"BROMMI" – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz

Immer weniger Insekten finden in Wiesen und Feldern Nahrung und Nistmöglichkeiten. Auch in der Rhön gibt es Gebiete, die sehr intensiv bewirtschaftet werden. Im Rahmen des deutschlandweiten Projekts "BROMMI: Gemeinsam Insekten schützen" soll im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, eine der Modellregionen, zusammen mit den Landnutzenden die Integration von Insektenlebensraum in die Bewirtschaftung weiterentwickelt werden. Ziel ist es, dass Insektenreichtum wieder selbstverständlicher Teil der Landwirtschaft wird.  

Insekten sind für eine nachhaltige Landnutzung und Nahrungsmittelproduktion von immenser Bedeutung. Die Landwirtschaft ist bei der Produktion von Nahrungsmitteln nicht nur für die Bestäubung auf Insekten angewiesen, es gibt viele weitere Funktionen, für die Insekten essenziell sind.

Die Rhön ist eines von fünf UNESCO-Biosphärenreservaten, in denen Maßnahmen zur Integration von Insektenlebensraum in die Landnutzung entwickelt und erprobt werden. Weitere Modellgebiete sind die Biosphärenreservate Schaalsee, Schorfheide Chorin und Mittelelbe sowie das Biosphärengebiet Schwarzwald. Das Projekt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und dem Aktionsprogramm Insektenschutz gefördert. 

Aufruf an Landwirtinnen und Landwirte

Das Projekt konzentriert sich auf drei Schwerpunkt-Regionen. Es sind die Regionen, die aktuell für Rhöner Verhältnisse wenig Lebensraum für Insekten bieten. 

Gesucht werden weitere aufgeschlossene Landwirtinnen und Landwirte aus den Regionen, die sich gegen finanziellen Ausgleich für mehr Insektenlebensraum auf ihren Äckern und Wiesen engagieren wollen. Einen Katalog von Maßnahmen finden Sie hier. Über den Katalog hinaus sind weitere Maßnahmen möglich unter anderem Steinriegel oder Erdwände.

Bitte melden Sie sich bei Interesse zur Teilnahme bei der Projektverantwortlichen Wiltrud Fischer: Telefon (0931) 380 1687, E-Mail: wiltrud.fischer@wwf.de 

Erste Maßnahmen auf der Fläche

Für das Jahr 2022 sind für die Regionen Oberelsbach (A) und Wollbach(B) bereits auf über 90 ha Maßnahmen, wie artenreiche Untersaaten, Blühstreifen und Insektenwälle geplant und zum Teil schon umgesetzt. So wird auf dem Acker unten z.B. ein Nützlingsblühstreifen eingesät. Hier finden Insekten Lebensraum die Getreide-Schädlingen den Garaus machen.

Sehr erwünscht ist der gegenseitige Austausch zur Umsetzbarkeit der Maßnahmen, möglichen Herausforderungen und persönlichen Erkenntnissen. Denn bei der Frage „Wie sehen wirksame Insektenschutzmaßnahmen aus?“ soll die Praktikabilität im Vordergrund stehen.

 

Experten unterwegs

Um die Wirkung der Maßnahmen zu beurteilen, werden auf Wiesen und Kleegrasflächen Tagfalter und Heuschrecken beobachtet. Spezialisten werden im Auftrag von BROMMI auf den Flächen mit Kescher (Tagfalter) und Isolationsquadrat (Heuschrecken) die Insekten fangen, bestimmen und wieder freilassen. Zum Vergleich werden Sie auch auf Flächen schauen, auf denen keine Maßnahmen stattfinden.