"BROMMI" – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz

Immer weniger Insekten finden in Wiesen und Feldern Nahrung und Nistmöglichkeiten. Auch in der Rhön gibt es Gebiete, die sehr intensiv bewirtschaftet werden. Im Rahmen des deutschlandweiten Projekts "BROMMI: Gemeinsam Insekten schützen" soll im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, eine der Modellregionen, zusammen mit den Landnutzenden die Integration von Insektenlebensraum in die Bewirtschaftung weiterentwickelt werden. Ziel ist es, dass Insektenreichtum wieder selbstverständlicher Teil der Landwirtschaft wird.  

Insekten sind für eine nachhaltige Landnutzung und Nahrungsmittelproduktion von immenser Bedeutung. Die Landwirtschaft ist bei der Produktion von Nahrungsmitteln nicht nur für die Bestäubung auf Insekten angewiesen, es gibt viele weitere Funktionen, für die Insekten essenziell sind.

Die Rhön ist eines von fünf UNESCO-Biosphärenreservaten, in denen Maßnahmen zur Integration von Insektenlebensraum in die Landnutzung entwickelt und erprobt werden. Weitere Modellgebiete sind die Biosphärenreservate Schaalsee, Schorfheide Chorin und Mittelelbe sowie das Biosphärengebiet Schwarzwald. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und dem Aktionsprogramm Insektenschutz gefördert. 

Aufruf an Landwirtinnen und Landwirte

Das Projekt konzentriert sich auf drei Schwerpunkt-Regionen. Es sind die Regionen, die aktuell für Rhöner Verhältnisse wenig Lebensraum für Insekten bieten. 

Gesucht werden aufgeschlossene Landwirtinnen und Landwirteaus den Regionen, die sich vorstellen können, gegen finanziellen Ausgleich die folgenden Maßnahmen auf ihren Acker- oder Wiesenflächen umzusetzen:

  • Mehrjährige Blühstreifen (Breite: 6 m, mindestens 200 m Länge) entlang von Wiesenwegen. Dabei sollte der Blühstreifen idealerweise an der besonnten Seite des Wiesenweges anschließen. (A)
  • Mehrjährige Insektenwälle (Breite: 2 m, Länge mindestens 200 m) entlang von Ackerrändern, z. B. zwischen Schlägen. Insektenwälle werden durch beidseitiges Pflügen auf ca. 50 cm aufgehäuft und anschließend eingesät. Durch die unterschiedliche Besonnung bieten sie idealen Lebensraum für nützliche Insekten. (B)
  • 2-3 reihige Pflanzung von Johannisbeersträuchern, Himbeeren sowie ggf. weiteren Fruchtsträuchern z. B. Hagebutte, Stachelbeeren etc., Länge mind. 50 m.  Entlang von Acker oder Wiesenschlägen. Frühe Blüte daher ideale Nahrungsquelle für Insekten im Frühjahr. (C)
  • Belassen von Schonstreifen bei jeder Mahd auf ca. 20% der Fläche im Grünland und Kleegras. Einsatz von Messerbalken für die Mahd. Insekten können so in ungemähte Bereiche während der Mahd flüchten und sich weiterentwickeln. Auch das Blütenangebot bleibt in Teilen zeitlich versetzt erhalten. In Kombination mit einer höheren Schnitthöhe von ca 10 cm wird die Maßnahme sogar noch insektenfreundlicher. (D)

Für die Maßnahmen A-C soll ein Pufferstreifen von 3 m in der angrenzenden Kultur eingeplant werden, auf dem keine Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden.

Sehr erwünscht ist der gegenseitige Austausch zur Umsetzbarkeit der Maßnahmen, möglichen Herausforderungen und persönlichen Erkenntnissen. Denn bei der Frage „Wie sehen wirksame Insektenschutzmaßnahmen aus?“ soll die Praktikabilität im Vordergrund stehen.

Bitte melden Sie sich bei Interesse zur Teilnahme bei der Projektverantwortlichen Wiltrud Fischer: Telefon (0931) 380 1687, E-Mail: wiltrud.fischer@wwf.de