Lebensraum Grünland

Nichts prägt die Rhön so sehr wie das Grünland. Die vielen Weiden und Bergwiesen geben dieser Landschaft den Eindruck der Offenheit und Weite. Extensiv genutztes Grünland in den Hoch- und Mittellagen ist besonders reich an Blütenpflanzen, Schmetterlingen und bodenbrütenden Vögeln. Auf Rhöner Wiesen und Weiden gedeihen Pflanzen, die man woanders kaum noch findet.

Traditionell genutztes Grünland mit regional- und standorttypischen Pflanzen werden in der Rhön gefördert. Standort und Nutzung prägen die Vegetation, wobei vor allem Mahd oder Beweidung bzw. Feuchtigkeit und Boden sowie die Höhenlage für die Zusammensetzung der Vegetation eine Rolle spielen. Aus kulturhistorischer Sicht sind bunte Heuwiesen und Huteflächen besonders wertvoll, aber auch Feuchtwiesen zeichnen sich durch seltene Arten aus. Charakteristisch für die offenen Grünlandflächen der Rhön sind die Kalkmagerrasen, die Borstgrasrasen, die Zwergstrauchheiden und die Halbtrockenrasen.

Auch bietet die Rhön Lebensraum für bisher 100 nachgewiesene Pflanzenarten, welche in der Roten Liste von Deutschland benannt sind. Beispiele für die hohe Artenvielfalt sind unter anderem Silberdistel, Kuhschelle, Deutscher EnzianArnika, Weicher Pippau, Katzenpfötchen und kugelige Teufelskralle. Aber auch die Trollblume und der Moorklee ist auf Rhöner Wiesen zu Hause. Viele Vogelarten wie Birkhuhn, Bekassine, Wachtelkönig und Rotmilan sind in der Rhön beheimatet.