Deutscher Name
Rotmilan
Lateinischer Name
Milvus milvus
Kurzbeschreibung

Der Rotmilan ist der auffälligste Greifvogel der Rhöner Kulturlandschaft. Im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschlands gehört der seltene Vogel in der Rhön im Sommerhalbjahr zum Landschaftsbild.

Wie sieht es aus?

Wie der Name schon sagt, hat der Rotmilan einen hell bräunlich bis rostroten Rücken. Mit einer Körpergröße bis zu 70 cm, einem Gewicht von 900g - 1.200g und einer Flügelspannweite bis zu 170 cm ist der Rotmilan nach See- und Steinadler unser größter heimischer Greifvogel. Auffälligstes Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Arten ist sein tief gegabelter Schwanz. Färbung: Grundfarbe rostbraun, großes weißes Feld auf der Unterseite der Vorderflügel, weißlicher bis grauer Kopf. Schwanz oberseits rostfarben, unterseits hellgrau bis hellbraun. Eine Unterscheidung von Männchen und Weibchen am Gefieder ist nicht möglich; Jungvögel haben einen etwas dunkleren Kopf, zudem ist die Gabelung des Schwanzes nicht allzu stark ausgeprägt.

Welchen Lebensraum bewohnt es?

Der Wechsel von Wald mit einem bunten Mosaik von Wiesen, Weiden, Äckern und Feldgehölzen, zahlreichen Quellen und Bachläufen macht die Rhön zu einer Hot-Spot-Region der biologischen Vielfalt. In einer solch strukturreichen Landschaft fühlt sich der Rotmilan wohl. Meist brütet er in Waldrandnähe. Zur Nahrungssuche fliegt er in die offene Kulturlandschaft. Auch Dörfer und Weiler werden vom Rotmilan aufgesucht.

Wo kommt es bei uns vor?

Den Rotmilan findet man in allen Teilen der Rhön.

Noch was Wissenswertes
  • Der Rotmilan kommt ausschließlich in Europa vor. Anders als der Schwarzmilan, der ein „Weltbürger“ ist, hat der Rotmilan ein nur sehr kleines Verbreitungsgebiet. Von Südschweden im Norden bis Spanien im Süden erstreckt sich sein Brutareal.
  • Der Weltbestand des Rotmilans wird auf etwa 25.200 - 33.400 Paare geschätzt (Birdlife International 2015). Davon leben ungefähr 12.000 - 18.000 Brutpaare in Deutschland (ADEBAR 2015). Deutschland beherbergt also rund die Hälfte des Weltbestands, die Rhön rund ein Prozent – eine große Verantwortung!
  • Weitere bedeutende Brutvorkommen beherbergen die Länder Frankreich und Spanien. In Osteuropa und Österreich kommt die Art nur mit wenigen Brutpaaren vor. Während in Südeuropa und Großbritannien die Art ganzjährig anzutreffen ist, ziehen die weiter nördlich brütenden Tiere im Winter gen Süden. Untersuchungen zeigen, dass viele „deutsche“ Rotmilane in Spanien überwintern. Spätestens im März treffen die Vorboten des nahenden Frühjahrs wieder in ihren heimischen Brutgebieten ein.
  • Bemerkenswert: In Großbritannien konnte die Art durch Ansiedlungsprojekte wieder heimisch werden. Heute beläuft sich der Bestand dort auf über 1000 Brutpaare. Auch in der Schweiz hat der Rotmilan vielerorts wieder zugenommen. Gezielte Fütterungen, ähnlich wie dies bei den Geiern in Spanien geschieht, haben dabei offenbar geholfen.
  • Der Rotmilan ist übrigens wegen seines tief gespaltenen Schwanzes auch unter dem Namen 'Gabelweihe' bekannt, hat aber mit der Gruppe der Weihen nichts zu tun. 

Quelle und weitere Inforamtionen. LBV