Biosphärenreservat Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de Biosphärenreservat Rhön de-DE Biosphärenreservat Rhön Wed, 20 Oct 2021 09:27:28 +0200 Wed, 20 Oct 2021 09:27:28 +0200 TYPO3 EXT:news news-2098 Tue, 19 Oct 2021 12:35:04 +0200 Auch in 2021 konnte der Schneider in heimischen Gewässern nachgewiesen werden https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/auch-in-2021-konnte-der-schneider-in-heimischen-gewaessern-nachgewiesen-werden/ Der Schneider ist eine Fischart, die ehemals in den Gewässern der Rhön weit verbreitet war. Durch Gewässerverschmutzung und -verbau ist der Bestand seit den 1960er Jahren stark zurückgegangen. Eine Maßnahme, dem entgegenzuwirken, ist seit einigen Jahren ein Artenschutzprojekt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Wiederansiedelungsversuche zeigen Erfolg: Auch in diesem Jahr konnte der Schneider wieder an mehreren Stellen nachgewiesen werden. Der Schneider (Alburnoides bipunctatus) ist mit einer Länge von maximal 18 Zentimetern ein relativ kleiner Schwarmfisch. Als Speisefisch ist er wirtschaftlich gesehen eher uninteressant – nicht aber in der Tierwelt: Hier ist er ein wichtiger Bestandteil in der Nahrungskette weiterer Arten. Im Rahmen des Artenschutzprojekts wurden in den vergangenen Jahren immer wieder Exemplare in Döllbach, Nüst, Ulster und Haune ausgesetzt. Der Erfolg wird regelmäßig kontrolliert – so auch in diesem Jahr. An vier Abschnitten der Gewässer Döllbach, Haune und Nüst wurden im Hünfelder Stadtteil Nüst, in Margretenhaun (Petersberg) sowie in den Eichenzeller Ortsteilen Rothemann und Kerzell Fischbestandsaufnahmen durchgeführt. Mit dabei waren Joachim Walter, Ranger bei der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, der Biologe und Fischereiexperte Christoph Dümpelmann, die Gewässerpächter, Praktikantin Anne Bauer (Hessische Verwaltung), Commerzbank-Umweltpraktikant Tobias Möller (Verein Natur- und Lebensraum Rhön) sowie zahlreiche Freiwillige, die bei der Elektrobefischung unterstützten.

Das genehmigungspflichtige Elektrofischen, das strengen Vorschriften unterliegt, ist eine schonende Methode, die vor allem im wissenschaftlichen Fischfang eingesetzt wird, um Bestandserhebungen und Analysen von Artenvorkommen durchzuführen. Elektrofischen funktioniert mit Gleichstrom, der im Wasser eine Spannung erzeugt. Wird der Kescher in das Wasser geführt, schließt sich der Stromkreis, und die Fische werden betäubt. Mit dem Kescher werden sie sorgfältig aufgenommen und nach den notwendigen Untersuchungen wieder zurückgesetzt. Die durch den Strom „angelockten“ Fische erholen sich innerhalb weniger Sekunden.

Gefahr durch invasive Arten

Auf diese Weise konnten Bachschmerlen, Gründlinge, Koppen, Bachneunaugen, Stichlinge, Forellen sowie Hunderte Elritzen gefunden werden. Und – zur Freude aller Beteiligten – auch der gesuchte Schneider. In den vier Gewässerabschnitten wurden insgesamt 22 der seltenen Fische gefunden, die Hälfte davon in Kerzell. Auch reproduzierende Exemplare waren dabei. Nach erfolgreichem Zählen und Vermessen wurden fast alle Fische wieder ihrem natürlichen Lebensraum überlassen – mit Ausnahme der nicht-heimische Arten. Denn auch sie werden zunehmend zum Problem in den regionalen Gewässern: Der amerikanische Signalkrebs zum Beispiel überträgt eine Krankheit, gegen die er selbst resistent ist, die aber zum Verhängnis für den heimischen Edelkrebs wird. „Viele Aquarienbesitzer setzen ihre Tiere in der Natur aus, wenn sie sie loswerden wollen. Die meisten wissen leider nicht, dass sie damit großen Schaden anrichten“, erklärt Joachim Walter. Erneut wurden neben dem in der Rhön streng geschützten Edelkrebs auch Signalkrebse gefunden, die – ebenso wie Regenbogenforellen und Blaubandbärblinge – nicht wieder zurückgesetzt wurden.

Ehrenamt wichtige Stütze

Die vielen Projekte im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön leben von der Mithilfe durch die Bevölkerung. Bestes Beispiel ist das Rotmilan-Projekt, das ohne die rund 120 ehrenamtlichen Kartiererinnen und Kartierer aus Bayern, Hessen und Thüringen in dieser Form nicht umsetzbar wäre. Auch für den Schneider sind seit langem zahlreiche Freiwillige im Einsatz. Zu den Unterstützern zählt unter anderem der Fuldaer Aquarien- und Terrarienverein „Scalare“ 1925/55 e.V. Fulda, der ebenfalls Projektpartner im Artenschutzprojekt Karausche ist. Auch die Karausche ist eine ehemals weit verbreitete und heute stark gefährdete Fischart. „Das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlichen in diesen wichtigen Projekten läuft gut und hat sich über viele Jahre bewährt“, lobt Sven Haustein von den „Scalaren“. 

Im Umweltzentrum Fulda zu sehen

In der Natur den seltenen Schneider zu entdecken, ist eher unwahrscheinlich. Beobachten kann man ihn im Landkreis Fulda trotzdem: im Aquarium im Umweltzentrum Fulda. „Aus der Nähe kann man sehr gut das Seitenlinienorgan der Fische erkennen. Es sieht aus wie eine Naht – daher auch der Name Schneider“, erklärt Geschäftsführer Alexander Sust, der mit seinem Team ebenfalls Natur- und Artenschutzprojekte erfolgreich vorantreibt. Das Umweltzentrum hat montags bis freitags jeweils von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Wie geht es im Projekt weiter?

Noch in diesem Jahr erfolgt ein weiterer Besatz – Ende Oktober werden 2000 Schneider in Nüst und Haune gelassen.

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news-2097 Fri, 15 Oct 2021 17:47:19 +0200 „Glasarche 3“ ist im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön angekommen – Eröffnung auf Point Alpha mit Bodo Ramelow https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/glasarche-3-ist-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-angekommen-eroeffnung-auf-point-alpha-mit-bodo/ Die Verantwortung für den Schutz und Erhalt der Natur über Ländergrenzen hinweg in die Hand nehmen: Mit rund 100 Gästen, darunter Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, ist auf Point Alpha das Kunstwerk „Glasarche 3“ eröffnet worden, das die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön sowie die Point Alpha Stiftung anlässlich 30 Jahren Biosphärenreservat in die Rhön geholt haben. Die Glasarche als Symbol für die Zerbrechlichkeit der Natur wird bis Ende Januar 2022 auf Point Alpha stehen. „32 Jahre nach Mauerfall und Grenzöffnung steht das Kunstwerk da, wo einst der Eiserne Vorhang unser Land und ganz Europa auf das Schmerzlichste trennte“, sagte Ramelow. „Aus dem ehemaligen Grenzgebiet ist Deutschlands grüne Mitte geworden, aus dem Todesstreifen das Grüne Band. Darüber bin ich glücklich und unendlich dankbar.“ Die Rhön als einzigartige Naturlandschaft sei damals wieder ein Ganzes geworden. „So stehen 30 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Rhön auch für drei Jahrzehnte gelebte Wiedervereinigung und für eine nachhaltige Entwicklung von Mensch und Natur im Einklang.“

Die „Glasarche 3“ ist ein Gemeinschaftswerk von Ronald Fischer, Stefan Stangl, Jo Joachimsthaler und Alexander Wallner sowie Sergyi Dyschlevyy und Christian Schmidt. Letzterer formte mit Thüringer Holz eine fünf Meter große menschliche Hand, die die imposante Arche aus Glas trägt. In leicht geneigter Position verdeutlicht das Glas-Holz-Ensemble, dass die Bewahrung der Natur- und Kulturlandschaft in Menschenhand liegt. „Der Standort auf dem ehemaligen Todesstreifen ist bewusst gewählt. Neben der Zerbrechlichkeit der Natur können wir hier mit der Arche auch die Fragilität unseres demokratischen Systems und unseres Menschseins in den Blick nehmen“, sagte Sebastian Leitsch, Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung, der die Gäste im Haus auf der Grenze begrüßte. Unter ihnen waren die Fuldaer Kreisbeigeordnete Mechthild Klee, die dem Biosphärenreservat Glückwünsche im Namen aller Rhön-Landkreise überbrachte, Bürgermeisterin Manuela Henkel und der Rasdorfer Bürgermeister Jürgen Hahn, die Hessischen Einheitsbotschafter Vera Vogt und Max Dudyka sowie zahlreiche Freunde des Biosphärenreservats und Familien, die das Kunstwerk kennenlernen wollten. Rainer Helms, Vorsitzender des Landschaftspflegevereins Mittleres Elstertal, erzählte vor Ort die Entstehungsgeschichte der „Glasarche 3“, die in der Rhön ihre mittlerweile 40. Station gefunden hat.

Passagiere: Rhönschaf, Silberdistel, Rotmilan

Die VerwaltungstellenleiterInnen des Biosphärenreservats Ulrike Schade (Thüringen), Torsten Raab (Hessen) und Michael Geier (Bayern) verglichen die Symbolik des Kunstwerks mit dem Auftrag und den Zielen im Biosphärenreservat. „Die Anerkennung durch die UNESCO war im Jahr 1991 die Schiffstaufe unserer Biosphärenarche“, sagte Torsten Raab. Das Biosphärenreservat habe einen ganz ähnlichen Auftrag wie Noah in der Schöpfungsgeschichte: Den gemeinsamen Fortbestand von Mensch und Natur für die Zukunft zu sichern. Seit 30 Jahren werde nun die Biosphärenarche beladen, ergänzte Michael Geier – ohne Aufnahmestopp. Rhönschaf, Rotmilan, Rhönquellschnecke, Silberdistel und Orchideen sind nur einige Beispiele für die unzähligen schützenswerten Arten an Bord. Genauso, wie die Glasarche nicht nur ein Natur-, sondern ein Handwerksprodukt ist, gehe es auch im Biosphärenreservat um das Zusammenspiel von Mensch und Natur. „Deshalb sitzen auf unserer Arche auch alle Rhönerinnen und Rhöner – von den Rhönschäferinnen und -schäfern über die unzähligen Ehrenamtlichen, die sich für das Biosphärenreservat engagieren, bis hin zu den Gastronominnen und Gastronomen, die unter Deck in der Küche für die Verpflegung der Besatzung sorgen.“

„Das nächste Ziel, das wir ansteuern, ist die Bewahrung klimasensibler Arten“, sagte Ulrike Schade. Der Klimawandel sei zwar keine apokalyptische Sintflut, bringe die Biosphärenarche aber doch in starke Turbulenzen. „Um diese zu überstehen, ist es unumgänglich, dass wir gemeinsam Anpassungsstrategien finden und umsetzen. Den Kurs zu halten geht aber nur, wenn alle Rhönerinnen und Rhöner mit im Boot sitzen.“ Schade dankte allen, die in den vergangenen 30 Jahren das Ruder mit in die Hand genommen haben.  

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news-2095 Mon, 11 Oct 2021 10:50:00 +0200 Ein Jahr Peru: Zwei junge Rhönerinnen reisen für Freiwilligendienst in Partner-Biosphärenreservat https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/ein-jahr-peru-zwei-junge-rhoenerinnen-reisen-fuer-freiwilligendienst-in-partner-biosphaerenreservat/ Einmal um die Welt: Für die beiden Rhönerinnen Lena Gräfenschnell (18) und Maja Büttner (19) aus Bad Neustadt geht es am 17. Oktober für ein Jahr nach Peru. Im Rahmen des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes „weltwärts“ werden sie im Biosphärenreservat Oxapampa-Ashanika-Yanesha – kurz: BIOAY – eingesetzt. Dort, im neuen Partnerreservat des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, helfen sie in der Verwaltung und in einer Schule mit. Im Mai hatten die UNESCO-Biosphärenreservate Rhön und BIOAY eine Partnerschaft unterzeichnet. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit konnte die Bayerische Verwaltung zwei Freiwillige aus der Rhön für Projektstellen von „weltwärts“ vermitteln. Die Entscheidung, nach dem Abitur ein Jahr ins 10.000 Kilometer entfernte Peru zu reisen, haben Lena Gräfenschnell und Maja Büttner ganz spontan getroffen. Als sie im Sommer durch Zufall auf den Freiwilligendienst im BIOAY aufmerksam wurden, „war das genau das Richtige für uns“. In Bad Neustadt sind die beiden keine Unbekannten: Sie organisieren dort die Ortsgruppe der weltweiten Bewegung „Fridays for Future“ mit.

Für beide war es klar, dass sie sich nach der Schulzeit „irgendwo für etwas Sinnvolles und für Nachhaltigkeit“ engagieren wollen. „Klimaschutz zum Beispiel ist für mich eine Herzensangelegenheit“, sagt Maja Büttner (19), die plant, später Medizin zu studieren. Sie ist am Bereich Forschung interessiert und kann sich für die Zukunft etwa ein Engagement bei „Ärzte ohne Grenzen“ vorstellen. Auch Lena Gräfenschnell (18) möchte studieren – sie interessiert sich für Ethnologie und Philosophie, die Themen Umwelt, Menschenrechte und humanitäre Hilfe. „Es geht um das Ziel: Meine Tatkraft auf etwas lenken zu können, hinter dem ich stehe und mit dem ich etwas bewegen kann.“

Das wollen beide nun in einem UNESCO-Biosphärenreservat tun, in dem die Umstände anders sind als in der Rhön. Die Freiwilligen arbeiten hier aktiv daran mit, funktionierende nachhaltige Strukturen aufzubauen – ob im Bereich Tourismus, Landwirtschaft, Naturschutz oder Bildung. Ob der Auslandseinsatz stattfinden kann, stand allerdings erst mal in den Sternen. Wegen Corona war lange nicht klar, ob Visa ausgestellt werden. Vor ein paar Wochen kam dann aber grünes Licht: Am 17. Oktober kann es losgehen. Die beiden sind vor allem gespannt auf die neue Kultur und die Menschen, die sie erwarten. Auf ihren Aufenthalt sind die Jugendlichen mit einem 8-tägigen Präsenzseminar und zwei digitalen Seminarabenden vorbereitet worden.

In Peru werden die Bad Neustädterinnen etwa vier Stunden voneinander entfernt wohnen. Eine der beiden Einsatzstellen ist die Biosphärenreservatverwaltung in Oxapampa. Hier wird Maja Büttner die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter anderem in den Bereichen Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit sowie im Programm „Nachhaltige Gemeinden“ unterstützen. Lena Gräfenschnell wird in einer staatlichen Sekundarschule beim Englischunterricht und im schulischen Gemüsegarten mithelfen. Auch die Mitarbeit in der Umweltbildung, an Aufforstungsaktionen oder an Aktionen zur Förderung des Tourismus ist möglich.

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news-2096 Thu, 07 Oct 2021 14:39:43 +0200 Einsatz für den Erhalt von Rotem und Schwarzem Moor: Freiwillige trotzen Wind und Wetter https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/einsatz-fuer-den-erhalt-von-rotem-und-schwarzem-moor-freiwillige-trotzen-wind-und-wetter/ Wer sich in den vergangenen Tagen von dem vielen Regen nicht hat stören lassen und einen Ausflug ins Rote Moor unternommen hat, dem sind dort vielleicht abseits des Bohlenpfads Arbeiterinnen und Arbeiter in Bereichen aufgefallen, die eigentlich nicht betreten werden dürfen. Bis zum Freitag sind dort wieder Freiwillige aus dem Bergwaldprojekt e. V. im Einsatz, die im Legmoorbereich der ehemals abgetorften Fläche Gehölze entfernen und damit einen wichtigen Beitrag zur Wiedervernässung und zur Offenhaltung leisten. In der kommenden Woche ist dann das Schwarze Moor an der Reihe. Dass im Sommer und Herbst Ehrenamtliche aus ganz Deutschland ins UNESCO-Biosphärenreservat Rhön kommen, um bei Naturschutzmaßnahmen zu helfen, hat mittlerweile Tradition. Das Bergwaldprojekt e. V. mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligen-Wochen mit jährlich mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die an über 70 Einsatzorten rund 140 Projektwochen absolvieren. Schwerpunkte der Arbeiten sind neben Biotop- und Artenschutz auch Waldumbau und -pflege sowie Moorwiedervernässungen.

In Hessen werden sie jedes Jahr von Jan Knittel, Ranger bei der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, betreut. „Der Erhalt der Biotop- und Artenvielfalt erfordert immer auch die konkrete Arbeit vor Ort. Die Freiwilligen leisten hier mit ihrem persönlichen Einsatz einen ganz konkreten Beitrag zum Erhalt dieses wertvollen Ökosystems“, sagt Knittel. "Wir hoffen, dass sich durch diese Maßnahmen auch schnell wieder Arten wie Bekassiene und Co. hier ansiedeln." Bereits im August wurden im Moor Freiflächen gemäht, Mähgut abtransportiert und Teufelsabbisse gepflanzt – die überlebenswichtige Futterpflanze des Skabiosen-Scheckenfalters, der außerhalb der Rhön nur noch in wenigen Gebieten Deutschlands zu finden ist. In dieser Woche hat sich eine neue Gruppe an das Entfernen von Gehölzen gemacht, um die wichtigen Freiflächen zu erhalten. Der Großteil der Arbeit passiert per Hand – vor allem bei dem Regen der vergangenen Tage und den kühlen Temperaturen war das eine Herausforderung. Der Motivation der Ehrenamtlichen – diese kommen unter anderem aus Berlin, Dresden und Frankfurt – und ihrem Betreuer Philipp Fritz vom Bergwaldprojekt e. V. tat das keinen Abbruch. Einige von ihnen sind dieses Jahr sogar schon zum wiederholten Male für das Projekt im Einsatz.

In der kommenden Woche macht sich auf bayerischer Seite eine neue Gruppe im Schwarzen Moor an die Arbeit. Im Rahmen des Bergwaldprojekts werden alte Querbauwerke am Ostrand des Moores saniert, die in die Jahre gekommen sind. Diese sollen bewirken, dass der Wasserabfluss aus dem Hochmoorkörper verzögert beziehungsweise ganz verhindert wird. Es werden neue Eichenbohlen eingezogen, und die Bauwerke werden mit Grassoden abgedichtet. Die Aktion erfolgt in Kooperation mit der Wildland-Stiftung Bayern und dem Landschaftspflegeverband Rhön-Grabfeld.

Untergebracht sind die Helferinnen und Helfer auf dem Spielgelshof in Ehrenberg-Melperts. Eine eigene Köchin kümmert sich mit vegetarischer Vollwertkost – mit möglichst regionalen und saisonalen Zutaten – um die Verpflegung der Gruppen.

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news-2093 Tue, 05 Oct 2021 14:32:24 +0200 Lücke in Lebensmittelversorgung wird geschlossen: Mini-Supermarkt in Zella/Rhön kann gebaut werden https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/luecke-in-lebensmittelversorgung-wird-geschlossen-mini-supermarkt-in-zellarhoen-kann-gebaut-werden/ Tolle Nachrichten für die Gemeinde Dermbach im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön: Dank großer Teilnahme aus der Bevölkerung kann im Ortsteil Zella/Rhön ein Mini-Supermarkt als Genossenschaftsprojekt gebaut werden. Die für eine Umsetzung notwendige Zahl von 300 Anteilen ist mit 426 Teilhaberinnen und Teilhabern und insgesamt 456 Anteilen (Stand 5. Oktober, weitere 100 Anfragen werden noch bearbeitet) weit übertroffen worden. Somit kann das Vorhaben des Mini-Supermarkts, genannt „Tante Enso“, an der Ecke Goethestraße/Neue Straße/Gläserblick, gemeinsam mit der zuständigen ENSO eCommerce GmbH in die Umsetzungsphase gehen. „Wir freuen uns über die riesige Unterstützung. Diese gibt uns dahingehend Recht, dass es notwendig war, das Thema Nahversorgung für unsere Orte anzugehen“, erklären die Ortsteilbürgermeister Marcel Schumann (Zella/Rhön) und Markus Gerstung (Brunnhartshausen). Grundlage für den Bau des Marktes, der rund um die Uhr geöffnet haben und eine Lücke in der Lebensmittelversorgung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rön schließen soll, ist das Mitspracherecht der Genossenschaft und der Bevölkerung – vor allem, was das Sortiment, zusätzliche Dienstleistungen und die mit Personal besetzten regulären Öffnungszeiten betrifft. „Es ist unserer Meinung nach wichtig, die Menschen mitzunehmen und regelmäßig über die wichtigsten Details zu informieren.“

Noch in dieser Woche sollen Planungsgespräche mit der GmbH geführt werden. Ein erster Schritt ist die Gründung einer Arbeitsgruppe von 30 Personen, die die Gemeinde repräsentieren. „Alle Orte, die verschiedenen Interessen und die unterschiedlichen Altersgruppen sollen miteinbezogen werden“, sagt Schumann. Auch bürokratische Hürden gilt es, zu überwinden – zum Beispiel die Erstellung eines Kaufvertrags für das Grundstück. „Insgesamt können wir sagen: Es gibt viel zu tun, und wir hoffen, dass wir gemeinsam in dieser unruhigen Zeit ein solch großes Projekt hinbekommen! Dass wir so etwas können, haben wir in der Vergangenheit schon bewiesen.“

Bei der Gestaltung des Markts können alle Interessierten mitwirken. Auf der Webseite der ENSO eCommerce GmbH, auf der dauerhaft über den aktuellen Stand der Planungen und später auch den Baufortschritt informiert wird, kann ein Fragebogen ausgefüllt werden.

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news-2089 Fri, 01 Oct 2021 12:44:00 +0200 Neu: Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön per App erkunden https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/neu-das-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-per-app-erkunden/ Mobile Unterstützung beim Erkunden des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön: Die neue App „Biosphärenreservat Rhön“ bietet eine 3D-Karte mit Ausflugs- und Touren-Tipps, wichtige Hinweise zum rücksichtsvollen Umgang mit der Natur und vieles mehr. Die App des Bayerischen Umweltministeriums kann man sich ab sofort kostenfrei auf das Smartphone laden. Die Karte bildet die einzigartige Rhöner Kulturlandschaft mit ihren vielfältigen Rad- und Wanderwegen rund um den HOCHRHÖNER und seine Extratouren sowie alle wichtigen geographischen Informationen ab. Auf geprüften Wegen werden die Besucherinnen und Besucher durch das Biosphärenreservat geleitet. Ihre Touren können sie dabei mit einem Tracking-Tool aufzeichnen, das unterwegs punktgenau den aktuellen Standort, den zurückgelegten Weg, die Dauer der Tour und aktuelle Höhenmeter anzeigt. Ein Wechsel zwischen 3D Karte, topographischer Karte und Luftbild ist jederzeit möglich. Da es nicht in allen Bereichen der Rhön Mobilfunkempfang gibt, wurde die App auch für den Offline-Modus erstellt. Dazu können die Luftbilder und Karten auf das Handy geladen werden.

Dank der Funktion „Virtuelles Panorama“ kann man auch vom Sofa aus ins „Land der offenen Fernen“ reisen: Sie ermöglicht ein 360°-Panorama von einem beliebig wählbaren Standort aus – angereichert mit Zusatzinfos wie Bergnamen. Außerdem bietet die App Wissenswertes über die Rhöner Natur sowie Verhaltenstipps für unterwegs, Webcams mit aktuellen Bildern und eine direkte Verlinkung zum Veranstaltungsangebot im Biosphärenreservat.

„Die mobile 3D-Karte ist eine wichtige Ergänzung des digitalen Angebots im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“, sagt Michael Geier, Leiter der Bayerischen Verwaltung. Die Inhalte – Rundwege und Strecken-Wanderwege, Informationszentren, Einkehrmöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten – sollen nach und nach erweitert werden. Ein erstes Update mit Ergänzung der Loipen und Winterwanderwege ist bereits in Vorbereitung. Entwickelt wurde die App vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit den Biosphärenreservatverwaltungen.

Die App „Biosphärenreservat Rhön“ ist ab sofort in den App-Stores für iPhones und Android-Geräte zu finden.

 

Zur App im Apple® App-Store

Zur App im Google Play Store

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news-2090 Fri, 01 Oct 2021 12:21:46 +0200 25.700 Euro für Besucherlenkungskonzept zum Erlebnis Biosphäre in der Thüringer Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/25700-euro-fuer-besucherlenkungskonzept-zum-erlebnis-biosphaere-in-der-thueringer-rhoen/ Im Jagdschloss Fasanerie Hermannsfeld trafen sich kürzlich Aktive aus den Landkreisen Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis, die mit dem Wanderwegenetz der Region verbunden sind. Im Mittelpunkt stand das Vorhaben „ERLEBENs-Raum UNESCO Biosphärenreservat Rhön – Standortkonzept zur nachhaltigen Besucherlenkung – Thüringer Rhön“. Pressemitteilung des Rhönforum e. V.

Seit 2019 hat das Rhönforum e. V. die Aufgaben der Steuerung eines Wanderkompetenznetzwerkes Rhön auf der Grundlage der „Touristische Wanderwegekonzeption Thüringen 2025“ übernommen. Im Netzwerk sind alle wichtigen Partnerinnen und Partner für den Aktivtourismus vertreten: ehrenamtliche Wandervereine wie der Rhönklub, ThüringenForst, die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis, die Rhön GmbH, die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön sowie weitere Partner. In diesem Gremium wurden und werden immer wieder erhebliche Defizite in der Qualität der Infrastruktur, aber auch bei der Kommunikation/Kooperation und innerhalb der Besucherlenkung in der Region festgestellt. Diese Defizite wurden durch die Corona-Pandemiezeit verstärkt. Zunehmender Nutzungsdruck besonders an beliebten Ausflugszielen oder in Naturschutzgebieten innerhalb des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön zeigt bereits deutlich negative Konsequenzen und Beeinträchtigungen in bestimmten Teilregionen.

Dem gegenüber stehen aufwendig angelegte, aber noch zu wenig bekannte und genutzte Angebote. Der Aktivtourismus in der Thüringer Rhön ist bei der An- und Abreise zudem nahezu ausschließlich vom motorisierten Individualverkehr geprägt. Bestehende, touristisch nutzbare ÖPNV-Angebote sind ebenfalls kaum bekannt und werden zu wenig in Anspruch genommen. Aus diesem Grund ist die Erarbeitung eines Besucherlenkungskonzept geplant – mit dem Fokus nachhaltiges Erlebnis BIOSPHÄRE sowohl für Aktivtouristen und als auch für Naturfreundinnen und -freunde. Im Ergebnis des Konzeptes soll modellhaft für die Thüringer Rhön das Biosphärenreservatsgebiet eine Ausstattung mit attraktiven, gebietstypischen Besucherlenkungselementen auf den Weg gebracht werden. Die Besucherströme sollen in der Gesamtrhön so gelenkt werden, dass einseitiger, unverträglicher Nutzungsdruck vermieden wird. Ebenfalls steht die Kommunikation der ÖPNV-Möglichkeiten in Verbindung mit Wanderparkplätzen auf der Agenda.

Besucherlenkung auch für neue Familienwanderwege – Bescheidübergabe am Wildtierpfad

Vor der Beratung des Wanderkompetenznetzwerkes Rhön überreichte Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, im Auftrag des Thüringer Umweltministeriums den Förderbescheid für das Besucherlenkungskonzept an den Rhönforum e. V. in Höhe von 25.704 Euro – vertreten durch die stellvertretende Rhönforum-Vorsitzende Landrätin Peggy Greiser (Landkreis Schmalkalden-Meiningen). Das Vorhaben gehört zu den Projekten des Förderprogramms „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung in den Nationalen Naturlandschaften Thüringens“, kurz: „Nachhaltigkeitsbudget“, die in diesem Jahr in der Thüringer Rhön umgesetzt werden. Nach der bereits erfolgten Ausschreibung wird die Erarbeitung des Konzeptes durch das Büro von Erik Hanf aus Kassel erfolgen. Hanf hat Thüringer Wurzeln und kennt die Region bereits von anderen Projekten.

Als Standort des Treffens und der Bescheidübergabe wurde bewusst das Jagdschloss Fasanerie Hermannsfeld gewählt. Hier verläuft einer der 13 neuen Familienwanderwege – der Wildtierpfad, der demnächst eröffnet werden soll. Dabei soll die Besucherlenkung auch hier von Anfang an beachtet werden. Aktuell wird am Wanderweg die Markierung vervollständigt. Schon jetzt lohnt ein Ausflug. Dort ist z. B. die Beobachtung von Wildtieren in den großzügig angelegten Gehegen möglich. Ebenfalls kann man sich im Jagdschloss gastronomisch verwöhnen lassen.

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news-2076 Thu, 30 Sep 2021 14:39:00 +0200 Jobangebot: Thüringer Verwaltung sucht Verstärkung im Bereich Biodiversitätsmanagement https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/jobangebot-thueringer-verwaltung-sucht-verstaerkung-im-bereich-biodiversitaetsmanagement/ In der Thüringer Verwaltung des länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Rhön mit Sitz in 36466 Dermbach/Rhön, Ortsteil Zella ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die Stelle einer/eines Sachbearbeiterin/Sachbearbeiters zu besetzen. Das Aufgabengebiet umfasst die Bereiche Biodiversitätsmanagement, Klimatologie und Hydrologie. Hierbei geht es insbesondere um

  • Entwicklung und Begleitung von Projekten oder Maßnahmen zum Biodiversitätsmanagement in Anpassung an den Klimawandel, Wasserhaushaltsveränderungen (Ökologie, Klimatologie und Hydrologie), auch länderübergreifend in Zusammenarbeit mit den Verwaltungen in Hessen und Bayern,
  • Erhebung, Analyse und Interpretation von klimatologischen und hydrologischen Daten mittels GIS in Korrelation mit Arten- und Biotopdaten,
  • Vorbereitung, Durchführung, Begleitung und Analyse von Modellprojekten, Citizen-Science-Projekten
  • Entwicklung von und Mitarbeit in Netzwerken/Kooperationen in der Region, Mitarbeit in entsprechenden Arbeitsgruppen,
  • Erstellung von fachlichen Beiträgen und Publikationen sowie
  • Durchführung von Präsentationen und Veranstaltungen zur Thematik.

Die ausführliche Stellenausschreibung (PDF) finden Sie hier.

Bewerbungen sind unter Angabe der Kennziffer 12-0302/5-41/2021 bis zum 22. Oktober 2021 (Posteingang) möglich an: Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz, Referat 12 „Personal, Organisation“, Beethovenstraße 3 99096 Erfurt.

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news-2088 Thu, 30 Sep 2021 14:02:00 +0200 Auf der Suche nach Silber- und Golddistel: Rhönerinnen und Rhöner sind gefragt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/auf-der-suche-nach-silber-und-golddistel-rhoenerinnen-und-rhoener-sind-gefragt/ Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön zeichnet sich durch seine einzigartige, über die Jahrhunderte entstandene Kulturlandschaft aus. Wiesen und Weiden prägen das „Land der offenen Fernen“ und bringen durch ihre vielfältigen Landschaftsstrukturen eine hohe Artenvielfalt mit sich. „Tierische Land-schaftspfleger“ wie Rhönschafe sorgen dafür, dass die offenen Flächen erhal-ten bleiben. Doch was dem Rhönschaf nicht schmeckt, frisst es nicht – zum Glück, muss man im Falle von Silberdistel und Golddistel sagen. Um eine Über-sicht über die Verbreitung dieser Pflanzen in der Rhön zu bekommen, sind alle Bürgerinnen und Bürger ab dem 1. Oktober aufgerufen, Beobachtungen der beiden Arten zu melden. Die Silberdistel (Carlina acaulis) gilt als Charakterpflanze der Rhön und wird daher vielerorts auch Rhöndistel genannt. Sie hat einen silbrig-weiß glänzenden, strohigen Blütenkopf mit einem Durchmesser von bis zu 10 cm. Die Blätter wachsen in einer Rosette, sind tief eingeschnitten und haben an den Spitzen kleine, stechende Dornen. Einige Exemplare haben einen roten Stängel mit bis zu 40 cm Länge, während andere stängellos auf dem Boden aufliegen. Die Silberdistel ist vor allem auf beweideten Magerrasen, an besonnten Hängen und den Rändern von Gebüschen zu finden. Im vertrockneten Zustand kann sie mit der Stängellosen Kratzdistel verwechselt werden – diese hat im Gegensatz zur Silberdistel aber keinen roten Stängel.

Die Golddistel (Carlina vulgaris) hat goldgelb glänzende, strohige Blütenköpfe von ca. 2 cm Durchmesser, von denen an einem Stängel mehrere zu finden sein können. Im Winter können die Blütenköpfe auch braun erscheinen. Die Laubblätter verteilen sich entlang des Stängels und sind wellig und stachelhaarig. Auch die Golddistel ist auf Magerrasen zu finden, wobei diese nicht unbedingt beweidet sein müssen. Außerdem ist sie an Weg- und Waldrändern sowie auf Bergweiden zu finden.

Da die Landschaft im Spätsommer schon recht arm an blühenden Pflanzen ist, haben Silberdistel und Golddistel mit ihrer späten Blühzeit von Juli bis September eine große Bedeutung als Nektarpflanzen für viele Insekten. Im trockenen Zustand bleiben die beiden Arten bis ins nächste Frühjahr hinein stehen, weswegen man sie auch noch spät im Jahr beobachten kann. An feuchten Tagen schließen sich die Hüllblätter der beiden „Wetterdisteln“, während an trockenen Tagen die komplette Blütenpracht erkennbar ist. Beide Arten gelten als Magerkeitszeiger und deuten auf wertvolle kulturell geprägte Lebensräume hin, in denen es auch weitere seltene Pflanzen mit ähnlichen Ansprüchen gibt. Vor allem auf beweideten Flächen können sich die beiden Distelarten ausbreiten, da Rhönschafe und andere Weidetiere sie aufgrund ihrer stacheligen Blätter stehen lassen. Regelmäßige Düngung oder Mahd hingegen würde dazu führen, dass Silberdistel und Golddistel von einer Fläche verschwinden.

Jeder Fund ist hilfreich

Um herauszufinden, wie die beiden besonderen Distelarten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön verbreitet sind, ist die Bayerische Verwaltung des Biosphärenreservats auf Mithilfe aus der Bevölkerung angewiesen. Vom 1. Oktober bis zum 30. November können Beobachtungen mit möglichst genauem Fundort und Funddatum, Anzahl der Pflanzen und – wenn möglich – mit einem Foto an die Verwaltung gesendet werden:

Tina Bauer (M.Sc. Biodiversität und Umweltbildung) und Pia Bergknecht (Studentin B. Eng. Umweltsicherung)

Bayerische Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön

Oberwaldbehrunger Straße 4, 97656 Oberelsbach

Tel.: +49 (931) 380-1673 (montags bis donnerstags von  8 bis 16 Uhr, freitags von 8 bis 14 Uh)

E-Mail: artmeldungen@reg-ufr.bayern.de 

Wenn Käfer oder andere Insekten auf den Disteln entdeckt werden, freuen sich die Projektverantwortlichen ebenfalls über Fotos.

Wichtig: Silber- und Golddistel stehen – wie viele Pflanzen in der Rhön – unter Schutz. Bitte pflücken Sie keine Pflanzen und bleiben Sie beim Suchen auf den Wegen.  

Alle Beobachtungen werden nur zum Zwecke der Artenverteilung gesammelt und anonymisiert ausgewertet. 

Steckbriefe der beiden Arten finden Sie hier.

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news-2083 Tue, 28 Sep 2021 09:00:00 +0200 Baumwartausbildung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön startet im November https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/baumwartausbildung-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-startet-im-november/ Dem Kulturerbe Streuobst in der Rhön eine Zukunft geben – das ist das gemeinsame Ziel der Rhöner Apfelinitiative e. V. und der Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön. Die Verwaltungen fördern ab November 2021 länderübergreifend eine zweijährige Ausbildung zum/zur Baumwart/in, Bewerbungen sind ab sofort möglich. Los geht es am 26. November mit dem ersten Modul „Winterschnitt am Altbaum“. Mit der Durchführung der Ausbildung ist die Rhöner Apfelinitiative beauftragt worden. Seit mehr als 25 Jahren ist der Verein Dachorganisation für alle, denen die Rhöner Streuobstwiesen mit ihren Apfelbeständen am Herzen liegen. „Im Aufbau einer neuen Generation Baumwartinnen und Baumwarte sehen wir eine Chance, den als immaterielles Kulturgut anerkannten Streuobstanbau im UNESCO-Biosphärenreservat und damit auch Streuobstwiesen als wertvolle Hotspots der biologischen Vielfalt langfristig zu erhalten“, erklärt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung, die die Ausbildung federführend organisiert. Viele der heutigen Bestände seien überaltert und von Misteln befallen, erklärt Antje Schwanke, Geschäftsführerin der Apfelinitiative. „Noch dazu zieht sich die ältere Generation mehr und mehr zurück, und den Nachrückenden fehlt es oft an grundlegendem Wissen.“ Gemeinsames Ziel des Vereins und der Biosphärenreservatverwaltungen ist es daher, langfristig ein Netzwerk aus Baumwartinnen und Baumwarten aufzubauen, die sich länderübergreifend um das bestehende Streuobstpotential kümmern, sich austauschen und als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren fungieren.

Erster Termin ist am 26. November 2021, die Abschlussprüfung ist für November 2023 geplant. Das erste Jahr bietet eine intensive Einführung in Schnitt und Pflege von Streuobstbäumen, das zweite Jahr dient zur Vertiefung und Erweiterung des Wissens. Die Ausbildung umfasst neun Wochenendmodule über zwei Vegetationsperioden mit insgesamt 135 Stunden. Diese finden auf Rhöner Streuobstflächen in Bayern, Hessen und Thüringen statt. Themen sind Winterschnitt am Altbaum, Jungbaumerziehung, Baumgesundheit und -pflege, Sommerschnitt am Altbaum, Instandsetzung/Neuanlage von Streuobstwiesen, Veredelung, Perspektiven im Streuobstbau, Pomologie sowie Laub- und Nadelbaum im Reife- und Altersstadium. Mit erfolgreich abgeschlossener Prüfung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat.

Bewerbungen bis 22. Oktober

Die Ausbildung richtet sich nicht nur an jene, die bereits Flächen bewirtschaften, sondern an alle Interessierten, die im Streuobstbau beziehungsweise der Baumpflege in der Rhön aktiv werden wollen. Zu beachten ist, dass die Arbeit mit körperlicher Anstrengung verbunden ist. Die Ausbildung wird durch die Biosphärenreservatverwaltungen mitfinanziert, der Eigenanteil liegt bei insgesamt 650 Euro pro Person (pro Wochenende 72 Euro).

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Bewerbungen sind bis zum 22. Oktober 2021 möglich: in schriftlicher Form beim Verein Rhöner Apfelinitiative e. V., Eisenacher Str. 24, 36115 Ehrenberg-Seiferts, alternativ per E-Mail an apfelbuero@rhoenerlebnis.de. Die Bewerbung sollte eine kurze Vorstellung der Person enthalten sowie die Darstellung der Motivation, an der Ausbildung teilzunehmen. Für Rückfragen steht Geschäftsführerin Antje Schwanke zur Verfügung, Telefon (0176) 9858 0604, E-Mail: schwanke.antje@googlemail.com.

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Kulturlandschaft & Naturschutz
news-2072 Sun, 26 Sep 2021 08:56:00 +0200 Rhönschaf-Genießerwochen im September und Oktober – Kochbuch ab sofort erhältlich https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/rhoenschaf-geniesserwochen-im-september-und-oktober-kochbuch-ab-sofort-erhaeltlich/ Die Verwaltungen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, der Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. (VNLR) und die Rhön GmbH haben es sich zur gemeinsamen Aufgabe gemacht, das Rhönschaf und die Rhönschäferinnen und -schäfer zu unterstützen. Ein Erfolgsprojekt seit 2018: die Rhönschaf-Genießerwochen, die im Herbst 2021 bereits zum vierten Mal stattfinden. Vom 25. September bis zum 17. Oktober steht das Maskottchen der Rhön wieder im Mittelpunkt zahlreicher Veranstaltungen. Im Jubiläumsjahr des Biosphärenreservats gibt es gleich zwei besondere Highlights. Die Rhön ist nicht nur landschaftlich, sondern auch kulinarisch ein Genuss – eine echte Genussregion eben! Das war nicht immer so: Einst galt die Rhön als arme, karge Gegend, und die Menschen ernährten sich von dem, was sie anbauen, sammeln oder jagen konnten. Einfache Gerichte mit Milch, Kartoffeln und Kraut sowie Mehlspeisen standen auf dem Speiseplan. Etliche dieser Rezepturen sind bis heute überliefert und werden in den Rhöner Gaststätten und Restaurants teils neu interpretiert. Eine der Delikatessen hat sich im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bis heute gehalten: Das Rhönschaf, von dessen Fleisch bereits Napoleon begeistert war. Das Schaf, das heute als Maskottchen der Rhön gilt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich und galt in der Region zwischenzeitlich fast als ausgestorben. Dank zahlreicher Initiativen im Biosphärenreservat prägt es heute wieder das Landschaftsbild der Region. Es leistet einen wichtigen Beitrag zur Landschaftspflege und somit zum Erhalt der Rhöner Kulturlandschaft.

Die wertvolle, aber auch harte Arbeit der Schäferinnen und Schäfer, die Bedeutung von Beweidung im Naturschutz und die besondere Geschichte des Rhönschafs steht während der Rhönschaf-Genießerwochen vom 25. September bis zum 17. Oktober wieder im Fokus. Zahlreiche Partnerbetriebe aus dem Netzwerk der Dachmarke Rhön haben für die Aktionswochen besondere Übernachtungs- und Genussangebote kreiert. Denn Genuss gehört untrennbar zum Rhönschaf. Auf seiner Tour durch die Rhön verputzt der wollige Landschaftspfleger zahlreiche Wildkräuter. Das macht sich auch im Geschmack bemerkbar, der sich auch aufgrund des geringen Fettanteils eher dem Wild zuordnen lässt. Und die Rhöner Köchinnen und Köche verstehen es, aus dem Fleisch wunderbare Kreationen zu zaubern.

Genießerkochbuch ab dem 25. September im Handel

Ihre Lieblingsrezepte wollen die Rhönschäferinnen und -schäfer und die Gastronomiebetriebe in diesem Jahr mit der Rhön und der Welt teilen. Ganz individuelle Kreationen haben sie Janet Emig vom Verein Natur- und Lebensraum Rhön und Martina Klüber-Wibelitz von der Abteilung Dachmarke bei der Rhön GmbH verraten. Insgesamt 29 Rezepte und einen Picknick-Tipp haben die beiden Organisatorinnen der Rhönschaf-Genießerwochen zusammengetragen – entstanden ist das „Rhönschaf-Genießerkochbuch“. „Das Kochbuch ist für uns das absolute Highlight in diesem Jahr – ein tolles Geschenk an uns selbst zu 30 Jahren UNESCO-Biosphärenreservat Rhön, die wir in diesem Jahr feiern“, freut sich Janet Emig. Von der Rhönschaf-Bratwurst über den Hirtenfladen bis hin zum Sterne-Gericht, von schnell gemacht bis elegant gezaubert: Die Rezepte sind vielfältig – nicht nur hinsichtlich Aufwand und Schwierigkeitsgrad, sondern auch, was die ganzheitliche Verwendung des Schafes angeht. Natürlich gibt es auch umfangreiche Tipps zu passenden Beilagen, und die Schäferinnen und Schäfer sowie die Betriebe werden ausführlich vorgestellt. „In den Rezepten, aber auch in der Publikation stecken viel Mühe und Herzblut. Entstanden ist ein hochwertiges Produkt, das es bisher so in der Rhön noch nicht gab“, betont Emig. Herausgegeben wird das Buch von der Rhön GmbH, dem Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. und der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats in Kooperation mit der Druckerei Mack aus Mellrichstadt.

Das „Rhönschaf-Genießerkochbuch“ ist ab dem 25. September 2021 für 19,80 Euro im Buchhandel und an weiteren regionalen Verkaufsstellen wie zum Beispiel in den Tourist-Informationen in Bad Kissingen, Bad Neustadt, auf dem Kreuzberg und der Wasserkuppe sowie im RhönLaden im Biosphärenzentrum Rhön „Haus der Schwarzen Berge“ in Wildflecken-Oberbach erhältlich. Weitere Verkaufsstellen finden Sie hier.

Erstmals E-Bike-Tour zum Thema Rhönschaf

Eine weitere Neuheit, die in diesem Jahr das Programm perfekt ergänzt, aber als Angebot auch über die Aktionswochen hinaus bestehen bleiben wird, ist eine E-Bike-Tour zum Thema Rhönschaf. Diese wurde von Studierenden der Hotelfachschule der Eduard-Stieler-Schule Fulda im Rahmen ihrer Abschlussarbeit konzipiert und im Frühjahr 2021 präsentiert. Die Thementour beginnt auf der Wasserkuppe, führt über Wüstensachsen, Melperts, Seiferts und Birx bis zur Hochrhönstraße am Schwarzen Moor. Vom Moor geht es bis nach Bischofsheim, weiter nach Gersfeld und zurück zur Wasserkuppe. Auf dem Weg liegen Betriebe und Läden, die Rhönschaf-Produkte anbieten, Schäfereien – und natürlich Rhönschaf-Weideflächen. „Mit dem Angebot begegnen wir einem steigenden Trend“, sagt Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats. „E-Bike-Touren durch die Rhön werden immer beliebter und die Nachfrage nach entsprechenden Angeboten nimmt weiter zu.“ Auf der Tour können E-Bike-Fans die Rhön und ihr Schaf nach Belieben und auf eigene Faust erkunden. Mit 56 Kilometern und einer Dauer von etwa 4,5 Stunden ist die Tour eher anspruchsvoll und für geübte Fahrerinnen und Fahrer geeignet. 

Die E-Bike-Tour finden Sie hier.

Das Programm der Genießerwochen und Infos zum Kochbuch finden Sie hier.

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VNLR
news-2086 Tue, 21 Sep 2021 17:06:10 +0200 Jugendliche aus ganz Deutschland bereiten sich in der Rhön auf Freiwilligendienste in Peru und Indien vor https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/jugendliche-aus-ganz-deutschland-bereiten-sich-in-der-rhoen-auf-freiwilligendienste-in-peru-und-indie/ In die Welt hinaus und sich in vielfältigen Bereichen engagieren: Mehr als 30 junge Menschen aus ganz Deutschland haben sich im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön getroffen, um sich auf ihren Auslandsaufenthalt im Rahmen des „weltwärts“-Freiwilligendienstes vorzubereiten. Unter ihnen sind auch zwei junge Rhönerinnen, die im Oktober in das neue Partner-Biosphärenreservat BIOAY in Peru reisen werden. In Vorträgen und Exkursionen haben die Entsendeten Ziele und Aufgaben eines Biosphärenreservats am Beispiel der Rhön kennengelernt. Das „weltwärts“-Programm wurde 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen. Der entwicklungspolitische Freiwilligendienst richtet sich an junge Menschen aus Deutschland, die sich in einem Land Asiens, Afrikas, Lateinamerikas, Ozeaniens oder Osteuropas engagieren möchten. Zur Vorbereitung des in diesem Jahr startenden Einsatzes trafen sich „weltwärts“-Freiwillige in der Umweltbildungsstätte Oberelsbach. Unter dem Thema „Ziele und Herausforderungen für eine nachhaltige Entwicklung“ gab Lisa Knur, Forschungskoordinatorin bei der Bayerischen Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen Einblick in das MAB-Programm der UNESCO sowie in die Aufgaben, Ziele und Besonderheiten von Großschutzgebieten und der beiden Biosphärenreservate Rhön und Asháninka-Yánesha (BIOAY) in Peru. Diese hatten im Mai eine Partnerschaft zum Thema nachhaltige Landnutzung unterzeichnet.

Ein Teil der Freiwilligen wird nach Indien reisen, für die meisten geht es aber nach Peru. Fünf von ihnen werden im Partnerreservat BIOAY eingesetzt. Im Rahmen der Partnerschaft hatte die Bayerische Verwaltung daran mitgewirkt, dass auch zwei Rhönerinnen für die Projektstellen von „weltwärts“ im BIOAY gefunden und vermittelt werden konnten. Sie reisen Mitte Oktober nach Peru und waren nun zum Vorbereitungsseminar in Oberelsbach dabei, das die Bayerische Verwaltung für die Entsendeorganisationen Ecoselva organisiert hatte. Ecoselva plant „weltweit“-Einsätze in den Partnerländern, betreut die Freiwilligen vor Ort und bereitet sie auf ihren Auslandsaufenthalt vor. Zudem werden Freiwillige aus Peru und Indien nach Deutschland vermittelt – einige waren am Seminartag in der Rhön dabei, darunter auch ein Freiwilliger aus dem BIOAY.

Nach der theoretischen Einführung lernten die Teilnehmenden die Rhöner Kulturlandschaft kennen. Bei einer Exkursion in die Kernzone „Steinkopf“ im Naturschutzgebiet Lange Rhön ging es unter anderem um Unterschiede von Rhöner Wäldern und Urwäldern in den Tropen, die Folgen von Abholzung sowie um die problematischen Auswirkungen von Monokulturen auf die Struktur- und Artenvielfalt.

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Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön Wissen Mensch Natur BRRhoen-BY
news-2081 Fri, 17 Sep 2021 15:00:00 +0200 Die Rhön zeigt, wie's geht: Erfolgreiche Projekte und Zukunftsideen bei länderübergreifender Biosphärentagung vorgestellt https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-rhoen-zeigt-wies-geht-erfolgreiche-projekte-und-zukunftsideen-bei-laenderuebergreifender-biosphae/ Erfolgreiche Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Rhön – zu diesem Thema haben sich am Freitag auf Einladung der Thüringer Verwaltung rund 140 Gäste auf der Biosphärentagung in der Schlosshalle in Dermbach ausgetauscht. Die Tagung stand dabei ganz im Zeichen des Jubiläums: Zu 30 Jahren UNESCO-Biosphärenreservat wurde ein Magazin vorgestellt, und erstmals war der eigens komponierte Biosphärensong „Geliebte Rhön“ zu hören. „Mensch. Natur. Einklang.“ – das Rhöner Jubiläumsmotto macht deutlich, dass es in UNESCO-Biosphärenreservaten als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung um mehr als Natur- und Artenschutz geht. Auch in der Rhön ist eine wirtschaftliche Entwicklung mit regionalen, ökologischen und sozialen Schwerpunkten das Ziel. Um erfolgreiche Beispiele und zukunftsweisende Ideen drehte sich daher die diesjährige Biosphärentagung. 

„Von der Vermarktung regionaler Produkte über Angebote zum nachhaltigen Tourismus bis zu Projekten zur klimafreundlichen Mobilität – in der Rhön gibt es vielfältige Ideen, um die Schönheit der Natur zu wahren und gleichzeitig die nachhaltige Entwicklung der Region voranzubringen. Ich freue mich, dass wir gerade in diesem Jahr mit unserem Förderprogramm dazu viele Projekte unterstützen oder anschieben konnten“, sagte Umweltstaatssekretär Olaf Möller zur Tagungseröffnung.

Weitere Grußworte sprachen Dermbachs Bürgermeister Thomas Hugk, Reinhard Krebs, Landrat des Wartburgkreises, und Daniel Klee als Koordinator der Kreisentwicklung im Landratsamt Schmalkalden Meiningen in Vertretung von Landrätin Peggy Greiser.

Starthilfe, Jugend und Tourismus

Von der Rhön als Wirtschaftsregion sprach Joanna Izdebski, Geschäftsführerin der TGF Schmalkalden/Dermbach GmbH. Hauptaufgabe der TGF als regionales Wirtschaftsförderungsinstrument ist es, Start-ups und künftige Gründerinnen und Gründer auf ihrem Weg zu finanzstarken, eigenständigen Unternehmen zu begleiten. Unterstützung erhalten die Jungunternehmen zum Beispiel durch Beratung, Vermietung von Gewerbeflächen, Kooperationsvermittlung sowie Einbeziehung in Projekte und Netzwerke.

Nachhaltige Jugendarbeit in der Thüringer Rhön thematisierten Julia Wegener und Daniela Tischendorf vom Caritasverband für die Regionen Fulda und Geisa e. V. Die dezentrale Kinder-und Jugendarbeit auf den Dörfern ist besonders wichtig für die Verbundenheit zur Rhön als Heimat. „Die Jugend möchte in ihrer Freizeit mitbestimmen können. Wenn wir dies ermöglichen, sind das perfekte Voraussetzungen dafür, nachhaltige Jugendarbeit durchzuführen. Die junge Generation sollte in der Rhön stets vertreten bleiben“, betonten die Referentinnen.

Um nachhaltigen Tourismus ging es im Vortrag von Bertram Vogel, Geschäftsführer der Rhön GmbH – Gesellschaft für Tourismus und Markenmanagement, die Anfang 2017 die Aufgabe übernommen hat, die Urlaubsregion Rhön zu fördern und die dort hergestellten Produkte zu vermarkten. Wichtiger Bestandteil ist die Abteilung Dachmarke Rhön, die die Zertifizierung mit dem Siegel „Qualität aus dem Biosphärenreservat“ steuert und durchführt. Aktuelle Entwicklungen im Bereich Dachmarke stellte Martina Klüber-Wibelitz vor.

Förderung und Mobilität

Über das Thema Mobilität, genauer gesagt den öffentlichen Nahverkehr im nördlichen Teil der Rhön, sprach Horst Schauerte, Vorstand von Wartburgmobil. „Ziel ist, dass schon die Anreise mit guten Verbindungen auch ohne Auto möglich ist, da in größeren Städten bis zu 40 Prozent entweder kein Auto oder keinen Führerschein haben.“ Hier bietet der „dorfbus“ seit September 2020 Abhilfe. Erstmals sind auch kleinere Orte und Siedlungen ebenso wie touristische Ziele gut und individuell erreichbar. Digitale Angebote erleichtern den Zugang zum Angebot und den Fahrplänen – von der App über die ersten ePaper-Haltestellen bis zum Handyticket.

Erfolgsgeschichten aus der hessischen Rhön – dem LEADER-Fördergebiet Lebensraum Rhön – erzählte Ute Raband, Regionalmanagerin beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön e. V. Raband gab Einblicke in Fördermöglichkeiten und deren Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung des Landschafts-, Lebens- und Wirtschaftsraums Rhön. Bekanntes Projekt ist zum Beispiel das seit den 1950er Jahren gemeinschaftlich genutzte Gefrierhaus in Ehrenberg-Thaiden, das im Rahmen des hessischen Regionalbudgets im Jahr 2020 modernisiert werden konnte.

Über eine vielversprechende Förderung im Bereich der Regionalentwicklung durfte sich in diesem Jahr auch der Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats freuen: Rund 600.000 Euro flossen im Rahmen eines Förderprogramms des Thüringer Umweltministeriums in insgesamt 28 innovative Projekte in der Rhön. Der Verein Rhönforum e. V. und die Thüringer Biosphärenreservatverwaltung begleiten die Kommunen bei der Umsetzung. Noch in 2021 entstehen unter anderem neue Lehrpfade und Wanderwege sowie Übernachtungsmöglichkeiten. Einen Einblick in die vielfältigen Ideen der Kommunen gaben Dr. Frank Riedel (Thüringer Verwaltung Biosphärenreservat) und Regina Filler vom Rhönforum e. V.

Magazin, Biosphärensong und Poetry Slam

Mit ihren Kollegen Michael Geier (Bayern) und Torsten Raab (Hessen), ihrem Vorgänger Karl-Friedrich Abe sowie Anna-Lena Bieneck (Hessen) stellte Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung, das Magazin zum Jubiläum „30 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Rhön“ vor, das die Verwaltungen gemeinsam erarbeitet haben. „Das Magazin ist keine historische Chronik, sondern ein kurzweiliger Einblick in unsere Arbeit – gestern, heute und morgen“, betonte Schade. „Auch die eine oder andere Anekdote ist darin zu finden. Wir hoffen, die Rhönerinnen und Rhöner haben Spaß daran!“ Das Heft ist in den Verwaltungen in Oberelsbach, Hilders und Zella/Rhön kostenfrei erhältlich.

Kein Biosphärenreservat ohne kulturelle Vielfalt – und Kultur kam auf der Tagung nicht zu kurz: Die Band JANNA spielte erstmals live den anlässlich des Jubiläums gedichteten Biosphärensong „Geliebte Rhön“, und Poetry-Slammer Michael Jakob aus Ansbach ließ zum Schluss der Veranstaltung die vorgestellten Themen Revue passieren.

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Wirtschaft, Tourismus & Regionalkultur Unser UNESCO-Biosphärenreservat Rhön Mensch VNLR
news-2084 Thu, 16 Sep 2021 12:03:45 +0200 Vortrag zum Anschauen: Wassermanagement im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön unter dem Einfluss des Klimawandels https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/vortrag-zum-anschauen-wassermanagement-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-unter-dem-einfluss-des-kli/ Wie sich die Niederschläge und die Grundwasserneubildung im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich verändern werden, haben Hydrologinnen und Hydrologen des transdisziplinären Forschungsprojekts KlimaRhön an der Goethe-Universität Frankfurt am Main modelliert. Erste Ergebnisse aus dem Projekt hat die Projektleiterin Prof. Dr. Birgit Blättel-Mink in einem Online-Vortrag in der Reihe „In der Rhön – für die Rhön“ vorgestellt. Interessierte finden die Aufzeichnung auf der Homepage des Biosphärenreservats. Die Expertinnen und Experten schätzen, dass es zwar insgesamt zu mehr Grundwasserneubildung durch Niederschläge kommen wird, diese aber vor allem in den künftig eher milden und somit regenreichen Wintern fallen werden. „So wird sich der Trend der vergangenen Jahre mit trockenen Frühjahr- und Sommermonaten und regenreichen Wintern wohl leider weiter fortsetzen. Das bedeutet, dass es gemäß den modellierten Klimaveränderungen in der Rhön im Sommerhalbjahr zu häufigeren Perioden mit Bodentrockenheit, Extremwetterereignissen, Temperaturanstieg und damit auch zu einer zumindest periodischen Austrocknung von Bächen, Teichen und Seen kommen wird“, erklärte die Referentin.

Die Soziologinnen und Soziologen haben gleichzeitig mittels Umfragen und Interviews erhoben, ob und wie der Klimawandel in der Bevölkerung, aber auch in der Wirtschaft, der Kommunalpolitik und Verwaltung wahrgenommen wird. Dabei stellte sich heraus, dass mehr als 50 Prozent der Befragten in den vergangenen Jahren bereits eine geringere mengenmäßige Verfügbarkeit von Wasser festgestellt haben. „Schon jetzt wird dieser Zustand als deutliche Einschränkung erlebt.“ Mehr als 60 Prozent gaben an, dass sie die abnehmende Wasserverfügbarkeit als künftig großes Problem sehen. Bei der Frage nach Verantwortlichkeiten variierten die Meinungen. Stark kritisiert wurde unter anderem, dass bestehende Verordnungen von den Behörden und Verwaltungen oft nicht ausreichend umgesetzt würden.

Bei der Frage, wie mit dem Knapperwerden der Ressource Wasser umgegangen werden könnte, zeigte sich eine sehr hohe Bereitschaft, Regenwasser zu nutzen. Außerdem wäre ein Großteil der Befragten bereit, durch die Verwendung wassersparender Haushaltsgeräte, die Vermeidung von Flächenversiegelung, die Nutzung von Grauwasser (z. B. für die Toilettenspülung) und die Reduzierung des eigenen Fleischkonsums den Wasserverbrauch im privaten Haushalt zu reduzieren. Die Bereitschaft, mehr für Trinkwasser zu bezahlen, um auf diese Weise Anpassungsmaßnahmen finanzieren zu können, war hingegen eher gering.

All diese Erkenntnisse werden nun in der letzten Phase des Projekts dazu genutzt, zusammen mit Landwirtschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Kommunalpolitik und Bevölkerung Strategien zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu entwickeln.

Die Aufzeichnung des Vortrags als Video finden Sie hier.

Die Präsentation als PDF finden Sie hier. 

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news-2082 Wed, 15 Sep 2021 09:33:56 +0200 Eine heiße Tasse „Peru trifft Rhön“ und spannende Hintergründe – Erzählcafé am 7. November in Maria Bildhausen https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/eine-heisse-tasse-peru-trifft-rhoen-und-spannende-hintergruende-erzaehlcafe-am-7-november-in-maria/ Die tägliche Tasse Kaffee ist für viele unverzichtbar. Wie es gelingt, dieses „Lebenselixier“ nachhaltig zu genießen, zeigt der Kaffee „Biosphäre² – Peru trifft Rhön“. Er ist Symbol einer in diesem Jahr unterzeichneten Partnerschaft der UNESCO-Biosphärenreservate Rhön und BIOAY in Peru. Bei einem Erzählcafé am Sonntag, 7. November, von 14 bis 17 Uhr in der „Abtsstube“ der Klostergaststätte Maria Bildhausen können Interessierte den Kaffee und die Rösterei Bühner kennenlernen und Hintergründe zur Partnerschaft und dem Themenfeld nachhaltige Landnutzung und nachhaltiger Genuss erfahren. Zu der Veranstaltung laden die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön, die Rhön GmbH und die Rösterei „Rhön Kaffee – Bühners Rösterei“ ein. Bei einer heißen Tasse „Biosphäre² – Peru trifft Rhön“ und entspannter Musik erfahren Sie Hintergründe zum Thema Kaffee und Nachhaltigkeit sowie zur Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat BIOAY und den peruanischen Kaffeebauern, und wir kommen ins lockere Gespräch. Lernen Sie Menschen aus der Region kennen, die sich um Fairness in den unterschiedlichen Bereichen kümmern: Verantwortliche des Weltladens Bad Neustadt, des Fair­trade-Landkreises Rhön-Grabfeld und der Fairtrade-Town Bad Neustadt, der Marktgemeinde Oberelsbach, der Rhön GmbH und aus der Rhöner Gastronomie. Wer möchte, kann die Rösterei bei einer Führung kennenlernen. Rainer Bühner beantwortet Fragen rund um Kaffee und dessen Verarbeitung.

Anmeldung bis 22. Oktober

Der Eintritt und der Biosphärenkaffee sind kostenfrei, weitere Verpflegung ist selbst zu zahlen. Einlass ist ab 13.30 Uhr. Es gelten die tagesaktuellen Corona-Hygieneregeln, entsprechende Nachweise (3G-Regel) sind mitzuführen. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung bis spätestens 22. Oktober ist erforderlich: bei der Klostergaststätte Maria Bildhausen unter Telefon (09766) 815 71 bzw. -70 (8-16 Uhr) oder per Mail an manuela.gessner@drw.de.

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news-2080 Tue, 14 Sep 2021 16:03:37 +0200 Freiwillige leisten im Roten Moor wertvollen Beitrag zum Schutz des Goldenen Scheckenfalters https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/freiwillige-leisten-im-roten-moor-wertvollen-beitrag-zum-schutz-des-goldenen-scheckenfalters/ Großartiger Einsatz für einen kleinen Falter: Die Maßnahmen des LIFE-Projekts Rhöner Bergwiesen zum Schutz des Goldenen Scheckenfalters im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön haben erneut Unterstützung vom Bergwaldprojekt bekommen. Wie in den beiden Jahren zuvor waren Ende August aus ganz Deutschland Freiwillige in die Rhön gereist, um zweimal jeweils eine Woche lang Dienst für die Natur zu leisten. Regen, Kälte und Schlamm konnten den 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der ersten Projektwoche im Naturschutzgebiet Rotes Moor nichts anhaben, die unter dem Motto Biotoppflege und Artenschutz stand. Unter der Leitung von Ranger Jan Knittel halfen sie beim Mähen und Entbuschen der feuchten Borstgrasrasen. Weil hier keine Fahrzeuge fahren können, musste sämtliches Material im Anschluss von Hand vom morastigen Untergrund gezogen und zum Anhänger gehievt werden. Das Entfernen des Gehölzes und die einschürige Mahd des artenreichen Borstgrasrasens ist wichtig, damit sich der Gewöhnliche Teufelsabbiss wieder ausbreiten kann. Er ist die einzige Wirtspflanze des streng geschützten Falters. Auch bleibt dadurch der Artenreichtum des Borstrasrasens insgesamt erhalten. Andere seltene Pflanzen wie zum Beispiel die Arnika finden hier optimale Bedingungen.

Ein zweites Team aus weiteren 16 Freiwilligen pflanzte in der zweiten Einsatzwoche rund 6.400 Teufelsabbiss-Setzlinge an verschiedenen Standorten in die Erde, in deren Umfeld bereits Gespinste des seltenen Goldenen Scheckenfalters entdeckt wurden. In den Gespinsten leben die Raupen des Falters, die noch im selben Sommer geschlüpft sind und sich von den Blättern des Teufelsabbisses ernähren. Sie überwintern im Gespinst, verpuppen sich im darauffolgenden Frühjahr und der Kreislauf beginnt von neuem.
Der Falter kommt in der Hessischen Rhön derzeit nur rund um das Rote Moor und die Wasserkuppe vor. Mit der Schaffung von sogenannten Trittsteinbiotopen soll sein Lebensraum vergrößert werden. Der Teufelsabbiss zieht mit seiner späten Blüte noch viele andere Schmetterlingsarten an, wenn der Goldene Scheckenfalter seinen Lebenszyklus bereits beendet hat. Die Maßnahmen sind daher auch für andere Arten wertvoll. 

„Ich bin froh und dankbar für den wiederholten Einsatz der Freiwilligen aus dem Bergwaldprojekt. Es ist jedes Jahr wieder schön zu sehen wie motiviert alle ans Werk gehen. Gemeinsam leisten wir so einen großartigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in der Rhön“, freut sich Ranger und Freiwilligenkoordinator Jan Knittel. Zum Dank ging es am Ende der Einsatzwochen für alle Teilnehmenden noch auf eine Abschlussexkursion ins Schwarze Moor.

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Moore und Sümpfe Kulturlandschaft & Naturschutz Natur LIFE
news-2079 Tue, 14 Sep 2021 15:55:25 +0200 Sternenkino im Ulstertal: Neue Attraktion für den Sternenpark Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/sternenkino-im-ulstertal-neue-attraktion-fuer-den-sternenpark-rhoen/ An drei ausgewiesenen Standorten im hessischen Ulstertal haben Besucherinnen und Besucher ab sofort die Möglichkeit, den Nachthimmel auf eigene Faust zu erkunden und zu genießen. Die Touristikerinnen und Touristiker der Kommunen Ehrenberg, Hilders und Tann haben mit den "Sternenkinos" eine neue Attraktion für den Sternenpark im UNESCO-Biosphärenreservat geschaffen.  Pressemitteilung der Gemeinde Hilders

„Die Sternenkinos sind besonders attraktive Standorte zum Sternebeobachten“, berichten die Touristiker, „Unser Ziel ist es darüber hinaus aber auch, den Sternenpark in der Region noch bekannter zu machen.“ Daher gehört neben einer dreh- und schwenkbaren Holzliege auch eine informative Tafel zur Ausstattung dieser Plätze. „Die flexiblen Wellenliegen sind ideal, um den Blick nach oben in den Himmel zu richten“, erzählen die Touristiker weiter. Ein besonderes Erlebnis stellt eine Schnupper-Sternenführung dar, die von der Sternenparkkoordinatorin des Landkreises Fulda, Sabine Frank, aufgenommen wurde und als Audio-Datei über einen QR-Code vor Ort abrufbar ist. Die knapp 10-minütige Aufnahme gibt einen ersten Eindruck über den aufgehenden Sternenhimmel und soll Lust auf mehr machen.

Ergänzend sind in den Tourist-Informationen auch fluoreszierende Sternenkarten, Flyer, informative Bücher sowie Postkarten und Souvenirs zum Sternenpark erhältlich.

Die Sternenkinos sind an folgenden Standorten zu finden: Hilders – Buchschirm, Tann – Hundsbacher Weg, Wüstensachsen – Tretbecken.

Weitere Informationen erhält man in den Tourist-Informationen in Ehrenberg, Hilders und Tann oder unter www.ulstertal.de.

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Sternenpark Rhön
news-2078 Mon, 13 Sep 2021 10:33:57 +0200 Die Kelten im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön: Sonderausstellung bis 31. Oktober im Haus auf der Grenze https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/die-kelten-im-unesco-biosphaerenreservat-rhoen-sonderausstellung-bis-31-oktober-im-haus-auf-der-gren/ Eine spannende perspektivische Erweiterung der Ausstellungen auf Point Alpha ist bis 31. Oktober mit „Als Grenzen keine Rolle spielten. Die Kelten im Biosphärenreservat Rhön“ im Haus auf der Grenze zu sehen. Die Sonderausstellung kommt vom Vonderau Museum Fulda und zeigt keltische Fundstücke von der Milseburg. Pressemitteilung der Point Alpha Stiftung

Die Kelten-Schau ist Teil der Kooperation zwischen der Gedenkstätte Point Alpha und dem Vonderau Museum Fulda. Besichtigt werden kann die Sonderausstellung „Als Grenzen keine Rolle spielten: Die Kelten im Biosphärenreservat Rhön“ im Haus auf der Grenze bis zum 31. Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Im Zuge der Zusammenarbeit beider Institutionen ist parallel im Kaisersaal des Stadtschlosses Fulda bis zum 7. Oktober (Di–So, 10–17 Uhr) die Ausstellung „Point Alpha. Der heißeste Punkt des Kalten Krieges“ für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Exponate sind Zeugnisse der Eisenzeit und vermitteln Erlebnisse „keltischer Art”. Während der Eisenzeit, die 800 Jahre vor Christus beginnt, lag die Rhön am Rand des keltischen Verbreitungsgebietes. Kulturelle Einflüsse lassen sich in dieser Zeit aus verschiedenen Richtungen fassen. Der neue Werkstoff Eisen setzt sich in der frühen Eisenzeit nur langsam durch und wird anfangs hauptsächlich für Waffen und Werkzeuge verwendet. In der späteren Eisenzeit entwickelt sich die sogenannte Oppidakultur, infolgedessen große stadtartige Siedlungen entstehen.

„Die „Perle der Rhön“, die Milseburg, war während der Eisenzeit ein bedeutender Zentralort. Mit mächtigen Mauern befestigten die vorgeschichtlichen Siedler insgesamt über 45 Hektar Fläche“, erklärt Stadt- und Kreisarchäologin Milena Wingenfeld vom Fuldaer Vonderau Museum. Es ist eine faszinierende Zeitreise, auf die sich die Besucher der Sonderausstellung begeben. Die Funde von der Milseburg beweisen, dass in der Rhön verschiedenen Gewerken nachgegangen wurde, so sind unter anderem Zeugnisse von Textilverarbeitung, Keramikproduktion, Holzhandwerk, Metallverarbeitung und Landwirtschaft erhalten. Aber auch Schmuck in Form von bronzenen Gewandschließen, sogenannte Fibeln, und gläsernen Perlen sind bekannt. In der Ausstellung ist eine Auswahl von Fundstücken zu sehen, die einen Blick in den Alltag der eisenzeitlichen Siedler erlauben. Und was heißt das Wort Kelten? Autoren der Antike verwenden den Begriff „keltoi“. Das Wort gehört der indogermanischen Sprachfamilie an und bedeutet wohl so viel wie „die Tapferen“.

„Mit der Kelten-Ausstellung werden Geschichte und Gegenwart einmal in völlig anderen zeitlichen Dimensionen für die Gäste der Gedenkstätte erlebbar“, hofft der Wissenschaftliche Leiter Dr. Roman Smolorz auf regen Zuspruch. Das Point Alpha-Team freut sich dabei auf Begegnungen und Dialog über die Begriffe „Grenze“ und „Marken“. Für Sebastian Leitsch, Geschäftsführer der Point Alpha Stiftung, ist die Ausstellung aus dem Vonderau Museum eine willkommene Abwechslung und ein weiteres Signal des Aufbruchs nach langem CoronaStillstand. „Wir wollen mit dieser Ausstellung Einheimischen wie Touristen wieder einen neuen Anreiz zum Besuch unseres authentischen Geschichtsortes geben und dazu ermuntern, die geschichtlichen Aspekte unserer Region aus einem weiteren Blickwinkel, über die jüngere Geschichte hinaus, kennenzulernen."

Dr. Frank Verse, Leiter des Vonderau Museums, ergänzt: „Wir erhoffen uns, durch die Zusammenarbeit mit der Point Alpha Stiftung neue Impulse zu setzen und durch den Austausch auch für die inhaltliche Arbeit neue Anknüpfungspunkte zu erhalten.“ Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltungsstelle des UNESCO-Biosphärenreservates Rhön, sieht in der Schau eine ideale Ouvertüre für das erste große Archäologie-Jahr in Hessen in 2022. An dem Projekt „Kelten Land Hessen – Archäologische Spuren im Herzen Europas“ beteiligen sich auch das Biosphärenreservat und das Vonderau Museum, um das reiche kulturelle Erbe der Kelten in Hessen sichtbar zu machen.

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news-2077 Sun, 05 Sep 2021 15:54:00 +0200 „Wir zählen Lichter“ https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wir-zaehlen-lichter/ Bürgerwissenschaftsprojekt mit dem GFZ Potsdam - Unter dem Slogan 'Wir zählen Lichter, weil die Nacht zählt' beteiligt sich das Umweltzentrum Fulda und der Sternenpark im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön an einer vom Deutschen Geoforschungszentrum GFZ Potsdam im September und Oktober 2021 initiierten Messkampagne. Hintergrund ist, dass Satellitenaufnahmen von der Erde bei Nacht eine weltweite Zunahme der Lichtverschmutzung aufzeigen. Verlässliche Daten zu vielen Lichtquellen am Boden fehlen aber und lassen sich auch nicht per Satellit ermitteln bzw. die Zusammenhänge zwischen den von Satelliten gemessenen Lichtemissionen und der Art und räumlichen Verteilung von Kunstlichtquellen sind nicht eindeutig.
Ziele der Kampagne sind die Fernerkundung nächtlicher Lichtemissionen durch Satelliten, um Daten über Lichtquellen am Boden zu ergänzen, die Ursachen von Lichtverschmutzung greifbarer und verständlich zu machen sowie das öffentliche Bewusstsein für diese Form der Umwelteinwirkung zu fördern.

Mit der eigens entwickelten Handy-App „Nachtlichter“ sollen im Kampagnenzeitraum in festgelegten Bereichen der Stadt Fulda sowie im Gewerbegebiet Petersberg/Künzell Quellen von Außenbeleuchtung erfasst werden. Zum Kampagnenstart wird die App kostenlos zur Verfügung sein. Wer mitzählen möchte, bekommt in einem Tutorial erklärt, wie die App funktioniert.

Am 07.09.2021 um 19 Uhr wird es per Zoom eine Online-Kick-off-Veranstaltung mit Infos rund um die Messkampagne und den Anleitungen zum Erfassen mit den Projektleitern des GFZ Potsdam geben:

Zoom-Meeting beitreten:
https://gfz-potsdam-de.zoom.us/j/99308422788?pwd=bDJ0LzF0SUVlRlJIMUhPY3U1U3MvZz09
Meeting-ID: 993 0842 2788
Kenncode: 285545

Am 08.09.2021 um 19 Uhr treffen wir uns am Uni-Platz in Fulda zur Verteilung der Warnwesten und Infoflyer und können gemeinsam die App ausprobieren.

Neben der Kampagne in Fulda sind weitere Kampagnen in Potsdam, Dresden und evtl. Würzburg und Bochum in Planung. Nach Auswertung der Daten aller Messkampagnen durch das GFZ-Team werden die Daten und Projektergebnisse öffentlich zugänglich gemacht und können von allen Beteiligten genutzt werden.

Infos zum Projekt und den Kontaktpersonen unter: www.gfz-potsdam.de/sektion/fernerkundung-und-geoinformatik/projekte/nachtlicht-buehne/

Kontakt vor Ort: kontakt@umweltzentrum-fulda.de oder info@sternenpark-rhoen.de

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news-2075 Fri, 03 Sep 2021 15:54:50 +0200 Biosphärenerlebnistag mit sechs Stationen und kostenfreiem Shuttle am 18. September https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/biosphaerenerlebnistag-mit-sechs-stationen-und-kostenfreiem-shuttle-am-18-september/ 30 Jahre UNESCO-Biosphärenreservat Rhön – das will die Thüringer Verwaltung des Biosphärenreservats mit den Menschen in der Rhön feiern! Am Samstag, 18. September, von 10 bis 17 Uhr, lädt die Verwaltung in Kooperation mit zahlreichen regionalen Akteurinnen und Akteuren zu einem kostenfreien Erlebnistag mit sechs Stationen ein. An Station 1 – dem Technologie- und Gründerzentrum Dermbach, Untere Röde 13 – präsentiert sich die Einrichtung mit einem Tag der offenen Tür und vielen Ausstellungselementen, Ständen von regionalen Wirtschaftsakteuren und buntem Markttreiben.

Am neuen Bildungszentrum an der Propstei Zella/Rhön in der Goethestr. 1 – Station 2 – bietet die Biosphärenreservatsverwaltung zahlreiche Angebote zum Mitmachen und Entdecken an. Mittelpunkt der Aktionen wird das Thema Streuobstwiese sein. Für das kulinarische Wohl sorgt die Gemeinde Dermbach, OT Zella auf der Festwiese vor der Propstei.

Die Rhönbrauerei als Verarbeitungsbetrieb im Netzwerk Dachmarke Rhön in der Fuldaer Str. 6 in Kaltennordheim öffnet ihre Türen für interessierte Gäste an Station 3. Hier werden Einblicke in den Familienbrauereibetrieb gegeben.

Wer Spannendes über Kalkmagerrasen, Silberdisteln und Rhönschafe wissen will, der ist an Station 4 in Oberkatz, Dörrensolzer Str. 22 – dem Katzbachhaus, willkommen. Hier starten jeweils um 10.30, 13 und 15 Uhr einstündige Kurzführungen, zudem gibt es für Ausdauernde eine geführte Wanderung entlang des 5 Kilometer langen Schäferwegs ab 13 Uhr. Außerdem werden kurze Alpakawanderungen angeboten. Die Gemeinde lädt zu Kaffee und Kuchen ins Katzbachhaus ein.

Station 5 ist das Natur Aktiv Museum Oepfershausen (Beckengasse 2b): Das Team lädt zum Basteln, Entdecken und Mitmachen ein.

Als Station 6 präsentiert sich das Landhotel „Zur Grünen Kutte“ im Dermbacher Ortsteil Bernshausen als Gastronomiebetrieb im Netzwerk Dachmarke Rhön mit touristischen und kulinarischen Highlights.

Erkunden kann man die Stationen zwischen 10 und 17 Uhr ganz nach Belieben – wer nicht mobil ist, kann einen kostenfreien Shuttlebus nutzen. Alle 30 Minuten startet ein Bus vom Technologie- und Gründerzentrum in Dermbach entlang der Stationsroute. und bietet somit ein nachhaltiges Mobilitätsangebot. So kann an den verschiedenen Stationen jederzeit wieder ein Bus zu den nächsten Erlebnispunkten genutzt werden. Auch per Fahrrad bieten sich viele Stationen an, die mit dem Feldatalradweg, dem Rhön-Rennsteig-Radweg oder Rosatalradweg verknüpft sind. Somit entsteht ein nachhaltiges Mobilitätsangebot.

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news-2074 Fri, 03 Sep 2021 14:57:37 +0200 Bürgerinnen und Bürger erfassen erfolgreich die Verbreitung von wärmeliebenden Insekten in der Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/buergerinnen-und-buerger-erfassen-erfolgreich-die-verbreitung-von-waermeliebenden-insekten-in-der-rhoen/ „Insekten gesucht!“ hieß es von Anfang Mai bis Ende Juli im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Mithilfe der Bürgerinnen und Bürger war die Bayerische Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats länderübergreifend auf der Suche nach der Blauschwarzen Holzbiene (Xylocopa violacea) und dem Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta), um Aufschluss über die Verbreitung der beiden wärmeliebenden Arten zu erhalten. Mit Erfolg: Dank der eifrigen Unterstützung aus der Bevölkerung konnten belastbare Daten gesammelt werden. „Mit mehr als 500 Meldungen und fast 1.000 gesichteten Individuen der beiden Insektenarten sind unsere Erwartungen weit übertroffen worden. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten, ohne deren Hilfe solche Ergebnisse nicht zustande gekommen wären“, betont die Projektverantwortliche Tina Bauer. Die Holzbienen wurden größtenteils im eigenen Garten gesichtet, während die Trauer-Rosenkäfer häufig auch bei Spaziergängen entdeckt wurde. Beide Insektenarten sind wärmeliebend, in der Rhön war es ihnen früher deutlich zu kühl. Mit der Klimaerwärmung hat sich das geändert: Die Ergebnisse des bürgerwissenschaftlichen Erfassungsprojekts zeigen, dass sowohl die Blauschwarze Holzbiene als auch der Trauer-Rosenkäfer im UNESCO-Biosphärenreservat inzwischen weit verbreitet sind.

Vor allem die Blauschwarze Holzbiene ist mit über 400 Meldungen sehr häufig gesichtet worden, was in Zeiten von starken Bestandsrückgängen bei vielen Wildbienenarten eine gute Neuigkeit ist. In 68 Fällen wurden sogar die etwa fingerdicken Nistlöcher der Holzbiene in Totholz entdeckt. Das bedeutet, dass die Biene dort Brutgänge gebaut hat, in denen sich ihre Nachkommen entwickeln. Besonders häufig wurde die Blauschwarze Holzbiene auf Nektarsuche an Muskateller-Salbei und verschiedenen Wickenarten gesichtet. Doch auch Akelei, Wollziest und Mohn waren häufig genannte Pflanzen.

Der Trauer-Rosenkäfer gilt in Bayern als vom Aussterben bedroht, weil er lange Zeit nur sehr selten und nur in warmen Gebieten gefunden wurde. Daher sind die 67 Trauer-Rosenkäfer-Meldungen in der Rhön besonders bemerkenswert. Als Larve lebt der Trauer-Rosenkäfer in der Erde von Hochbeeten oder im Kompost und schlüpft dann in den ersten warmen Frühlingstagen. Danach findet man den ausgewachsenen Käfer meist an Pflanzen, von deren Pollen er sich ernährt. Am häufigsten wurde er auf Margeriten gesehen, daneben wurden Kornblumen und Löwenzahn als beliebte Pflanzen genannt.

Insgesamt zeigen die Ergebnisse dieses bürgerwissenschaftlichen Projekts, dass der Klimawandel im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön bereits angekommen ist. Das gefährdet zahlreiche kälteliebende Tier- und Pflanzenarten, die aus ihren wärmer werdenden Lebensräumen verdrängt werden. Auf der anderen Seite profitieren davon wärmeliebende Arten wie die Blauschwarze Holzbiene und der Trauer-Rosenkäfer. Beide Arten sind nach derzeitigem Kenntnisstand völlig ungefährlich für die heimische Flora und Fauna. Wer sie auch gerne im Garten beobachten möchte, kann mit den genannten Pflanzen ihnen und auch vielen anderen Insekten Nahrung ermöglichen. Wer Altholz von Laubbäumen im Garten hat oder tote Äste an Obstbäumen belässt, bietet der Holzbiene und vielen anderen Insekten zusätzlich wichtigen Lebensraum für ihre Larven.

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Insekten Wissen Natur Tipp AG Naturschutz BRRhoen-BY Hauptkontakt
news-2073 Thu, 02 Sep 2021 14:02:49 +0200 Schutzgebiete neu entdecken: Neue Wanderausstellung „Ganz Meine Natur!“ ab 06. September in der Stadtbibliothek Hammelburg zu Gast. https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/schutzgebiete-neu-entdecken-neue-wanderausstellung-ganz-meine-natur-ab-06-september-in-der-stad/ Die Wanderausstellung „Ganz Meine Natur!“ der Bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege stellt eine wenig bekannte Schutzgebietskategorie, die Natura 2000 Gebiete, in den Fokus. Diese vielfältigen Landschaften dienen dem großflächigen Schutz von Tieren und Pflanzen. In interaktiven Ausstellungselementen können Besucher:innen sich über die Bewohner und Besonderheiten dieser Naturschönheiten informieren. So vielfältig wie die Schutzgebiete sind auch die geplanten Veranstaltungen im Ausstellungszeitraum. Das bunte Rahmenprogramm des Naturerlebniszentrum Rhön lädt ein, die Natura 2000 Gebiete im Landkreis Bad Kissingen zu erkunden. Ob aktives Mithelfen bei einer Müllsammelaktion in einem Hammelburger Schutzgebiet oder angeregtes Diskutieren bei einem philosophischen Abend zum Thema Boden, für jedes Interesse ist etwas dabei. Auf Exkursionen zu Natura 2000 Gebieten im Landkreis, z.B. auf den Truppenübunsgplatz Hammelburg, entdecken Interessierte ihre Heimat von einer neuen Seite. 
 
Die Ausstellung kann auf Initiative des Naturerlebniszentrum Rhön vom 06. September bis 10. Oktober in der Stadtbibliothek Hammelburg kostenfrei während der Öffnungszeiten besucht werden. 

Begleitet wird die Ausstellung von einem vielfältigen Rahmenprogramm.  
 

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news-2071 Tue, 24 Aug 2021 11:04:48 +0200 Wo darf Streuobst gepflückt werden: Schilder für Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter in der hessischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/wo-darf-streuobst-gepflueckt-werden-schilder-fuer-bewirtschafterinnen-und-bewirtschafter-in-der-hessi/ Streuobstwiesen sind Hotspots der Biodiversität und ein prägender Teil der Kulturlandschaft im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Zur Erntezeit kommt immer wieder dieselbe Frage auf: Darf ich von den in der Landschaft „verstreuten“ Bäumen einfach so pflücken? Der Verein Natur- und Lebensraum Rhön hat Schilder entwickelt, die Streuobstbesitzerinnen und -besitzer in der hessischen Rhön an ihren Flächen anbringen können, um zu kennzeichnen, ob und wo gepflückt werden darf.  

Mit dem Klarapfel sind die ersten Frühäpfel erntereif. Beim Spaziergang durch die Rhön wird da sicher die Lust geweckt, sich zu bedienen. Das ist allerdings nicht überall erlaubt – auch wenn die Bäume offenbar „herrenlos“ in der Landschaft herumstehen. Nicht eingezäunte Streuobstwiesen, Baumreihen oder einzelne Bäume sind oftmals privates Eigentum, das mit viel Arbeit gepflegt wird. Hier wollen die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter die Früchte ihrer Arbeit natürlich auch selbst ernten. Andererseits ist es aber auch manchmal so, dass viele Äpfel ungenutzt zu Boden fallen und verderben, weil niemand sie pflückt.

Damit Interessierte erkennen können, ob Bäume zum Bedienen freigegeben sind, hat der Verein Natur- und Lebensraum Rhön zwei Schilder herausgebracht. Den Anstoß hat Astrid Schäfer gegeben, die selbst eine große Streuobstwiese bewirtschaftet. Als ehemalige Geschäftsführerin der Rhöner Apfelinitiative kennt sie beide Seiten: „Es gibt Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter, die ihr Obst vor unberechtigter Ernte schützen müssen, aber auch solche, die nicht selbst ernten können und froh sind, wenn das Obst von anderen genutzt wird, bevor es verdirbt.“ Daher gibt es neben der Variante „Bitte nicht pflücken“ auch ein Schild mit der Aufschrift „Obstretter gesucht“ – für jene, die ihr Obst zur Ernte für den Eigenbedarf anbieten möchten.

Die Schilder sind in begrenzter Auflage kostenfrei beim VNLR erhältlich und können in der Geschäftsstelle abgeholt werden: montags bis donnerstags zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr, freitags zwischen 8.30 Uhr und 13 Uhr in der Marienstraße 13, 36115 Hilders (Hessische Verwaltung UNESCO-Biosphärenreservat Rhön).

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VNLR
news-2070 Wed, 18 Aug 2021 09:39:40 +0200 Neue Stellen bei Verwaltung und NBR: Rangerinnen und Ranger in der bayerischen Rhön bekommen Verstärkung https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/neue-stellen-bei-verwaltung-und-nbr-rangerinnen-und-ranger-in-der-bayerischen-rhoen-bekommen-verstaer/ Rangerinnen und Ranger sorgen in Schutzgebieten für Besucherlenkung und -information. Mit steigendem Besucherdruck im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wird ihre Arbeit immer wichtiger. In der bayerischen Rhön sind daher die Ranger-Stellen in den vergangenen eineinhalb Jahren deutlich aufgestockt worden. Ab dem 1. September 2021 werden in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld insgesamt elf Rangerinnen und Ranger im Einsatz sein. Un-terstützt werden sie von einem Gebietsbetreuer der Kreisgruppe Bad Kissingen des Bund Naturschutz, der ebenfalls in diesem Jahr seine Arbeit aufgenommen hat. Die Rhöner Kulturlandschaft mit ihrer Reichhaltigkeit und Eigenart zieht jedes Jahr Millionen Besucherinnen und Besucher an. Nicht nur die Rhönerinnen und Rhöner erfreuen sich beim Abendspaziergang, der Wanderung oder Fahrradtour an ihrer Schönheit, auch immer mehr Touristen gehen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön ihrer Lieblingsbeschäftigung in freier Natur nach. Der Reichtum dieser beliebten Mittelgebirgslandschaft erhält sich aber nicht von selbst. Land- und Forstwirtschaft gestalten sie seit Jahrhunderten Tag für Tag mit, und auch die Natur selbst unterliegt einem ständigen Wandel. Das führen Klimaveränderungen vor allem in der Rhön mittlerweile drastisch vor Augen. Die Rhöner Kulturlandschaft verdient, dass man sich intensiv um sie kümmert – und das kostet Zeit und braucht Sachverstand. Dabei wirkt am intensivsten und am nachhaltigsten die persönliche Ansprache draußen durch Menschen, die diese Vermittlung – freundlich, verständnisvoll, fachkompetent und klar – zu ihrem Beruf gemacht haben.

Über Jahrzehnte waren die personellen Kapazitäten des Naturparks, der Verwaltungsstelle Biosphärenreservat Rhön und des Bund Naturschutz in der bayerischen Rhön sehr begrenzt. Die Verwaltungsstelle hatte zwei Ranger, die in den Naturschutzgebieten präsent waren, in der Langen Rhön erhielten sie früh Unterstützung durch Gebietsbetreuer und Berufsjäger der Wildland-Stiftung Bayern. Der Naturpark hatte keine Ranger, das Naturschutzgebiet Schwarze Berge, obwohl fast genauso groß wie die Lange Rhön, keine eigene Gebietsbetreuung.

Innerhalb von eineinhalb Jahren hat sich diese Situation grundlegend und zum Besseren gewandelt. Seit dem 1. Januar 2020 verfügt der Naturpark Bayerische Rhön über eigene Ranger: Daniel Scheffler und Amelie Nöth sind den Rhönerinnen und Rhönern bereits aus der Presse bekannt. Ab dem 1. September 2021 werden sich dann insgesamt vier Naturpark-Rangerinnen und -Ranger, zwei im Landkreis Rhön-Grabfeld (Daniel Scheffler und Martina Faber) und zwei im Landkreis Bad Kissingen (Amelie Nöth und Leonard Helfrich), um die Bereiche Naturschutz, Landschaftspflege und naturschutzrelevante Forschung sowie Besucherlenkung, Naturerholung und Informationsarbeit und kümmern.

Wachsames Auge auf Einhaltung der Schutzgebietsverordnungen

Auf Grund eines neuen EU-Förderprogramms erhält zudem die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats fünf zusätzliche Rangerinnen und Ranger, von denen sich einer der Kommunikation im Internet und in den Social Media annimmt, während sich die vier anderen mit ihren Kolleginnen und Kollegen vom Naturpark die Arbeit im Gelände teilen werden. Zu guter Letzt hat die Kreisgruppe Bad Kissingen des Bund Naturschutz zum 1. April 2021 vom Bayerischen Naturschutzfonds eine halbe Stelle für einen Gebietsbetreuer für das NSG Schwarze Berge bewilligt bekommen. Diese Aufgabe hat Dipl.-Biologe Karl-Heinz Kolb, kein Unbekannter in der Rhön, übernommen.

Bei Fragen des Vollzugs der NSG-Verordnungen oder der Landschaftspflege und Naturpark-Förderung arbeiten die drei Organisationen nicht nur untereinander, sondern auch mit den beiden unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern in Bad Neustadt und Bad Kissingen eng zusammen. Gleiches gilt für die beiden Landschaftspflegeverbände bei der Vorbereitung und praktischen Durchführung von Landschaftspflegemaßnahmen. Am Beispiel der Lupinenbekämpfung lässt sich das Zusammenspiel gut demonstrieren: Wie in der Langen Rhön Torsten Kirchner wird in den Schwarzen Bergen Karl-Heinz Kolb als Gebietsbetreuer die Planung, Organisation und Steuerung der Pflegeeinsätze übernehmen. Die Rangerinnen und Ranger betreuen die Ehrenamtlichen bei der Arbeit im Gelände fachlich, stehen ihnen mit Rat und Tat zur Seite und legen auch selbst Hand an. Die Naturschutzbehörden wissen Bescheid, wer wann und wo im Einsatz ist. Verwaltungsstelle, BN-Kreisgruppe und Naturpark informieren auf ihren Internetseiten und über die Social-Media-Kanäle über die Aktionen.

Natürlich werden die Rangerinnen und Ranger auch ein wachsames Auge auf die Einhaltung der Schutzgebietsverordnungen haben. In sensiblen Gebieten müssen Spielregeln gelten, nicht anders als im Straßenverkehr. Dabei gilt immer: Information und Aufklärung stehen an erster Stelle. Wer aber zum Beispiel, wie letztes Jahr passiert, sein Wohnmobil im Naturschutzgebiet auf dem prioritären Lebensraum Borstgrasrasen abstellt, Tische, Stühle und Grill auspackt und am nächsten Tag auch noch seine Chemietoilette hinter einen Busch kippt, der muss mit einer Anzeige rechnen. Die Rhöner Kulturlandschaft darf kein Wegwerfartikel werden.

Ebenso wie Daniel Scheffler und Amelie Nöth sollen die neuen Rangerinnen und Rangern nach der Einarbeitungsphase in den Medien vorgestellt werden.

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Kulturlandschaft & Naturschutz
news-2069 Tue, 17 Aug 2021 13:58:11 +0200 Freude über neu entdeckte Quellen, schwierige Zeiten für den Rotmilan – Vorläufige Bilanz der Kartiersaison 2021 https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/freude-ueber-neu-entdeckte-quellen-schwierige-zeiten-fuer-den-rotmilan-vorlaeufige-bilanz-der-kartie/ Auch in diesem Frühjahr haben zahlreiche Freiwillige mit der Kartierung der Rotmilane und deren Brutergebnisse sowie mit der Erfassung und Untersuchung neuer Quellen im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ganze Arbeit geleistet. Im Rahmen eines Helferfestes würdigte die Verwaltungsstelle die Leistungen der ehrenamtlichen Forscherinnen und Forscher. An der idyllisch gelegenen Rhönklub-Hütte des Zweigvereins Batten trafen sich rund 50 Ehrenamtliche zum geselligen Austausch. Begrüßt wurden sie von Hartmut Mai, Vertreter des Hessischen Umweltministeriums, und Martin Kremer von der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats. Mai und Kremer hoben die Bedeutung des Ehrenamts für den Naturschutz in Hessen und das Biosphärenreservat hervor. Die Zusammenarbeit der Verwaltung mit Ehrenamtlichen reicht bis in die 1990er Jahre zurück. Kremer dankte den Helferinnen und Helfern für die hohe Qualität ihrer Arbeit, ihre Leidenschaft und ihr großes Engagement. Aktuell engagieren sich jährlich rund 400 Ehrenamtliche in verschiedenen Projekten des Biosphärenreservats und beim Verein Natur- und Lebensraum Rhön (VNLR) e. V.

Die Zahlen sprechen für sich: 37 Ehrenamtliche haben sich an der diesjährigen Kartierung in der hessischen Rhön beteiligt und ihre Datensätze beim Biosphärenreservat eingereicht. Sie konnten stolze 90 Prozent der Projektkulisse abdecken. Auch bei der Kartierung bisher nicht erfasster Quellen und der Untersuchung ihrer Flora und Fauna waren wieder etwa 20 Ehrenamtliche dabei. So konnten im ersten Halbjahr trotz Corona mehr als 100 weitere Quellen erfasst werden. Stefan Zaenker, Vorsitzender des Landesverbands für Höhlen- und Karstforschung Hessen e. V., der die Kartierarbeiten koordiniert und in der Praxis begleitet, berichtete von erneut spektakulären Ergebnissen. In einem über 20-jährigen Prozess konnten in der länderübergreifenden Rhön inzwischen rund 3.800 Quellen erfasst werden, in denen bisher mehr als 2.600 Tierarten nachgewiesen wurden. Bei einer Exkursion führte Zaenker vor, wie die Untersuchung einer Quelle abläuft.

Weniger erfolgreich verlief die Brutsaison des Rhöner Charaktervogels. Ranger Jan Knittel, zuständig für die Koordinierung und Betreuung der ehrenamtlichen Rotmilankartiererinnen und -kartierer in Hessen, zog für 2021 vorläufig eine gemischte Bilanz. Kälteeinbruch und längere Regenperioden haben zum Abbruch einiger Bruten geführt. Viel zu früh hatten sich bereits im Juni Trupps mit Altvögeln gebildet – ein Indiz für abgebrochene Bruten. „In einigen Teilgebieten gab es aber auch sehr gute Bruterfolge. Durch das spät einsetzende Vegetationswachstum der Ackerfrüchte war eine sehr gute Nahrungsverfügbarkeit gegeben“, erklärte Knittel. Die konkreten Ergebnisse werden nun von einem Büro ausgewertet.

Auf Einladung der Hessischen Verwaltung war auch Theresa Spatz von der Philipps-Universität Marburg in die Rhön gekommen, um über das Rotmilan-Projekt der Universität zu berichten. Von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden Milane besendert und die Flugbewegungen und Reiserouten analysiert. Universität und Verwaltung möchten nun die Zusammenarbeit und den Austausch forcieren und künftig stärker kooperieren.

Abschließend dankte Martin Kremer dem Rhönklub Zweigverein Batten und seinem Vorsitzenden Matthias Zentgraf, der die Örtlichkeit zur Verfügung gestellt hatte und für ein leckeres regionales Catering sorgte.

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Vögel Kulturlandschaft & Naturschutz
news-2068 Tue, 17 Aug 2021 11:40:51 +0200 Alles über Sterne, Galaxien und den Schutz der Nacht: Gemeinde Hofbieber eröffnet Sternen-Lehrpfad https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/alles-ueber-sterne-galaxien-und-den-schutz-der-nacht-gemeinde-hofbieber-eroeffnet-sternen-lehrpfad/ Auf einem Kilometer alles über Licht, den Nachthimmel und den Sternenpark Rhön lernen: Nach zweijähriger Planung hat die Gemeinde Hofbieber im hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön einen Sternen-Lehrpfad eröffnet. Pressemitteilung der Gemeinde Hofbieber

Am Freitag, dem 13. August 2021, war es endlich so weit: Der neue Sternen-Lehrpfad und die neuen Spielgeräte am Barfuß-Erlebnispfad wurden eingeweiht. Nachdem der Parkplatz des Barfuß-Erlebnispfades vom gemeindlichen Bauhof und den Mitarbeiterinnen der Tourist-Information Hofbieber für die Eröffnung hergerichtet wurde, startete der Tag um 10:30 Uhr mit einem Pressetermin für geladene Gäste. Bürgermeister Markus Röder stellte den Anwesenden die beiden im Juli fertiggestellten Projekte vor: Vor ca. zwei Jahren kam der Wunsch der Gemeindevertretung auf, vermehrt auf das Thema Umweltbildung und Nachhaltigkeit zu setzen. Das Text-Atelier Schmidt arbeitete daraufhin ein erstes Konzept aus, auf welchem Larissa Kempf aus der Tourist-Information Hofbieber aufbaute. Die Zusammenarbeit intensivierte sich, die Hessische Verwaltug des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön wurde mit ins Boot geholt, und schließlich entstanden zehn Tafeln inklusive Erweiterungen für Kinder sowie eine Übersichtstafel, die fortan den Sternen-Lehrpfad bilden.

Ein solcher Lehrpfad ist bisher einmalig in Deutschland. Etwa einen Kilometer lang führt der Pfad Besucher vom Parkplatz des Barfuß-Erlebnispfads bis zum Barfußpfad selbst. Auf dem Weg stehen in regelmäßigen Abständen Tafeln, die zum einen die Richtung weisen, zum anderen aber auch darüber aufklären, warum der Schutz der Nacht so wichtig ist. Zudem ziert jede der zehn Tafeln eine Quizfrage, eine Aufgabe oder ein Spiel für Kinder, bei der sie ihr Wissen unter Beweis stellen und gleichzeitig etwas über die Sterne, das Licht oder die Galaxie lernen können. Das Projekt hat die Gemeinde rund 20.000 Euro gekostet.

Spielgeräte finanziert mit Regionalbudget

Auf dem Barfuß-Erlebnispfad wurden zudem fünf neue Spielelemente der Firma Ziegler Spielgeräte aus Sachsen errichtet: ein Spinnennetz, Stelzen, eine Hängematte, eine Seilbrücke und eine Netz-Helix. Neben den Spielgeräten, die mit rund 8.500 Euro aus dem Regionalbudget des Vereins Natur und Lebensraum Rhön gefördert wurden, erklären nun neue Holztafeln die Stationen in kindgerechter Sprache. Isabella Urbach plante für dieses Projekt rund 25.000 Euro in den gemeindlichen Haushalt ein. 

Auf allen Sternen-Tafeln und auch auf den neuen Erklär-Tafeln auf dem Barfuß-Erlebnispfad findet sich nun auch das neue Maskotten von Hofbieber wieder: Freddy der Rotmilan. Freddy wird in Zukunft auf allen Kinderangeboten der Gemeinde Hofbieber zu finden sein. Bürgermeister Röder dankte in diesem Zusammenhang allen Beteiligten, die an den Projekten in den letzten zwei Jahren mitgewirkt haben: Allen voran den Mitarbeiterinnen der Tourist-Information Isabella Urbach und Larissa Kempf, dem gemeindlichen Bauhof, der Firma Tika, dem Text-Atelier Schmidt, dem Ortsvorsteher Heribert Bleuel und den gemeindlichen Gremien, der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, dem Verein und Lebensraum Rhön, dem Werbewerk Hilders, HessenForst und nicht zuletzt den Grundstückseigentümern, die der Errichtung der Sternen-Tafeln zugestimmt haben.

Im Anschluss an die Begrüßungsworte wurde der Sternen-Lehrpfad und auch der Barfuß-Erlebnispfad von den Gästen getestet. Auch Sabine Frank (Sternenparkkoordinatorin) gab dabei spannende Hinweise auf die Lichtverschmutzung und den Schutz der Nacht. Um 12 Uhr startete dann die öffentliche Veranstaltung. Der Rhönklub Hofbieber bot Würstchen und Getränke an, Johanna Weber startete um 13 und um 16 Uhr mit einigen Kindern und interessierten Erwachsenen auf eine Führung, und Antonia Gutberlet bastelte ab 14 Uhr mit den anwesenden Kindern Mobiles. Zum Abschluss bekam jedes Kind noch eine Bastelmappe mit Buntstiften, eine „Ausmal-Freddy“ und einer Bastelanleitung geschenkt. Die Tourist-Information dankt allen Helferinnen und Helfern für diese tollen Projekte und für die tatkräftige Hilfe an diesem Tag. Sie ist sich sicher, dass Hofbieber durch die beiden Attraktionen nun noch attraktiver und positiver wahrgenommen wird.

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Sternenpark Rhön
news-2067 Mon, 16 Aug 2021 16:35:01 +0200 LIFE-Projekt "Rhöner Bergwiesen" kann in die Verlängerung gehen – Umweltministerin Hinz zu Gast in der hessischen Rhön https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/life-projekt-rhoener-bergwiesen-kann-in-die-verlaengerung-gehen-umweltministerin-hinz-zu-gast-in-d/ Über den aktuellen Projektstand des LIFE-Projektes „Rhöner Bergwiesen“, konkrete Naturschutzmaßnahmen im Naturschutzgebiet Eube sowie Möglichkeiten zur Vereinbarung von Naturschutz, Landwirtschaft und Freizeitnutzung auf der Wasserkuppe informierte sich heute die hessische Umweltministerin Priska Hinz anlässlich ihrer Sommerreise im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Sie überbrachte dabei erfreuliche Nachrichten: Das LIFE-Projekt kann in die Verlängerung gehen. „Die Bergwiesen im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön sind ein bedeutender Lebensraum. Hier findet man gefährdete Pflanzen wie Arnika, Küchenschelle und Silberdistel und selten gewordenen Vögel wie Wiesenpieper, Braunkehlchen und Wachtelkönig. Die auf diesen Wiesen lebenden Tier- und Pflanzenarten brauchen einen besonderen Schutz. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass hier im Biosphärenreservat ein ehrgeiziges Projekt zum Schutz und Erhalt dieser gefährdeten typischen Rhöner Landschaft umgesetzt wird“, sagte Umweltministerin Priska Hinz.  „Ich hoffe sehr, dass wir die bisherige gute Arbeit im Projekte erfolgreich fortsetzen können. Um dies zu unterstützen, hat Hessen sich bereit erklärt, die dazu notwenigen Personalkosten von rund 700.000 Euro bereitzustellen.“ Mit der Finanzierung durch das Land sind die Weichen für einen (erfolgreichen) Antrag bei der EU gestellt. Das Projekt, das offiziell im September 2022 ausläuft, soll um zwei Jahre verlängert werden.

Erste Station der Ministerin im Rahmen ihrer Sommerreise war das Eube-Plateau nördlich von Schachen bei Gersfeld. Nach der Begrüßung durch Landrat Bernd Woide gab LIFE-Projektmanager Elmar Herget Einblicke in aktuelle Maßnahmen. Seit 2016 verfolgt das Projekt unter anderem das Ziel, die inzwischen selten gewordenen artenreichen Bergmähwiesen in der hessischen Rhön zu erhalten. Im 135 Hektar großen Naturschutzgebiet Eube sind sie noch mit einigen Flächen vertreten. Aktuell findet hier ein von einem Gutachterbüro überwachter Parzellenversuch statt, der Klarheit bringen soll, wie sich jeweils veränderte Nutzungsformen – beispielsweise unterschiedliche Mahdzeitpunkte und Beweidungskonzepte – auf die Artenvielfalt der Bergwiesen auswirken. Einer der Landwirte, die im Auftrag des Projekts die Flächen auf der Eube nach speziellen Vorgaben bewirtschaften, ist Andreas Weber aus Gersfeld. Er berichtete den Anwesenden von seinen Erfahrungen. 

Eine weitere Maßnahme ist die Neuschaffung von artenreichen Bergwiesen mittels Aussaat von Samenmaterial, das zuvor eigens auf heimischen Wiesen, so genannten Spenderflächen, geerntet wurde. Hierbei kommt auch der eBeetle zum Einsatz, den der Landkreis Fulda im Jahr 2018 für diese Zwecke angeschafft hatte. Wie der eBeetle funktioniert, führte Landwirt Martin Schiffhauer aus Ehrenberg den Anwesenden vor: Optisch eine Mischung aus Fahrradanhänger und Rasenmäher, bürstet das elektrisch angetriebene Gerät die ausgereiften Samen von den Wiesenpflanzen, bevor die Wiese zum Mähen freigegeben wird. Auch die Umweltministerin ließ es sich nicht nehmen, das Gerät zu testen. Durch die Aussaat der Samen auf anderen vorbereiteten Flächen konnten bereits 58 Hektar neue Bergwiesen geschaffen werden, wie Projektleiter Herget berichtete.

Kooperationen, Förderungen, Herausforderungen

Weitere Themen waren die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern im Naturschutz wie dem NABU – vor Ort vertreten durch Nico Flügel – sowie das HALM-Programm als wichtigstes Förderinstrument zur Sicherstellung der landwirtschaftlichen Nutzung und dessen Bedeutung für die Erhaltung der bedrohten Rhöner Bergwiesen. Seine Erfahrungen teilte Dr. Hubert Beier, Vorsitzender des VNLR und ehemaliger langjähriger Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Fulda-Hünfeld e. V.

Bei einem kurzen Spaziergang zu den Guckaifeldern ging es abschließend noch um das Thema Wasserkuppe. Jonas Thielen, Sachgebietsleiter Naturschutz bei der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, informierte über naturschutzfachlichen Besonderheiten auf Hessens höchstem Berg. Die Wasserkuppe beherbergt an ihrem Südhang Deutschlands größte zusammenhängende Borstgrasrasen außerhalb der Alpen und ist außerdem hessenweit ein bedeutendes Brutgebiet für Wiesenbrüter. Gleichzeitig gilt sie seit jeher als „Berg der Flieger“ und ist bei Segel- und Gleitschirmfliegern gleichermaßen beliebt. Nicht zuletzt boomen der Tourismus und die Freizeitnutzung. Die Ansprüche der verschiedenen Nutzergruppen sind nicht immer frei von Spannungen – hier wird seit Jahren an gemeinsamen Lösungen gearbeitet. Torsten Raab, Leiter der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats, und Jonas Thielen berichteten über Herausforderungen, Ziele und bisherigen Erfolge in Sachen Besucherlenkung und landwirtschaftliche Nutzung der Grünlandflächen.

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LIFE
news-2066 Wed, 11 Aug 2021 16:22:50 +0200 Nach dem Rechten sehen und für Sicherheit sorgen: Gruppe der Tanner Diakonie kontrolliert Bohlenpfad im Roten Moor https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/nach-dem-rechten-sehen-und-fuer-sicherheit-sorgen-gruppe-der-tanner-diakonie-kontrolliert-bohlenpfad/ Der Bohlenpfad im Roten Moor gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Hessischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservat Rhön. Mit der Kontrolle und Instandhaltung fällt jedes Jahr viel Arbeit für die Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats und die Mitarbeiter des Naturparks Hessische Rhön an. Seit gut einem Jahr bekommen sie Unterstützung: Eine Gruppe der Tanner Diakonie ist im Sommerhalbjahr jeden Freitag auf dem Bohlenpfad unterwegs und sieht nach dem Rechten. „Das ist für uns ein echter Glücksgriff und entlastet uns“, sagt Ranger Arnold Will von der Hessischen Verwaltung. Die Gruppe kontrolliert den 1,2 Kilometer langen Pfad sehr sorgfältig: Die Männer und Frauen im Alter von 26 bis 72 sammeln nicht nur Müll auf und schneiden zu weit in den Weg hineinragende Äste zurecht, sondern markieren lockere Bohlen und Stolperfallen. Anschließend übergeben sie hierzu ein detailliertes Protokoll. „So müssen wir nicht selbst auf die Suche gehen, sondern können gezielt die Reparatur organisieren“, erklärt Will. Die Zusammenarbeit sei nicht nur im Hinblick auf die tatkräftige Unterstützung wichtig: „Das Projekt zeigt außerdem, wie Inklusion einfach und nachhaltig gelingen kann.“ Im Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) der UNESCO, das im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön als Modellregion für nachhaltige Entwicklung umgesetzt wird, ist Inklusion ein wichtiger Baustein.

Die Tanner Diakonie gibt Menschen mit Beeinträchtigung ein Zuhause – in der besonderen Wohnform, im ambulant begleiteten Wohnen und in tagesstrukturierenden Angeboten. Zur Betreuung gehört unter anderem die Kooperation mit der Hessischen Verwaltung des Biosphärenreservats und damit Aktionen wie die Kontrolle im Roten Moor. Auch die Wanderstrecke zwischen Grabenhöfchen und Maulkuppe wird seit diesem Jahr regelmäßig von der Gruppe begutachtet. „Es ist schön für die Tanner Diakonie und ihre Klientinnen und Klienten, sich ehrenamtlich zu engagieren“, betont Jens Franke, der die Aktion als Betreuer und Mitarbeiter der Tanner Diakonie mit weiteren Kolleginnen und Kollegen begleitet. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Angebot von den Klientinnen und Klienten als willkommene Abwechslung beurteilt wird. Die Begegnung mit den Rangern, die Arbeit in der Natur und sich aktiv für andere einsetzen zu können macht allen Beteiligten besonderen Spaß.

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news-2065 Thu, 29 Jul 2021 09:26:16 +0200 Waldarbeiten des Marktes Oberelsbach an Heidelstein und Schornhecke https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/waldarbeiten-des-marktes-oberelsbach-an-heidelstein-und-schornhecke/ Ab Anfang August finden Waldarbeiten im Umfeld des Heidelsteins und an der Schornhecke durch den Markt Oberelsbach statt. Der Wald um den Sendemast besteht größtenteils aus Fichten, die in der rauen Hochrhön besonders anfällig für Wind- bzw. Schneebruch sind und in den letzten Jahren zusätzlich unter starken Trockenphasen gelitten haben. An der Schornhecke gibt es Vorkommen des Borkenkäfers, der stark von hohen Temperaturen und dem Klimawandel profitiert.
Seit 2014 sind die Waldgebiete Heidelstein und Schornhecke – die beide dem Markt Oberelsbach gehören – Kernzonen des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön und somit als Naturschutzgebiet geschützt. In einem befristeten Zeitraum werden die dort vom Menschen gepflanzten, ursprünglich in der Rhön nicht vorkommenden Nadelbäume entnommen, sodass die nächste Generation heimischer Laubbäume heranwachsen kann. Erste Erhebungen im Bereich des Heidelsteins zeigen bereits zahlreiche Keimlinge von Vogelbeere, Sal-Weide und Berg-Ahorn. An der Schornhecke ist die nächste Waldgeneration aus jungen Buchen und Berg-Ahornen schon gut zu sehen.
Im Bereich des Heidelsteins finden ab dem 2. August Holzerntemaßnahmen statt, an der Schornhecke die Aufarbeitung von Borkenkäferholz. Der Besucherparkplatz Schornhecke, Wanderwege und Mountainbike-Strecken bleiben weiterhin nutzbar. Die Senderstraße muss jedoch in dem Abschnitt, der durch den Fichtenwald führt, für die Holzrückung regelmäßig vom Rückzug überquert werden. An beiden Enden werden entsprechende Warnschilder aufgestellt. Wir bitten ausdrücklich von Montag bis Samstag um größte Vorsicht bei der Durchquerung dieses Abschnitts. Den Anordnungen von Sicherungspersonal ist in jedem Fall Folge zu leisten. Sonntags kann die Senderstraße gefahrlos begangen werden.
Wir bitten Besucher um Verständnis für diese unvermeidlichen Behinderungen.
 

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news-2064 Mon, 26 Jul 2021 16:59:47 +0200 Großes ehrenamtliches Engagement: Ein Ort für Bildung, Spiel und Gemeinschaft - Zella eröffnet neues Bildungszentrum https://www.biosphaerenreservat-rhoen.de/service/newsarchiv/detailseite/grosses-ehrenamtliches-engagement-ein-ort-fuer-bildung-spiel-und-gemeinschaft-zella-eroeffnet-neues/ Großer Tag für den Ortsteil Zella/Rhön der Gemeinde Dermbach im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön: Am Wochenende ist mit rund 200 Besucherinnen und Besuchern an der Propstei Zella das neue Bildungszentrum eröffnet worden. Neben einem Biosphären-Klassenzimmer und einem Entdeckerwagen ist ein Erlebnisspielplatz entstanden – dank großen ehrenamtlichen Engagements innerhalb des Ortsteils. In den vergangenen beiden Jahren hat die Thüringer Verwaltung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön den Außenbereich der Propstei Zella – Dienstsitz der Verwaltung und des Bio-sphären-Infozentrums – kontinuierlich zu einem Bildungsstandort für nachhaltige Entwicklung ausgebaut. Dazu gehören ein "Biosphären-Klassenzimmer" mit 60 Sitzplätzen, ein Junior-Ranger-Entdeckerwagen, ein Lehrpfad rund um die Streuobstwiese unterhalb der Propstei Zella sowie ein Erlebnisspielplatz "Streuobstwiese", der in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Dermbach entstanden ist. Diese Angebote sollen für Bildungsmodule zur nachhaltigen Entwicklung für Groß und Klein inklusiv erlebbar sein.

Anlässlich der Eröffnung sagt Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund: „Ich freue mich sehr, dass in der Rhön Umweltbildung einen so großen Stellenwert hat und mit dem neuen Außengelände ein Raum zum Entdecken und Lernen entstanden ist. Hier lernen Kleine und Große gemeinsam den Wert unserer Natur zu schätzen. Uns ist wichtig, dass der Ort allen zugänglich ist – deshalb haben wir den neuen stufenfreien Zugang gefördert.“

Mit Fördermitteln aus dem Programm „Investive Projekte zur nachhaltigen Entwicklung im Thüringer Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön" des Umweltministeriums (16.632,74 Euro) finanziert die Gemeinde den Ausbau eines stufenfreien Zugangs zur Streuobstwiese seitens der Sportplatzstraße. Ebenfalls ein Projekt aus dem Förderprogramm: die Umrüstung auf Sternenpark-konforme Architekturbeleuchtung am historischen Propsteigebäude (Förderung: 57.271,72 Euro).

„Wir freuen uns, dass wir es geschafft haben, den Nachhaltigkeitsgedanken auf dem Propsteigelände ganzheitlich umzusetzen“, sagt Ulrike Schade, Leiterin der Thüringer Verwaltung. „Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung sind zentrale Aufgaben des Biosphärenreservats. Das Außengelände ist eine perfekte Ergänzung zum Biosphären-Infozentrum Propstei Zella/Rhön, hinzu kommt die Verwaltung als Netzwerkstelle für die Thüringer Rhön. Mit dem ganzheitlichen Ansatz ist die Propstei nicht nur Bildungsort für Schulen und Kindergärten, Ausflugsziel und Infostelle für Touristen, sondern auch ein Ort der Gemeinschaft für die Einheimischen geworden.“

„In der aktuellen Zeit kommen dem Spielplatz und dem Bildungszentrum noch einmal mehr Bedeutung zu. Nach den schwierigen Monaten haben die Kinder einen genialen Treffpunkt hinzugewonnen, und durch unseren eigenen Aufbau sind wir als Dorfgemeinschaft weiter zusammengewachsen“, betont Ortsteilbürgermeister Marcel Schumann. Im April 2020 hatten sich acht Ehrenamtliche zusammengefunden und seitdem in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Gemeinde geplant, Fördermöglichkeiten gesucht und mit vielen weiteren Helferinnen und Helfern den Spielplatz gebaut. Rund 1.600 ehrenamtliche Stunden sind in den Aufbau der Geräte und die Gestaltung des Geländes investiert worden – in einem Zeitraum von insgesamt 12 Wochen. Beachtlich ist auch die Spendengemeinschaft aus dem 400-Einwohner- Ort: Neben Sachspenden kam eine Summe von 17.000 Euro zusammen.

Das Interesse war bei der Eröffnung entsprechend groß: Rund 200 große und kleine Besucherinnen und Besucher verbrachten einen bunten Tag mit zahlreichen Mitmach-Angeboten.

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