Deutscher Name
Hirschkäfer
Lateinischer Name
Lucanus cervus
Kurzbeschreibung

Der Hirschkäfer wird durch seinen wissenschaftlichen Namen schon sehr gut beschrieben: Das lateinische Wort lucanus heißt auf Deutsch „Waldbewohner“ und cervus bedeutet „Hirsch“. Der Hirschkäfer ist der größte Käfer in Europa und in Süd-, Mittel- und Westeuropa und in Klein- und Vorderasien verbreitet. Außerdem wurde er zum Insekt des Jahres 2012 gekürt. Er wird auch „Hornschröter“, „Feuerschröter“ oder „Donnergugi“ genannt. Der Name „Donnergugi“ geht auf den Beinamen Donar des Gottes Thor zurück. Bereits im Römischen Reich wurden die Larven als Delikatesse gegessen und die „Geweihe“ der Männchen als Amulette getragen. Der Käfer kann vor allem in seiner Hauptflugzeit von Ende Mai bis Ende Juli, in der Abenddämmerung zwischen 21:30 und 22:30 Uhr beobachtet werden.

Wie sieht es aus?

Die Hirschkäfermännchen, werden 3,5 bis 8 cm groß und haben einen geweihartigen Oberkiefer, der stark an das Geweih eines Rothirsches erinnert und ebenfalls wie der König beim Waldes wird das „Geweih“ der Käfer zu Rivalenkämpfen eingesetzt. Die Hirschkäferweibchen dagegen haben kleine, unscheinbare Mundwerkzeuge und werden nur 3 bis 5 cm groß. Bei Gefahr verharren die Käfer oft völlig regungslos, d.h. selbst wenn ein Hirschkäfer tot wirkt, muss er noch lange nicht tot sein! (Häufig haben sie auch Verletzungen, der Verlust eines Beines, Fühlers oder ein Loch im Deckflügel ist für sie oft kein Problem und man muss ihnen nicht helfen. Hilfe brauchen dagegen Käfer, die auf dem Rücken liegen oder im Wasser treiben).

Welchen Lebensraum bewohnt es?

Sie lieben alte Eichen, sind aber auch an anderen Bäumen, auf Totholz und in Sträuchern zu finden, da sich die erwachsenen Käfer von Baumsäften an Wundstellen eines Baumes, die durch Frostrisse, Windbruch oder Blitzschlag entstehen, und die Larven (Larventyp der Engerlinge, vgl. Maikäfer) von totem, moderndem Holz ernähren (Brutstätten), das sie in Humus verwandeln.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbringen Hirschkäfer jedoch als Larve unter der Erde. In abgestorbenen Stümpfen und Wurzeln alter Laubbäume zersetzen sie Totholz und sorgen so für die Anreicherung von Humus im Boden. Bis zu acht Jahre kann diese Entwicklung dauern, woraufhin das Insekt die Erde verlässt und als ausgewachsener Käfer einen Partner sucht. Vor allem an warmen Abenden im Juni und Juli können Hirschkäfer unter lautem Brummen bei Suchflügen beobachtet werden.

Wo kommt es bei uns vor?

Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön können die Käfer im Wald , an Waldrändern, auf Lichtungen, auf Obstwiesen , aber auch in Ortschaften und Städten in Parks und Gärten vorkommen.

Hirschkäfer lieben Sträucher und Bäume, vor allem alte Eichen, und sind oft an Totholz wie Baumstümpfe, liegendes Holz und Pfählen zu finden. Manchmal „verirren“ sie sich aber auch an Hauswände, in Keller oder auf die Straße. Somit kann man den Hirschkäfer auch als Kulturfolger bezeichnen, weil er durch menschengemachte landschaftsverändernde Maßnahmen Vorteile hat und deshalb dem Menschen in seine Kulturlandschaft folgen kann.

Noch was Wissenswertes

Durch die Intensivierung der Forstwirtschaft, bei der Baumstümpfe gerodet werden und kein morsches Holz im Boden zurückbleibt, werden die Brutstätten und die Saftleckstellen des Hirschkäfers zerstört. Deshalb ist der Hirschkäferbestand durch menschengemachte Gründe immer mehr zurückgegangen und in vielen Gebieten ist er sogar völlig ausgestorben. Daher ist er besonders geschützt. Maßnahmen wie die Kernzonen im Biosphärenreservat Rhön, in denen der Wald sich selbst überlassen wird und Totholz im Wald verbleibt, tragen auch dazu bei, den Lebensraum des Hirschkäfers zu erhalten bzw. zurückzugewinnen.

Hirschkäfer gelten laut der bundesweiten Roten Liste als „stark gefährdet“ und sind europaweit geschützt.