Fahrtziel Natur – Deutsche Bahn AG

3.5. 3.5.1. Hintergrund der Projektidee Die Initiative „Fahrtziel Natur“ der Deutschen Bahn in Kooperation mit den Umweltverbänden NABU, BUND und VCD besteht bereits seit 2001 und dient dazu, Großschutzgebiete (UNESCO-Biosphärenreservate, Nationalparks und Naturparks) in Deutschland und angrenzenden Ländern bekannter zu machen und einen nachhaltigen Tourismus zu fördern (DEUTSCHE BAHN 2017) Fahrtziel Natur fördert die Vernetzung von nachhaltigem Tourismus und umweltfreundlicher Mobilität und sichert damit das Naturerbe und die Biodiversität. Ziel ist es, den Freizeitverkehr auf die umweltfreundliche Schiene und die regionale Mobilität auf den Öffentlichen Personennahverkehr zu verlagern. Derzeit sind 22 Gebiete in Deutschland, Österreich und der Schweiz Teilnehmer an dieser Aktion. Vom Alpenraum bis zum Wattenmeer vereinigt die Kooperation unterschiedlichste Gebiete in einem Programm. Alle Gebiete setzen sich vor Ort dafür ein, dass attraktive Tourismusangebote mit klimafreundlichen Mobilitätskonzepten verknüpft werden. Auf diese Weise können Urlauber Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke entspannt und umweltschonend erleben. Ziel der Kooperation ist es, den touristischen Verkehr in sensiblen Naturräumen vom privaten Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlagern. Damit werden CO2-Emissionen eingespart und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der biologischen Vielfalt geleistet. Für dieses Engagement ist Fahrtziel Natur wiederholt auch als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet worden. Der Fahrtziel Natur-Award würdigt zusätzlich das Engagement sowie besondere Angebote und Ideen in den Schutzgebieten zur Vernetzung von nachhaltigem Tourismus und umweltfreundlicher Mobilität. Dabei werden ausschließlich bereits umgesetzte Projekte mit Vorbildcharakter ausgezeichnet. Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön hat sich bislang noch nicht an dieser Kooperation beteiligt, wenn auch bereits vor einigen Jahren ein Versuch unternommen wurde, der jedoch aus verschiedenen Gründen (u. a. fehlende Hotel- und Mobilitäts-Angebote) noch nicht zum gewünschten Erfolg führte. 3.5.2. Zielbezug zu den Themenfeldern in Band II (2 – 6)  Tourismus, Gastronomie und Erholung  Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation und Marketing  Mobilität und Verkehr  Kommunale Entwicklung  Energie und Klimaschutz  Zusammenarbeit national 3.5.3. Projektbeschreibung inklusive Maßnahmen zur Umsetzung Ziel des Projektes sollte sein, sich als offizieller Partner zu bewerben und Teil der großen Marketingkampagne zu „Fahrtziel Natur“ im Internet und in sozialen Netzwerken sowie auf allen Plattformen der DB (Presse, Katalog, Zeitschrift mobil) zu werden. Dies würde auch gleichbedeutend mit einem großen Imagegewinn für das UNESCO- Neues Rahmenkonzept UNESCO-Biosphärenreservat Rhön 16. Mai 2018 66 Band III - Wie sieht unser Weg aus? Biosphärenreservat Rhön und die Rhön als touristische Destination innerhalb von Deutschland (sowie Österreich und Schweiz) einhergehen. Zur Umsetzung der Maßnahme bzw. zur Teilnahme/ Bewerbung des UNESCOBiosphärenreservates Rhön am Projekt „Fahrtziel Natur“ sind jedoch noch wesentliche Grundlagen im Bereich Verkehr und Übernachtungsangebote zu schaffen, um sich als weiteres Großschutzgebiet in das Projekt integrieren zu können. Koordinierung und Umsetzung folgender Maßnahmen und Arbeitsschwerpunkte sollten gewährleistet sein: Neben der Frage zur Finanzierung der Kosten von ca. 25.000 Euro pro Jahr sind deshalb zunächst im Vorfeld der Beantragung entsprechende neue und zusätzliche Angebote im Bereich Mobilität und öffentlicher Nahverkehr für Gäste und Urlauber anzustoßen und zu organisieren. Hierzu sollten entsprechende Mobilitätsangebote in den Bereichen Bahn, Bus, E-Bikes, E-Autos, Tickets etc. (vgl. III.2.14. „Erstellung eines Mobilitätskonzeptes“) zu entwickeln sein. In Zusammenarbeit mit den Akteuren im Bereich Tourismus sowie Verkehr und Mobilität könnte das ÖPNV-Netz länderübergreifend so strukturiert werden, dass abgestimmte Fahrpläne, Rhön-Tickets sowie Übergangstarife geschaffen werden. Im Idealfall ist es möglich, die Anreise per Bahn und Bus mit entsprechenden Übernachtungsangeboten zu verknüpfen, um so ein Gesamtpaket zu entwickeln, was beispielsweise über AMEROPA-Reisen als Fahrtziel Natur in die Rhön buchbar gemacht werden könnte. Die Entwicklung einer offiziellen Rhöner Gästekarte (Rhön-Card) (vgl. III.2.10. „RhönCard“) inkl. örtlichem Mobilitätsangebot (Gepäcktransport, besondere Betreuung von Menschen mit Einschränkungen) wäre ein weiterer wichtiger Baustein in diesem Angebotspaket und wichtig, um als Partner in dieses Netzwerk aufgenommen zu werden. Die Kooperation mit einzelnen Hotel- und Übernachtungsbetrieben, die sich an dieser Maßnahme beteiligen und entsprechende buchbare Gästebetten anbieten, ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung des Projektes. 3.5.4. Welche zuständigen und möglichen Akteure sollten bei der Umsetzung beteiligt sein?  Verwaltungsstellen UNESCO-Biosphärenreservat Rhön  Rhön GmbH und weitere Tourismusorganisationen  Landkreise und Kommunen  Verkehrsunternehmen  Leistungserbringer (Hotels)  Kooperation „Fahrtziel Natur“ – Deutsche Bahn, Verbände NABU, BUND, VCD 67 Neues Rahmenkonzept UNESCO-Biosphärenreservat Rhön 16. Mai 2018 Band III - Wie sieht unser Weg aus? 3.5.5. Wie kann eine Erfolgskontrolle des Projektes aussehen?  Offizielle Teilnahme am Projekt „Fahrtziel Natur“ bei der Deutschen Bahn  Erfassung regionaler und länderübergreifender Mobilitätsangebote (Fahrpläne, Linien) (Zunahmen zum Status quo)  Erfassung der mit dem ÖPNV erreichbaren Anbieter im Bereich Übernachtung sowie der Anzahl der buchbaren Gästebetten (Zunahmen zum Status quo)