Deutscher Name
Bekassine
Lateinischer Name
Gallinago gallinago
Kurzbeschreibung

Die Bekassine, oft auch als „Meckervogel“ genannt, hätte tatsächlich gute Gründe, sich zu beschweren, denn mit Mooren und Feuchtwiesen schwindet ihr Lebensraum zusehends. In vielen Gegenden ist die Bekassine bereits ausgestorben.

Wenn die in der Landschaft kaum sichtbaren Vögel aufgeschreckt werden, fliegen sie in einem Zickzackflug davon. Das „Meckern“, ein weithin hörbarer Ruf, dient der Reviermarkierung. Daher wurde auch früher der Begriff „Himmelsziege“ für die Vogelart verwendet.

Wie sieht es aus?

Die Bekassine hat einen kugeligen Bauch und ein beige-braunes Federkleid. Sie bewegt sich meist geduckt, wobei ihr der untersetzte Körper und die kurzen Beine zugute kommen. Nur ein geübter Beobachter erkennt die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen.

Von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende misst sie zwischen 23 und 28 Zentimeter und ist damit in etwa so groß wie eine Amsel oder Taube. Mit sieben Zentimetern ist der Schnabel überproportional lang und gerade und damit ihr auffälligstes Kennzeichen. Die hellen Streifen an Kopf und Oberseite unterscheiden sie von anderen ähnlichen Vögeln wie Schnepfen.
Die Stimme der Bekasssine variiert: "Kä-ätsch", "tick-a tick-a". Im Balzflug ist ein Wummern zu hören.

Welchen Lebensraum bewohnt es?

Die Bekassine bewohnt Feuchtwiesen und offenes Sumpfland. Sie brütet bevorzugt in extensiv bewirtschaftet Feuchtwiesen und in Mooren. Wichtig ist eine lückige Vegetation, die genügend schlammige Flächen für die Nahrungsaufnahme aufweist, aber auch ausreichend Deckung bietet.

Wo kommt es bei uns vor?

Als typische Lebensräume für den hochspezialisieren Vogel sind Moore, Verlandungszonen, Überschwemmungsgebiete und Feuchtwiesen mit offenen Bodenstellen zu nennen.

Die Bekassine ist an geeigneten Biotopstrukturen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön mehr oder weniger regelmäßiger Brutvogel, obwohl auch hier die Bestandsentwicklung auf eine Abnahme hindeutet.

Noch was Wissenswertes

Die Gelege der Bekassine wird meist auf nassem bis feuchtem Untergrund im Gras, in feuchten Seggenbereichen und zwischen Zwergsträuchern errichtet. Die 4 bis 5 Jungen sind Nestflüchter und im Alter von ca. 4 Wochen voll flugfähig. Die bevorzugte Nahrung sind verschiedene Insekten und deren Larven, Weichtiere, Pflanzenteile und Sämereien. Mit dem langen Schnabel wird die Nahrung im weichen und nassen Bodenmilieu gesucht.

Die mitteleuropäischen Brutvögel sind Kurzstreckenzieher und überwintern bevorzugt in West- und Südeuropa. Auch gelingen Beobachtungen von Bekassinen bei Frost- und Schneelagen an nicht zugefrorenen Gewässern.

Die zu den Watvögeln zählende Bekassine bewohnt in Europa nahezu alle geeigneten Feuchtgebiete. Die einst in Mitteleuropa weit verbreitete Vogelart hat in ihren Beständen in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen oder sogar viele Brutgebiete aufgegeben.

Durch die vielerorts in der Vergangenheit durchgeführten Trockenlegungen dieser genannten Gebiete ist ein beachtlicher Lebensraumverlust für diese Vogelart festzustellen. Die Bekassine ist daher Vogel des Jahres 2013 geworden.

Bestandsabnahme vor allem durch intensive landwirtschaftliche Nutzung von feuchten Wiesen, z.B. durch Maisanbau, Torfabbau für Gärten und Jagd in Südeuropa.

Quelle und weiter Informationen: LBV