Wie viele ländliche Regionen in Deutschland ist auch die Rhön mit Strukturproblemen wie der hohen Fluktuationsrate gut ausgebildeter Führungskräfte konfrontiert. Die bisherige wirtschaftliche Entwicklung zeigt, dass das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bislang v. a. für Gründer, insbesondere in Hightech-Gebieten, nicht ausreichend attraktiv ausgestaltet ist. Während in den großen Städten Gründerzentren, Co-Working Areas, FabLabs und Akzeleratoren unzählige Möglichkeiten zur Vernetzung und Kooperation von Gründern bieten, gibt es in ländlichen Räumen wie der Rhön bisher kaum vergleichbare Angebote. Die Gründungsrate ist dementsprechend niedrig. Die Start-Up-Szene ist jedoch von Bedeutung, um neue Ideen und Chancen zu implementieren und eine innovative, wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Trotz fehlender Anreizsysteme zum Gründen im ländlichen Raum UNESCOBiosphärenreservat Rhön gibt es vereinzelt engagierte Gründer mit innovativen Geschäftsideen. In den letzten Jahren haben verstärkt regional agierende Unternehmen ein hohes Wachstums- und Beschäftigungspotenzial aufgezeigt. Besonders eine rasant wachsende Nachfrage nach ökologisch bzw. regional erzeugten Produkten ist zu beobachten. Dieser Trend wird auch zukünftig anhalten, sich sogar noch verstärken. Eine Förderung der regionalen Gründerszene, insbesondere mit Konzepten zur regionalen Ressourcennutzung, wird daher als lohnenswert erachtet.  Denn die Nutzung regionaler Ressourcen kann zusätzlich zu einer nachhaltigen Wertschöpfung im UNESCO-Biosphärenreservat beitragen und auch die Marke „UNESCOBiosphärenreservat Rhön“ aufwerten (weicher Standortfaktor als Vorteil im Standortwettbewerb, Lebensqualität, regionale Identität/ Verankerung etc.). Dies fördert eine nachhaltige und erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung der Rhön. Bereits bestehende Infrastrukturen, wie die Technologie- und Gründerzentren im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön dienen als Basis für die Entwicklung eines „Gründungsökosystems“ und sollten darin einen hohen Stellenwert einnehmen. Ziel des Projektes sollte ein gemeinsames „Gründerökosystem“ UNESCOBiosphärenreservat Rhön sein, das auf den bereits bestehenden regionalen Schwerpunkten (wie im bayerischen Teil Telemedizin und Elektromobilität, im thüringischen Teil Energie- und Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft) basiert und mit dem Fokus auf Innovation und Bioökonomie (Technologie, Ökologie und effiziente Wirtschaft im Einklang) fortentwickelt wird. Gründer- und Innovationszentren können dabei als Impulsgeber dienen. Die Stärkung der Innovationsfähigkeit der Wirtschaft ist, bei vergleichender Betrachtung der Wirtschaft in den drei Landesteilen, v. a. im thüringer Teil des UNESCOBiosphärenreservates Rhön erforderlich. 
 

2.7.3. Projektbeschreibung inklusive Maßnahmen zur Umsetzung Das Projekt sollte dem Aufbau einer lebendigen Gründerszene im UNESCOBiosphärenreservat Rhön und der Erhöhung der Gründungsintensität dienen.  Koordinierung und Umsetzung folgender Maßnahmen und Arbeitsschwerpunkte sollten gewährleistet sein:   Schaffung bedarfsgerechter Fördermöglichkeiten für Gründer als Anreizsystem für Unternehmensgründungen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, v. a. für Gründungen in nachhaltigen Wirtschaftszweigen und -weisen:   Identifizierung von Maßnahmen, die der Förderung für Gründer dienen können; die auch von Seiten der (potenziellen) Gründer als sinnvoll und nutzbringend erachtet werden; Dafür ist auch ein begleitendes Forschungsprojekt denkbar (z. B. mit Befragungen (potenzieller) Gründer).  Aufbau von (finanziellen) Programmen zur Umsetzung der Fördermaßnahmen für Gründer; Unterstützung der Projektidee durch die Landesregierungen und regionalen Akteure   Aufbau bzw. Weiterentwicklung von Kooperationen mit Universitäten und Hochschulen (Innovationssteigerung, Forschung und Entwicklung)  Entwicklung eines Detailkonzeptes mit Verantwortlichkeiten, Meilensteinplan mit konkreten Abrechnungsmodulen basierend auf den Zentren „Telemedizin“, „Elektromobilität“ sowie „Energie- und Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft“ und quantitativen Erfolgskenngrößen (zur Messung des Projekterfolgs)  Umsetzung des Detailkonzeptes mit aktiver Vermarktung der Fördermöglichkeiten  Weiterentwicklung der einzelnen Gründer- und Technologiezentren zu Treffpunkten und Vernetzungsstellen sowie Bereitstellen von Infrastruktur und Know-how   Maßnahme für Thüringen: Aufbau eines Innovationszentrums in der Thüringer Rhön in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Schaffung der inhaltlichen und finanziellen Voraussetzungen (nach dem Vorbild der vorhandenen Zentren für Telemedizin und Elektromobilität auf der bayerischen Seite des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön) mit inhaltlichem Schwerpunkt auf Energie- und Ressourceneffizienz sowie der Kreislaufwirtschaft, Vorschlag der ersten Aufbaustufe: FabLab. Basis für ein solches Innovationszentrum mit Vernetzung zu den Zentren „Telemedizin“ und „Elektromobilität“ bietet das TGF Dermbach mit den über Jahrzehnten erarbeiteten Erfahrungswerten und vorhandenen Strategien- und Vernetzungspotenzial. Im Falle des Zentrums „Energie- und Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft“ bieten z. B. nachwachsende Rohstoffe in Form von lokal verfügbarer Biomasse sehr gute Ansätze, eine biomassebasierte, grüne Kreislaufwirtschaft aufzubauen. 

2.7.4. Welche zuständigen und möglichen Akteure sollten bei der Umsetzung beteiligt sein?  Landkreise, Kreisentwicklungen  Technologie- und Gründerzentren   zuständige Ministerien des Bundes und der Länder  Sponsoren (wie z. B. Banken/ Sparkassen, Unternehmen, Private…)  Universitäten/ Hochschulen  Unternehmen   Industrie- und Handelskammern  Vereine und Verbände 
 
2.7.5.  Wie kann eine Erfolgskontrolle des Projektes aussehen?  Evaluierung der festgelegten, quantitativen Erfolgskenngrößen, wie Nutzung der Angebote der Gründerzentren oder erhöhte Gründungsintensität  Aufbau Innovationszentrum abgeschlossen