Die Rhöner im Biosphärenreservat

Die Rhön ist relativ dünn besiedelt. Das illustriert der folgende Fakt: Mehr als 40 Prozent der Fläche sind mit Wald bedeckt. Das UNESCO-Biosphärenreservat beheimatet rund 226000 Menschen.

Noch immer sind die meisten davon katholischer Konfession, gefolgt von Protestanten. Andere Religionszugehörigkeiten nehmen zu, auch die Zahl der Menschen ohne Konfessionen steigt.
Wie nahezu alle ländlichen Regionen kämpft auch die Rhön mit der Überalterung der Bevölkerung und der Abwanderung junger Menschen.

Land- und Forstwirtschaft sind stark rückläufig

Ihre einzigartige Kulturlandschaft hat die Rhön der bäuerlichen und forstlichen Nutzung zu verdanken. Fast 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche sind Grünland.

Die Landwirtschaft ist jedoch stark rückläufig. Nur circa 400 Rhöner sind heute noch sozialversicherungspflichtig in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigt. Das liegt auch daran, dass immer modernere Maschinen die Jobs übernehmen.

Der Dienstleistungssektor ist der Spitzenreiter unter den Arbeitgebern im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, besonders der Gesundheitssektor. Insgesamt sind knapp 24000 Rhöner in diesem Sektor beschäftigt.

Dahinter ist das produzierende Gewerbe mit knapp 23000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Auf Platz drei liegt mit knapp 11000 Beschäftigten der Sektor Handel und Gewerbe, zu dem auch das Gastgewerbe zählt.

 

Tourismus und Gesundheit legen rasant zu

Die Bereiche Tourismus und Gesundheit haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Die Rhön ist ein beliebtes Ziel für Tagesgäste und Urlauber, insgesamt sind laut einer Erhebung aus dem Jahr 2011 circa 4,3 Millionen Tagesgäste und rund zwei Millionen Übernachtungsgäste pro Jahr in der Region.

Mit der Erweiterung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön auf bayerischer Seite im Jahr 2014 hat auch die Bedeutung der Gesundheitsbranche in der Gebietskulisse zugenommen, insbesondere durch Wellness- und Kurorte wie Bad Kissingen.

Mobilität ein wichtiger Faktor

Die Rhön ist als „Land der offenen Fernen“ bekannt. Das heißt auch: weite Wege. Die meisten Rhöner müssen für Arbeit, Schule, Ausbildung, zum Einkaufen oder für Freizeitangebote regelmäßig längere Strecken zurücklegen.

Viele Rhöner pendeln für die Arbeit aus der Rhön heraus und arbeiten beispielsweise in Fulda, Meiningen, Schweinfurt oder im Rhein-Main-Gebiet. Aber: Seit der Erweiterung im Süden ist das Pendlersaldo positiv, es gibt mehr Ein- als Auspendler.

Damit das so bleibt, muss dafür gesorgt werden, dass die tendenziell immer älter werdende Bevölkerung mobil bleibt: Der Ausbau des ÖPNV, Mitfahrzentralen und eine Grundversorgung im ländlichen Raum werden immer wichtiger.