Gefahren für den Rotmilan

Dass der Rotmilans in der Rhön gefährdet ist, hat vielfältige Gründe. Die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung stellt die größte Bedrohung für den Fortbestand des Greifvogels dar: Auf Kosten von artenreichem Grünland wurde vielfach der Anteil der Mais- und Rapsäcker in der Landschaft deutlich erhöht.

Der hohe Aufwuchs dieser Ackerkulturen schränkt die Nahrungsverfügbarkeit gerade in der Zeit, wenn die Jungvögel des Rotmilans heranwachsen und den größten Nahrungsbedarf haben, stark ein. Im spanischen Winterquartier werden immer noch Tiere vergiftet oder abgeschossen. Illegale Greifvogelverfolgung gibt es aber auch noch bei uns in Deutschland.

Im Brutgebiet sind solche Störungen im Nestumfeld kritisch, da sie zur Aufgabe von Bruten oder Revieren führen können. Neue Gefahren drohen durch Windenergieanlagen in Wäldern, wenn diese in zu geringem Abstand von den Neststandorten oder in bevorzugt genutzten Nahrungsgebieten errichtet werden. Rotmilane suchen im Bereich von Windenergieanlagen nach Aas und werden dabei von den schnell drehenden Rotoren erschlagen.

Der Rotmilan hat auch tierische Feinde: Marder oder Waschbären plündern seine Gelege oder nutzen seine Nester zum Schlafen. Regional nicht zu unterschätzen sind zudem die Verluste durch den Habicht, der die jungen Rotmilane im Nest schlägt. Die besten Nistplätze sind oft vom weit verbreiteten Mäusebussard besetzt, mit dem der Rotmilan auch um die Nahrung konkurriert. Die natürlichen Feinde können den Bestand erheblich schwächen.