Deutscher Name
Turteltaube - Vogel des Jahres 2020
Lateinischer Name
Streptopelia turtur
Kurzbeschreibung

Die Turteltaube ist eine Vogelart aus der Familie der Tauben. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von den Britischen Inseln, der Iberischen Halbinsel und dem nördlichen Afrika im Westen bis nach Kasachstan, Nordwestchina und die Mongolei im Osten. Sie ist nahezu europaweit verbreitet. Im Mittelmeerraum ist die Turteltaube besonders häufig.

Wie sieht es aus?

Mit einer Körperlänge von 27 bis 29 Zentimetern und einem Gewicht von durchschnittlich 160 Gramm ist die Turteltaube die kleinste heimische Wildtaubenart. Sie fällt insbesondere durch ihr farbenfrohes Gefieder auf.

Innere Oberflügeldecken und Rücken rostbraun mit schwarzen Federmitten, äußere Flügeldecken und Oberkopf blaugrau; deutlich gestufter, dunkler Schwanz mit weißem Ende; markanter schwarz-weiß gestreifter Halsfleck bei den erwachsenen Vögeln; Kehle und Brust zart rötlich, auffällig roter Lidring umrandet das Auge.

Welchen Lebensraum bewohnt es?

Turteltauben besiedeln lichte Laub-, Nadel- und Mischwälder sowie Feldgehölze, Viehweiden und Auwälder. Sie erschließen zunehmend urbane Lebensräume und ernähren sich fast ausschließlich vegan. Einen großen Anteil im Nahrungsspektrum haben Getreidekörner, Wildkräuter- und Wildgräser, die Baumsamen von Nadelhölzern, Birken, Erlen und Robinien sowie die Samen von verschiedenen Erdraucharten.

Die Turteltaube wird in Deutschland als stark gefährdet eingestuft. Die Intensivierung der Landwirtschaft, damit einhergehend der Verlust von Brachen, Ackersäumen, Feldgehölzen und Kleingewässern als Nistplätze sowie Nahrungs- und Trinkstellen, verschlechtert die Lebensbedingungen der kleinen Tauben enorm.

Turteltauben sind die einzigen Langstreckenzieher unter den Taubenarten Mitteleuropas. Sie verlassen zwischen Ende Juli und Anfang Oktober Europa, um südlich der Sahara zu überwintern. Auf ihrem Weg lauern weitere Gefahren auf sie. Weitere Gefährdungsursachen für den Bestand der Turteltaube sind die starke Wilderei im Mittelmeerraum sowie der Klimawandel, da Zugvögel besonders abhängig von Wasser- und Nahrungsquellen entlang der Zugrouten sind.

Das Überleben der Turteltaube ist maßgeblich von der Förderung pflanzenreicher, giftfreier und vielfältiger Kulturlandschaft abhängig und erfordert im Zusammenhang mit der Umsetzung von Schutzmaßnahmen insbesondere eine europaweite Neuausrichtung der entsprechenden Agrarpolitik. Aufgrund der Tatsache, dass die Bestände europaweit abstürzen, wurde im Mai 2018 auf einem Treffen der EU-Mitgliedsstaaten ein Aktionsplan zum Schutz der Europäischen Turteltaube verabschiedet. Die meisten Anstrengungen sollen dabei in den Erhalt und die Wiederherstellung von Lebensräumen und Nahrung im Brutgebiet fließen.

Wo kommt es bei uns vor?

Die Turteltaube bevorzugt in der Rhön die halboffenen Landschaften. Neben Waldrändern dienen ihr auch große Hecken und Sträucher wie Hasel, Weißdorn oder Holunder sowie Streuobstwiesen als Versteck oder Brutplatz. Man kann die in den Mittelgebirgen eher seltenen Vögel sogar in den störungsfreien, gehölzreicheren Teilen der Hochrhön beobachten.

Noch was Wissenswertes

Der Zugvogel gilt als Symbol für Glück und Liebe. Der Ausdruck „turteln wie die Täubchen“, kommt vom kosenden Verhalten dieser Tauben, der den Umgang von Verliebten miteinander beschreibt.

Quelle und weitere Informationen: LBV und NABU