Sternenpark Rhön – Das steckt dahinter

Ein Sternenpark ist eine Auszeichnung, die an Gebiete mit einer besonders schützenswerten und nahezu natürlichen Nachtlandschaft verliehen werden kann. Die Auszeichnung als Internationaler Sternenpark wurde dem UNESCO-Biosphärenreservat Rhön von der International Dark-Sky Association (IDA) im August 2014 auf Antrag der ARGE Rhön verliehenZiel in der Rhön ist es, durch eine umweltverträglichere und optimierte Beleuchtung die natürliche Nachtlandschaft zu bewahren und Lichtverschmutzung zu reduzieren.

Viele Tiere und Pflanzen der Rhön sind  nachtaktiv und benötigen daher natürliche Nachtlandschaften mit einem klaren hell-dunkel-Wechsel. Zugvögel zum Beispiel fliegen überwiegend in der Nacht und verlieren durch sogenannte Lichtglocken ihre Orientierung. Aber auch das menschliche Hromonsystem reagiert auf künstliches Licht bei Nacht: Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Kunstlicht die Melatoninproduktion des Körpers drosselt. Im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön stehen daher der Schutz von Natur, Tier und Mensch gleichermaßen im Vordergrund. 

Schutz der Nacht – die andere Hälfte des Natur- und Landschaftsschutzes.

Was musste für die Anerkennung getan werden?

Große Gebietsteile der Rhön erfüllten schon vor der Anerkennung gewisse Voraussetzungen. So hatten zahlreiche Rhöner Kommunen, die an die besonderen Gebiete angrenzen, bereits vor 2014 beschlossen, bei zukünftigen Neuinstallierungen, Renovierungen oder der Umgestaltung der Straßenbeleuchtungssysteme gewisse Standards einzuhalten – Beleuchtungsempfehlungen, die nicht nur Energieeinsparung, sondern auch den Artenschutz im Blick haben.

Die Fachstelle des Sternenpark Rhön bietet Kommunen und Gewerbetreibenden Empfehlungen und Planungshilfen zur Reduzierung von Lichtimmissionen. Hierzu sind im Jahr 2019 eigene anwendungsspezifische Planungshilfen formuliert worden. Ziel ist nicht, die Straßen „dunkler“ zu machen. Vielmehr geht es um eine Optimierung und bessere Umweltverträglichkeit der öffentlichen Beleuchtung. Abstrahlungen nach oben – da, wo künstliches Licht nicht gebraucht wird – und die Blendwirkung moderner Lichtquellen sollen reduziert oder verhindert werden. Zudem soll eine warmweiße Farbtemperatur von 2000 bis max. 3000 Kelvin verwendet werden, um den schädlichen Blauanteil im Licht so gering wie möglich zu halten.

Chance für die Region

Mit dem Titel „Internationaler Sternenpark“ ist die Rhön auch um einen besonderen touristischen Anziehungspunkt reicher geworden. Die in Teilen vorhandene natürliche Nachtlandschaft ist ein Alleinstellungsmerkmal der Region, das seit 2014 auch immer mehr touristisch genutzt wird – mit Angeboten wie Sternenführungen, ausgweisenen Sternenguckplätzen für Hobbyastronomen und sogenannten Himmelsschauplätzen zum Erkunden des Tages- und Nachthimmels. Der Himmel mit seinem Sternenschatz, auch über die Grenzen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön hinaus, ist Teil der Rhöner Heimat und der europäischen Kultur. Der Titel Sternenpark fördert die Wahrnehmung dieses Wertes in der Region.

Insbesondere die Sternenparkgebiete Hohe Geba in Thüringen, die Lange Rhön im Grenzgebiet zwischen Bayern, Hessen und Thüringen sowie die Schwarzen Berge im bayerischen Teil der Rhön weisen sehr natürliche Nachtlandschaften mit einem sternreichen Himmel auf. Aber auch abseits der Rhöner Ortschaften kann man in sternklaren Nächten einen faszinierenden Sternenhimmel erleben. Im Flyer sind zudem die besten Sternenguckplätze samt Koordinaten aufgeführt.

Gestalten und unterstützen

Im Frühjahr 2015 gründete sich der Verein Sternenpark Rhön e. V., um den Sternenpark nachhaltig zu stärken und um den Menschen das Kulturgut Sternenhimmel wieder näher zu bringen. Der Verein arbeitet zusammen mit den öffentlichen, freien und privaten Trägern und Institutionen, die am Aufbau und der Bewahrung des Sternenparks mitwirken und die Ziele des Vereins unterstützen. Der Verein arbeitet ehrenamtlich, gemeinnützig und unabhängig und steht allen Interessierten offen.