Suche nach Antworten: Forschung und Monitoring im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wird seit Jahrzehnten für eine ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung geforscht. Ziel ist, mehr darüber zu erfahren, wie sich die einzigartige Kulturlandschaft und die Artenvielfalt in der Rhön entwickeln. Dabei entstehen ständig neue Fragen – die Grundlage für neue Wege als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Idealerweise bieten Forschungsergebnisse Entscheidungshilfen für die vorsorgende Politik und das Umweltmanagement.

Forschung – die wissenschaftliche Untersuchung konkreter Fragestellungen – und Monitoring – die systematische und wiederholte Erfassung von Veränderungen – sind wichtige Pflichtaufgaben der drei Verwaltungsstellen Bayern, Hessen und Thüringen. Die Erforschung von Mensch-Umwelt-Beziehungen ist der ursprüngliche Kern des Programms „Der Mensch und die Biosphäre“. Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit sollen Fragen zur ökologisch, wirtschaftlich und sozial verträglichen Nutzung beantwortet sowie neue Ansätze und Methoden erprobt werden.

Dabei dürfen auch „dicke Bretter“ gebohrt werden: Die ökologischen Beobachtungen (Monitoringkonzepte) sind auf lange Zeit angelegt, so dass sich spannende Entwicklungen über Jahrzehnte zeigen. Die Themen machen dabei natürlich nicht an den Ländergrenzen Halt. Mit abgestimmten Aufnahmemethoden bei den Monitorings sollen Daten erhoben werden, die länderübergreifend analysiert werden können. Oft lernt man modellhaft an einem Ort Dinge, die für das gesamte Großschutzgebiet hilfreich sind.

Hunderte wissenschaftliche Arbeiten

Mehr als 400 Forschungsarbeiten sind seit der Gründung 1991 bereits in Zusammenarbeit mit dem Biosphärenreservat entstanden, davon teilweise in langjähriger Kooperation mit Forschungspartnern, aber gut die Hälfte in Form von studentischen Qualifikationsarbeiten. Und die Suche nach Antworten bricht nicht ab: Forschungsfragen aller Art, große und kleine, generelle und ins Detail gehende, werden laufend aktualisiert. Die Themenbereiche sind:

  • Top-Themen (besonders aktuell und relevant)
  • Natur und Ökologie
  • Kulturlandschaft
  • Kulturlandschaft und Regionalentwicklung
  • Klimawandel und -anpassungen
  • Nachhaltige Wirtschaft und Konsum
  • Tourismus
  • Bildung und nachhaltige Entwicklung

Die von den Verwaltungen erarbeiteten Fragestellungen eignen sich je nach Umfang für Master-, Bachelor und Examensarbeiten sowie Dissertationen. Die Themen können in der Regel auf den verfügbaren Forschungsrahmen angepasst werden, und auch eigene Themenvorschläge sind willkommen. Den aktuellen Fragenkatalog finden Sie hier.

Ausbau des Monitorings geplant

Monitoring ist dazu da, die Themen zu beleuchten, die für ein nachhaltiges Leben wichtig ist. Deshalb ist der Ausbau von Untersuchungen und Umfragen dringend nötig.Geplant ist der Ausbau des Monitorings. Ein neues Konzept könnte der Frage nachgehen, welchen Mehrwert die Menschen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön erkennen. Und es wäre anhand der Ergebnisse auch möglich, Aktivitäten zu entwickeln, um die Wirtschaft in der Rhön zu fördern.

Innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön finden verschiedene Erfassung zur Biodiversität statt, die sich unter anderem mit der Waldentwicklung sowie ausgewählten Artgruppen auf repräsentativen Kernzonenflächen beschäftigen. Im bayerischen Teil wurden 19 Kernzonen ausgewählt. Dabei wurden unter anderem die Entwicklung des Waldbestandes, der Bodenvegetation und der Vogelfauna erfasst.

Im thüringischen Teil werden die Entwicklung der Kernzonen unter anderem im Bereich Waldaufkommen sowie die Entwicklung von Kleinsäugern und die Auswirkung des Wildverbisses untersucht. In Hessen werden in einem umfassenden Monitoring-Programm ebenfalls Wald und Fauna erforscht.

Geplant ist, ein länderübergreifendes Monitoringkonzept zur Nachhaltigkeit zu entwickeln und einheitlich zu gestalten. Generell ist eine bessere Zusammenarbeit unter den Verwaltungsstellen bei länderübergreifenden Themen notwendig.

Ziele aus dem Rahmenkonzept 2018

Oft mangelt es an technischen und personellen Kapazitäten für Auskünfte und Datenpflege. Das Bereitstellen von Ergebnissen an regionale Akteure und die Bevölkerung kann kaum geleistet werden. Nur die wenigsten Forschungsergebnisse münden in eine nachfolgende Umsetzung. Erfassungen von Bürgern (Citizen Science) sind für die Rhön wichtig, können die Arbeit von Wissenschaftlern aber nur ergänzen.

Die Ziele lauten deshalb: Die Mitarbeitenden der Verwaltungsstellen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön sollen ihre eigene Forschungsarbeit erhöhen. Und Institutionen, die sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen, sollten sich besser vernetzen. Ferner sollte es Ansprechpartner geben, die Forschung koordinieren. Und schließlich sollten Ehrenamtliche, Vereine sowie Bevölkerung noch besser eingebunden und gefördert werden.