Green Care – Wissenschaftlicher Hintergrund

Naturgestützte Angebote zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens (z. B. Waldbaden, Gesundheitswandern etc.) stoßen derzeit auf ein hohes Interesse und erfreuen sich in den Medien großer Aufmerksamkeit. Zur Wirksamkeit solcher Angebote auf die psychische und physische Gesundheit wurde in den vergangenen drei Jahrzehnten insbesondere im asiatischen, US-amerikanischen und skandinavischen Raum ausführlich geforscht.

Auch wenn inzwischen eine Vielzahl an Untersuchungen den positiven Effekt von naturgestützten Angeboten bestätigen, konnten Mechanismen, die den positiven Effekt näher erklären, bislang nicht ausreichend identifiziert werden. Die untersuchten Angebote umfassen ganz unterschiedliche, methodische Schwerpunkte: Während einige Autoren mehrtägige, präventive „Wildnisangebote“ evaluierten, untersuchten andere Autoren beispielsweise einen einstündigen Spaziergang mit Patientengruppen. Darüber hinaus handelt es sich bei einigen Studien um rein qualitative Betrachtungen, wobei, insbesondere für den Klinischen Bereich, eher quantitative Untersuchungen mit randomisiertem Design wünschenswert wären. Weiterführende Forschung ist aus diesem Grund notwendig.

Die vorhandene Forschung zur Wirkung von Natur auf die Gesundheit und das Wohlbefinden spricht dafür, dass in der Natur ein hohes Heilungspotential liegt. Laut der „Biophilia-Hypothese“ von Wilson und Kellert ist der Mensch nicht nur Teil der Natur, sondern fühlt sich mit dieser auch genetisch verbunden. So kann das Erleben von Natur, Achtsamkeit in der Natur und die Verbundenheit mit ihr einen positiven Einfluss auf das eigene biopsychosoziale Wohlergehen haben. Dies bestätigen sowohl Einzelstudien als auch Überblicksarbeiten. Zudem fördern Naturerleben und Achtsamkeit in der Natur die Aktivierung naturschützender Normen und Werte sowie entsprechende naturschützende Handlungsbereitschaften und Engagements.

Insgesamt sprechen die vorhandenen empirischen Daten dafür, dass sich positive Naturkontakte förderlich auf die biopsychosoziale Gesundheit wie auch auf den naturschützenden Engagement auswirken können.