Produktentwicklung Natur- und Kulturerlebnisangebote

3.7. Produktentwicklung Natur- und Kulturerlebnisangebote 3.7.1. Hintergrund der Projektidee Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bietet grundsätzlich ein zusätzliches und exklusives Angebot für Natur- und Kulturerlebnisangebote, das bislang jedoch touristisch nur eingeschränkt genutzt und vermarktet wurde. Dem Wunsch vieler Urlauber nach „Natur und Kultur erleben“ können Großschutzgebiete wie das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön aufgrund ihrer landschaftlichen, kulturellen und naturräumlichen Ausstattung in besonderem Umfang entsprechen. Wesentliches Ziel dieses Projektes sollte sein, dass die touristischen Leistungsträger der Region gemeinsam Natur- und Kulturerlebnisangebote im UNESCOBiosphärenreservat Rhön entwickeln und vermarkten, die den Zielen des UNESCOBiosphärenreservates und einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen und gleichzeitig ein attraktives Angebot für Gäste und Besucher darstellen. Durch die Bereitstellung von Natur- und Kulturerlebnisangeboten sollte ein intensiver Bezug zur Natur, Landschaft und regionalen Kultur hergestellt werden, welche dann auch nicht mehr nur primär als Kulisse für sonstige Freizeitaktivitäten wahrgenommen werden. In diesem Zusammenhang könnte die Entwicklung von speziellen, touristischen Produkten eine große Rolle spielen, da insbesondere im Bereich „Naturerlebnis“ aber auch im Bereich „Kultur“ bislang ein großer Mangel auf der Angebotsseite innerhalb der Kulisse des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön existiert. Zukünftig sollten diese konkret buchbaren Natur- und Kulturerlebnisangebote des UNESCOBiosphärenreservates in der touristischen Destination Rhön entwickelt und entsprechend vermarktet werden. Diese speziell auch auf die verschiedenen Ansprüche und Möglichkeiten der Kern-, Pflege- und Entwicklungszonen abgestimmten Angebote sollten dauerhaft in das touristische Gesamt-Angebot der Rhön integriert werden. Dabei würden auch die sonstigen Themen (z. B. Artenschutz) sowie Partner des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön bzw. der Rhön GmbH und des Vereins Dachmarke Rhön e. V. speziell zu berücksichtigen und mit einzubinden sein. Zusätzlich bieten die Landschaftsgeschichte der Rhön, das kulturlandschaftliche Potenzial mit Brauchtum, alte Nutzungs- und Siedlungsformen, alte Handwerke sowie die Kunstgeschichte bis zur heutigen bildenden Kunst und Literatur vielfältiges Material, mit dem auch Natur- und Landschaftsführer arbeiten könnten. Und auch der Sternenpark Rhön bietet ein weiteres sehr exklusives und noch ausbaufähiges Potenzial für Führungen und touristische Angebote. Die qualifizierte Betreuung von Gästen sowie die Entwicklung hochwertiger Angebote – wie etwa Naturerlebnistouren – spielt im Wettbewerb der Bundesländer, Destinationen und Regionen um Gäste eine immer wichtigere Rolle und wird noch weiter an Bedeutung zunehmen. Diese Chance sollten die Rhön und das UNESCO-Biosphärenreservat entsprechend nutzen. Durch diese neuen Angebote könnte eine zusätzliche regionale Wertschöpfung (bspw. durch erhöhte Umsätze bei Tages- und Übernachtungsgästen) geschaffen werden. 71 Neues Rahmenkonzept UNESCO-Biosphärenreservat Rhön 16. Mai 2018 Band III - Wie sieht unser Weg aus? 3.7.2. Zielbezug zu den Themenfeldern in Band II (2 – 6)  Tourismus, Gastronomie und Erholung  Wirtschaft, Handwerk, Handel und Gewerbe  Bildung  Landschaftsbild  Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Marketing  Zusammenarbeit Rhön, national und international  Leistungen und Schutz von Ökosystemen  Kultur 3.7.3. Projektbeschreibung inklusive Maßnahmen zur Umsetzung Koordinierung und Umsetzung folgender Maßnahmen und Arbeitsschwerpunkte sollten gewährleistet sein: Die gemeinsame Entwicklung nachfrageorientierter, touristischer Natur- und Kulturerlebnisangebote im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön mit den lokalen Leistungsträgern und sonstigen Akteuren (z. B. Partnern und Örtlichkeiten der Regionalvermarktung) sollte gefördert werden. Diese Angebote sollten dauerhaft in das touristische Angebot der Rhön GmbH sowie der Touristischen Arbeitsgruppen/ Teildestinationen/ Suborganisationen zu integrieren und zuverlässig zu buchen sein. Dabei sollten insbesondere Outdoor-, aber auch Indoor-Angebote im Fokus stehen. Im Einzelfall könnte dies auch für einzelne ausgewählte Kern- und Pflegezonen geprüft und umgesetzt werden. Zur Berücksichtigung ökologischer und naturschutzrechtlicher Belange sollten sich diese Angebote in den Kernzonen auf bestehende Wege und Loipen (z. T. in bestimmten Zeitfenstern) beschränken. Dabei wären sowohl die Inhalte und Partner des UNESCOBiosphärenreservates Rhön als auch der Dachmarke Rhön speziell zu berücksichtigen und mit einzubinden. Die Entwicklung der Angebote sollte zudem unter Berücksichtigung und in Abgleich mit den einzelnen Landesstrategien der Landesmarketingorganisationen erfolgen, um eine bestmögliche Vermarktung zu garantieren. Um diese Angebote gemeinsam mit den Akteuren in der Rhön kommunizieren zu können, ist eine Schulung und Weiterbildung der touristischen Leistungserbringer (Dachmarken-Betriebe, Hotels, Gaststätten, Museen etc.) zu den Themen Nachhaltigkeit, sanfter Tourismus, Regionalvermarktung und UNESCO-Biosphärenreservat notwendig und wichtiger Bestandteil dieses Projektes. Ein weiterer wichtiger Baustein sollte die Entwicklung und Umsetzung eines länderübergreifenden Konzeptes zur Betreuung, Ausbildung und Zertifizierung von Naturund Landschaftsführern (inkl. Wander-/ Gäste- und Sternenführern) sein. Bisher gibt es verschiedene Zertifizierungsmöglichkeiten, die für die Natur- und Landschaftsführer in der Rhön genutzt werden bzw. wurden: in Bayern: ANL-Zertifizierung, in Thüringen: TLUG-Zertifizierung, Rhönweit: Rhönklub e. V.; des Weiteren hat die BANU (Bundesweiter Arbeitskreis der staatlich getragenen Bildungsstätten im Natur- und Umweltschutz) Kriterien für zertifizierte Natur- und Landschaftsführer erarbeitet. Neues Rahmenkonzept UNESCO-Biosphärenreservat Rhön 16. Mai 2018 72 Band III - Wie sieht unser Weg aus? Durch die weitere Etablierung von Natur-, Kultur- und Landschaftsführungen würde eine zusätzliche Inwertsetzung von Kultur und Landschaft erfolgen. Des Weiteren sollte hierbei das Bewusstsein für die Schönheit und Eigenart sowie die Schutzwürdigkeit des UNESCOBiosphärenreservates Rhön gestärkt werden. Eine wesentliche Grundlage all dieser Umsetzungsschritte und Maßnahmen sollte die dauerhafte Vernetzung aller relevanten Akteure und Leistungsträger auf Ebene der beteiligten Bundesländer Bayern, Hessen, Thüringen unter Etablierung eines länderübergreifenden Ansprechpartners für Tourismus auf der Ebene der Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön sein. Dabei wäre auch die Verknüpfung der Natur- und Kulturerlebnisangebote mit nationalen Angeboten der Nationalen Naturlandschaften (als Dachmarke der deutschen Großschutzgebiete), mit EUROPARC Deutschland und dem VDN (Dachverbände) sowie den drei Landesmarketingorganisationen (Bayern, Hessen, Thüringen) sicherzustellen. Eine internationale Vernetzung der Angebote sollte ebenfalls über das Weltnetz der UNESCO und der insgesamt 669 Biosphärenreservate genutzt werden. 3.7.4. Welche zuständigen und möglichen Akteure sollten bei der Umsetzung beteiligt sein?  Rhön GmbH und weitere touristische Organisationen  Landkreise, Kommunen  Verwaltungsstellen UNESCO-Biosphärenreservat Rhön  Naturparke Bayern und Hessen  NBR e. V., VNLR, Dachmarke Rhön e. V., Rhönklub e. V.  Leistungserbringer, Hotels und Gaststätten  Natur- und Landschaftsführer, Sternenführer, Gästeführer  Kulturanbieter, Museen  Naturschutzbehörden und Naturschutzverbände  Landesmarketing-Organisationen (LMOs)  UNESCO, DZT, EUROPARC Deutschland, VDN  diözesane Umweltbeauftragte Bistum Fulda 3.7.5. Wie kann eine Erfolgskontrolle des Projektes aussehen?  Regelmäßige Erfassung und Zusammenstellung der Natur- und Kulturerlebnisangebote  Abfrage und regelmäßige Erfassung und Zusammenstellung der Teilnehmerzahlen der durchgeführten Angebote  Regelmäßige Erfassung und Zusammenstellung der Anzahl von aktiven und passiven Natur- und Landschaftsführern sowie Sternen- und Gästeführern  Regelmäßige Erfassung und Zusammenstellung der neu ausgebildeten Führer  Regelmäßige Erfassung und Zusammenstellung der geschulten touristischen Leistungserbringer  Erfolgskontrolle/ Überprüfung des Konzeptes zu Betreuung, Ausbildung und Zertifizierung der verschiedenen Führer