Ausstellung "Guten Tag, lieber Feind" ist bis zum 5. Okotber 2020 im Biosphärenzentrum Rhön „Haus der Schwarzen Berge“, Rhönstr. 97, 97772 Wildflecken-Oberbach, zu sehen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 10 bis 16 Uhr, ab de, 1. September 10 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, der Zutritt ist nur bei Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes gestattet, zudem werden Besucher gebeten, die ausgehängten Hinweise zum Hygienekonzept zu beachten. 

Vom 7. Oktober bis 7. Dezember gastiert die Ausstellung dann im Biosphärenzentrum Haus der Langen Rhön, Unterelsbacher Str. 4, 97656 Oberelsbach. Öffnungszeiten im Oktober: täglich 10 bis 17 Uhr, ab November: täglich 10 bis 16 Uhr. 

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Ansprechpartner NBR Veranstaltungsarten Ausstellungen
news-1932 Tue, 25 Aug 2020 12:38:41 +0200 Am beliebten Ausflugsziel Wachtküppel bei Gersfeld treffen Wanderer auf Ziegen und Rinder https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/am-beliebten-ausflugsziel-wachtkueppel-bei-gersfeld-treffen-wanderer-auf-ziegen-und-rinder/ Er ist einer der markantesten Hügel der Hessischen Rhön: der Wachtküppel in der Gemarkung Gersfeld-Maiersbach, auch Spitzbub der Rhön genannt. Dass der felsige Gipfel auf 705 Metern Höhe mit seinem Kreuz schon von weitem zu sehen ist und Wanderern zudem eine beeindruckende Rundum-Aussicht bietet, kommt nicht von ungefähr. Seit einigen Jahren sorgt eine Beweidung durch Ziegen und Rinder dafür, dass der Wachtküppel offengehalten wird. Der Wachtküppel – ausgewiesenes Naturdenkmal und zum Teil Eigentum des Landkreises Fulda – wird vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie in der Geotopliste des Landes Hessen als besonderes geologisches Objekt aufgeführt und zählt heute zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Hessischen Rhön. Der Gipfel ist ein Schlot aus Trachytbasalt, dessen Gestein eisenhaltig und magnetisch ist. Seine markant spitze Kegelform machte den Wachtküppel als Spitzbub der Rhön im Volksmund bekannt. In den 1920er Jahren war der Hügel aufgrund regelmäßiger Beweidung fast gehölzfrei – was sich in den den folgenden Jahrzehnten aber ändern sollte. Ohne Beweidung wuchsen die Hänge so stark zu, dass die charakteristische Form nicht mehr erkennbar war. Die offenen Felsen und mageren, kräuterreichen Hänge gingen zum Teil verloren – einhergehend mit einem Rückgang der dafür typischen Insektenwelt.

In einer großen Entbuschungsaktion zum Jahreswechsel 2011/2012 haben die Ranger der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön den Wachtküppel schließlich wieder freigelegt. „Das Offenlegen der Landschaft hat den Wachtküppel wieder zu einem echten Erlebnis gemacht“, sagt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des UNESCOBiosphärenreservats Rhön. Ziel war fortan, auf eine aufwendige manuelle Nachbearbeitung verzichten zu können. Eine Lösung fand der Fachdienst Natur und Landschaft beim Landkreis Fulda in der Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Seit 2015 gehören sie nun daher fest zum Bild des beliebten Ausflugziels: Die Ziegen und Rinder eines Landwirts aus Gersfeld, die gemäß einem Vertrag mit dem Landkreis Fulda die Weidesaison auf dem rund 4 Hektar großen eingezäunten Bereich am und um den Gipfel verbringen.

Wer den Berg hinaufsteigt, trifft nicht selten auch ganz oben auf vierbeinige Gipfelstürmer. Vor allem im Sommer zieht es die Ziegen, die sehr sichere und wendige Kletterer sind, oft nach ganz oben, wo auch bei starker Hitze ab und an ein kühles Lüftchen weht. Das hat natürlich zur Folge, dass man dort auch die Hinterlassenschaften der Tiere findet. Nicht jedem Wanderer gefällt das, aber für die meisten Besucher ist der Wachtküppel nicht zuletzt wegen der Ziegen zu einem solch beliebten Ziel und Fotomotiv geworden.

Ganz so hoch wie die Ziegen kommen die Mutterkühe und die Jungrinder zwar nicht. Aber auch sie stehen ab und an auf dem schmalen Pfad und betrachten die Wanderer neugierig. Dann heißt es einfach: abwarten, bis die gemächlichen Tiere den Weg wieder räumen. Dieses Zusammenspiel von Tourismus und Landwirtschaft hat sich am Wachtküppel bewährt, Wanderer und Tiere kommen gut miteinander zurecht. Nur eine Einschränkung gilt: Hunde müssen zur Sicherheit draußen bleiben. 

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Handlungsfelder Kulturlandschaft & Naturschutz Übergreifende Kategorien Natur
news-1931 Tue, 25 Aug 2020 12:19:11 +0200 Bio-Landwirte, Ökomodellregionen und Partner gründen Kooperation für Bio-Heumilch https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/bio-landwirte-oekomodellregionen-und-partner-gruenden-kooperation-fuer-bio-heumilch/ Der erste Meilenstein ist erreicht: Mitte August hat die neu gegründete Kooperation BioHeumilch Rhön-Vogelsberg ihren Förderantrag beim Regierungspräsidium Gießen eingereicht. In den nächsten 2 Jahren sollen Verarbeitungswege aufgebaut und Absatzmärkte erschlossen werden. Zu diesen Zielen haben sich sieben Bio-Höfe, drei Ökomodellregionen und sieben weitere Partner aus der Region zusammengeschlossen. Ziel der Kooperation ist die Produktion und Vermarktung von Bio-Heumilch aus den Regionen Rhön und Vogelsberg. Dafür erhalten die Kühe zukünftig neben dem sommerlichen Weidegang hauptsächlich Heu als Futter, auf Silagefütterung wird vollständig verzichtet. Heumilch zeichnet sich durch ein charakteristisches Fettsäuremuster (Omega-3) aus und ist damit ein entsprechend hochwertiges Nahrungsmittel. Sie kann zu vorzüglichen Heumilchprodukten weiterverarbeitet werden. Die Heumilchproduktion leistet einen großen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, da die Wiesen nach und nach gemäht werden. Für Insekten, Wiesenvögel und Niederwild werden somit Rückzugsgebiete geschaffen.

Die Initiative BioHeumilch Rhön-Vogelsberg vereint mit ihrer Zusammenarbeit die Ansprüche der Verbraucher an qualitativ hochwertige und artgerecht erzeugte Lebensmittel mit den Ansprüchen an Umwelt- und Naturschutz bei größtmöglicher regionaler Wertschöpfung zu fairen Erzeugerpreisen. Die regionale Veredelung bietet den Betrieben in den Mittelgebirgen eine aussichtsreiche Perspektive.

Fulda, Rhön-Grabfeld und Vogelsberg

Durch die Kooperation wird die Zusammenarbeit der Bio-Höfe, Ökomodellregionen und der Partner gestärkt. Eine Durchführbarkeitsstudie wird zunächst Aufschluss über verschiedene Möglichkeiten der Verarbeitung und Vermarktung von Heumilchprodukten geben. Die Ergebnisse dienen der Gruppe als Entscheidungsgrundlage sowie zur Entwicklung und Etablierung einer Marke. Ansprechpartner der Kooperation ist Philipp Hedtrich aus Schlitz, Oswald Henkel aus Mahlerts ist dessen Vertreter.

Die drei beteiligten Ökomodellregionen Landkreis Fulda, Rhön-Grabfeld und Vogelsberg unterstützen die Kooperation tatkräftig. Weitere Partner sind der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld, Verein Natur- und Lebensraum Rhön, Hochschule Fulda, Rhön GmbH, Vereinigung ökologischer Landbau Hessen, Die Landforscher und der Landkreis Fulda. Finanziell wird die Kooperation vom Landkreis Fulda unterstützt.

Die BioHeumilch Rhön-Vogelsberg wird ein ganz besonderes Produkt – mit besonderen Qualitäten: angefangen vom hohen Futter- und Gesundheitswert für die Milchkühe, über besondere Leistungen für die Biodiversität bis hin zum gesunden Endprodukt- mit einer hochwertigen Fettsäurenzusammensetzung und einem einzigartigen Geschmack.

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Ansprechpartner VNLR Übergreifende Kategorien Mensch
news-1929 Fri, 21 Aug 2020 12:56:28 +0200 Vorsicht beim Wandern durch die Schutzgebiete: Online-Plattformen umgehen oft das Wegegebot https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vorsicht-beim-wandern-durch-die-schutzgebiete-online-plattformen-umgehen-oft-das-wegegebot/ Besucherlenkung ist ein zentraler Punkt in Naturschutzgebieten – so auch im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Dabei werden besonders sensible Regionen ausgespart oder „umgangen“, um den Wildtieren Rückzugsräume zu sichern. Das Problem: Nicht immer deckt sich die vorgegebene Streckenführung mit den Routen, die in beliebten Outdoor-Apps vorgeschlagen werden. Die Wildland-Stiftung Bayern bittet daher nachdrücklich um die Einhaltung der Wegegebote zum Schutz der Tierwelt, auch wenn die verwendete Online-Plattform einen anderen "Geheimtipp" vorschlägt.

Hier geht's zur ausführlichen Meldung. 

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news-1926 Thu, 20 Aug 2020 16:03:00 +0200 Herdenschutz-Projekt in Österreich, Bayern und Südtirol – Auch die Rhön kann profitieren https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/herdenschutz-projekt-in-oesterreich-bayern-und-suedtirol-auch-die-rhoen-kann-profitieren/ Am 1. September startet unter der Führung von BIO AUSTRIA Niederösterreich/Wien das größte von der EU kofinanzierte Herdenschutzprojekt namens "LIFEstockProtect" in Österreich, Bayern und Südtirol. Auch die Rhön profitiert von dem eigentlich für den alpinen Raum geplanten Projekt. LIFEstockProtect ist mit einem Budget von 5 Millionen Euro finanziert und richtet sich für eine Dauer von 5 Jahren an alle Nutztierhalter, egal ob es sich dabei um Rinder-, Kühe-, Schweine-, Geflügel-, Schafe-, Pferde- oder Ziegenhaltern handelt. Das Projekt wird unter der Federführung von BIO AUSTRIA Niederösterreich/Wien durchgeführt. Bei der Projektentwicklung wurde ein besonderes Augenmerk auf die Fachkompetenz von Herdenschutzexperten aus der Landwirtschaft sowie die Einbindung zahlreicher landwirtschaftlicher Organisationen, Umweltschutzverbänden und öffentlichen Einrichtungen gelegt. Ein wichtiger Schwerpunkt ist zusätzlich die Entwicklung von Grundlagen für die Zucht und den Einsatz von Herdenschutzhunden sowie die besonderen touristischen Herausforderungen bei der Umsetzung von Herdenschutz.

Das Projekt wird mehr als 1000 Nutztierhalter in allen Belangen von Herdenschutz schulen und ausbilden. Diese Aus- und Weiterbildungskurse wenden sich an alle Nutztierhalter, Herdenschutzberater, Tierärzte, Hirten, landwirtschaftliche Herdenschutzberater und behördliche Vertreter. „Mit Einreichung und Genehmigung stellen wir sicher, dass alles Nutztierhalter, ganz egal ob mit oder ohne Gründlandweideverpflichtung, ihrem Beruf trotz der Rückkehr der Beutegreifer nachgehen können", erklärt Otto Gasselich, Leadpartner und Obmann, BIO AUSTRIA NÖ/W.  

Kreisbauernverband Rhön-Grabfeld beteiligt 

Der Kreisbauernverband Rhön-Grabfeld hat sich frühzeitig um eine Teilnahme beworben und freut sich auf die Umsetzung und den Austausch mit anderen betroffenen Regionen. Für Michael Diestel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes und langjähriges Mitglied im Beirat des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, sieht in dem Projekt eine Chance, "im gemeinsamen Erfahrungsaustausch Lösungsansätze für das Miteinander von Weidetierhaltung und Wolf und Luchs zu erarbeiten und durch gegebenenfalls geförderte Pilotprojekte in die Praxis zu integrieren".

„Professionelle Aus- und Weiterbildung ist unverzichtbar für eine erfolgreiche Umsetzung von Herdenschutz im gesamten alpinen deutschsprachigen Raum. Deshalb werden die 180 Ausbildungskurse von erfahrenen landwirtschaftlichen Herdenschutzexperten durchgeführt“, sagt  Max A E Rossberg, Projektmanager und Obmann, European Wilderness Society.
 
Die Auftaktveranstaltung ist unter Berücksichtigung der Auflagen durch COVID-19 für den November 2020 geplant. Drei weitere Herdenschutzkonferenzen werden in den Folgejahren durchgeführt. Die ersten von insgesamt 180 Schulungen und Workshops werden ab dem Frühjahr 2021 angeboten. 

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news-1930 Mon, 17 Aug 2020 15:21:00 +0200 Die Rhön zu Gast in Fulda: Dachmarke Rhön im regio'markt-Zelt auf der Pauluspromenade https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-rhoen-zu-gast-in-fulda-dachmarke-rhoen-im-regiomarkt-zelt-auf-der-pauluspromenade/ Dachmarke Rhön und regio´markt in Fulda – das passt. Schon im vergangenen Jahr präsentierte die Rhön GmbH das Netzwerk Dachmarke Rhön, im Rahmen des Stadtjubiläums, im regio´markt Zelt auf der Pauluspromenade. Aktuell werden in den Regalen des „Kaufhauses“ zwischen Dom und Schlossgarten gesiegelte Produkte von 14 Betrieben der Dachmarke Rhön angeboten. Nun wurde zusätzlich ein eigener „Rhön-Tisch“ mit Markenprodukten eingeweiht. Neben einer schmackhaften Salami vom Rhönschaf, die schon jetzt Appetit auf die anstehenden Rhönschaf-Genießerwochen vom 20. September bis 18. Oktober 2020 macht, sind viele weitere Qualitätsprodukte aus der Rhön platziert.   Seit über 10 Jahren vernetzt der Verein Dachmarke Rhön engagierte Rhöner Betriebe entlang der gesamten Lebensmittel-Wertschöpfungskette. Produkte von echter Rhöner Qualität, die aus regionalen Wertschöpfungsketten stammen, kennzeichnet der Verein mit dem Qualitätssiegel Rhön. 

„Das Format regio'markt passt hervorragend zur Dachmarke Rhön. Wir waren schon im vergangenen Jahr begeistert“, sagt Stephanie Meinecke, Abteilungsleiterin für die Dachmarke Rhön in der Rhön GmbH. Die Kunden wollten nicht nur Produkte kaufen, sondern auch Informationen und Geschichten rund um diese erfahren. Letztlich seien die Dachmarkenprodukte sehr geeignete Botschafter für die touristische Destination Rhön. „Egal ob Wurst, Brot oder Apfelsaft, wir transportieren mit diesen Produkten immer auch ein Stück Rhön“. Als Beispiel nennt Meinecke die Sternennudeln, mit denen direkt auf den Sternenpark Rhön hingewiesen wird. Auch Bruno Günkel, für Wirtschaftsförderung und Regionalentwicklung beim Landkreis Fulda zuständig, ist von der Symbiose von Dachmarke und regio`markt begeistert.  „Die präsentierte Produkte sind ein gutes Beispiel für erfolgreiches Qualitätsmanagement“. 

Noch während der „Rhön-Tisch“ in Betrieb genommen wurde, konnte Roland Frormann von der Region Fulda GmbH, der gemeinsam mit Pia Groß die Präsentation auf der Pauluspromenade organisiert hat, die frohe Botschaft verkünden. Es gibt eine Woche Verlängerung: Genusswochen und regio'markt gehen nun noch bis zum 6. September 2020. 

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news-1928 Thu, 13 Aug 2020 12:07:00 +0200 Riesenbärenklau an der Ulster: Erfolge, aber auch immer wieder Neumeldungen und Funde https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/riesenbaerenklau-an-der-ulster-erfolge-aber-auch-immer-wieder-neumeldungen-und-funde/ Die Bekämpfung des Neophyten Riesenbärenklau ist im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, insbesondere in Hessen und Thüringen, jedes Jahr vonnöten. In Thüringen konzentriert sich die Verbreitung der für den Menschen und die Natur gefährlichen Pflanze insbesondere auf die Ulster-Aue zwischen Motzlar und Unterbreizbach sowie einige Ulster-Zuflüsse. Die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön hat im Sommer 2020 den Landschaftspflegeverband „BR Thüringische Rhön“ e.V. (LPV Rhön) mit der abschnittsweisen Kontrolle und Entfernung des Riesenbärenklaus entlang ca. 13 Kilometern Ulster beauftragt. Kommen Wanderer in der Rhön mit dem Riesenbärenklau, auch als Herkulesstaude bekannt, in Kontakt, kann das fatale Folgen haben: In Verbindung mit Sonnenlicht kann der Saft, der sich in allen Teilen der Pflanze befindet, auf der Haut Verbrennungen zweiten Grades verursachen. Zudem stellt der invasive Neophyt in den Natura 2000-Gebieten und deren Pufferzonen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ein Problem für die biologische Vielfalt dar: Sein enormes Ausbreitungspotential macht es der gebietsfremden Art möglich, sich innerhalb weniger Jahre an einem Standort zu etablieren und Dominanzbestände zu bilden, wodurch die heimischen Pflanzen verdrängt werden.  
Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, bekämpft der LPV Rhön seit 2013 den Riesenbärenklau im Rahmen von ENL-Projekten (ENL: Entwicklung von Natur und Landschaft), die durch den Freistaat Thüringen und die EU finanziert werden. „Wir haben in den Projekten schon viel erreicht, allerdings wurden uns einige zusätzliche Bestände gemeldet, die nicht im Rahmen der ENL-Projekte bekämpft werden können, da der Finanzrahmen hier ausgeschöpft ist“, erklärt Gesa Last vom LPV Rhön.  
 
In diesem Sommer haben Ralf Linse und seine Kolleginnen vom LPV Rhön entlang der Ulster einige große Bestände, aber auch zahlreiche Einzelpflanzen gefunden – es wurden bislang etwa 200 Pflanzen ausgestochen, die meisten standen allein und waren im wilden Dickicht der Ulster nicht leicht zu finden. Es gab jedoch auch fünf flächige Bestände. „Besonders das Entfernen direkt am Ufer stellt durch die Uferbefestigung und den dichten Bewuchs einen enormen Kraftakt dar“, sagt Linse. Nach dem vorsichtigen Entfernen der samentragenden Dolden kurz vor der Reife hat er auch die Blätter abgeschnitten und anschließend den Stängel samt Wurzel ausgestochen. Die Samen und die Wurzeln werden thermisch entsorgt, damit eine weitere Verbreitung der Samen unbedingt verhindert wird: Eine Pflanze des Riesenbärenklaus kann bis zu 50.000 Samen produzieren, welche wiederum auch nach bis zu zehn Jahren im Boden noch keimen können.  

Finanziert wurde der diesjährige Einsatz an der Ulster von der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Die Bekämpfung im Rahmen des ENL-Projektes endet im Dezember 2020. Ziel ist langfristig, die Bekämpfung der Pflanze in die Hände der Gemeinden zu geben. „In den Gebieten, in denen die Eindämmung des Bestands gelungen ist, ist das auch möglich“, sagt Gesa Last vom LPV. Allerdings seien trotz jahrelanger intensiver Bekämpfung und Erfolgen in vielen Gebieten auch immer wieder Neumeldungen hinzugekommen. Ein zusätzliches Ziel ist daher, nach Ablauf des ENL-Projekts eine weiterführende Förderung zur weiteren Bekämpfung des Riesenbärenklaus zu erreichen, bis auch diese Flächen in lokale Verantwortung gegeben werden können.  

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news-1922 Tue, 11 Aug 2020 12:16:03 +0200 Ländliche Entwicklung erfolgreich gestalten – Staatssekretär Weinmeister zu Besuch in der Hessischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/laendliche-entwicklung-erfolgreich-gestalten-staatssekretaer-weinmeister-zu-besuch-in-der-hessischen/ Im Rahmen seiner Sommerreise besuchte der hessische Staatssekretär für Europaangelegenheiten, Mark Weinmeister, den Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. (VNLR). Der Vereinsvorsitzende Dr. Hubert Beier, Geschäftsführer Martin Kremer und die Mitarbeiterinnen Ute Raband und Janet Emig informierten ihn über 30 Jahre ländliche Regionalentwicklung. Im Mittelpunkt stand dabei das EU-LEADER-Programm, das seit 1991 vom VNLR betreut wird. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden neuen EU-Förderperiode nahm auch die Frage, wie eine Förderung ländlicher Räume in Hessen zukünftig noch besser und für Projektträger unbürokratischer gestaltet werden könnte, breiten Raum ein. Dass ländliche Regionalentwicklung erfolgreich ist, zeigte Regionalmanagerin Ute Raband unter anderem anhand der finanziellen Förderung von 37 Projekten auf, die in der laufenden Förderperiode unterstützt werden konnten. Profitiert haben insbesondere Kleinunternehmen in der Hessischen Rhön, wobei es sich meist um Handwerksbetriebe handelte. Auch wurden Maßnahmen zur touristischen Entwicklung wie Ferienwohnungen gefördert. Ein dritter wichtiger Förderbereich waren Projekte zur Stärkung des sozialen Zusammenlebens, wobei es meist um die Abmilderung der Folgen des demografischen Wandels ging. Raband: „Unsere Analyse zeigt, dass jeder Euro an Fördermitteln rund drei Euro an Investitionen auslöst! Damit geht eine erhebliche regionale Wertschöpfung einher, die nicht zuletzt zur Schaffung und Absicherung von Arbeitsplätzen beiträgt.“

Bedauert wurde die aktuelle Entwicklung, dass LEADER viel von seinem innovativen Ansatz eingebüßt hat. Die Vielzahl der Kontrollebenen und -institutionen hat u. a. dazu geführt, dass LEADER heute lieber für „leichte“ Standardprojekte eingesetzt wird.  Kritisch sehen die Rhöner Akteure auch die Entwicklung, dass das EU-Programm entgegen der ausdrücklichen Zielsetzung kaum für länderübergreifende Projekte genutzt werden kann, da die Bundesländer ihre jeweiligen Richtlinien derart unterschiedlich ausgestalten, dass gemeinsame Projekte wie der Sternenpark nicht umsetzbar sind.

Bewährt hat sich, darin stimmen der Staatsekretär und die Verantwortlichen des VNLR überein, der Button-up-Ansatz bei LEADER. Dies bedeutet, dass in der Region ehrenamtliche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Sozialbereich die grundlegende Förderwürdigkeit von Projekten diskutieren und beschließen. So wird sichergestellt, dass sich die Projekte am Leitbild des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön orientieren.

Basisarbeit vor Ort

Anschaulich wurden die Erfahrungen mit dem EU-Förderprogramm LEADER bei der Besichtigung des Rhönhofs in Tann. Stephan Koch von der AKTIV STIFTUNG machte deutlich, dass dieses Projekt ohne öffentliche Förderung nicht hätte umgesetzt werden können. Vor dem Verfall gerettet, verbindet der Rhönhof heute aktiven Denkmalschutz mit der Rettung eines Kulturdenkmals, in dem Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung Wohnraum finden, in Gemeinschaft leben, lernen, sich gegenseitig helfen und dabei auch Eigenständigkeit und Alltagsnormalität erfahren können. Unterstützt werden die Bewohner von der Tanner Diakonie. Der AKTIV STIFTUNG als Projektträger und Eigentümer ist die Rettung des Rhönhofs der zu verdanken. Ziel ist es, vor allem denkmalgeschützte Immobilien zu retten und auf Dauer der Gesellschaft und den Menschen vor Ort zu gemeinwohlorientierten Zwecken wieder zurückzugeben. Angesprochen wurde hier auch die Herausforderung, vor denen überwiegend ehrenamtlich tätige Einrichtungen wie die AKTIV STIFTUNG antrags- und abwicklungstechnisch dann stehen, wenn Fördermittel aus unterschiedlichen Fördertöpfen genutzt werden sollen.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass für eine zukunftsfähige Gestaltung der ländlichen Räume Hessens auch künftig Förderprogramme erforderlich sind, die Arbeitsplätze schaffen und Lebensqualität stärken. Das LEADER-Programm leistet hier einen wichtigen und seit vielen Jahren bewährten Beitrag.

Als ein weiteres LEADER-Projekt besuchte Mark Weinmeister das Haus am Roten Moor. Am Nachmittag ließ es sich der Staatssekretär nicht nehmen, an einer Sitzung des Entscheidungsgremiums des VNLR teilzunehmen, um sich direkt ein Bild über die Basisarbeit vor Ort zu machen. Nicht zuletzt erlebte der Staatssekretär eine lebhafte Sitzung, die von einem verantwortungsvollen Ringen um die Förderwürdigkeit einer ganzen Reihe von Projekten geprägt war.

Informationen zu Fördermöglichkeiten des ländlichen Raums erhalten Sie beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön e.V. (Regionalmanagerin Ute Raband, Tel. 06681 91745-15, E-Mail: ute.raband@vnlr.de)

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news-1919 Mon, 10 Aug 2020 10:05:00 +0200 Laufzeit des Rotmilanprojekts beendet – Rückblick auf große Gemeinschaftsleistung https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/laufzeit-des-rotmilanprojekts-beendet-rueckblick-auf-grosse-gemeinschaftsleistung/ Sechs Jahre, fünf Landkreise, 910.000 Euro – und insgesamt 200 Helferinnen und Helfer: Das länderübergreifende Artenhilfsprojekt „Rotmilan in der Rhön“ ist geprägt von einer beispiellosen ehrenamtlichen Leistung. Seit dem 31. Juli 2020 ist die Projektlaufzeit offiziell beendet – der Schutz des Charaktervogels der Rhön geht aber weiter. Den Titel „Charaktervogel der Rhön“ trägt er nicht ohne Grund: Der Rotmilan (Milvus milvus), erkennbar an seinem unverwechselbaren gegabelten Schwanz, kreisend über den Wiesen und Weiden, gehört zwischen Februar und Oktober zum Rhöner Landschaftsbild. Etwas mehr als 1 Prozent der gesamten Weltpopulationen des geschützten Greifvogels lebt im Dreiländereck Hessen, Bayern und Thüringen. Damit der Rotmilan trotz der sich verändernden Bedingungen wie der Intensivierung der Landwirtschaft in der Rhön weiterhin einen idealen Lebensraum findet, hat die Regionale Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Rhön ein länderübergreifendes Schutzprojekt beschlossen, das im Jahr 2014 gestartet ist. Sechs Jahre lang wurden vielfältige Maßnahmen zum Schutz des Greifvogels umgesetzt und erprobt. Gefördert wurde das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU). Auch die ARGE Rhön war beteiligt. Insgesamt standen 910.000 Euro zur Verfügung.

Mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Abschlussveranstaltung

Bereits im Februar ließen die Verantwortlichen und zahlreiche Projektpartner die vergangenen sechs Jahre bei einer großen Abschlussveranstaltung Revue passieren – mit prominenten Gästen: Grußworte sprachen der Hessische Umwelt-Staatssekretär Oliver Conz, die beiden Vize-Landräte Frederik Schmitt (Landkreis Fulda) und Josef Demar (Rhön-Grabfeld) als Vertreter der ARGE Rhön sowie Dr. Sandra Balzer vom Bundesamt für Naturschutz.

Auch zahlreiche Ehrenamtliche waren in die Rhönhalle in Gersfeld gekommen. Durchschnittlich 120 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer haben die Projektleitung und die drei Biosphärenreservat-Verwaltungsstellen jedes Jahr bei der Revierkartierung auf rund 4900 km² unterstützt. Fast die Hälfte der Ehrenamtlichen war von Anfang bis Ende der Projektlaufzeit jedes Jahr dabei. Sie wurden von der Projektleitung betreut und eingewiesen, nahmen an zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen und Aktionstagen teil. Der ehemalige Projektleiter Julian Oymanns und seine Nachfolgerin Heidi Witzmann stellten die Ergebnisse der Kartierungen vor. Zwischen 2015 und 2020 schwankte die Anzahl der Revierpaare zwischen 320 und 390, davon brüteten etwa 200 Paare. Der aktuelle Bestandstrend ist mit ca. 10 Prozent Zunahme der Revierpaare leicht positiv. Maßgeblichen Einfluss auf den Bruterfolg eines Jahres hatten Witterungsverlauf und Nahrungsverfügbarkeit, erklärten Witzmann und Oymanns.

Sie dankten der ARGE Rhön für das Ermöglichen des Projekts, den Ehrenamtlichen, den beteiligten Landwirten, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) für die wissenschaftliche Begleitung sowie dem Büro PlanWerk Nidda, insbesondere Wolfgang Wagner. Das Büro war zusammen mit dem Büro für faunistische Fachfragen Linden maßgeblich an der Erstellung eines Schutz- und Entwicklungskonzepts für den Rotmilan in der Rhön beteiligt und unterstützte das Projekt mit großem Fachwissen und Engagement.

Kartiersaison 2020: Durchschnittlich gute Ergebnisse

Die Förderperiode ist nun beendet, vorbei ist das Projekt aber nicht. Zunächst gilt es, die Daten der Kartiersaison 2020 zu digitalisieren und auszuwerten. Genau 100 Kartiererinnen und Kartierer waren in diesem Jahr im Einsatz. „So konnten wir die Projektkulisse sehr gut abbilden“, sagt Heidi Witzmann. „Wir haben 149 von insgesamt 191 Quadranten bearbeitet – das ist wesentlich mehr als in den Vorjahren.“ Vor allem in Thüringen wurden in diesem Jahr erheblich mehr Flächen abgedeckt – dank eines Aufrufs zu einer landesweiten Rot- und Schwarzmilankartierung des Vereins Thüringer Ornithologen (VTO) und der Thüringer Vogelschutzwarte. Auch in Bayern und Hessen war das Engagement stark – so wie bereits in den Vorjahren. „Den ersten Rotmilan haben wir diesmal schon am 1. Februar zurück in seinem Revier gesichtet“, berichtet Heidi Witzmann. Insgesamt sei der Witterungsverlauf günstig gewesen, „der starke Regen Anfang Juni kam zum Glück erst, als die jungen Rotmilane schon relativ fit waren.“ Die Daten zum Bruterfolg werden nun noch ausgewertet. Witzmanns erste Prognose: „Durchschnittlich gut – auch wenn die Prädation wieder eine große Rolle gespielt haben dürfte, vor allem kurz vor dem Ausfliegen der Jungvögel.“

Wie bereits in den Vorjahren sei die Zusammenarbeit mit dem Forst sehr gut gelaufen: Neue Horste oder Störungen wurden unmittelbar an die zuständigen Forstämter kommuniziert, diese reagierten prompt. „Das hat viel zum Schutz der Brutstätten beigetragen“, betont Witzmann. Ein weiterer wichtiger Partner im Artenhilfsprojekt: die Landwirtschaft. Während des gesamten Projektzeitraums sind in Zusammenarbeit mit den rund 40 beteiligten Betrieben mehrere landwirtschaftliche Maßnahmen umgesetzt und erprobt worden – zum Beispiel durch Entbuschungen, angepasste Beweidung, die Mahd mit einem speziellen Messermähwerk oder das Anlegen von Blüh- und Ackerrandstreifen. „Besonders erfolgreich waren in 2020 die Maßnahmen Feldfutter in rotmilangerechter Mahd und Zwischenfruchtanbau sowie die Anlage von Rotmilanfenstern.“ Diese sind mindestens 10 mal 10 Meter groß, auf der Fläche wird auf die Einsaat der Kulturen verzichtet. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Nahrungsverfügbarkeit für den Rotmilan auf den Maßnahmenflächen deutlich erhöht wurde“, sagt Witzmann. „Aber auch andere Vögel wie Rebhuhn und Feldlerche der Agrarlandschaft haben davon profitiert.“

Wie geht es weiter?

Witzmanns Projektstelle in der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön läuft noch bis Oktober. Bis dahin verfasst sie den Abschlussbericht, der an das BfN übergeben wird. Bereits im September soll es – sofern möglich – ein Abschlussfest mit den Ehrenamtlichen geben. „Ohne sie wäre ein solches Projekt nicht umsetzbar gewesen“, betont Witzmann.

Viele der Kartiererinnen und Kartierer haben bereits zugesagt, das Biosphärenreservat und seine Partner auch weiterhin unterstützen zu wollen. Ziel ist eine Fortführung der Kartierungen der drei Biosphärenreservat-Verwaltungsstellen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Vogelschutzwarten. Hierzu waren auf der Abschlussveranstaltung im Februar bereits symbolische Staffelstäbe an Karola Marbach (Thüringer Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön), Dr. Tobias Gerlach (Bayerische Verwaltung) und Martin Hormann (Staatliche Vogelschutzwarte Frankfurt) übergeben worden.

„Hinsichtlich der Umsetzung von Agrarumweltprogrammen hoffen wir, dass die während des Projekts gesammelten wertvollen Erfahrungen in der nächsten EU-Förderperiode berücksichtig werden“, sagt Witzmann.

 

 

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news-1920 Sat, 08 Aug 2020 16:39:00 +0200 Besondere Verantwortung für die Jäger der Nacht: Großes Interesse an Vortrag „Eulen in der Hessischen Rhön“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/besondere-verantwortung-fuer-die-jaeger-der-nacht-grosses-interesse-an-vortrag-eulen-in-der-hessische/ Sie gelten als Todesvogel oder Unglücksbringer, aber auch als Symbol für Weisheit und Eleganz: Seit Jahrtausenden faszinieren Eulen die Menschheit. Auch in der Rhön beherrschen die nächtlichen Jäger die Wälder und das Offenland. Über die Ergebnisse einer aktuellen großflächigen Kartierung von Eulen und Käuzen in der Hessischen Rhön berichtete Jonas Thielen, Sachgebietsleiter Naturschutz beim Landkreis Fulda, in einem ausgebuchten Vortrag in der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön in Hilders.  Die Jahre 2020 und 2021 stehen in der Hessischen Rhön im Zeichen des Vogelschutzes. Ziel ist, die Arten der EU-Vogelschutzrichtlinie zu kartieren und essentielle Bereiche zu klassifizieren, um anschließend Verbindungskorridore zu schaffen. Ein erster Schritt war im Jahr 2020 die Kartierung auf 5000 Hektar Wald. Ein positives Ergebnis: Den Eulen und Käuzen in der Hessischen Rhön – manche Arten galten zwischenzeitlich bereits als ausgestorben – geht es dank jahrzehntelanger Naturschutz-Arbeit wieder gut. Von den 13 in Europa vorkommenden Arten brüten zehn regelmäßig in Deutschland, davon sieben in der Rhön – „das ist bemerkenswert“, sagte Jonas Thielen. Waldkauz und Waldohreule zum Beispiel seien heute weit verbreitet und nicht bedroht.

Alle Arten sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützt, für drei von ihnen – Raufußkauz, Sperlingskauz und Uhu – trägt die Hessische Rhön gemäß der EU-Vogelschutzrichtlinie eine besondere Verantwortung. Die Kartierung in 2020 ergab, dass von 11 bis 15 Revieren des Raufußkauzes ausgegangen werden kann. „Damit haben wir die Vorgaben der EU erfüllt“, sagte Thielen. Dasselbe gelte für den Sperlingskauz mit 9 bis 13 Revieren und den Uhu, der vor 100 Jahren nicht mehr in Hessen zu finden war.

Bis 2021 wird die Hessische Verwaltung gemeinsam mit dem RP Kassel und HessenForst, insbesondere mit dem Forstamt Hofbieber, einen Maßnahmenplan für die kommenden Jahre erstellen. „Einzelne Arten kann man nur erhalten, wenn man das komplette Ökosystem im Blick hat“, sagte Thielen. Zum Beispiel sei es wichtig, beim Wald in Zukunft einen gesunden Mischwald zu erreichen – Raufuß- und Sperlingskauz etwa brauchen Nadelbäume, vor allem die Fichte.

In seinem Vortrag stellte Jonas Thielen Wald-, Stein-, Raufuß- und Sperlingskauz, Uhu sowie Wald- und Schleiereule vor und sprach über die Besonderheiten der Arten sowie ihre Lebensräume in der Rhön, aber auch über Gefährdung und Probleme. Begleitet wurde sein Bericht von zahlreichen beeindruckenden Aufnahmen der beiden Naturfotografen Heribert Schöller und Chris Kaula.

Wegen des großen Interesses am Vortrag „Eulen in der Hessischen Rhön“ werden weitere Termine angeboten. Der Zusatztermin am 13. August ist bereits ausgebucht, Restplätze gibt es noch für Donnerstag, 3. September, 19 Uhr. Veranstaltungsort ist die Hessische Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, Marienstraße 13, 36115 Hilders. Anmeldung erforderlich (bis 31. August) unter Telefon (0661) 6006 7800 oder per Mail an info@br-rhoen.de. Beim Betreten des Gebäudes ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erforderlich.

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BRRhoen-HE Vögel Kulturlandschaft & Naturschutz Natur
news-1918 Wed, 05 Aug 2020 16:42:37 +0200 Mauersegler-Kartierung im Landkreis Fulda dank großer ehrenamtlicher Beteiligung erfolgreich abgeschlossen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/mauersegler-kartierung-im-landkreis-fulda-dank-grosser-ehrenamtlicher-beteiligung-erfolgreich-abgesch/ Auf der Suche nach dem Mauersegler (Apus apus): Zwei Monate lang waren in 175 Gemeinden, Dörfern und Ortsteilen im Landkreis Fulda rund 20 Ehrenamtliche mit Fernglas und Karte unterwegs. Sie haben die Studentin Marlene Klisa bei der ersten großflächigen Mauersegler-Kartierung im Hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und dem weiteren ländlichen Raum im Landkreis unterstützt. Nach dem Abschluss der Kartierung zieht die 24-Jährige ein erstes positives Resümee: „Wir haben viel mehr Mauersegler entdeckt als erwartet.“ Nun gilt es, die Daten auszuwerten. Mit ihren schrillen Rufen und rasanten Flugmanövern gehören Mauersegler vielerorts zum Stadtbild – vor allem in den Abendstunden. Da Städte das Hauptverbreitungsgebiet des Felsenbrüters darstellen, konzentrieren sich bisherige Studien vor allem auf Städte und Stadtgebiete. Wie es jedoch im ländlichen Raum um den Mauersegler bestellt ist, will Marlene Klisa im Rahmen ihrer Masterarbeit zum Thema „Die Charakterisierung von Brutplätzen des Mauerseglers (Apus apus) im ländlichen Raum im Rahmen eines Citizen-Science-Projektes im Landkreis Fulda“ an der Uni Wien herausfinden. Mit reichlich Verspätung aufgrund der Corona-Pandemie konnte sie Anfang Juni mit der Kartierung starten. Bis dahin waren bei der Hessischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön bereits zahlreiche Hinweise auf Fundstellen eingegangen. „Insgesamt habe ich 70 Meldungen von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern erhalten. 20 von ihnen haben dann angeboten, mich bei der Kartierung zu unterstützen“, erzählt Klisa, die den Ehrenamtlichen für ihre Mithilfe dankt. „Ohne sie wären nur einzelne Stichproben möglich gewesen“. Klisa hatte den Landkreis in Quadranten aufgeteilt und den Helferinnen und Helfern zugewiesen. „Gemeinsam konnten wir insgesamt 175 Ortslagen erfassen.“

Für das genaue Vorgehen beim Kartieren hatte die Studentin einen Leitfaden erstellt. Die 24-Jährige ist beeindruckt von dem großen Engagement. „Die Kartiererinnen und Kartierer waren mit großer Begeisterung dabei – egal ob jung oder alt. Manche von ihnen waren Anfang 20, andere im Rentenalter. Sie haben ihre Enkel mit zum Kartieren genommen.“ Auch die Rückmeldung aus der Bevölkerung sei durchaus positiv gewesen. „Einige haben nachgefragt, warum ihr Haus oder ihre Straße so genau beobachtet wird“, sagt Klisa. „Als wir dann über das Projekt aufgeklärt haben, war die Überraschung oft groß: Viele wussten gar nicht, dass die Vögel, die jeden Abend um ihre Häuser fliegen, keine Schwalben, sondern Mauersegler sind.“ Dank der Gespräche mit den Anwohnern sei es auch möglich gewesen, Brutplätze zu finden, die von der Straße aus zunächst nicht sichtbar, sondern gut versteckt waren. „Zudem sind wir auf Nistkästen für den Mauersegler gestoßen, die einige an ihrem Haus angebracht haben.“

Gibt es ein Charakteristikum der Brutstätten?

Nach zwei Monaten sind nun insgesamt 300 Meldungen über Mauersegler-Vorkommen zusammengekommen – eine solide Datengrundlage. Nun gilt es, die Angaben der Kartierer auszuwerten. Sie haben die ausgewählten Gebiete anhand folgender Kriterien erfasst: Gibt es Mauersegler und wenn ja wie viele? Gibt es einen Punkt, den sie besonders oft überfliegen – zum Beispiel ein Gebäude? Aus welcher Richtung und aus welcher Höhe fliegen sie ihre Brutstätten an? Ziel ist einerseits, herauszufinden, auf welche Gebiete sich das Mauersegler-Vorkommen konzentriert, und andererseits, an welchen Häusern bevorzugt gebrütet wird – ob es also ein Charakteristikum gibt. Klisa geht in ihrer Auswertung außerdem der Frage nach, welche Auswirkungen Parameter wie die Beschaffenheit des umgebenden Lands, die Dorfform, die Höhenlage oder die Nähe zu offenen Gewässern auf das Brutverhalten haben.

„Die flächendeckende Übersicht über die Verbreitung der Mauersegler bietet die Voraussetzung für mögliche folgende Schutzmaßnahmen“, erklärt Jonas Thielen, Sachgebietsleiter Naturschutz beim Landkreis Fulda. Als ehemaligen Felsenbrüter finden Mauersegler unter den Dächern und in winzigen Gebäudenischen und -löchern geeignete Brutstätten. Neben dem schwindenden Nahrungsangebot durch das Insektensterben stellen Sanierungsarbeiten an Gebäuden und Neubauten eine der größten Gefahren dar.

Für gewöhnlich machen sich Mauersegler schon Anfang August auf den Weg in Richtung Winterquartier, einige wenige sind allerdings noch bis in den September hinein zu beobachten. Wer derzeit noch Mauersegler entdeckt, kann sich per Mail an mauerseglerrhoen@gmail.com oder telefonisch an die Hessische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön unter (0661) 6006 7800 wenden.

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news-1917 Wed, 05 Aug 2020 16:20:12 +0200 Wertvolle Samen ernten, bevor gemäht wird: Der eBeetle ist in der Hessischen Rhön im Einsatz https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wertvolle-samen-ernten-bevor-gemaeht-wird-der-ebeetle-ist-in-der-hessischen-rhoen-im-einsatz/ Mit dem eBeetle, den der Landkreis Fulda im Jahr 2018 erworben hat, ist es auf den Grünlandflächen im Gebiet des LIFE-Projekts "Hessische Rhön" möglich, wertvollen Samen zu ernten, bevor das Heu gemäht wird. Die Samen von Pflanzen wie Klappertopf, Echtes Labkraut, Witwenblume und Weicher Pippau sind nun im Bereich Wasserkuppe geerntet worden. Die wertvollen Samen werden anschließend vom LIFE Team auf gerodeten Flächen ausgebracht. So sollen in der Rhön viele reich blühende Flächen neu entstehen. Der Umfang artenreichen Grünlandes ist in den letzten Jahrzehnten auch in der Rhön stark zurückgegangen. Die bunten Wiesen, die lange das Bild der Rhön geprägt haben, verschwinden zusehends. Intensive Bemühungen des Fachdienstes Natur und Landschaft und des Biosphärenreservats in Kooperation mit den Landwirten, die noch vorhandenen Bestände zu schützen, konnten den Rückgang verlangsamen und viele Flächen erhalten. „Aber es braucht mehr, um eine Kehrtwende zu schaffen und aus artenarmen Beständen artenreiches Grünland zu entwickeln“, sagt Martin Seuring, Leiter des Fachdienstes Natur und Landschaft beim Landkreis. Überdies sei es langfristiges Ziel, auch im weiteren Fuldaer Land vom Einheitsgrün wegzukommen und artenreiche Flächen zu initiieren – dort mit anderen wertigen Pflanzen. „Sukzessive werden wir in den nächsten Jahren auch die Flachland-Mähwiesen mit dem eBeetle beernten. Dann können wir auch im Flachland selten gewordene Pflanzengesellschaften wieder herstellen“, blickt Michael Köhler vom Fachdienst Natur und Landschaft bereits in die Zukunft.

Fast geräuschlos surrt der eBeetle, mit dem Stefan Weber, Biolandwirt aus Schwarzerden. Er hat langjährige Erfahrungen in Agrarumwelt- und anderen Naturschutzmaßnahmen, und sein Betrieb liegt außerdem räumlich günstig zu den entsprechenden Flächen. Für den Kreis ist er jetzt in den Höhenlagen der Rhön unterwegs, um die Samen bedrohter Arten zu sichern. Sie werden auf einem Tuch gesammelt, während der Trocknung mehrfach gewendet und vor der Aussaat im nächsten Jahr gesichtet. Hochwertiger Borstgrasrasen ist darunter, ebenfalls  Gold- und Glatthaferwiesen, die sich über Jahrhunderte durch landwirtschaftliche Nutzung entwickelt haben. Sie sind aus mehreren Gründen wertvoll, beispielsweise für viele  Insekten- und Vogelarten, die in stark gedüngten Vielschnittwiesen nicht existieren können.  Ihr Überleben hängt davon ab, dass es magere und artenreiche Wiesen gibt. 

Hintergrund

Landwirtschaftliche Nutzfläche (im FFH-Gebiet Hochrhön): 2.100 ha
Aktueller Bestand artenreicher Wiesen (im FFH-Gebiet Hochrhön):
Borstgrasrasen: 125 ha (etwa 20% Verlust seit 2000)
Berg-Mähwiesen: 200 ha (30 bis 40% Verlust seit 2000).
Das entspricht 13 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche.

(Ein Bericht zum eBeetle mit dem LIFE-Team, Martin Klein und Stefan Weber findet sich auch in der kommenden Herbst-Ausgabe 2020 des Rhön-Magazins)

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