Wandern im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

Das Wanderwegenetz in der Rhön verteilt sich auf verschiedene Träger und kann vereinfacht in Premiumwege, Rhönklubwege, Rhönrundwege und sonstige regionale Wanderwege unterteilt werden. DER HOCHRHÖNER® ist das Aushängeschild für die gesamte Region.

Seit dem Jahr 2006 verbindet der vom Deutschen Wanderinstitut als Premiumweg zertifizierte Wanderweg „DER HOCHRHÖNER“ mit einer Gesamtlänge von 173 km zwischen Bad Kissingen und Bad Salzungen die attraktivsten Naturlandschaften und Sehenswürdigkeiten der Rhön miteinander. Der HOCHRHÖNER ist gleichzeitig ein wesentlicher Eckpfeiler des Destinationsmarketings. Durch das Wandermagazin wurde er als "Deutschlands Schönster Wanderweg 2010" in der Kategorie Routen (Weitwanderwege) ausgezeichnet.

Extratouren und Rhönrundwege

Durch ein Netz an Zubringern ist der HOCHRHÖNER mit den umliegenden Städten und Gemeinden verbunden. Um ergänzend ein hochwertiges Angebot an Tagestouren anbieten zu können, wurden darüber hinaus in den Jahren 2007 bis 2016 insgesamt 25 Extratouren (als Premiumweg zertifizierte Rundwanderwege) markiert. Bis zum Jahr 2019 sind weitere fünf dazugekommen.

Rund um den Hochrhöner und die Extratouren haben die RTS GmbH Fulda, die Tourismus GmbH Bayerische Rhön und das Rhönforum e. V. eine Reihe von Pauschalangeboten, zum Beispiel Wandern ohne Gepäck, entwickelt. Die Einrichtung und Unterhaltung von Wanderwegen gehört zu den zentralen Zwecken des 1876 gegründeten Rhönklubs. Sein Wegenetz aus Haupt- und Nebenwanderwegen wird ausschließlich durch ehrenamtlich tätige Wegewarte betreut. Darüber hinaus übernimmt der Rhönklub auch die Betreuung weiterer Wanderwege in seinem Zuständigkeitsbereich, wie zum Beispiel die Europäischen Fernwanderwege oder die Jakobuswege. Der Rhönklub e. V. bietet nicht nur auf seinen eigenen Wegen, sondern auf dem gesamten Wegenetz der Rhön jährlich ein umfangreiches Programm geführter Wanderungen an. Der Rhönklub sieht seine größte Herausforderung für die Zukunft in der nachhaltigen Betreuung seines Wanderwegenetzes vor dem Hintergrund der fortschreitenden Alterung seiner Mitglieder. Das örtliche Wegenetz wird durch die sogenannten „Rhönrundwege“ gebildet, welche ausschließlich als Rundwanderwege für Tages- und Halbtagestouren angelegt sind.

Träger der Rhönrundwege sind in Bayern und Hessen die beiden Naturparke, die auch in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen für die Pflege verantwortlich sind. Durch verschiedene Themenwege, die als Streckenwege (z. B. Fränkischer Marienweg, Friedensweg, Grünes Band usw.) aber auch als Rundwanderwege (Franziskus-Weg an der Thüringer Hütte) angelegt sind, wird das Angebot an Wanderwegen in der Rhön erweitert.

Auch Lehrpfade zu verschiedenen Themen mit kurzen Streckenlängen sind flächendeckend vorhanden. Im Gegensatz zu den übrigen Wanderwegen in der Rhön sind die Zuständigkeiten für deren Betreuung nicht einheitlich geregelt.

Auch von den Teilnehmern an der Online-Befragung (BRRV 2016) wird das Wanderangebot als touristisches Aushängeschild der Region gesehen. Hier werden die größten Potenziale für einen sanften und somit nachhaltigen Tourismus gesehen, vor allem in Zusammenarbeit mit dem Rhönklub. Massentourismus wird hingegen abgelehnt.